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Kleine AnfrageWahlperiode 21Beantwortet

Übergriffe auf Mitarbeiter der Deutschen Bahn AG seit 2015 und Sachstand Arbeitsschutz

(insgesamt 17 Einzelfragen)

Fraktion

AfD

Ressort

Bundesministerium für Verkehr

Datum

09.04.2026

Aktualisiert

20.04.2026

Deutscher BundestagDrucksache 21/455205.03.2026

Übergriffe auf Mitarbeiter der Deutschen Bahn AG seit 2015 und Sachstand Arbeitsschutz

der Abgeordneten Peter Bohnhof, René Springer, Robert Teske, Jan Feser, Lukas Rehm, Ulrike Schielke-Ziesing, Sascha Lensing, Martin Hess und der Fraktion der AfD

Vorbemerkung

Die Deutsche Bahn AG (DB AG) befindet sich zu 100 Prozent im Eigentum des Bundes. Die Beteiligungsführung wird durch das Bundesministerium für Verkehr (BMV) wahrgenommen (www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/Standardartikel/Themen/Bundesvermoegen/Privatisierungs_und_Beteiligungspolitik/Beteiligungspolitik/deutsche-bahn-ag.html).

Sowohl die Zahl als auch die Brutalität der Übergriffe auf DB-Mitarbeiter nehmen nach Wahrnehmung der Fragesteller stetig zu. Am 3. Februar 2026 wurde ein Zugbegleiter in einem Regionalexpress nahe Landstuhl (Landkreis Kaiserslautern) bei einem Angriff lebensgefährlich verletzt und ist diesen Verletzungen am folgenden Tag erlegen. Ebenfalls am 3. Februar wurde am Bahnhof Hamburg-Dammtor ein DB-Aufsichtsmitarbeiter „mit Schlägen und Tritten gegen den Kopf attackiert“. Am 4. Februar wurden ein Zugbegleiter und ein Lokführer auf Höhe des Bahnhofs Lüdenscheid-Brügge (Märkischer Kreis) bespuckt und geschlagen (www.bild.de/regional/saarland/schaffner-tot-neue-details-zur-bahn-attacke-in-homburg-6982e36048913c2281394c91; www.bild.de/news/deutsche-bahn-angriff-auf-mitarbeiter-am-bahnhof-dammtor-in-hamburg-698342242dfdd2aa24525590; www.bild.de/regional/nordrhein-westfalen/die-taeter-wieder-schwarzfahrer-naechster-zug-angriff-schaffner-bespuckt-lokfuehrergeschlagen-69845b612dfdd2aa245264a0).

Wenn Kundenkontakt für DB-Mitarbeiter täglich physische und psychische Belastung, Bedrohung oder sogar Lebensgefahr bedeutet, stellen sich besondere Fragen an den Arbeitsschutz. Angesichts derart hemmungsloser Gewalt und einer kontinuierlich sinkenden Hemmschwelle vermuten die Fragesteller zudem einen Zusammenhang mit innenpolitischen Entscheidungen und Versäumnissen der vergangenen zehn Jahre.

Wir fragen die Bundesregierung:

Fragen17

1

Wie hat sich nach Kenntnis der Bundesregierung die Anzahl von DB-Mitarbeitern, die im Dienst Opfer einer Straftat geworden sind, zwischen 2015 und 2025 entwickelt (bitte je Kalenderjahr die zehn häufigsten Straftaten nach absoluten und prozentualen Zahlen aufschlüsseln)?

2

Welche Berufsgruppen waren in den Fällen nach Frage 1 am häufigsten betroffen (bitte je Kalenderjahr die drei am häufigsten betroffenen Gruppen jeweils mit der Gesamtzahl der Fälle aufführen)?

3

Wie verteilen sich nach Kenntnis der Bundesregierung die Fälle nach Frage 1 auf den Nah- sowie Regional- und den Fernverkehr (bitte je Kalenderjahr in absoluten und prozentualen Zahlen angeben)?

4

Wie verteilen sich die Tatorte der Fälle nach Frage 1 auf die Bundesländer (bitte je Kalenderjahr in absoluten und prozentualen Zahlen angeben)?

5

Wie viele DB-Mitarbeiter wurden nach Kenntnis der Bundesregierung infolge eines Falles nach Frage 1 berufsunfähig (bitte je Kalenderjahr nach Berufsgruppe aufschlüsseln)?

6

Wie lange dauerte es nach Kenntnis der Bundesregierung in den Fällen nach Frage 1, die eine Arbeitsunfähigkeit zur Folge hatten, bis die betroffenen DB-Mitarbeiter in den Dienst zurückgekehrt sind (bitte je Kalenderjahr die durchschnittliche und jeweils maximale Arbeitsunfähigkeit in Tagen angeben)?

7

In wie vielen der Fälle nach Frage 1 wurde die Tat nach Kenntnis der Bundesregierung durch a) einen Täter, b) zwei Täter, c) mehr als zwei Täter gemeinschaftlich begangen (bitte je Kalenderjahr in absoluten und prozentualen Zahlen darstellen)?

8

Wie haben sich nach Kenntnis der Bundesregierung die Staatsangehörigkeiten der Täter nach Frage 1 entwickelt (bitte je Kalenderjahr die zehn häufigsten Staatsangehörigkeiten in absoluten und prozentualen Zahlen angeben)?

9

Inwiefern wurden die Taten nach Frage 1 nach Kenntnis der Bundesregierung bislang strafrechtlich geahndet (Anzahl Verfahrenseinstellungen, Anklageerhebungen und Urteile gruppiert nach Strafmaß; bitte je Kalenderjahr nach Straftatbestand aufschlüsseln)?

10

Worauf führt die Bundesregierung den Anstieg der Anzahl der Übergriffe gegen DB-Mitarbeiter von mehr als 83 Prozent zwischen 2015 und 2024 zurück (vgl. https://de.statista.com/statistik/daten/studie/609653/umfrage/uebergriffe-gegen-mitarbeiter-der-deutschen-bahn/)?

11

Worauf führt die Bundesregierung den Rückgang der Anzahl der Übergriffe gegen DB-Mitarbeiter in den Jahren 2019, 2021 und mutmaßlich auch 2020 zurück (für 2020 ist laut vorliegender Quelle kein Wert vorhanden, ebd.)?

12

Welche Maßnahmen wurden nach Kenntnis der Bundesregierung seit 2015 arbeitgeberseitig zum Schutz der DB-Mitarbeiter vor bzw. bei Übergriffen etabliert (vgl. www.zdfheute.de/panorama/bahn-sicherheit-angriff-bodycam-strafe-100.html)?

a) Welche Rolle spielten nach Kenntnis der Bundesregierung Übergriffe auf DB-Mitarbeiter im Jahr 2015 und gegenwärtig jeweils in der betrieblichen Gefährdungsbeurteilung der DB (bitte auch anhand Anzahl, Kapitel, Seiten oder Ähnlichem quantifizieren)?

b) Seit wann können DB-Mitarbeiter nach Kenntnis der Bundesregierung Übergriffe via App melden, und wie viele solcher Meldungen haben DB-Mitarbeiter seit Beginn dieser Maßnahme abgesetzt (bitte je Kalenderjahr angeben)?

c) Wie viele diesbezügliche Fortbildungen (Selbstverteidigung, Deeskalationstraining etc.) wurden im erfragten Zeitraum angeboten, und wie viele Mitarbeiter haben daran teilgenommen (bitte je Kalenderjahr angeben)?

d) Welche Rolle spielen nach Kenntnis der Bundesregierung Übergriffe im Rahmen der Ausbildung und Qualifizierung (Quereinstieg) für Berufe mit Kundenkontakt (bitte anhand Unterrichtseinheiten, Anzahl Trainings und Ähnlichem quantifizieren)?

e) Wie haben sich nach Kenntnis der Bundesregierung die Anzahl und der Anteil der Zugbegleiter und Sicherheitskräfte im erfragten Zeitraum entwickelt, die im Dienst eine Bodycam tragen (bitte je Kalenderjahr in absoluten und prozentualen Zahlen angeben)?

f) Wie hat sich nach Kenntnis der Bundesregierung im erfragten Zeitraum die Zahl von Psychologen und Sozialberatern entwickelt, an die sich betroffene DB-Mitarbeiter wenden können (bitte je Kalenderjahr angeben)?

13

Wie hat sich nach Kenntnis der Bundesregierung die Anzahl der im DB-Nah- und DB-Regionalverkehr eingesetzten Zugbegleiter seit 2015 entwickelt (bitte je Kalenderjahr die absolute Zahl und die durchschnittliche Anzahl eingesetzter Zugbegleiter je Fahrt angeben)?

14

Wie hat sich nach Kenntnis der Bundesregierung die Anzahl der im DB-Nah- und DB-Regionalverkehr eingesetzten Sicherheitskräfte seit 2015 entwickelt (bitte je Kalenderjahr die absolute Zahl und die durchschnittliche Anzahl eingesetzter Sicherheitsmitarbeiter je Fahrt angeben)?

15

Welche konkreten Maßnahmen und Entscheidungen „für mehr Sicherheit auf der Schiene“ und zur „langfristigen“ Finanzierung „der Sicherheitskräfte im Regional- und Nahverkehr“ wurden nach Kenntnis der Bundesregierung am 13. Februar 2026 auf dem von der DB-Vorstandschefin Evelyn Palla einberufenen Sicherheitsgipfel verabredet, und welche Rolle kommt dem Bund bei der Umsetzung dieser Maßnahmen zu, insbesondere im Hinblick auf die Finanzierung etwaiger Maßnahmen (www.deutschebahn.com/de/presse/pressestart_zentrales_uebersicht/DB-Chefin-Evelyn-Palla-laedt-zum-Sicherheits-Gipfel-ein-13740968; vgl. www.zdfheute.de/politik/deutschland/bahn-sicherheitsgipfel-ergebnisse-serkan-gewalt-100.html)?

16

Welche gesetzgeberischen Antworten wurden nach Kenntnis der Bundesregierung seit 2015 im Zusammenhang mit Übergriffen gegen DB-Mitarbeiter gegeben?

17

Sieht die Bundesregierung aktuell gesetzgeberischen Handlungsbedarf im Zusammenhang mit Übergriffen gegen DB-Mitarbeiter?

a) Wenn ja, welchen?

b) Wenn nein, warum nicht?

Berlin, den 16. Februar 2026

Dr. Alice Weidel, Tino Chrupalla und Fraktion

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