Berufspendler in Bayern
der Abgeordneten Nicole Gohlke, Dr. Petra Sitte, Simone Barrientos, Klaus Ernst, Susanne Ferschl, Sylvia Gabelmann, Dr. Gesine Lötzsch, Victor Perli und der Fraktion DIE LINKE.
Vorbemerkung
In Deutschland bringen Pendlerinnen und Pendler immer mehr Zeit für den Weg zur Arbeit auf. Im Jahr 2016 benötigte mehr als jeder vierte Erwerbstätige etwa 30 Minuten oder länger. Mit steigender Tendenz, denn Anfang der 1990er-Jahre musste nur jeder fünfte eine so lange Anfahrt bestreiten. Auch die Entfernungen zwischen Wohnort und Arbeit nehmen zu. Der Anteil der Beschäftigten mit einem Arbeitsweg von mindestens 25 Kilometern ist von 11 Prozent im Jahr 1991 auf 18 Prozent im Jahr 2016 angestiegen. Die Folge sind vor allem in den Ballungszentren zunehmende Staus und Überlastungen des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV). Ein Grund für die zunehmende Mobilität sind u. a. steigende Mieten und ein angespannter Wohnungsmarkt an den Arbeitsorten. (vgl. https://www.bib.bund.de/Publikation/2018/pdf/Policy-Brief-Pendelmobitaet-in-Deutschland.pdf). Auch in Bayern arbeiten viele Beschäftigte nicht an ihrem Wohnort, sondern pendeln zur Arbeitsstelle. Insbesondere in bayerischen Großstädten, aber nicht nur dort, sind die Mieten in den vergangenen Jahren drastisch angestiegen (vgl. Bundestagsdrucksache 19/29951).
Wir fragen die Bundesregierung:
Fragen11
Wie hat sich nach Kenntnis der Bundesregierung seit 1999 die Zahl der Berufspendlerinnen und Berufspendler in Bayern entwickelt (bitte nach Jahren aufschlüsseln)?
Wie hoch ist nach Kenntnis der Bundesregierung die durchschnittliche Entfernung, die Berufspendlerinnen und Berufspendler in Bayern zwischen Wohn- und Arbeitsort zurücklegen müssen?
a) Welche zehn Landkreise und kreisfreien Städte weisen die durchschnittlich höchsten zurückgelegten Entfernungen auf?
b) Welche zehn Landkreise und kreisfreien Städte weisen die durchschnittlich kürzesten zurückgelegten Entfernungen auf?
Wie hoch ist nach Kenntnis der Bundesregierung der durchschnittliche Zeitaufwand, den eine Pendlerin bzw. ein Pendler in Bayern für die einfache Wegstrecke zwischen Wohn- und Arbeitsort zurücklegen muss (bitte den Länderdurchschnitt angeben und nach Bezirken aufschlüsseln)?
a) Welche zehn Landkreise und kreisfreien Städte weisen den durchschnittlich höchsten Zeitaufwand auf?
b) Welche zehn Landkreise und kreisfreien Städte weisen den durchschnittlich geringsten Zeitaufwand auf?
Zu welchem prozentualen Anteil verteilt sich nach Kenntnis der Bundesregierung der Pendlerverkehr in Bayern auf die folgenden Verkehrsmittel:
a) öffentlicher Personennahverkehr,
b) Schienenpersonennahverkehr (SPNV),
c) motorisierte Individualverkehrsmittel (PKW, Motorrad etc.)
d) Fahrrad,
e) ohne Verkehrsmittel (zu Fuß)?
Welches sind nach Kenntnis der Bundesregierung die 20 Landkreise und kreisfreien Städte in Bayern mit der jeweils höchsten Ein- und Auspendlerinnen- bzw. Ein- und Auspendlerquote?
Wie hoch ist nach Kenntnis der Bundesregierung das Medianeinkommen der Berufspendlerinnen und Berufspendler in Bayern, und wie hoch ist das Medianeinkommen der nicht als Berufspendlerinnen und Berufspendler erfassten Beschäftigten in Bayern?
Auf welchen Strecken des Schienenpersonennahverkehrs in Bayern bestehen nach Kenntnis der Bundesregierung die stärksten Pendlerströme (bitte in Fahrgästen pro Tag für die 20 am stärksten frequentierten Verbindungen angeben)?
Welche Abschnitte der Straßen und Autobahnen in Bayern weisen nach Kenntnis der Bundesregierung die höchste Auslastung auf (bitte in Fahrzeugen pro Tag für die 20 am stärksten frequentierten Verbindungen angeben)?
Wie hoch ist nach Kenntnis der Bundesregierung der Anteil der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten an Berufspendlerinnen und Berufspendlern in Bayern?
Welche Gründe geben Berufstätige in Bayern nach Kenntnis der Bundesregierung dafür an, dass sie nicht an ihrem Arbeitsort wohnen?
Wie viele berufsbedingte Umzüge sind nach Kenntnis der Bundesregierung in Bayern seit dem Jahr 2017 zu verzeichnen gewesen (bitte nach Jahren aufschlüsseln)?