[Antwort
der Bundesregierung
auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Nicole Gohlke, Dr. Petra Sitte,
Michel Brandt, weiterer Abgeordneter und der Fraktion DIE LINKE.
– Drucksache 19/30649 –
Rüstungsexporte aus Bayern
V o r b e m e r k u n g d e r F r a g e s t e l l e r
CDU, CSU und SPD haben sich im März 2018 in ihrem Koalitionsvertrag „für
eine restriktive Rüstungsexportpolitik“ ausgesprochen. Doch auch unter der
aktuellen Bundesregierung liegen die Rüstungsexporte auf hohem Niveau. Die
Genehmigungen für Ausfuhren hatten im Jahr 2019 mit 8 Mrd. Euro sogar
einen neuen Höchststand erreicht. Auch an aktive Kriegsparteien liefern
deutsche Unternehmen Rüstungsgüter. Alleine im vergangenen Jahr wurden für
Ägypten militärische Exporte im Wert von rund 752 Mio. Euro erlaubt.
Außerdem an Katar (305 Mio. Euro), in die Vereinigten Arabischen Emirate
(51 Mio. Euro), nach Kuwait (23 Mio. Euro) und in die Türkei (23 Mio. Euro)
(vgl.
https://www.tagesschau.de/inland/ruestungsexporte-deutschland-10
7.html). Selbst an das autoritär regierte Saudi-Arabien wurden trotz eines
Exportstopps noch im Jahr 2019 Ersatzteile und Radarsysteme geliefert. Die
Fraktion DIE LINKE. hat sich wiederholt gegen Rüstungsexporte an Saudi-
Arabien und andere am Jemen-Krieg beteiligte Staaten gewendet (vgl.
Bundestagsdrucksache 19/8965).
Dem selbst formulierten Ziel, eine „zurückhaltende, verantwortungsvolle
Rüstungsexportpolitik“ (vgl.
https://www.bmwi.de/Redaktion/DE/Dossier/ruestun
gsexportkontrolle.html) zu betreiben, wird die Bundesregierung aus Sicht der
Fragesteller keinesfalls gerecht.
Der Freistaat Bayern sowie insbesondere die Landeshauptstadt und auch
sogenannte Waffenstadt München gelten seit der Nazizeit als ein Zentrum der
Rüstungskonzerne und Rüstungsexporteure in Deutschland (vgl.
https://www.abe
ndzeitung-muenchen.de/muenchen/waffenstadt-wie-hiesiges-kriegsmaterial-i
n-die-welt-verschifft-wird-art-480889).
V o r b e m e r k u n g d e r B u n d e s r e g i e r u n g
Die Bundesregierung weist darauf hin, dass Genehmigungen für die Ausfuhr
von Rüstungsgütern nach dem Außenwirtschaftsgesetz (AWG) statistisch für
das Bundesland erfasst werden, in dem die Beantragung der
Ausfuhrgenehmigungen durch den Antragsteller erfolgt. Diese Daten geben daher nicht
notwendigerweise Aufschluss über den tatsächlichen Produktionsstandort oder den tat-
Deutscher Bundestag Drucksache 19/31215
19. Wahlperiode 28.06.2021
Die Antwort wurde namens der Bundesregierung mit Schreiben des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie vom
24. Juni 2021 übermittelt.
Die Drucksache enthält zusätzlich – in kleinerer Schrifttype – den Fragetext.
sächlichen Ausfuhrort der entsprechenden Rüstungsgüter. Die statistische
Erfassung der Rüstungsexportgenehmigungen erfolgt dabei nach dem
Genehmigungsdatum.
1. Wie hoch war nach Kenntnis der Bundesregierung der Anteil der
Rüstungsexporte (inklusive Sammelausfuhren) von in Bayern ansässigen
Antragstellern an den gesamtdeutschen Rüstungsexporten gemäß den
Rüstungsexportberichten 2017 bis 2020 (bitte nach nominalem und
prozentualem Wertanteil in den einzelnen Jahren aufschlüsseln)?
Für sonstige Rüstungsgüter liegen der Bundesregierung Daten zu tatsächlichen
Ausfuhren (Exporten) nicht vor. Die Angaben beziehen sich daher auf erteilte
Ausfuhrgenehmigungen. Hinsichtlich der Werte für das Jahr 2017 wird auf die
Antwort der Bundesregierung zu Frage 1 der Kleinen Anfrage der Fraktion DIE
LINKE. auf Bundestagsdrucksache 19/3340 verwiesen. Die Werte für die Jahre
2018 bis 2020 ergeben sich aus der folgenden Tabelle:
Einzelausfuhrgenehmigungen für Rüstungsgüter
Jahr Gesamtwert in Euro davon Bayern in Euro Prozentanteil
2018 4.824.416.573 1.893.762.769 39,2
2019 8.014.598.102 4.076.286.518 50,9
2020 5.824.238.934 1.139.027.712 19,5
Sammelausfuhrgenehmigungen für Rüstungsgüter
Jahr Gesamtwert in Euro davon Bayern in Euro Prozentanteil
2018 14.465.000 2.435.000 16,8
2019 508.526.938 214.664.002 42,2
2020 402.152.648 47.169.834 11,7
2. Wie hoch war nach Kenntnis der Bundesregierung der Anteil der
exportierten Kriegswaffen (inklusive Sammelausfuhren) von in Bayern
ansässigen Antragstellern an den insgesamt aus Deutschland exportierten
Kriegswaffen gemäß den Rüstungsexportberichten 2017 bis 2020 (bitte
nach nominalem und prozentualem Wertanteil in den einzelnen Jahren
aufschlüsseln)?
In Einklang mit früheren Antworten auf Kleine Anfragen zu Rüstungsexporten
aus Bayern wird nachfolgend auf die erteilten AWG-Genehmigungen für
Kriegswaffenausfuhren abgestellt.
Die folgenden Angaben zu den zur Ausfuhr genehmigten Kriegswaffen sind
wertmäßig bereits in den Angaben der Antwort zu Frage 1 enthalten, da
sämtliche Kriegswaffen auch Rüstungsgüter sind.
Einzelausfuhrgenehmigungen und Meldungen für Kriegswaffennach dem AWG
Jahr Gesamtwert in Euro davon Bayern in Euro Prozentanteil
2017 2.322.221.432 619.352.274 26,7
2018 669.567.913 233.766.504 34,9
2019 2.591.731.755 1.633.595.390 63,0
2020 2.644.449.942 262.865.540 9,9
Sammelausfuhrgenehmigungen für Kriegswaffen nach dem AWG
Jahr Gesamtwert in Euro davon Bayern in Euro Prozentanteil
2017 0 0 -
2018 0 0 -
2019 17.919.448 0 -
2020 0 0 -
3. Welche Kriegswaffen (inklusive Sammelausfuhren) von in Bayern
ansässigen Antragstellern wurden dabei nach Kenntnis der Bundesregierung in
welcher Stückzahl gemäß der einschlägigen Kriegswaffenlistennummern
jeweils exportiert (bitte vollständig auflisten)?
In Einklang mit früheren Antworten auf Kleine Anfragen zu Rüstungsexporten
aus Bayern wird nachfolgend auf die erteilten AWG-Genehmigungen für
Kriegswaffenausfuhren abgestellt.
In Bezug auf Sammelausfuhrgenehmigungen wird auf die Antwort der
Bundesregierung zu Frage 3a der Kleinen Anfrage der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE
GRÜNEN auf Bundestagsdrucksache 18/9875 und ergänzend auf die Antwort
zu Frage 2 verwiesen.
Jahr 2017 – Kriegswaffengenehmigungen
Kriegswaffenlistennummer und Güterbeschreibung Stückzahl
10 – Startanlagen für gelenkte Flugkörper 159
25 – Sonstige gepanzerte Kampffahrzeuge 138
29A – Maschinengewehre 54
29C – Vollautomatische Gewehre 1.000
31 – Kanonen, Haubitzen, Mörser 767
32 – Maschinenkanonen 56
34 – Rohre für Waffen d. KWL 29, 31 und 32 141
35 – Verschlüsse f.d. Waffen d. KWL 29, 31 und 32 101
50 – Munition f.d. Waffen d. KWL 29 2.722.260
55 – Treibladungen f.d. Waffen d. KWL 49 und 52 793
56 – Gefechtsköpfe f.d. Waffen d. KWL 7 – 9 und 40 530
57 – Zünder für KWL 7-9, 40, 43/4, 46/7, 49, 51-53, 59 2
Jahr 2018 – Kriegswaffengenehmigungen
Kriegswaffenlistennummer und Güterbeschreibung Stückzahl
07 – Lenkflugkörper 465
10 – Startanlagen für gelenkte Flugkörper 56
12 – Triebwerke für gelenkte u. ungelenkte Flugkörper 170
14 – Kampfhubschrauber 4
25 – Sonstige gepanzerte Kampffahrzeuge 9
31 – Kanonen, Haubitzen, Mörser 48
34 – Rohre für Waffen d. KWL 29, 31 und 32 50
35 – Verschlüsse f.d. Waffen d. KWL 29, 31 und 32 72
49 – Munition f.d. Waffen d. KWL 31 und 32 1.280
50 – Munition f.d. Waffen d. KWL 29 8.529.760
55 – Treibladungen f.d. Waffen d. KWL 49 und 52 26.533
56 – Gefechtsköpfe f.d. Waffen d. KWL 7 – 9 und 40 659
58 – Zielsuchk. f.d. Waffen d. KWL 7, 9, 40, 44, 49, 59, 60 15
Jahr 2019 – Kriegswaffengenehmigungen
Kriegswaffenlistennummer und Güterbeschreibung Stückzahl
07 – Lenkflugkörper 219
10 – Startanlagen für gelenkte Flugkörper 96
12 – Triebwerke für gelenkte u. ungelenkte Flugkörper 72
24 – Kampfpanzer 44
25 – Sonstige gepanzerte Kampffahrzeuge 30
27 – Fahrgestelle für Panzer und Kampffahrzeuge 1
31 – Kanonen, Haubitzen, Mörser 68
33 – Gepanzerte Selbstfahrlafetten f. w. d. KWL 31/32 1
50 – Munition f.d. Waffen d. KWL 29 2.154.760
55 – Treibladungen f.d. Waffen d. KWL 49 und 52 8.321
56 – Gefechtsköpfe f.d. Waffen d. KWL 7 – 9 und 40 2.368
58 – Zielsuchk. f.d. Waffen d. KWL 7, 9, 40, 44, 49, 59, 60 4
Jahr 2020 – Kriegswaffengenehmigungen
Kriegswaffenlistennummer und Güterbeschreibung Stückzahl
07 – Lenkflugkörper 919
10 – Startanlagen für gelenkte Flugkörper 31
11 – Startanlagen für ungelenkte Flugkörper 5
12 – Triebwerke für gelenkte u. ungelenkte Flugkörper 54
14 – Kampfhubschrauber 5
25 – Sonstige gepanzerte Kampffahrzeuge 7
28 – Türme für Kampfpanzer 4
32 – Maschinenkanonen 5
34 – Rohre für Waffen d. KWL 29, 31 und 32 2
35 – Verschlüsse f.d. Waffen d. KWL 29, 31 und 32 7
50 – Munition f.d. Waffen d. KWL 29 541.660
55 – Treibladungen f.d. Waffen d. KWL 49 und 52 2.400
56 – Gefechtsköpfe f.d. Waffen d. KWL 7 – 9 und 40 1.741
57 – Zünder für KWL 7-9, 40, 43/4, 46/7, 49, 51-53, 59 38
58 – Zielsuchk. f.d. Waffen d. KWL 7, 9, 40, 44, 49, 59, 60 93
4. In welche Länder wurden nach Kenntnis der Bundesregierung die von in
Bayern ansässigen Antragstellern exportierten Kriegswaffen (inklusive
Sammelausfuhren) geliefert, bezogen auf die jeweiligen Ländergruppen
„EU-Länder“, „NATO- und gleichgestellte Länder“ und „Drittländer“
(bitte nach nominalem und prozentualem Wertanteil in den einzelnen
Jahren aufschlüsseln)?
Nachfolgend werden die fragegegenständlichen Bestimmungsländer dargestellt.
In Bezug auf Sammelausfuhrgenehmigungen wird auf die Antwort der
Bundesregierung zu der Frage 3b der Kleinen Anfrage der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE
GRÜNEN auf Bundestagsdrucksache 18/9875 und ergänzend auf die Antwort
zu Frage 2 verwiesen.
Einzelgenehmigungen und Meldungen für Kriegswaffen nach dem AWG
Jahr EU-Länder in
Euro
NATO- und
NATO-
gleichgestellte
Länder in Euro
Drittländer
in Euro
Gesamtwert
in Euro
2017 564.139.751 52.453.485 2.759.038 619.352.274
91,1 Prozent 8,5 Prozent 0,4 Prozent
2018 102.508.932 6.889.276 124.368.296 233.766.504
43,9 Prozent 2,9 Prozent 53,2 Prozent
2019 1.237.493.704 124.234.631 271.867.055 1.633.595.390
75,8 Prozent 7,6 Prozent 16,6 Prozent
2020 239.510.488 3.880.447 19.474.605 262.865.540
91,1 Prozent 1,5 Prozent 7,4 Prozent
5. Welche Kriegswaffen (inklusive Sammelausfuhren) aus Bayern wurden
nach Kenntnis der Bundesregierung zwischen 2017 und 2020 an welche
Drittstaaten geliefert (bitte nach Jahr, Empfängerland und
Kriegswaffenlistennummer aufschlüsseln), und wie hoch war jeweils deren Wert?
In Einklang mit früheren Antworten auf Kleine Anfragen zu Rüstungsexporten
aus Bayern wird nachfolgend auf die erteilten AWG-Genehmigungen für
Kriegswaffenausfuhren abgestellt.
In Bezug auf Sammelausfuhrgenehmigungen wird auf die Antwort der
Bundesregierung zu Frage 6 der Kleinen Anfrage der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE
GRÜNEN auf Bundestagsdrucksache 18/13166 und ergänzend auf die Antwort
zu Frage 2 verwiesen.
Jahr Land Kriegswaffennummer
und Güterbeschreibung
Wert in Euro
2017 Botsuana
56 – Gefechtsköpfe f.d. Waffen
d. KWL 7 – 9 und 40
70.754
Georgien
56 – Gefechtsköpfe f.d. Waffen
d. KWL 7 – 9 und 40
68.673
Oman
29C – Vollautomatische Gewehre 859.339
34 – Rohre für Waffen d. KWL
29, 31 und 32
15.792
35 – Verschlüsse f.d. Waffen d.
KWL 29, 31 und 32
1.479
Republik Korea
50 – Munition f.d. Waffen d.
KWL 29
41.001
Vereinigte
Arabische Emirate
56 – Gefechtsköpfe f.d. Waffen
d. KWL 7 – 9 und 40
1.702.000
Jahr Land Kriegswaffennummer
und Güterbeschreibung
Wert in Euro
2018 Brasilien
34 – Rohre für Waffen d. KWL
29, 31 und 32
750.000
35 – Verschlüsse f.d. Waffen d.
KWL 29, 31 und 32
1.080.000
Katar
12 – Triebwerke für gelenkte u.
ungelenkte Flugkörper
40.111.840
25 – Sonstige gepanzerte
Kampffahrzeuge
12.600.000
49 – Munition f.d. Waffen d.
KWL 31 und 32
102.400
56 – Gefechtsköpfe f.d. Waffen
d. KWL 7 – 9 und 40
4.029.000
Oman
56 – Gefechtsköpfe f.d. Waffen
d. KWL 7 – 9 und 40
108.212
Serbien
14 – Kampfhubschrauber 64.543.713
Südafrika
55 – Treibladungen f.d. Waffen
d. KWL 49 und 52
63.915
Thailand
56 – Gefechtsköpfe f.d. Waffen
d. KWL 7 – 9 und 40
244.804
Vereinigte
Arabische Emirate
56 – Gefechtsköpfe f.d. Waffen
d. KWL 7 – 9 und 40
734.412
Jahr Land Kriegswaffennummer
und Güterbeschreibung
Wert in Euro
2019 Chile
56 – Gefechtsköpfe f.d. Waffen
d. KWL 7 – 9 und 40
235.131
Indien
12 – Triebwerke für gelenkte u.
ungelenkte Flugkörper
23.473.187
56 – Gefechtsköpfe f.d. Waffen
d. KWL 7 – 9 und 40
2.498.075
Indonesien
56 – Gefechtsköpfe f.d. Waffen
d. KWL 7 – 9 und 40
8.324
Katar
Jahr Land Kriegswaffennummer
und Güterbeschreibung
Wert in Euro
10 – Startanlagen für gelenkte
Flugkörper
47.800.000
25 – Sonstige gepanzerte
Kampffahrzeuge
33.135.786
56 – Gefechtsköpfe f.d. Waffen
d. KWL 7 – 9 und 40
2.550.666
Malaysia
56 – Gefechtsköpfe f.d. Waffen
d. KWL 7 – 9 und 40
4.567.038
Oman
56 – Gefechtsköpfe f.d. Waffen
d. KWL 7 – 9 und 40
4.548
Republik Korea
07 – Lenkflugkörper 157.500.000
Südafrika
55 – Treibladungen f.d. Waffen
d. KWL 49 und 52
94.300
Jahr Land Kriegswaffennummer
und Güterbeschreibung
Wert in Euro
2020 Katar
35 – Verschlüsse f.d. Waffen d.
KWL 29, 31 und 32
1
56 – Gefechtsköpfe f.d. Waffen
d. KWL 7 – 9 und 40
18.219.000
Marokko
56 – Gefechtsköpfe f.d. Waffen
d. KWL 7 – 9 und 40
69.900
Oman
56 – Gefechtsköpfe f.d. Waffen
d. KWL 7 – 9 und 40
231.634
Philippinen
56 – Gefechtsköpfe f.d. Waffen
d. KWL 7 – 9 und 40
39.610
Senegal
56 – Gefechtsköpfe f.d. Waffen
d. KWL 7 – 9 und 40
27.960
Serbien
56 – Gefechtsköpfe f.d. Waffen
d. KWL 7 – 9 und 40
116.500
Südafrika
55 – Treibladungen f.d. Waffen
d. KWL 49 und 52
770.000
6. Welche Rüstungsgüter – mit Ausnahmen von Kriegswaffen – (inklusive
Sammelausfuhren) wurden nach Kenntnis der Bundesregierung im
Zeitraum von 2017 bis 2020 schwerpunktmäßig von in Bayern ansässigen
Antragstellern ausgeführt?
Für sonstige Rüstungsgüter liegen der Bundesregierung Daten zu tatsächlichen
Ausfuhren (Exporten) nicht vor. Die Angaben beziehen sich daher auf erteilte
Ausfuhrgenehmigungen.
In Bezug auf Sammelausfuhrgenehmigungen wird auf die Antwort der
Bundesregierung zu Frage 4 der Kleinen Anfrage der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE
GRÜNEN auf Bundestagsdrucksache 18/9875 und ergänzend auf die Antwort
zu Frage 2 verwiesen.
Genehmigungsschwerpunkte Sonstige Rüstungsgüter pro Jahr (jeweils die drei
Ausfuhrlistenpositionen mit den höchsten Werten)
Jahr AL-Position Wert in Euro
2017 Gesamt 1.416.307.675
davon A0006 558.023.245
davon A0011 164.362.023
davon A0010 155.652.165
2018 Gesamt 1.659.996.265
davon A0006 734.603.751
davon A0005 305.659.426
davon A0011 157.121.855
2019 Gesamt 2.442.691.128
davon A0006 898.729.321
davon A0011 364.782.576
davon A0017 229.206.072
2020 Gesamt 876.162.172
davon A0011 157.412.711
davon A0006 133.053.421
davon A0010 131.514.248
a) Wie hoch war der jeweilige Anteil der Ausfuhren in „EU-Länder“,
„NATO- und gleichgestellte Länder (bitte nach Jahren aufschlüsseln)?
Sonstige Rüstungsgüter
Jahr Gesamtwert
in Euro
EU-Länder in
Euro
Prozentanteil NATO- und NATO-
gleichgestellte Länder
in Euro
Prozentanteil
2017 1.416.307.675 295.022.798 20,8 317.139.534 22,4
2018 1.659.996.265 261.975.483 15,8 240.752.709 14,5
2019 2.442.691.128 898.027.022 36,8 380.781.949 15,6
2020 876.162.172 319.936.796 36,5 215.692.632 24,6
b) Wie hoch war der jeweilige Anteil der Ausfuhren in Drittstaaten (bitte
nach Jahren aufschlüsseln)?
Sonstige Rüstungsgüter
Jahr Gesamtwert in Euro Drittländer in Euro Prozentanteil
2017 1.416.307.675 804.145.343 56,8
2018 1.659.996.265 1.157.268.073 69,7
2019 2.442.691.128 1.163.882.157 47,6
2020 876.162.172 340.532.744 38,9
c) Welche der Rüstungsgüter gingen an welche Drittstaaten (bitte nach
Empfängerland, Rüstungsgut und Jahr aufschlüsseln)?
Jahr 2017 ��� Sonstige Rüstungsgüter
Land AL-Positionen
Afghanistan A0004, A0011
Ägypten A0004, A0010, A0011, A0021, A0022
Algerien A0001, A0004, A0005, A0006, A0011, A0018,
A0021, A0022
Andorra A0003
Äquatorialguinea A0006
Argentinien A0001, A0011
Bahrain A0005, A0021
Brasilien A0006, A0009, A0010, A0011, A0014, A0021,
A0022
Brunei Darussalam A0011
Burkina Faso A0007
Chile A0001, A0003, A0004, A0006, A0009, A0011,
A0014, A0021, A0022
Dem. Volksrep. Laos A0001
Georgien A0001
Indien A0001, A0003, A0004, A0005, A0006, A0009,
A0010, A0011, A0013, A0017, A0018, A0021,
A0022
Indonesien A0003, A0009, A0010, A0011, A0018, A0021,
A0022
Irak A0004, A0017
Israel A0001, A0002, A0004, A0005, A0006, A0009,
A0010, A0011, A0017, A0018, A0021, A0022
Jordanien A0001, A0011, A0014, A0018, A0021, A0022
Kasachstan A0010
Katar A0004, A0005, A0010, A0017
Kenia A0010
Kolumbien A0005, A0010, A0011, A0021
Kuwait A0001, A0005, A0010, A0011, A0017, A0021
Libanon A0006
Libyen A0006
Malaysia A0006, A0007, A0009, A0011, A0021
Mali A0004, A0007, A0010, A0011, A0021
Marokko A0003, A0004, A0010, A0011, A0021
Mauretanien A0007
Mauritius A0001
Land AL-Positionen
Mazedonien ehem.
Jugosl. Rep
A0001
Mexiko A0008, A0010, A0011, A0021
Mongolei A0003
Namibia A0001
Niger A0007
Oman A0001, A0003, A0010, A0011, A0021, A0022
Pakistan A0006, A0010, A0011, A0021, A0022
Papua-Neuguinea A0010
Peru A0001, A0006, A0018
Philippinen A0005, A0010
Republik Korea A0001, A0002, A0003, A0004, A0005, A0006,
A0009, A0010, A0011, A0017, A0018, A0021,
A0022
Sambia A0003
Saudi-Arabien A0005, A0006, A0010, A0011, A0017, A0021,
A0022
Serbien A0001, A0003, A0021, A0022
Singapur A0003, A0005, A0006, A0009, A0010, A0011,
A0015, A0017, A0018, A0021, A0022
Sri Lanka A0001
Südafrika A0001, A0002, A0003, A0010, A0018, A0021
Taiwan A0001
Thailand A0004, A0007, A0010, A0011, A0021, A0022
Tschad A0007
Tunesien A0004, A0007
Turkmenistan A0011, A0021
Uganda A0003
Ukraine A0001, A0006
Vereinigte Arabische
Emirate
A0001, A0003, A0005, A0006, A0010, A0011,
A0021, A0022
Vietnam A0011, A0021
Volksrepublik China A0008
Jahr 2018 – Sonstige Rüstungsgüter
Land AL-Positionen
Afghanistan A0011, A0021
Ägypten A0004, A0005, A0010, A0011, A0021
Algerien A0006, A0009, A0010, A0011, A0018, A0021,
A0022
Andorra A0003
Argentinien A0001, A0011, A0018, A0021, A0022
Bahrain A0011, A0013, A0022
Bangladesch A0014, A0022
Bosnien u.
Herzegowina
A0001, A0003
Botsuana A0005, A0006
Brasilien A0004, A0006, A0009, A0010, A0011, A0021,
A0022
Chile A0001, A0004, A0005, A0011
Ecuador A0005
Land AL-Positionen
Indien A0001, A0003, A0004, A0005, A0006, A0009,
A0010, A0011, A0015, A0017, A0018, A0021,
A0022
Indonesien A0003, A0004, A0005, A0006, A0009, A0010,
A0011, A0015, A0021, A0022
Irak A0006, A0011, A0021
Israel A0004, A0005, A0006, A0009, A0010, A0011,
A0016, A0017, A0018, A0022
Jordanien A0001, A0005, A0014, A0022
Kap Verde A0001
Katar A0001, A0004, A0005, A0006, A0010, A0011,
A0013, A0014, A0022
Kolumbien A0009, A0010, A0011, A0021
Kosovo A0001
Kuwait A0001, A0005, A0010, A0011
Libanon A0011, A0021
Malaysia A0009, A0011, A0021, A0022
Mali A0010
Marokko A0003, A0005, A0021
Mauritius A0003
Mazedonien ehem.
Jugosl. Rep
A0003
Mexiko A0008, A0010
Namibia A0001
Nigeria A0006, A0010, A0011
Oman A0001, A0002, A0003, A0004, A0006, A0010,
A0014, A0016, A0018, A0021
Pakistan A0003, A0004, A0006, A0010, A0011, A0021,
A0022
Peru A0003, A0009
Philippinen A0005
Republik Korea A0002, A0003, A0004, A0005, A0006, A0008,
A0009, A0010, A0011, A0018, A0021, A0022
Ruanda A0004
Sambia A0001, A0003, A0004
Saudi-Arabien A0005, A0006, A0014
Serbien A0010, A0022
Singapur A0001, A0003, A0006, A0010, A0011, A0015,
A0017, A0021, A0022
Somalia A0004
Südafrika A0001, A0002, A0004, A0009, A0018
Taiwan A0003, A0007, A0009, A0018, A0021, A0022
Thailand A0002, A0003, A0004, A0011, A0021, A0022
Tunesien A0004
Turkmenistan A0010, A0021
Ukraine A0003, A0011, A0017, A0021
Uruguay A0011
Vereinigte Arabische
Emirate
A0001, A0003, A0004, A0011, A0017, A0021,
A0022
Vietnam A0005
Volksrepublik China A0008
Jahr 2019 – Sonstige Rüstungsgüter
Land AL-Positionen
Afghanistan A0004, A0011, A0021
Ägypten A0003, A0011, A0018, A0021
Algerien A0001, A0006, A0011, A0016, A0018, A0022
Andorra A0003
Argentinien A0001, A0018
Bahrain A0011, A0021
Bangladesch A0010, A0011, A0015, A0022
Bosnien U.
Herzegowina
A0003
Botsuana A0001
Brasilien A0004, A0006, A0008, A0009, A0010, A0011,
A0013, A0018, A0021, A0022
Brunei (Darussalam) A0011
Chile A0001, A0003, A0004, A0006, A0009, A0011,
A0021
Ecuador A0011, A0021
Georgien A0001
Indien A0001, A0003, A0004, A0005, A0006, A0009,
A0010, A0011, A0013, A0015, A0017, A0018,
A0021, A0022
Indonesien A0001, A0005, A0009, A0011, A0017, A0018,
A0021
Irak A0021, A0022
Israel A0003, A0005, A0006, A0008, A0009, A0011,
A0017, A0018, A0021, A0022
Jordanien A0001, A0014, A0021, A0022
Katar A0003, A0004, A0005, A0006, A0010, A0011,
A0013, A0014, A0021, A0022
Kenia A0004, A0010, A0015
Kirgisistan A0001
Kolumbien A0010, A0011, A0021
Kuwait A0001, A0003, A0005, A0010, A0011, A0014,
A0017, A0021, A0022
Libanon A0005
Malaysia A0004, A0005, A0006, A0009, A0011, A0021
Mali A0004
Marokko A0002, A0003, A0010, A0021
Mauritius A0003
Mexiko A0008, A0010, A0013
Mongolei A0001, A0003
Namibia A0001, A0018
Nordmazedonien A0003
Oman A0001, A0003, A0004, A0005, A0006, A0010,
A0011, A0014, A0021
Pakistan A0002, A0003, A0005, A0011, A0018, A0021,
A0022
Philippinen A0011, A0021
Plurinationaler Staat
Bolivien
A0001
Republik Korea A0002, A0003, A0004, A0005, A0006, A0007,
A0009, A0010, A0011, A0017, A0018, A0021,
A0022
Land AL-Positionen
Sambia A0001, A0003
Serbien A0003, A0004, A0011, A0021, A0022
Singapur A0003, A0005, A0006, A0011, A0016, A0018,
A0021, A0022
Südafrika A0003, A0004, A0018, A0021, A0022
Taiwan A0001, A0018, A0022
Thailand A0003, A0004, A0009, A0010, A0011, A0021,
A0022
Turkmenistan A0011, A0021
Ukraine A0008, A0011, A0017, A0021
Vatikanstadt A0003
Vereinigte Arabische
Emirate
A0001, A0003, A0004, A0005, A0006, A0010,
A0011, A0017, A0018, A0021, A0022
Vereinigte Rep.
Tansania
A0004
Vietnam A0007, A0011, A0021
Volksrepublik China A0008
Jahr 2020 – Sonstige Rüstungsgüter
Land AL-Positionen
Afghanistan A0011, A0021
Ägypten A0003, A0004, A0009, A0010, A0011, A0018
Algerien A0001, A0009
Andorra A0003
Angola A0010
Äthiopien A0006
Bahrain A0005, A0010
Bangladesch A0010
Benin A0005
Botsuana A0004
Brasilien A0004, A0006, A0009, A0010, A0011, A0018,
A0021, A0022
Chile A0001, A0003, A0006, A0009, A0011, A0018,
A0021
Gabun A0010
Georgien A0001
Indien A0001, A0004, A0005, A0006, A0009, A0010,
A0011, A0018, A0021, A0022
Indonesien A0001, A0003, A0004, A0009, A0010, A0011,
A0014, A0017, A0021, A0022
Irak A0011
Israel A0001, A0003, A0004, A0005, A0006, A0009,
A0017, A0018, A0021, A0022
Kap Verde A0001
Kasachstan A0001, A0005, A0010, A0011
Katar A0002, A0004, A0005, A0006, A0010, A0011,
A0013, A0014, A0021, A0022
Kolumbien A0005, A0011, A0021
Kosovo A0001
Kuwait A0001, A0005, A0010, A0017, A0018, A0022
Malaysia A0001, A0006, A0011
Marokko A0004, A0010, A0011, A0021
Mauritius A0003, A0010
Land AL-Positionen
Mexiko A0010
Nepal A0005
Nigeria A0010, A0011, A0021
Oman A0001, A0003, A0005, A0006, A0010, A0014,
A0021
Pakistan A0003, A0005, A0006, A0010, A0011, A0021
Paraguay A0001
Peru A0001, A0009, A0011, A0018, A0021, A0022
Philippinen A0011, A0021
Republik Korea A0002, A0003, A0004, A0005, A0006, A0009,
A0010, A0011, A0014, A0017, A0018, A0021,
A0022
Sambia A0001
Saudi-Arabien A0010, A0011, A0021
Serbien A0001, A0003
Singapur A0003, A0004, A0005, A0006, A0010, A0011,
A0015, A0018, A0021, A0022
Somalia A0004
Sri Lanka A0009
Südafrika A0001, A0002, A0003, A0004, A0011, A0015,
A0018, A0022
Taiwan A0003, A0011, A0016, A0022
Thailand A0002, A0003, A0011, A0021, A0022
Tunesien A0007
Turkmenistan A0010, A0011, A0021
Uganda A0007
Ukraine A0001, A0011, A0017, A0021
Uruguay A0011
Vatikanstadt A0003
Vereinigte Arabische
Emirate
A0001, A0002, A0003, A0004, A0005, A0006,
A0010, A0011, A0014, A0018, A0021, A0022
Vietnam A0011, A0021
Volksrepublik China A0008
7. Welche Unternehmen aus Bayern haben nach Kenntnis der
Bundesregierung von 2017 bis 2020 Rüstungsgüter in Drittstaaten exportiert, und
welche weiteren Unternehmen haben für diesen Zeitraum
Rüstungsexporte in Drittstaaten beantragt?
Die Bundesregierung ist nach sorgfältiger Abwägung zu der Auffassung
gelangt, dass zur Wahrung von Staatswohlinteressen eine Beantwortung der Frage
7 nicht in offener Form erfolgen kann. Die Auflistung sämtlicher Unternehmen
mit Sitz in Bayern, die im fragegegenständlichen Zeitraum eine Genehmigung
für die Ausfuhr von Rüstungsgütern erhalten haben, stellt eine sehr sensible
Information dar. Eine entsprechende Auflistung sämtlicher mit Exporten von
Rüstungsgütern befassten Unternehmen gibt einen umfassenden Überblick über
die Unternehmenslandschaft eines Bereiches, der für die Bereitstellung
wehrtechnischer Schlüsseltechnologien für die Bundesrepublik mitverantwortlich
zeichnet. Dieses detaillierte Informationsbild zum Kreis der im
Rüstungsbereich tätigen Unternehmen ist unter Sicherheitsaspekten schutzwürdig. Die
entsprechenden Informationen sind daher als „VS – Nur für den Dienstgebrauch“
eingestuft und in der Anlage zu dieser Antwort enthalten.*
Die Bundesregierung unterrichtet nach den Feststellungen des
Bundesverfassungsgerichts in seinem Urteil vom 21. Oktober 2014 (BVerfGE 137, 185) für
den Bereich der Rüstungsexportkontrolle über abschließende positive
Genehmigungsentscheidungen sowie die Eckdaten von genehmigten
Ausfuhrvorhaben. Die Bundesregierung sieht gemäß dem Urteil von weitergehenden
Auskünften ab.
8. Welche Unternehmen aus Bayern haben nach Kenntnis der
Bundesregierung von 2017 bis 2020 Kriegswaffen in Drittstaaten exportiert, und
welche weiteren Unternehmen haben für diesen Zeitraum
Kriegswaffenexporte in Drittstaaten beantragt?
Die Bundesregierung ist nach sorgfältiger Abwägung zu der Auffassung
gelangt, dass zur Wahrung von Staatswohlinteressen eine Beantwortung der Frage
8 nicht in offener Form erfolgen kann. Die Auflistung sämtlicher Unternehmen
mit Sitz in Bayern, die im fragegegenständlichen Zeitraum eine Genehmigung
für die Ausfuhr von Kriegswaffen erhalten haben, stellt eine sehr sensible
Information dar. Eine entsprechende Auflistung sämtlicher mit Exporten von
Kriegswaffen befassten Unternehmen gibt einen umfassenden Überblick über
die Unternehmenslandschaft eines Bereiches, der für die Bereitstellung
wehrtechnischer Schlüsseltechnologien für die Bundesrepublik mitverantwortlich
zeichnet. Dieses detaillierte Informationsbild zum Kreis der im
Rüstungsbereich tätigen Unternehmen ist unter Sicherheitsaspekten schutzwürdig. Die
entsprechenden Informationen sind daher als „VS – Nur für den Dienstgebrauch“
eingestuft und in der Anlage zu dieser Antwort enthalten.*
Die Bundesregierung unterrichtet nach den Feststellungen des
Bundesverfassungsgerichts in seinem Urteil vom 21. Oktober 2014 (BVerfGE 137, 185) für
den Bereich der Rüstungsexportkontrolle über abschließende positive
Genehmigungsentscheidungen sowie die Eckdaten von genehmigten
Ausfuhrvorhaben. Die Bundesregierung sieht gemäß dem Urteil von weitergehenden
Auskünften ab.
9. In welcher Weise stellt die Bundesregierung sicher, dass Lieferungen
bayerischer Rüstungsunternehmen nicht im Jemen-Konflikt zum Einsatz
kommen, und wie wird dies kontrolliert?
Die Bundesregierung verfolgt eine restriktive und verantwortungsvolle
Rüstungsexportpolitik. Über die Erteilung von Genehmigungen für
Rüstungsexporte entscheidet die Bundesregierung im Einzelfall und im Lichte der jeweiligen
Situation nach sorgfältiger Prüfung unter Einbeziehung außen- und
sicherheitspolitischer Erwägungen. Grundlage hierfür sind die rechtlichen Vorgaben des
Gesetzes über die Kontrolle von Kriegswaffen, des Außenwirtschaftsgesetzes,
der Außenwirtschaftsverordnung, des „Gemeinsamen Standpunkts des Rates
der Europäischen Union vom 8. Dezember 2008 betreffend gemeinsame
Regeln für die Kontrolle der Ausfuhr von Militärtechnologie und Militärgütern“ in
der Fassung des Ratsbeschlusses vom 16. September 2019 und des Vertrags
über den Waffenhandel („Arms Trade Treaty“) sowie die „Politischen
Grundsätze der Bundesregierung für den Export von Kriegswaffen und sonstigen
Rüstungsgütern“ aus dem Jahr 2000 in der Fassung vom 26. Juni 2019. Die Be-
* Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie hat die Antwort als „VS – Nur für den Dienstgebrauch“ eingestuft.
Die Antwort ist im Parlamentssekretariat des Deutschen Bundestages hinterlegt und kann dort von Berechtigten
eingesehen werden.
achtung der Endverwendung spielt zum Zeitpunkt der Entscheidungsfindung
eine hervorgehobene Rolle. Dazu zählt auch die in der Frage genannte
Betrachtung.
10. Bei welchen Rüstungsexporten aus Bayern der vergangenen zehn Jahre
ist die Bundesregierung das Risiko einer Schadensersatzforderung bzw.
Schadensersatzklage eingegangen und hat die entsprechenden
Genehmigungen bzw. positiv beschiedenen Voranfragen widerrufen (bitte alle
Fälle vollständig auflisten)?
a) Aus welchen Gründen hat die Bundesregierung diese jeweils
widerrufen?
b) In welcher Höhe wurden jeweils Schadensersatzforderung an die
Bundesregierung gerichtet?
c) Welche Schadensersatzforderungen wurden jeweils gerichtlich
entschieden?
d) Welche Schadensersatzleistungen wurden jeweils in welcher Höhe
geleistet?
Die Fragen 10 bis 10d werden gemeinsam beantwortet.
Die Bundesregierung unterrichtet nach den Feststellungen des
Bundesverfassungsgerichts in seinem Urteil vom 21. Oktober 2014 (BVerfGE 137, 185) für
den Bereich der Rüstungsexportkontrolle über abschließende positive
Genehmigungsentscheidungen sowie die Eckdaten von genehmigten
Ausfuhrvorhaben. Die Bundesregierung sieht gemäß dem Urteil von weitergehenden
Auskünften ab.
11. Für welche weiteren Rüstungsexporte von Unternehmen aus Bayern in
Drittstaaten liegt nach Kenntnis der Bundesregierung eine positiv
beschiedene Voranfrage vor?
a) Wann wurden die Voranfragen positiv beschieden (bitte Datum
angeben)?
b) Wann rechnet die Bundesregierung mit der formalen Antragstellung
oder dem Export?
c) Inwiefern wurden bereits Einschränkungen der Verwendung oder
Weitergabe vereinbart?
Die Fragen 11 bis 11c werden gemeinsam beantwortet.
Die Bundesregierung unterrichtet nach den Feststellungen des
Bundesverfassungsgerichts in seinem Urteil vom 21. Oktober 2014 (BVerfGE 137, 185) für
den Bereich der Rüstungsexportkontrolle über abschließende positive
Genehmigungsentscheidungen sowie die Eckdaten von genehmigten
Ausfuhrvorhaben. Die Bundesregierung sieht gemäß dem Urteil von weitergehenden
Auskünften ab.
12. Wie viele Menschen in Bayern arbeiten nach Kenntnis der
Bundesregierung in der Rüstungsindustrie, und wie hat sich die Zahl in den letzten
zehn Jahren verändert (bitte nominal und prozentual zu den in
Deutschland bestehenden Beschäftigungen in der Rüstungsindustrie angeben)?
Zu der konkreten Anzahl von in Bayern Beschäftigten, die Unternehmen der
Sicherheits- und Verteidigungsindustrie zugerechnet werden können, liegen der
Bundesregierung keine Daten vor. Die Bundesregierung erhebt keine eigenen
empirischen Daten im Sinne der Fragestellung. Auf die Antwort der
Bundesregierung zu Frage 19 der Kleinen Anfrage der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE
GRÜNEN auf Bundestagsdrucksache 18/9875 wird verwiesen.
13. Welchen Anteil am Bruttoinlandsprodukt des Freistaats Bayern haben die
Rüstungsexporte jeweils von 2017 bis 2020 aus diesem Bundesland nach
Kenntnis der Bundesregierung (bitte nach Jahren aufschlüsseln)?
Für sonstige Rüstungsgüter liegen der Bundesregierung Daten zu tatsächlichen
Ausfuhren (Exporten) nicht vor. Der Wert der tatsächlichen Ausfuhren von
Kriegswaffen wird durch das Statistische Bundesamt erhoben. Dazu verwendet
das Statistische Bundesamt Anmeldungen von Unternehmen zur
Außenhandelsstatistik (Zoll- und Intrastat-Anmeldungen). Es ist davon auszugehen, dass
diese Anmeldungen – z. B. im Zusammenhang mit der Lieferung von
Materialpaketen – auch Waren umfassen, denen keine Kriegswaffeneigenschaft
zukommt. Die deutsche Außenhandelsstatistik nach Bundesländern wird auf
Grundlage des Ursprungsbundeslands der tatsachlichen Ausfuhren bzw. des
Bestimmungsbundeslandes der tatsächlichen Einfuhren erhoben, nicht aber
nach dem Sitz des ausführenden bzw. einführenden Unternehmens. Ausfuhren
eines Unternehmens mit Hauptsitz im Freistaat Bayern sind somit nicht
zwangsläufig in der bayerischen Außenhandelsstatistik enthalten,
beispielsweise falls das Unternehmen in einem anderen Bundesland ein Zweigwerk
betreibt, in dem die ausgeführten Waren hergestellt wurden. Dieses andere
Bundesland ist dann das Ursprungsbundesland der Waren. Aus diesem Grund ist es
auch nicht möglich, zu überprüfen, ob ein bestimmtes, ausführendes
Unternehmen mit einem bestimmten Ausfuhrvorgang zum Bruttoinlandsprodukt des
Freistaats Bayerns oder eines anderen Bundeslands beiträgt.
Jahr
Bruttoinlandsprodukt Bayern in Mio. Euro
(in jeweiligen Preisen)
Anteil der Ausfuhren von Kriegswaffen aus
Bayern am Bruttoinlandsprodukt
2017 604.480,472 0,06 Prozent
2018 618.431,713 0,01 Prozent
2019 636.223,386 0,03 Prozent
2020 610.217,341 0,06 Prozent
Gesamtherstellung: H. Heenemann GmbH & Co. KG, Buch- und Offsetdruckerei, Bessemerstraße 83–91, 12103 Berlin,
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ISSN 0722-8333]