[Antwort
der Bundesregierung
auf die Kleine Anfrage der Fraktion der CDU/CSU
– Drucksache 20/1944 –
Digitalstrategie der Bundesregierung
V o r b e m e r k u n g d e r F r a g e s t e l l e r
Die Bundesregierung hat angekündigt noch im zweiten Quartal des Jahres
2022 eine „Digitalstrategie“ zu veröffentlichen, die „wichtige Impulse für den
Bereich der Digitalisierung setzen“ und „vom Bundesministerium für
Digitales und Verkehr (BMDV) federführend betreut“ werden soll (Antwort der
Bundesregierung auf die Kleine Anfrage auf Bundestagsdrucksache 20/1273,
S. 7 f). Diese Digitalstrategie soll laut der Bundesregierung „die
digitalpolitischen Schwerpunkte und Ziele der Bundesregierung in der laufenden
Legislaturperiode deutlich machen“. Einzelne Maßnahmen, die die digitalpolitischen
Schwerpunktsetzungen vorantreiben, sollen von den zuständigen Ressorts in
eigener Verantwortung erarbeitet und umgesetzt werden (Antwort der
Bundesregierung auf die Kleine Anfrage auf Bundestagsdrucksache 20/1273, S. 7 f).
1. Wann plant die Bundesregierung die Veröffentlichung ihrer
abgestimmten Digitalstrategie?
7. Plant die Bundesregierung, die Digitalstrategie im Bundeskabinett zu
verabschieden, und wenn ja, wann?
Die Fragen 1 und 7 werden aufgrund ihres Sachzusammenhangs gemeinsam
beantwortet.
Kabinettbeschluss und Veröffentlichung der Digitalstrategie der
Bundesregierung sind vor der Sommerpause geplant.
2. Gab es bereits Gespräche des Bundesministeriums für Digitales und
Verkehr (BMDV) mit anderen Bundesministerien zur Abstimmung der
Digitalstrategie, und falls ja, welche Bundesministerien waren hieran mit
welchen Referaten beteiligt?
8. Wird das Bundeskanzleramt an der Ausarbeitung der Digitalstrategie
beteiligt, und welche Ziele wird es in die Digitalstrategie der
Bundesregierung einbringen?
Deutscher Bundestag Drucksache 20/2307
20. Wahlperiode 17.06.2022
Die Antwort wurde namens der Bundesregierung mit Schreiben des Bundesministeriums für Digitales und Verkehr vom
16. Juni 2022 übermittelt.
Die Drucksache enthält zusätzlich – in kleinerer Schrifttype – den Fragetext.
9. Wird das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK)
an der Ausarbeitung der Digitalstrategie beteiligt, und welche Ziele wird
es in die Digitalstrategie der Bundesregierung einbringen?
10. Wird das Bundesministerium der Finanzen (BMF) an der Ausarbeitung
der Digitalstrategie beteiligt, und welche Ziele wird es in die
Digitalstrategie der Bundesregierung einbringen?
11. Wird das Bundesministerium des Innern und für Heimat (BMI) an der
Ausarbeitung der Digitalstrategie beteiligt, und welche Ziele wird es in
die Digitalstrategie der Bundesregierung einbringen?
12. Wird das Auswärtige Amt (AA) an der Ausarbeitung der Digitalstrategie
beteiligt, und welche Ziele wird es in die Digitalstrategie der
Bundesregierung einbringen?
13. Wird das Bundesministerium der Justiz (BMJ) an der Ausarbeitung der
Digitalstrategie beteiligt, und welche Ziele wird es in die Digitalstrategie
der Bundesregierung einbringen?
14. Wird das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) an der
Ausarbeitung der Digitalstrategie beteiligt, und welche Ziele wird es in
die Digitalstrategie der Bundesregierung einbringen?
15. Wird das Bundesministerium der Verteidigung (BMVg) an der
Ausarbeitung der Digitalstrategie beteiligt, und welche Ziele wird es in die
Digitalstrategie der Bundesregierung einbringen?
16. Wird das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL)
an der Ausarbeitung der Digitalstrategie beteiligt, und welche Ziele wird
es in die Digitalstrategie der Bundesregierung einbringen?
17. Wird das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend
(BMFSFJ) an der Ausarbeitung der Digitalstrategie beteiligt, und welche
Ziele wird es in die Digitalstrategie der Bundesregierung einbringen?
18. Wird das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) an der
Ausarbeitung der Digitalstrategie beteiligt, und welche Ziele wird es in die
Digitalstrategie der Bundesregierung einbringen?
19. Wird das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare
Sicherheit und Verbraucherschutz (BMUV) an der Ausarbeitung der
Digitalstrategie beteiligt, und welche Ziele wird es in die Digitalstrategie der
Bundesregierung einbringen?
20. Wird das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) an der
Ausarbeitung der Digitalstrategie beteiligt, und welche Ziele wird es in
die Digitalstrategie der Bundesregierung einbringen?
21. Wird das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und
Entwicklung (BMZ) an der Ausarbeitung der Digitalstrategie beteiligt,
und welche Ziele wird es in die Digitalstrategie der Bundesregierung
einbringen?
22. Wird das Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und
Bauwesen (BMWSB) an der Ausarbeitung der Digitalstrategie beteiligt, und
welche Ziele wird es in die Digitalstrategie der Bundesregierung
einbringen?
23. Welche Ziele wird das Bundesministerium für Digitales und Verkehr in
die Digitalstrategie der Bundesregierung einbringen?
24. Wird der Beauftragte der Bundesregierung für die Belange von
Menschen mit Behinderungen an der Ausarbeitung der Digitalstrategie
beteiligt, und welche Ziele wird er in die Digitalstrategie der Bundesregierung
einbringen?
28. Ist der Beauftragte der Bundesregierung für Informationstechnik an der
Ausarbeitung der Digitalstrategie beteiligt?
32. Welche Maßnahmen plant die Bundesregierung im Rahmen der
Digitalstrategie, um den Zugang von Menschen mit Behinderungen zu
barrierefreier Infrastruktur, zu Produkten und Dienstleistungen in allen
Lebensbereichen zu verbessern?
Welche Maßnahmen wird die Bundesregierung insbesondere zur
Umsetzung des Barrierefreiheitsstärkungsgesetzes ergreifen?
35. In welcher Form werden die Erkenntnisse des Medien- und
Kommunikationsbericht der Bundesregierung 2021 in die Digitalstrategie der
Bundesregierung einfließen?
Welche Anreize für neue kooperative Medienplattformen werden durch
die Digitalstrategie der Bundesregierung geschaffen?
36. In welcher Form wird die Bundesregierung internationale Kooperationen
und Partnerschaften in die Erarbeitung der Digitalstrategie einfließen
lassen?
Die Fragen 2, 8 bis 24, 28, 32, 35 und 36 werden aufgrund ihres
Sachzusammenhangs gemeinsam behandelt.
Zur Abstimmung der Digitalstrategie steht das Bundesministerium für Digitales
und Verkehr (BMDV) mit allen Ressorts im Austausch. Gespräche werden in
der Regel zwischen den zuständigen Koordinierungsreferaten geführt, die nach
Bedarf weitere Organisationseinheiten hinzuziehen. Die Maßnahmen der
Digitalstrategie befinden sich in Abstimmung.
3. Hat die Bundesregierung Verbände und/oder andere Interessensvertreter
an der Ausarbeitung der Digitalstrategie beteiligt, und wenn ja, welche?
Das Bundesministerium für Digitales und Verkehr steht regelmäßig mit
Verbänden und Stakeholdern zu Fragen der Digitalisierung im Austausch.
4. Plant die Bundesregierung ein „Digitalbudget“ mit Mitteln zur
Umsetzung der Digitalstrategie im Haushaltsgesetz für das Haushaltsjahr 2023?
5. Wie hoch wird das „Digitalbudget“ nach Einschätzung der
Bundesregierung sein müssen, um die Umsetzung der Ziele der Digitalstrategie zu
gewährleisten?
Die Fragen 4 und 5 werden aufgrund ihres Sachzusammenhangs gemeinsam
beantwortet.
Über die konkrete Ausgestaltung einschließlich einer haushalterischen
Unterlegung des Digitalbudgets kann erst nach Verabschiedung der Digitalstrategie
entschieden werden.
6. Wann rechnet die Bundesregierung mit der Umsetzung der ersten Ziele
aus der Digitalstrategie?
Die Digitalstrategie ist auf eine Umsetzung im Laufe der aktuellen
Legislaturperiode ausgerichtet. Hierzu wird sie in allen Handlungsfeldern die Ziele der
Bundesregierung bis zum Jahr 2025 aufzeigen.
25. Plant die Bundesregierung, für die Ausarbeitung und/oder Umsetzung
der Digitalstrategie zusätzliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
einzustellen (falls ja, bitte nach Bundesministerien, nachgeordneten Bereichen
und Besoldungsgruppen aufschlüsseln)?
Die Umsetzung der Digitalstrategie erfolgt unter Einsatz bestehenden
Personals. Derzeit ist keine Einstellung zusätzlichen Personals geplant.
26. Wie viele Dienstposten für IT-Fachkräfte zur Umsetzung der
Digitalstrategie sind in den Jahren 2022, 2023 und 2024 vorgesehen (bitte nach
Bundesministerien und nachgeordnetem Bereich sowie
Besoldungsgruppe aufschlüsseln)?
In Anbetracht der noch laufenden Abstimmung zum Inhalt der Strategie lässt
sich die Frage zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch nicht beantworten.
27. Hat oder plant die Bundesregierung externe Beratungsdienstleistungen
im Rahmen der Ausarbeitung und/oder Umsetzung der Digitalstrategie in
Anspruch zu nehmen, und wenn ja, von wem in welchem finanziellen
Umfang (bitte auflisten)?
Die Ausarbeitung der Digitalstrategie erfolgt ohne externe
Beratungsdienstleistungen. Die Konzeption des Umsetzungsprozesses wird durch Projekte im
Rahmen der Fellowship-Programme Work4Germany und Tech4Germany
unterstützt.
29. In welcher Form wird die Bundesregierung die Bundesländer und
Kommunen an der Erarbeitung der Digitalstrategie beteiligen?
30. Wann hat die Bundesregierung welche Gespräche bezüglich der
Digitalstrategie mit welchen Vertretern der Landesregierungen geführt?
Die Fragen 29 und 30 werden aufgrund ihres Sachzusammenhangs gemeinsam
beantwortet.
Im Rahmen des informellen Digitalministertreffens D16 der Länder am 12.
April 2022 auf Einladung von Minister Thomas Strobl hat sich Bundesminister
Dr. Volker Wissing mit den für Digitalisierung zuständigen Ministerinnen und
Ministern der Länder zu den digitalpolitischen Schwerpunkten der
Bundesregierung ausgetauscht und gab dabei auch einen Ausblick auf die
Digitalstrategie. Zur Umsetzung und Weiterentwicklung wird sich die Bundesregierung mit
Ländern und Kommunen abstimmen.
31. Welche Maßnahmen plant die Bundesregierung, um IT-Fachkräfte aus
Weißrussland, Russland und der Ukraine schnell und gut in den
deutschen Arbeitsmarkt zu integrieren?
Die Bundesregierung erarbeitet Maßnahmen für schnelle Visaverfahren sowie
eine Kampagne zur Gewinnung von Fachkräften. Für IT-Fachkräfte steht
zudem mit § 6 BeschV ein erleichterter Zugang zum Arbeitsmarkt auch ohne eine
formal anerkannte Qualifikation zur Verfügung. Sofern Arbeitsmarktzugang
besteht, stehen der Personengruppe die gesetzlichen Instrumente und Maßnahmen
zur Förderung der Arbeitsmarktintegration offen. Darüber hinaus kann die
Teilnahme an einem Berufssprachkurs für die (weitere) Integration in den
Arbeitsmarkt förderlich sein. Diese Kurse stehen auch den o. g. IT-Fachkräften und
auch in berufsbegleitender Durchführungsvariante zur Verfügung
33. Plant die Bundesregierung Förderprogramme, um die barrierefreie
digitale Infrastruktur in außerbetrieblichen Ausbildungsstätten und die
digitalen Kompetenzen von Auszubildenden und Menschen mit
Behinderungen zu verbessern?
Die Bundesagentur für Arbeit berücksichtigt digitale Kompetenzen auch in den
Instrumenten der Berufsausbildungsförderung, um junge Menschen vor und
während der betrieblichen Ausbildung in diesem Bereich zu unterstützen.
34. Plant die Bundesregierung die Auflegung von Forschungs- und
Förderprogrammen, um den Einsatz digitaler Medien für eine verstärkte
Teilhabe von Menschen mit Behinderungen am Arbeitsmarkt zu nutzen?
Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) fördert aus den
Mitteln des Ausgleichsfonds regelmäßig Projekte, die erproben, wie digitale
Medien zur stärkeren Teilhabe von Menschen mit Behinderungen am Arbeitsmarkt
beitragen können. Ein Beispiel hierfür ist das gerade beendete Projekt
„Assistenzdienste und Künstliche Intelligenz für Menschen mit Schwerbehinderung
in der beruflichen Rehabilitation. Monitoring – Exploration – Transformation
(KI.ASSIST)“. Es ermittelte und erprobte digitale Assistenzsysteme, die bei der
Erledigung von Arbeiten im Rahmen der beruflichen Rehabilitation helfen
können. Geplant ist zudem das Projekt „KI-Kompass inklusiv“, das Wissen über
digitale Assistenzsysteme sammeln und zur Verfügung stellen und die
Erprobung solcher Systeme weiter verbreiten soll.
37. In welcher Form plant die Bundesregierung internationale Kooperationen
und Partnerschaften im Bereich der Digitalisierung und Robotik
auszubauen (bitte nach Ressorts aufschlüsseln)?
Hierzu sind folgende Kooperationen und Partnerschaften zu nennen:
Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS):
● Das von der Bundesregierung geförderte OECD-Programm „Artificial
Intelligence in Work, Innovation, Productivity and Skills“ (AI-WIPS, 2022 bis
2025) zielt darauf ab, international vergleichbare Erkenntnisse über KI-
Technologien und das Verständnis über ihre Auswirkungen u. a. auf den
Arbeitsmarkt, Qualifikationen und die Sozialpolitik zu entwickeln. In diesem
Rahmen werden auch vergleichende Analysen zu Robotik durchgeführt.
(The OECD.AI programme on Work, Innovation, Productivity and Skills –
OECD.AI).
Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF):
● Zur Förderung der europäischen Zusammenarbeit im Bereich Künstliche
Intelligenz (KI) ist mit dem französischen Forschungsministerium (Ministère
de l’Enseignement supérieur de la Recherche et de l’Innovation, MESRI)
eine zweite Richtlinie zur Förderung von deutsch-französischen
Forschungsprojekten zum Thema KI geplant. Zudem intensivieren die KI-
Kompetenzzentren ihre internationalen Kooperationen im Zuge des
Übergangs in die institutionelle Förderung. Insbesondere wird die Vernetzung
der deutschen KI-Kompetenzzentren und französischen KI-Institute in Form
eines gemeinsamen deutsch-französischen KI-Forschungs- und
Innovationsnetzwerks weiter vorangetrieben. Seit Oktober 2021 baut die
Bundesregierung eine Forschungskooperation mit dem japanischen Ministry of Internal
Affairs and Communications (MIC) zum Thema zukünftige
Kommunikationstechnologien (insbesondere Beyond 5G/6G und
Quantenkommunikation) aus.
Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL):
● Über den Bereich der Digitalisierung der Landwirtschaft tauscht sich die
Bundesregierung in regelmäßigen Abständen mit Partnern z. B. aus Indien
sowie EU-Mitgliedstaaten wie Frankreich und den Niederlanden aus. Dieser
Austausch wird auch zukünftig fortgesetzt.
Bundesministerium für Digitales und Verkehr (BMDV):
● Die Bundesregierung unterhält digitalpolitische Kooperationsmechanismen
(„Digitaldialoge“) unter Einbeziehung von Wirtschaft, Wissenschaft und
Zivilgesellschaft mit ausgewählten Drittstaaten. Diese wird die
Bundesregierung weiter ausbauen.
● Zudem arbeitet die Bundesregierung im Rahmen der jeweiligen
Digitalministerprozesse mit den G7 und G20 Ländern zusammen. Als amtierende
G7-Präsidentschaft hat Deutschland insb. bei den Themen Cyberresilienz
digitaler Infrastrukturen, grenzüberschreitende Datenflüsse, Umwelt und
Digitalisierung, Wettbewerb in digitalen Märkten, Standardisierung, die
Gewährleistung eines sicheren Online-Umfelds sowie der Digitalisierung
bestimmter Handelsdokumente Impulse gesetzt.
Bundesministerium für Gesundheit (BMG):
● Die Bundesregierung engagiert sich im Rahmen verschiedener europäischer
bzw. internationaler Kooperationsformate mit Bezug zur Digitalisierung im
Gesundheitswesen (z. B. europäisches eHealth-Netzwerk, Joint Action
TEHDAS).
● Die Bundesregierung fördert den deutsch-israelischen Austausch im Bezug
zu KI in dem Projekt „German Israeli Health Forum for Artificial
Intelligence” (GIHF-AI).
● Das Forschungsdatenzentrum Gesundheit im Bundesinstitut für
Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) beteiligt sich an dem europäischen und
von der EU-geförderten Projekt „EHDS Pilot“.
Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK):
● Mikroelektronische Produkte bilden die hardwaretechnische Grundlage
aller Digitalisierungsprojekte. Aufbauend auf einem ersten Important Project
of Common European Interest (IPCEI) koordiniert Deutschland derzeit die
Arbeiten an einem (zweiten) IPCEI Mikroelektronik und
Kommunikationstechnologien, mittels dessen eine Förderung von Projekten aus insgesamt 19
Mitgliedstaaten entlang der gesamten Halbleiterwertschöpfungskette
erfolgen soll; dieses IPCEI befindet sich derzeit im Prozess der
beihilferechtlichen Genehmigungsprüfung durch die Europäische Kommission.
● Die Bundesregierung beteiligt sich gemeinsam mit elf weiteren EU-
Mitgliedstaaten an einem IPCEI zu Cloud-Infrastruktur und -Diensten der
nächsten Generation.
● Die Bundesregierung unterstützt u. a. technische Entwicklungen sowie
innovative und praxisnahe Anwendungen und Datenräume im digitalen
Ökosystem Gaia-X.
● Die Bundesregierung kooperiert mit internationalen Partnern im Bereich der
Entwicklung und Implementierung von Industrie 4.0.
● Im Rahmen der Technologieförderung zur Entwicklung digitaler
Technologien werden aktuell bereits bilaterale Kooperationen im Bereich
„Digitalisierung und Robotik“ mit Österreich (1 Projekt) und Kanada (2 Projekte)
durchgeführt.
Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung
(BMZ):
● Digitalisierung ist ein Querschnittsthema in der deutschen
Entwicklungszusammenarbeit und daher in zahlreichen bi- wie multilateralen Vorhaben. So
kooperiert die Bundesregierung zu diesem Thema u. a. mit den folgenden
internationalen Partnerorganisationen aus dem digitalen Ökosystem: DIAL,
ITU, Weltbank, Smart Africa-Sekretariat, BMGF, WHO, WEP, UNESCO,
UNDP, UNEP, Digital Public Good Alliance (DPGA). Auf europäischer
Ebene gehört die Bundesregierung zu den wichtigsten und engagiertesten
Akteuren im Rahmen des Digital-for-Development-Hubs, der
Digitalisierungsinitiativen in der EU-Entwicklungszusammenarbeit verankert.
● Die Stärkung der Digitalisierung in der künftigen Ausrichtung der
Entwicklungszusammenarbeit der Bundesregierung ist aktuell Gegenstand eines
umfassenden Konsultationsprozesses, in den interne wie externe Expertise
einfließt.
Bundesministerium der Verteidigung (BMVg):
● Vor dem Hintergrund wachsender geopolitischer Spannungen und des
wachsenden Bedrohungspotentials im Cyber- und Informationsraum
gewinnt der regelmäßige und vertrauensvolle Informations- und
Erfahrungsaustausch unter Wertepartnern zur Digitalisierung der Streitkräfte, zum Auf-
und Ausbau von Strukturen, Fähigkeiten und Innovationskapazitäten im
Bereich Cyber/IT, zur Zusammenarbeit im Bereich Analyse und Abwehr, zum
Informationsaustausch über Schwachstellen in Informations- und
Kommunikationssystemen und sowie zur Stärkung digitaler Resilienz an
Bedeutung.
● Der Geschäftsbereich (GB) BMVg unterhält eine Vielzahl internationaler
Kooperationen im Bereich Cyber/IT, deren Schwerpunkte grundsätzlich der
Abteilungsleiter Cyber/Informationstechnik und Chief Information Officer
(CIO) des GB BMVg festlegt. Mit bi- und multilateralen Kooperationen
unterstützt der GB BMVg u. a. die enge NATO-EU Kooperation. Deutschland
bringt sich auch im Rahmen der europäischen Fähigkeitsentwicklung bei
PESCO als Projektkoordinator (Projekt Cyber and Information Domain
Coordination Centre (CIDCC) und GeoMETOC Support Coordination
Element (GSMCE)), als Projektteilnehmer bei weiteren drei cyber-relevanten
PESCO- Projekten sowie bei von der European Defence Agency (EDA)
und EU Kommission geführten Kooperationen ein. Zudem rückt die Region
Indo-Pazifik zunehmend in den Fokus des Kooperationsinteresses.
● Das gegenseitige Vertrauen, die Einblicke und Erkenntnisse ermöglichen es
Deutschland und seinen Partnern gemeinsam die Potentiale der
Digitalisierung für die Streitkräfte zu nutzen. Der Austausch und die Festlegung
gemeinsamer Standards und Prozesse steigert die Interoperabilität der
Streitkräfte und stärkt unsere Fähigkeiten uns gegen die Gefahren im Cyber- und
Informationsraum zu schützen
38. Welche Mechanismen plant das Bundesministerium für Digitales und
Verkehr in Bezug auf die Digitalstrategie, um, wie von der
Parlamentarischen Staatssekretärin beim Bundesminister für Digitales und Verkehr,
Daniela Kluckert, in der Fragestunde vom 27. April 2022 angekündigt,
„Möglichkeiten schaffen, zu monitoren, wie weit wir gekommen sind,
um nachvollziehbar zu machen, natürlich auch für die Bürgerinnen und
Bürger und für die interessierte Öffentlichkeit, wie wir diese
Digitalstrategie umgesetzt haben“?
Wie wird das BMDV ein solches Monitoring der Digitalstrategie
gegenüber den anderen Bundesministerien durchführen?
Die Abstimmungen hierzu sind noch nicht abgeschlossen.
Gesamtherstellung: H. Heenemann GmbH & Co. KG, Buch- und Offsetdruckerei, Bessemerstraße 83–91, 12103 Berlin,
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