Zurück zur Übersicht
Kleine AnfrageWahlperiode 20Beantwortet
Ergänzende Informationen zur Asylstatistik bis Oktober 2024
(insgesamt 22 Einzelfragen)
Fraktion
Die Linke
Ressort
Bundesministerium des Innern und für Heimat
Datum
13.12.2024
Antwortdauer
30 Tage
Aktualisiert
06.01.2025
ThemenMigration & Integration
Offizielle Quellen und Volltext
Die verlinkten PDFs stammen direkt vom Dokumentenserver des Deutschen Bundestages.
BT20/1375213.11.2024
Ergänzende Informationen zur Asylstatistik bis Oktober 2024
Kleine Anfrage
Volltext (unformatiert)
Deutscher Bundestag Drucksache 20/13752
20. Wahlperiode 13.11.2024
Kleine Anfrage
der Abgeordneten Clara Bünger, Dr. André Hahn, Gökay Akbulut, Anke
Domscheit-Berg, Nicole Gohlke, Susanne Hennig-Wellsow, Ates Gürpinar, Jan
Korte, Ina Latendorf, Cornelia Möhring, Petra Pau, Martina Renner, Dr. Petra Sitte
und der Gruppe Die Linke
Ergänzende Informationen zur Asylstatistik bis Oktober 2024
Die von der Linken regelmäßig erfragten ergänzenden Informationen zur
Asylstatistik des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF) beleuchten
ausgewählte Aspekte, die sonst kaum Beachtung finden. So ist wenig bekannt,
dass die Anerkennungsquote bei inhaltlichen Asylentscheidungen weitaus
höher liegt, als die offiziellen Zahlen vermuten lassen. Die sogenannte bereinigte
Schutzquote, bei der formelle Entscheidungen des BAMF, die keine inhaltliche
Bewertung des Schutzgesuchs enthalten, unberücksichtigt bleiben, lag im Jahr
2022 auf einem Rekordhoch bei 72,3 Prozent, gegenüber der vom BAMF und
der Bundesregierung verwandten (unbereinigten) Schutzquote in Höhe von
56,2 Prozent. Im Jahre 2023 lag die bereinigte Schutzquote bei immer noch
hohen 68,6 Prozent (vgl. hierzu und zum Folgenden, soweit nicht anders
angegeben, die Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage auf
Bundestagsdrucksache 20/12228).
Zu den Anerkennungen durch das BAMF kommen Anerkennungen durch die
Gerichte nach einer zunächst negativen Entscheidung im Asylverfahren noch
hinzu. Mehr als die Hälfte der Klagen gegen das BAMF enden mit einer
„sonstigen Verfahrenserledigung“, z. B. wenn Verfahren von mehreren
Familienangehörigen zusammengelegt werden, wenn eine Klage nicht weiterverfolgt oder
wenn ein Schutzstatus im Einvernehmen mit dem BAMF erteilt wird. „Sonstige
Verfahrenserledigungen“ erfolgen nicht etwa überwiegend in Fällen mit
schlechten Erfolgsaussichten, wie die wichtigsten betroffenen Herkunftsländer
zeigen: Syrien, Afghanistan und der Irak. Auch wenn ein Gericht in Dublin-
Fällen entscheidet, dass das Asylverfahren in Deutschland durchgeführt werden
muss, gilt dies als „sonstige Erledigung“ (vgl. Antwort zu Frage 26 auf
Bundestagsdrucksache 19/4961), obwohl den klagenden Asylsuchenden in diesen
Fällen recht gegeben wurde. Die Bundesregierung räumte auf Nachfrage ein
(vgl. Antwort zu Frage 18 auf Bundestagsdrucksache 19/22023), dass „sonstige
Verfahrenserledigungen“ der Gerichte keine Aussage zur Schutzbedürftigkeit
der Betroffenen beinhalten und nicht als Bestätigung der Entscheidungen des
BAMF gewertet werden können.
Werden diese formellen Erledigungen also außer Betracht gelassen und nur
inhaltliche Entscheidungen der Gerichte betrachtet, ergibt sich nach Berechnung
der Fragestellenden eine bereinigte Erfolgsquote von Asylsuchenden im
Klageverfahren im Jahr 2023 in Höhe von 22,4 Prozent (2022: 36,5 Prozent). Die
vom BAMF angegebenen Aufhebungsquoten sind nur etwa halb so hoch, weil
dabei sonstige Erledigungen wie eine Bestätigung der Bescheide gewertet
werden. Bei afghanischen Geflüchteten lag die bereinigte Erfolgsquote im
Klageverfahren 2023 sogar bei 74,2 Prozent, hohe Aufhebungsquoten gab es auch in
Bezug auf Schutzsuchende aus dem Iran (54 Prozent), Venezuela (51,6 Prozent)
und Pakistan (40,2 Prozent). Hinzu kommen Korrekturen durch das BAMF, die
oft auf Anregung der Gerichte erfolgen oder auf geänderten
Lageeinschätzungen beruhen. In absoluten Zahlen heißt das: 20 838 vom BAMF zunächst
abgelehnte Asylsuchende erhielten im Jahr 2023 doch noch einen Schutzstatus,
9 131 durch Entscheidungen der Gerichte, 4 475 durch Abhilfeentscheidungen
des BAMF, 6 278 im Rahmen von Folgeanträgen und 954 aus „sonstigen
Gründen“. All das zeigt nach Auffassung der Fragestellenden, dass die große
Mehrheit der nach Deutschland kommenden Geflüchteten nach den geltenden
rechtlichen Kriterien als schutzbedürftig angesehen werden muss.
Mitunter wird schutzbedürftigen Geflüchteten der notwendige Schutz versagt,
denn nicht gegen alle fehlerhaften Ablehnungen des BAMF werden
Rechtsmittel erhoben, auch wegen sehr kurzer Fristen. Insgesamt ist der Rechtsschutz in
Asylverfahren erheblich eingeschränkt, so gibt es keine Berufungsmöglichkeit
gegen erstinstanzliche Urteile aufgrund ernstlicher Zweifel an deren Richtigkeit
(vgl. § 78 des Asylgesetzes (AsylG)). Umso schwerwiegender sind Vorwürfe
gegen Richter am Verwaltungsgericht (VG) Gera, wonach sie Asylklagen
aufgrund ihrer persönlichen (rechten) Einstellung abgelehnt haben könnten (vgl.
z. B. ezra.de/forderungspapier-zur-justiz-in-thu%CC%88ringen/; www.sueddeu
tsche.de/politik/justiz-asyl-afd-richter-1.5926901?s=09). Dieser Verdacht
wurde gestützt von Zahlen zur Entscheidungsstatistik des VG Gera infolge von
Kleinen Anfragen der Linken (vgl. z. B. die Antworten der Bundesregierung
auf die Kleinen Anfragen auf den Bundestagsdrucksachen 20/4019 und
20/8222). Die Erfolgsquoten bei Asylklagen zu bestimmten Herkunftsländern
waren am VG Gera auffallend niedriger als im bundesweiten Vergleich, auch
im Jahr 2023 gab es (bei geringen Fallzahlen) keine einzige positive
Asylentscheidung des VG Gera. Gegen einen der betroffenen Richter wird inzwischen
ein Disziplinarverfahren geführt, für die Dauer dieses Verfahrens darf er keine
Urteile mehr fällen (www.spiegel.de/politik/deutschland/gera-richter-faellt-nac
h-vorwuerfen-aktuell-keine-urteile-a-0a14dc18-6bd9-4eb4-b126-297f6a21
72bd).
Bei vielen Asylsuchenden in Deutschland handelt es sich um Kinder und
Jugendliche: Im Jahr 2023 lag der Anteil der unter 18-jährigen Asylsuchenden
bei 31,5 Prozent (2022: 37,3 Prozent, 2021: 49,4 Prozent), 4,6 Prozent der
Asylsuchenden waren unbegleitete minderjährige Flüchtlinge. 22 603
Asylanträge (6,9 Prozent aller Anträge) wurden für in Deutschland geborene Kinder
von Asylsuchenden, anerkannten Flüchtlingen und Personen mit einer
humanitären Aufenthaltserlaubnis nach § 25 Absatz 5 des Aufenthaltsgesetzes
(AufenthG) gestellt.
Etwa die Hälfte aller Asylsuchenden in Deutschland verfügt über keine
(anerkannten) schriftlichen Identitätsnachweise (2023: 47,8 Prozent). Das sagt
jedoch nichts über ihre Schutzbedürftigkeit aus, denn die bereinigte Schutzquote
bei Asylsuchenden ohne Papiere ist fast genauso hoch (67,7 Prozent) wie im
allgemeinen Durchschnitt (68,6 Prozent).
Die politisch mitunter geforderte Abschaffung des subsidiären Schutzstatus
(vgl. z. B. www.zeit.de/politik/deutschland/2024-06/landkreistag-
abschiebungabschaffung-subsidiaerem-schutz-migranten) ist nach Auffassung der
Fragestellenden rechtlich nicht bzw. kaum möglich, weil dieser Status im EU-
Primärrecht verankert ist (vgl. Artikel 78 des Allgemeinen Vertrags über die
Arbeitsweise der Europäischen Union (AEUV)). Ohnehin gingen nur 0,6
Prozent der im Jahr 2023 vom BAMF erteilten subsidiären Schutzstatus letztlich
auf EU-Recht zurück, weil sie wegen drohender willkürlicher Gewalt infolge
von kriegerischen Auseinandersetzungen erteilt wurden. Subsidiärer Schutz
wird vom BAMF in aller Regel (2023 zu 91,2 Prozent) wegen der Gefahr
unmenschlicher bzw. erniedrigender Behandlung erteilt, d. h. (auch) infolge von
Artikel 3 der Europäischen Menschenrechtskonvention (EMRK), an die
Deutschland unabhängig von EU-Recht gebunden ist.
Schutzquoten im Flughafenverfahren sind z. T. deutlich niedriger als im
allgemeinen Durchschnitt – mit Blick auf die künftig infolge der Reform des
Gemeinsamen Europäischen Asylsystems (GEAS) zwingend durchzuführenden
Grenzverfahren ist das nach Auffassung der Fragestellenden ein bedenklicher
Befund: Die Schutzquoten der BAMF-Außenstelle am Frankfurter Flughafen
etwa lagen im Jahr 2023 im bundesweiten Vergleich bei vier von sieben
erfassten Herkunftsländern jeweils an letzter bzw. zweitletzter Stelle. Die
Fragestellenden befürchten, dass bei Schnellverfahren an der Grenze aufgrund
verkürzter Fristen und unzureichender Beratungsmöglichkeiten eine drohende Gefahr
eher übersehen oder aufgrund politischer Erwartungen strenger entschieden
werden könnte.
Um eine zeitnahe Beantwortung zu ermöglichen, haben die Fragestellenden
vorliegend mehrere aufwendig zu beantwortende Fragen dieser regelmäßig
gestellten Kleinen Anfrage herausgenommen.
Wir fragen die Bundesregierung:
1. a) Wie hoch war die Gesamtschutzquote (Anerkennungen nach Artikel
16a des Grundgesetzes (GG), nach § 60 Absatz 1 des
Aufenthaltsgesetzes (AufenthG) in Anwendung der Genfer Flüchtlingskonvention
(GFK), subsidiärer Schutz und Abschiebungshindernisse) in der
Entscheidungspraxis des BAMF im bisherigen Jahr 2024 (bitte jeweils in
absoluten und relativen Zahlen angeben und für die 15 wichtigsten
Herkunftsländer gesondert darstellen, bitte für jedes dieser Länder in
relativen Zahlen angeben, wie viele Asylsuchende Schutz nach Artikel
16a GG, nach § 60 Absatz 1 AufenthG in Anwendung der GFK, einen
subsidiären Schutzstatus bzw. nationalen Abschiebungsschutz
zugesprochen bekommen haben, bitte in einer weiteren Tabelle nach Art
der Anerkennung differenzieren: Asylberechtigung (darunter
Familienasyl), internationaler Flüchtlingsschutz (darunter Familienschutz),
subsidiärer Schutz (darunter Familienschutz), nationale
Abschiebungsverbote – bitte jeweils so differenziert wie möglich darstellen und in
jedem Fall Angaben zu den Herkunftsländern Algerien, Marokko,
Tunesien, Ukraine, Belarus, Russische Föderation sowie zu allen
sicheren Herkunftsstaaten machen)?
b) Wie hoch war im genannten Zeitraum die „bereinigte
Gesamtschutzquote“, d. h. die Quote der Anerkennungen bezogen auf tatsächlich
inhaltliche und nicht formelle Entscheidungen (bitte wie in der Antwort
zu Frage 1a differenzieren), und welche näheren Angaben lassen sich
zu den Gründen sonstiger Verfahrenserledigungen in den genannten
Zeiträumen machen?
c) Inwiefern lässt sich ergänzend feststellen, in wie vielen Fällen durch
Korrekturen bzw. Änderungen von BAMF-Bescheiden in jeweils
einem Jahr Personen, die zuvor im Asylverfahren rechts- oder
bestandskräftig abgelehnt worden waren, doch noch einen Schutzstatus
erteilt bekommen haben (bitte gegebenenfalls jeweils für die Jahre ab
2020 angeben und nach Schutzstatus und den 15 wichtigsten
Herkunftsstaaten differenzieren) – und falls dies technisch nicht möglich
sein sollte, warum nicht (bitte erläutern)?
2. a) Wie viele der Anerkennungen nach § 3 Absatz 1 des Asylgesetzes
(AsylG) in Anwendung der GFK im bisherigen Jahr 2024 beruhten auf
staatlicher, nichtstaatlicher bzw. geschlechtsspezifischer Verfolgung
bzw. waren Familienflüchtlingsschutzstatus (bitte in absoluten und
relativen Zahlen und noch einmal gesondert nach den 15 wichtigsten
Herkunftsländern angeben)?
b) Wie viele der Anerkennungen waren Schutzstatus nach § 26 AsylG für
Familienangehörige bereits Anerkannter (bitte jeweils nach dem
Bezugsstatus – Asylberechtigung, Flüchtlingsstatus nach der GFK bzw.
subsidiärem Schutz – differenzieren), und wie viele dieser erteilten
Status betrafen in Deutschland geborene Kinder (bitte nach den
15 wichtigsten Herkunftsländern differenzieren)?
c) Wie viele der Asylsuchenden im bisherigen Jahr 2024 verfügten zum
Zeitpunkt der Asylantragstellung über einen rechtmäßigen
Aufenthaltstitel (welchen?) oder eine Duldung (bitte auch nach den zehn
wichtigsten Herkunftsstaaten differenzieren), und wie viele Personen
verfügten zuletzt über einen Aufenthaltstitel zur
Familienzusammenführung mit einem Schutzberechtigten (bitte zu beiden Unterfragen
auch Ausführungen dazu machen, bei wie vielen der Betroffenen es
um Erst-, Folge- bzw. Zweitanträge ging)?
d) Wie viele der im bisherigen Jahr 2024 vom BAMF zugesprochen
Schutzstatus basierten auf Anerkennungen im Rahmen des
Familienschutzes (bitte nach Schutzstatus und den 15 wichtigsten
Herkunftsländern differenzieren)?
3. Welche genaueren Angaben kann die Bundesregierung machen zu den
Rechtsgrundlagen der im bisherigen Jahr 2024 durch das BAMF bzw.
durch die Gerichte (soweit vorliegend) gewährten subsidiären
Schutzstatus (nach § 4 Absatz 1 Nummer 1, Nummer 2 bzw. Nummer 3 AsylG,
bitte in absoluten und relativen Zahlen darstellen und nach den 15
wichtigsten Herkunftsländern differenzieren), und teilt die Bundesregierung
die Auffassung der Fragestellenden, dass der subsidiäre Schutzstatus in
Deutschland ohne EU-Vertragsänderung nicht abgeschafft werden kann,
weil seine Schaffung auf EU-Primärrecht beruht (vgl. Artikel 78 AEUV
und Vorbemerkung der Fragesteller, bitte begründen)?
4. Wie lauten nach Kenntnis der Bundesregierung die bereinigten
Schutzquoten und absoluten Fallzahlen für die Herkunftsländer Afghanistan,
Irak, Iran, Eritrea, Somalia, Nigeria, Russische Föderation und die Türkei
(hier bitte noch einmal gesondert nach kurdischer bzw. türkischer
Volkszugehörigkeit getrennt auflisten) im bisherigen Jahr 2024 für die BAMF-
Außenstellen, die für Asyl-Flughafenverfahren zuständig sind, im
Vergleich zu den jeweiligen Werten aller BAMF-
Organisationseinheiten im Bundesdurchschnitt und im Vergleich zu den drei BAMF-
Organisationseinheiten mit den jeweils drei niedrigsten Schutzquoten (bei
jeweils mindestens 20 Entscheidungen, bitte detailliert auflisten)?
a) Wie erklärt die Bundesregierung, dass diese Schutzquoten der BAMF-
Außenstelle am Frankfurter Flughafen im Jahr 2023 (mit der
Ausnahme von sechs Entscheidungen zu Schutzsuchenden aus Russland) stets
und zum Teil deutlich unterhalb der jeweiligen bundesweiten
Vergleichswerte und mehrfach auch an letzter Stelle lagen (vgl. Antwort
zu Frage 5 auf Bundestagsdrucksache 20/12228)?
b) Teilt die Bundesregierung die Einschätzung der Fragestellenden, dass
die deutlich unterdurchschnittlichen Schutzquoten im
Flughafenverfahren auch mit den besonderen Umständen des Flughafenverfahrens
erklärt werden können (z. B. faktische Inhaftierung der Betroffenen,
kein uneingeschränkter Zugang zu Beratungsstellen und
Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälten, deutlich beschleunigtes Asylverfahren mit
unmittelbarer Anhörung und erheblich verkürzten Fristen für
Rechtsmittel usw.), und wenn nein, wie begründet sie diese Auffassung
angesichts der nach Auffassung der Fragestellenden offenkundig
belastenden und einschränkenden Umstände des Flughafenverfahrens und der
nach Angaben der Bundesregierung (vgl. ebd.) deutlich schlechteren
Anerkennungschancen von Schutzsuchenden in diesen Verfahren
(bitte darlegen)?
c) Teilt die Bundesregierung die Sorge der Fragestellenden, dass es auch
bei den künftig vorzunehmenden Grenzverfahren infolge der GEAS-
Reform, die die jetzigen Flughafenverfahren ersetzen werden, zu
niedrigeren Schutzquoten im Vergleich zu „normalen“ Asylverfahren
kommen könnte, weil Gefahren im Einzelfall nicht erkannt oder
unzureichend gewürdigt werden könnten (bitte begründen), und welche Rolle
spielen hierbei politische Erwartungshaltungen, wonach die künftigen
Grenzverfahren zu einer schnelleren Ablehnung und Abschiebung von
Schutzsuchenden aus Ländern mit geringeren Anerkennungschancen
führen sollen (bitte begründen)?
d) Ist es zutreffend, dass die Bundesministerin des Innern und für
Heimat, Nancy Faeser, bei der EU-Kommission angefragt haben soll,
inwieweit Grenzverfahren schon vor dem regulären Inkrafttreten der
GEAS-Reform im Juni 2026 umgesetzt werden können (vgl. www.zei
t.de/news/2024-10/08/faeser-wuerde-aussengrenzverfahren-an-flughae
fen-gern-vorziehen), auf welcher Rechtsgrundlage und wie genau
(räumlich, praktisch, institutionell usw.) soll dies nach den
Vorstellungen der Bundesministerin geschehen, und wie hat die EU-Kommission
auf eine solche Anfrage gegebenenfalls geantwortet (bitte darlegen)?
5. Wie viele Asylanträge von nichtukrainischen Staatsangehörigen, die vor
dem Krieg in der Ukraine geflohen sind, gab es im bisherigen Jahr 2024,
und wie wurden diese vom BAMF entschieden (bitte jeweils auch nach
den zehn wichtigsten Staatsangehörigkeiten auflisten)?
6. Wie lauten die geschlechtsspezifisch differenzierten Anerkennungszahlen
zu Asylsuchenden aus Afghanistan bzw. aus dem Iran für das bisherige
Jahr 2024 in absoluten und relativen Zahlen (bitte jeweils auch nach den
Formen der Anerkennung bzw. Ablehnung bzw. sonstige Erledigungen
differenzieren)?
7. Wie wird das Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) vom 4.
Oktober 2024 in den Rechtssachen C-608 und 609/22, wonach afghanischen
Frauen unabhängig von den Einzelfallumständen aufgrund der
kumulativen Diskriminierungssituation in Afghanistan Flüchtlingsschutz gewährt
werden muss, durch das BAMF umgesetzt (bitte darlegen), und inwiefern
wird das BAMF insbesondere von sich aus die Erteilung von
Flüchtlingsschutz an afghanische Frauen in anhängigen Gerichtsverfahren anbieten
bzw. von Amts wegen die Abänderung rechtskräftig gewordener
Asylbescheide prüfen und gegebenenfalls vornehmen, soweit afghanischen
Frauen nur subsidiärer oder nationaler Abschiebungsschutz gewährt oder
diese sogar abgelehnt wurden, jedenfalls soweit die Betroffenen noch in
Deutschland leben (bitte ausführen und begründen und Angaben zur
ungefähren Zahl möglicher Betroffener machen)?
8. Wie viele Ablehnungen und wie viele Abschiebungsandrohungen des
BAMF gab es im bisherigen Jahr 2024 gegenüber unbegleiteten
Minderjährigen (bitte nach den zehn wichtigsten Herkunftsländern
differenzieren), und in wie vielen Fällen wurde in diesen Zeiträumen gegenüber
unbegleiteten Minderjährigen keine Abschiebungsandrohung trotz
Ablehnung des Asylantrags erlassen, z. B. weil im Herkunftsland keine
geeigneten Aufnahmemöglichkeiten zur Verfügung standen (bitte ebenfalls nach
den zehn wichtigsten Herkunftsstaaten differenzieren)?
9. Wie viele Asylsuchende wurden im bisherigen Jahr 2024 registriert (bitte
nach Monaten auflisten und der Zahl der gestellten Asylerstanträge in den
jeweiligen Monaten gegenüberstellen), wie groß war die Zahl der
Asylsuchenden, die noch keinen Asylantrag stellen konnten, zum letzten Stand
(bitte auch nach Bundesländern und den zehn wichtigsten
Herkunftsländern auflisten), und gibt es noch relevante Zeitverzögerungen bei der
Asylantragstellung (bitte ausführen)?
10. Worauf bezog genau sich Bundeskanzler Olaf Scholz, als er laut einem
Medienbericht gesagt haben soll, die Bundesregierung habe die Zahl der
Asylgesuche bereits um rund 50 Prozent reduziert, und worauf bezog er
sich, als er behauptete, es habe im Jahr 2023 300 000 „irreguläre“
Einreisen nach Deutschland gegeben (vgl. www.migazin.de/2024/10/20/weni
g-konkretes-eu-migrationsgipfel-alleingaenge/?utm_source=mailpoet&ut
m_medium=email&utm_source_platform=mailpoet&utm_campaign=mig
letter-free_2042, bitte die jeweilige Quelle und entsprechende Zahlen
nennen)?
11. Zu welchem Anteil und in welcher Zahl verfügten Asylsuchende im
bisherigen Jahr 2024 über keine Identitätspapiere (Reisepässe, Ausweise,
Sonstiges), mit denen ihre Herkunft bzw. Identität nach Auffassung des
BAMF hinreichend sicher zu klären war (bitte nach den 15 wichtigsten
Herkunftsländern differenzieren), und wie hoch war die bereinigte
Schutzquote im bisherigen Jahr 2024 bei Asylsuchenden mit bzw. ohne
Identitätspapiere?
12. Wie viele Asylanträge wurden im bisherigen Jahr 2024 nach § 14a Absatz
2 des Asylgesetzes von Amts wegen für hier geborene (oder eingereiste)
Kinder gestellt, wie viele Asylanträge wurden in den genannten
Zeiträumen von Kindern bzw. für Kinder unter 16 Jahren bzw. von Jugendlichen
zwischen 16 und 18 Jahren bzw. von unbegleiteten minderjährigen
Flüchtlingen gestellt (bitte jeweils in absoluten Zahlen und in Prozentzahlen in
Relation zur Gesamtzahl der Asylanträge sowie die Gesamtzahl der
Anträge unter 18-Jähriger und sich überschneidende Teilmengen angeben),
und wie hoch waren die jeweiligen (auch bereinigten)
Gesamtschutzquoten für die genannten Gruppen?
13. Wie viele der Asylsuchenden im bisherigen Jahr 2024 waren sogenannte
Nachgeborene, d. h. hier geborene Kinder von Asylsuchenden oder
Flüchtlingen (bitte in absoluten und relativen Zahlen angeben und nach
den zehn wichtigsten Herkunftsländern differenzieren)?
14. Wie viele Asylanträge wurden im bisherigen Jahr 2024 als „offensichtlich
unbegründet“ abgelehnt (bitte Angaben differenziert nach den 15
wichtigsten Herkunftsländern machen und zudem jeweils in Relation zur
Gesamtzahl der Ablehnungen setzen)?
15. Wie viele sogenannte Flughafenverfahren wurden im bisherigen Jahr 2024
an welchen Flughafenstandorten mit welchem Ergebnis durchgeführt
(bitte auch Angaben zum Anteil der Minderjährigen, der unbegleiteten
Minderjährigen und den zehn wichtigsten Herkunftsländern machen), in
wie vielen Fällen wurden Rechtsmittel gegen eine Ablehnung als
offensichtlich unbegründet eingelegt, und was waren die Ergebnisse der
gerichtlichen Überprüfung (bitte nach wichtigsten Herkunftsländern
aufschlüsseln)?
16. Wie lauten nach Kenntnis der Bundesregierung die statistischen Daten zu
Rechtsmitteln und Gerichtsentscheidungen im Bereich Asyl für das
bisherige Jahr 2024 (bitte jeweils in der Differenzierung wie in der Antwort zu
Frage 13 auf Bundestagsdrucksache 20/432 darstellen: Asylverfahren,
Widerrufsverfahren, Eilanträge in Dublin-Verfahren, Verfahrensdauern, auch
zu Verfahren des einstweiligen Rechtsschutzes bzw. nach § 80 Absatz 5
der Verwaltungsgerichtsordnung; neben der Differenzierung nach den 15
wichtigsten Herkunftsländern bitte in jedem Fall auch Angaben zu den
sicheren Herkunftsstaaten sowie zu Marokko, Tunesien, Algerien, Belarus,
Ukraine, Russische Föderation und Türkei machen – aus Gründen der
Übersichtlichkeit und wegen geringer Fallzahlen in den weiteren
Instanzen sind Angaben zur ersten Instanz ausreichend)?
a) Wie viele Rechtsmittel sind derzeit nach Kenntnis der
Bundesregierung anhängig in Verfahren, in denen subsidiär Schutzberechtigte oder
Personen mit nationalem Abschiebungsschutz (bitte differenzieren)
auf einen Flüchtlingsstatus klagen (bitte auch nach den zehn
wichtigsten Herkunftsländern differenzieren), und wie viele dieser Verfahren
wurden im bisherigen Jahr 2024 mit welchem Ergebnis entschieden
(bitte nach Bundesländern und den zehn wichtigsten Herkunftsländern
differenzieren; Angaben zur ersten Instanz sind ausreichend)?
b) Gegen wie viele der Asylbescheide des BAMF wurden im bisherigen
Jahr 2024 Rechtsmittel eingelegt (bitte in absoluten und relativen
Zahlen angeben und Klagequoten in Bezug auf die Gesamtzahl der
Bescheide und in Bezug auf ablehnende Bescheide gesondert ausweisen;
bitte jeweils nach den 15 wichtigsten Herkunftsländern und zusätzlich
nach den zu sicher erklärten Herkunftsländern differenzieren,
zusätzlich nach der Art der Ablehnung: unbegründet, offensichtlich
unbegründet, unzulässig, differenzieren), und wie lautete die Klagequote in
Bezug auf alle ablehnenden Bescheide des BAMF für das bisherige
Jahr 2024?
c) Wie ist die aktuelle Zahl der anhängigen Gerichtsverfahren im Bereich
Asyl, differenziert nach (Bundes-, Ober-)Verwaltungsgerichten?
d) In wie vielen Fällen erhielten zunächst abgelehnte Asylsuchende im
bisherigen Jahr 2024 doch noch einen Schutzstatus, und in wie vielen
Fällen basierte dies auf einer Gerichtsentscheidung, auf einer
Abhilfeentscheidung bzw. geschah dies infolge eines Folgeantrags oder aus
sonstigem Grunde (bitte differenzieren und zudem nach den 15
wichtigsten Staatsangehörigkeiten auflisten)?
e) Wie viele gerichtliche Entscheidungen im Eilverfahren gab es im
bisherigen Jahr 2024 zu Asylsuchenden, denen bereits in einem anderen
Mitgliedstaat Schutz gewährt worden war, und mit welchem Ergebnis
(bitte nach den zehn wichtigsten Herkunftsstaaten auflisten)?
f) Wie lauten die differenzierten Angaben des BAMF zu der Kategorie
der „sonstigen Erledigungen“ bei Gerichtsentscheidungen für die
Jahre 2022, 2023 und das bisherige Jahr 2024 (bitte darstellen wie in
den Antworten zu den Fragen 19 f. auf Bundestagsdrucksache
20/4019), wie genau unterscheiden sich dabei die Kategorien „keine
Schutzgewährung festgestellt“ und „Schutzgewährung offen“ (bitte
auch mit konkreten typischen Fallbeispielen), und um was für
Vorgänge handelt es sich typischerweise bei der Kategorie
„Schutzgewährung“ (z. B. Abhilfeentscheidungen infolge von Anregungen der
Gerichte, inhaltliche Korrekturen, Änderungen infolge neuer Umstände
usw.)?
g) Wie hoch war die gerichtliche Aufhebungsquote (z. B. gerichtliche
Aufhebung einer Folge- oder Zweitantragsentscheidung, eines Dublin-
Bescheids oder einer Unzulässigkeitsentscheidung bei
Schutzgewährung in einem anderen Mitgliedstaat) in den Jahren 2022, 2023 und im
bisherigen Jahr 2024 (bitte so weit wie möglich differenzieren und in
absoluten und relativen Zahlen darstellen), und werden alle diese
gerichtlichen Aufhebungsentscheidungen als „sonstige
Verfahrenserledigungen“ der Gerichte gewertet, ist es zutreffend, zu sagen, dass in all
diesen Fällen Bescheide des BAMF durch die Gerichte korrigiert bzw.
zur (Neu-)Entscheidung zurückverwiesen wurden (bitte ausführen),
und können nach Auffassung der Bundesregierung Verpflichtungs-
und Aufhebungsentscheidungen der Gerichte zusammengezählt
werden, um bemessen zu können, in wie vielen Fällen ein Bescheid des
BAMF von den Gerichten als rechtswidrig beurteilt bzw. korrigiert
wurde (bitte begründen)?
h) Wie hoch waren die Kosten, die dem Bundesamt für Migration und
Flüchtlinge im bisherigen Jahr 2024 aufgrund verlorener Asyl-
Gerichtsverfahren entstanden sind (bitte Gesamtkosten nennen und
zudem nach den zehn wichtigsten Herkunftsländern aufschlüsseln)?
i) Welche Verwaltungsgerichte (VG) wiesen im bisherigen Jahr 2024 bei
Asylklagen Aufhebungsquoten (erfolgreiche Klagen Asylsuchender
gegen das BAMF) auf, die weniger als halb so hoch waren wie im
Bundesdurchschnitt (bitte zu den Herkunftsstaaten Afghanistan,
Äthiopien, Irak, Iran, Nigeria, Pakistan, Russische Föderation, Somalia
und Türkei jeweils alle Verwaltungsgerichte auflisten, die dieses
Kriterium erfüllen, soweit mehr als zehn Entscheidungen zum jeweiligen
Herkunftsland getroffen wurden, in jedem Fall jedoch alle
Entscheidungen des VG Gera berücksichtigen, und entsprechende absolute und
relative Zahlenangaben zu den Verfahrensausgängen machen)?
17. Wie viele Asylanhörungen gab es im bisherigen Jahr 2024 (bitte nach den
15 wichtigsten Herkunftsländern differenzieren)?
18. Wie viele Erst- und Folgeanträge (bitte differenzieren) wurden von
Asylsuchenden aus Serbien, Kosovo, Mazedonien, Montenegro, Albanien und
Bosnien-Herzegowina im bisherigen Jahr 2024 gestellt (bitte jeweils auch
den prozentualen Anteil der Roma-Angehörigen nennen), und wie wurden
diese Asylanträge jeweils mit welchem Ergebnis beschieden?
19. Welche aktuellen Informationen gibt es zur Personalsituation,
Personalentwicklung und Personalplanung im BAMF (bitte auch spezifische
Angaben zu den Bereichen Asylprüfung, Widerrufsprüfung, Dublin-
Verfahren, Qualitätssicherung und Prozessvertretung machen; bitte wie in
der Antwort zu Frage 20 auf Bundestagsdrucksache 20/5709 angeben),
und welche genaueren Angaben können zum Personal-Einsatz durch
Leiharbeitskräfte innerhalb des BAMF gemacht werden (bitte so differenziert
wie möglich ausführen)?
20. Wie viele Einreise- und Aufenthaltsverbote hat das BAMF im bisherigen
Jahr 2024 gegenüber abgelehnten Asylsuchenden mit welcher
Begründung erlassen (bitte nach den zehn wichtigsten Herkunftsländern
differenzieren), und in wie vielen Fällen wurde im Jahr 2023 bzw. im bisherigen
Jahr 2024 ein Schutzstatus an Asylsuchende mit einem (vorherigen)
Wiedereinreiseverbot erteilt (bitte nach Status und wichtigsten
Herkunftsstaaten differenzieren; eine Antwort auf diese Teilfrage fehlte in der
Antwort zu Frage 28 auf Bundestagsdrucksache 20/12228)?
21. Ist die Prüfung und Auswertung des Urteils des EuGH vom 17. Oktober
2024 in der Rechtssache C-156/23 inzwischen erfolgt (vgl. Antwort des
Bundesministeriums des Innern und für Heimat auf die Schriftliche Frage
37 der Abgeordneten Clara Bünger auf Bundestagsdrucksache 20/13665),
wenn nein, warum nicht, und welchen ungefähren Zeitraum wird die
Bundesregierung benötigen, um dies zu tun, und wenn ja, welche konkreten
Schlussfolgerungen wurden oder werden hieraus gezogen (bitte so genau
wie möglich darlegen), und hält die Bundesregierung insbesondere
Änderungen des Rechts und der Praxis der Zusammenarbeit von
Ausländerbehörden und dem BAMF für erforderlich (bitte darlegen und begründen)?
22. Welche Angaben für das bisherige Jahr 2024 lassen sich machen zu
überprüften (vor allem: Ausweis-)Dokumenten und zum Anteil ge- oder
verfälschter Dokumente Asylsuchender (bitte zum Vergleich auch die Anzahl
der „beanstandeten“ Dokumente angeben und nach den zehn wichtigsten
Hauptherkunftsländern differenzieren)?
Berlin, den 11. November 2024
Heidi Reichinnek, Sören Pellmann und Gruppe
Gesamtherstellung: H. Heenemann GmbH & Co. KG, Buch- und Offsetdruckerei, Bessemerstraße 83–91, 12103 Berlin, www.heenemann-druck.de
Vertrieb: Bundesanzeiger Verlag GmbH, Postfach 10 05 34, 50445 Köln, Telefon (02 21) 97 66 83 40, Fax (02 21) 97 66 83 44, www.bundesanzeiger-verlag.de
ISSN 0722-8333
BT20/1427213.12.2024
auf die Kleine Anfrage - Drucksache 20/13752 - Ergänzende Informationen zur Asylstatistik bis Oktober 2024
AntwortAntwort
Volltext (unformatiert)
Deutscher Bundestag Drucksache 20/14272
20. Wahlperiode 13.12.2024
Antwort
der Bundesregierung
auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Clara Bünger, Dr. André Hahn, Gökay
Akbulut, weiterer Abgeordneter und der Gruppe Die Linke
– Drucksache 20/13752 –
Ergänzende Informationen zur Asylstatistik bis Oktober 2024
V o r b e m e r k u n g d e r F r a g e s t e l l e r
Die von der Linken regelmäßig erfragten ergänzenden Informationen zur
Asylstatistik des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF)
beleuchten ausgewählte Aspekte, die sonst kaum Beachtung finden. So ist wenig
bekannt, dass die Anerkennungsquote bei inhaltlichen Asylentscheidungen
weitaus höher liegt, als die offiziellen Zahlen vermuten lassen. Die sogenannte
bereinigte Schutzquote, bei der formelle Entscheidungen des BAMF, die keine
inhaltliche Bewertung des Schutzgesuchs enthalten, unberücksichtigt bleiben,
lag im Jahr 2022 auf einem Rekordhoch bei 72,3 Prozent, gegenüber der vom
BAMF und der Bundesregierung verwandten (unbereinigten) Schutzquote in
Höhe von 56,2 Prozent. Im Jahre 2023 lag die bereinigte Schutzquote bei
immer noch hohen 68,6 Prozent (vgl. hierzu und zum Folgenden, soweit nicht
anders angegeben, die Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage
auf Bundestagsdrucksache 20/12228).
Zu den Anerkennungen durch das BAMF kommen Anerkennungen durch die
Gerichte nach einer zunächst negativen Entscheidung im Asylverfahren noch
hinzu. Mehr als die Hälfte der Klagen gegen das BAMF enden mit einer
„sonstigen Verfahrenserledigung“, z. B. wenn Verfahren von mehreren
Familienangehörigen zusammengelegt werden, wenn eine Klage nicht weiterverfolgt
oder wenn ein Schutzstatus im Einvernehmen mit dem BAMF erteilt wird.
„Sonstige Verfahrenserledigungen“ erfolgen nicht etwa überwiegend in Fällen
mit schlechten Erfolgsaussichten, wie die wichtigsten betroffenen
Herkunftsländer zeigen: Syrien, Afghanistan und der Irak. Auch wenn ein Gericht in
Dublin-Fällen entscheidet, dass das Asylverfahren in Deutschland
durchgeführt werden muss, gilt dies als „sonstige Erledigung“ (vgl. Antwort zu
Frage 26 auf Bundestagsdrucksache 19/4961), obwohl den klagenden
Asylsuchenden in diesen Fällen recht gegeben wurde. Die Bundesregierung räumte
auf Nachfrage ein (vgl. Antwort zu Frage 18 auf Bundestagsdrucksache
19/22023), dass „sonstige Verfahrenserledigungen“ der Gerichte keine
Aussage zur Schutzbedürftigkeit der Betroffenen beinhalten und nicht als
Bestätigung der Entscheidungen des BAMF gewertet werden können.
Werden diese formellen Erledigungen also außer Betracht gelassen und nur
inhaltliche Entscheidungen der Gerichte betrachtet, ergibt sich nach
Berechnung der Fragestellenden eine bereinigte Erfolgsquote von Asylsuchenden im
Die Antwort wurde namens der Bundesregierung mit Schreiben des Bundesministeriums des Innern und für Heimat
vom 13. Dezember 2024 übermittelt.
Die Drucksache enthält zusätzlich – in kleinerer Schrifttype – den Fragetext.
Klageverfahren im Jahr 2023 in Höhe von 22,4 Prozent (2022: 36,5 Prozent).
Die vom BAMF angegebenen Aufhebungsquoten sind nur etwa halb so hoch,
weil dabei sonstige Erledigungen wie eine Bestätigung der Bescheide gewertet
werden. Bei afghanischen Geflüchteten lag die bereinigte Erfolgsquote im
Klageverfahren 2023 sogar bei 74,2 Prozent, hohe Aufhebungsquoten gab es
auch in Bezug auf Schutzsuchende aus dem Iran (54 Prozent), Venezuela
(51,6 Prozent) und Pakistan (40,2 Prozent). Hinzu kommen Korrekturen durch
das BAMF, die oft auf Anregung der Gerichte erfolgen oder auf geänderten
Lageeinschätzungen beruhen. In absoluten Zahlen heißt das: 20 838 vom
BAMF zunächst abgelehnte Asylsuchende erhielten im Jahr 2023 doch noch
einen Schutzstatus, 9 131 durch Entscheidungen der Gerichte, 4 475 durch
Abhilfeentscheidungen des BAMF, 6 278 im Rahmen von Folgeanträgen und
954 aus „sonstigen Gründen“. All das zeigt nach Auffassung der
Fragestellenden, dass die große Mehrheit der nach Deutschland kommenden Geflüchteten
nach den geltenden rechtlichen Kriterien als schutzbedürftig angesehen
werden muss.
Mitunter wird schutzbedürftigen Geflüchteten der notwendige Schutz versagt,
denn nicht gegen alle fehlerhaften Ablehnungen des BAMF werden
Rechtsmittel erhoben, auch wegen sehr kurzer Fristen. Insgesamt ist der
Rechtsschutz in Asylverfahren erheblich eingeschränkt, so gibt es keine
Berufungsmöglichkeit gegen erstinstanzliche Urteile aufgrund ernstlicher Zweifel an
deren Richtigkeit (vgl. § 78 des Asylgesetzes (AsylG)). Umso
schwerwiegender sind Vorwürfe gegen Richter am Verwaltungsgericht (VG) Gera, wonach
sie Asylklagen aufgrund ihrer persönlichen (rechten) Einstellung abgelehnt
haben könnten (vgl. z. B. ezra.de/forderungspapier-zur-justiz-in-thu%CC%88r
ingen/; www.sueddeutsche.de/politik/justiz-asyl-afd-richter-1.5926901?s=09).
Dieser Verdacht wurde gestützt von Zahlen zur Entscheidungsstatistik des VG
Gera infolge von Kleinen Anfragen der Linken (vgl. z. B. die Antworten der
Bundesregierung auf die Kleinen Anfragen auf den Bundestagsdrucksachen
20/4019 und 20/8222). Die Erfolgsquoten bei Asylklagen zu bestimmten
Herkunftsländern waren am VG Gera auffallend niedriger als im bundesweiten
Vergleich, auch im Jahr 2023 gab es (bei geringen Fallzahlen) keine einzige
positive Asylentscheidung des VG Gera. Gegen einen der betroffenen Richter
wird inzwischen ein Disziplinarverfahren geführt, für die Dauer dieses
Verfahrens darf er keine Urteile mehr fällen (www.spiegel.de/politik/deutschland/ger
a-richter-faellt-nach-vorwuerfen-aktuell-keine-urteile-a-0a14dc18-6bd9-4eb4-
b126-297f6a2172bd).
Bei vielen Asylsuchenden in Deutschland handelt es sich um Kinder und
Jugendliche: Im Jahr 2023 lag der Anteil der unter 18-jährigen Asylsuchenden
bei 31,5 Prozent (2022: 37,3 Prozent, 2021: 49,4 Prozent), 4,6 Prozent der
Asylsuchenden waren unbegleitete minderjährige Flüchtlinge. 22 603
Asylanträge (6,9 Prozent aller Anträge) wurden für in Deutschland geborene
Kinder von Asylsuchenden, anerkannten Flüchtlingen und Personen mit einer
humanitären Aufenthaltserlaubnis nach § 25 Absatz 5 des Aufenthaltsgesetzes
(AufenthG) gestellt.
Etwa die Hälfte aller Asylsuchenden in Deutschland verfügt über keine
(anerkannten) schriftlichen Identitätsnachweise (2023: 47,8 Prozent). Das sagt
jedoch nichts über ihre Schutzbedürftigkeit aus, denn die bereinigte Schutzquote
bei Asylsuchenden ohne Papiere ist fast genauso hoch (67,7 Prozent) wie im
allgemeinen Durchschnitt (68,6 Prozent).
Die politisch mitunter geforderte Abschaffung des subsidiären Schutzstatus
(vgl. z. B. www.zeit.de/politik/deutschland/2024-06/landkreistag-abschiebun
g-abschaffung-subsidiaerem-schutz-migranten) ist nach Auffassung der
Fragestellenden rechtlich nicht bzw. kaum möglich, weil dieser Status im EU-
Primärrecht verankert ist (vgl. Artikel 78 des Allgemeinen Vertrags über die
Arbeitsweise der Europäischen Union (AEUV)). Ohnehin gingen nur 0,6
Prozent der im Jahr 2023 vom BAMF erteilten subsidiären Schutzstatus letztlich
auf EU-Recht zurück, weil sie wegen drohender willkürlicher Gewalt infolge
von kriegerischen Auseinandersetzungen erteilt wurden. Subsidiärer Schutz
wird vom BAMF in aller Regel (2023 zu 91,2 Prozent) wegen der Gefahr
unmenschlicher bzw. erniedrigender Behandlung erteilt, d. h. (auch) infolge von
Artikel 3 der Europäischen Menschenrechtskonvention (EMRK), an die
Deutschland unabhängig von EU-Recht gebunden ist.
Schutzquoten im Flughafenverfahren sind z. T. deutlich niedriger als im
allgemeinen Durchschnitt – mit Blick auf die künftig infolge der Reform des
Gemeinsamen Europäischen Asylsystems (GEAS) zwingend durchzuführenden
Grenzverfahren ist das nach Auffassung der Fragestellenden ein bedenklicher
Befund: Die Schutzquoten der BAMF-Außenstelle am Frankfurter Flughafen
etwa lagen im Jahr 2023 im bundesweiten Vergleich bei vier von sieben
erfassten Herkunftsländern jeweils an letzter bzw. zweitletzter Stelle. Die
Fragestellenden befürchten, dass bei Schnellverfahren an der Grenze aufgrund
verkürzter Fristen und unzureichender Beratungsmöglichkeiten eine drohende
Gefahr eher übersehen oder aufgrund politischer Erwartungen strenger
entschieden werden könnte.
Um eine zeitnahe Beantwortung zu ermöglichen, haben die Fragestellenden
vorliegend mehrere aufwendig zu beantwortende Fragen dieser regelmäßig
gestellten Kleinen Anfrage herausgenommen.
V o r b e m e r k u n g d e r B u n d e s r e g i e r u n g
Entgegen der Vermutung der Fragestellenden, die diese in der Fristeinrede vom
5. Dezember 2024 formulierten, wonach die erfragten Informationen und
Sachverhalte bereits vorlägen und für eine Beantwortung verwendet werden
könnten, wird darauf hingewiesen, dass dies gerade nicht der Fall ist. Vielmehr
werden die statistischen Angaben – im Wesentlichen vom Bundesamt für
Migration und Flüchtlinge (BAMF) – jeweils für die jeweilige parlamentarische
Anfrage individuell ermittelt und überwiegend aufwändig (z. T. händisch)
aufbereitet. Auch die juristischen und sonstigen Fragestellungen sind ggf. gründlich
zu recherchieren, zu formulieren und innerhalb der Bundesregierung
abzustimmen.
Auch der Hinweis aus der oben stehenden Vorbemerkung, dass die
Fragestellenden vorliegend einige aufwändig zu beantwortende Fragen dieser Kleinen
Anfrage herausgenommen hätten, kann aus Sicht der Bundesregierung nicht
überzeugen, da im Gegenzug auch neue, z. T. ebenfalls aufwändig zu
bearbeitende Fragen hinzugekommen sind.
Da sich die Vorgänger der vorliegenden regelmäßig gestellten
parlamentarischen Anfrage in der Regel am oberen Rand des zur Beantwortung
erforderlichen Aufwandes üblicher parlamentarischer Anfragen bewegten, wurde von
den Fragestellenden in der Vergangenheit im Regelfall eine Fristverlängerung
von vier Wochen gewährt.
Aufgrund der besonderen aktuellen politischen Umstände hat die
Bundesregierung im vorliegenden Fall jedoch lediglich um eine Fristverlängerung von drei
Wochen gebeten, um den Fragestellenden damit einerseits entgegenzukommen
und andererseits – unter Ausschöpfung der technischen und personellen
Ressourcen im Rahmen des Zumutbaren – den umfangreichen Fragekatalog noch
mit der hierfür notwendigen Sorgfalt beantworten zu können. Stattdessen haben
die Fragestellenden (erst) am 5. Dezember 2024 (im Bundesministerium des
Innern und für Heimat (BMI) eingehend am 6. Dezember 2024) nur eine
Fristverlängerung um ca. zwei Wochen, also bis zum 11. Dezember 2024 zugestanden.
Da die Fristeinrede zudem erst vier Arbeitstage vor Ablauf der in der
Fristeinrede vorgegebenen Frist im BMI einging, war eine ordnungsgemäße
Beantwortung auch nur eines substanziellen Teils der Fragen deshalb nicht mehr
möglich.
In der Abwägung, die von den Fragestellenden so kurzfristig vorgegebene Frist
auf jeden Fall zur Beantwortung einzuhalten und damit den Großteil der Fragen
nicht zu beantworten oder im ungünstigen Fall einen Zeitverzug von ggf. nur
wenigen Tagen hinzunehmen, und dafür alle Fragen sachgerecht beantworten
zu können, hat sich die Bundesregierung – auch im vermuteten Interesse der
Fragestellenden – für die letztere Variante entschieden.
1. a) Wie hoch war die Gesamtschutzquote (Anerkennungen nach Artikel
16a des Grundgesetzes (GG), nach § 60 Absatz 1 des
Aufenthaltsgesetzes (AufenthG) in Anwendung der Genfer Flüchtlingskonvention
(GFK), subsidiärer Schutz und Abschiebungshindernisse) in der
Entscheidungspraxis des BAMF im bisherigen Jahr 2024 (bitte jeweils
in absoluten und relativen Zahlen angeben und für die 15 wichtigsten
Herkunftsländer gesondert darstellen, bitte für jedes dieser Länder in
relativen Zahlen angeben, wie viele Asylsuchende Schutz nach
Artikel 16a GG, nach § 60 Absatz 1 AufenthG in Anwendung der GFK,
einen subsidiären Schutzstatus bzw. nationalen Abschiebungsschutz
zugesprochen bekommen haben, bitte in einer weiteren Tabelle nach
Art der Anerkennung differenzieren: Asylberechtigung (darunter
Familienasyl), internationaler Flüchtlingsschutz (darunter
Familienschutz), subsidiärer Schutz (darunter Familienschutz), nationale
Abschiebungsverbote – bitte jeweils so differenziert wie möglich
darstellen und in jedem Fall Angaben zu den Herkunftsländern
Algerien, Marokko, Tunesien, Ukraine, Belarus, Russische Föderation
sowie zu allen sicheren Herkunftsstaaten machen)?
b) Wie hoch war im genannten Zeitraum die „bereinigte
Gesamtschutzquote“, d. h. die Quote der Anerkennungen bezogen auf tatsächlich
inhaltliche und nicht formelle Entscheidungen (bitte wie in der
Antwort zu Frage 1a differenzieren), und welche näheren Angaben
lassen sich zu den Gründen sonstiger Verfahrenserledigungen in den
genannten Zeiträumen machen?
Die Fragen 1a und 1b werden gemeinsam beantwortet.
Die Angaben können den nachfolgenden Tabellen entnommen werden.
Vorsorglich wird darauf hingewiesen, dass durch Heranziehen der erfragten
sogenannten bereinigten Gesamtschutzquote (Quote zu Frage 1b) etwaige
Bleibeperspektiven von Staatsangehörigen der unten genannten Staaten nicht
hergeleitet oder begründet werden können, da die formellen Ablehnungen von
Asylanträgen bei einer derartigen Quotenberechnung nicht berücksichtigt werden.
Formelle Ablehnungen führen ebenso wie materiell entschiedene
Asylablehnungen im Regelfall zu einer Ausreisepflicht. Maßgeblich für die Feststellung
einer etwaigen Bleibeperspektive ist daher die umfassende Gesamtschutzquote,
die alle ablehnenden Asylentscheidungen berücksichtigt.
Ja
n.
b
is
O
kt
.
20
24
A
sy
lb
er
ec
ht
ig
un
g
A
rt
ik
el
1
6a
G
G
Fl
üc
ht
lin
gs
sc
hu
tz
§
3
A
bs
at
z
1
A
sy
lG
Su
bs
id
iä
re
r
Sc
hu
tz
§
4
A
bs
at
z
1
A
sy
lG
A
bs
ch
ie
bu
ng
sv
er
bo
t
§
60
A
bs
ät
ze
5
u
nd
7
A
uf
en
th
G
G
es
am
ts
ch
ut
z
Q
uo
te
z
u
Fr
ag
e
1b
ab
so
lu
t
A
nt
ei
l
ab
so
lu
t
A
nt
ei
l
ab
so
lu
t
A
nt
ei
l
ab
so
lu
t
A
nt
ei
l
ab
so
lu
t
A
nt
ei
l
A
nt
ei
l
H
er
ku
nf
ts
lä
nd
er
ge
sa
m
t
1.
59
5
0,
6
%
30
.4
37
12
,0
%
66
.5
33
26
,2
%
17
.4
66
6,
9
%
11
6.
03
1
45
,7
%
61
,3
%
da
ru
nt
er
:
Sy
rie
n
91
0,
1
%
6.
19
6
7,
5
%
62
.7
37
76
,0
%
28
2
0,
3
%
69
.3
06
83
,9
%
10
0,
0
%
A
fg
ha
ni
st
an
43
5
1,
2
%
11
.9
48
32
,9
%
64
8
1,
8
%
14
.3
31
39
,4
%
27
.3
62
75
,3
%
94
,6
%
Tü
rk
ei
18
8
0,
5
%
3.
00
9
8,
3
%
19
4
0,
5
%
47
0,
1
%
3.
43
8
9,
5
%
12
,9
%
Ir
ak
12
0,
1
%
1.
37
3
14
,2
%
34
9
3,
6
%
42
7
4,
4
%
2.
16
1
22
,3
%
31
,4
%
So
m
al
ia
14
8
3,
6
%
1.
29
9
31
,3
%
24
1
5,
8
%
84
1
20
,2
%
2.
52
9
60
,9
%
89
,7
%
Ir
an
14
3
2,
2
%
1.
56
1
24
,1
%
10
6
1,
6
%
38
0,
6
%
1.
84
8
28
,5
%
37
,5
%
U
ng
ek
lä
rt
28
0,
8
%
1.
31
3
38
,4
%
36
6
10
,7
%
65
1,
9
%
1.
77
2
51
,8
%
81
,9
%
R
us
si
sc
he
Fö
de
ra
tio
n
61
1,
0
%
20
0
3,
1
%
48
0,
8
%
22
0,
3
%
33
1
5,
2
%
10
,4
%
K
ol
um
bi
en
-
-
1
0,
0
%
4
0,
1
%
6
0,
2
%
11
0,
4
%
0,
4
%
Er
itr
ea
47
1,
5
%
1.
81
5
58
,7
%
42
5
13
,7
%
74
2,
4
%
2.
36
1
76
,4
%
84
,9
%
G
ui
ne
a
66
3,
0
%
24
6
11
,1
%
58
2,
6
%
84
3,
8
%
45
4
20
,5
%
35
,7
%
Ve
ne
zu
el
a
26
0,
9
%
37
1,
2
%
60
2,
0
%
48
4
16
,1
%
60
7
20
,2
%
21
,3
%
G
eo
rg
ie
n
-
-
1
0,
0
%
3
0,
1
%
15
0,
3
%
19
0,
4
%
0,
4
%
N
ig
er
ia
11
0,
4
%
96
3,
5
%
15
0,
6
%
15
7
5,
8
%
27
9
10
,3
%
19
,8
%
A
lg
er
ie
n
3
0,
1
%
17
0,
6
%
17
0,
6
%
6
0,
2
%
43
1,
5
%
3,
2
%
Tu
ne
si
en
6
0,
2
%
36
1,
1
%
3
0,
1
%
7
0,
2
%
52
1,
6
%
2,
6
%
M
ar
ok
ko
1
0,
0
%
49
2,
1
%
24
1,
0
%
6
0,
3
%
80
3,
5
%
6,
9
%
U
kr
ai
ne
1
0,
1
%
3
0,
2
%
40
3,
2
%
48
3,
8
%
92
7,
3
%
14
,0
%
B
el
ar
us
5
1,
7
%
7
2,
4
%
2
0,
7
%
-
-
14
4,
8
%
11
,1
%
K
os
ov
o
-
-
2
0,
1
%
2
0,
1
%
9
0,
5
%
13
0,
7
%
0,
9
%
N
or
dm
az
ed
oni
en
-
-
-
-
1
0,
0
%
7
0,
2
%
8
0,
2
%
0,
4
%
Se
rb
ie
n
3
0,
1
%
1
0,
0
%
-
-
3
0,
1
%
7
0,
3
%
0,
5
%
A
lb
an
ie
n
-
-
2
0,
1
%
6
0,
4
%
4
0,
2
%
12
0,
7
%
1,
1
%
M
ol
da
u,
R
ep
ub
lik
1
0,
0
%
-
-
-
-
3
0,
1
%
4
0,
2
%
0,
5
%
B
os
ni
en
u
nd
H
er
ze
go
w
in
a
-
-
1
0,
1
%
1
0,
1
%
-
-
2
0,
2
%
0,
4
%
G
ha
na
1
0,
3
%
3
0,
8
%
1
0,
3
%
13
3,
5
%
18
4,
8
%
7,
2
%
Se
ne
ga
l
1
0,
5
%
-
-
-
-
5
2,
4
%
6
2,
9
%
5,
8
%
M
on
te
ne
gr
o
-
-
-
-
-
-
2
0,
8
%
2
0,
8
%
1,
5
%
Jan. bis Okt. 2024 Quote zu Frage 1b
absolut Anteil Anteil
Asylberechtigung 1.595 0,6 % 0,8 %
darunter Familienschutz 443 0,2 % 0,2 %
Flüchtlingsschutz (§ 3 I AsylG) 30.437 12,0 % 16,1 %
darunter Familienschutz 16.997 6,7 % 9,0 %
Subsidiärer Schutz nach
§ 4 I Nummer 1 AsylG 25 0,0 % 0,0 %
§ 4 I Nummer 2 AsylG 59.155 23,3 % 31,2 %
§ 4 I Nummer 3 AsylG 927 0,4 % 0,5 %
§ 4 I AsylG Familienschutz 6.426 2,5 % 3,4 %
Summe subsidiärer Schutz 66.533 26,2 % 35,1 %
Abschiebungsverbot nach
§ 60 V AufenthG 17.227 6,8 % 9,1 %
§ 60 VII AufenthG 239 0,1 % 0,1 %
Summe Abschiebungsverbot 17.466 6,9 % 9,2 %
Gesamtschutz 116.031 45,7 % 61,3 %
Nähere Angaben zu den Gründen sonstiger Verfahrenserledigungen für den
genannten Zeitraum können der nachfolgenden Tabelle entnommen werden.
Jan. bis Okt. 2024 Entscheidungskategorie
Abschiebung vor Entscheidung -
Antrag nicht weiter bearbeitet 5
Einstellung wg. § 33 I u II, § 32a II AsylG 9.939
nicht erforderlich, Dublin 164
sonstige Einstellung 5.714
Unzulässig (§ 29 I Nummer 1 AsylG) 28.011
Unzulässig (§ 29 I Nummer 2 AsylG) 7.081
Unzulässig (§ 29 I Nummer 3 AsylG) 29
Unzulässig (§ 29 I Nummer 4 AsylG) 10
Unzulässig (kein Zweitverf. § 29 I Nummer 5 AsylG) 1.756
Unzulässig (kein Folgeverf. § 29 I Nummer 5 AsylG) 11.853
c) Inwiefern lässt sich ergänzend feststellen, in wie vielen Fällen durch
Korrekturen bzw. Änderungen von BAMF-Bescheiden in jeweils
einem Jahr Personen, die zuvor im Asylverfahren rechts- oder
bestandskräftig abgelehnt worden waren, doch noch einen Schutzstatus
erteilt bekommen haben (bitte gegebenenfalls jeweils für die Jahre ab
2020 angeben und nach Schutzstatus und den 15 wichtigsten
Herkunftsstaaten differenzieren) – und falls dies technisch nicht möglich
sein sollte, warum nicht (bitte erläutern)?
Eine bestandskräftige ablehnende Entscheidung kann mittels eines Antrags auf
Wiederaufgreifen des Verfahrens zur Überprüfung gestellt werden. Zudem
besteht die Möglichkeit eines Folgeantrages bzw. eines isolierten
Folgeschutzgesuchs. Die positiven Entscheidungen derartiger Verfahren nach Jahren sind den
folgenden Tabellen zu entnehmen, wobei das Jahr der ursprünglichen
ablehnenden Entscheidung nicht mit dem Jahr der positiven Entscheidung über
Asylfolgeanträge oder Wiederaufgreifensverfahren übereinstimmen muss.
Jahr 2020 Positive Entscheidungen über Asylfolgeanträge/Wiederaufgreifensverfahren
insgesamt
Asylberechtigung
Artikel 16a GG
Flüchtlingsschutz § 3
Absatz 1 AsylG
Subsidiärer
Schutz § 4
Absatz 1 AsylG
Abschiebungsverbot
§ 60 Absätze 5 und 7
AufenthG
Staatsangehörigkeiten
gesamt
2.874 41 1.019 319 1.495
davon
Afghanistan 829 4 141 14 670
Syrien 462 5 207 145 105
Irak 268 2 120 35 111
Iran 211 7 163 5 36
Somalia 126 2 53 3 68
Russische Föderation 117 0 62 29 26
Eritrea 112 0 14 29 69
Nigeria 110 4 23 6 77
Türkei 103 11 71 7 14
Ungeklärt 68 0 28 12 28
Äthiopien 51 0 21 1 29
Pakistan 43 0 23 0 20
Guinea 31 0 14 0 17
Libyen 27 2 2 12 11
Tadschikistan 25 0 14 6 5
Jahr 2021 Positive Entscheidungen über Asylfolgeanträge/Wiederaufgreifensverfahren
insgesamt
Asylberechtigung
Artikel 16a GG
Flüchtlingsschutz § 3
Absatz 1 AsylG
Subsidiärer
Schutz § 4
Absatz 1 AsylG
Abschiebungsverbot
§ 60 Absätze 5 und 7
AufenthG
Staatsangehörigkeiten
gesamt
3.746 77 1.207 530 1.932
davon
Afghanistan 1.087 4 162 33 888
Syrien 722 9 209 330 174
Irak 280 10 56 27 187
Iran 242 0 178 22 42
Somalia 168 3 102 3 60
Nigeria 152 4 36 1 111
Äthiopien 148 0 84 0 64
Türkei 121 15 92 4 10
Russische Föderation 107 5 74 9 19
Eritrea 85 0 23 21 41
Ungeklärt 83 0 37 16 30
Pakistan 68 1 33 3 31
Guinea 45 4 18 2 21
Libanon 34 0 2 3 29
Ägypten 33 2 24 0 7
Jahr 2022 Positive Entscheidungen über Asylfolgeanträge/Wiederaufgreifensverfahren
insgesamt
Asylberechtigung
Artikel 16a GG
Flüchtlingsschutz § 3
Absatz 1 AsylG
Subsidiärer
Schutz § 4
Absatz 1 AsylG
Abschiebungsverbot
§ 60 Absätze 5 und 7
AufenthG
Staatsangehörigkeiten
gesamt
14.683 60 2.402 826 11.395
davon
Afghanistan 11.904 4 1.237 135 10.528
Syrien 904 1 248 458 197
Jahr 2022 Positive Entscheidungen über Asylfolgeanträge/Wiederaufgreifensverfahren
insgesamt
Asylberechtigung
Artikel 16a GG
Flüchtlingsschutz § 3
Absatz 1 AsylG
Subsidiärer
Schutz § 4
Absatz 1 AsylG
Abschiebungsverbot
§ 60 Absätze 5 und 7
AufenthG
Iran 345 10 273 34 28
Irak 237 0 78 39 120
Türkei 220 28 172 14 6
Somalia 136 0 65 6 65
Russische Föderation 128 8 60 38 22
Ungeklärt 109 0 57 18 34
Nigeria 91 0 15 2 74
Äthiopien 80 1 21 2 56
Libanon 56 0 7 9 40
Pakistan 51 0 31 2 18
Eritrea 39 0 16 6 17
Guinea 31 1 14 5 11
Aserbaidschan 28 1 12 9 6
Jahr 2023 Positive Entscheidungen über Asylfolgeanträge/Wiederaufgreifensverfahren
insgesamt
Asylberechtigung
Artikel 16a GG
Flüchtlingsschutz § 3
Absatz 1 AsylG
Subsidiärer
Schutz § 4
Absatz 1 AsylG
Abschiebungsverbot
§ 60 Absätze 5 und 7
AufenthG
Staatsangehörigkeiten
gesamt
7.232 54 2.080 679 4.419
davon
Afghanistan 4.500 1 1.097 50 3.352
Syrien 936 6 198 427 305
Iran 367 8 299 30 30
Irak 245 0 70 31 144
Somalia 228 0 61 10 157
Nigeria 138 1 5 2 130
Türkei 137 23 93 10 11
Russische Föderation 104 5 49 47 3
Ungeklärt 82 0 46 12 24
Pakistan 51 0 29 0 22
Aserbaidschan 40 0 26 6 8
Äthiopien 37 0 5 1 31
Eritrea 33 0 20 6 7
Guinea 27 0 9 0 18
Libanon 25 0 1 3 21
Jan. bis Okt. 2024 Positive Entscheidungen über Asylfolgeanträge/Wiederaufgreifensverfahren
insgesamt
Asylberechtigung
Artikel 16a GG
Flüchtlingsschutz § 3
Absatz 1 AsylG
Subsidiärer
Schutz § 4
Absatz 1 AsylG
Abschiebungsverbot
§ 60 Absätze 5 und 7
AufenthG
Staatsangehörigkeiten
gesamt
3.793 48 1.265 637 1.843
davon
Afghanistan 1.542 4 543 16 979
Syrien 760 1 119 408 232
Iran 244 9 185 23 27
Irak 209 0 77 21 111
Somalia 175 2 30 2 141
Türkei 105 9 88 5 3
Nigeria 82 0 9 0 73
Jan. bis Okt. 2024 Positive Entscheidungen über Asylfolgeanträge/Wiederaufgreifensverfahren
insgesamt
Asylberechtigung
Artikel 16a GG
Flüchtlingsschutz § 3
Absatz 1 AsylG
Subsidiärer
Schutz § 4
Absatz 1 AsylG
Abschiebungsverbot
§ 60 Absätze 5 und 7
AufenthG
Sudan 79 0 2 63 14
Russische Föderation 73 4 39 24 6
Ungeklärt 70 0 26 11 33
Pakistan 56 9 35 2 10
Ukraine 39 0 2 10 27
Aserbaidschan 30 1 10 16 3
Eritrea 28 0 9 5 14
Guinea 28 0 12 0 16
2. a) Wie viele der Anerkennungen nach § 3 Absatz 1 des Asylgesetzes
(AsylG) in Anwendung der GFK im bisherigen Jahr 2024 beruhten
auf staatlicher, nichtstaatlicher bzw. geschlechtsspezifischer
Verfolgung bzw. waren Familienflüchtlingsschutzstatus (bitte in absoluten
und relativen Zahlen und noch einmal gesondert nach den 15
wichtigsten Herkunftsländern angeben)?
Angaben zu Entscheidungen aufgrund staatlicher, nichtstaatlicher bzw.
geschlechtsspezifischer Verfolgung werden nur für Entscheidungen nach § 3
Absatz 1 des Asylgesetzes (AsylG) erfasst und können den nachfolgenden
Tabellen entnommen werden.
01.01.–
31.10.2024
Gewährung von Flüchtlingsschutz nach § 3 Absatz 1 AsylG
Familienflüchtlingsschutz nach
§ 26 Absatz 5
AsylG
staatliche Verfolgung nichtstaatliche Verfolgung
davon
geschlechtsspez. Verfolgung
davon
geschlechtsspez. Verfolgung
Herkunftsländer
gesamt
30.437 16.997 9.604 2.912 2.775 1.738
darunter:
Syrien 6.196 5.576 481 113 56 33
Afghanistan 11.948 5.032 5.127 1.959 1.409 625
Türkei 3.009 900 1.952 242 83 76
Irak 1.373 1.167 51 35 131 96
Somalia 1.299 699 41 35 501 472
Iran 1.561 463 1.004 220 38 33
Ungeklärt 1.313 520 398 50 117 22
Russische
Föderation
200 75 101 37 18 14
Kolumbien 1 0 0 0 1 0
Eritrea 1.815 1.801 5 0 0 0
Guinea 246 121 9 8 94 93
Venezuela 37 5 27 8 5 4
Georgien 1 1 0 0 0 0
Nigeria 96 48 21 19 26 24
Algerien 17 4 7 6 4 4
b) Wie viele der Anerkennungen waren Schutzstatus nach § 26 AsylG für
Familienangehörige bereits Anerkannter (bitte jeweils nach dem
Bezugsstatus – Asylberechtigung, Flüchtlingsstatus nach der GFK bzw.
subsidiärem Schutz – differenzieren), und wie viele dieser erteilten
Status betrafen in Deutschland geborene Kinder (bitte nach den
15 wichtigsten Herkunftsländern differenzieren)?
Die Angaben können den nachfolgenden Tabellen entnommen werden.
01.01.–31.10.2024 § 26 AsylG
Anerkennung
§ 3 I AsylG
Familienschutz
§ 4 I AsylG
Familienschutz
davon in DE
geborene Kinder
davon in DE
geborene Kinder
davon in DE
geborene Kinder
Herkunftsländer
gesamt
443 109 16.997 7.421 6.426 3.174
darunter:
Syrien 52 13 5.576 3.330 4.967 2.514
Afghanistan 114 24 5.032 1.084 218 123
Türkei 80 14 900 231 135 12
Irak 4 - 1.167 788 246 124
Somalia 9 - 699 308 98 50
Iran 32 7 463 144 27 8
Ungeklärt 6 2 520 295 131 79
Russische Föderation 16 5 75 23 21 6
Kolumbien - - - - - -
Eritrea 45 21 1.801 812 301 135
Guinea 4 1 121 72 16 14
Venezuela 9 3 5 2 11 1
Georgien - - 1 - - -
Nigeria - - 48 36 8 5
Algerien - - 4 3 11 3
c) Wie viele der Asylsuchenden im bisherigen Jahr 2024 verfügten zum
Zeitpunkt der Asylantragstellung über einen rechtmäßigen
Aufenthaltstitel (welchen?) oder eine Duldung (bitte auch nach den zehn
wichtigsten Herkunftsstaaten differenzieren), und wie viele Personen
verfügten zuletzt über einen Aufenthaltstitel zur
Familienzusammenführung mit einem Schutzberechtigten (bitte zu beiden Unterfragen
auch Ausführungen dazu machen, bei wie vielen der Betroffenen es
um Erst-, Folge- bzw. Zweitanträge ging)?
Zum Stichtag 31. Oktober 2024 waren im Ausländerzentralregister (AZR)
16.821 Personen erfasst, die im Jahr 2024 einen Asylantrag gestellt haben,
während sie einen gültigen Aufenthaltstitel oder eine gültige Duldung besaßen,
davon 11.640 Personen mit einem Erstantrag und 5.181 Personen mit einem
Folgeantrag. 3.727 Personen verfügten zum Zeitpunkt ihrer Asylantragstellung
über einen gültigen Aufenthaltstitel zur Familienzusammenführung mit einem
Schutzberechtigten, davon 3.685 Personen mit einem Erstantrag und 42
Personen mit einem Folgeantrag. Das AZR unterscheidet diesbezüglich nur zwischen
Erst- und Folgeanträgen, zu Zweitanträgen können aus dem AZR daher keine
Aussagen getroffen werden. Die weiteren Angaben können den nachstehenden
Tabellen entnommen werden.
Asylantragstellung, während ein gültiger Titel oder eine Duldung vorlagen Jan. bis Okt. 2024
Gesamt 16.821
darunter
Syrien 7.264
Afghanistan 2.477
Türkei 1.075
Irak 727
Somalia 724
Eritrea 415
Ungeklärt 393
Iran 382
Guinea 289
Nordmazedonien 286
Asylantragstellung, während ein gültiger Titel oder ein gültiger Titel oder
eine Duldung vorlagen
Jan. bis Okt. 2024
Gesamt 16.821
davon
Aufenthaltserlaubnis (AE) – Erwerbstätigkeit 40
AE – familiäre Gründe 5.104
AE – völkerrechtliche, humanitäre, politische Gründe 1.863
AE – Besondere Aufenthaltsrechte 158
AE – Ausbildung 309
EU-Aufenthaltsrechte 2
Duldungen 9.345
d) Wie viele der im bisherigen Jahr 2024 vom BAMF zugesprochen
Schutzstatus basierten auf Anerkennungen im Rahmen des
Familienschutzes (bitte nach Schutzstatus und den 15 wichtigsten
Herkunftsländern differenzieren)?
Der Anteil der Flüchtlingseigenschaft bzw. des subsidiären Schutzes an allen
inhaltlichen Entscheidungen ohne Berücksichtigung der Entscheidungen zum
Familienschutz kann nicht belastbar berechnet werden, da nicht alle
Entscheidungen zum Familienschutz statistisch erfasst und demzufolge auch nicht aus
der für die Berechnung erforderlichen Bezugsmenge (Anzahl aller materiellen
Entscheidungen ohne Entscheidungen zum Familienschutz) herausgerechnet
werden können. So wird bei Ablehnungen der Asylanerkennung statistisch
nicht erfasst, wie viele davon ggf. im Zusammenhang mit Entscheidungen zum
Familienschutz erfolgten (vgl. hierzu auch die Antwort der Bundesregierung zu
Frage 1c der Kleinen Anfrage der Fraktion DIE LINKE. auf
Bundestagsdrucksache 19/28109).
Angaben zu Entscheidungen mit bzw. ohne Einbeziehung von Entscheidungen
zum Familienschutz (ohne relative Zahlen) können der nachfolgenden Tabelle
entnommen werden.
01.01.–31.10.2024 Asylberechtigung
Artikel 16a GG
Flüchtlingsschutz
§ 3 I AsylG
Subsidiärer Schutz
§ 4 I AsylG
ohne
Familienschutz
mit
Familienschutz
ohne
Familienschutz
mit
Familienschutz
ohne
Familienschutz
mit
Familienschutz
Gesamt 1.152 1.595 13.440 30.437 60.107 66.533
Syrien 39 91 620 6.196 57.770 62.737
Afghanistan 321 435 6.916 11.948 430 648
Türkei 108 188 2.109 3.009 59 194
Irak 8 12 206 1.373 103 349
01.01.–31.10.2024 Asylberechtigung
Artikel 16a GG
Flüchtlingsschutz
§ 3 I AsylG
Subsidiärer Schutz
§ 4 I AsylG
ohne
Familienschutz
mit
Familienschutz
ohne
Familienschutz
mit
Familienschutz
ohne
Familienschutz
mit
Familienschutz
Somalia 139 148 600 1.299 143 241
Iran 111 143 1.098 1.561 79 106
Ungeklärt 22 28 793 1.313 235 366
Russische Föderation 45 61 125 200 27 48
Kolumbien - - 1 1 4 4
Eritrea 2 47 14 1.815 124 425
Guinea 62 66 125 246 42 58
Venezuela 17 26 32 37 49 60
Georgien - - - 1 3 3
Nigeria 11 11 48 96 7 15
Algerien 3 3 13 17 6 17
3. Welche genaueren Angaben kann die Bundesregierung machen zu den
Rechtsgrundlagen der im bisherigen Jahr 2024 durch das BAMF bzw.
durch die Gerichte (soweit vorliegend) gewährten subsidiären
Schutzstatus (nach § 4 Absatz 1 Nummer 1, Nummer 2 bzw. Nummer 3 AsylG,
bitte in absoluten und relativen Zahlen darstellen und nach den 15
wichtigsten Herkunftsländern differenzieren), und teilt die Bundesregierung
die Auffassung der Fragestellenden, dass der subsidiäre Schutzstatus in
Deutschland ohne EU-Vertragsänderung nicht abgeschafft werden kann,
weil seine Schaffung auf EU-Primärrecht beruht (vgl. Artikel 78 AEUV
und Vorbemerkung der Fragesteller, bitte begründen)?
Die Angaben zur ersten Teilfrage können den nachfolgenden Tabellen
entnommen werden.
Asylentscheidungen des BAMF:
Jan. bis Okt.
2024
subsidiärer
Schutz
subsidiärer Schutz
gemäß § 4 I
Nummer 1 AsylG
subsidiärer Schutz
gemäß § 4 I
Nummer 2 AsylG
subsidiärer Schutz
gemäß § 4 I
Nummer 3 AsylG
Gesamt absolut Anteil absolut Anteil absolut Anteil
Staatsangehörigkeiten gesamt
66.533 25 0,0 % 59.155 88,9 % 927 1,4 %
darunter:
Syrien 62.737 20 0,0 % 57.647 91,9 % 103 0,2 %
Afghanistan 648 2 0,3 % 425 65,6 % 3 0,5 %
Somalia 241 - 0,0 % 139 57,7 % 4 1,7 %
Irak 349 - 0,0 % 97 27,8 % 6 1,7 %
Venezuela 60 - 0,0 % 49 81,7 % - 0,0 %
Sudan 497 - 0,0 % 17 3,4 % 465 93,6 %
Eritrea 425 - 0,0 % 124 29,2 % - 0,0 %
Ungeklärt 366 - 0,0 % 224 61,2 % 11 3,0 %
Jemen 301 - 0,0 % 55 18,3 % 228 75,7 %
Türkei 194 - 0,0 % 57 29,4 % 2 1,0 %
Nigeria 15 - 0,0 % 7 46,7 % - 0,0 %
Iran 106 3 2,8 % 76 71,7 % - 0,0 %
Guinea 58 - 0,0 % 42 72,4 % - 0,0 %
Ukraine 40 - 0,0 % - 0,0 % 19 47,5 %
Äthiopien 25 - 0,0 % 6 24,0 % - 0,0 %
Asylentscheidungen infolge gerichtlicher Überprüfung:
01.01.–
30.09.2024
subsidiärer
Schutz
subsidiärer Schutz
gemäß § 4 I
Nummer 1 AsylG
subsidiärer Schutz
gemäß § 4 I
Nummer 2 AsylG
subsidiärer Schutz
gemäß § 4 I
Nummer 3 AsylG
Gesamt absolut Anteil absolut Anteil absolut Anteil
Staatsangehörigkeiten gesamt
857 31 3,6 % 395 46,1 % 372 43,4 %
darunter:
Pers. aus
palästinensischen
Gebieten (nicht als Staat
anerkannt)
182 7 3,8 % 16 8,8 % 159 87,4 %
Eritrea 121 5 4,1 % 103 85,1 % 2 1,7 %
Ungeklärt 106 1 0,9 % 11 10,4 % 93 87,7 %
Irak 83 5 6,0 % 61 73,5 % 1 1,2 %
Russische
Föderation
73 2 2,7 % 54 74,0 % 1 1,4 %
Sudan 67 1 1,5 % 6 9,0 % 60 89,6 %
Iran 36 1 2,8 % 31 86,1 % - 0,0 %
Türkei 30 1 3,3 % 28 93,3 % - 0,0 %
Staatenlos 14 1 7,1 % 0,0 % 13 92,9 %
Ukraine 14 - 0,0 % 3 21,4 % 11 78,6 %
Afghanistan 13 - 0,0 % 10 76,9 % 1 7,7 %
Georgien 13 - 0,0 % 11 84,6 % - 0,0 %
Somalia 13 - 0,0 % 7 53,8 % 4 30,8 %
Myanmar 11 - 0,0 % 1 9,1 % 10 90,9 %
Nigeria 11 5 45,5 % 6 54,5 % - 0,0 %
Zur zweiten Teilfrage:
Der von den Fragestellenden herangezogene Artikel 78 des Vertrags über die
Arbeitsweise der Europäischen Union (EU) enthält die allgemeine Aufgabe,
unter anderem im Bereich des subsidiären Schutzes eine gemeinsame Politik zu
entwickeln. Dessen Ausprägungen sind sekundärrechtlich bestimmt und damit
ohne Änderung der EU-Verträge veränderlich.
4. Wie lauten nach Kenntnis der Bundesregierung die bereinigten
Schutzquoten und absoluten Fallzahlen für die Herkunftsländer Afghanistan,
Irak, Iran, Eritrea, Somalia, Nigeria, Russische Föderation und die
Türkei (hier bitte noch einmal gesondert nach kurdischer bzw. türkischer
Volkszugehörigkeit getrennt auflisten) im bisherigen Jahr 2024 für die
BAMF-Außenstellen, die für Asyl-Flughafenverfahren zuständig sind,
im Vergleich zu den jeweiligen Werten aller BAMF-
Organisationseinheiten im Bundesdurchschnitt und im Vergleich zu den drei BAMF-
Organisationseinheiten mit den jeweils drei niedrigsten Schutzquoten (bei
jeweils mindestens 20 Entscheidungen, bitte detailliert auflisten)?
Eine Aussagekraft von Schutzquotenabweichungen (Vergleich der lokalen
Schutzquote (ohne Berücksichtigung formeller Entscheidungen) einzelner
Organisationseinheiten mit der Gesamtschutzquote ohne Berücksichtigung
formeller Entscheidungen) kann nur unter der Prämisse angenommen werden,
dass der Beurteilung repräsentative Daten zugrunde liegen (statistische
Evidenz).
Im Rahmen der halbjährlichen Schutzquotenanalyse des BAMF wird eine
Repräsentativität bei einer Entscheidungsmenge in Höhe von 50 materiell-
rechtlichen Entscheidungen je Herkunftsland und Organisationseinheit
angenommen. Zudem muss die identifizierte Abweichung der lokalen Schutzquote von
der Gesamtschutzquote mindestens zehn Prozent betragen.
Sofern die vorgenannten Parameter in der nachfolgenden Übersicht nicht erfüllt
sind (d. h. sofern weniger als 50 materiell-rechtliche Entscheidungen je
Herkunftsland und Organisationseinheit pro Halbjahr getroffen wurden und/oder
die festgestellte Abweichung der lokalen Schutzquote von Gesamtschutzquote
geringer ist als zehn Prozent), ist in Ermangelung der entsprechenden
Aussagekraft eine Ableitung valider Erkenntnisse nicht möglich. Die diesbezüglichen
Schutzquotenabweichungen sind als statistischer Effekt zu betrachten und
daher als Beurteilungsgrundlage nicht geeignet.
Die Angaben der Schutzquoten ohne Berücksichtigung formeller
Entscheidungen können den nachfolgenden Tabellen entnommen werden.
Afghanistan
01.01.–31.10.2024 Gesamt Anteil Gesamtschutz unter Außerachtlassung
formeller Entscheidungen des BAMF
Organisationseinheiten 36.343 94,6 %
darunter:
AS Frankfurt/Flughafen 202 92,0 %
AS Lebach in AnkER, LAS 167 76,8 %
AS Leipzig im AZ 220 74,9 %
AS Eisenhüttenstadt, LAS 594 57,7 %
Irak
01.01.–31.10.2024 Gesamt Anteil Gesamtschutz unter Außerachtlassung
formeller Entscheidungen des BAMF
Organisationseinheiten 9.691 31,4 %
darunter:
AS Augsburg in AnkER 511 12,5 %
AS Eisenhüttenstadt, LAS 204 12,0 %
AS Trier, LAS 109 9,9 %
AS Frankfurt/Flughafen 82 5,4 %
Iran
01.01.–31.10.2024 Gesamt Anteil Gesamtschutz unter Außerachtlassung
formeller Entscheidungen des BAMF
Organisationseinheiten 6.476 37,5 %
darunter:
AS Frankfurt/Flughafen 112 19,3 %
AS Bamberg in AnkER 128 17,5 %
AS Eisenhüttenstadt, LAS 311 14,8 %
AS Schwerin im AZ, LAS 89 12,9 %
Eritrea
01.01.–31.10.2024 Gesamt Anteil Gesamtschutz unter Außerachtlassung
formeller Entscheidungen des BAMF
Organisationseinheiten 3.092 84,9 %
darunter:
AS Mönchengladbach im AZ 21 76,2 %
AS Chemnitz im AZ, LAS 28 75,0 %
AS Eisenhüttenstadt, LAS 41 69,2 %
AS Frankfurt/Flughafen 3 0,0 %
Somalia
01.01.–31.10.2024 Gesamt Anteil Gesamtschutz unter Außerachtlassung
formeller Entscheidungen des BAMF
Organisationseinheiten 4.154 89,7 %
darunter:
AS Frankfurt/Flughafen 20 75,0 %
AS Leipzig im AZ 111 57,4 %
AS Eisenhüttenstadt, LAS 160 49,7 %
AS Freiburg 21 38,9 %
Nigeria
01.01.–31.10.2024 Gesamt Anteil Gesamtschutz unter Außerachtlassung
formeller Entscheidungen des BAMF
Organisationseinheiten 2.712 19,8 %
darunter:
AS Zirndorf in AnkER 20 5,9 %
AS Eisenhüttenstadt, LAS 33 4,3 %
AS Mönchengladbach im AZ 21 0,0 %
AS Frankfurt/Flughafen 13 0,0 %
Russische Föderation
01.01.–31.10.2024 Gesamt Anteil Gesamtschutz unter Außerachtlassung
formeller Entscheidungen des BAMF
Organisationseinheiten 6.400 10,4 %
darunter:
AS Sigmaringen 68 0,0 %
AS Frankfurt/Flughafen 36 0,0 %
AS Karlsruhe, LAS 31 0,0 %
AS Braunschweig 26 0,0 %
Türkei
01.01.–31.10.2024 Gesamt Anteil Gesamtschutz unter Außerachtlassung
formeller Entscheidungen des BAMF
Organisationseinheiten 36.340 12,9 %
darunter:
AS Frankfurt/Flughafen 228 5,4 %
AS Berlin, LAS 3.873 3,1 %
AS Chemnitz im AZ, LAS 1.224 2,6 %
AS Bamberg in AnkER 24 0,0 %
Türkei Volkszughörigkeit Kurden
01.01.–31.10.2024 Gesamt Anteil Gesamtschutz unter Außerachtlassung
formeller Entscheidungen des BAMF
Organisationseinheiten 29.771 4,2 %
darunter:
AS Frankfurt/Flughafen 199 2,1 %
AS Chemnitz im AZ, LAS 1.092 0,8 %
AS Zirndorf in AnkER 1.569 0,5 %
AS Bamberg in AnkER 20 0,0 %
Türkei Volkszughörigkeit Türken
01.01.–31.10.2024 Gesamt Anteil Gesamtschutz unter Außerachtlassung
formeller Entscheidungen des BAMF
Organisationseinheiten 5.598 55,6 %
darunter:
AS Frankfurt/Flughafen 24 33,3 %
AS Berlin, LAS 473 13,3 %
AS Oldenburg 40 10,8 %
AS Bremen im AZ, LAS 45 8,3 %
a) Wie erklärt die Bundesregierung, dass diese Schutzquoten der BAMF-
Außenstelle am Frankfurter Flughafen im Jahr 2023 (mit der
Ausnahme von sechs Entscheidungen zu Schutzsuchenden aus Russland) stets
und zum Teil deutlich unterhalb der jeweiligen bundesweiten
Vergleichswerte und mehrfach auch an letzter Stelle lagen (vgl. Antwort
zu Frage 5 auf Bundestagsdrucksache 20/12228)?
Unter Bezugnahme auf die Ausführungen in der Antwort zu Frage 4 ist bei der
Würdigung der betreffenden Entscheidungszahlen des Jahres 2023 lediglich
eine Abweichung hinsichtlich des Herkunftslandes (HKL) Irak im Kontext der
Fragestellung statistisch relevant.
Die hinsichtlich des HKL Irak vorliegende Unterschreitung der lokalen
Schutzquote (ohne Berücksichtigung formeller Entscheidungen) lässt sich
folgendermaßen nachvollziehen:
In der Außenstelle Frankfurt/Flughafen werden nicht nur Asylfälle im
Flughafenverfahren bearbeitet, sondern – aufgrund hoher Auslastung anderer
hessischer Außenstellen des BAMF – auch reguläre Verfahren aus diesen
Außenstellen. Bei diesen Akten handelt es sich erfahrungsgemäß überwiegend um
Ablehnungsfälle, da die schneller zu entscheidenden Verfahren von den abgebenden
Außenstellen selbst bearbeitet werden. Die Bearbeitung von Fremdakten kann
somit zur Folge haben, dass Ablehnungsquoten höher und Schutzquoten
niedriger ausfallen (so auch beim HKL Irak).
b) Teilt die Bundesregierung die Einschätzung der Fragestellenden, dass
die deutlich unterdurchschnittlichen Schutzquoten im
Flughafenverfahren auch mit den besonderen Umständen des Flughafenverfahrens
erklärt werden können (z. B. faktische Inhaftierung der Betroffenen,
kein uneingeschränkter Zugang zu Beratungsstellen und
Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälten, deutlich beschleunigtes Asylverfahren mit
unmittelbarer Anhörung und erheblich verkürzten Fristen für
Rechtsmittel usw.), und wenn nein, wie begründet sie diese Auffassung
angesichts der nach Auffassung der Fragestellenden offenkundig
belastenden und einschränkenden Umstände des Flughafenverfahrens und der
nach Angaben der Bundesregierung (vgl. ebd.) deutlich schlechteren
Anerkennungschancen von Schutzsuchenden in diesen Verfahren
(bitte darlegen)?
Unter Bezugnahme auf obige Ausführungen sind seitens des BAMF keine
deutlich unterdurchschnittlichen relevanten Schutzquotenabweichungen im
Flughafenverfahren feststellbar, weshalb sich aufgrund der zugrunde gelegten
Zahlen keine deutlich schlechteren Anerkennungschancen von
Schutzsuchenden in diesen Verfahren ableiten lassen.
c) Teilt die Bundesregierung die Sorge der Fragestellenden, dass es auch
bei den künftig vorzunehmenden Grenzverfahren infolge der GEAS-
Reform, die die jetzigen Flughafenverfahren ersetzen werden, zu
niedrigeren Schutzquoten im Vergleich zu „normalen“ Asylverfahren
kommen könnte, weil Gefahren im Einzelfall nicht erkannt oder
unzureichend gewürdigt werden könnten (bitte begründen), und welche Rolle
spielen hierbei politische Erwartungshaltungen, wonach die künftigen
Grenzverfahren zu einer schnelleren Ablehnung und Abschiebung von
Schutzsuchenden aus Ländern mit geringeren Anerkennungschancen
führen sollen (bitte begründen)?
Das Grenzverfahren unterteilt sich in das Asylverfahren an der Grenze nach
den Artikeln 43 bis 54 der Verordnung (EU) 2024/1348 (Asylgrenzverfahren)
sowie in das sich gegebenenfalls anschließende Rückkehrverfahren an der
Grenze nach der Verordnung (EU) 2024/1349 (Rückkehrgrenzverfahren).
Das Asylgrenzverfahren dient der beschleunigten Prüfung von Asylanträgen
vor Einreise der Antragsteller in das Bundesgebiet. Auch im
Asylgrenzverfahren werden Asylanträge im Einzelfall geprüft, der Prüfungsmaßstab
unterscheidet sich dabei nicht vom regulären Asylverfahren nach Einreise in das
Bundesgebiet. Es werden hinreichend die im Einzelfall vorgetragenen Umstände
gewürdigt.
Ziel dieser neu eingeführten verpflichtenden Asylgrenzverfahren ist, dass an
den EU-Außengrenzen schnell und rechtsstaatlich über den Asylantrag von mit
hoher Wahrscheinlichkeit nicht schutzbedürften Personen entschieden werden
kann. Das sich gegebenenfalls anschließende Rückkehrgrenzverfahren dient der
anschließenden schnellen Rückführung abgelehnter Asylantragsteller.
d) Ist es zutreffend, dass die Bundesministerin des Innern und für
Heimat, Nancy Faeser, bei der EU-Kommission angefragt haben soll,
inwieweit Grenzverfahren schon vor dem regulären Inkrafttreten der
GEAS-Reform im Juni 2026 umgesetzt werden können (vgl. www.zei
t.de/news/2024-10/08/faeser-wuerde-aussengrenzverfahren-an-flughae
fen-gern-vorziehen), auf welcher Rechtsgrundlage und wie genau
(räumlich, praktisch, institutionell usw.) soll dies nach den
Vorstellungen der Bundesministerin geschehen, und wie hat die EU-Kommission
auf eine solche Anfrage gegebenenfalls geantwortet (bitte darlegen)?
Die Bundesministerin des Innern und für Heimat Nancy Faser hat bei einem
Gespräch am 13. September 2024 und bei einem Gespräch am Rande des G7-
Innenministertreffens am 2. bis 4. Oktober gegenüber EU-Innenkommissarin
Ylva Johansson dargelegt, dass das BMI die Möglichkeit einer Erweiterung des
bereits bestehenden Flughafenverfahrens in Deutschland auf Grundlage bereits
geltenden EU-Rechts prüfte. Inhalt dieser Prüfung war insbesondere eine
mögliche Eröffnung des Flughafenverfahrens für Personen aus Herkunftsstaaten mit
einer EU-weiten Anerkennungsquote von weniger als 20 Prozent.
Rechtsgrundlage hierfür sollte insbesondere Artikel 31 Absatz 8 der Richtlinie
2013/32/EU (Asylverfahrensrichtlinie) sein. Die konkrete Ausgestaltung dieses
Vorhabens war zum Zeitpunkt des Gesprächs noch nicht festgelegt.
EU-Innenkommissarin Ylva Johansson signalisierte die Offenheit der EU-
Kommission für eine vorzeitige Umsetzung dieser Elemente auf Grundlage des
bestehenden Rechts. Weiter wurde die Freiwilligkeit bei der vorzeitigen
Umsetzung und die Bedeutung der Wahrung einer Balance zwischen Solidarität und
Verantwortung betont.
5
.
W
ie
v
ie
le
A
sy
la
nt
rä
ge
v
on
n
ic
ht
uk
ra
in
is
ch
en
S
ta
at
sa
ng
eh
ör
ig
en
, d
ie
v
or
d
em
K
rie
g
in
d
er
U
kr
ai
ne
g
ef
lo
he
n
si
nd
, g
ab
e
s i
m
bi
sh
er
ig
en
J
ah
r 2
02
4,
u
nd
w
ie
w
ur
de
n
di
es
e
vo
m
B
A
M
F
en
ts
ch
ie
de
n
(b
itt
e
je
w
ei
ls
a
uc
h
na
ch
d
en
z
eh
n
w
ic
ht
ig
st
en
S
ta
at
san
ge
hö
rig
ke
ite
n
au
fli
st
en
)?
D
ie
A
ng
ab
en
k
ön
ne
n
de
n
na
ch
fo
lg
en
de
n
Ta
be
lle
n
en
tn
om
m
en
w
er
de
n.
Ja
n.
b
is
O
kt
. 2
02
4
A
sy
lan
tr
äg
e
E
nt
sc
he
id
un
ge
n
üb
er
A
sy
la
nt
rä
ge
in
sg
esa
m
t
A
sy
lb
er
ec
htig
un
g
A
rt
ike
l 1
6a
G
G
Fl
üc
ht
lin
gs
-
sc
hu
tz
§
3
A
bsa
tz
1
A
sy
lG
Su
bs
id
iä
re
r
Sc
hu
tz
§
4
A
bs
at
z
1
A
sy
lG
A
bs
ch
ie
bu
ng
sve
rb
ot
§
6
0
A
bsä
tz
e
5
un
d
7
A
uf
en
th
G
A
bl
eh
nu
ng
en
(o
ffe
ns
. u
nbe
gr
. a
bg
ele
hn
t)
So
ns
tig
e
Ve
rf
ah
-
re
ns
er
le
di
gu
ng
en
(o
hn
e
D
ub
lin
-E
nt
-
sc
he
id
un
ge
n)
St
aa
ts
an
ge
hö
rig
ke
ite
n
ge
sa
m
t
43
94
-
16
11
5
56
6
da
ru
nt
er
:
N
ig
er
ia
7
10
-
2
-
1
7
-
M
ar
ok
ko
5
5
-
1
-
-
3
1
A
fg
ha
ni
st
an
3
13
-
10
-
3
-
-
A
se
rb
ai
ds
ch
an
3
4
-
-
-
-
4
-
M
ol
da
u,
R
ep
ub
lik
2
5
-
-
-
-
3
2
R
us
si
sc
he
F
öd
er
at
io
n
2
9
-
1
-
-
7
1
Tü
rk
ei
2
6
-
1
-
-
5
-
Ä
gy
pt
en
2
-
-
-
-
-
-
-
U
sb
ek
is
ta
n
2
1
-
-
-
-
1
-
H
in
w
ei
s:
D
ie
ü
br
ig
en
S
ta
at
sa
ng
eh
ör
ig
ke
ite
n
be
tre
ffe
n
je
w
ei
ls
w
en
ig
er
a
ls
z
w
ei
A
sy
la
nt
rä
ge
.
6
.
W
ie
la
ut
en
d
ie
g
es
ch
le
ch
ts
sp
ez
ifi
sc
h
di
ffe
re
nz
ie
rte
n
A
ne
rk
en
nu
ng
sz
ah
le
n
zu
A
sy
ls
uc
he
nd
en
a
us
A
fg
ha
ni
st
an
b
zw
. a
us
d
em
Ir
an
f
ür
d
as
b
is
he
rig
e
Ja
hr
2
02
4
in
a
bs
ol
ut
en
u
nd
r
el
at
iv
en
Z
ah
le
n
(b
itt
e
je
w
ei
ls
a
uc
h
na
ch
d
en
F
or
m
en
d
er
A
ne
rk
en
nu
ng
bz
w
. A
bl
eh
nu
ng
b
zw
. s
on
st
ig
e
Er
le
di
gu
ng
en
d
iff
er
en
zi
er
en
)?
D
ie
A
ng
ab
en
k
ön
ne
n
de
n
na
ch
fo
lg
en
de
n
Ta
be
lle
n
en
tn
om
m
en
w
er
de
n.
E
nt
sc
he
id
un
ge
n
üb
er
A
sy
la
nt
rä
ge
v
on
w
ei
bl
ic
he
n
un
d
m
än
nl
ic
he
n
A
nt
ra
gs
te
lle
nd
en
a
us
A
fg
ha
ni
st
an
Z
ei
tr
au
m
&
G
es
ch
le
ch
t
A
sy
lb
er
ec
ht
ig
un
g
A
rt
ik
el
1
6a
G
G
Fl
üc
ht
lin
gs
sc
hu
tz
§
3
A
bs
at
z
1
A
sy
lG
Su
bs
id
iä
re
r
Sc
hu
tz
§
4
A
bs
at
z
1
A
sy
lG
A
bs
ch
ie
bu
ng
sv
er
bo
t
§
60
A
bs
ät
ze
5
u
nd
7
A
uf
en
th
G
A
bl
eh
nu
ng
en
(u
nb
eg
r./
of
fe
ns
.
un
be
gr
.)
So
ns
tig
e
Ve
rf
ah
-
r e
ns
er
le
di
gu
ng
en
G
es
am
t
Ja
n.
b
is
O
kt
. 2
02
4
G
esa
m
t
ab
so
lu
t
A
nt
ei
l
ab
so
lu
t
A
nt
ei
l
ab
so
lu
t
A
nt
ei
l
ab
so
lu
t
A
nt
ei
l
ab
so
lu
t
A
nt
ei
l
ab
so
lu
t
A
nt
ei
l
M
än
nl
ic
h
28
.8
27
13
9
0,
5
%
6.
42
3
22
,3
%
35
9
1,
2
%
14
.0
50
48
,7
%
1.
55
6
5,
4
%
6.
30
0
21
,9
%
W
ei
bl
ic
h
7.
51
6
29
6
3,
9
%
5.
52
5
73
,5
%
28
9
3,
8
%
28
1
3,
7
%
7
0,
1
%
1.
11
8
14
,9
%
E
nt
sc
he
id
un
ge
n
üb
er
A
sy
la
nt
rä
ge
v
on
w
ei
bl
ic
he
n
un
d
m
än
nl
ic
he
n
A
nt
ra
gs
te
lle
nd
en
a
us
d
em
Ir
an
Z
ei
tr
au
m
&
G
es
ch
le
ch
t
A
sy
lb
er
ec
ht
ig
un
g
A
rt
ik
el
1
6a
G
G
Fl
üc
ht
lin
gs
sc
hu
tz
§
3
A
bs
at
z
1
A
sy
lG
Su
bs
id
iä
re
r
Sc
hu
tz
§
4
A
bs
at
z
1
A
sy
lG
A
bs
ch
ie
bu
ng
sv
er
bo
t
§
60
A
bs
ät
ze
5
u
nd
7
A
uf
en
th
G
A
bl
eh
nu
ng
en
(u
nb
eg
r./
of
fe
ns
.
un
be
gr
.)
So
ns
tig
e
Ve
rf
ah
-
r e
ns
er
le
di
gu
ng
en
G
es
am
t
Ja
n.
b
is
O
kt
. 2
02
4
G
esa
m
t
ab
so
lu
t
A
nt
ei
l
ab
so
lu
t
A
nt
ei
l
ab
so
lu
t
A
nt
ei
l
ab
so
lu
t
A
nt
ei
l
ab
so
lu
t
A
nt
ei
l
ab
so
lu
t
A
nt
ei
l
M
än
nl
ic
h
3.
88
3
64
1,
6
%
82
9
21
,3
%
32
0,
8
%
18
0,
5
%
1.
88
3
48
,5
%
1.
05
7
27
,2
%
W
ei
bl
ic
h
2.
59
3
79
3,
0
%
73
2
28
,2
%
74
2,
9
%
20
0,
8
%
1.
20
0
46
,3
%
48
8
18
,8
%
7. Wie wird das Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) vom
4. Oktober 2024 in den Rechtssachen C-608 und 609/22, wonach
afghanischen Frauen unabhängig von den Einzelfallumständen aufgrund der
kumulativen Diskriminierungssituation in Afghanistan Flüchtlingsschutz
gewährt werden muss, durch das BAMF umgesetzt (bitte darlegen), und
inwiefern wird das BAMF insbesondere von sich aus die Erteilung von
Flüchtlingsschutz an afghanische Frauen in anhängigen
Gerichtsverfahren anbieten bzw. von Amts wegen die Abänderung rechtskräftig
gewordener Asylbescheide prüfen und gegebenenfalls vornehmen, soweit
afghanischen Frauen nur subsidiärer oder nationaler Abschiebungsschutz
gewährt oder diese sogar abgelehnt wurden, jedenfalls soweit die
Betroffenen noch in Deutschland leben (bitte ausführen und begründen und
Angaben zur ungefähren Zahl möglicher Betroffener machen)?
Das BAMF prüft derzeit die Auswirkungen des Urteils des Europäischen
Gerichtshofes (EuGH) vom 4. Oktober 2024 auf die deutsche Asylpraxis.
Die Situation von Frauen und Mädchen in Afghanistan findet bereits jetzt in
den Herkunftsländerleitsätzen (HKL-LS) besondere Beachtung. Sowohl die
tatsächliche Situation als auch die rechtliche Bewertung werden dabei ständig
überprüft und ggf. aktualisiert. Seit der Machtübernahme der Taliban hat sich
die Situation von Frauen und Mädchen in Afghanistan nach Auffassung des
BAMF anhaltend verschlechtert. Um dieser Entwicklung Rechnung zu tragen,
wurden die HKL-LS Afghanistan bereits aktualisiert. Nach den aktualisierten
Vorgaben liegen damit bei afghanischen Frauen und Mädchen in der Regel die
Voraussetzungen für die Zuerkennung von Flüchtlingsschutz bzw. subsidiärem
Schutz bei Nichtvorliegen eines Verfolgungsgrundes i. S. v. § 3b AsylG vor.
Die genannte Entscheidungspraxis wird auch der Prüfung etwaiger Abhilfen in
anhängigen Klageverfahren zugrunde gelegt. Aufgrund der aktuellen
Entscheidungspraxis ist die Schutzwahrscheinlichkeit für Frauen und Mädchen aus
Afghanistan aktuell außerordentlich hoch.
8. Wie viele Ablehnungen und wie viele Abschiebungsandrohungen des
BAMF gab es im bisherigen Jahr 2024 gegenüber unbegleiteten
Minderjährigen (bitte nach den zehn wichtigsten Herkunftsländern
differenzieren), und in wie vielen Fällen wurde in diesen Zeiträumen gegenüber
unbegleiteten Minderjährigen keine Abschiebungsandrohung trotz
Ablehnung des Asylantrags erlassen, z. B. weil im Herkunftsland keine
geeigneten Aufnahmemöglichkeiten zur Verfügung standen (bitte ebenfalls
nach den zehn wichtigsten Herkunftsstaaten differenzieren)?
Die Angaben können den nachfolgenden Tabellen entnommen werden, wobei
zu den Gründen der nichterfolgten Abschiebungsandrohung trotz Ablehnung
des Asylantrags keine statistischen Daten erhoben werden.
Jan. bis Okt. 2024 Ablehnungen
Gesamt 369
davon
Syrien 0
Afghanistan 23
Türkei 140
Somalia 7
Guinea 38
Tunesien 32
Irak 23
Ungeklärt 2
Jan. bis Okt. 2024 Ablehnungen
Iran 22
Marokko 11
01.01.–31.10.2024 Abschiebungsandrohung
auch in Herkunftsstaat
Abschiebungsandrohung
nur in Drittstaat
Abschiebungsanordnung
in sich. Drittstaat
Gesamtergebnis 328 11 5
davon:
Syrien 0 7 2
Afghanistan 27 2 0
Türkei 109 0 1
Somalia 8 1 1
Guinea 30 0 0
Tunesien 23 0 0
Irak 21 0 0
Ungeklärt 6 0 0
Iran 18 0 0
Marokko 11 0 0
01.01.–31.10.2024 Keine Abschiebungsandrohung trotz Ablehnung des Antrags
Gesamtergebnis 127
davon
Syrien -
Afghanistan 4
Türkei 44
Somalia 1
Guinea 17
Tunesien 11
Irak 5
Ungeklärt 0
Iran 6
Marokko 4
9. Wie viele Asylsuchende wurden im bisherigen Jahr 2024 registriert (bitte
nach Monaten auflisten und der Zahl der gestellten Asylerstanträge in
den jeweiligen Monaten gegenüberstellen), wie groß war die Zahl der
Asylsuchenden, die noch keinen Asylantrag stellen konnten, zum letzten
Stand (bitte auch nach Bundesländern und den zehn wichtigsten
Herkunftsländern auflisten), und gibt es noch relevante Zeitverzögerungen
bei der Asylantragstellung (bitte ausführen)?
Die Angaben können den nachfolgenden Tabellen entnommen werden.
Asylgesuche* Asylerstanträge*
Januar 2024 17.801 26.376
Februar 2024 15.402 19.494
März 2024 14.703 16.430
April 2024 17.435 17.500
Mai 2024 17.105 17.231
Juni 2024 16.189 16.773
Juli 2024 19.079 18.503
August 2024 18.887 18.427
September 2024 18.803 18.113
Asylgesuche* Asylerstanträge*
Oktober 2024 18.681 19.785
Januar bis Oktober 2024 183.553 199.947
* Anmerkung: Aufgrund nachträglicher Änderungen können die Monatswerte nicht zu einem
Gesamtwert addiert werden.
Land Asylgesuche ohne Antragstellung (Stand: 31.10.2024)
Gesamt 13.973
davon
Baden-Württemberg 1.235
Bayern 2.236
Berlin 227
Brandenburg 354
Bremen 158
Hamburg 182
Hessen 402
Mecklenburg-Vorpommern 185
Niedersachsen 1.170
Nordrhein-Westfalen 2.262
Rheinland-Pfalz 662
Saarland 94
Sachsen 766
Sachsen-Anhalt 419
Schleswig-Holstein 442
Thüringen 409
Unbekannt* 2.770
* Registrierungen mit Bundesland „unbekannt“ sind solche, die hauptsächlich von polizeilichen Stellen vorgenommen wurden. Bei dieser
Registrierung kann oftmals noch kein Bundesland zugeordnet werden. Dieses wird dann nachträglich bei der Asylantragstellung
bestimmt.
Herkunftsland Asylgesuche ohne Antragstellung (Stand: 31.10.2024)
Gesamt 13.973
darunter
Syrien 3.797
Afghanistan 1.357
Türkei 1.267
Marokko 429
Algerien 400
Irak 360
Somalia 346
Russische Föderation 318
China 301
Kolumbien 301
Hinsichtlich der letzten Teilfrage kann davon ausgegangen werden, dass es
allgemein keine relevanten Zeitverzögerungen bei der Asylantragstellung gibt.
10. Worauf bezog genau sich Bundeskanzler Olaf Scholz, als er laut einem
Medienbericht gesagt haben soll, die Bundesregierung habe die Zahl der
Asylgesuche bereits um rund 50 Prozent reduziert, und worauf bezog er
sich, als er behauptete, es habe im Jahr 2023 300 000 „irreguläre“
Einreisen nach Deutschland gegeben (vgl. www.migazin.de/2024/10/20/wen
ig-konkretes-eu-migrationsgipfel-alleingaenge/?utm_source=mailpoet&u
tm_medium=email&utm_source_platform=mailpoet&utm_campaign=mi
gletter-free_2042, bitte die jeweilige Quelle und entsprechende Zahlen
nennen)?
Laut Statistik des BAMF gab es im Jahr 2023 in Deutschland insgesamt
324.636 Asylgesuche. Im September 2023 betrug die Zahl der Asylgesuche
41.004, im Oktober 2023 lag sie bei 44.976. Im September 2024 betrug die
Zahl der Asylgesuche nach vorläufiger Erfassung 19.557, also minus 52,3
Prozent im Vergleich zum September 2023. Im Oktober 2024 waren es 19.278,
also minus 57,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Aufgrund von
Nachregistrierungen können sich die jeweiligen Monatszahlen im Jahresverlauf
noch verändern.
11. Zu welchem Anteil und in welcher Zahl verfügten Asylsuchende im
bisherigen Jahr 2024 über keine Identitätspapiere (Reisepässe, Ausweise,
Sonstiges), mit denen ihre Herkunft bzw. Identität nach Auffassung des
BAMF hinreichend sicher zu klären war (bitte nach den 15 wichtigsten
Herkunftsländern differenzieren), und wie hoch war die bereinigte
Schutzquote im bisherigen Jahr 2024 bei Asylsuchenden mit bzw. ohne
Identitätspapiere?
Die Angaben können den nachfolgenden Tabellen entnommen werden. Zum
Heranziehen der erfragten Gesamtschutzquote ohne Berücksichtigung formeller
Entscheidungen wird auf die Antwort zu den Fragen 1a und 1b verwiesen.
Vorlage von Identitätspapieren durch Erstantragsteller im Alter ab 18 Jahren
Jan. bis Okt. 2024
Staatsangehörigkeiten Anzahl der
Erstantragssteller
Anzahl der
Antragssteller mit
Identitätspapieren*
Anzahl der
Antragssteller ohne
Identitätspapiere*
Anteil der
Antragssteller ohne
Identitätspapiere*
Gesamt 126.945 60.964 65.981 52,0 %
darunter:
Syrien 42.147 27.151 14.996 35,6 %
Afghanistan 17.723 6.457 11.266 63,6 %
Türkei 16.786 7.829 8.957 53,4 %
Irak 3.734 2.286 1.448 38,8 %
Somalia 3.380 231 3.149 93,2 %
Iran 3.598 1.311 2.287 63,6 %
Ungeklärt 2.895 861 2.034 70,3 %
Russische Föderation 2.232 1.156 1.076 48,2 %
Kolumbien 2.233 2.134 99 4,4 %
Eritrea 849 192 657 77,4 %
Guinea 1.438 44 1.394 96,9 %
Venezuela 1.702 1.659 43 2,5 %
Georgien 1.408 988 420 29,8 %
Nigeria 1.089 156 933 85,7 %
Algerien 1.597 76 1.521 95,2 %
* Pass, Passersatz, Personalausweis
Die Gesamtschutzquote unter Außerachtlassung formeller Ablehnungen des
BAMF lag im Zeitraum Januar bis Oktober 2024 bei Asylsuchenden mit
Identitätspapieren bei 65,0 Prozent, bei Asylsuchenden ohne Identitätspapiere bei
59,0 Prozent.
12. Wie viele Asylanträge wurden im bisherigen Jahr 2024 nach § 14a
Absatz 2 des Asylgesetzes von Amts wegen für hier geborene (oder
eingereiste) Kinder gestellt, wie viele Asylanträge wurden in den genannten
Zeiträumen von Kindern bzw. für Kinder unter 16 Jahren bzw. von
Jugendlichen zwischen 16 und 18 Jahren bzw. von unbegleiteten
minderjährigen Flüchtlingen gestellt (bitte jeweils in absoluten Zahlen und in
Prozentzahlen in Relation zur Gesamtzahl der Asylanträge sowie die
Gesamtzahl der Anträge unter 18-Jähriger und sich überschneidende
Teilmengen angeben), und wie hoch waren die jeweiligen (auch bereinigten)
Gesamtschutzquoten für die genannten Gruppen?
Die Gesamtschutzquote bei unbegleiteten Minderjährigen unter 16 Jahren lag
Zeitraum Januar bis Oktober 2024 bei 93,3 Prozent, bei unbegleiteten
Minderjährigen im Alter von 16 bis unter 18 Jahren bei 88,0 Prozent und bei allen
Personen unter 18 Jahren bei 52,6 Prozent.
Die Gesamtschutzquote unter Außerachtlassung formeller Ablehnungen des
BAMF bei unbegleiteten Minderjährigen unter 16 Jahren lag im genannten
Zeitraum bei unbegleiteten Minderjährigen im Alter von 16 bis unter 18 Jahren
bei 92,6 Prozent und bei allen Personen unter 18 Jahren bei 63,8 Prozent.
Die weiteren Angaben können den nachfolgenden Tabellen entnommen
werden. Teilmengen sind eingerückt zur beinhaltenden Menge angegeben.
01.01.–31.10.2024
absolut Verhältnis zu
Asylerstanträgen gesamt
Asylerstanträge gesamt 199.947
Asylerstanträge von Minderjährigen unter 18 Jahre insgesamt 73.002 36,5 %
Asylerstanträge von Minderjährigen unter 16 Jahre 60.749 30,4 %
unbegleitete Minderjährige unter 16 Jahre 3.228 1,6 %
Anträge gemäß § 14a Absatz 2 AsylG 5.190 2,6 %
Asylerstanträge von Minderjährigen von 16 bis unter
18 Jahre
12.253 6,1 %
unbegleitete Minderjährige (16 bis unter 18 Jahre) 8.397 4,2 %
Anträge gemäß § 14a Absatz 2 AsylG 29 0,0 %
13. Wie viele der Asylsuchenden im bisherigen Jahr 2024 waren sogenannte
Nachgeborene, d. h. hier geborene Kinder von Asylsuchenden oder
Flüchtlingen (bitte in absoluten und relativen Zahlen angeben und nach
den zehn wichtigsten Herkunftsländern differenzieren)?
Erkenntnisse im Sinne der Fragestellung liegen nur zu Asylantragstellenden
vor. 18.083 Asylantragstellende im Zeitraum Januar bis Oktober 2024 waren
sogenannte „Nachgeborene“, d. h. in Deutschland geborene Kinder (und zum
Zeitpunkt der Asylantragstellung unter einem Jahr alt), davon 4.381 Kinder von
anerkannten Asylberechtigten und 3.976 von anerkannten Flüchtlingen
(Artikel 16a des Grundgesetzes und § 3 Absatz 1 AsylG). Die weiteren Angaben
können den nachfolgenden Tabellen entnommen werden.
Jan. bis Okt. 2024 absolut Verhältnis zu Asylerstanträgen gesamt
Gesamt 18.083 9,0 %
darunter:
Syrien 6.151 9,3 %
Afghanistan 1.905 6,3 %
Türkei 1.793 6,9 %
Irak 1.415 20,2 %
Somalia 707 11,6 %
Iran 254 5,5 %
Ungeklärt 538 12,8 %
Russische Föderation 347 8,8 %
Kolumbien 52 1,7 %
Eritrea 1.032 38,2 %
14. Wie viele Asylanträge wurden im bisherigen Jahr 2024 als
„offensichtlich unbegründet“ abgelehnt (bitte Angaben differenziert nach den
15 wichtigsten Herkunftsländern machen und zudem jeweils in Relation
zur Gesamtzahl der Ablehnungen setzen)?
Die Angaben können der nachfolgenden Tabelle entnommen werden.
Jan. bis Okt. 2024 Ablehnung
insgesamt
darunter: als offensichtlich
unbegründet abgelehnt
Anteil an Ablehnungen
gesamt
Gesamt 73.377 29.020 39,5 %
darunter:
Syrien 23 4 17,4 %
Afghanistan 1.563 66 4,2 %
Türkei 23.231 5.637 24,3 %
Irak 4.718 807 17,1 %
Somalia 291 24 8,2 %
Iran 3.083 362 11,7 %
Ungeklärt 391 204 52,2 %
Russische Föderation 2.867 727 25,4 %
Kolumbien 2.631 192 7,3 %
Eritrea 419 19 4,5 %
Guinea 817 197 24,1 %
Venezuela 2.242 558 24,9 %
Georgien 4.248 4.176 98,3 %
Nigeria 1.128 265 23,5 %
Algerien 1.289 960 74,5 %
15. Wie viele sogenannte Flughafenverfahren wurden im bisherigen Jahr
2024 an welchen Flughafenstandorten mit welchem Ergebnis
durchgeführt (bitte auch Angaben zum Anteil der Minderjährigen, der
unbegleiteten Minderjährigen und den zehn wichtigsten Herkunftsländern
machen), in wie vielen Fällen wurden Rechtsmittel gegen eine Ablehnung
als offensichtlich unbegründet eingelegt, und was waren die Ergebnisse
der gerichtlichen Überprüfung (bitte nach wichtigsten Herkunftsländern
aufschlüsseln)?
Im Berichtszeitraum gab es keine Flughafenverfahren für unbegleitete
Minderjährige. Die weiteren Angaben können den nachfolgenden Tabellen entnommen
werden.
Jan. bis Okt. 2024 Flughafenverfahren Entscheidungen innerhalb
von 2 Tagen nach
Antragstellung
Herkunftsland
Aktenanlage
darunter:
Personen unter
18 Jahren
Mitteilung
§ 18a Absatz 6
AsylG
offens.
unbegründet
eingestellt
Insgesamt 365 72 208 152 0
darunter:
Syrien 82 11 80 0 0
Iran 44 11 34 10 0
Afghanistan 35 4 35 0 0
Irak 35 13 9 26 0
Marokko 19 0 1 18 0
Simbabwe 14 6 2 12 0
Pakistan 13 6 4 9 0
Sri Lanka 13 3 0 11 0
Kongo, Demokrat. Rep. 12 2 4 8 0
Senegal 12 0 3 9 0
Jan. bis Okt. 2024 Flughafenverfahren Entscheidungen innerhalb
von 2 Tagen nach
Antragstellung
Flughafen
Aktenanlage
darunter:
Personen unter
18 Jahren
Mitteilung
§ 18a Absatz 6
AsylG
offens.
unbegründet
eingestellt
Insgesamt 365 72 208 152 0
davon:
Flughafen Berlin 55 9 41 14 0
Flughafen Frankfurt 257 47 130 122 0
Flughafen München 53 16 37 16 0
Rechtsmittel Verwaltungsgericht
Herkunftsland eingelegt stattgegeben abgelehnt
Insgesamt 111 6 93
darunter:
Syrien 0 0 0
Iran 4 0 3
Afghanistan 0 0 0
Irak 20 0 18
Marokko 14 0 15
Simbabwe 10 4 1
Pakistan 8 0 8
Sri Lanka 11 0 10
Kongo, Demokrat. Rep. 7 1 6
Senegal 7 0 6
16
.
W
ie
la
ut
en
n
ac
h
K
en
nt
ni
s
de
r
B
un
de
sr
eg
ie
ru
ng
d
ie
s
ta
tis
tis
ch
en
D
at
en
z
u
R
ec
ht
sm
itt
el
n
un
d
G
er
ic
ht
se
nt
sc
he
id
un
ge
n
im
B
er
ei
ch
A
sy
l f
ür
d
as
b
is
he
rig
e
Ja
hr
2
02
4
(b
itt
e
je
w
ei
ls
in
d
er
D
iff
er
en
zi
er
un
g
w
ie
in
d
er
A
nt
w
or
t z
u
Fr
ag
e
13
a
uf
B
un
de
sta
gs
dr
uc
ks
ac
he
2
0/
43
2
da
rs
te
lle
n:
A
sy
lv
er
fa
hr
en
, W
id
er
ru
fs
ve
rf
ah
re
n,
E
ila
nt
rä
ge
i
n
D
ub
lin
-V
er
fa
hr
en
, V
er
fa
hr
en
sd
au
er
n,
au
ch
z
u
Ve
rf
ah
re
n
de
s
ei
ns
tw
ei
lig
en
R
ec
ht
ss
ch
ut
ze
s
bz
w
. n
ac
h
§
80
A
bs
at
z
5
de
r
Ve
rw
al
tu
ng
sg
er
ic
ht
so
rd
nu
ng
; n
eb
en
d
er
D
iff
er
en
zi
er
un
g
na
ch
d
en
1
5
w
ic
ht
ig
st
en
H
er
ku
nf
ts
lä
nd
er
n
bi
tte
in
je
de
m
F
al
l a
uc
h
A
ng
ab
en
z
u
de
n
si
ch
er
en
H
er
ku
nf
ts
-
st
aa
te
n
so
w
ie
z
u
M
ar
ok
ko
, T
un
es
ie
n,
A
lg
er
ie
n,
B
el
ar
us
, U
kr
ai
ne
, R
us
si
sc
he
F
öd
er
at
io
n
un
d
Tü
rk
ei
m
ac
he
n
–
au
s
G
rü
nd
en
de
r
Ü
be
rs
ic
ht
lic
hk
ei
t
un
d
w
eg
en
g
er
in
ge
r
Fa
llz
ah
le
n
in
d
en
w
ei
te
re
n
In
st
an
ze
n
si
nd
A
ng
ab
en
z
ur
e
rs
te
n
In
st
an
z
au
sr
ei
-
ch
en
d)
?
D
ie
A
ng
ab
en
k
ön
ne
n,
so
w
ei
t v
or
lie
ge
nd
, d
en
n
ac
hf
ol
ge
nd
en
T
ab
el
le
n
en
tn
om
m
en
w
er
de
n:
E
rs
tun
d
Fo
lg
ea
nt
rä
ge
Ja
n.
b
is
S
ep
. 2
02
4
(S
ta
nd
: 1
5.
11
.2
02
4)
E
in
ge
le
gt
e
K
la
ge
n
G
er
ic
ht
se
nt
sc
he
id
un
ge
n
an
hä
ngi
ge
R
ec
ht
sm
itt
el
G
es
am
t
A
sy
l A
rtik
el
1
6a
G
G
u
.
Fa
m
.A
sy
l
(G
FK
)
Fl
üc
ht
-
lin
gs
-
sc
hu
tz
su
bs
idi
är
er
Sc
hu
tz
A
bs
ch
ie
-
bu
ng
sve
rb
ot
A
bl
eh
nu
ng
en
so
ns
t.
Ve
rf
ah
re
ns
-
er
le
di
gu
ng
en
(z
. B
.
R
üc
kn
ah
m
en
)
ab
so
lu
t
A
nt
ei
l
ab
so
lu
t
A
nt
ei
l
St
aa
ts
an
ge
hö
rig
ke
ite
n
ge
sa
m
t
79
.2
84
71
.8
21
16
8
2.
27
5
85
7
1.
78
8
23
.1
75
32
,3
%
43
.5
58
60
,6
%
12
7.
43
2
Tü
rk
ei
22
.4
12
12
.1
91
53
45
2
30
51
5.
01
1
41
,1
%
6.
59
4
54
,1
%
30
.7
19
Sy
rie
n
7.
59
1
8.
88
6
3
17
2
4
35
2.
20
9
24
,9
%
6.
46
3
72
,7
%
14
.3
26
Ir
ak
5.
40
2
6.
91
8
8
17
5
83
37
6
3.
09
0
44
,7
%
3.
18
6
46
,1
%
17
.4
80
A
fg
ha
ni
st
an
4.
53
6
4.
46
7
2
12
0
13
12
2
25
0
5,
6
%
3.
96
0
88
,7
%
5.
71
1
Ir
an
3.
35
0
3.
27
0
37
63
8
36
35
80
7
24
,7
%
1.
71
7
52
,5
%
7.
15
7
G
eo
rg
ie
n
3.
24
7
5.
33
8
-
3
13
27
2.
24
0
42
,0
%
3.
05
5
57
,2
%
4.
11
5
R
us
si
sc
he
F
öd
er
at
io
n
3.
02
7
2.
79
0
3
43
73
44
65
3
23
,4
%
1.
97
4
70
,8
%
5.
47
0
K
ol
um
bi
en
1.
92
9
60
3
7
-
1
-
33
9
56
,2
%
25
6
42
,5
%
2.
65
7
Ve
ne
zu
el
a
1.
91
3
85
1
13
16
6
15
2
28
4
33
,4
%
38
0
44
,7
%
3.
08
2
N
ig
er
ia
1.
49
6
2.
19
9
1
32
11
17
2
83
9
38
,2
%
1.
14
4
52
,0
%
2.
83
1
Tu
ne
si
en
1.
40
5
93
8
1
4
1
4
39
6
42
,2
%
53
2
56
,7
%
1.
25
8
N
or
dm
az
ed
on
ie
n
1.
39
8
2.
35
9
-
-
-
9
49
6
21
,0
%
1.
85
4
78
,6
%
1.
30
6
Pa
ki
st
an
1.
28
6
1.
32
6
7
19
7
1
27
42
2
31
,8
%
67
2
50
,7
%
1.
96
2
A
rm
en
ie
n
1.
06
9
85
4
-
5
3
24
33
6
39
,3
%
48
6
56
,9
%
1.
54
1
So
m
al
ia
1.
03
4
1.
13
1
-
25
13
10
9
15
6
13
,8
%
82
8
73
,2
%
1.
60
4
A
lb
an
ie
n
54
5
79
4
-
-
3
30
21
4
27
,0
%
54
7
68
,9
%
71
2
B
os
ni
en
u
nd
H
er
ze
go
w
in
a
37
1
45
9
-
-
-
8
95
20
,7
%
35
6
77
,6
%
34
4
G
ha
na
13
7
15
6
-
1
-
6
45
28
,8
%
10
4
66
,7
%
27
6
K
os
ov
o
68
8
49
2
-
-
-
11
16
2
32
,9
%
31
9
64
,8
%
62
8
M
ol
da
u,
R
ep
ub
lik
53
0
85
0
-
-
-
1
27
2
32
,0
%
57
7
67
,9
%
50
4
E
rs
tun
d
Fo
lg
ea
nt
rä
ge
Ja
n.
b
is
S
ep
. 2
02
4
(S
ta
nd
: 1
5.
1 1
.2
02
4)
E
in
ge
le
gt
e
K
la
ge
n
G
er
ic
ht
se
nt
sc
he
id
un
ge
n
an
hä
ngi
ge
R
ec
ht
sm
itt
el
G
es
am
t
A
sy
l A
rtik
el
1
6a
G
G
u
.
Fa
m
.A
sy
l
(G
FK
)
Fl
üc
ht
-
lin
gs
-
sc
hu
tz
su
bs
idi
är
er
Sc
hu
tz
A
bs
ch
ie
-
bu
ng
sve
rb
ot
A
bl
eh
nu
ng
en
so
ns
t.
Ve
rf
ah
re
ns
-
er
le
di
gu
ng
en
(z
. B
.
R
üc
kn
ah
m
en
)
ab
so
lu
t
A
nt
ei
l
ab
so
lu
t
A
nt
ei
l
Se
ne
ga
l
98
81
-
2
-
2
23
28
,4
%
54
66
,7
%
11
4
M
on
te
ne
gr
o
80
13
3
-
-
-
1
35
26
,3
%
97
72
,9
%
13
2
Se
rb
ie
n
86
7
1.
26
8
-
-
-
19
31
4
24
,8
%
93
5
73
,7
%
82
8
M
ar
ok
ko
65
8
45
4
-
6
2
10
13
4
29
,5
%
30
2
66
,5
%
70
8
A
lg
er
ie
n
82
3
67
2
-
2
1
9
27
0
40
,2
%
39
0
58
,0
%
67
9
B
el
ar
us
13
5
20
6
-
-
-
1
66
32
,0
%
13
9
67
,5
%
23
3
U
kr
ai
ne
40
4
86
-
-
14
6
4
4,
7
%
62
72
,1
%
55
3
W
id
er
ru
fs
ve
rf
ah
re
n
Ja
n.
b
is
S
ep
. 2
02
4
(S
ta
nd
: 1
5.
11
.2
02
4)
E
in
ge
le
gt
e
K
la
ge
n
G
er
ic
ht
se
nt
sc
he
id
un
ge
n
an
hä
ng
ig
e
R
ec
ht
sm
itt
el
G
es
am
t
W
id
er
ru
f A
rt
ik
el
1
6a
G
G
/
Fl
üc
ht
lin
gs
ei
ge
ns
ch
af
t/s
ub
s.
Sc
hu
tz
ke
in
W
id
er
ru
f
so
ns
t.
Ve
rf
ah
re
ns
er
le
di
-
gu
ng
en
(z
. B
. R
üc
kna
hm
en
)
ab
so
lu
t
A
nt
ei
l
ab
so
lu
t
A
nt
ei
l
ab
so
lu
t
A
nt
ei
l
St
aa
ts
an
ge
hö
rig
ke
ite
n
ge
sa
m
t
67
4
1.
27
7
59
5
46
,6
%
13
7
10
,7
%
54
5
42
,7
%
2.
10
4
da
ru
nt
er
:
Sy
rie
n
16
3
18
2
73
40
,1
%
19
10
,4
%
90
49
,5
%
36
5
Ir
ak
14
3
38
7
22
2
57
,4
%
20
5,
2
%
14
5
37
,5
%
60
6
A
fg
ha
ni
st
an
58
68
17
25
,0
%
13
19
,1
%
38
55
,9
%
15
6
U
ng
ek
lä
rt
32
41
13
31
,7
%
7
17
,1
%
21
51
,2
%
11
3
Ir
an
28
49
22
44
,9
%
5
10
,2
%
22
44
,9
%
85
Tü
rk
ei
27
49
32
65
,3
%
2
4,
1
%
15
30
,6
%
10
3
R
us
si
sc
he
Fö
de
ra
tio
n
23
58
38
65
,5
%
9
15
,5
%
11
19
,0
%
10
6
A
rm
en
ie
n
23
64
34
53
,1
%
-
0,
0
%
30
46
,9
%
49
Li
ba
no
n
18
34
8
23
,5
%
5
14
,7
%
21
61
,8
%
44
Er
itr
ea
17
57
15
26
,3
%
14
24
,6
%
28
49
,1
%
50
Ä
th
io
pi
en
17
36
25
69
,4
%
3
8,
3
%
8
22
,2
%
38
K
os
ov
o
15
26
21
80
,8
%
-
0,
0
%
5
19
,2
%
29
N
ig
er
ia
15
36
9
25
,0
%
7
19
,4
%
20
55
,6
%
44
Jo
rd
an
ie
n
9
13
2
15
,4
%
6
46
,2
%
5
38
,5
%
22
So
m
al
ia
8
21
7
33
,3
%
8
38
,1
%
6
28
,6
%
43
W
id
er
ru
fs
ve
rf
ah
re
n
Ja
n.
b
is
S
ep
. 2
02
4
(S
ta
nd
: 1
5.
1 1
.2
02
4)
E
in
ge
le
gt
e
K
la
ge
n
G
er
ic
ht
se
nt
sc
he
id
un
ge
n
an
hä
ng
ig
e
R
ec
ht
sm
itt
el
G
es
am
t
W
id
er
ru
f A
rt
ik
el
1
6a
G
G
/
Fl
üc
ht
lin
gs
ei
ge
ns
ch
af
t/s
ub
s.
Sc
hu
tz
ke
in
W
id
er
ru
f
so
ns
t.
Ve
rf
ah
re
ns
er
le
di
-
gu
ng
en
(z
. B
. R
üc
kna
hm
en
)
ab
so
lu
t
A
nt
ei
l
ab
so
lu
t
A
nt
ei
l
ab
so
lu
t
A
nt
ei
l
A
lb
an
ie
n
3
6
1
16
,7
%
-
0,
0
%
5
83
,3
%
4
B
os
ni
en
u
nd
H
er
ze
go
w
in
a
1
2
1
50
,0
%
-
0,
0
%
1
50
,0
%
3
G
eo
rg
ie
n
2
-
-
-
-
-
-
-
3
G
ha
na
-
5
1
20
,0
%
-
0,
0
%
4
80
,0
%
8
M
ol
da
u,
R
ep
ub
lik
-
2
-
0,
0
%
-
0,
0
%
2
10
0,
0
%
-
M
on
te
ne
gr
o
2
1
-
0,
0
%
-
0,
0
%
1
10
0,
0
%
2
N
or
dm
az
ed
on
ie
n
-
2
-
0,
0
%
-
0,
0
%
2
10
0,
0
%
-
Se
ne
ga
l
1
-
-
-
-
-
-
-
1
Se
rb
ie
n
3
12
8
66
,7
%
2
16
,7
%
2
16
,7
%
8
A
lg
er
ie
n
-
5
3
60
,0
%
-
0,
0
%
2
40
,0
%
5
B
el
ar
us
1
-
-
-
-
-
-
-
1
M
ar
ok
ko
5
2
1
50
,0
%
-
0,
0
%
1
50
,0
%
10
Tu
ne
si
en
-
3
-
0,
0
%
3
10
0,
0
%
-
0,
0
%
3
U
kr
ai
ne
-
-
-
-
-
-
-
-
6
Durchschnittliche Dauer gerichtlicher Verfahren in Monaten
Verfahrensdauer Erst- und Folgeanträge: Verfahrensdauer Widerrufe:
Jan. bis Sep. 2024 16,9 30,3
Gerichtsentscheidungen zu Eilanträgen im Dublin-Verfahren.
Jan. bis Sep. 2024 (Stand: 15.11.2023) abgelehnt stattgegeben Gesamtentscheidungen
Staatsangehörigkeiten gesamt 3.819 1.203 5.022
Türkei 937 180 1117
Syrien 458 228 686
Afghanistan 465 136 601
Russische Föderation 227 62 289
Iran 108 112 220
Irak 160 47 207
Guinea 76 121 197
Nigeria 124 48 172
Somalia 92 15 107
Pakistan 89 5 94
Angola 91 2 93
Algerien 69 11 80
Tunesien 46 24 70
Armenien 47 22 69
Sri Lanka 60 5 65
Albanien 8 1 9
Bosnien und Herzegowina 3 0 3
Ghana 5 5 10
Kosovo 0 0 0
Moldau, Republik 8 0 8
Montenegro 0 0 0
Nordmazedonien 5 0 5
Senegal 13 0 13
Serbien 0 2 2
Belarus 49 1 50
Marokko 38 8 46
Ukraine 6 0 6
Verfahrensdauer Eilanträge im Dublin-Verfahren (in Tagen).
Jan. bis Sep. 2024 (Stand: 15.11.2024) Antrag nach § 80
Absatz 5 VwGO
Antrag nach § 80
Absatz 7 VwGO
Antrag nach
§ 123 VwGO
Staatsangehörigkeiten gesamt 50,1 38,9 25,2
darunter:
Türkei 47,4 24,0 27,5
Syrien 37,5 69,4 21,3
Afghanistan 59,4 37,7 23,0
Russische Föderation 58,9 51,1 28,2
Iran 40,4 19,0 18,1
Irak 74,1 70,4 55,2
Guinea 25,6 14,5 21,0
Nigeria 36,9 12,0 66,5
Somalia 21,3 15,7 0,0
Pakistan 50,4 20,5 2,0
Angola 16,8 19,7 8,0
Algerien 24,1 7,0 0,0
Tunesien 52,8 0,0 0,0
Jan. bis Sep. 2024 (Stand: 15.11.2024) Antrag nach § 80
Absatz 5 VwGO
Antrag nach § 80
Absatz 7 VwGO
Antrag nach
§ 123 VwGO
Armenien 42,7 6,8 0,0
Sri Lanka 55,5 23,3 34,0
Albanien 33,4 0,0 0,0
Bosnien und Herzegowina 141,0 0,0 0,0
Ghana 9,9 29,0 0,0
Kosovo 0,0 0,0 0,0
Moldau, Republik 43,0 0,0 0,0
Montenegro 0,0 0,0 0,0
Nordmazedonien 54,0 0,0 0,0
Senegal 9,8 0,0 7,0
Serbien 19,0 0,0 0,0
Belarus 371,0 8,0 0,0
Marokko 40,6 9,0 0,0
Ukraine 177,5 0,0 0,0
Gerichtsentscheidungen zu Eilanträgen (einstweiliger Rechtsschutz) Gesamt.
Jan. bis Sep. 2024 (Stand: 15.11.2024) abgelehnt stattgegeben Gesamtentscheidungen
Staatsangehörigkeiten gesamt 24.231 8.236 32.467
darunter:
Türkei 4.705 1.486 6.191
Syrien 1.943 1.494 3.437
Georgien 2.956 223 3.179
Afghanistan 1.590 747 2.337
Irak 991 711 1.702
Nordmazedonien 1.285 113 1.398
Russische Föderation 729 295 1.024
Tunesien 601 155 756
Serbien 672 65 737
Armenien 597 123 720
Iran 377 324 701
Nigeria 386 188 574
Kosovo 541 30 571
Albanien 487 83 570
Ungeklärt 242 297 539
Bosnien und Herzegowina 314 45 359
Ghana 78 33 111
Moldau, Republik 456 30 486
Montenegro 81 8 89
Senegal 59 22 81
Algerien 414 49 463
Belarus 108 5 113
Marokko 326 46 372
Ukraine 32 17 49
Verfahrensdauer Eilanträge (einstweiliger Rechtsschutz) Gesamt (in Tagen).
Jan. bis Sep. 2024 (Stand: 15.11.2024) Antrag nach § 80
Absatz 5 VwGO
Antrag nach § 80
Absatz 7 VwGO
Antrag nach
§ 123 VwGO
Staatsangehörigkeiten gesamt 38,1 34,5 36,7
darunter:
Türkei 35,2 27,2 44,0
Syrien 37,7 37,5 27,0
Jan. bis Sep. 2024 (Stand: 15.11.2024) Antrag nach § 80
Absatz 5 VwGO
Antrag nach § 80
Absatz 7 VwGO
Antrag nach
§ 123 VwGO
Georgien 32,1 28,6 38,7
Afghanistan 52,2 27,7 33,2
Irak 38,1 40,8 30,1
Nordmazedonien 47,1 20,2 42,5
Russische Föderation 44,7 77,9 35,1
Tunesien 35,5 15,4 47,3
Serbien 28,7 26,1 35,4
Armenien 29,3 30,8 47,7
Iran 39,6 35,3 22,9
Nigeria 42,2 43,7 43,8
Kosovo 24,1 31,7 48,7
Albanien 47,0 48,4 69,4
Ungeklärt 36,5 24,5 28,4
Bosnien und Herzegowina 34,7 71,4 34,8
Ghana 34,7 30,8 40,5
Moldau, Republik 30,2 71,0 52,0
Montenegro 36,1 4,7 37,3
Senegal 27,3 40,0 25,7
Algerien 24,6 9,4 27,7
Belarus 175,6 12,3 9,0
Marokko 26,4 10,3 15,9
Ukraine 51,3 0,0 10,3
a) Wie viele Rechtsmittel sind derzeit nach Kenntnis der
Bundesregierung anhängig in Verfahren, in denen subsidiär Schutzberechtigte oder
Personen mit nationalem Abschiebungsschutz (bitte differenzieren)
auf einen Flüchtlingsstatus klagen (bitte auch nach den zehn
wichtigsten Herkunftsländern differenzieren), und wie viele dieser Verfahren
wurden im bisherigen Jahr 2024 mit welchem Ergebnis entschieden
(bitte nach Bundesländern und den zehn wichtigsten Herkunftsländern
differenzieren; Angaben zur ersten Instanz sind ausreichend)?
Die folgenden Klagen gegen Entscheidungen über Asylanträge, in denen vom
BAMF allein subsidiärer Schutz gewährt wurde, waren zum Stichtag 30.
September 2024 anhängig.
anhängige Rechtsmittel gegen subsidiären Schutz zum 30. September 2024
nach Staatsangehörigkeit Klagen
Gesamt 8.562
darunter:
Syrien 7.933
Ungeklärt 142
Irak 129
Eritrea 82
Afghanistan 70
Jemen 42
Sudan 23
Staatenlos 21
Iran 21
Somalia 17
anhängige Rechtsmittel gegen subsidiären Schutz zum 30. September 2023
nach Ländern Klagen
Gesamt 8.562
Baden-Württemberg 1.545
Bayern 516
Berlin 793
Brandenburg 441
Bremen 117
Hamburg 193
Hessen 630
Mecklenburg-Vorpommern 280
Niedersachsen 860
Nordrhein-Westfalen 1.894
Rheinland-Pfalz 51
Saarland 90
Sachsen 429
Sachsen-Anhalt 279
Schleswig-Holstein 164
Thüringen 280
Die folgenden Klagen gegen die alleinige Feststellung eines
Abschiebungsverbotes waren zum Stichtag 30. September 2024 anhängig.
anhängige Rechtsmittel gegen Feststellung eines Abschiebungsverbotes zum 30. September 2024
nach Staatsangehörigkeit Klagen
Gesamt 1.722
darunter:
Afghanistan 902
Syrien 219
Irak 159
Somalia 154
Eritrea 46
Türkei 28
Ungeklärt 28
Jemen 21
Äthiopien 20
Nigeria 19
anhängige Rechtsmittel gegen Feststellung eines Abschiebungsverbotes zum 30. September 2024
nach Ländern Klagen
Gesamt 1.722
Baden-Württemberg 231
Bayern 169
Berlin 123
Brandenburg 66
Bremen 28
Hamburg 62
Hessen 181
Mecklenburg-Vorpommern 49
Niedersachsen 144
Nordrhein-Westfalen 435
Rheinland-Pfalz 32
Saarland 11
Sachsen 70
anhängige Rechtsmittel gegen Feststellung eines Abschiebungsverbotes zum 30. September 2024
nach Ländern Klagen
Sachsen-Anhalt 34
Schleswig-Holstein 72
Thüringen 15
Die folgenden Klagen gegen vom BAMF allein auf subsidiären Schutz
entschiedene Verfahren wurden wie folgt entschieden.
Nach
Staatsangehörigkeit
Summe
Entscheidungen
Anerkennungen gemäß
Artikel 16a GG
Flüchtlingsschutz
gemäß § 3 I AsylG
Keine
Verbesserung
Jan. bis Sep. 2024 4.013 3 203 3.807
darunter
Syrien 3.754 3 165 3.586
Ungeklärt 49 - 9 40
Eritrea 46 - 1 45
Afghanistan 31 - 8 23
Irak 31 - 1 30
Iran 26 - 9 17
Jemen 21 - 1 20
Staatenlos 14 - 1 13
Libyen 9 - 3 6
Sudan 7 - - 7
nach Ländern Summe
Entscheidungen
Anerkennungen
gemäß Artikel 16a GG
Flüchtlingsschutz
gemäß § 3 I AsylG
Keine
Verbesserung
Jan. bis Sep. 2024 4.013 3 203 3.807
Baden-Württemberg 377 - 50 327
Bayern 463 1 7 455
Berlin 633 - 5 628
Brandenburg 96 1 13 82
Bremen 87 1 40 46
Hamburg 53 - 4 49
Hessen 469 - 15 454
Mecklenburg-Vorpommern 46 - 2 44
Niedersachsen 293 - 6 287
Nordrhein-Westfalen 877 - 33 844
Rheinland-Pfalz 91 - 5 86
Saarland 52 - - 52
Sachsen 174 - 4 170
Sachsen-Anhalt 148 - 7 141
Schleswig-Holstein 42 - 3 39
Thüringen 112 - 9 103
Die folgenden Klagen gegen Feststellung eines alleinigen
Abschiebungsverbotes wurden wie folgt entschieden.
nach
Staatsangehörigkeit
Summe
Entscheidungen
Anerkennungen
gemäß
Artikel 16a GG
Flüchtlingsschutz gemäß
§ 3 I AsylG
subsidiärer
Schutz gemäß
§ 4 I AsylG
Keine
Verbesserung
Jan. bis Sep. 2024 1.185 3 95 32 1.055
Afghanistan 764 2 70 8 684
Irak 106 - 8 1 97
Somalia 100 - 5 3 92
Syrien 63 - - 3 60
nach
Staatsangehörigkeit
Summe
Entscheidungen
Anerkennungen
gemäß
Artikel 16a GG
Flüchtlingsschutz gemäß
§ 3 I AsylG
subsidiärer
Schutz gemäß
§ 4 I AsylG
Keine
Verbesserung
Eritrea 25 - - 7 18
Äthiopien 21 - 3 - 18
Sudan 12 - - 1 11
Nigeria 12 - - - 12
Türkei 8 - 2 - 6
Libanon 8 - - - 8
Iran 8 - - - 8
Jemen 8 - 1 4 3
Nach Ländern Summe
Entscheidungen
Anerkennungen gemäß
Artikel 16a
GG
Flüchtlingsschutz gemäß
§ 3 I AsylG
subsidiärer
Schutz gemäß
§ 4 I AsylG
Keine
Verbesserung
Jan. bis Sep. 2024 1.185 3 95 32 1.055
Baden-Württemberg 109 - 9 1 99
Bayern 131 - 13 2 116
Berlin 101 1 7 1 92
Brandenburg 46 - 2 1 43
Bremen 16 - 1 - 15
Hamburg 33 - 12 - 21
Hessen 154 1 12 3 138
Mecklenburg-Vorpommern 24 - 1 1 22
Niedersachsen 78 - 6 9 63
Nordrhein-Westfalen 276 1 14 5 256
Rheinland-Pfalz 36 - 1 1 34
Saarland 11 - - - 11
Sachsen 42 - 4 1 37
Sachsen-Anhalt 26 - 3 - 23
Schleswig-Holstein 71 - 9 7 55
Thüringen 31 - 1 - 30
b) Gegen wie viele der Asylbescheide des BAMF wurden im bisherigen
Jahr 2024 Rechtsmittel eingelegt (bitte in absoluten und relativen
Zahlen angeben und Klagequoten in Bezug auf die Gesamtzahl der
Bescheide und in Bezug auf ablehnende Bescheide gesondert ausweisen;
bitte jeweils nach den 15 wichtigsten Herkunftsländern und zusätzlich
nach den zu sicher erklärten Herkunftsländern differenzieren,
zusätzlich nach der Art der Ablehnung: unbegründet, offensichtlich
unbegründet, unzulässig, differenzieren), und wie lautete die Klagequote in
Bezug auf alle ablehnenden Bescheide des BAMF für das bisherige
Jahr 2024?
Die Angaben können den nachfolgenden Tabellen entnommen werden.
St
aa
ts
an
ge
hö
ri
gk
ei
t
E
nt
sc
he
id
un
ge
n
in
sg
es
am
t
da
vo
n
E
nt
sc
he
id
un
g
„a
bg
el
eh
nt
“
da
vo
n
E
nt
sc
he
id
un
g
„o
. u
. a
bg
el
eh
nt
“
da
vo
n
E
nt
sc
he
id
un
g
„U
nz
ul
äs
si
g“
Ja
n.
b
is
S
ep
. 2
02
4
(S
ta
nd
: 1
5.
11
.2
02
4)
da
vo
n
be
kl
ag
t
A
nt
ei
l
da
vo
n
be
kl
ag
t
A
nt
ei
l
da
vo
n
be
kl
ag
t
A
nt
ei
l
da
vo
n
be
kl
ag
t
A
nt
ei
l
G
es
am
t
22
8.
83
4
74
.6
61
32
,6
%
39
.0
63
34
.5
62
88
,5
%
26
.1
71
15
.6
70
59
,9
%
43
.9
30
19
.4
22
44
,2
%
da
ru
nt
er
:
Sy
rie
n
74
.8
92
6.
96
9
9,
3
%
21
14
66
,7
%
4
3
75
,0
%
10
.8
64
4.
03
4
37
,1
%
A
fg
ha
ni
st
an
32
.9
99
4.
14
2
12
,6
%
1.
24
0
1.
14
2
92
,1
%
52
39
75
,0
%
5.
95
1
2.
23
8
37
,6
%
Tü
rk
ei
32
.0
38
21
.1
17
65
,9
%
15
.3
28
14
.1
73
92
,5
%
4.
87
8
3.
96
8
81
,3
%
4.
30
6
2.
58
0
59
,9
%
Ir
ak
8.
87
5
4.
99
3
56
,3
%
3.
61
6
3.
12
6
86
,4
%
75
0
56
9
75
,9
%
1.
90
2
1.
20
6
63
,4
%
Ir
an
5.
89
6
3.
22
5
54
,7
%
2.
45
9
2.
31
1
94
,0
%
32
0
27
0
84
,4
%
1.
08
9
58
3
53
,5
%
R
us
si
sc
he
F
öd
.
5.
73
0
2.
83
0
49
,4
%
1.
92
7
1.
61
2
83
,7
%
63
0
44
9
71
,3
%
2.
11
2
71
8
34
,0
%
G
eo
rg
ie
n
5.
10
7
3.
03
6
59
,4
%
65
56
86
,2
%
3.
96
0
2.
50
7
63
,3
%
75
3
44
8
59
,5
%
So
m
al
ia
3.
70
5
97
0
26
,2
%
23
7
22
1
93
,2
%
22
16
72
,7
%
1.
04
1
63
0
60
,5
%
U
ng
ek
lä
rt
3.
09
0
85
8
27
,8
%
17
5
13
2
75
,4
%
17
9
99
55
,3
%
92
9
53
5
57
,6
%
N
or
dm
az
ed
on
ie
n
3.
04
1
1.
24
1
40
,8
%
1
0
0,
0
%
1.
69
4
78
2
46
,2
%
1.
15
3
44
8
38
,9
%
Tu
ne
si
en
3.
03
7
1.
34
6
44
,3
%
72
4
50
9
70
,3
%
1.
10
1
57
8
52
,5
%
65
5
20
3
31
,0
%
Er
itr
ea
2.
84
5
43
2
15
,2
%
36
6
30
5
83
,3
%
18
14
77
,8
%
18
7
73
39
,0
%
Ve
ne
zu
el
a
2.
70
3
1.
91
6
70
,9
%
1.
50
1
1.
42
5
94
,9
%
48
9
45
2
92
,4
%
33
28
84
,8
%
A
lg
er
ie
n
2.
68
6
80
8
30
,1
%
30
6
20
0
65
,4
%
87
2
34
0
39
,0
%
93
4
24
0
25
,7
%
N
ig
er
ia
2.
44
7
1.
40
1
57
,3
%
77
8
62
6
80
,5
%
24
1
16
2
67
,2
%
92
0
57
0
62
,0
%
A
lb
an
ie
n
1.
49
4
48
1
32
,2
%
6
2
33
,3
%
1.
00
6
33
7
33
,5
%
42
3
13
6
32
,2
%
B
os
ni
en
u
nd
H
er
ze
go
w
in
a
87
1
33
7
38
,7
%
4
4
10
0,
0
%
46
9
21
2
45
,2
%
36
3
12
1
33
,3
%
G
ha
na
33
4
12
6
37
,7
%
2
1
50
,0
%
20
2
92
45
,5
%
61
27
44
,3
%
K
os
ov
o
1.
68
7
69
3
41
,1
%
0
0
0,
0
%
1.
22
8
49
8
40
,6
%
40
0
18
9
47
,3
%
M
on
te
ne
gr
o
21
9
80
36
,5
%
0
0
0,
0
%
11
9
43
36
,1
%
97
37
38
,1
%
M
ol
da
u
1.
98
6
50
5
25
,4
%
2
2
10
0,
0
%
78
4
25
4
32
,4
%
1.
16
3
24
3
20
,9
%
Se
ne
ga
l
18
2
95
52
,2
%
1
1
10
0,
0
%
89
54
60
,7
%
75
35
46
,7
%
Se
rb
ie
n
2.
17
1
79
9
36
,8
%
2
2
10
0,
0
%
1.
22
4
47
5
38
,8
%
86
9
31
5
36
,2
%
Staatsangehörigkeit ablehnende Entscheidungen
Jan. bis Sep. 2024
(Stand: 15.11.2024)
davon beklagt Anteil
Gesamt 123.237 70.771 57,4 %
darunter:
Syrien 11.797 4.159 35,3 %
Afghanistan 7.974 3.478 43,6 %
Türkei 28.964 21.084 72,8 %
Irak 6.917 4.945 71,5 %
Iran 4.221 3.209 76,0 %
Russische Föderation 5.425 2.829 52,1 %
Georgien 5.088 3.034 59,6 %
Somalia 1.435 879 61,3 %
Ungeklärt 1.496 797 53,3 %
Nordmazedonien 3.033 1.241 40,9 %
Tunesien 2.987 1.346 45,1 %
Eritrea 657 401 61,0 %
Venezuela 2.127 1.913 89,9 %
Algerien 2.647 808 30,5 %
Nigeria 2.194 1.388 63,3 %
Albanien 1.483 481 32,4 %
Bosnien und Herzegowina 869 337 38,8 %
Ghana 318 126 39,6 %
Kosovo 1.677 693 41,3 %
Montenegro 217 80 36,9 %
Moldau 1.982 505 25,5 %
Senegal 177 93 52,5 %
Serbien 2.164 799 36,9 %
c) Wie ist die aktuelle Zahl der anhängigen Gerichtsverfahren im Bereich
Asyl, differenziert nach (Bundes-, Ober-)Verwaltungsgerichten?
Die Angaben können der nachfolgenden Tabelle entnommen werden.
Gericht Stand: 15.11.2024 Anzahl anhängiger Gerichtsverfahren
Bei Gericht anhängige Verfahren 128.252
Bundesverwaltungsgericht 30
VGH Baden-Württemberg 32
VG Freiburg 2.330
VG Karlsruhe 2.628
VG Sigmaringen 2.788
VG Stuttgart 4.956
Bayerischer Verwaltungsgerichtshof 27
VG Ansbach 2.570
VG Augsburg 1.120
VG Bayreuth 1.103
VG München 5.594
VG Regensburg 1.657
VG Würzburg 1.112
Bayerischer VGH – Außenstelle Ansbach 10
OVG Berlin-Brandenburg 98
VG Berlin 10.871
VG Cottbus 1.208
VG Frankfurt/Oder 1.112
VG Potsdam 2.699
Gericht Stand: 15.11.2024 Anzahl anhängiger Gerichtsverfahren
OVG der Freien Hansestadt Bremen 6
VG Bremen 1.231
Hamburgisches Oberverwaltungsgericht 8
VG Hamburg 2.540
Hessischer Verwaltungsgerichtshof 32
VG Darmstadt 3.340
VG Frankfurt/Main 1.735
VG Kassel 1.241
VG Wiesbaden 1.460
VG Gießen 3.354
Niedersächsisches Oberverwaltungsgericht 57
VG Braunschweig 2.733
VG Hannover 4.486
VG Oldenburg 3.639
VG Osnabrück 1.577
VG Stade 1.822
VG Lüneburg 1.301
VG Göttingen 787
OVG für das Land Nordrhein-Westfalen 274
VG Aachen 2.512
VG Arnsberg 5.054
VG Düsseldorf 5.823
VG Gelsenkirchen 3.706
VG Köln 4.794
VG Minden 2.831
VG Münster 3.086
OVG Rheinland-Pfalz 47
VG Trier 2.917
OVG des Saarlands -
VG des Saarlandes 845
Schleswig-Holsteinisches OVG 45
VG Schleswig-Holstein 4.377
OVG Sachsen-Anhalt 2
VG Magdeburg 808
VG Halle 905
Thüringer Oberverwaltungsgericht 88
VG Gera 394
VG Meiningen 971
VG Weimar 1.775
Sächsisches Oberverwaltungsgericht 50
VG Chemnitz 3.981
VG Dresden 3.593
VG Leipzig 3.088
OVG Mecklenburg-Vorpommern 14
VG Greifswald 1.060
VG Schwerin 1.918
d) In wie vielen Fällen erhielten zunächst abgelehnte Asylsuchende im
bisherigen Jahr 2024 doch noch einen Schutzstatus, und in wie vielen
Fällen basierte dies auf einer Gerichtsentscheidung, auf einer
Abhilfeentscheidung bzw. geschah dies infolge eines Folgeantrags oder aus
sonstigem Grunde (bitte differenzieren und zudem nach den 15
wichtigsten Staatsangehörigkeiten auflisten)?
Die Angaben können den nachfolgenden Tabellen entnommen werden.
Positive Entscheidungen aufgrund einer Gerichts- und Abhilfeentscheidung:
Jan. bis Okt. 2024
Staatsangehörigkeit davon aufgrund einer Gerichtsentscheidung Abhilfeentscheidungen
Gesamt 9.442 5.974 3.468
davon
Türkei 1.227 652 575
Syrien 650 266 384
Irak 1.101 845 256
Afghanistan 724 342 382
Iran 1.233 889 344
Georgien 104 49 55
Russische Föderation 348 180 168
Kolumbien 15 13 2
Venezuela 201 171 30
Nigeria 364 274 90
Tunesien 28 11 17
Nordmazedonien 19 9 10
Pakistan 358 262 96
Armenien 63 35 28
Somalia 307 163 144
Positive Entscheidungen infolge von Folgeanträgen:
Jan. bis Okt. 2024
Staatsangehörigkeit Summe
Gesamt 3.480
davon
Türkei 105
Syrien 759
Irak 198
Afghanistan 1.446
Iran 234
Georgien 2
Russische Föderation 73
Kolumbien 0
Venezuela 5
Nigeria 50
Tunesien 3
Nordmazedonien 2
Pakistan 56
Armenien 3
Somalia 145
Positive Entscheidungen infolge von sonstigen Gründen:
Jan. bis Okt. 2024
Staatsangehörigkeit Summe
Gesamt 313
davon
Türkei 0
Syrien 1
Irak 11
Afghanistan 96
Iran 10
Georgien 0
Russische Föderation 0
Kolumbien 0
Venezuela 6
Nigeria 32
Tunesien 2
Nordmazedonien 5
Pakistan 0
Armenien 5
Somalia 30
e) Wie viele gerichtliche Entscheidungen im Eilverfahren gab es im
bisherigen Jahr 2024 zu Asylsuchenden, denen bereits in einem anderen
Mitgliedstaat Schutz gewährt worden war, und mit welchem Ergebnis
(bitte nach den zehn wichtigsten Herkunftsstaaten auflisten)?
Die Angaben können den nachfolgenden Tabellen entnommen werden.
Entscheidungen in Eilverfahren – Schutzgewährung in einem anderen MS
nach § 29 Absatz I Nummer 2 AsylG
Jan. bis Sep. 2024 (Stand: 15.11.2024) abgelehnt stattgegeben Gesamtentscheidungen
Staatsangehörigkeiten gesamt 2.243 2.084 4.327
Syrien 1.022 946 1.968
Afghanistan 752 424 1.176
Ungeklärt 107 207 314
Somalia 154 111 265
Irak 48 179 227
Pers. aus palästinensischen Gebieten
(nicht als Staat anerkannt)
7 80 87
Nigeria 31 25 56
Jemen 12 34 46
Iran 23 16 39
Eritrea 19 9 28
f) Wie lauten die differenzierten Angaben des BAMF zu der Kategorie
der „sonstigen Erledigungen“ bei Gerichtsentscheidungen für die
Jahre 2022, 2023 und das bisherige Jahr 2024 (bitte darstellen wie in
den Antworten zu den Fragen 19 f. auf Bundestagsdrucksache
20/4019), wie genau unterscheiden sich dabei die Kategorien „keine
Schutzgewährung festgestellt“ und „Schutzgewährung offen“ (bitte
auch mit konkreten typischen Fallbeispielen), und um was für
Vorgänge handelt es sich typischerweise bei der Kategorie
„Schutzgewährung“ (z. B. Abhilfeentscheidungen infolge von Anregungen der
Gerichte, inhaltliche Korrekturen, Änderungen infolge neuer Umstände
usw.)?
Die Angaben können den nachfolgenden Tabellen entnommen werden.
Sonstige Verfahrenserledigungen 2022
Keine Schutzgewährung festgestellt 39.766
Schutzgewährung offen 5.437
Schutzgewährung 6.477
Summe 51.680
Sonstige Verfahrenserledigungen 2023
Keine Schutzgewährung festgestellt 46.855
Schutzgewährung offen 7.800
Schutzgewährung 3.367
Summe 58.022
Sonstige Verfahrenserledigungen Jan. bis Sep. 2024
Keine Schutzgewährung festgestellt 36.994
Schutzgewährung offen 4.942
Schutzgewährung 1.879
Summe 43.815
Die Kategorie „Schutzgewährung offen“ beinhaltet Gerichtsentscheidungen mit
dem Tenor „aufgehoben, kein neuer Bescheid“ (im geringen Umfang) bzw. mit
dem Tenor „aufgehoben, neuer Bescheid“. Hier ist noch offen, ob und welcher
Schutz gewährt wird.
Die Kategorie „Schutzgewährung“ beinhaltet Abhilfeentscheidungen z. B. nach
einer Anregung durch Gericht. Die Kategorie „keine Schutzgewährung“
beinhaltet den Rest.
g) Wie hoch war die gerichtliche Aufhebungsquote (z. B. gerichtliche
Aufhebung einer Folge- oder Zweitantragsentscheidung, eines Dublin-
Bescheids oder einer Unzulässigkeitsentscheidung bei
Schutzgewährung in einem anderen Mitgliedstaat) in den Jahren 2022, 2023 und im
bisherigen Jahr 2024 (bitte so weit wie möglich differenzieren und in
absoluten und relativen Zahlen darstellen), und werden alle diese
gerichtlichen Aufhebungsentscheidungen als „sonstige
Verfahrenserledigungen“ der Gerichte gewertet, ist es zutreffend, zu sagen, dass in all
diesen Fällen Bescheide des BAMF durch die Gerichte korrigiert bzw.
zur (Neu-)Entscheidung zurückverwiesen wurden (bitte ausführen),
und können nach Auffassung der Bundesregierung Verpflichtungs-
und Aufhebungsentscheidungen der Gerichte zusammengezählt
werden, um bemessen zu können, in wie vielen Fällen ein Bescheid des
BAMF von den Gerichten als rechtswidrig beurteilt bzw. korrigiert
wurde (bitte begründen)?
Die Angaben können der nachfolgenden Tabelle entnommen werden.
Zeitraum Gerichtsentscheidungen (Klagen, Berufungen, Revisionen) Positive
Entscheidungen
Gesamt Asyl Artikel 16a
GG u. Fam.Asyl
(GFK)
Flüchtlingsschutz
subsidiärer
Schutz
Abschiebungsverbot
absolut Anteil
2022 97.582 461 5.409 1.496 9.400 16.766 17,2 %
2023 92.184 287 3.473 1.076 3.443 8.279 9,0 %
01.01.–
30.09.2024
72.229 168 2.279 857 1.788 5.092 7,0 %
Zu diesen positiven Gerichtsentscheidungen könnten in einer erweiterten
Definition der „Aufhebungsquote“ zusätzlich die Daten aus Frage 16f
(„Schutzgewährung“ und „Schutzgewährung offen“) herangezogen werden.
h) Wie hoch waren die Kosten, die dem Bundesamt für Migration und
Flüchtlinge im bisherigen Jahr 2024 aufgrund verlorener Asyl-
Gerichtsverfahren entstanden sind (bitte Gesamtkosten nennen und
zudem nach den zehn wichtigsten Herkunftsländern aufschlüsseln)?
Die Gesamtkosten aller verlorener Asyl-Gerichtsverfahren im bisherigen Jahr
2024 belaufen sich zum Stichtag 18. November 2024 auf 12.410.743,33 Euro.
Die Kosten, die dem BAMF bezüglich der zehn wichtigsten Herkunftsländer
im bisherigen Jahr 2024 entstanden sind, können der nachfolgenden Tabelle
entnommen werden.
Herkunftsland Ausgaben
Syrien 2.594.586,03 Euro
Afghanistan 1.717.553,08 Euro
Türkei 1.320.528,85 Euro
Irak 1.007.066,92 Euro
Somalia 409.776,69 Euro
Iran 1.270.897,90 Euro
Ungeklärt 339.549,82 Euro
Russische Föderation 369.857,06 Euro
Kolumbien 11.723,95 Euro
Guinea 211.126,35 Euro
Die angegebenen Zahlen beziehen sich immer auf die jeweiligen
Gesamtkosten, also alle Instanzen.
i) Welche Verwaltungsgerichte (VG) wiesen im bisherigen Jahr 2024 bei
Asylklagen Aufhebungsquoten (erfolgreiche Klagen Asylsuchender
gegen das BAMF) auf, die weniger als halb so hoch waren wie im
Bundesdurchschnitt (bitte zu den Herkunftsstaaten Afghanistan,
Äthiopien, Irak, Iran, Nigeria, Pakistan, Russische Föderation, Somalia
und Türkei jeweils alle Verwaltungsgerichte auflisten, die dieses
Kriterium erfüllen, soweit mehr als zehn Entscheidungen zum jeweiligen
Herkunftsland getroffen wurden, in jedem Fall jedoch alle
Entscheidungen des VG Gera berücksichtigen, und entsprechende absolute und
relative Zahlenangaben zu den Verfahrensausgängen machen)?
Die Angaben können den nachfolgenden Tabellen entnommen werden.
H
K
L
Ve
rw
al
tu
ng
sg
er
ic
ht
e
G
er
ic
ht
se
nt
sc
he
id
un
ge
n
Po
si
tiv
e
E
nt
sc
he
id
un
ge
n
G
es
am
t
A
sy
l A
rt
ik
el
1
6a
G
G
u
. F
am
.A
sy
l
(G
FK
) F
lü
ch
tlin
gs
sc
hu
tz
su
bs
id
iä
re
r
Sc
hu
tz
A
bs
ch
ie
-
bu
ng
sv
er
bo
t
ab
so
lu
t
A
nt
ei
l
A
fg
ha
ni
st
an
V
G
G
es
am
t
4.
46
7
2
12
0
13
12
2
25
7
5,
8
%
da
ru
nt
er
:
V
G
A
ac
he
n
10
6
0
0
0
3
3
2,
8
%
V
G
O
sn
ab
rü
ck
44
0
0
0
1
1
2,
3
%
V
G
B
re
m
en
47
0
1
0
0
1
2,
1
%
V
G
B
ra
un
sc
hw
ei
g
59
0
1
0
0
1
1,
7
%
V
G
M
ei
ni
ng
en
12
3
0
1
1
0
2
1,
6
%
V
G
S
ig
m
ar
in
ge
n
12
4
0
0
0
2
2
1,
6
%
V
G
M
ün
st
er
73
0
1
0
0
1
1,
4
%
V
G
G
el
se
nk
irc
he
n
97
0
0
0
1
1
1,
0
%
V
G
G
re
ifs
w
al
d
99
0
1
0
0
1
1,
0
%
V
G
A
ug
sb
ur
g
15
4
0
0
0
1
1
0,
6
%
V
G
C
ot
tb
us
21
0
0
0
0
0
-
V
G
O
ld
en
bu
rg
70
0
0
0
0
0
-
V
G
A
ns
ba
ch
22
0
0
0
0
0
-
V
G
L
ün
eb
ur
g
25
0
0
0
0
0
-
V
G
K
as
se
l
98
0
0
0
0
0
-
V
G
R
eg
en
sb
ur
g
10
0
0
0
0
0
-
V
G
K
ar
ls
ru
he
89
0
0
0
0
0
-
V
G
L
ei
pz
ig
34
0
0
0
0
0
-
Ä
th
io
pi
en
V
G
G
es
am
t
73
3
1
17
6
69
93
12
,7
%
da
ru
nt
er
:
V
G
W
ür
zb
ur
g
85
0
1
0
4
5
5,
9
%
V
G
R
eg
en
sb
ur
g
89
1
3
0
1
5
5,
6
%
V
G
G
ie
ße
n
55
0
1
0
1
2
3,
6
%
V
G
M
ün
ch
en
28
0
1
0
0
1
3,
6
%
V
G
F
ra
nk
fu
rt/
M
ai
n
77
0
0
0
1
1
1,
3
%
V
G
S
ch
le
sw
ig
-H
ol
st
ei
n
20
0
0
0
0
0
-
V
G
G
er
a
0
0
0
0
0
0
-
H
K
L
Ve
rw
al
tu
ng
sg
er
ic
ht
e
G
er
ic
ht
se
nt
sc
he
id
un
ge
n
Po
si
tiv
e
E
nt
sc
he
id
un
ge
n
G
es
am
t
A
sy
l A
rt
ik
el
1
6a
G
G
u
. F
am
.A
sy
l
(G
FK
) F
lü
ch
tlin
gs
sc
hu
tz
su
bs
id
iä
re
r
Sc
hu
tz
A
bs
ch
ie
-
bu
ng
sv
er
bo
t
ab
so
lu
t
A
nt
ei
l
Ir
ak
V
G
G
es
am
t
6.
91
8
8
17
5
83
37
6
64
2
9,
3
%
da
ru
nt
er
:
V
G
A
ug
sb
ur
g
42
3
0
3
7
9
19
4,
5
%
V
G
K
as
se
l
15
8
0
1
0
6
7
4,
4
%
V
G
S
ig
m
ar
in
ge
n
11
4
0
0
0
5
5
4,
4
%
V
G
M
ag
de
bu
rg
69
0
2
0
1
3
4,
3
%
V
G
A
rn
sb
er
g
27
6
0
3
0
9
12
4,
3
%
V
G
O
ld
en
bu
rg
14
3
0
0
0
6
6
4,
2
%
V
G
D
üs
se
ld
or
f
47
2
0
5
2
12
19
4,
0
%
V
G
M
ün
st
er
21
7
1
1
6
0
8
3,
7
%
V
G
G
re
ifs
w
al
d
10
9
0
0
1
3
4
3,
7
%
V
G
L
ün
eb
ur
g
29
0
0
0
1
1
3,
4
%
V
G
K
öl
n
28
3
0
4
2
3
9
3,
2
%
V
G
R
eg
en
sb
ur
g
24
6
0
5
1
1
7
2,
8
%
V
G
A
ns
ba
ch
12
3
0
1
0
0
1
0,
8
%
V
G
L
ei
pz
ig
26
0
0
0
0
0
-
V
G
G
er
a
0
0
0
0
0
0
-
V
G
B
re
m
en
12
0
0
0
0
0
-
V
G
T
rie
r
11
0
0
0
0
0
0
-
V
G
O
sn
ab
rü
ck
11
9
0
0
0
0
0
-
V
G
F
ra
nk
fu
rt/
M
ai
n
33
0
0
0
0
0
-
H
K
L
Ve
rw
al
tu
ng
sg
er
ic
ht
e
G
er
ic
ht
se
nt
sc
he
id
un
ge
n
Po
si
tiv
e
E
nt
sc
he
id
un
ge
n
G
es
am
t
A
sy
l A
rt
ik
el
1
6a
G
G
u
. F
am
.A
sy
l
(G
FK
) F
lü
ch
tlin
gs
sc
hu
tz
su
bs
id
iä
re
r
Sc
hu
tz
A
bs
ch
ie
-
bu
ng
sv
er
bo
t
ab
so
lu
t
A
nt
ei
l
Ir
an
V
G
G
es
am
t
3.
27
0
37
63
8
36
35
74
6
22
,8
%
da
ru
nt
er
:
V
G
B
er
lin
12
7
0
11
1
2
14
11
,0
%
V
G
K
ar
ls
ru
he
37
0
4
0
0
4
10
,8
%
V
G
D
üs
se
ld
or
f
18
2
0
18
1
0
19
10
,4
%
V
G
R
eg
en
sb
ur
g
11
7
1
9
1
1
12
10
,3
%
V
G
A
ns
ba
ch
16
9
1
7
7
0
15
8,
9
%
V
G
S
ch
le
sw
ig
-H
ol
st
ei
n
23
2
1
13
2
0
16
6,
9
%
V
G
F
ra
nk
fu
rt/
M
ai
n
31
0
0
0
1
1
3,
2
%
V
G
S
ig
m
ar
in
ge
n
32
0
0
1
0
1
3,
1
%
V
G
G
el
se
nk
irc
he
n
10
8
0
3
0
0
3
2,
8
%
V
G
H
an
no
ve
r
12
0
0
0
0
0
-
V
G
G
öt
tin
ge
n
24
0
0
0
0
0
-
N
ig
er
ia
V
G
G
es
am
t
2.
19
9
1
32
11
17
2
21
6
9,
8
%
da
ru
nt
er
:
V
G
K
öl
n
88
0
0
0
4
4
4,
5
%
V
G
S
ch
le
sw
ig
-H
ol
st
ei
n
26
0
1
0
0
1
3,
8
%
V
G
M
ün
ch
en
52
9
0
1
1
16
18
3,
4
%
V
G
B
ra
un
sc
hw
ei
g
31
0
0
0
1
1
3,
2
%
V
G
T
rie
r
26
0
0
0
0
0
-
V
G
G
er
a
7
0
0
0
0
0
-
V
G
K
as
se
l
29
0
0
0
0
0
-
V
G
A
rn
sb
er
g
98
0
0
0
0
0
-
V
G
A
ug
sb
ur
g
40
0
0
0
0
0
-
V
G
K
ar
ls
ru
he
70
0
0
0
0
0
-
V
G
C
he
m
ni
tz
17
0
0
0
0
0
-
V
G
B
re
m
en
11
0
0
0
0
0
-
V
G
H
am
bu
rg
10
0
0
0
0
0
-
H
K
L
Ve
rw
al
tu
ng
sg
er
ic
ht
e
G
er
ic
ht
se
nt
sc
he
id
un
ge
n
Po
si
tiv
e
E
nt
sc
he
id
un
ge
n
G
es
am
t
A
sy
l A
rt
ik
el
1
6a
G
G
u
. F
am
.A
sy
l
(G
FK
) F
lü
ch
tlin
gs
sc
hu
tz
su
bs
id
iä
re
r
Sc
hu
tz
A
bs
ch
ie
-
bu
ng
sv
er
bo
t
ab
so
lu
t
A
nt
ei
l
Pa
ki
st
an
V
G
G
es
am
t
1.
32
6
7
19
7
1
27
23
2
17
,5
%
V
G
S
tu
ttg
ar
t
25
0
2
0
0
2
8,
0
%
V
G
W
ie
sb
ad
en
14
0
1
0
0
1
7,
1
%
V
G
K
as
se
l
15
0
1
0
0
1
6,
7
%
V
G
F
ra
nk
fu
rt/
O
de
r
36
0
1
0
1
2
5,
6
%
V
G
M
ün
ch
en
26
0
0
0
1
1
3,
8
%
V
G
D
re
sd
en
55
0
0
1
0
1
1,
8
%
V
G
F
re
ib
ur
g
12
0
0
0
0
0
-
V
G
O
ld
en
bu
rg
18
0
0
0
0
0
-
V
G
G
ie
ße
n
16
0
0
0
0
0
-
V
G
L
ei
pz
ig
13
0
0
0
0
0
-
V
G
B
er
lin
14
0
0
0
0
0
-
H
K
L
Ve
rw
al
tu
ng
sg
er
ic
ht
e
G
er
ic
ht
se
nt
sc
he
id
un
ge
n
Po
si
tiv
e
E
nt
sc
he
id
un
ge
n
G
es
am
t
A
sy
l A
rt
ik
el
1
6a
G
G
u
. F
am
.A
sy
l
(G
FK
) F
lü
ch
tlin
gs
sc
hu
tz
su
bs
id
iä
re
r
Sc
hu
tz
A
bs
ch
ie
-
bu
ng
sv
er
bo
t
ab
so
lu
t
A
nt
ei
l
R
us
si
sc
he
Fö
de
ra
tio
n
V
G
G
es
am
t
2.
79
0
3
43
73
44
16
3
5,
8
%
V
G
K
öl
n
74
0
0
0
2
2
2,
7
%
V
G
G
el
se
nk
irc
he
n
38
0
0
0
1
1
2,
6
%
V
G
S
ch
le
sw
ig
-H
ol
st
ei
n
18
2
0
3
1
0
4
2,
2
%
V
G
K
as
se
l
52
0
0
0
1
1
1,
9
%
V
G
M
ag
de
bu
rg
56
0
0
1
0
1
1,
8
%
V
G
B
ay
re
ut
h
14
1
0
1
0
1
2
1,
4
%
V
G
A
ns
ba
ch
12
0
0
0
0
0
-
V
G
L
ei
pz
ig
59
0
0
0
0
0
-
V
G
A
rn
sb
er
g
40
0
0
0
0
0
-
V
G
G
ie
ße
n
36
0
0
0
0
0
-
V
G
T
rie
r
36
0
0
0
0
0
-
V
G
D
ar
m
st
ad
t
10
0
0
0
0
0
-
V
G
B
ra
un
sc
hw
ei
g
52
0
0
0
0
0
-
V
G
S
ta
de
18
0
0
0
0
0
-
V
G
S
ch
w
er
in
49
0
0
0
0
0
-
V
G
L
ün
eb
ur
g
30
0
0
0
0
0
-
V
G
H
al
le
28
0
0
0
0
0
-
V
G
O
ld
en
bu
rg
17
0
0
0
0
0
-
V
G
G
öt
tin
ge
n
22
0
0
0
0
0
-
V
G
F
re
ib
ur
g
20
0
0
0
0
0
-
V
G
M
in
de
n
68
0
0
0
0
0
-
So
m
al
ia
V
G
G
es
am
t
1.
13
1
0
25
13
10
9
14
7
13
,0
%
V
G
T
rie
r
67
0
2
0
2
4
6,
0
%
V
G
A
rn
sb
er
g
36
0
0
0
2
2
5,
6
%
V
G
M
in
de
n
42
0
0
0
2
2
4,
8
%
V
G
H
am
bu
rg
24
0
0
0
1
1
4,
2
%
V
G
G
er
a
4
0
0
0
0
0
-
V
G
W
ür
zb
ur
g
14
4
0
0
0
0
0
-
V
G
G
ie
ße
n
29
0
0
0
0
0
-
V
G
S
ig
m
ar
in
ge
n
16
0
0
0
0
0
-
V
G
B
re
m
en
11
0
0
0
0
0
-
V
G
S
ch
le
sw
ig
-H
ol
st
ei
n
14
0
0
0
0
0
-
V
G
A
ns
ba
ch
16
0
0
0
0
0
-
H
K
L
Ve
rw
al
tu
ng
sg
er
ic
ht
e
G
er
ic
ht
se
nt
sc
he
id
un
ge
n
Po
si
tiv
e
E
nt
sc
he
id
un
ge
n
G
es
am
t
A
sy
l A
rt
ik
el
1
6a
G
G
u
. F
am
.A
sy
l
(G
FK
) F
lü
ch
tlin
gs
sc
hu
tz
su
bs
id
iä
re
r
Sc
hu
tz
A
bs
ch
ie
-
bu
ng
sv
er
bo
t
ab
so
lu
t
A
nt
ei
l
Tü
rk
ei
V
G
G
es
am
t
12
.1
91
53
45
2
30
51
58
6
4,
8
%
V
G
B
er
lin
1.
25
4
4
21
1
2
28
2,
2
%
V
G
O
ld
en
bu
rg
15
1
0
0
0
3
3
2,
0
%
V
G
H
am
bu
rg
23
7
0
3
0
1
4
1,
7
%
V
G
H
al
le
63
0
1
0
0
1
1,
6
%
V
G
D
ar
m
st
ad
t
27
5
2
0
1
0
3
1,
1
%
V
G
B
ra
un
sc
hw
ei
g
11
9
0
0
0
1
1
0,
8
%
V
G
A
ns
ba
ch
88
1
0
6
0
1
7
0,
8
%
V
G
A
ug
sb
ur
g
35
6
1
0
0
0
1
0,
3
%
V
G
B
ay
re
ut
h
22
0
0
0
0
0
-
V
G
C
he
m
ni
tz
13
9
0
0
0
0
0
-
V
G
G
er
a
0
0
0
0
0
0
-
V
G
R
eg
en
sb
ur
g
51
0
0
0
0
0
-
17. Wie viele Asylanhörungen gab es im bisherigen Jahr 2024 (bitte nach
den 15 wichtigsten Herkunftsländern differenzieren)?
Die Angaben können der nachfolgenden Tabelle entnommen werden.
Anhörungen im Zeitraum Jan. bis Okt. 2024 Anzahl
Gesamt 146.183
darunter:
Syrien 51.435
Afghanistan 23.442
Türkei 21.538
Irak 3.968
Iran 3.755
Somalia 3.322
Kolumbien 2.488
Georgien 2.009
Venezuela 1.968
Russische Föderation 1.955
Guinea 1.940
Ungeklärt 1.810
Tunesien 1.626
Eritrea 1.495
Algerien 1.477
18. Wie viele Erst- und Folgeanträge (bitte differenzieren) wurden von
Asylsuchenden aus Serbien, Kosovo, Mazedonien, Montenegro, Albanien
und Bosnien-Herzegowina im bisherigen Jahr 2024 gestellt (bitte jeweils
auch den prozentualen Anteil der Roma-Angehörigen nennen), und wie
wurden diese Asylanträge jeweils mit welchem Ergebnis beschieden?
Die Angaben können der nachfolgenden Tabelle entnommen werden.
01
.0
1.
–3
1.
10
.2
02
4
E
nt
sc
he
id
un
ge
n
üb
er
A
sy
la
nt
rä
ge
H
er
ku
nf
ts
la
nd
A
sy
lan
tr
äg
e
ge
sa
m
t
da
vo
n
E
rs
tan
tr
äg
e
da
vo
n
Fo
lg
ean
tr
äg
e
in
sg
esa
m
t
A
ne
rk
en
-
nu
ng
en
a
ls
A
sy
lb
er
ec
htig
te
(A
rt
ike
l 1
6a
G
G
u
nd
Fa
m
il.
as
yl
)
G
ew
äh
ru
ng
vo
n
Fl
üc
ht
l.-
sc
hu
tz
g
em
äß
§
3
I
A
sy
lG
G
ew
äh
ru
ng
vo
n
su
bs
idi
är
em
Sc
hu
tz
g
em
äß
§
4
I
A
sy
lG
Fe
st
st
el
lu
ng
ei
ne
s A
bsc
hi
eb
un
gs
-
ve
rb
ot
es
g
em
äß
§
6
0
V
/V
II
A
uf
en
th
G
A
bl
eh
nu
nge
n
(u
nb
eg
r .
ab
ge
l./
of
fe
ns
. u
nbe
gr
. a
bg
el
.)
so
ns
tig
e
V e
rf
ah
-
re
ns
er
le
di
-
gu
ng
en
Se
rb
ie
n
2.
00
6
1.
05
6
95
0
2.
44
2
3
1
-
3
1.
34
0
1.
09
5
da
vo
n
R
om
a
1.
68
3
82
8
85
5
2.
04
2
3
1
-
-
1.
06
4
97
4
K
os
ov
o
1.
95
3
1.
42
3
53
0
1.
92
9
-
2
2
9
1.
40
9
50
7
da
vo
n
R
om
a
79
1
54
3
24
8
78
4
-
-
-
2
55
6
22
6
N
or
dm
az
ed
on
ie
n
2.
41
7
1.
22
7
1.
19
0
3.
37
4
-
-
1
7
1.
83
0
1.
53
6
da
vo
n
R
om
a
1.
57
1
75
9
81
2
2.
07
6
-
-
-
4
1.
08
8
98
4
M
on
te
ne
gr
o
20
9
10
5
10
4
23
9
-
-
-
2
13
0
10
7
da
vo
n
R
om
a
16
9
71
98
19
4
-
-
-
1
95
98
A
lb
an
ie
n
1.
25
5
83
8
41
7
1.
61
6
-
2
6
4
1.
09
0
51
4
da
vo
n
R
om
a
46
1
27
5
18
6
53
5
-
-
-
1
34
4
19
0
B
os
ni
en
u
nd
H
er
ze
go
w
in
a
80
3
39
4
40
9
98
4
-
1
1
-
50
8
47
4
da
vo
n
R
om
a
66
0
30
7
35
3
81
5
-
1
-
-
40
2
41
2
19. Welche aktuellen Informationen gibt es zur Personalsituation,
Personalentwicklung und Personalplanung im BAMF (bitte auch spezifische
Angaben zu den Bereichen Asylprüfung, Widerrufsprüfung, Dublin-
Verfahren, Qualitätssicherung und Prozessvertretung machen; bitte wie in der
Antwort zu Frage 20 auf Bundestagsdrucksache 20/5709 angeben), und
welche genaueren Angaben können zum Personal-Einsatz durch
Leiharbeitskräfte innerhalb des BAMF gemacht werden (bitte so differenziert
wie möglich ausführen)?
Die Angaben können den nachfolgenden Tabellen entnommen werden.
Personal-Einsatz ausgewählter Bereiche in Vollzeitäquivalente (VZÄ)
eD/mD gD hD Summe
Asyl (ohne Widerruf)* 1.179,10 1.460,60 63,8 2.703,50
Widerrufsprüfung* 48,7 58,2 4,6 111,5
Prozess gesamt 143,4 205,1 38,1 386,6
dezentral* 132,6 196,8 23,1 352,5
zentral (61D & 61E)** 10,8 8,4 15 34,1
QS gesamt 37,8 93,4 13,5 144,7
dezentral* 29,9 66,6 6,9 103,4
zentral (62A, 62B, 62C)** 8 26,9 6,6 41,4
Dublin gesamt 173,3 193,7 13,7 380,6
dezentral (Dublinzentren 32D, 32E, 32F, o. B.)** 82,3 121,1 5,7 209,1
Dublinreferate (32A, 32B, 32C)** 91 72,6 8 171,5
* gemäß Personal-Ist Abfrage KW47 (18. November bis 22. November 2024);
** gemäß ZSD Stand: 15. November 2024
Personal-Einsatz durch Leiharbeitnehmende in VZÄ* Summe
Asyl (ohne Widerruf)** 313,1
Widerrufsprüfung** 4,0
Prozess** 8,1
QS** 0,0
Dublin** 34,0
* Die Leiharbeitnehmenden sind in der darüberliegenden Tabelle „Personal-Einsatz ausgewählte
Bereiche“ nicht inbegriffen, da es sich bei diesen nicht um originäre Mitarbeitende des BAMF
handelt.
** Stand: 22. November 2024
Vakante Stellen in VZÄ (Stand: 15.11.2024) mD gD hD
Prozess zentral (61D, 61E) 0,0 0,0 6,9
QS zentral (62A, 62B, 62C) 0,0 8,2 2,0
Dublin (32A-F) 35,8 31,8 2,4
Soll in VZÄ (Stand: 15.10.2024) mD gD hD
Prozess zentral (61D, 61E) 10,0 7,0 21,9
QS zentral (62A, 62B, 62C) 8,0 35,0 8,5
Dublin (32A-F) 209,0 225,5 16,0
Personalplanung:
Asyl und Widerruf: Aktuell sind 121 VZÄ (davon 116 unbefristet) im mD und
446 VZÄ (davon 230 unbefristet) im gD in Ausschreibung.
Prozess: Aktuell sind 23 VZÄ (davon 0 unbefristet) im gD in Ausschreibung.
QS: Aktuell sind 0 VZÄ im mD und sechs VZÄ im gD in Ausschreibung.
Dublin: Aktuell sind elf VZÄ (davon neun unbefristet) im mD und 46 VZÄ
(davon acht unbefristet) im gD in Ausschreibung.
Die zukünftige Personalplanung für den operativen Bereich hängt maßgeblich
von den künftigen Aufgabenschwerpunkten ab. Eine verbindliche Aussage
kann deshalb zum jetzigen Zeitpunkt nicht getroffen werden.
20. Wie viele Einreise- und Aufenthaltsverbote hat das BAMF im bisherigen
Jahr 2024 gegenüber abgelehnten Asylsuchenden mit welcher
Begründung erlassen (bitte nach den zehn wichtigsten Herkunftsländern
differenzieren), und in wie vielen Fällen wurde im Jahr 2023 bzw. im
bisherigen Jahr 2024 ein Schutzstatus an Asylsuchende mit einem (vorherigen)
Wiedereinreiseverbot erteilt (bitte nach Status und wichtigsten
Herkunftsstaaten differenzieren; eine Antwort auf diese Teilfrage fehlte in
der Antwort zu Frage 28 auf Bundestagsdrucksache 20/12228)?
In wie vielen Fällen ein Schutzstatus an Asylsuchende mit einem
Wiedereinreiseverbot erteilt wurde, lässt sich nicht belastbar ermitteln (siehe Antwort der
Bundesregierung zu Frage 10 der Kleinen Anfrage der Fraktion DIE LINKE.
auf Bundestagsdrucksache 20/9933). Die weiteren Angaben können den
nachfolgenden Tabellen entnommen werden.
Jan. bis Okt. 2024 Entscheidungen
zu § 11 Absatz 1
AufenthG
Entscheidungen
zu § 11 Absatz 7
AufenthG
Entscheidungen mit Aufenthalts- und
Wiedereinreiseverboten (§ 11 Absatz 1
und/oder § 11 Absatz 7 AufenthG)
Gesamt 113.286 12.851 115.269
darunter
Syrien 10.142 3 10.145
Afghanistan 7.804 15 7.819
Türkei 28.397 54 28.445
Irak 6.314 63 6.360
Somalia 1.313 11 1.324
Iran 4.068 28 4.092
Ungeklärt 1.364 18 1.374
Russische Föderation 5.109 48 5.149
Kolumbien 2.688 6 2.693
Eritrea 474 4 478
21. Ist die Prüfung und Auswertung des Urteils des EuGH vom 17. Oktober
2024 in der Rechtssache C-156/23 inzwischen erfolgt (vgl. Antwort des
Bundesministeriums des Innern und für Heimat auf die Schriftliche
Frage 37 der Abgeordneten Clara Bünger auf Bundestagsdrucksache
20/13665), wenn nein, warum nicht, und welchen ungefähren Zeitraum
wird die Bundesregierung benötigen, um dies zu tun, und wenn ja,
welche konkreten Schlussfolgerungen wurden oder werden hieraus
gezogen (bitte so genau wie möglich darlegen), und hält die Bundesregierung
insbesondere Änderungen des Rechts und der Praxis der
Zusammenarbeit von Ausländerbehörden und dem BAMF für erforderlich (bitte
darlegen und begründen)?
Die Auswertung des Urteils des EuGH vom 17. Oktober 2024 in der
Rechtssache C-156/23 dauert noch an. Wann diese abgeschlossen ist, ist zum
gegenwärtigen Zeitpunkt noch nicht absehbar.
22. Welche Angaben für das bisherige Jahr 2024 lassen sich machen zu
überprüften (vor allem: Ausweis-)Dokumenten und zum Anteil ge- oder
verfälschter Dokumente Asylsuchender (bitte zum Vergleich auch die
Anzahl der „beanstandeten“ Dokumente angeben und nach den zehn
wichtigsten Hauptherkunftsländern differenzieren)?
Die Angaben können der nachfolgenden Tabelle entnommen werden.
01.01.2024 bis 31.10.2024
Zehn häufigste Geprüfte
Dokumente
Dokumente
ohne
Beanstandung
Nicht abschließend
bewertbare
Dokumente
beanstandete
Dokumente
Anteil der
beanstandeten
Dokumente in Prozent
Herkunftsländer
Syrien 95.382 89.566 3.854 1.962 2,1
Afghanistan 44.590 41.189 2.072 1.329 3
Türkei 27.484 27.087 285 112 0,4
Irak 9.636 9.240 305 91 0,9
Somalia 1.043 832 175 36 3,5
Iran 6.511 6.330 148 33 0,5
Ungeklärt 2.593 2.593
Russische Föd. 4.441 4.246 155 40 0,9
Kolumbien 4.118 4.034 81 3 0,1
Eritrea 1.541 1.336 192 13 0,8
Rest (ca. 150
weitere HKL)
26.320 21.414 4.336 570 2,2
Summe 223.659 207.867 11.603 4.189 1,9
Gesamtherstellung: H. Heenemann GmbH & Co. KG, Buch- und Offsetdruckerei, Bessemerstraße 83–91, 12103 Berlin, www.heenemann-druck.de
Vertrieb: Bundesanzeiger Verlag GmbH, Postfach 10 05 34, 50445 Köln, Telefon (02 21) 97 66 83 40, Fax (02 21) 97 66 83 44, www.bundesanzeiger-verlag.de
ISSN 0722-8333
Ähnliche Kleine Anfragen
Gesetzgebungsverfahren der Bundesregierung
CDU/CSU15.06.2023
Bundesausgaben für Deutsche in Mittel-Ost-Europa und den Nachfolgestaaten der UdSSR von 2019 bis 2024
AfD13.10.2023
Zur Rolle ausländischer Gelder bei der Finanzierung von Klimaprotesten und ihre Auswirkungen auf den demokratischen Wettbewerb
AfD12.05.2023
Aktueller Stand der polizeilichen Datenhaltung in Deutschland
DIE LINKE28.04.2023