Deutscher Bundestag Drucksache 20/12028
20. Wahlperiode 25.06.2024
Antwort
der Bundesregierung
auf die Kleine Anfrage der Fraktion der CDU/CSU
– Drucksache 20/11520 –
Sanierung der Riedbahn
V o r b e m e r k u n g d e r F r a g e s t e l l e r
Die Deutsche Bahn AG (DB AG) beginnt am 15. Juli 2024 die erste
„Generalsanierung“, d. h. die Bündelung aller geplanten Baumaßnahmen der
kommenden Jahre innerhalb einer Streckensperrung. Die erste der 40 geplanten
Streckenabschnitte für die einzelnen Korridorsanierungen findet auf der Riedbahn,
auf der hoch belasteten Strecke zwischen Frankfurt und Mannheim statt (vgl.
www.deutschebahn.com/resource/blob/11344496/93ac55503a77067bf9ab24b
26f051612/20230915_Faktenblatt_Bund-und-DB-legen-Streckenabschnitte-fu
er-Generalsanierung-fest-data.pdf). Bis voraussichtlich Mitte Dezember 2024
wird die Strecke gesperrt (vgl.
www.hessenschau.de/wirtschaft/1000-busfahrt
en-taeglich-sollen-riedbahn-regionalverkehr-ersetzen-v1,riedbahn-sanierung-e
rsatzbusse-bahn-100.html).
Vorbereitend für diese Sanierung fand im Januar 2024 eine Generalprobe statt,
in der die Strecke für den Zugverkehr gesperrt war. Die DB AG feierte diese
Generalprobe nach Kenntnis der Fragesteller als Erfolg und sieht sich für die
tatsächliche, fünfmonatige Sperrung gut gerüstet (vgl.
www.deutschebah
n.com/de/presse/pressestart_zentrales_uebersicht/Generalprobe-geschafft-DB-
sieht-sich-fuer-Riedbahn-Sanierung-gut-vorbereitet-12695184). Gleichzeitig
gestand die DB AG nach Kenntnis der Fragesteller zu, dass die Generalprobe
auch einige Schwachstellen offengelegt und eine Woche länger als geplant
gedauert habe (vgl.
www.fr.de/hessen/bahn-optimistisch-nach-generalprobe-fue
r-riedbahn-sanierung-zr-92836423.html). Kritischer wird die Generalprobe
nach Kenntnis der Fragesteller u. a. vom Verband der Güterbahnen bewertet.
Er bemängelt, dass die DB InfraGO AG mehrmals kurzfristig die
Streckensperrung um jeweils zwei Tage verlängerte (vgl. db-watch.de/generalprobe-au
f-der-riedbahn-geht-schief/). Noch ist nach Ansicht der Fragesteller auch
unklar, ob die DB AG pünktlich zum Start der Riedbahn-Sanierung ausreichend
Busfahrer rekrutieren kann. Im Februar und März 2024 wurde wiederholt in
der Presse berichtet, dass der DB AG noch die Hälfte der für den
Ersatzverkehr benötigten Busfahrer fehlt (vgl. bahnblogstelle.com/214461/drei-
monatevor-riedbahn-sanierung-fuer-ersatzverkehr-fehlen-weiterhin-viele-busfahrer/).
Nach Ansicht der Fragesteller besteht bei der Riedbahn-Sanierung und den
darauffolgend geplanten Sanierungen die Gefahr, dass die Terminplanung und
der geplante Umfang der Gesamtkosten nicht eingehalten werden.
Hinzukommt die aus Sicht der Fragesteller ungeklärte Frage der Realisierbarkeit
und Belastbarkeit der von der DB AG vorgesehenen Umleitungsstrecken.
Die Antwort wurde namens der Bundesregierung mit Schreiben des Bundesministeriums für Digitales und Verkehr
vom 24. Juni 2024 übermittelt.
Die Drucksache enthält zusätzlich – in kleinerer Schrifttype – den Fragetext.
1. Welche Schlüsse zieht die Bundesregierung aus dem Verlauf der
Generalprobe zur Sanierung der Riedbahn im Januar 2024?
2. Welche notwendigen Verbesserungen für die DB AG bzw. DB InfraGO
AG ergeben sich aus Sicht der Bundesregierung aus dieser
Generalprobe?
Die Fragen 1 und 2 werden wegen ihres Sachzusammenhangs gemeinsam
beantwortet.
Der im Januar 2024 durchgeführte „Testlauf“ für die ab Mitte Juli 2024 mit der
Vollsperrung einhergehenden Bauarbeiten hat trotz schwieriger
Wetterverhältnisse mit Eisregen grundsätzlich funktioniert. Zudem ist ein leistungsfähiger
Schienenersatzverkehr für die Reisenden angeboten worden. Inzwischen ist das
Projektteam aufgestockt worden. Weiterhin bedarf es aus Sicht der
Bundesregierung eines engmaschigen Projektmonitorings, um fortlaufend über den
Projektfortschritt und etwaige Verzögerungen Kenntnis zu erlangen.
3. Welche Schlüsse zieht die DB AG bzw. DB InfraGO AG aus dem
Verlauf der Generalprobe im Hinblick auf die weiteren geplanten
Sanierungen ab 2025 (vgl.
www.deutschebahn.com/resource/blob/11344496/93ac
55503a77067bf9ab24b26f051612/20230915_Faktenblatt_Bund-und-DB-
legen-Streckenabschnitte-fuer-Generalsanierung-fest-data.pdf)?
Während der vorbereitenden Arbeiten im Januar 2024 konnte die DB InfraGO
AG das Umleiterkonzept sowie die Schienenersatzverkehre mit Bussen testen.
Nach Angaben der DB InfraGO AG haben diese sehr gut funktioniert. Ferner
hat sich gezeigt, dass die hohe Intensität der Bauarbeiten durch die gebundenen
Firmen bewältigt werden kann. Die DB InfraGO AG plant aufgrund der
Erfahrungen für die eigentlichen Generalsanierungen zeitliche Puffer innerhalb
einzelner Module ein.
4. Welche Maßnahmen hat die DB InfraGO AG während der Generalprobe
der Riedbahn-Sanierung durchgeführt, und warum waren diese
Maßnahmen jeweils notwendig (bitte einzeln auflisten)?
Es wurden sanierungsbedürftige Anlagen ersetzt und bauvorbereitende
Maßnahmen durchgeführt. Dies waren u. a. 23 Weichen, 9 km Gleiserneuerung,
8,5 km Kabeltröge, Gründungsfundamente für Schallschutzwände, Signale und
Oberleitungen sowie 100 Signale. Parallel dazu wurde das Verkehrskonzept für
den Sommer erprobt, das 1 200 Busfahrten pro Tag mit 150 Bussen und ca. 400
Fahrpersonalen umfasst.
5. Welche Ergebnisse hat die DB AG aus der begleitenden Kundenumfrage
während der Generalprobe erhalten (bitte einzeln auflisten)?
Nach Angaben der DB InfraGO AG wurde eine repräsentative Umfrage im
Januar 2024 unter Fahrgästen im Ersatzverkehr auf der Riedbahn durchgeführt.
Demnach waren 72 Prozent der Fahrgäste mit dem Ersatzverkehrsangebot
zufrieden bis sehr zufrieden (Schulnote 1 & 2). Insgesamt wurde der
Ersatzverkehr mit der Note 2,2 (Schulnote) bewertet.
Im Einzelnen wurden die abgefragten Produktmerkmale wie folgt bewertet:
• Haltestellen: 2,4
• Fahrplanangebot: 2,4
• Pünktlichkeit: 2,2
• Information: 2,5
• Fahrzeuge: 2,2
• Fahrpersonal: 2,1
• Wegeleitung: 2,4.
6. Welche Verbesserungen plant die DB InfraGO AG hinsichtlich der
Vorbereitung und der Arbeitsbedingungen der Busfahrer (Schulung,
Deutschkenntnisse, kein Verfahren auf der Strecke) für die kommende
fünfmonatige Sperrung der Riedbahn?
15. Wo werden die Busfahrer während der Riedbahn-Sanierung
untergebracht sein?
Die Fragen 6 und 15 werden wegen ihres Sachzusammenhangs gemeinsam
beantwortet.
Nach Angaben der DB InfraGO AG werden die Busfahrer und Busfahrerinnen
im Vorfeld umfassend geschult. Sie fahren die Strecken ab und erhalten eine
ausführliche Einweisung in die Informationstechnik. Unterstützend werden die
Fahrtrouten der einzelnen Linien auf einem Navigationsgerät angezeigt.
Anfang Juli 2024 wird es einen mehrtägigen Probebetrieb mit allen Bussen und
Fahrpersonalen geben, in dem alle Abläufe nochmals getestet werden.
Für Fahrpersonale, die aus dem Ausland kommen, werden Deutschkurse
angeboten. Zusätzlich hat die DB InfraGO AG die häufigsten Fahrgastfragen in
14 Sprachen übersetzen lassen. Nach Angaben der DB InfraGO AG unterstützt
diese weiterhin die Fahrpersonale bei der Suche nach einer Wohnung. Soweit
Fahrpersonale nicht am Ort des Ersatzverkehrs arbeiten, erhalten diese eine
kostenfreie Wohnung, die möglichst nah am Einsatzort liegt. Die Fahrpersonale
werden vor Ort fachlich unterstützt.
7. Wie viele Busfahrer hat die DB AG derzeit bereits für die Sanierung der
Riedbahn rekrutiert, und wie viele Busfahrer müssen noch rekrutiert
werden (vgl. beispielsweise
www.spiegel.de/wirtschaft/fuer-riedbahn-sanier
ung-fehlen-noch-mehr-als-100-busfahrer-a-f4aa1480-dea4-4b67-aea8-35
4b5afce93b und
www.hessenschau.de/wirtschaft/1000-busfahrten-taeglic
h-sollen-riedbahn-regionalverkehr-ersetzen-v1,riedbahn-sanierung-ersatz
busse-bahn-100.html)?
8. Wie viele Busse benötigt die DB SEV GmbH, um den
Schienenersatzverkehr während der Sperrung der Riedbahn zu gewährleisten (bitte die
maximalen und durchschnittlichen Passagierzahlen in Zügen auf der
Riedbahn sowie die entsprechenden Kapazitäten für Busse angeben)?
9. Sind die zur Gewährleistung des Schienenersatzverkehrs erforderlichen
Kapazitäten gesichert vorhanden?
Die Fragen 7 bis 9 werden wegen ihres Sachzusammenhangs gemeinsam
beantwortet.
Details im Sinne der Fragestellungen können der Presse-Information der DB
AG vom 29. Mai 2024 entnommen werden:
www.deutschebahn.com/de/presse/
pressestart_zentrales_uebersicht/Ersatzverkehr-an-der-Riedbahn-Busflotte-und-
Team-sind-komplett-12879832#.
10. Führt der Schienenersatzverkehr zu einer Verlängerung der Reisezeit,
wenn ja, von welcher durchschnittlichen Verlängerung der Reisezeit
gehen das Bundesministerium für Digitales und Verkehr (BMDV) und die
DB AG während der Dauer der Sanierung aus, und wenn nein, warum
nicht?
Die Angaben können den im Internet veröffentlichten Informationen zur
Informationsveranstaltung der DB AG zum Stand der Vorbereitungen vom 13. Mai
2024 entnommen werden (
www.riedbahn.de/downloads.html?file=files/page/
5_infothek/6_downloads/allgemeines/20240513_Generalsanierung_Riedbahn_
aktueller_Stand.pdf&cid=2191, S. 24). Nach Angaben der DB InfraGO AG
sind die Daten weiterhin zutreffend.
11. Wie viele der während der Generalsprobe der Riedbahn-Sanierung
eingesetzten Busfahrer waren zuvor bereits in Deutschland als Busfahrer tätig?
12. Aus welchen Staaten rekrutiert die DB AG Busfahrer für die Riedbahn-
Sanierung (bitte Anzahl der Fahrer pro Staat auflisten)?
Die Fragen 11 und 12 werden wegen ihres Sachzusammenhangs gemeinsam
beantwortet.
Im Wesentlichen wurden die Fahrpersonale im Ausland rekrutiert. 130
Fahrpersonale waren zuvor bereits bei den DB-Busgesellschaften als Busfahrer
beschäftigt und damit in Deutschland tätig.
Soweit Fahrpersonale nicht zuvor in Deutschland tätig waren, sind diese in
insgesamt 14 europäischen Ländern rekrutiert worden. Mehrheitlich kommen sie
aus Polen, Spanien, Griechenland, Serbien und Kroatien. Weitere
Herkunftsländer sind: Albanien, Italien, Frankreich, Portugal, Mazedonien, Türkei,
Rumänien, Bulgarien und Ungarn.
13. Welche Art von Visa erhalten die Fahrer für die Zeit ihrer Tätigkeit als
Busfahrer in Deutschland?
Fahrpersonale mit Visa-Pflicht haben ein Arbeitsvisum.
14. Werden die Fahrer im Anschluss auch bei den folgenden Sanierungen
von der DB SEV GmbH eingesetzt, um den Schienenersatzverkehr
während der Sperrung zu gewährleisten, wenn ja, wie ist das weitere
Verfahren konkret geplant, und wenn nein, warum nicht?
Generell besteht ein sehr hoher Bedarf nach Ersatzverkehren. Alle
Fahrpersonale können daher weiter eingesetzt werden. Nach Angaben der DB InfraGO
AG sind die Fahrpersonale bei den regionalen DB-Busgesellschaften
unbefristet angestellt.
16. Wie viele Busfahrer haben zuvor im öffentlichen Personennahverkehr in
Deutschland gearbeitet?
Nach Angaben der DB InfraGO AG liegen hierzu keine Datenerhebungen vor.
17. Wie viele Busunternehmen haben Verträge im öffentlichen
Personennahverkehr gekündigt, um den Schienenersatzverkehr während der
Riedbahn-Sanierung zu fahren?
Nach Angaben der DB InfraGO AG trifft dies auf kein Busunternehmen zu.
18. Welchen durchschnittlichen Stundensatz erhalten die Busfahrer während
der Sanierung der Riedbahn von der DB SEV GmbH?
Nach Angaben der DB InfraGO AG erhalten alle bei den regionalen DB-
Busgesellschaften angestellten Fahrpersonale eine marktübliche Bezahlung nach
den jeweils für die Gesellschaft geltenden Tarifverträgen.
19. Welchen Kilometersatz erhalten von der DB SEV GmbH als
Subunternehmen beauftragte Unternehmen, und wie verhält dieser sich zu den
üblichen Vergütungen für Schienenersatzverkehre und wie zu üblichen
Vergütungen für Busverkehre?
Die DB SEV GmbH führt den Ersatzverkehr für die Generalsanierung der
Riedbahn in Eigenregie durch. Subunternehmer kommen nicht zum Einsatz.
20. Ist aus Sicht der Bundesregierung eine bundesweit einheitliche
Betriebsvereinbarung für den Schienenersatzverkehr während der vom BMDV
und von der DB AG vorgesehenen Sanierung der geplanten 40
Streckenabschnitte bis 2023 möglich (vgl.
www.deutschebahn.com/resource/blo
b/11344496/93ac55503a77067bf9ab24b26f051612/20230915_Faktenbla
tt_Bund-und-DB-legen-Streckenabschnitte-fuer-Generalsanierung-fest-d
ata.pdf)?
Nein.
21. Wie ist die durchschnittliche Note für die Strecke der Riedbahn im
Bereich der geplanten Generalsanierung für die verschiedenen Gewerke
(Brücken, Tunnel, Stützbauwerke, Gleise, Weichen, Bahnübergänge,
Stellwerke, Oberleitung) und insgesamt zum Zeitpunkt der letzten
erfolgten Erfassung (bitte einzeln tabellarisch angeben)?
22. Welche Netzzustandsnote weist die Riedbahn derzeit auf (mindestens
nach dem Netzzustandsbericht Fahrweg 2023), und wie setzt sich diese
zusammen?
36. Auf welche Netzzustandsnote verbessert sich die Strecke der Riedbahn
durch die Maßnahmen, die während der „Generalsanierung“ des
Korridors durchgeführt werden?
37. Welche Prognoseergebnisse liegen zur Verbesserung der
Netzzustandsnote nach der Sanierung der Riedbahn vor?
Die Fragen 21, 22, 36 und 37 werden wegen ihres Sachzusammenhangs
gemeinsam beantwortet.
Bei der Netzzustandsnote handelt es sich um eine interne Kennzahl der DB
InfraGO AG, deren Herleitung und Systematik das Bundesministerium für
Digitales und Verkehr (BMDV) bislang nicht validieren kann und die daher für
die Bewertung des Netzzustandes durch das BMDV keine Anwendung findet.
Nach Auskunft der DB InfraGO AG soll der Netzzustandsbericht dazu dienen,
den Infrastrukturzustand mittels einer leicht verständlichen Notenlogik
darzustellen. Der Netzzustandsbericht ist kein im Auftrag des BMDV erstelltes
Berichtsdokument und auch nicht vom BMDV akkreditiert.
Die Netzzustandsnote über alle Gewerke auf der gesamten Strecke liegt nach
Angaben der DB InfraGO AG bei aktuell 3,5 und setzt sich aus allen
Netzzustandsnoten der verschiedenen Gewerke zusammen. Im Durchschnitt soll sich
die Netzzustandsnote laut DB InfraGO AG über alle Gewerke auf der gesamten
Strecke durch die Maßnahmen auf 2,1 verbessern. (Im Rahmen der
Generalsanierung werden die pünktlichkeitsrelevanten Gewerke Gleise, Weichen,
Bahnübergänge sowie Leit- und Sicherungstechnik umfangreich erneuert. Nach
Angaben der DB InfraGO AG werden sich die Netzzustandsnoten in den
überwiegenden Fällen deutlich verbessern:
• Gleise 3,6 1,9
• Weichen 3,8 1,8
• Bahnübergänge 5,3 1,2
• Leit- und Sicherungstechnik 4,9 1,3
• Oberleitung 3,7 3,7*
• Brücken 2,2 2,2
• Stützwände 1,2 1,2
* An der Oberleitung wird der Fahrdraht ausgetauscht. Die aktuelle Systematik der Berechnung der
Netzzustandsnote der Oberleitung berücksichtig diese Verbesserung noch nicht.
23. Wie viele Weichen gibt es auf der Riedbahn, und welche bzw. wie viele
dieser Weichen werden erneuert, und wenn nicht alle Weichen erneuert
werden, warum nicht?
24. Wie viele Stelleinheiten gibt es auf der Riedbahn, welche, bzw. wie viele
dieser Stelleinheiten werden erneuert, und wenn nicht alle Stelleinheiten
erneuert werden, warum nicht?
25. Wie viele Bahnübergänge gibt es auf der Riedbahn, welche, bzw. wie
viele dieser Bahnübergänge werden erneuert, und wenn nicht alle
Bahnübergänge erneuert werden, warum nicht?
26. Wie viele Tunnel gibt es auf der Riedbahn, welche, bzw. wie viele dieser
Tunnel werden erneuert, und wenn nicht alle Tunnel erneuert werden,
warum nicht?
27. Wie viele Kilometer an Stützwänden gibt es auf der Riedbahn, welche,
bzw. wie viele dieser Kilometer werden erneuert, und wenn nicht alle
Kilometer erneuert werden, warum nicht?
28. Wie viele Kilometer Oberleitung gibt es auf der Riedbahn, wie viele
dieser Kilometer werden erneuert, und wenn nicht alle Kilometer erneuert
werden, warum nicht?
Die Fragen 23 bis 28 werden wegen ihres Sachzusammenhangs gemeinsam
beantwortet.
• Auf der Riedbahn sind keine Tunnel vorhanden.
• Auf der Riedbahn gibt es 272 Weichen im Bestand, davon werden 152
Weichen erneuert.
• Auf der Riedbahn gibt es 1 137 Stelleinheiten. Es werden alle Stelleinheiten
erneuert und 63 neu gebaut.
• Auf der Riedbahn gibt es 6 Bahnübergänge, davon werden vier erneuert und
zwei zurückgebaut.
• Auf der Riedbahn gibt es 1 km Stützwände, die nicht erneuert werden
müssen.
• Auf der Riedbahn gibt es 164 km Oberleitung. Auf einer Länge von 140 km
erfolgt ein Fahrdrahttausch.
Alle vorgenannten Erneuerungen erfolgen aufgrund von
Sanierungsbedürftigkeit.
29. Welche konkrete DSD-Ausrüstung (DSD = Digitale Schiene
Deutschland) ist bei der Sanierung der Riedbahn auf der Strecke geplant, wird
ETCS (European Train Control System) Level 2 ohne
Außensignalisierung mit „Digitalen Stellwerken“ verbaut, und wenn nein, warum nicht?
Auf der Riedbahn wird ETCS Level 2 mit Signalen errichtet. Die Entscheidung
für diese Ausrüstung wurde vor Festlegung der Generalsanierung des
Hochleistungskorridors getroffen und seitdem geplant.
30. Wurden bei der Riedbahn detaillierte Analysen durchgeführt, um
sicherzustellen, dass die geplante DSD-Ausrüstung tatsächlich zu einer
signifikanten Erhöhung der Leistungsfähigkeit führen wird, und wenn nein,
warum nicht?
Ja, es wurden detaillierte Analysen durch die DB InfraGO AG durchgeführt.
Nach Angabe der DB InfraGO AG werden die ESTW- und ETCS-Planungen
im Rahmen der Generalsanierung im Ergebnis zu einer höheren
Leistungsfähigkeit führen.
31. Wie hoch wird die Leistungssteigerung bei der Riedbahn durch die
Sanierung sein?
Die Streckenleistungsfähigkeit wird leicht ansteigen. Primäre Zielsetzung ist
eine Erhöhung der Betriebsqualität.
32. Welche Maßnahmen bei Bahnhöfen und Haltepunkten auf der Riedbahn
sind während der Sanierung konkret und bis wann geplant (bitte nach
Bahnhof bzw. Haltepunkt differenziert auflisten)?
Station Zeppelinheim: Sanierung der Bahnsteigdächer; neue Beleuchtung;
modernes Fahrgastinformationssystem; Erneuerung der Gefahrraummarkierung;
Erneuerung der Scheiben im Geländer und entlang der Rampe; farbliche
Gestaltung der Station;
Station Mörfelden: Austausch des Aufzugs mit neuer Einhausung; Erneuerung
Bodenleitstreifen für sehbehinderte Menschen (taktiles Leitsystem); neues
Wetterschutzhaus; optische Aufwertung der Unterführung inklusive neuer
Beleuchtung; neue Gestaltung der Treppenaufgänge; Rückbau des alten Bahnsteigs;
modernes Fahrgastinformationssystem;
Station Walldorf: Einbau einer Rampe am Mittelbahnsteig für einen
barrierefreien Zugang; Einbau eines Aufzugs an Bahnsteig 1; optische Aufwertung der
Unterführung; modernes Fahrgastinformationssystem; farbliche Gestaltung der
Station;
Station Groß-Gerau-Dornberg: neuer Bahnsteig 1; neue Wetterschutzhäuser,
neue Scheiben bei den Treppeneinhausungen, Überdachen von Treppen; neue
Aufzüge und Sitzbänke; attraktive Gestaltung der Unterführung; modernes
Fahrgastinformationssystem; farbliche Gestaltung der Station,
Fliesengestaltung im Riedbahndesign;
Station Groß-Gerau-Dornheim: Einbau von zwei Aufzügen für einen
barrierefreien Zugang zum Bahnsteig 2, attraktive Gestaltung des Zugangs; optische
Aufwertung der Unterführung; modernes Fahrgastinformationssystem;
farbliche Gestaltung der Station, Fliesengestaltung im Riedbahndesign;
Station Riedstadt-Wolfskehlen: neue Bahnsteigmöbel (Steh-Anlehner);
attraktivere Gestaltung Wetterschutzhäuser; Bike+Ride: neue Fahrradabstellanlagen;
modernes Fahrgastinformationssystem;
Station Riedstadt-Goddelau: kompletter Neubau und Verlängerung von
Bahnsteig 1; Verbesserung der Zugangssituation: Bau eines breiteren Zugangs, Bau
von Aufzügen; Erneuerung der Wetterschutzhäuser; Erneuerung der Sitzbänke;
optische Aufwertung der Unterführung; modernes Fahrgastinformationssystem;
farbliche Gestaltung der Station;
Station Stockstadt: neue Bahnsteigmöbel (Steh-Anlehner); neue Bepflanzung
und Pflege der Grünflächen beidseits der Bahnstrecke und Renaturierung;
Einrichten eines Picknick-Platzes im Grünen an der Westseite des Bahnhofs; neue
Sitzbänke und Tische auf dem Vorplatz; optische Aufwertung der
Unterführung; modernes Fahrgastinformationssystem; farbliche Gestaltung der Station;
Station Biebesheim: neue Bahnsteigmöbel (Steh-Anlehner); Pflege und
Wiederherstellung der parkähnlichen Anlage auf der Westseite des Bahnhofs;
optische Aufwertung der Unterführung; modernes Fahrgastinformationssystem;
farbliche Gestaltung der Station, Fliesengestaltung im Riedbahndesign;
Station Gernsheim: zusätzliche Rampe an Bahnsteig 1; Erneuerung der Treppe
zum Mittelbahnsteig inklusive Beleuchtung; neue Bepflanzung der
Grünflächen im Zugangsbereich auf der Stadtseite; Pflege der Sträucher entlang von
Bahnsteig 1 mit Herstellung einer neuen Grünfläche innerhalb des durch die
Klinkerwand gebildeten Halbkreises; attraktive Gestaltung der Unterführung;
neue Sitzbänke; modernes Fahrgastinformationssystem; farbliche Gestaltung
der Station;
Station Groß-Rohrheim: neue Bahnsteigmöbel (Steh-Anlehner); Überdachung
der Fahrradständer; modernes Fahrgastinformationssystem; Neugestaltung der
Unterführung;
Station Biblis: Sanierung/optische Aufwertung der Unterführung; Erneuerung
der Brücken in der Unterführung; modernes Fahrgastinformationssystem;
farbliche Gestaltung der Station, Fliesengestaltung im Riedbahndesign;
Station Bobstadt: Abriss des Bahnwärterhäuschens und Gestaltung der Fläche;
neue und optisch aufgewertete Unterführung für mehr Barrierefreiheit; neue
Zugangswege; modernes Fahrgastinformationssystem; farbliche Gestaltung der
Station;
Station Bürstadt: Instandsetzung von drei verklinkerten Bahnsteigzugängen;
modernes Fahrgastinformationssystem;
Station Lampertheim: Erhöhung von Bahnsteig 1 inkl. Anpassung der
Zuwegungen; optische Aufwertung der Unterführung; modernes
Fahrgastinformationssystem; farbliche Gestaltung der Station, Fliesengestaltung im
Riedbahndesign;
Station Mannheim-Waldhof: optische Aufwertung der Unterführung; Sanierung
des Dachs von Bahnsteig B; modernes Fahrgastinformationssystem; neues
Wegeleitsystem (Bahnsteige A und B; Erneuerung der Bahnsteigausstattung und
Beleuchtung (Bahnsteige A und B); Malerarbeiten/farbliche Gestaltung der
Station;
Station Mannheim-Luzenberg: Instandsetzung der Bahnsteigdächer;
Umgestaltung des P+R Parkplatzes; modernes Fahrgasinformationssystem; neues
Wegeleitsystem; Erneuerung der Bahnsteigausstattung und Beleuchtung;
Malerarbeiten/farbliche Gestaltung der Station;
Station Mannheim-Käfertal: Instandsetzung des Dachs am Bahnsteig 1;
modernes Fahrgastinformationssystem; neues Wegeleitsystem (bereits errichtet);
Malerarbeiten/farbliche Gestaltung der Station (bereits erfolgt);
Station Mannheim-Neckarstadt: Erneuerung und Einhausung des
Treppenturms; neue Bahnsteigdächer und neuer Bahnsteigbelag; modernes
Fahrgasinformationssystem; neues Wegeleitsystem; Erneuerung der Bahnsteigausstattung
und Beleuchtung; farbliche Gestaltung der Station;
Station Mannheim-Handelshafen: Erneuerung des Bahnsteigbelags;
Erneuerung der Treppen; modernes Fahrgasinformationssystem; neues
Wegeleitsystem; Erneuerung der Bahnsteigausstattung und Beleuchtung; Malerarbeiten/
farbliche Gestaltung der Station.
33. Welche weiteren Maßnahmen plant die DB InfraGO AG auf der
Riedbahn, um die vom BMDV und von der DB AG angestrebte Baufreiheit
von zehn Jahren, mindestens jedoch von fünf Jahren zu gewährleisten?
Auf Basis des Sanierungsumgriffs der Generalsanierung der Riedbahn ist durch
die DB InfraGO AG ein neues Instandhaltungsregime
(„Hochleistungsinstandhaltung“), bestehend aus Prävention, digitalen Diagnosesystemen und
Prädiktion sowie neuen Standards zur schnellen Entstörung beabsichtigt. Ziel ist es, die
erneuerten Anlagen so zu pflegen, dass die Verfügbarkeit der Anlagen auf
einem hohen Niveau gehalten werden kann. Dafür wird weiterhin eine
regelmäßige Instandhaltung notwendig sein, größere Baumaßnahmen sind dadurch
nicht zu erwarten.
34. Wie lange wird die Riedbahn nach Einschätzung des BMDV und der
DB AG nach Abschluss der geplanten Sanierung baufrei sein?
Nach der Sanierung wird grundsätzlich eine Baufreiheit von mindestens fünf
Jahren erwartet.
35. Welche Maßnahmen zur Beschleunigung und Kapazitätserweiterungen,
insbesondere die für den Deutschlandtakt benötigten Überleitstellen, sind
bei der Sanierung der Riedbahn vorgesehen?
Auf der Riedbahn werden drei Überleitstellen neu gebaut. Diese sind Teil des
Klimaschutzprogramms. Damit wird die Überleitung ins Gegengleis auf den
drei längsten Streckenabschnitten der Riedbahn deutlich verbessert. Ebenso
werden im Bereich der S-Bahn-Linie S7 Überholgleise mit größeren Weichen
ausgestattet, sodass überholte S-Bahnen schneller ausfahren können.
38. Kann die DB AG derzeit garantieren, dass der Kostenumfang der
Riedbahn-Sanierung ca. 1,3 Mrd. Euro nicht übersteigen wird, und wenn
nein, warum nicht, und mit wie vielen Kosten ist stattdessen zu rechnen?
Nach Angaben der DB InfraGO AG wird der beschlossene Kostenrahmen nach
aktuellen Erkenntnissen eingehalten.
39. Wie hoch ist die Summe der investiven Finanzmittel für die Sanierung
der Riedbahn?
Für das Projekt Generalsanierung Riedbahn ist ein Gesamtwertumfang von
1 311,7 Mio. Euro veranschlagt. Davon entfallen 1 159,2 Mio. Euro auf
Investitionen und 152,5 Mio. Euro auf Aufwandstatbestände.
40. Wie hoch ist die Summe der Finanzmittel für Wartung und
Instandhaltung für die Sanierung der Riedbahn?
Für Maßnahmen, die im Rahmen der Generalsanierung der Instandhaltung
zuzuordnen sind, fallen im Jahr 2024 28,8 Mio. Euro an.
41. Wie ist das Verhältnis von investiven Finanzmitteln und Finanzmitteln,
die in Wartung und Instandhaltung gesteckt werden bei der Sanierung der
Riedbahn?
Bei der Generalsanierung der Riedbahn handelt es sich um ein
Erneuerungsprojekt, sodass im weit überwiegenden Umfang aktivierungspflichtige (investive)
Sachverhalte vorliegen.
42. Kann die DB AG derzeit garantieren, dass die Sanierung der Riedbahn
zum Fahrplanwechsel im Dezember 2024 abgeschlossen sein wird, und
wenn nein, warum nicht?
Nach Angaben der DB InfraGO AG, zum jetzigen Zeitpunkt, ist dies der Fall.
43. Wird es nach Einschätzung des BMDV und der DB AG dazu kommen,
dass Eisenbahnverkehrsunternehmen (EVU) während der Riedbahn-
Sanierung kein Geld durch das Durchführen ihrer Verkehre verdienen und
zusätzlich Pönale für den Ausfall der Verkehre an die Aufgabenträger
zahlen müssen, wenn ja, inwiefern, und wenn nein, warum nicht?
Der Schienenpersonennahverkehr (SPNV) wird durch verschiedene
Unternehmen im Rahmen von Verkehrsverträgen erbracht. Wegen der nicht fristgemäßen
Ankündigung der Sperrung hat die DB InfraGO AG den betroffenen SPNV-
Unternehmen eine Kompensation ihres Schadens zugesichert. Derzeit finden
hierzu Gespräche zwischen den Unternehmen, Aufgabenträgern und der DB
InfraGO AG statt.
44. Welche Kosten werden vom BMDV und von der DB AG für die
Vorhaben im Rahmen der Generalsanierung des Schienen-Hochleistungsnetzes
zugrunde gelegt, und wie sollen sie finanziert werden (bitte die Projekte
einzeln auflisten)?
45. Sind die bislang eingeplanten Mittel in der Leistungs- und
Finanzierungsvereinbarung (LuFV) III (vgl.
www.eba.bund.de/download/LuFV_I
II_Vertrag_und_Anlagen_Web.pdf) sowie bei den Investitionsmitteln
des Bundes für die Generalsanierung ausreichend oder benötigt die DB
InfraGO AG mehr Mittel, wenn ja, in welcher Höhe, und wenn nein,
warum nicht?
Die Fragen 44 und 45 werden aufgrund ihres Sachzusammenhangs gemeinsam
beantwortet.
Die Gesamtkosten für die Generalsanierung der Hochleistungskorridore können
derzeit nicht beziffert werden, da die Planungen für die bis zum Jahr 2030 in
Aussicht genommenen Hochleistungskorridore noch nicht abgeschlossen sind.
46. Welche regionalen Dialoge für die ab 2025 vorgesehenen
Korridorprojekte sind von der DB AG aktuell geplant?
Nach Angaben der DB InfraGO AG plant diese regionale
Kommunikationsformate je Region und Korridor, sowie nach jeweils spezifischen, regionalen
Anforderungen, abhängig vom Planungsstand. Diese zahlreichen Formate richten
sich an Bürger und Bürgerinnen, Aufgabenträger,
Eisenbahnverkehrsunternehmen, Unternehmen mit Gleisanschluss und weitere Stakeholder.
Aktuell stellte die DB InfraGO AG das SEV-Konzept für Hamburg–Berlin vor.
Die Termine hierfür waren: 30. Mai 2024 in Hagenow, 4. Juni.2024 in
Wittenberge, 11. Juni 2024 in Büchen, 13. Juni 2024 in Berlin.
Des Weiteren hat die DB InfraGO AG folgende Termine durchgeführt bzw. in
Planung:
Veranstaltung Datum
1. Regionaler Dialog Hamburg–Berlin 17.05.2023
1. Regionaler Dialog Generalsanierung Region West
(digital, polit. Stakeholder) 12.06.2023
2. Regionaler Dialog Hamburg–Berlin 21.08.2023
2. Regionaler Dialog Generalsanierung Region West
(Oberhausen, Arbeitsebene) 15.08.2023
Nürnberg–Regensburg und Obertraubling–Passau:
HLK Arbeitsgruppe Gleisanschließer 16.01.2024
Nürnberg–Regensburg und Obertraubling–Passau:
HLK Arbeitsgruppe SPNV 18.01.2024
Hamburg–Berlin: Treffen mit EVU | Thema SEV-Konzept 24.01.2024
Nürnberg–Regensburg und Obertraubling–Passau:
HLK Arbeitsgruppe SGV 29.01.2024
Nürnberg–Regensburg und Obertraubling–Passau:
SEV-Dialog Region Süd 26.02.2024
Rechter Rhein: Informationsveranstaltung 29.02.2024
Nürnberg–Regensburg: Arbeitsgruppe Gleisanschließer 18.03.2024
Generalsanierung in Bayern: Dialog im Landtag 09.04.2024
Generalsanierung Hamburg–Berlin: Austausch
Fahrgastverbände HH, SH, MV, BB, B (GL Ost) 15.04.2024
Nürnberg–Regensburg und Obertraubling–Passau: Workshop
SGV-Verkehrskonzepte 23.04.2024
Veranstaltung Datum
Generalsanierung Hamburg–Berlin: Zweiter regionaler
Dialog (VBB, VMV, hvv, NAH.SH, Amtsleitungen der Länder
HH, SH, MV, BB, B)
26.04.2024
Generalsanierung Rechter Rhein: Info-Veranstaltung MdB,
MdL, Lärmbeirat Mittelrheintal 13.05.2024
Generalsanierung Riedbahn: Infoveranstaltung Stakeholder
(BM, Landräte, MdB, MdL, Aufgabenträger, Länder) +
nachmittags Pressetermin
13.05.2024
Generalsanierung Rechter Rhein: digitale Info-Veranstaltung
für MdB/MdL mit Zuständigkeit im Rheintal zwischen
Unkel und Wiesbaden
13.05.2024
Obertraubling-Passau: Arbeitsgruppe Gleisanschließer 15.05.2024
BEG-Regionalkonferenz Oberbayern 03.06.2024
Generalsanierung Obertraubling–Passau: SPV-Workshop 06.06.2024
BEG-Regionalkonferenz Niederbayern/Oberpfalz 01.07.2024
Generalsanierung West: Hagen–Wuppertal–Köln: Roadshow
durch die Kommunen, Arbeitsebene Juni 2024
Generalsanierung West: Troisdorf–Unkel:
Streckenbezogener Dialog Juni 2024
BEG-Regionalkonferenz Mittelfranken 18.07.2024
Hamburg–Berlin: Diverse digitale und vor Ort
Informationsveranstaltungen entlang der Strecke 6 100 31.08.2024
47. Wie ist der aktuelle Planungsstand bei der Generalsanierung des
Korridorabschnittes Hamburg – Berlin?
48. Sind die Vorbereitungen der Generalsanierung des Korridorabschnittes
Hamburg – Berlin im Zeitplan, und wie lautet der weitere Terminplan?
Die Fragen 47 und 48 werden wegen ihres Sachzusammenhangs gemeinsam
beantwortet.
Nach Angaben der DB InfraGO AG befindet sich die Planung aktuell im
Zeitplan. Derzeit läuft die Ausschreibung der Bauhauptleistung für den Korridor,
die Angebotsfrist endet hierzu im Juli 2024. Die Vergabe ist für Ende des
Jahres 2024 geplant. Noch im Juni 2024 soll die Vergabe an den Systemanbieter
der Leit- und Sicherungstechnik im Abschnitt Nauen–Büchen erfolgen. Die
Vergabe der Schienenersatzverkehrsleistungen ist für den Sommer 2024
vorgesehen.
49. Wurde die Erarbeitung der Details des Verkehrskonzepts durch die DB
Netz AG und die betroffenen EVU und Aufgabenträger abgeschlossen,
wenn ja, welche Details enthält das Verkehrskonzept (vgl. Antwort der
Bundesregierung zu Frage 13 der Kleinen Anfrage der Fraktion der
CDU/CSU „Aktueller Stand zur Umsetzung des Sanierungsplans für das
hochbelastete Schienennetz zum Hochleistungsnetz der Deutschen
Bahn“ auf Bundestagsdrucksache 20/6922), und wenn nein, warum
nicht?
Nach Angaben der DB InfraGO AG befinden sich die Erarbeitungen der
Verkehrskonzepte gemeinsam mit den EVU und Aufgabenträgern entlang der
Strecke Hamburg - Berlin in der Finalisierung. Während der Generalsanierung wird
der Fernverkehr Hamburg–Berlin im Wesentlichen über Uelzen–Stendal
umgeleitet werden. Güterverkehre werden ebenfalls diese Strecke nutzen und
zusätzlich über Magdeburg–Braunschweig umgeleitet werden. Einzelne
Nahverkehrslinien werden für die Zeit während der Generalsanierung einen neuen Laufweg
erhalten. Dies wird beispielsweise für die RE8 zwischen Berlin und Schwerin
der Fall sein. Hier wird eine Umleitung über Güstrow und Neustrelitz erfolgen.
Für Gewerbebetriebe, die über einen Gleisanschluss an der Strecke verfügen,
werden individuelle Lösungen entwickelt.
50. Reichen die Kapazitäten auf den für Umleitungsverkehre vorgesehenen
Strecken für den Abschnitt Hamburg – Berlin aus, wenn ja, inwiefern,
und wenn nein, warum nicht?
Aufgrund von eingleisigen Streckenabschnitten auf dem Umleitungsweg des
Fernverkehrs über Stendal–Uelzen wird nach Angaben der DB InfraGO AG der
übliche 30min-Takt auf einen Stundentakt (ergänzt um einzelne Züge) reduziert
werden.
Im Güterverkehr werden sich alle Verkehre, die aktuell auf dem Korridor
Hamburg–Berlin verkehren, auf die Umleitungsstrecken verteilen lassen. Um
Nachfragespitzen glätten zu können, wird es in Abstimmung mit der Branche eine
punktuelle Verlagerung von Verkehren in verkehrsärmere Zeiten (bspw. zu
Wochenenden) geben.
Um die Güter- und Fernverkehre im erwähnten Umfang auf den
Umleitungsstrecken verkehren zu lassen, wird es punktuell erforderlich sein, bestehende
Nahverkehrszüge durch Busse zu ersetzen. Dies betrifft vor allem den
Abschnitt Stendal–Uelzen.
51. Sind die Umleitungsstrecken in einem guten Zustand, sodass sie
Mehrverkehr ohne Ausfälle aufnehmen können?
Nach Angaben der DB InfraGO AG werden die vorgesehenen
Umleitungsstrecken für den Zeitraum der Generalsanierung und für die zu erwartenden
Verkehre bestmöglich vorbereitet. Sicherheitsrelevante Fristen und die hohe
Belastung durch die umzuleitenden Züge werden auch während der
Umleitungsverkehre einzelne Instandhaltungsmaßnahmen erfordern. Diese werden, wann
immer möglich, nachts eingeplant.
52. Welche Korridorsanierungen plant die DB Netz AG auf den Strecken der
Ausbaustrecke (ABS) oder Neubaustrecke (NBS) Hamburg/Bremen –
Hannover („Optimiertes Alpha-E plus“)?
Nach Angaben der DB InfraGO AG ist die Generalsanierung für den Abschnitt
Hamburg–Hannover für die erste Hälfte des Jahres 2029 geplant. Aktuell läuft
die Studie zur Ermittlung des umsetzbaren Maßnahmenumfanges, diese soll im
Herbst 2024 abgeschlossen sein. Die Generalsanierung für den Abschnitt
Bremen/Rotenburg–Wunstorf ist für die zweite Hälfte des Jahres 2029 geplant.
53. Wie werden diese Korridorsanierungen mit den aktuell laufenden
Planungen für eine Aus- oder Neubaustrecke Hamburg/Bremen – Hannover
abgestimmt?
Eine entsprechende Koordination findet innerhalb der DB InfraGO AG statt.
54. Können diese Korridorsanierungen bei dem Bahnprojekt ABS oder NBS
Hamburg/Bremen – Hannover dazu führen, dass die Planungen für das
Bahnprojekt zeitlich nach den Korridorsanierungen verschoben werden,
wenn ja, inwiefern, und wenn nein, warum nicht?
Nach Angaben der DB InfraGO AG ist dies nicht der Fall, da die Planungen
zeitlich und inhaltlich unabhängig voneinander sind.
55. Sind kapazitätserweiternde Maßnahmen aus dem „Alpha-E“-Konzept auf
der Bestandsstrecke geplant, wenn ja, welche, und wenn nein, warum
nicht?
Ja. Bund und DB InfraGO AG streben an, im Rahmen der Generalsanierung
2029 zusätzliche Maßnahmen mit umzusetzen, die auch der
Kapazitätssteigerung dienen und inhaltlich den Zielen des „Alpha-E“-Konzepts entsprechen.
Eine vollständige Umsetzung des „Alpha-E“-Konzepts ist jedoch im
Zusammenhang mit der Generalsanierung weder vorgesehen noch zeitlich möglich.
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ISSN 0722-8333