Antwort
der Bundesregierung
auf die Kleine Anfrage der Fraktion der CDU/CSU
– Drucksache 20/8624 –
Aktuelle Lage der DB Cargo AG
V o r b e m e r k u n g d e r F r a g e s t e l l e r
Nach wie vor schreibt die Schienengüterverkehrstochter der DB AG, die DB
Cargo AG, hohe Verluste (vgl.
www.dvz.de/rubriken/land/schiene/detail/new
s/db-schenker-mit-rekordgewinn-db-cargo-mit-hohem-verlust.html). Laut dem
kürzlich vorgestellten Integrierten Zwischenbericht der Deutschen Bahn AG
(DB AG) weist das EBIT bei der DB Cargo AG von Januar bis Juli 2023 ein
Minus in Höhe von 195 Mio. Euro aus. Insgesamt hat der Systemverbund
Bahn in den ersten sechs Monaten 2023 einen Verlust von 339 Mio. Euro
verzeichnet (vgl.
www.deutschebahn.com/de/presse/suche_Medienpakete/DB-Ko
nzern-erzielt-trotz-wirtschaftlich-schwierigen-Umfelds-im-ersten-Halbjahr-20
23-positives-operatives-Ergebnis-10961288).
Forderungen an die DB Cargo AG, profitabel zu werden, bestehen nach
Auffassung der Fragesteller nicht nur seitens der Politik, sondern auch seitens der
DB AG. So stellte der Vorstand Finanzen und Logistik beim DB-Konzern in
einem Interview kürzlich fest: „Ein zweiter wichtiger Baustein ist, dass DB
Cargo produktiver werden muss. […] Bei den Verlusten, die wir derzeit bei
DB Cargo haben, darf es auf keinen Fall bleiben“ (vgl.
www.dvz.de/rubriken/l
and/schiene/detail/news/db-cargo-muss-produktiver-werden.html).
1. Wie soll der im Koalitionsausschuss Ende März 2023 beschlossene
Investitionsbedarf von rund 45 Mrd. Euro bis 2027 für die DB AG finanziert
werden?
Es ist beabsichtigt, den Investitionsbedarf anteilig durch Haushaltsmittel des
Einzelplans 12, durch Mittel aus dem Klima- und Transformationsfonds, durch
einen Eigenbetrag der Deutschen Bahn (DB AG) sowie durch eine
Eigenkapitalerhöhung zu decken.
2. Wie bewertet die Bundesregierung die aktuelle Lage der DB Cargo AG
und die hohen Verluste, die das Unternehmen nach wie vor einfährt?
Nach Auffassung der Bundesregierung ist der Schienengüterverkehr (SGV) ein
wichtiger Baustein zur Erreichung der Klimaschutzziele im Verkehr. Die Erhö-
Deutscher Bundestag Drucksache 20/9325
20. Wahlperiode 15.11.2023
Die Antwort wurde namens der Bundesregierung mit Schreiben des Bundesministeriums für Digitales und Verkehr vom
14. November 2023 übermittelt.
Die Drucksache enthält zusätzlich – in kleinerer Schrifttype – den Fragetext.
hung des Marktanteils des SGV am gesamten Verkehrsaufkommen ist ein
wesentliches verkehrspolitisches Ziel, konkret soll der Anteil in Deutschland
von heute rund 19 auf 25 Prozent erhöht werden. Die Bundesregierung hat
daher ein Interesse an wirtschaftlich robusten und auf Wachstum ausgerichteten
Güterbahnen, darunter der DB Cargo AG (DB Cargo) als größte Güterbahn.
Nach Auskunft der DB AG hat die DB Cargo mit der Strategie „Starke Cargo“
im Jahr 2020 auf ein starkes Mengenwachstum gesetzt. Elementares Ziel der
DB Cargo sei es demnach, Transporte von der Straße auf die
klimafreundlichere Schiene zu verlagern. Definierter Anspruch sei es, grün und leistungsfähig
zu sein und in den ersten fünf Jahren mit bis zu zweistelligen Prozentsätzen zu
wachsen.
Im Jahr 2022 konnte die DB Cargo etwa 0,5 Prozent weniger
Verkehrsleistungen (84 468 Mio. tkm) erbringen als im Jahr zuvor. Dies sei maßgeblich auf
Verfügbarkeitsprobleme und fehlende Kapazitäten auf der deutschen
Schieneninfrastruktur zurückzuführen, die im Jahr 2022 zu extremen externen
Disruptionen geführt hätten. Weiterhin habe diese Situation dazu geführt, dass DB Cargo
der Belastung ihrer Betriebsqualität mit einem zusätzlichen Ressourceneinsatz
gegensteuern musste. Die Maßnahmen zur Stützung der Betriebsqualität wären
erforderlich, denn der langfristige Erfolg einer Verlagerung von Verkehren auf
die Schiene hänge wesentlich von der Verlässlichkeit von Verkehrsleistungen
ab.
3. Wie sieht die Bundesregierung die Zukunft der DB Cargo AG, und wie
soll das Unternehmen in Zukunft unterstützt werden?
Mit Blick auf ihre klima- und verkehrspolitischen Ziele hat die
Bundesregierung zahlreiche Maßnahmen zur Stärkung der gesamten
Schienengüterverkehrsbranche auf den Weg gebracht. Der „Masterplan Schienengüterverkehr“
hat dafür die Grundlage geschaffen. Die Bundesregierung hat ein
ganzheitliches Konzept zur Stärkung der Branche entwickelt. Wesentliche Elemente
sind – neben der Verbesserung der Infrastruktur – die Förderung der
Trassenpreise im SGV, die Förderung der Anlagenpreise im Bereich der Zugbildung,
die Förderung der Betriebskosten im Einzelwagenverkehr (EWV; siehe
Antwort zu Frage 6), das Bundesprogramm Zukunft Schienengüterverkehr, die
Gleisanschlussförderung und die Förderung des Kombinierten Verkehrs (KV).
Insgesamt zielt die Bundesregierung auf ein Level Playing Field zwischen den
Verkehrsträgern ab.
Im Rahmen des „Runden Tischs Schienengüterverkehr“ und der „AG
Umsetzung Masterplan Schienengüterverkehr“ findet ein intensiver Austausch mit
Branchenvertretern statt. Die Bundesregierung hat auf dieser Basis dem
Haushaltsauschuss des Deutschen Bundestages ein Konzept zur Unterstützung des
Schienengüterverkehrs ab 2024 vorgelegt. Aus Sicht der Bundesregierung ist es
dabei für die Zukunft des SGV entscheidend, Maßnahmen in den
Handlungsfeldern leistungsfähige Infrastruktur, Zugang zum Netz, Förderung der
Wettbewerbsfähigkeit des SGV im Allgemeinen und des EWV im Besonderen sowie
Modernisierung und Förderung von Innovationen voranzutreiben.
4. Wie soll das „Transformationsprogramm“ für die DB Cargo AG, das die
Vorstandschefin des Unternehmens vor Kurzem vorgestellt hat (vgl.
www.sueddeutsche.de/wirtschaft/deutsche-bahn-gueterverkehr-wissing-r
ote-zahlen-1.5966488?reduced=true#:~:text=Der%20G%C3%BCterverk
ehrstochter%20der%20Bahn%2C%20der,zu%20einem%20derartigen%2
0Kahlschlag%20kommt.), der DB Cargo AG konkret bei der
Bewältigung der angespannten Finanzlage helfen (bitte detailliert aufführen)?
5. Welche Einschnitte und organisatorischen Veränderungen enthalten das
Sanierungsprogramm für die DB Cargo AG im Detail, und wie soll
dieses Sanierungsprogramm die Profitabilität des Unternehmens steigern
(vgl.
www.sueddeutsche.de/wirtschaft/deutsche-bahn-gueterverkehr-wiss
ing-rote-zahlen-1.5966488?reduced=true#:~:text=Der%20G%C3%BCter
verkehrstochter%20der%20Bahn%2C%20der,zu%20einem%20derartige
n%20Kahlschlag%20kommt)?
20. Welche eigenen Anstrengungen unternimmt die DB Cargo AG, um den
Ganzzugverkehr und Kombinierten Verkehr profitabler zu betreiben?
Die Fragen 4, 5 und 20 werden aufgrund ihres Sachzusammenhanges
gemeinsam beantwortet.
Der Vorstand der DB Cargo hat ein Transformationsprogramm aufgesetzt, um
DB Cargo zu einem nachhaltig wirtschaftlichen Unternehmen mit
branchenüblichen Renditen zu machen. Zentraler Aspekt ist dabei die
Komplexitätsreduzierung in der Durchführung der Verkehre in allen drei Segmenten
(Ganzzugverkehr, EWV und KV). Um den aktuellen Herausforderungen seitens der
Infrastruktur und den zu erwartenden externen Disruptionen zu begegnen, wird
die Betriebsabwicklung vereinfacht. Die Verringerung der Komplexität kann
entsprechend mit einer angepassten Anzahl an Mitarbeitenden im
administrativen und produktionellen Overhead einhergehen. Da die DB AG insgesamt
weiterhin einen Bedarf an Personalaufwuchs hat, ist vorgesehen, in diesem Fall
Mitarbeitende über den internen Arbeitsmarkt des Konzerns in anderen
Bereichen weiter zu beschäftigen. Kündigungen sind daher nicht vorgesehen.
6. Welche wesentlichen Punkte enthält das angepasste Konzept der
Bundesregierung zur Ausgestaltung und Durchführung der geplanten
Betriebskostenförderung des Einzelwagenverkehrs (EWV)?
Zum Konzept wird verwiesen auf den am 14. August 2023 zu
Ausschussdrucksache 20(8)3642neu an den Haushaltsausschuss übermittelten Bericht des
BMDV vom 2. August 2023 (BMF-Vorlage Nr. 244/2023).
7. Wie hat sich die Anzahl der bedienten Gleisanschlüsse der DB Cargo AG
in Deutschland zwischen 2012 und 2022 entwickelt (bitte
jahresscheibengenau aufschlüsseln)?
Die Anzahl der bedienten Güterverkehrsstellen durch DB Cargo hat sich wie
folgt entwickelt:
2012: 2 312,
2013: 2 309,
2014: 2 261,
2015: 2 240,
2016: 2 206,
2017: 2 190,
2018: 2 193,
2019: 2 238,
2020: 2 241,
2021: 2 260,
2022: 2 279.
8. Wie viele der in Deutschland bestehenden Gleisanschlüsse werden für den
EWV genutzt (bitte detailliert tabellarisch aufführen)?
Die Bundesregierung nimmt Bezug auf von der DB AG übermittelte Daten aus
dem Konzern: Zur Sicherstellung der Flächenbedienung betreibt die DB Cargo
ein EWV-Netzwerk mit ca. 1 350 Punkten zur Zugbildung (9
Rangierbahnhöfen, 23 Knotenbahnhöfen, 112 Satelliten mit Rangiermitteln, 1 206 Satelliten
ohne Rangiermittel), die 1 566 bediente Gleisanschlüsse verknüpfen.
9. Will die Bundesregierung dafür sorgen, dass Gleisanschlüsse wieder
attraktiver und gestärkt werden, und wenn ja, wie?
Die Bundesregierung wird die geltende Anschlussförderung im engen
Austausch mit dem Schienengüterverkehrssektor und dem Eisenbahn-Bundesamt
als Bewilligungsbehörde fortentwickeln und so Neu- und Ausbau,
Reaktivierung und Ersatz von Gleisanschlüssen sowie weiteren Anlagen des SGV
attraktiver machen. Dazu wird derzeit eine Evaluierung vorbereitet.
10. Welche Schlüsse zieht die Bundesregierung aus der im Jahr 2021
überarbeiteten Gleisanschluss-Förderrichtlinie?
Aus Sicht der Bundesregierung wurde mit der seit 1. März 2021 geltenden
überarbeiteten Anschlussförderrichtlinie auf Grund bisheriger Rückmeldungen
aus dem Sektor die richtige Richtung bei der Förderung eingeschlagen. Weitere
Rückschlüsse wird die Evaluierung der Anschlussförderrichtlinie erbringen.
a) Wie viele positive Bescheide zum Neu- und Ausbau sowie der
Reaktivierung von privaten Gleisanschlüssen gab es im Rahmen der
Förderrichtlinie 2022?
Im Jahr 2022 wurden ein Förderbescheid für Neubau, sieben für Ausbau, sechs
für Reaktivierung sowie acht Förderbescheide für Ersatz erlassen.
b) Welche Faktoren verhindern nach Kenntnis der Bundesregierung
weiterhin die Inbetriebnahme von Gleisanschlüssen?
Der Bundesregierung sind die Gründe, auf deren Basis Unternehmen letztlich
ihre Entscheidungen gegen die Schaffung von Gleisanschlüssen treffen, nicht
bekannt.
11. Welcher Anteil der Betriebs- und Verkehrsleistung sowie des
Verkehrsaufkommens im EWV entfiel 2022 auf die DB Cargo AG?
Auf die DB Cargo entfiel im Jahr 2022 ein Anteil von rund 90 Prozent der
Verkehrsleistung im EWV.
12. Hat die Bundesregierung Kenntnisse darüber, welche Defizite beim
Betreiben des Einzelwagenverkehrs für die DB Cargo AG entstehen?
a) Wenn ja, wie setzen sich die Defizite im Einzelwagenverkehr bei der
DB Cargo AG im Detail zusammen (bitte entsprechend der
Sondererhebung Einzelwagenverkehr der Bundesnetzagentur 2022 (
www.bun
desnetzagentur.de/SharedDocs/Downloads/DE/Sachgebiete/Eisenbah
n/Unternehmen_Institutionen/Veroeffentlichungen/Marktuntersuchu
ngen/Sondererhebung/EWV_Bericht.pdf?__blob=publicationFile
&v=1, S. 9) nach Hauptlauf, Vor- und Nachlauf und
Wagenübergänge aufschlüsseln)?
b) Wenn nein, warum nicht?
19. Wodurch hat die DB Cargo AG im Jahr 2022 416 Mio. Euro Verlust
durch andere Geschäftssegmente als den Einzelwagenverkehr gemacht,
und wie setzt sich dieser Verlust pro Geschäftsbereich zusammen (bitte
nach Geschäftsbereich aufschlüsseln)?
Die Fragen 12 bis 12b und 19 werden wegen ihres Sachzusammenhangs
gemeinsam beantwortet.
Die in diesen Fragen erbetenen Informationen können nicht veröffentlicht
werden, weil hierbei verfassungsrechtlich geschützte Betriebs- und
Geschäftsgeheimnisse der DB Cargo betroffen sind. Diese sensiblen Betriebs- und
Geschäftsgeheimnisse betreffen auch das fiskalische Interesse des Bundes. Ihre
Offenlegung – insbesondere in der angefragten Detailtiefe – würde das
wirtschaftliche Handeln der DB Cargo deutlich beeinträchtigen und könnte
erhebliche Wettbewerbsnachteile nach sich ziehen.
Die Kenntnis der erfragten detaillierten und umfassenden Informationen zur
Zusammensetzung der Defizite im EWV ermöglicht es inter- und intramodalen
Wettbewerbern von DB Cargo, ihre Tätigkeit zum Nachteil des Unternehmens
auszurichten. Sie erhalten dadurch Transparenz über interne Finanz- und
Geschäftszahlen und die Leistungsfähigkeit des Unternehmens, die die
Wettbewerber in Zukunft nutzen können, um dies bei künftigen Verhandlungen wie
zum Beispiel bei Angeboten für neue Kunden aber auch für ihre strategische
Aufstellung zu nutzen, um DB Cargo zu schädigen und z. B. zu unterbieten,
während gleichzeitig DB Cargo keine Möglichkeit hat, an vergleichbare
Informationen über ihre Wettbewerber zu gelangen. Kenntnisse über interne
Finanzkennzahlen lassen Rückschlüsse auf die internen Organisationsstrukturen in
einzelnen Geschäftsfeldern zu. Diese Informationen sind für die Konkurrenten
relevant, um bei der Bewerbung um Aufträge ihre eigenen Kalkulationen
anzustellen. Verluste von Aufträgen führen bei der DB Cargo zu sinkenden
Marktanteilen und Umsatzeinbußen.
Im Rahmen der Abwägung stellt es einen angemessenen Ausgleich zwischen
dem parlamentarischen Auskunftsanspruch und den dargestellten besonders
sensiblen Geschäftsgeheimnissen der DB Cargo dar, wenn die angefragten
Informationen in der Geheimschutzstelle des Bundestags hinterlegt werden. Die
Bundesregierung hat die erbetenen Informationen als Verschlusssache „VS –
Vertraulich“ eingestuft und der Geheimschutzstelle des Deutschen Bundestages
übermittelt. Die Antwort kann dort nach Maßgabe der Geheimschutzordnung
des Deutschen Bundestages eingesehen werden.
13. Plant die DB Cargo AG, den Einzelwagenverkehr wirtschaftlich zu
betreiben, und wenn ja, ab wann?
Die DB Cargo plant, den EWV ab 2025 mit einem positiven operativen
Ergebnis (EBIT) zu betreiben. Dafür ist die wettbewerbsneutrale
Betriebskostenförderung für den EWV ein zentrales Element, bis die erwarteten Effekte der
Automatisierung und Digitalisierung eintreten.
14. Wie erklärt die Bundesregierung, dass private Wettbewerber der DB
Cargo AG „leicht schwarze Zahlen“ schreiben, wohingegen die DG Cargo
AG defizitär ist (vgl.
https://die-gueterbahnen.com/news/der-bund-muss-
das-selbstzerstoerungsprogramm-bei-dbcargo-stoppen.html)?
Wettbewerber der DB Cargo auf der Schiene sind weit überwiegend in den
Segmenten Ganzzugverkehr und KV aktiv. Im EWV gibt es aufgrund seiner
Nicht-Auskömmlichkeit bisher wenig Wettbewerb. Dort wo Wettbewerber im
EWV aktiv sind, konzentrieren sie sich auf ausgewählte Transportaufträge und
hängen meistens EWV-Wagen(-gruppen) an ihre Systemverkehre an. Sie sind
deshalb in der Lage, auch im EWV schwarze Zahlen zu schreiben. Die DB
Cargo betreibt hingegen ein flächendeckendes EWV-Netzwerkangebot und bündelt
breit gestreute Mengen in einem sehr fixkostenlastigen Transportsystem. Die
Preisgestaltung im EWV erfolgt allerdings für ca. 90 Prozent der Mengen im
Wettbewerb zum Lkw, dessen Transportkosten deutlich niedriger liegen, da nur
ca. 10 Prozent der transportierten Güter nicht auf der Straße transportiert
werden dürfen. Aus der Kombination von hohen Fixkosten und niedrigen
Preisobergrenzen resultieren rote Zahlen in den Nahbereichen der DB Cargo und
auch teilweise nicht wirtschaftlich abbildbare Fernverkehrsrelationen.
15. Teilt die Bundesregierung die Kritik der Schienenbranche und der
Konkurrenten der DB Cargo AG, dass das Unternehmen das System des
Einzelwagenverkehrs nicht effizient betreibt , und wenn nein, warum nicht?
Die Bundesregierung hat großes Interesse daran, einen bedarfsgerechten und
kundenorientierten EWV in Deutschland zu erhalten. Für die Industrie,
insbesondere die mittelständische, ist dieses System von zentraler Bedeutung. Um
das Gesamtsystem wirksam zu betreiben, bedarf es nach den gegenwärtigen
Produktionskonzepten im EWV in der Regel mehrstufiger Sammel- und
Verteilprozesse, die in Deutschland derzeit nur von der DB Cargo durchgeführt
werden.
Um auch von diesen Verkehren die Wirtschaftlichkeit sicherzustellen, ist die
Förderung der Anschlussfahrten vorgesehen.
Der EWV hat im Vergleich zum Lkw einen systemischen Nachteil bei der
Bedienung von Güterverkehrsstellen mit einem Aufkommen von weniger als
2 000 Wagen pro Jahr. In diesem Bereich sind DB Cargo und Dritt-
Eisenbahnverkehrsunternehmen aktiv. Um das Angebot solcher Verkehre zu erhöhen, ist
die Förderung der Bedienfahrten vorgesehen.
16. Wie kommt die DB Cargo AG auf die Höhe der notwendigen
Finanzmittel zur Unterstützung des EWV von aktuell 350 Mio. Euro, während der
Vorstandsvorsitzende der DB AG das Defizit 2019 auf 140 Mio. Euro
bezifferte (vgl.
https://background.tagesspiegel.de/mobilitaet/db-cargo-faeh
rt-noch-hoeheren-verlust-ein)?
Die DB Cargo hat bestehende Modelle zur Betriebskostenförderung des EWV
in Nachbarländern wie Österreich und Frankreich untersucht. Die Anwendung
dieser in der EU etablierten EWV-Fördermodelle auf Deutschland ergibt laut
Auskunft von DB Cargo eine jährliche Gesamtförderung des EWV von ca.
350 Mio. Euro.
17. Wie erklärt die Bundesregierung die Vervierfachung des Anteils des
EWV am negativen Ergebnis der DB Cargo AG von 140 Mio. Euro im
Jahr 2019 auf 442 Mio. Euro im Jahr 2022?
a) Wie erklärt die Bundesregierung diese Steigerung vor dem
Hintergrund der 2018 begonnenen Trassenpreisförderung und der
Anlagenpreisförderung?
b) Sind diese beiden Förderungen für die DB Cargo AG aus Sicht der
Bundesregierung nicht ausreichend und/oder nicht effektiv?
Die Fragen 17 bis 17a werden gemeinsam beantwortet.
Das negative EBIT der DB Cargo betrug 2019 im EWV -199 Mio. Euro. Dieser
Betrag hat sich bis 2022 nicht vervierfacht, sondern etwas mehr als verdoppelt.
Dies ist darauf zurückzuführen, dass DB Cargo die Herausforderungen der
Schieneninfrastruktur und daraus resultierende Belastung der Betriebsqualität
im Jahr 2022 mit einem hohen zusätzlichen Ressourceneinsatz ausgeglichen
hat. Denn die Bereitschaft der Kunden zur langfristigen Verlagerung ihrer
Transporte auf die Schiene hängt maßgeblich von ausreichender
Leistungsqualität ab. Dadurch sind die Betriebskosten der DB Cargo bei unveränderten
Erlösen deutlich gestiegen, was das EBIT im Vergleich zu 2019 verschlechtert hat.
18. Wie bewertet die Bundesregierung die Möglichkeit einer Alternative
zum jetzigen Betrieb des Einzelwagenverkehrs, beispielsweise durch ein
„Hub-System in die Fläche“ wie es z. B. in der Schweiz etabliert ist?
In allen Staaten, in denen EWV betrieben wird, steht der Betrieb vor
erheblichen wirtschaftlichen Herausforderungen. In Deutschland liegt der Betrieb in
der Verantwortung der Eisenbahnverkehrsunternehmen. Die Bundesregierung
ist im Austausch mit anderen europäischen Staaten einschließlich der Schweiz
zu Möglichkeiten der Unterstützung und zu einer wirtschaftlich nachhaltigen
Weiterentwicklung des EWV. In der Schweiz gibt es bisher eine der deutschen
Anlagenpreisförderung vergleichbare Unterstützung des EWV. Die
Überlegungen auf Seiten der Schweiz zur Weiterentwicklung der Rahmenbedingungen für
den Schweizer Gütertransport einschließlich des dortigen sog.
Einzelwagenladungsverkehrs sind nach Kenntnis der Bundesregierung bisher nicht
abgeschlossen.
21. An welchen europäischen und außereuropäischen Güterbahnen ist die
DB Cargo AG seit wann und in welchem Umfang beteiligt (bitte Umfang
der Beteiligung angeben und seit wann die Beteiligung besteht)?
Die DB Cargo ist in Europa seit dem Jahr 2000 über eigene Gesellschaften
aktiv. Beteiligungen an europäischen oder außereuropäischen Güterbahnen
bestehen nicht.
22. Plant die DB Cargo AG derzeit weitere Auslandsaktivitäten im
Schienengüterverkehr , wenn ja, welche Beteiligungen oder Zukäufe werden
derzeit für wann genau geplant und konkret vorbereitet, und welche
Investitionen plant die DB Cargo AG jeweils in den Jahren 2024 bis
2027 , und wenn nein, warum nicht?
Nach Auskunft der DB AG sind die Planungen der DB Cargo für den
Mittelfristzeitraum 2024 bis 2028 noch nicht abgeschlossen.
23. In welchen europäischen bzw. außereuropäischen Staaten sind
Tochtergesellschaften der DB Cargo AG aktiv, und welchen Umsatz und welche
Verkehrsleistung im Schienengüterverkehr erzielten diese
Auslandsgesellschaften zwischen 2012 und 2022 (bitte je Tochtergesellschaft für die
erfragten Zeiträume differenziert aufschlüsseln)?
Die DB AG zufolge hat sich der Umsatz (in Mio. Euro) der europäischen bzw.
außereuropäischen Tochtergesellschaften wie folgt entwickelt.
Gesellschaft
Land 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019 2020 2021 2022
DB Cargo
UK
Großbritannien
500,5 498,2 520,9 499,4 372,7 334,9 316,5 319,1 263,0 347,3 349,1
DB Cargo
France
Frankreich 184,8 197,7 196,5 195,8 171,0 148,6 146,1 144,7 134,1 140,4 144,7
Transfesa Spanien 174,5 183,7 203,9 218,7 199,9 184,1 177,0 211,4 220,9 220,1 254,2
DB Cargo
Nederland
N.V.
Niederlande 151,8 144,3 115,4 117,1 124,6 120,8 129,5 122,7 109,7 106,7 104,2
DB Cargo
Schweiz
GmbH
Schweiz 6,6 8,5 8,6 11,8 17,5 20,0 17,7 22,0 18,6 27,0 23,8
DB Cargo
Scandinavia
A/S
Dänemark 68,0 65,9 58,6 59,2 67,0 67,5 69,0 70,8 75,1 60,1 63,1
DB Cargo
Belgium
BV
Belgien 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 31,4 50,5 46,9 46,2
DB Cargo
Italia S.r.l.
Italien 56,5 40,0 38,8 42,3 47,1 49,8 50,5 64,9 57,6 66,0 75,9
DB Cargo
Polska S.A.
Group
Polen 233,8 188,2 188,9 198,9 190,9 212,8 216,3 226,3 214,7 227,6 274,0
DB Cargo
Romania
S.R.L.
Rumänien 20,2 27,0 33,0 37,1 40,7 39,8 44,0 49,0 52,0 54,5 71,6
DB Cargo
Hungaria
Kft.
Ungarn 4,6 5,6 8,7 10,5 9,0 9,2 11,6 11,0 10,7 12,6 19,7
DB Cargo
Bulgaria
EOOD (C)
Bulgarien 9,3 12,4 14,6 18,0 15,6 12,0 12,0 10,6 10,1 10,7 12,5
Die DB AG zufolge hat sich die Verkehrsleistung (in Mio. Tonnenkilometer)
der europäischen bzw. außereuropäischen Tochtergesellschaften wie folgt
entwickelt.
Gesellschaft
Land 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019 2020 2021 2022
DB Cargo
UK
Großbritannien
10.510 11.069 10.910 9.410 8.030 7.599 6.999 6.845 5.851 6.373 5.559
DB Cargo
France
Frankreich 5.352 5.831 5.504 5.723 5.124 4.828 4.212 4.287 3.602 4.435 4.201
Transfesa Spanien 573 1.141 935 901 908 828 699 774 743 754 775
DB Cargo
Nederland
N.V.
Niederlande 4.112 3.737 3.695 4.038 4.062 4.056 3.954 3.700 3.390 3.678 3.567
DB Cargo
Schweiz
GmbH
Schweiz 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 840
DB Cargo
Scandinavia A/S
Dänemark 2.164 2.182 2.044 1.933 2.151 2.215 2.176 2.180 2.231 1.912 1.979
DB Cargo
Belgium
BV
Belgien 0 0 0 0 0 0 0 557 854 1.023 947
DB Cargo
Italia S.r.l.
Italien 891 793 784 875 927 943 1.044 1.126 1.187 1.478 1.372
DB Cargo
Polska S.A.
Group
Polen 2.692 2.838 2.351 2.468 2.518 2.770 3.186 3.041 2.540 2.737 3.500
DB Cargo
Romania
S.R.L.
Rumänien 741 924 1.170 1.228 1.661 1.406 1.431 1.493 1.689 1.650 1.565
DB Cargo
Hungaria
Kft.
Ungarn 0 52 105 198 163 139 120 90 126 196 220
DB Cargo
Bulgaria
EOOD (C)
Bulgarien 316 445 555 631 523 301 247 210 232 292 336
24. Wie hat sich das Güteraufkommen und die Verkehrsleistung von DB
Cargo AG (in Millionen Tonnen beförderte Güter, in Tonnenkilometern,
durchschnittliche Auslastung je Zug) zwischen 2012 und 2022
entwickelt, und wie haben sich die Anteile der Verkehrsleistung im
innerdeutschen und im europäischen Verkehr entwickelt (bitte nach Jahren
sowie nach innerdeutschem und europäischem Verkehr aufschlüsseln)?
Die Güterverkehrsleistung (in Mrd. Tonnenkilometer) der DB Cargo in
Deutschland hat sich nach Angaben der DB AG wie folgt entwickelt.
2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019 2020 2021
110,1 112,6 112,6 116,6 128,9 131,2 130,0 129,2 119,8 131,0
Der Marktanteil (in Prozent auf Basis Tonnenkilometer) der DB Cargo in
Deutschland hat sich nach Angaben der DB AG wie folgt entwickelt.
2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019 2020 2021
71,4 66,8 66,4 60,9 49,5 47,5 45,1 43,2 43,3 42,8
Die Verkehrsleistung der DB Cargo in Europa hat sich nach Angaben der DB
AG wie folgt entwickelt.
Die Abbildung zeigt die Entwicklung der Verkehrsleistung in Europa.
25. Welche Höhe an Investitionen hat die DB Cargo AG zwischen 2017 und
2022 in den Bestand von Triebfahrzeugen (Tfz) und Güterwagen der DB
Cargo AG investiert (bitte nach Antriebsarten differenzieren und nach
Jahren differenziert aufschlüsseln)?
Nach Auskunft der DB AG gab es 2017 bis 2022 folgende Investitionen in den
Bestand an Triebfahrzeugen.
2017: 172 Mio. Euro,
2018: 409 Mio. Euro,
2019: 93 Mio. Euro,
2020: 61 Mio. Euro,
2021: 50 Mio. Euro,
2022: 115 Mio. Euro.
Nach Auskunft der DB AG gab es 2017 bis 2022 folgende Investitionen in den
Bestand an Güterwagen:
2017: 69 Mio. Euro,
2018: 86 Mio. Euro,
2019: 249 Mio. Euro,
2020: 220 Mio. Euro,
2021: 87 Mio. Euro,
2022: 120 Mio. Euro.
26. Wie weit ist die fahrzeugseitige Ausrüstung der Triebfahrzeuge der DB
Cargo AG mit ETCS (Europäisches Zugbeeinflussungssystem)
fortgeschritten?
27. Wie viele Triebfahrzeuge sind mit ETCS Level 2 ausgerüstet, und bis
wann soll die Umrüstung der Bestandsflotte abgeschlossen werden (bitte
angeben, welcher Anteil des Tfz-Bestands bereits mit ETCS ausgerüstet
ist)?
Die Fragen 26 und 27 werden aufgrund ihres Sachzusammenhanges
gemeinsam beantwortet.
Bereits 323 Lokomotiven und damit ca. 15 Prozent der Lokomotivflotte der DB
Cargo verfügen über eine ETCS-Fahrzeugausrüstung gemäß ETCS Baseline
2.3.0d. Weitere Ausrüstungen für Teil-Fahrzeugflotten mit dem
Einsatzschwerpunkt Niederlande, Belgien und Dänemark sind in der Umrüstung bzw.
kontrahiert. Zulaufende Neufahrzeuge entsprechen hinsichtlich der Ausrüstung mit
entsprechenden Zugsicherungssystemen dem jeweiligen Normungsstand gemäß
den technischen Spezifikationen für die Interoperabilität Zugsteuerung,
Zugsicherung und Signalgebung in der jeweils gültigen Fassung. Die weiterführende
ETCS-Nachrüstung der Fahrzeuge unterliegt einer fortlaufenden Evaluation der
infrastrukturellen Anforderungen.
Insbesondere vor dem Hintergrund der erheblichen zusätzlichen
Kostenbelastung für die Nachrüstung erfolgt diese zu den jeweiligen
Inbetriebnahmeterminen der Infrastrukturbetreiber.
28. Wie haben sich der Güterwagenbestand und die durchschnittliche
Laufleistung der Güterwagen der DB Cargo AG über alle Segmente zwischen
2012 und 2022 entwickelt (ggf. Laufleistung nach Ganzzugverkehr,
Kombinierter Verkehr, Einzelwagenverkehr differenzieren)?
Die erbetenen Informationen können nicht veröffentlicht werden, weil hierbei
verfassungsrechtlich geschützte Betriebs- und Geschäftsgeheimnisse der DB
Cargo betroffen sind. Diese sensiblen Betriebs- und Geschäftsgeheimnisse
betreffen auch das fiskalische Interesse des Bundes. Ihre Offenlegung –
insbesondere in der angefragten Detailtiefe – würde das wirtschaftliche Handeln der DB
Cargo deutlich beeinträchtigen und könnte erhebliche Wettbewerbsnachteile
nach sich ziehen.
Die Offenlegung des Güterwagenbestands einschließlich der durchschnittlichen
Laufleistung über alle Segmente würde die Verhandlungsposition der DB
Cargo in aktuellen und bevorstehenden Ausschreibungen schwächen. DB Cargo
agiert in einem liberalisierten Markt. Daten über den Güterwagenbestand des
Unternehmens und dessen Leistungsfähigkeit erlauben konkurrierenden
Anbietern und Herstellern Rückschlüsse auf die Geschäftstätigkeit und den
eventuellen künftigen Güterwagenbedarf der DB Cargo, was zu Wettbewerbsnachteilen
führen kann.
Im Rahmen der Abwägung stellt es einen angemessenen Ausgleich zwischen
dem parlamentarischen Auskunftsanspruch und den dargestellten besonders
sensiblen Geschäftsgeheimnissen der DB Cargo dar, wenn die angefragten
Informationen in der Geheimschutzstelle des Bundestags hinterlegt werden. Die
Bundesregierung hat die erbetenen Informationen als Verschlusssache „VS –
Vertraulich“ eingestuft und der Geheimschutzstelle des Deutschen Bundestages
übermittelt. Die Antwort kann dort nach Maßgabe der Geheimschutzordnung
des Deutschen Bundestages eingesehen werden.
29. Wie hat sich das Durchschnittsalter der Güterwagenflotte der DB Cargo
AG zwischen 2012 und 2022 entwickelt (bitte nach Jahren differenziert
aufschlüsseln)?
Nach Auskunft der DB AG ist das Durchschnittsalter der Güterwagenflotte wie
folgt:
2012: 27,2 Jahre,
2013: 27,4 Jahre,
2014: 27,9 Jahre,
2015: 28,4 Jahre,
2016: 29,1 Jahre,
2017: 29,6 Jahre,
2018: 30,0 Jahre,
2019: 30,2 Jahre,
2020: 30,7 Jahre,
2021: 31,0 Jahre,
2022: 31,7 Jahre.
30. Mit welchen Maßnahmen will die DB Cargo AG den
Dieselkraftstoffverbrauch bis 2030 weiter reduzieren (bitte Maßnahmen mit jeweiligem
Minderungseffekt unterlegen und Zielwerte für den Verbrauch im Jahr
2030 angeben)?
Nach Auskunft der DB AG erbringt DB Cargo rund 95 Prozent ihrer
Verkehrsleistung in Deutschland elektrisch. Die übrigen 5 Prozent werden im schweren
Rangierdienst in Terminals, Häfen und bei Kunden betrieben. Bei DB Cargo ist
bis 2030 der Ersatz alter Fahrzeugtypen im Diesellokcluster durch rund 500
neue Hybrid- und Zweikraftlokomotive vorgesehen. Hierdurch können
signifikante Einsparungen beim Energieverbrauch erzielt werden. Die neuen
Zweikraft-Streckenlokomotiven werden zu 75 Prozent mit umweltfreundlicher
elektrischer Energie aus der Oberleitung betrieben. Durch den Einsatz der neuen
Hybrid-Lokomotiven reduziert sich der Dieselkraftstoffverbrauch im
Rangierdienst um 20 bis 30 Prozent.
Zusätzlich wird die Erweiterung der heute bereits in elektrischen Lokomotiven
im Einsatz befindlichen Fahrassistenzsysteme auf Diesellokomotiven helfen,
die Diesellokverbräuche bis 2030 zu reduzieren. Durch den Einsatz von
Fahrerassistenzsystemen wird mit einer Dieselverbrauchsreduktion von 3 bis 4
Prozent gerechnet.
Soweit DB Cargo den Dieselmotor nicht ersetzen kann, setzt das Unternehmen
zukünftig HVO100-Kraftstoff ein, mit dem laut DB Cargo mehr als 90 Prozent
der CO2-Emissionen vermieden werden. Auch die neuen Hybrid- und
Zweikraftlokomotiven werden mit HVO-Freigabe ausgeliefert. Bis zum Jahr 2028
möchte DB Cargo mehr als 50 Prozent seiner Diesellokflotte mit dem
HVO100-Kraftstoff betreiben.
31. Wie hat sich die Pünktlichkeit von DB Cargo AG zwischen 2012 und
2022 entwickelt (bitte nach Jahren differenziert aufschlüsseln)?
Nach Auskunft der DB AG hat sich die Pünktlichkeit der DB Cargo AG wie
folgt entwickelt.
2012: 65,2 Prozent,
2013: 62,3 Prozent,
2014: 63,5 Prozent,
2015: 72,9 Prozent,
2016: 76,2 Prozent,
2017: 73,4 Prozent,
2018: 72,9 Prozent,
2019: 73,8 Prozent,
2020: 77,6 Prozent,
2021: 69,8 Prozent,
2022: 66,1 Prozent.
32. Wie haben sich Gesamtumsatz, Umsatz (bereinigt), EBITDA-bereinigt
(EBITDA = Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen), EBIT-
bereinigt (EBIT = Gewinn vor Zinsen und Steuern), der Bruttogewinn
und der Nettogewinn von DB Cargo AG zwischen 2012 und 2022
entwickelt (bitte nach Jahren differenziert aufschlüsseln)?
33. Wie haben sich die Abschreibungen von DB Cargo AG zwischen 2012
und 2022 entwickelt (bitte nach Jahren differenziert aufschlüsseln)?
Die Fragen 32 und 33 werden aufgrund ihres Sachzusammenhanges
gemeinsam beantwortet.
Die erfragten Wirtschaftszahlen der DB Cargo sind den entsprechend
veröffentlichten Geschäftsberichten der Gesellschaft zu entnehmen.
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