[Antwort
der Bundesregierung
auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Dr. Ingrid Nestle,
Matthias Gastel, Stefan Gelbhaar, weiterer Abgeordneter und der
Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
– Drucksache 19/27378 –
Schieneninfrastruktur Schleswig-Holstein
V o r b e m e r k u n g d e r F r a g e s t e l l e r
In Schleswig-Holstein ist die Schieneninfrastruktur nach Ansicht der
Fragestellenden besonders unterentwickelt. Viele mechanische Stellwerke sind noch
in Betrieb. Bei Elektrifizierungen bildet ausgerechnet das Land der
Energiewende das Schlusslicht (
https://www.allianz-pro-schiene.de/wp-content/uploa
ds/2020/02/200210_Elektrifizierung_Bundeslaender.pdf). Mit nur je einer
ausgebauten Strecke über Elmshorn Richtung Kiel und dem Landesteil
Schleswig sowie Bad Oldesloe Richtung Lübeck und Ostholstein ist der
Schienenverkehr des Landes oft tagelang von der Verbindung nach Hamburg
und somit auch vom Fernverkehr nach ganz Deutschland abgeschnitten
(
https://www.ndr.de/nachrichten/schleswig-holstein/Probleme-bei-der-Bahn-Z
ugausfaelle-dauern-an,bahn2350.html). Dafür ist es nach Ansicht der
Fragestellenden nötig, die Strecke Neumünster–Bad Oldesloe als Umleitungsstrecke
auszubauen. Für eine relevante Erhöhung der Fahrgastzahlen ist es zudem
nötig, die Zahl der Taktzüge des Regionalverkehrs zwischen Bad Oldesloe und
Hamburg zu erhöhen.
Vor dem Hintergrund der Klimakrise wird sehr viel mehr Schienenverkehr und
ein massiver Ausbau der Infrastruktur notwendig. Aus diesem Grunde fragen
wir die Bundesregierung:
1. Wie viele Zugverspätungen bei Unternehmen der DB AG gab es in
Schleswig-Holstein durch Baumaßnahmen?
Nach Auskunft der Deutschen Bahn AG (DB AG) gab es im Jahr 2021 viele
und umfangreiche Baumaßnahmen in Schleswig-Holstein, insbesondere durch
die Investitionsoffensive auf der Marschbahn. Aus diesem Grund sind die
Verspätungsminuten höher als in anderen Jahren. Es ergaben sich für den Zeitraum
vom 1. Januar 2020 bis 31. Dezember 2020 folgende baubedingte
Verspätungen aller DB-internen Eisenbahnverkehrsunternehmen (EVU):
Deutscher Bundestag Drucksache 19/28570
19. Wahlperiode 15.04.2021
Die Antwort wurde namens der Bundesregierung mit Schreiben des Bundesministeriums für Verkehr und digitale
Infrastruktur vom 14. April 2021 übermittelt.
Die Drucksache enthält zusätzlich – in kleinerer Schrifttype – den Fragetext.
• Fernverkehr: 1 868 Minuten
• Nahverkehr: 23 399 Minuten
• Güterverkehr: 16 385 Minuten
2. Wie viele Züge und Busse sind 2019 bei Unternehmen der DB AG in
Schleswig-Holstein ausgefallen?
Nach Auskunft der DB AG waren bei der DB Regio AG im Jahr 2019
planmäßig mehr als 290 900 Zugfahrten in Schleswig-Holstein vorgesehen. Davon
sind 3,8 Prozent der planmäßigen Zugkilometer ausgefallen.
Die DB Fernverkehr AG hatte im Jahr 2019 planmäßig mehr als 18 000
Zugfahrten in Schleswig-Holstein vorgesehen. Von diesen Fahrten sind insgesamt
4,3 Prozent ausgefallen.
Im Jahr 2019 sind bei DB Regio Bus in Schleswig-Holstein rund 1,98 Prozent
der geplanten Fahrten ausgefallen.
3. Wie stark ist die Auslastung der Züge der Unternehmen der DB AG
durch die Corona-Pandemie in Schleswig-Holstein und im
Bundesdurchschnitt gesunken?
Nach Auskunft der DB AG ist die Auslastung in den Zügen der DB Regio AG
im Zuge der Corona-Pandemie um bis zu 85 Prozent gesunken. In
Abhängigkeit zum jeweils aktuellen Infektionsgeschehen unterlag die Auslastung in den
bisherigen Pandemie-Monaten starken Schwankungen. In den Sommermonaten
hat sich die Nachfrage teilweise bis auf 80 Prozent des Normalniveaus erholt,
seitdem sinkt sie parallel zu steigenden Infektionszahlen stetig (aktuell: minus
70 Prozent). Die Fahrgastrückgänge sind in Schleswig-Holstein grundsätzlich
auf Niveau des Bundesdurchschnitts, jedoch war die Entwicklung bislang
stärker von saisonalen und pandemiebedingten Besonderheiten (Trend zu Urlaub
an Nord- und Ostseeküste) geprägt.
Die Auslastung der Züge der DB Fernverkehr AG ist phasenweise um über
80 Prozent zurückgegangen. Im Jahresdurchschnitt 2020 (inklusive der noch
nicht durch die Corona-bedingten Beschränkungen geprägten Monate Januar
und Februar) war die bundesweite Auslastung um mehr als 40 Prozent geringer
als im Vorjahr. Dies gilt auch für Schleswig-Holstein.
4. An wie vielen Tagen der letzten zehn Jahre war die Verbindung zwischen
Elmshorn und Hamburg unterbrochen oder nicht durchgehend
zweigleisig befahrbar (bitte getrennt auflisten)?
5. An wie vielen Tagen der letzten zehn Jahre war die Verbindung zwischen
Bad Oldesloe und Hamburg unterbrochen oder nicht durchgehend
zweigleisig befahrbar (bitte getrennt auflisten)?
Die Fragen 4 und 5 werden aufgrund ihres Sachzusammenhangs gemeinsam
beantwortet.
Nach Auskunft der DB AG liegen tagesgenaue Daten für den angefragten
Zeitraum nicht vor. Der Schwerpunkt der Einschränkungen lag in den vergangenen
fünf Jahren auf eingleisigen Betriebsführungen in Folge geplanter Baustellen.
Temporäre Totalsperrungen, z. B. im August 2020, sind ausschließlich durch
kurzfristig auftretende Havariefälle aufgetreten. Insbesondere der Herbst 2017
war geprägt durch drei aufeinander folgende Sturmtiefs.
6. Wie oft haben nach Kenntnis der Bundesregierung 2020 die Züge nach
Dänemark die Strecke Neumünster–Bad Oldesloe benutzt?
Welchen Einfluss hatte das auf den Regionalverkehr Neumünster–Bad
Oldesloe?
Nach Auskunft der DB AG kam es aufgrund von infrastrukturellen Störungen
im Jahr 2020 nur in drei Fällen zu einer Nutzung des
Schienenpersonenfernverkehrs (SPFV) auf diesem Streckenabschnitt, beim Schienengüterverkehr (SGV)
waren es insgesamt 14 Züge. In zwei von den genannten drei Fällen hat der
SPFV die Halte des Schienenpersonennahverkehrs (SPNV) abgestimmt
übernommen. Bedingt durch die Fern- und Güterverkehrsumleitungen kam es zu
einzelnen Verspätungen des SPNV.
7. Wie oft war Schleswig-Holstein von Stellwerksproblemen der zentralen
Leitstelle in Hannover betroffen im Vergleich zu den lokalen Stellwerken
in Schleswig-Holstein?
Nach Auskunft der DB AG werden die Stellwerksbereiche Lübeck und Kiel
aus der Betriebszentrale Hannover, die übrigen Stellwerke örtlich in Schleswig-
Holstein bedient. Eine Betrachtung der Störfälle für das Jahr 2020 lässt keine
signifikanten Unterschiede in der Störhäufigkeit zwischen den aus Hannover
oder vor Ort bedienten Stellwerken erkennen. Bezogen auf die Anzahl der
Stelleinheiten sind die Störungen der zentral bedienten gegenüber den örtlich
bedienten Stellwerken moderat geringer ausgeprägt. Für das Jahr 2020 liegen
folgende Daten vor:
• Störungen zentral gesteuert: 0,7 Störungen je Stelleinheit*,
• Störungen regional gesteuert: 1,0 Störungen je Stelleinheit.
*Die Stelleinheiten subsumieren Signale (Vor-, Haupt- und Lichtsperrsignale) sowie
Weichenantriebe und Gleisfreimeldeanlagen.
8. Wie gestaltet sich das Backup für Stellwerksinfrastruktur?
a) Wie viele Stellwerke welcher Bauart gibt es in Deutschland und in
Schleswig-Holstein nach Kenntnis der Bundesregierung?
b) Wie ist die zukünftige Entwicklung des Backups geplant?
Die Fragen 8 bis 8b werden gemeinsam beantwortet.
Nach Auskunft der DB AG gibt es die folgende Anzahl von Stellwerken:
Bauart Bundesweit Schleswig-Holstein
mechanische Stellwerke 595 12
elektromechanische Stellwerke 271 3
Drucktastenstellwerke 1227 33
Elektronische Stellwerke (ESTW) 326 19
Sonstige Bauformen 71 1
Summe 2490 68
Quelle: DB AG
Die DB AG investiert gemeinsam mit dem Bund in die Eisenbahninfrastruktur.
Für das Jahr 2021 stehen 12,7 Mrd. Euro zur Verfügung; hiervon wird ein Teil
für moderne und robuste Leit- und Sicherungstechnik und digitale Stellwerke
verwendet. Jeder dritte Streckenkilometer im Schienennetz der DB AG wird
heute bereits von elektronischen Stellwerken gesteuert. Die Funktionen der
digitalen Stellwerkstechnik ermöglichen bei einem Ausfall eines Zentralrechners
die Übernahme durch einen anderen adäquaten Zentralrechner von einem
anderen Standort (Backup).
9. Wie viele Bahnübergänge gibt es in Schleswig-Holstein unterschieden
nach beschrankt, unbeschrankt, aber technisch gesichert und technisch
nicht gesichert?
Nach Auskunft der DB AG betreibt die DB Netz AG in Schleswig-Holstein
875 Bahnübergänge. Von diesen verfügen 518 Bahnübergänge über eine
technische Sicherung, 357 Bahnübergänge sind nicht technisch gesichert. Von den
518 technisch gesicherten Bahnübergängen verfügen 481 Bahnübergänge über
Halbschranken oder Schranken, 37 Bahnübergänge sind mit Lichtzeichen bzw.
Blinklichtern ohne Halbschranken/Schranken gesichert.
10. Welche Orte bzw. Betriebsstellen in Schleswig-Holstein verfügen noch
über wie viele Anschlussgleise, und welchen technischen und
juristischen Status haben diese (gewidmet, abgebaut, Netzanschluss,
stillgelegt, in Betrieb)?
Angelegenheiten privater Anschlussgleise (Gleisanschlüsse) fallen in die
Zuständigkeit der Länder. Der Bundesregierung liegen deshalb keine Angaben
dazu vor, wie viele der in Schleswig-Holstein vorhandenen Anschlussgleise
jeweils gewidmet, abgebaut, stillgelegt oder in Betrieb sind. Nach Auskunft der
DB AG sind in Schleswig-Holstein aktuell 67 Anschlussgleise mit Anschluss
an die DB Netz AG vorhanden. Davon sind 63 Anschlussgleise betriebsbereit.
Ob diese tatsächlich genutzt werden, fällt in die unternehmerische
Entscheidung der anschließenden Unternehmen. Die Bundesregierung erhebt dazu keine
Angaben.
Die Betriebsstellen mit Anschlussgleisen können der folgenden Tabelle
entnommen werden.
Betriebsstelle Status
Aumühle Anschlussvertrag vorhanden
Bad Segeberg Anschlussvertrag vorhanden
Bad Oldesloe Anschlussvertrag gekündigt
Brunsbüttel Anschlussvertrag vorhanden
Brunsbüttel Anschlussvertrag vorhanden
Brunsbüttel Nord Anschlussvertrag vorhanden
Brunsbüttel Ost (Awanst) Anschlussvertrag vorhanden
Burg/Fehmarn Anschlussvertrag vorhanden
Elmshorn Anschlussvertrag vorhanden
Eutin Anschlussvertrag vorhanden
Fahrenkrug Anschlussvertrag vorhanden
Flensburg Anschlussvertrag vorhanden
Flensburg Anschlussvertrag vorhanden
Flensburg Süd (Strecke
Flensburg-Padborg) Anschlussvertrag vorhanden
Flensburg Weiche Anschlussvertrag vorhanden
Flensburg (Alter Bahnhof) Anschlussvertrag gekündigt
Hemmingstedt Anschlussvertrag vorhanden
Husum Anschlussvertrag vorhanden
Husum Anschlussvertrag vorhanden
Husum Anschlussvertrag vorhanden
Itzehoe Anschlussvertrag vorhanden
Betriebsstelle Status
Itzehoe Ahlsen Anschlussvertrag vorhanden
Jübek Anschlussvertrag vorhanden
Kiel /Bollhörnkai Anschlussvertrag vorhanden
Kiel Hbf Abzw Ss Anschlussvertrag vorhanden
Kiel Hbf Ko Anschlussvertrag vorhanden
Kiel Hbf Ko Anschlussvertrag vorhanden
Kiel Hbf Ks Anschlussvertrag vorhanden
Kiel-Hassee Anschlussvertrag vorhanden
Kiel-Wellsee (Awanst) Anschlussvertrag vorhanden
Kudensee (Awanst) Anschlussvertrag vorhanden
Lauenburg (Elbe) Anschlussvertrag vorhanden
Lübeck Hbf Anschlussvertrag vorhanden
Lübeck Skandinavienkai Anschlussvertrag vorhanden
Lübeck-Dänischburg Anschlussvertrag vorhanden
Lübeck-Dänischburg Anschlussvertrag vorhanden
Lübeck-Dänischburg Anschlussvertrag vorhanden
Lübeck-Dänischburg Anschlussvertrag vorhanden
Lübeck-Dänischburg Anschlussvertrag vorhanden
Lübecker Uferbahn Anschlussvertrag vorhanden
Lübecker Uferbahn Anschlussvertrag vorhanden
Lübeck-Schlutup Anschlussvertrag vorhanden
Meimersdorf Anschlussvertrag vorhanden
Neumünster Anschlussvertrag vorhanden
Neumünster Anschlussvertrag vorhanden
Neumünster Anschlussvertrag vorhanden
Neumünster Anschlussvertrag vorhanden
Neumünster Anschlussvertrag vorhanden
Neuwittenbek Anschlussvertrag vorhanden
Niebüll Anschlussvertrag vorhanden
Niebüll Anschlussvertrag vorhanden
Niebüll Anschlussvertrag vorhanden
Ohrstedt Anschlussvertrag vorhanden
Osterrönfeld Anschlussvertrag gekündigt
Puttgarden Anschlussvertrag vorhanden
Rendsburg Anschlussvertrag vorhanden
Schuby Anschlussvertrag vorhanden
St Margarethen (Holstein) Anschlussvertrag vorhanden
Suchsdorf Anschlussvertrag vorhanden
Suchsdorf Anschlussvertrag vorhanden
Süderbrarup Anschlussvertrag vorhanden
Tornesch Anschlussvertrag vorhanden
Tornesch Anschlussvertrag gekündigt
Westerland (Sylt) Anschlussvertrag vorhanden
Westerland (Sylt) Anschlussvertrag vorhanden
Westerland (Sylt) Anschlussvertrag vorhanden
Westerland (Sylt) Anschlussvertrag vorhanden
Quelle: DB AG
11. Wie kommt es, dass in Schleswig-Holstein die erste Elektrifizierung mit
Oberleitungen erst nach 1990 und dem damit verbundenen Ende des
Kalten Krieges gebaut wurde (
https://www.shz.de/regionales/schleswig-hols
tein/zu-wenig-zuege-in-sh-fahren-mit-strom-id18273346.html)?
Nach Auskunft der DB AG war bis 1990 aufgrund der Lage Schleswig-
Holsteins zwischen Dänemark, Nordsee, Ostsee und der DDR nur wenig SGV
und SPFV im Vergleich zu den zentraler gelegenen Bundesländern zu
verzeichnen. Zudem war das Land vor allem landwirtschaftlich geprägt und hatte daher
ein nur geringes Quellaufkommen im SGV. Dies änderte sich mit dem Bau der
Eisenbahnverbindung über den Großen Belt, die zu einer attraktiveren
Güterverkehrsroute nach Skandinavien via Flensburg führte und ein wichtiger
Auslöser der Elektrifizierung zwischen Hamburg und Padborg war.
12. Wird bei dem Ausbau der Strecke Niebüll–Westerland die Möglichkeit
der Elektrifizierung derart berücksichtigt, dass diese ohne Änderungen
der Bausubstanz nachträglich errichtet werden kann (
https://www.bmv
i.de/SharedDocs/DE/Artikel/K/beschleunigung-umweltfreundliche-verke
hrsprojekte.html)?
Nach Auskunft der DB AG haben die Planungen zum zweigleisigen Ausbau
der Strecke Niebüll – Klanxbüll beim Vorhabenträger DB Netz AG begonnen.
Sie werden eine mögliche spätere Elektrifizierung der Strecke beachten.
13. Würde bei der Elektrifizierung der Strecke Brunsbüttel–Itzehoe die
mögliche Nutzung des neu zu errichtenden Stromeinspeisepunkts
(Umrichterwerk) die zukünftige Elektrifizierung Richtung Heide mit berücksichtigt
(
https://www.bvwp-projekte.de/schiene_2018/2-054-V02/2-054-V0
2.html)?
a) Wenn ja, inwiefern?
b) Wenn nein, warum nicht?
Die Fragen 13 bis 13b werden gemeinsam beantwortet.
Nach Auskunft der DB AG müssen für einen Planungsbeginn noch die
entsprechenden Voraussetzungen geschaffen werden. Im Rahmen der Planungen
werden dann die umliegenden auf das Projekt ggf. Einfluss nehmenden
Sachverhalte zu berücksichtigen sein.
14. Für welche Strecken oder Streckenabschnitte in Schleswig-Holstein sieht
die Bundesregierung einen Bedarf zur Elektrifizierung?
19. Für welche Strecken oder Streckenabschnitte in Schleswig-Holstein sieht
die Bundesregierung einen Bedarf zum zweigleisigen Ausbau?
Die Fragen 14 und 19 werden aufgrund ihres Sachzusammenhangs gemeinsam
beantwortet.
Es wird auf den Bedarfsplan für die Bundesschienenwege als Anlage des
Gesetzes über den Ausbau der Schienenwege des Bundes (BSWAG) verwiesen.
Details können dem Projektinformationssystem (PRINS) entnommen werden
(abrufbar unter:
www.bvwp-projekte.de/map_railroad_2018.html).
15. Aus welchem Grund ist die Elektrifizierung der Strecke Itzehoe–
Westerland nicht in den Bedarfsplan aufgenommen worden?
Diese Maßnahme wurde für den Bundesverkehrswegeplan (BVWP)
angemeldet und in mehreren Varianten im Zuge der ersten Bewertungsphase untersucht.
Aufgrund der geringen Nachfrage im SGV und im SPFV auf der
Ausbaustrecke, können die hohen Investitionskosten für den Ausbau nicht durch einen
Nutzen für den überregionalen Verkehr gedeckt werden. Das Projekt konnte
daher nicht in den BVWP aufgenommen werden.
16. Sieht die Bundesregierung bei der Elektrifizierung des Schienennetzes
eine Möglichkeit, Regionen mit historisch bedingter Benachteiligung
gezielt zu fördern?
Ja, im Rahmen der gesetzlichen Regelungen.
17. Welche Strecken hat die Bundesregierung in Schleswig-Holstein für das
Förderprogramm „Elektrische Güterbahnen“ untersucht, und welche
Vorhaben sollen über dieses Programm schlussendlich gefördert werden?
Folgende Strecken in Schleswig-Holstein wurden für das Ausbauprogramm
„Elektrische Güterbahn“ angemeldet:
• Neumünster – Bad Oldesloe,
• (Hamburg Hbf –) Itzehoe – Heide – Westerland – (in Verbindung mit
Niebüll – Süderlügum – Bundesgrenze D/DK),
• Kiel Hbf – Bad Schwartau – Waldhalle (– Lübeck Hbf),
• (Hamburg Hbf – Itzehoe –) Wilster – Heide,
• Kiel Hbf – Flensburg,
• Wilster – Brunsbüttel und
• Hamburg-Eidelstedt – Kaltenkirchen (in Verbindung mit Neumünster –
Kaltenkirchen).
Im Rahmen der Untersuchung zum Ausbauprogramm „Elektrische Güterbahn“
konnte für die o. g. Strecken keine wirtschaftliche Elektrifizierung abgeleitet
werden. Der Endbericht zum Ausbauprogramm „Elektrische Güterbahn“ kann
dem folgendem Link entnommen werden:
http://bmvigsb7preview.init-ag.de/S
haredDocs/DE/Artikel/E/schiene-aktuell/elektrobahn-klimaschonend-zukunft-b
ahn-elektrifizierungsprogramm.html.
18. Hat die Bundesregierung für das Förderprogramm „Elektrische
Güterbahnen“ auch die Reaktivierung der Strecke Ratzeburg–Zarrentin–
Hagenow Land geprüft?
Wenn ja, mit welchem Ergebnis?
Wenn nein, warum nicht?
Die Fragen 18 bis 18b werden gemeinsam beantwortet.
Reaktivierungsmaßnahmen waren nicht Gegenstand der Untersuchung im
Rahmen des Ausbauprogramms „Elektrische Güterbahn“. Ein Vorauswahlkriterium
für die Projektvorschläge im Rahmen des Ausbauprogramms „Elektrische
Güterbahn“ war u. a., dass die vorgeschlagene Strecke derzeit bereits vom SGV
genutzt (Mindestgröße vier Zugpaare pro Tag) wird.
20. Für welche Stationen in Schleswig-Holstein sieht die Bundesregierung
einen Bedarf zum Ausbau zu einem Kreuzungsbahnhof?
Nach Auskunft der DB AG erarbeitet sie gemeinsam mit der
Nahverkehrsverbund Schleswig-Holstein GmbH (NAH.SH GmbH) als zuständigen
Aufgabenträger ein neues Fahrplankonzept unter dem Titel „Planfall 2030“ für den
SPNV unter Berücksichtigung der übrigen Verkehre in Schleswig-Holstein. Zur
Umsetzung der potentiellen Verkehrskonzepte wird die erforderliche
Infrastruktur planerisch bemessen. Dabei kann z. B. auf eingleisigen Strecken bzw.
Streckenabschnitten eine Errichtung von neuen Kreuzungsbahnhöfen erforderlich
sein.
21. Inwiefern beeinflusst eine Erhöhung der Zugzahlen zwischen Bad
Oldesloe und Hamburg um mindestens einen Stundentakt von Regionalzügen
sowie die Umleitung der trotz der festen Fehmarnbelt-Querung (FFBQ)
auf der Jütlandroute verbleibenden sowie der weiteren über Neumünster
fahrenden Güterzüge über die Strecke Neumünster–Bad Oldesloe die
Zuverlässigkeit der Fahrstraßenkreuzungen mit der geplanten S4 an den
höhengleichen Querungen?
a) Bei der Ausfädelung der S4 Richtung Norden kurz vor dem Bahnhof
Bad Oldesloe?
b) Bei der Einfädelung der in Bargteheide wendenden S4 Richtung
Hamburg?
c) Bei der Ausfädelung der S4 Richtung Norden in Ahrensburg
Gartenholz?
22. Welchen Einfluss hat die Erhöhung der Zugzahlen zwischen Bad
Oldesloe und Hamburg um mindestens einen Stundentakt von Regionalzügen
sowie die Umleitung der trotz FFBQ auf der Jütlandroute verbleibenden
Güterzüge über die Strecke Neumünster–Bad Oldesloe auf die
Zuverlässigkeit der zukünftigen Güterzüge Hamburg–Lübeck–FFBQ hinsichtlich
der höhengleichen Querungen?
a) Bei der Ausfädelung der Güterzüge nach Süden vor der Abzweigung
zur Güterumfahrungsbahn in Hamburg-Wandsbek?
b) Bei der Ausfädelung der RE Richtung Bad Segeberg–Neumünster–
Kiel im Bereich des Bahnhofes Bad Oldesloe?
Die Fragen 21 bis 22b werden aufgrund ihres Sachzusammenhangs gemeinsam
beantwortet.
Nach Auskunft der DB AG ist die Soll-Infrastruktur in Verzahnung mit der
Bestandsinfrastruktur für das Vorhaben S4 Ost ausreichend dimensioniert und
lässt eine gut ausgeprägte Betriebsqualität erwarten. In die Bemessung der Soll-
Infrastruktur sind neben dem SGV aus der Fehmarnbelt-Querung (FBQ) auch
moderate Steigerungen im Schienenpersonenverkehr eingeflossen. Der
derzeitige Güterzuganteil auf dem Streckenabschnitt Neumünster – Bad Oldesloe spielt
eine untergeordnete Rolle und hat somit nur einen marginalen Einfluss auf die
Verkehre zwischen Bad Oldesloe und Hamburg.
Bei Implementierung einer weiteren, stündlich verkehrenden Nahverkehrslinie
zwischen Bad Oldesloe und Hamburg zum bestehenden Taktsystem zwischen
Hamburg und Lübeck sowie nach Inbetriebnahme der S4 Ost verkehrenden S-
Bahnverkehren zwischen Bad Oldesloe und Hamburg wäre deren genaue
zeitliche Lage in Abstimmung mit den zuständigen Aufgabenträgern für den
gesamten Streckenabschnitt unter Einbindung der Knoten zu definieren. Vorher ist
eine Beantwortung daher nicht möglich.
23. Wie ist der Status (gewidmet, abgebaut, Netzanschluss, stillgelegt, in
Betrieb mit welcher Höchstgeschwindigkeit) folgender Strecken (ggf. bei
Änderungen entlang der Strecke abschnittsweise auflisten):
a) Flensburg-Weiche–Flensburg Hafen,
b) Flensburg-Weiche–Risum-Lindholm,
c) Kappeln–Süderbrarup,
d) Heide–Karolinenkoog,
e) St. Michaelisdonn–Marne–Friedrichskoog,
f) St. Michaelisdonn–Brunsbüttel,
g) Brunsbüttel–Wilster,
h) Uetersen–Tornesch,
i) Wrist–Itzehoe,
j) Neumünster–Ascheberg,
k) Bad Malente Gremsmühlen–Lütjenburg,
l) Eurin–Neustadt,
m) Lübeck–Lübeck-Schlutup,
n) Henstedt-Ulzburg–Bad Oldesloe,
o) Kiel–Kiel-Wellsee?
Nach Auskunft der DB AG beziehen sich folgende Angaben auf die
Umsetzung eines Bescheides und nicht auf das Jahr, in welchem ein Bescheid erlassen
wurde:
• Flensburg-Weiche – Flensburg Hafen Strecke 1002: Betriebspflicht 2015
erloschen,
• Flensburg-Weiche – Risum-Lindholm Strecke 1001: stillgelegt seit 1999,
• Heide – Karolinenkoog Strecke 1207: stillgelegt seit 1968,
• St. Michaelisdonn – Marne – Friedrichskoog Strecke 1216/1217: stillgelegt
seit 1994,
• St Michaelisdonn – Brunsbüttel Strecke 1215: im Güterverkehr bis
Anschluss Condea betrieben,
• Brunsbüttel – Wilster Strecke 1214: im Güterverkehr betrieben,
• vvvWrist – Itzehoe – Itzehoe – Kellinghusen Strecke 1221: stillgelegt
1994/1995, Wrist-Kellinghusen stillgelegt 1996. Planum/Flächen gehören
der DB Netz AG, Planungen zur Reaktivierung laufen. Letzter Abschnitt in
Kellinghusen ist verkauft und freigestellt.
• Neumünster – Ascheberg Strecke 1041: stillgelegt 1995,
• Bad Malente Gremsmühlen – Lütjenburg Strecke 1112: stillgelegt
1996/2000,
• Eutin – Neustadt Str.1023: stillgelegt 1984, Entwidmung für den Abschnitt
Neustadt – BAB 1 ist erfolgt und
• Lübeck – Lübeck-Schlutup Strecke 1131: im Güterverkehr betrieben.
Die Strecken unter c, h, n und o gehören nicht zu den Eisenbahnen des Bundes.
Hierzu liegen der Bundesregierung keine eigenen Informationen vor.
24. Wie sind die Voraussetzungen bei Streckenreaktivierungen für eine
Übergabe der Strecke an das Land?
Es besteht die Möglichkeit, dass stillgelegte Bahnstrecken der DB AG an
andere (landeseigene bzw. kommunale) Eisenbahninfrastrukturunternehmen
abgegeben werden können.
Die Konditionen (bspw. Verkauf oder Verpachtung) sind mit der DB AG zu
verhandeln.
25. Wie steht die Bundesregierung zu einer Beteiligung von der DB Netz AG
an einer entsprechenden Projektgesellschaft zum Wiederauf-, Aus- oder
Neubau einer Strecke?
Der Bundesregierung liegen derzeit keine entsprechenden Anträge vor. Solche
Anträge sind nach § 65 der Bundeshaushaltsordnung (BHO) durch die DB AG
zu stellen und einzelfallbezogen zu prüfen.
26. Welches Alter und welchen Zustand haben die Brücken über den Nord-
Ostsee-Kanal (bitte getrennt auflisten)?
Bauwerk Baujahr
Zustand gemäß
Brückenprüfung nach
DIN 1076 und
Richtlinien für die Erhaltung von
Ingenieurbauten
Bemerkung Zustand
Eisenbahnhochbrücke
Hochdonn
1920 nicht ausreichend Die 2,2 km lange Brückenkonstruktion ist
standsicher und verkehrssicher. Die
Dauerhaftigkeit ist stark beeinträchtigt. Die
Planungen zur Herstellung der Dauerhaftigkeit
laufen; die Bauarbeiten sollen in 2022/23
beginnen und voraussichtlich
zehn Jahre dauern. Bei anschließender
kontinuierlicher Unterhaltung der
Brückenkonstruktion und gleichbleibender
Verkehrsbelastung wird derzeit von einem
sicheren Betrieb von weiteren mehreren
Jahrzehnten ausgegangen. Der technische Zustand
des Oberbaus wird hier nicht
beurteilt und ist Sache der DB AG.
Bauwerk Baujahr
Zustand gemäß
Brückenprüfung nach
DIN 1076 und
Richtlinien für die Erhaltung von
Ingenieurbauten
Bemerkung Zustand
Straßen- und
Eisenbahnhochbrücke
Grünental
1986 ausreichend Die Brückenkonstruktion ist standsicher und
verkehrssicher. Die Dauerhaftigkeit ist
beeinträchtigt. Bei kontinuierlicher
Unterhaltung der Brückenkonstruktion wird d
erzeit von einem sicheren Betrieb von
weiteren mehreren Jahrzehnten ausgegangen.
Der technische Zustand des Oberbaus wird
hier nicht beurteilt und ist Sache der DB AG.
Eisenbahnhochbrücke
Rendsburg
1913 nicht ausreichend Die 2,5 km lange Brückenkonstruktion ist
standsicher und verkehrssicher. Die
Dauerhaftigkeit ist beeinträchtigt. Bei kontinuierlicher
Unterhaltung der Brückenkonstruktion und
gleichbleibender Verkehrsbelastung wird
derzeit von einem sicheren Betrieb von weiteren
mehreren Jahrzehnten ausgegangen. Der
technische Zustand des Oberbaus wird hier nicht
beurteilt und ist Sache der DB AG.
Straßen- und
Eisenbahnhochbrücke
Levensau
1894 nicht ausreichend Ein Ersatzneubau ist vorgesehen. Die
Bestandsbrücke bleibt bis zum Ersatzneubau
in einem standsicheren und verkehrssicheren
Zustand.
27. Welche Verkehrsbeschränkungen (Zuggewicht, Zuglänge,
Geschwindigkeit) ergeben sich jeweils durch diese Brücken abweichend von der
übrigen Strecke?
Nach Auskunft der DB AG ergeben sich die Geschwindigkeiten aus der
folgenden Tabelle. Dabei kann die allgemeine Streckenhöchstgeschwindigkeit
abweichen. Eine weitere Angleichung der Streckenklasse auf der jeweiligen
Hochbrücke an die Streckenklasse der übrigen Strecke ist derzeit nicht vorgesehen.
Hochbrücke Strecke
Streckenklasse
Strecke
Streckenklasse
Brücke
Geschwindigkeitsbegrenzung
auf der Brücke
Gefahrene
Geschwindigkeiten rechtsseitig
Gefahrene
Geschwindigkeiten linksseitig
Levensauer
Hochbrücke 1020 CE C3 90 km/h 100 km/h 110 km/h
Rendsburger
Hochbrücke 1040 D4
D2
zusätzlich
gilt:
Begegnungsverbot
von
Güterzügen
60 km/h 80 km/h 90 km/h
Hochbrücke Strecke
Streckenklasse
Strecke
Streckenklasse
Brücke
Geschwindigkeitsbegrenzung
auf der Brücke
Gefahrene
Geschwindigkeiten rechtsseitig
Gefahrene
Geschwindigkeiten linksseitig
Grünentaler
Hochbrücke 1042 CE CE 80 km/h 80 km/h 80 km/h
Hochbrücke
Hochdonn 1210 D4
D2
zusätzlich
gilt:
Grenzlast 588,5 t
auf 107m
Länge bei
eingleisigem
Betrieb
80 km/h 130 km/h 140 km/h
Quelle: DB AG
28. Wie hoch ist der jährliche Instandhaltungsaufwand jeweils für die
Brücken über den Nord-Ostsee-Kanal?
Die Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes ist nur für das
Brückenbauwerk, nicht aber für den Gleisoberbau auf den Eisenbahn- bzw.
kombinierten Eisenbahn- und Straßenhochbrücken zuständig. Die jährlichen
Instandhaltungsausgaben für die Brückenbauwerke ohne Personalkosten, ohne Kosten
der DB-Gleisanlage und ohne Kosten für die im Auftrag der DB AG
durchgeführte Verstärkung der Eisenbahnhochbrücke Rendsburg für höhere
verkehrliche Nutzbarkeiten (Zuglänge, Zuggesamtgewicht, Begegnungsmöglichkeiten)
ergeben circa 4,4 Mio. Euro.
29. Ist mit einer Erhöhung der Kosten oder mit einer Verringerung der
Leistungsfähigkeit (Zuggewicht, Zuglänge, Geschwindigkeit) aufgrund des
Alters zukünftig zu rechnen?
Unter der Voraussetzung kontinuierlicher Unterhaltung der Brückenbauwerke
wird aktuell nicht von einer zukünftig verringerten Leistungsfähigkeit
ausgegangen. Da in der zurückliegenden Dekade zu großen Anteilen
Verstärkungsmaßnahmen an der Eisenbahnhochbrücke Rendsburg im Auftrag und auf
Rechnung der DB AG (im Rahmen der gemeinsamen Maßnahme zur
Grundinstandsetzung und Verstärkung der Eisenbahnhochbrücke Rendsburg für höhere
verkehrliche Nutzbarkeiten) durchgeführt wurden, ist infolge des dadurch
entstandenen Instandhaltungsstaus von einer Erhöhung der Instandhaltungsausgaben
auf rund 10 Mio. Euro pro Jahr auszugehen.
30. Welche Kostensätze werden von der DB Netz AG für den Anschluss von
neuen Strecken an das Netz angesetzt?
Nach Auskunft der DB AG werden für die durchzuführenden Untersuchungen
Erkenntnisse aus dem internen Kostenkennwertekatalog der DB AG verwendet.
Diese Kostensätze werden projektindividuell auf die örtlichen Gegebenheiten
(Dammlage, Untergrund usw.) angepasst.
31. Wie soll in Kupfermühle bei der zukünftigen S4 und der Bahnsteighöhe
von 76 cm (
https://www.nah.sh/de/themen/projekte/s4-die-neue-s-bahn/tr
asse-stationen-und-infrastruktur/) der selbständige barrierefreie Ein- und
Ausstieg ermöglicht werden?
a) Wie wird dieses Problem in Bargteheide gelöst werden?
b) Wie ist das im Hinblick auf das Übereinkommen über die Rechte von
Menschen mit Behinderungen rechtlich zu bewerten?
Die Fragen 31 bis 31b werden gemeinsam beantwortet.
Nach Auskunft der DB AG werden bei Stationen, die an durchgehenden TEN-
Strecken (Strecken des Transeuropäischen Netzes) liegen, Bahnsteighöhen bis
76 cm gebaut. Grund hierfür ist, dass dem SGV mit Lademaßüberschreitung
eine konfliktfreie Durchfahrt gewährleistet werden muss. Der zukünftige S-Bahn
Halt Kupfermühle liegt an der TEN Strecke 1120. Um trotzdem einen
barrierefreien Ein- und Ausstieg an dem Haltepunkt Kupfermühle sicherzustellen, sieht
die S-Bahn Hamburg mobile Einstiegshilfen (-rampen) vor, die durch den
Triebfahrzeugführer bedient werden. Die Einstiegshilfen werden auf den
Bahnsteigen im vorderen Zugdrittel vorgehalten. Dieses Vorgehen gibt es bereits auf
der Strecke Neugraben-Stade im Hamburger S-Bahn-Netz und hat sich dort als
bewährtes Mittel gezeigt.
Der Hausbahnsteig in Bargteheide liegt ebenfalls an der durchgehenden TEN-
Strecke und wird daher mit einer Bahnsteighöhe von 76 cm gebaut und mit
mobilen Einstiegshilfen (-rampen) ausgestattet.
Die gesetzlichen Vorgaben über die Barrierefreiheit (§ 2 Absatz 3 der
Eisenbahn-Bau- und Betriebsordnung (EBO), Vorgaben der europäischen
Verordnung (EU) Nummer 1300/2014 über die technischen Spezifikationen für die
Interoperabilität bezüglich der Zugänglichkeit des Eisenbahnsystems der Union
für Menschen mit Behinderungen und Menschen mit eingeschränkter
Mobilität) sowie die diesbezüglichen Vorgaben aus der Richtlinie 81302 und dem
dritten Programm der DB AG zur Barrierefreiheit werden eingehalten.
32. Was unternimmt die Bundesregierung auch auf europäischer Ebene, um
das Übereinkommen über die Rechte von Menschen mit Behinderungen
im Bereich des Bahnverkehrs zukünftig besser umzusetzen?
Die Bundesregierung setzt sich in den Gremien auf EU-Ebene für die
Weiterentwicklung der technischen Spezifikationen für die Interoperabilität bezüglich
der Zugänglichkeit des Eisenbahnsystems der Union für Menschen mit
Behinderungen und Menschen mit eingeschränkter Mobilität ein. Der Bund finanziert
Investitionen in die Infrastruktur, die auch für barrierefreien Ausbau genutzt
werden.
Im Übrigen wird auf die Antwort der Bundesregierung auf die Kleinen Anfrage
der Fraktion der FDP auf Bundestagsdrucksache 19/23201 verwiesen.
33. Hat die Bundesregierung geprüft, welche Möglichkeiten sie zur Stärkung
der Jütlandroute hinsichtlich Kapazitätssteigerung, Fernverbindungen,
Querung des Nord-Ostsee-Kanals und Geschwindigkeitserhöhungen
sieht?
Wenn ja, mit welchem Ergebnis?
Nach Auskunft der DB AG gehört die sogenannte Jütlandroute (Hamburg –
Flensburg) zum Scan-Med-Korridor der europäischen
Schienengüterverkehrskorridore. Ziel der DB AG ist es, den Korridor Padborg – Flensburg – Maschen
bis 2030 mit ETCS auszurüsten und in diesem Zusammenhang leistungsfähiger
zu gestalten. Darüber hinaus sind weitere punktuelle Optimierungen u. a. durch
Geschwindigkeitsanhebungen sowie bestandserhaltende Maßnahmen, wie z. B.
an und auf der Rendsburger Hochbrücke geplant.
34. Wie lange dauern bzw. dauerten die Prüfungen der Anträge zur
Planfeststellung der Vorhabenträgerin durch das Eisenbahnbundesamt für die
einzelnen Abschnitte der Hinterlandanbindung im Zuge der Festen
Fehmarnbeltquerung sowie der S4 Ost in Hamburg (bitte angeben, wann der
Vorhabenträger für die jeweiligen Planfeststellungsabschnitte die
Planunterlagen eingereicht hat, und wann die Auslegung der Unterlagen begann
bzw. beginnen soll)?
Es wird auf die Anlage verwiesen.
Deutscher Bundestag – 19. Wahlperiode – 15 – Drucksache 19/28570
Gesamtherstellung: H. Heenemann GmbH & Co. KG, Buch- und Offsetdruckerei, Bessemerstraße 83–91, 12103 Berlin,
www.heenemann-druck.de
Vertrieb: Bundesanzeiger Verlag GmbH, Postfach 10 05 34, 50445 Köln, Telefon (02 21) 97 66 83 40, Fax (02 21) 97 66 83 44,
www.betrifft-gesetze.de
ISSN 0722-8333]