Antwort
der Bundesregierung
auf die Kleine Anfrage der Fraktion der CDU/CSU
– Drucksache 20/9011 –
Aktueller Stand der Initiative Finanzielle Bildung
V o r b e m e r k u n g d e r F r a g e s t e l l e r
Die Bundesministerin für Bildung und Forschung, Bettina Stark-Watzinger,
und der Bundesminister der Finanzen, Christian Lindner, haben am 23. März
2023 im Rahmen einer großen Auftaktveranstaltung die sogenannte Initiative
„Finanzielle Bildung“ vorgestellt. Nach Angaben des Bundesministeriums der
Finanzen (BMF) verfolgt das Ressort gemeinsam mit dem Bundesministerium
für Bildung und Forschung (BMBF) das Ziel, „den Stand der Finanzbildung in
Deutschland zu verbessern, um Potenziale für Teilhabe, Wachstum und
Wohlstand nicht länger ungenutzt zu lassen“ (
www.bundesfinanzministerium.de/Co
ntent/DE/Pressemitteilungen/Finanzpolitik/2023/03/2023-03-23-initiative-fina
nzielle-bildung.html). Die Initiative soll demnach drei Säulen umfassen.
Erstens solle unterstützt durch die Organisation für wirtschaftliche
Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) eine neue Nationale Finanzbildungsstrategie
erarbeitet werden. Zweitens sollen Informationsangebote in einer
Finanzbildungsplattform gebündelt werden. Drittens müsse die Forschung zu
finanzieller Bildung gestärkt werden (
www.bundesregierung.de/breg-de/suche/initiativ
e-finanzielle-bildung-2173056).
Auf die Ankündigungsveranstaltung folgte nach Kenntnis der Fragesteller der
BMF-Monatsbericht im April 2023, der noch für dieses Jahr „eine größere
Konferenz“ ankündigte, „um mit staatlichen und zivilgesellschaftlichen
Akteuren und Partnern aus Wissenschaft und Finanzbildungspraxis eine
Bestandsaufnahme vorhandener Angebote vorzunehmen und Ideen für die
weitere Verbesserung der finanziellen Bildung in Deutschland zu entwickeln“
(
www.bundesfinanzministerium.de/Monatsberichte/2023/04/Inhalte/Kapitel-2
a-Schlaglicht/2a-aufbruch-finanzielle-bildung-pdf.pdf?__blob=publicationFile
&v=5). Ferner fanden weitere öffentlichkeitswirksame Formate wie der
sogenannte Zukunftstag des BMF zum Thema „Finanzielle Bildung“ statt.
Sechs Monate nach Ankündigung der Initiative ist es aus Sicht der
Fragesteller an der Zeit, eine erste Bilanz zur Umsetzung der Initiative zu ziehen. Für
den mit der OECD entwickelten Fragebogen zu bereits bestehenden
Finanzbildungsangeboten endete die Einreichungsfrist nach Kenntnis der Fragesteller
am 8. September 2023 (
www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/Standa
rdartikel/Themen/Internationales_Finanzmarkt/Finanzielle-Bildung/mitarbeit-
finanzbildungsstrategie.html).
Deutscher Bundestag Drucksache 20/9335
20. Wahlperiode 15.11.2023
Die Antwort wurde namens der Bundesregierung mit Schreiben des Bundesministeriums für Bildung und Forschung vom
10. November 2023 übermittelt.
Die Drucksache enthält zusätzlich – in kleinerer Schrifttype – den Fragetext.
V o r b e m e r k u n g d e r B u n d e s r e g i e r u n g
Finanzielle Bildung ist ein wesentlicher Teil der Allgemeinbildung. Sie ist auch
eine Frage der Chancengerechtigkeit. Sie lässt Menschen teilhaben und
selbstbestimmt handeln. Doch Studien zeigen, dass es hier in Deutschland
erheblichen Nachholbedarf gibt. Erforderlich sind Lernangebote zur Finanziellen
Bildung, die Menschen in die Lage versetzen, Wissen über finanzielle und
wirtschaftliche Zusammenhänge zu erwerben und im Alltag anzuwenden. Einen
Kaufvertrag zu verstehen gehört genauso dazu, wie die Altersvorsorge früh in
die Hand zu nehmen.
Die Bundesregierung hat diesen Nachholbedarf erkannt. Gemeinsam mit dem
Bundesfinanzministerium (BMF) will das Bundesministerium für Bildung und
Forschung (BMBF) den Stand der Finanzbildung in Deutschland verbessern.
Dazu wird eine Finanzbildungsstrategie erarbeitet, eine zentrale
Finanzbildungsplattform geschaffen und die Forschung zu finanzieller Bildung gestärkt.
Finanzielle Bildung wird im Rahmen der Initiative als ein lebensbegleitendes
Thema gestaltet.
Die nationale Finanzbildungsstrategie ist gleichzusetzen mit der Strategie für
Ökonomische Bildung. Die Antworten auf die Fragen 8, 10 und 11 werden
dementsprechend sinngemäß bezogen auf die nationale Finanzbildungsstrategie
beantwortet. Die Initiative Finanzielle Bildung setzt auf eine breite
gesellschaftliche Beteiligung. So wird am 5. und 6. Dezember 2023 die Konferenz
„Finanzielle Bildung für das Leben“ ausgerichtet, die der breiten
Fachöffentlichkeit offensteht und auf den Strategieprozess voranbringt.
1. Unter der Federführung welches Ressorts werden die einzelnen
Maßnahmen innerhalb der Initiative „Finanzielle Bildung“ nach Kenntnis der
Bundesregierung umgesetzt (bitte je Ressort tabellarisch auflisten)?
Die Initiative Finanzielle Bildung wird in enger Abstimmung von BMF und
BMBF umgesetzt. Die Federführung für einzelne Maßnahmen ist dabei wie
folgt verteilt.
Maßnahme Federführung
Nationale Finanzbildungsstrategie BMF
Finanzbildungsplattform BMF
Förderung von Forschung zur finanziellen
Bildung
BMBF
außerdem:
Konferenz „Finanzielle Bildung für das
Leben“
BMBF
2. Wie viele Mittel sind für das Jahr 2023 für die Realisierung der Initiative
„Finanzielle Bildung“ im BMBF veranschlagt, und wie viele Mittel sind
hiervon bisher verausgabt worden?
Aus dem Einzelplan 30 des BMBF sind aus dem Titel 3002/685 41,
Erläuterungsziffer 9 (Soll 2023: 2 Mio. Euro) zum Stichtag 2. November 2023 Mittel
in Höhe von 830 000 Euro abgeflossen.
3. Wie viele Mittel sind für das Jahr 2023 für die Realisierung der Initiative
„Finanzielle Bildung“ im BMF veranschlagt, und wie viele Mittel sind
hiervon bisher verausgabt worden?
Im BMF sind zum Stichtag 27. Oktober 2023 bisher 299 075,20 Euro aus
verschiedenen Haushaltstiteln verausgabt worden.
4. Wie viele Mittel stehen dem BMBF und BMF im Jahr 2023 für
Maßnahmen der Kommunikations- und Öffentlichkeitsarbeit im Rahmen der
Initiative „Finanzielle Bildung“ zur Verfügung, und wie viele Mittel sind
hiervon verausgabt worden?
Aus dem Titel 0811/545 01 sind zum Stichtag 27. Oktober 2023 bisher
86 974,84 Euro verausgabt worden. Im BMBF gab es keine Ausgaben für
Maßnahmen der Kommunikations- und Öffentlichkeitsarbeit im Rahmen der
Initiative „Finanzielle Bildung“.
5. Welche neuen Förderlinien hat das BMBF im Rahmen der Initiative
„Finanzielle Bildung“ seit dem 23. März 2023 veröffentlicht (bitte entlang
einer inhaltlich-fachlichen Gliederung tabellarisch auflisten)?
Eine Richtlinie zur Förderung von Projekten zum Thema Forschung zu
finanzieller Bildung ist in Vorbereitung und soll im Dezember 2023 veröffentlicht
werden.
6. Wie viele Mittel stehen nach gegenwärtiger Planung der
Bundesregierung dem BMBF in den Jahren 2024 und 2025 im Rahmen der Initiative
„Finanzielle Bildung“ für Neubewilligung zur Verfügung (bitte
titelscharf aufstellen)?
Im Regierungsentwurf sind im Titel 3002/685 42, Erläuterungsziffer 5 für das
Jahr 2024 5 Mio. Euro vorgesehen. Die Mittel für das Jahr 2025 sind
Gegenstand der regierungsinternen Finanzplanung und der Aufstellung zum Haushalt
für das Jahr 2025.
7. Wie viele Mittel stehen nach gegenwärtiger Planung der
Bundesregierung dem BMF in den Jahren 2024 und 2025 im Rahmen der Initiative
„Finanzielle Bildung“ für Neubewilligung zur Verfügung?
Die benötigten Haushaltsmittel für das Jahr 2024 sollen innerhalb der
bestehenden Haushaltsansätze erwirtschaftet werden. Die Mittelbedarfe für die Jahre
2025 ff. werden in das Haushaltsaufstellungsverfahren für das Jahr 2025
eingebracht.
8. Wie sieht der aktuelle Zeitplan der Bundesregierung für die angekündigte
sogenannte Nationalen Strategie zur Ökonomischen Bildung aus?
Die nationale Finanzbildungsstrategie wird gemeinsam mit der Organisation für
wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) erarbeitet. Dieser
Prozess ist im Sommer 2023 angelaufen. Zunächst wurden Informationen zu
bestehenden Finanzbildungsangeboten in Deutschland zusammengetragen und
die Expertise einer Vielzahl an Stakeholdern aus Ökonomie, Wissenschaft und
Praxis zur Lage der finanziellen Bildung in Deutschland und möglichen
Verbesserungen eingeholt. Hierfür fand beispielsweise am 20. Oktober 2023 ein
Stakeholder-Workshop im BMF statt. Ausgehend von diesen Rückmeldungen
erstellt die OECD einen Mapping-Bericht und wird diesen Anfang des
kommenden Jahres veröffentlichen. Auf dieser Grundlage wird im Laufe des Jahres
2024 die Finanzbildungsstrategie erarbeitet, die konkrete Maßnahmen und
Zielsetzungen enthalten wird, entlang derer die finanzielle Bildung in Deutschland
in den nächsten Jahren gestärkt werden soll. Auch bei der Erarbeitung der
konkreten Strategie werden OECD, BMF und BMBF mit Stakeholdern
zusammenarbeiten. Ziel ist, die Strategie in der zweiten Jahreshälfte 2024 vorzustellen.
9. Wie viele Ökonomen oder Volkswirte sind als Mitarbeiterinnen oder
Mitarbeiter des zuständigen BMBF-Fachreferates 331 (Lebensbegleitendes
Lernen; Allgemeine Weiterbildung) mit der Erarbeitung der Strategie
befasst?
Mit der Erarbeitung der nationalen Finanzbildungsstrategie ist federführend das
BMF befasst.
10. Wann wird das BMBF Eckpunkte für eine sogenannte Nationale
Strategie zur Ökonomischen Bildung veröffentlichen und zur Diskussion
stellen?
Wie werden derzeit relevante Stakeholder, Länder und Kommunen
eingebunden?
Es wird auf die Antwort zu Frage 8 verwiesen.
11. Welche Expertinnen und Experten aus Ökonomie, Wissenschaft und
Praxis wurden bisher durch das BMBF für die Erarbeitung der Strategie
konsultiert bzw. mit der Strategieerarbeitung beauftragt?
Es wird auf die Vorbemerkung der Bundesregierung verwiesen. Die nationale
Finanzbildungsstrategie wird gemeinsam mit der OECD erarbeitet. Die
Zielsetzung der Initiative Finanzielle Bildung ist es, alle relevanten Stakeholder
finanzieller Bildung in dem Prozess zu berücksichtigen. Entsprechend breit ist etwa
der bisherige Beteiligungsprozess zur Erarbeitung einer nationalen
Finanzbildungsstrategie angelegt, an dem sich bislang rund 160 Stakeholder aus
Ökonomie, Wissenschaft und Praxis beteiligt haben.
12. Welche neuen Projekte fördert das BMBF seit 2023 im Bereich der
Vermittlung von unternehmerischen Kompetenzen an Schulen
(Entrepreneurship an Schulen; bitte entlang einer inhaltlich-fachlichen Gliederung
samt Förderzeitraum, Fördersumme und Darlegung des Förderziels
tabellarisch auflisten)?
Die bislang im Jahr 2023 im Bereich der Vermittlung von unternehmerischen
Kompetenzen an Schulen genehmigten Projekte sind der folgenden Aufstellung
zu entnehmen.
Maßnahme Förderzeitraum Fördersumme Förderziel
youstartN
Förderung von Schüler-/
Azubifirmen und
-genossenschaften
(Stiftung Bildung)
1. Januar 2023
bis 31.
Dezember 2023
450.000 Euro Förderung von
Nachhaltigkeitskonzepten von
bestehenden Schüler-/
Azubifirmen bzw.
Gründungsinitiativen durch
Boostergelder bis
1.000 Euro
Ideenlabs –
Schülerfirmen
nachhaltig gestalten
(Deutsche Kinder
und
Jugendstiftung)
15. Februar
2023 bis 31.
Dezember 2023
145.000 Euro Angebot von
Workshops für
Schülerfirmen/-
Gründungsinitiativen und Lehrkräfte
zum Thema Gründung
und Nachhaltigkeit
13. Welchen Zeitplan verfolgt die Bundesregierung bei der Umsetzung der
Nationalen Finanzbildungsstrategie?
Es wird auf die Antwort zu Frage 8 verwiesen.
14. Welche konkreten Maßnahmen plant die Bundesregierung zur
Umsetzung der Nationalen Finanzbildungsstrategie, und wann sollen die
Maßnahmen beginnen?
Ausgangspunkt der Überlegungen, welche konkreten Maßnahmen zur Stärkung
der Finanziellen Bildung ergriffen werden, wird die nationale
Finanzbildungsstrategie sein. Die konkreten Maßnahmen zur Umsetzung können insofern erst
nach Veröffentlichung der Finanzbildungsstrategie festgelegt werden.
15. Welche konkreten Zielgruppen will die Bundesregierung mit dem
Fragebogen zur Finanzbildungsstrategie erreichen?
Die Zielsetzung der Initiative Finanzielle Bildung ist es, alle relevanten
Stakeholder finanzieller Bildung im Strategieprozess zu berücksichtigen.
Entsprechend breit ist etwa der bisherige Beteiligungsprozess zur Erarbeitung einer
nationalen Finanzbildungsstrategie angelegt, an dem sich bislang rund 160
Stakeholder beteiligt haben.
16. Wurden nach Kenntnis der Bundesregierung die Bundesländer in die
Erarbeitung des Fragebogens zur Finanzbildungsstrategie eingebunden, und
wenn ja, wann, und wie, und wenn nein, warum nicht?
Der Fragebogen zur Finanzbildungsstrategie wurde von der OECD entwickelt
und in dieser Form auch bereits in vielen anderen Ländern von der OECD zur
Erarbeitung einer nationalen Finanzbildungsstrategie genutzt. Die
Finanzministerkonferenz, die Ständige Konferenz der Kultusminister der Länder in der
Bundesrepublik Deutschland und die Verbraucherschutzministerien der Länder
wurden vom BMF bzw. vom BMBF über den Fragebogen informiert und zur
Mitwirkung eingeladen.
17. Wie viele ausgefüllte Fragebögen sind nach Kenntnis der
Bundesregierung bis zum 8. September 2023 über das Onlineportal eingereicht
worden?
Es sind rund 160 ausgefüllte Fragebögen über das Onlineportal eingereicht
worden. Dies ist auch im internationalen Vergleich eine sehr hohe Beteiligung.
18. Nach welchen Kriterien und durch wen werden die Ergebnisse der
Fragebögen zur Finanzbildungsstrategie ausgewertet?
Die nationale Finanzbildungsstrategie wird gemeinsam mit der OECD
erarbeitet. Die Fragebögen sind Bestandteil dieses Strategieprozesses und werden von
der OECD in qualitativer Hinsicht ausgewertet, um einen umfassenden
Überblick zur Lage der finanziellen Bildung in Deutschland und möglichen
Verbesserungen zu erhalten.
19. Wie viele Mittel stehen nach gegenwärtiger Planung der
Bundesregierung dem BMBF und dem BMF in den Jahren 2024 und 2025 für die
Entwicklung der Finanzbildungsplattform zur Verfügung (bitte je Ressort
aufgliedern)?
Die Federführung für die Finanzbildungsplattform liegt beim BMF. Die
benötigten Haushaltsmittel für das Jahr 2024 sollen im BMF innerhalb der
bestehenden Haushaltsansätze erwirtschaftet werden. Die Mittelbedarfe für die Jahre
2025 ff. werden in das Haushaltsaufstellungsverfahren 2025 eingebracht.
20. Welchen Zeitplan verfolgt die Bundesregierung bei der Umsetzung einer
etwaigen Finanzbildungsplattform?
Die Finanzbildungsplattform entsteht in zwei Schritten. Im ersten Schritt
werden auf der Plattform öffentliche Angebote im Bereich der finanziellen Bildung
gebündelt und zielgruppenorientiert dargestellt. Diese Plattform soll bis Ende
des Jahres zur Verfügung stehen. Im zweiten Schritt wird eine
Qualitätskontrolle entwickelt, unter Berücksichtigung derer auch private Angebote auf der
Finanzbildungsplattform dargestellt werden können.
21. Welche konkreten Schritte wurden bereits durch die Bundesregierung zur
Entwicklung der Finanzbildungsplattform unternommen?
22. Durch wen und mit welchen Vorgaben soll nach Vorstellung der
Bundesregierung die Finanzbildungsplattform entwickelt werden?
Die Fragen 21 und 22 werden im Zusammenhang beantwortet.
Die Arbeiten an der ersten Finanzbildungsplattform öffentlicher Angebote sind
bereits konkret angelaufen, sowohl mit Blick auf die Auswahl der zu
berücksichtigenden Angebote als auch mit Blick auf Design und technische
Umsetzung. Hierbei wird das BMF von einer Agentur unterstützt. Die Plattform soll
mit der Zeit und entsprechender Qualitätskontrolle weiter ausgebaut und
erweitert werden. Hier sollen auch die Ergebnisse der Finanzbildungsstrategie
berücksichtigt werden.
23. Wie soll sich die Finanzbildungsplattform nach Vorstellung der
Bundesregierung von anderen Plattformen wie der Nationalen Bildungsplattform
unterscheiden?
Die Finanzbildungsplattform wird bestehende Angebote im Bereich der
finanziellen Bildung bündeln und zielgruppenorientiert darstellen. Auch bereits
bestehende Plattformen, die Angebote in diesem Bereich vorhalten, können dabei
auf der Finanzbildungsplattform berücksichtigt werden, so dass die Sichtbarkeit
dieser Angebote gesteigert werden kann.
Die digitale Vernetzungsinfrastruktur (ehemals Nationale Bildungsplattform)
adressiert das gesamte Bildungs-Ökosystem. Sie verbindet bestehende
Plattformen, Verwaltungsfachverfahren und Angebote miteinander und ermöglicht
über verschiedene technische Komponenten eine anbieter- und
institutionenübergreifende Lernreise für die Nutzenden. Über eine Anbindung an die
Vernetzungsinfrastruktur können Bildungsangebote – wie die
Finanzbildungsplattform – neue Zielgruppen erreichen und gemeinsame Schnittstellen nutzen.
24. Soll die Finanzbildungsplattform nach Vorstellung der Bundesregierung
bereits in der Schulbildung eingesetzt werden?
Die Initiative Finanzielle Bildung und dementsprechend auch die
Finanzbildungsplattform soll grundsätzlich die gesamte Bevölkerung erreichen. Auch
eine Nutzung in der Schulbildung wird entsprechend möglich sein.
25. Wurden die Bundesländer nach Kenntnis der Bundesregierung bereits in
die Vorbereitung der Finanzbildungsplattform eingebunden, und wenn ja,
wie, und wenn nein, warum nicht, und beabsichtigt die Bundesregierung
noch die Einbindung der Bundesländer?
Die Länder wurden bereits in die Vorbereitung der Finanzbildungsplattform
eingebunden. Es ist das Ziel, auch die relevanten Angebote der Länder auf dem
Finanzbildungsportal zu berücksichtigen.
26. Welche Maßnahmen plant die Bundesregierung, um Lehrkräfte im
Bereich der finanziellen Bildung besser aus- und fortzubilden?
Die Aus-, Fort- und Weiterbildung von Lehrkräften liegt in der Verantwortung
der zuständigen Länder.
27. Wie viele Mittel stehen nach gegenwärtiger Planung der
Bundesregierung dem BMBF und BMF in den Jahren 2024 und 2025 für Forschung
zu finanzieller Bildung zur Verfügung?
Die Förderung von Forschung finanzieller Bildung liegt in der Federführung
des BMBF. Für das Jahr 2024 sind Mittel in Höhe von 2,5 Mio. Euro
eingeplant. Die Mittel für das Jahr 2025 sind Gegenstand der regierungsinternen
Finanzplanung und der Aufstellung zum Haushalt für das Jahr 2025.
28. Wann, wo, und mit welchem Programm wird nach Kenntnis der
Bundesregierung die im „BMF Monatsbericht April 2023“ für dieses Jahr
angekündigte „größere Konferenz“ im Rahmen der Initiative „Finanzielle
Bildung“ stattfinden?
Die Konferenz „Finanzielle Bildung für das Leben“ wird am 5. und 6.
Dezember 2023 in Berlin stattfinden. Einzelheiten sowie das Programm sind auf der
Konferenzwebsite einsehbar.
29. Wurden die Bundesländer nach Kenntnis der Bundesregierung bereits in
die Vorbereitung dieser „größeren Konferenz“ eingebunden, und wenn
ja, wann, und wie, und wenn nein, warum nicht?
Das BMBF bereitet die Fachkonferenz „Finanzielle Bildung für das Leben“ in
eigener Verantwortung vor. Der thematische Fokus liegt auf finanzieller
Bildung in außerschulischen non-formalen und informellen Settings in
lebensbegleitender Perspektive. Den Ländern steht grundsätzlich die Möglichkeit offen,
sich in die Konferenz einzubringen. Finanzbildungsangebote aus den Ländern
werden am Beispiel von Volkshochschulen exemplarisch sichtbar gemacht.
Gesamtherstellung: H. Heenemann GmbH & Co. KG, Buch- und Offsetdruckerei, Bessemerstraße 83–91, 12103 Berlin,
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