Deutscher Bundestag Drucksache 21/7828
21. Wahlperiode 02.09.2026
Antwort
der Bundesregierung
auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Vinzenz Glaser, Stella Merendino,
Desiree Becker, weiterer Abgeordneter und der Fraktion Die Linke
– Drucksache 21/7466 –
Humanitäre Lage in der Demokratischen Republik Kongo im Schatten des Ebola-
Ausbruchs
V o r b e m e r k u n g d e r F r a g e s t e l l e r
Im Mai 2026 wurde ein Ausbruch des Bundibugyo-Ebolavirus in der
Demokratischen Republik Kongo (DRK) festgestellt. Stand 1. Juli 2026 wurden
1 460 Ansteckungen in der DRK festgestellt. 452 Menschen davon sind
bereits an der Krankheit gestorben (
www.who.int/emergencies/disease-
outbreaknews/item/2026-DON612).
Der Ebola-Ausbruch findet eingebettet in eine komplexe Gesamtsituation
statt: Der anhaltende Krieg in der DRK führt immer wieder zu Vertreibung.
Viele Menschen haben kaum Zugang zu Nahrungsmitteln, Wasser,
Unterkünften oder medizinischer Versorgung. Auch Gesundheitseinrichtungen werden
immer wieder zum Ziel von Angriffen (
www.who.int/emergencies/disease-out
break-news/item/2026-DON612 und
www.tagesspiegel.de/wissen/nach-angrif
fen-auf-kliniken-im-kongo-patienten-mit-ebola-verdacht-offenbar-auf-der-fluc
ht-15639798.html). Etwa 15 Millionen Menschen sind auf humanitäre Hilfe
angewiesen, doch mehr als die Hälfte von ihnen werden aktuell nicht durch
humanitäre Hilfe erreicht (
www.unocha.org/democratic-republic-congo). Die
humanitären Bedarfe werden nicht gedeckt. Im Jahr 2025 wurde der
Humanitarian Needs und Response Plan der Vereinten Nationen (VN) nur zu 28
Prozent finanziert (
https://fts.unocha.org/plans/1509/summary).
Gegen das Bundibugyo-Virus gibt es derzeit keine zugelassene Impfung und
auch keine zugelassene spezifische Therapie (
www.pei.de/DE/arzneimittel/im
pfstoffe/ebola/ebola-ausbruch-kongo-uganda-pei-informationen.html). Daher
kommt der Vermeidung weiterer Ansteckungsfälle durch
Kontaktnachverfolgung und Isolation von erkrankten Personen eine besondere Bedeutung zu
(
www.who.int/emergencies/situations/ebola-outbreak---drc-2026).
Laut Hilfsorganisationen zeigen sich in der DRK aktuell die Folgen der
Kürzungen der Mittel für humanitäre Hilfe und Entwicklungszusammenarbeit der
letzten Jahre. Das Fehlen der Mittel schwäche die ohnehin fragilen
Gesundheitssysteme und führe dazu, dass der Ausbruch des Virus zunächst nicht
erkannt wurde und erschwert die Einführung von Maßnahmen (
www.dw.com/d
e/ebola-virus-ausbreitung-fieber-who-entwicklungshilfe-seuchen-kongo-drk-g
esundheit-bmz-care-caritas/a-77318805 und
www.rescue.org/de/pressemitteilu
Die Antwort wurde namens der Bundesregierung mit Schreiben des Auswärtigen Amts vom 1. September 2026 übermittelt.
Die Drucksache enthält zusätzlich – in kleinerer Schrifttype – den Fragetext.
ng/watchlist-flash-alert-ebola-ausbruch-osten-drk-breitet-sich-schneller-aus-al
s-reaktion). Unter anderem die Weltgesundheitsorganisation (WHO) musste
nach dem Ausstieg der USA Programme im Kongo aufgrund von finanziellen
Problemen straffen oder streichen. Seitdem ist Deutschland der größte
Mittelgeber der WHO (
www.dw.com/de/ebola-virus-ausbreitung-fieber-who-entwic
klungshilfe-seuchen-kongo-drk-gesundheit-bmz-care-caritas/a-77318805).
Das Hilfswerk Misereor warnt in diesem Kontext vor einer katastrophalen
Kollision von Krankheit und Konflikt und sieht auch die Bundesregierung in
der Pflicht, die Lage zu stabilisieren (
https://myconvento.com/public/mail_vie
w.php?jid=jS3cnnwE&t=2&l=22).
1. Wie bewertet die Bundesregierung die aktuelle humanitäre und
sicherheitspolitische Lage in der Demokratischen Republik Kongo?
Die Fragen 1 und 2 werden zusammen beantwortet:
Die Demokratische Republik Kongo (DR Kongo) ist seit drei Jahrzehnten von
einer komplexen humanitären Krise betroffen. Mit 5,9 Millionen
Binnenvertriebenen (Internally Displaced Persons – IDPs) beherbergt die DR Kongo die
drittgrößte IDP-Population weltweit und ist mit 27,7 Millionen Menschen in
Ernährungsunsicherheit Schauplatz der drittgrößten Ernährungskrise der Welt.
Hauptursachen sind anhaltende bewaffnete Konflikte im Osten des Landes.
Darüber hinaus tragen schlechte Regierungsführung, nur sehr eingeschränkt
vorhandene staatliche Strukturen, Naturkatastrophen und wiederkehrende
Epidemien wie MPox, Cholera und der aktuelle Ebola-Ausbruch zu einer
Verschärfung der humanitären Lage bei. Das Gesundheitssystem ist nur schwach
entwickelt und nicht in der Lage, die Bevölkerung angemessen zu versorgen.
Die bewaffnete Gewalt verschiedener Rebellengruppen im Ostkongo führt zu
einer volatilen Sicherheitssituation und zu flächendeckenden Vertreibungen und
Gewalt gegen die Zivilbevölkerung. Die Intensivierung der Kämpfe zwischen
der Miliz M23 und kongolesischen Streitkräften sowie ihren Verbündeten seit
Anfang 2025 und das Vordringen der M23 haben die humanitäre Lage in Nord-
und Süd-Kivu erheblich verschärft. Bei der humanitären Krise im Ostkongo
handelt es sich vorrangig um eine Schutzkrise. Der humanitäre Raum ist
konfliktbedingt sehr eingeschränkt, Zugang nur bedingt möglich.
2. Welche Erkenntnisse liegen der Bundesregierung zur aktuellen
humanitären Versorgungslage vor, insbesondere hinsichtlich
Ernährungssicherheit sowie der medizinischen Versorgung der Bevölkerung vor dem
Hintergrund des Ebola-Ausbruchs sowie der anhaltenden bewaffneten
Konflikte im Land?
Es wird auf die Antwort zu Frage 1 verwiesen.
3. Welche Auswirkungen haben die anhaltenden bewaffneten Konflikte
nach Einschätzung der Bundesregierung auf die Bekämpfung des Ebola-
Ausbruchs und den Zugang der Bevölkerung zur medizinischen
Versorgung?
Bewaffnete Kämpfe im Osten der DR Kongo erschweren die Bekämpfung des
Ausbruchs massiv. Bereits vor dem Ebola-Ausbruch war der Zugang zu
Gesundheitsversorgung für die Bevölkerung nur schwer möglich.
Hilfsorganisationen können sich nur eingeschränkt und unter hohem Sicherheitsaufwand
bewegen. Auch die Bevölkerung ist konfliktbedingt nur eingeschränkt in der
Lage, Hilfsangebote in Anspruch zu nehmen, da der Zugang zu den
entsprechenden Stellen gefährlich ist. Darüber hinaus verursacht das
Konfliktgeschehen selbst weitere medizinische Notfälle und bindet dadurch medizinische
Kapazitäten, die sonst zur Überprüfung und Behandlung von Ebola-Fällen genutzt
werden könnten. Durch wiederholte Angriffe bewaffneter Gruppen, wie z. B.
zuletzt auf die Stadt Banana, werden zudem weiterhin Tausende Personen zur
Flucht gezwungen. Diese Personen sind einerseits selbst besonders anfällig,
andererseits in der Kontaktnachverfolgung nur schwer zu erfassen. Die
schwierigen Lebensbedingungen in den Binnenvertriebenenlagern bergen zudem das
Risiko einer schnellen Verbreitung des Virus.
4. Welche Mittel hat die Bundesregierung seit Bekanntwerden des Ebola-
Ausbruchs für Maßnahmen zu dessen Eindämmung bereitgestellt (bitte
nach Ressort, Haushaltstitel, Empfängerorganisation, Betrag und
Bewilligungsdatum aufschlüsseln)?
Das Auswärtige Amt hat der Weltgesundheitsorganisation (WHO) aus dem
Haushaltstitel 0501 687 32 seit Bekanntwerden des Ebola-Ausbruchs 4 Mio.
Euro für Maßnahmen zur Eindämmung und Patientenbehandlung direkt
bereitgestellt, davon 2 Mio. Euro für den Nothilfefonds der
Weltgesundheitsorganisation (Contingency Fund for Emergencies – CFE) und 2 Mio. Euro für die
laufende afrikaweite Förderung der WHO. Bislang hat der CFE 3,9 Mio. US-
Dollar im Kampf gegen Ebola ausschütten können. Deutschland ist seit der
Gründung des CFE sein mit Abstand größter Geber. Das Bundesministerium für
Gesundheit (BMG) hat dem Robert Koch-Institut (RKI) aus dem Haushaltstitel
1505 686 01 am 3. August 2026 240.000 Euro bewilligt. Das
Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) hat folgende
Mittel bewilligt:
Haushaltstitel Empfänger Betrag in Euro Bewilligungsdatum
Bilaterale
Technische
Zusammenarbeit (TZ) und
Finanzielle
Zusammenarbeit
(FZ)
2301 896 03
Deutsche
Gesellschaft für
Internationale
Zusammenarbeit (GIZ)
DR Kongo 0,5 Mio. 04.06.2026
Bilaterale TZ/FZ
2301 896 03
GIZ
DR Kongo 1 Mio. 04.06.2026
Bilaterale TZ/FZ
2301 896 03
GIZ
DR Kongo 0,2 Mio. 04.06.2026
Bilaterale TZ/FZ
2310 896 32
GIZ
DR Kongo 0,5 Mio. 04.06.2026
Bilaterale TZ/FZ
2301 896 11
Kreditanstalt für
Wiederaufbau
(KfW)
Ostafrikanische
Gemeinschaft
3 Mio. 04.06.2026
Haushaltstitel Empfänger Betrag in Euro Bewilligungsdatum
Bilaterale TZ/FZ
2301 896 03
GIZ
Afrikanische
Union (AU)
2 Mio. 04.06.2026
Bilaterale TZ/FZ
2301 896 03
2301 896 11
GIZ/FZ
Ostafrikanische
Gemeinschaft
2 Mio. Aus laufenden
Vorhaben
Krisenbewältigung und
Wiederaufbau;
Infrastruktur (KWI)
2301 687 06
DR Kongo 1 Mio. Noch im Auftrag
KWI
2301 687 06
DR Kongo 1 Mio. Noch im Auftrag
Bilaterale TZ/FZ
2301 896 03
GIZ
DR Kongo 2 Mio. 24.07.2026
Bilaterale TZ/FZ
2301 896 03
GIZ
Ostafrikanische
Gemeinschaft
(EAC)
4,8 Mio. 24.07.2026
Bilaterale TZ/FZ
2301 896 03
GIZ
Afrikanische
Union (AU)
3 Mio. 24.07.2026
5. Plant die Bundesregierung angesichts des aktuellen Ebola-Ausbruchs in
der Demokratischen Republik Kongo und den betroffenen
Nachbarstaaten eine Anpassung ihrer humanitären, medizinischen oder
entwicklungspolitischen Unterstützung, wenn ja, welche zusätzlichen
Maßnahmen, Instrumente und Finanzmittel sind vorgesehen, und welche
konkrete humanitäre, medizinische sowie finanzielle Unterstützung leistet
Deutschland derzeit?
Über die unter Frage 4 genannten Mittel hinaus stellt die Bundesregierung
derzeit folgende Unterstützungsleistungen zur Verfügung:
Aus Mitteln der humanitären Hilfe wurden der WHO bereits vor dem Ebola-
Ausbruch 1 Mio. Euro zur Verfügung gestellt, die auch in den jetzigen
Ausbruchsgebieten umgesetzt wurden.
Darüber hinaus gehört Deutschland zu den größten Gebern des Zentralen
Nothilfefonds der Vereinten Nationen (Central Emergency Response Fund –
CERF), der für die Bekämpfung des Ebola-Ausbruchs bisher insgesamt
60 Mio. US-Dollar vorgesehen hat. Davon wurden bereits 10 Mio. US-Dollar
für die DR Kongo, 6 Mio. US-Dollar für Südsudan und 4 Mio. US-Dollar für
Uganda zur Verfügung gestellt.
Deutschland ist nach den Vereinigten Staaten von Amerika und der
Europäischen Union (EU) drittgrößter Geber des Pandemiefonds. Dieser hat insgesamt
220,6 Mio. US-Dollar durch kurzfristige Re-Programmierung von Projekten
(175,7 Mio. US-Dollar) und schnelle Bewilligung von Förderanträgen
(44,9 Mio. US-Dollar) für die Reaktion auf den Ebola-Ausbruch und für die
Vorsorge in Nachbarländern bereitgestellt.
Zusätzlich hat der ebenfalls aus Mitteln der humanitären Hilfe in diesem Jahr
bisher mit 2 Mio. Euro global geförderte Nothilfefonds für Katastrophenhilfe
(Disaster Response Emergency Fund – DREF) der Internationalen Föderation
der Rotkreuz- und Rothalbmond-Gesellschaften (IFRK) bislang mehr als
3,4 Mio. Euro für die Bekämpfung des Ebola-Ausbruchs und die Unterstützung
von Vorsorgemaßnahmen in der Region ausgeschüttet, davon 2,1 Mio. Euro in
der DR Kongo.
Die Bundesregierung finanziert zudem die Entsendung von Delegierten des
Deutschen Roten Kreuzes (DRK) für Mitarbeitergesundheit (Staff Health
Delegate) zur Unterstützung des Kongolesischen Roten Kreuzes und der IFRK bei
den Maßnahmen zur Eindämmung des aktuellen Ebola-Ausbruchs.
Über das Programm für globale Gesundheitssicherheit (Global Health
Protection Programme – GHPP) setzt Deutschland relevante Fachinstitutionen wie das
RKI und das Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin (BNITM) ein. So
stehen diese auf Anfrage bereit, mit Expertise zu Labordiagnostik
(einschließlich eines mobilen Labors), Infektionsprävention und -kontrolle (Infection
Prevention and Control – IPC) sowie Risikokommunikation zu unterstützen. Das
RKI hat PCR-Testkits für 1.000 Proben an das Referenzlabor in Kinshasa
geliefert. Extraktionskits für 2.000 Proben sind im Beschaffungsprozess. Außerdem
wird voraussichtlich ein mobiler Autoklav (ein transportierbares
Sterilisationsgerät) zur sicheren Inaktivierung von Proben und infektiösen Materialien
geliefert werden. Auch auf die Anfrage des Netzwerks für Globale
Krankheitsausbruch-Warnung und -Reaktion (Global Outbreak Alert and Response Network
– GOARN) wurde reagiert und Fachexperten des RKI entsandt. Für die
Beschaffung von Labormaterialien und Autoklav wurden bisher 150.000 Euro
bereitgestellt, für die Entsendung von Fachexperten 90.000 Euro.
Im Rahmen der Entwicklungszusammenarbeit fördert Deutschland seit vielen
Jahren die Stärkung der Gesundheitssysteme in Zentral- und Ostafrika und
insbesondere die Reaktionsfähigkeit auf Gesundheitskrisen wie Ausbrüche von
Infektionskrankheiten. Aufbauend auf langjähriger Zusammenarbeit mit
regionalen Partnern wie der Afrikanischen Union und der Ostafrikanischen
Gemeinschaft (Eastern African Community – EAC) werden regionale Koordinierungs-,
Diagnostik- und Reaktionskapazitäten gezielt ausgebaut – unter anderem durch
das Regionalvorhaben EAC PanPrep der GIZ sowie den Aufbau von acht durch
BMZ/KfW finanzierten mobilen Laboren in der Region. Seit Juni 2026 hat das
BMZ zusätzliche Mittel für bilaterale, regionale und
Übergangshilfemaßnahmen im Umfang von rund 21 Mio. Euro zusammengestellt, um die schnelle
Reaktionsfähigkeit und die grenzüberschreitende Zusammenarbeit zur
Eindämmung des Ebola-Ausbruchs zu stärken. Die Maßnahmen reichen von der
Beschaffung und Verteilung von Schutzkleidung und Diagnostikmaterial über
Trainings- und Sensibilisierungskampagnen für Gesundheitspersonal und
Bevölkerung.
Über weitere Maßnahmen wird in Abhängigkeit von der Lageentwicklung und
der Verfügbarkeit von Haushaltsmitteln entschieden werden.
6. Welche Maßnahmen ergreift die Bundesregierung im Rahmen
internationaler Zusammenarbeit, um den Aufbau resilienter Gesundheitssysteme in
Konfliktregionen wie der Provinz Ituri zu unterstützen, in denen derzeit
Ebola-Ausbrüche stattfinden?
Die Bundesregierung unterstützt über das BMZ den Aufbau resilienter
Gesundheitssysteme in Ebola-betroffenen Konfliktregionen durch mehrere miteinander
verzahnte Maßnahmen. Dazu gehören Beiträge zur Verbesserung der
Epidemiologie, Beschaffung und Bereitstellung von Schutzausrüstung und zur
regionalen Pandemievorsorge in der EAC mit Trainings für Gesundheitspersonal sowie
Zugang zu Wasser- und Sanitärinfrastruktur. Zusätzlich werden die nationalen
Referenzlabore der betroffenen Länder gestärkt und flexibel einsetzbare mobile
Labore betrieben. Ergänzend werden gezielte Beratungsangebote geschaffen,
die sich um das psychische Wohlbefinden der Gesundheitsfachkräfte und der
betroffenen Gemeinschaften kümmern. Darüber hinaus leistet das BMZ
Beiträge zur kontinentalen und regionalen Gesundheitsarchitektur (u. a.
Afrikanische Zentren für Krankheitsbekämpfung und Schutzmaßnahmen (Africa
Centres for Disease Control and Prevention – Africa CDC), EAC, WHO), um die
Koordinierung, Kontaktverfolgung und Sensibilisierung für den richtigen
Umgang mit Infektionskrankheiten sowie diagnostische Kapazitäten zu verbessern
und damit die Fähigkeit der Gesundheitssysteme zur Prävention,
Früherkennung und Kontrolle von Ebola-Ausbrüchen zu erhöhen. Im Übrigen wird auf
die Antworten zu den Fragen 4 und 5 verwiesen.
7. Welche Projekte finanziert oder unterstützt die Bundesregierung derzeit
zum Ausbau von Diagnostik-, Labor- und Surveillance-Kapazitäten in
der DR Kongo?
a) Welche deutschen Einrichtungen oder Durchführungsorganisationen
sind hierbei beteiligt?
b) Wie viele Labor- oder Diagnostikeinrichtungen wurden mit deutscher
Unterstützung seit Beginn des Ausbruchs aufgebaut, ausgestattet
oder personell unterstützt?
Die Fragen 7, 7a und 7b werden zusammen beantwortet.
Über das GHPP unterstützt das RKI das nationale Institut für biomedizinische
Forschung der DR Kongo (Institut National de Recherche Biomédicale –
INRB) in Kinshasa.
Im Rahmen der finanziellen Zusammenarbeit finanziert die Bundesregierung
das von der KfW-Entwicklungsbank umgesetzte Vorhaben „Regionales
Referenzlabor und Labor-Netzwerk in der Ostafrikanischen Gemeinschaft (EAC)
zur Bekämpfung von übertragbaren Erkrankungen“ beim Ausbau von
Diagnostik-, Labor- und Surveillance-Kapazitäten der EAC. Die EAC hat das BNITM
mit technischen Unterstützungsmaßnahmen im Rahmen der
Vorhabenumsetzung beauftragt. Seit Beginn des Ausbruchs wurde eine Einrichtung, das INRB,
durch Aktivierung von zehn mobilen Laborausstattungen, Lieferung von Test-
Kits und Finanzierung eines Feldeinsatzes von Laborpersonal unterstützt.
Im Rahmen der technischen Zusammenarbeit wird der Ausbau von
Diagnostik-, Labor- und Surveillance-Kapazitäten in der DR Kongo über folgende GIZ-
Vorhaben unterstützt:
– Globalvorhaben Pandemie-Resilienz, One Health (GV PROH): Seit Anfang
2026 fördert das Vorhaben über die WHO die Stärkung der Überwachungs-
und Analysekapazitäten der DR Kongo durch die „Collaborative Analysis
Cell“ (CAI), die Analyseeinheit eines neuen Notfall-Einsatzzentrums am
Nationalen Institut für öffentliche Gesundheit.
Teil des Vorhabens ist zudem die Schnell Einsetzbare Expertengruppe
Gesundheit (SEEG), ein Kooperationsverbund aus GIZ, BNITM, Charité
Universitätsmedizin Berlin, Friedrich-Loeffler-Institut für Tiergesundheit und RKI. Über
die SEEG wurden seit Beginn des Ausbruchs sechs Labore im Ostkongo mit
zusätzlicher Ausrüstung zur Ebola-Diagnostik ausgestattet. Zudem wurden in
Trainings in Nachbarländern technisches Laborpersonal aus der DR Kongo und
anderen Risikoländern geschult.
Weiter unterstützt das Globalvorhaben Aktivitäten einer WHO-Einrichtung für
Pandemie und Epidemieaufklärung (WHO-Hub for Pandemic and Epidemic
Intelligence) mit Sitz in Berlin in der Analyse und Modellierung von
Infektionskrankheiten sowie die Umsetzung von Standards für Ebola-relevante
Überwachungsdaten.
– Unterstützung der Pandemievorsorge in der EAC (Support to Pandemic
Preparedness in the EAC Region – PanPrep): Seit Ende 2025 fördert das
Vorhaben über die WHO die Stärkung von 16 dezentralen Laboren in den
EAC-Partnerstaaten, darunter zwei in der DR Kongo, mit personellen
Kapazitäten und Materialien, um Ausbrüche schneller erkennen zu können.
– Stärkung von Schlüsselakteuren im Kampf gegen sexualisierte und
geschlechtsspezifische Gewalt (Sexual and Gender-Based Violence – SGBV):
Das Vorhaben stärkt gemeinsam mit dem Partner Heal Africa die
gemeindebasierte und institutionelle Überwachung in vier Gesundheitszonen und
einem Referenzkrankenhaus mit der Einrichtung von vier
gemeindebasierten Frühwarnmechanismen, der Schulung von 25 Gesundheitsfachkräften
und der Ausstattung von fünf Gesundheitseinrichtungen mit standardisierten
Instrumenten zur Datenerfassung und Meldung. Die Nachverfolgung von
Warnmeldungen soll dazu beitragen, Verdachtsfälle frühzeitig zu erkennen,
zu melden und sicher weiterzuleiten.
8. Teilt die Bundesregierung die Einschätzung der WHO und desAfrica
Centres for Disease Control and Prevention (Africa CDC), dass zu einer
erfolgreichen Eindämmung des aktuellen Ebola-Ausbruchs in der
Demokratischen Republik Kongo und in Uganda mindestens 518 Mio.
US‑Dollar Finanzmittel nötig wären, wenn ja, in welcher Höhe beteiligt
sie sich an der internationalen Finanzierung dieses Bedarfs, und über
welche Programme oder Organisationen werden die hierfür
bereitgestellten Mittel abgewickelt (
www.fr.de/panorama/ebola-ausbruch-in-afrika-e
xperte-weist-auf-irrglauben-hin-zr-94342584.html)?
Der von Africa CDC und der WHO erstellte und am 5. Juni 2026
veröffentlichte kontinentale Bedarfsplan zur Eindämmung des Ebola-Ausbruchs für den
Zeitraum Juni bis November 2026 in Höhe von 518 Millionen US-Dollar stellt
den erwarteten Bedarf zum Zeitpunkt der Erhebung dar. Ob diese Mittel zur
Eindämmung ausreichen, hängt vom Verlauf des Ausbruchs ab und kann von
Seiten der Bundesregierung nicht beurteilt werden.
Die unter Frage 5 aufgeführten Maßnahmen der Bundesregierung tragen zur
Deckung der im kontinentalen Bedarfsplan von WHO und Africa CDC
aufgeführten Bedarfe bei.
9. Wie bewertet die Bundesregierung die Rolle von WHO und Africa CDC
bei der Koordination der internationalen Reaktion auf den aktuellen
Ebola-Ausbruch, und in welchem Umfang beteiligt sich Deutschland an
diesen Strukturen?
WHO und Africa CDC erklärten den Ebola-Ausbruch jeweils zum
Gesundheitsnotstand und koordinieren gemeinsam das kontinentale Fallmanagement-
und Unterstützungsteam (Incident Management and Support Team – IMST) zur
Umsetzung des kontinentalen Vorsorge- und Reaktionsplans (Continental
Preparedness and Response Plan). Das IMST erfasst außerdem seit Mitte Juni
internationale Beiträge zur Ebola-Bekämpfung mit einem Finanzierungs- und
Nachverfolgungssystem (Financial Tracking Mechanism). Das BMZ unterstützt
das IMST im Rahmen der technischen Zusammenarbeit über das GIZ-
Vorhaben „Stärkung der Gesundheitsarchitektur der Afrikanischen Union“
(Strengthening African Union’s Health Architecture – SAHA). SAHA unterstützt
Africa CDC im Themenfeld „Risikokommunikation und Einbindung der
Bevölkerung“ (Risk Communication and Community Engagement – RCCE). Zudem
unterstützt SAHA die Afrikanische Arzneimittelbehörde (African Medicines
Agency – AMA) bei der Prüfung von Vorschlägen klinischer Studien für
Impfstoff-Kandidaten. Weitere Beiträge zur Unterstützung des IMST werden derzeit
sondiert.
10. Wie bewertet die Bundesregierung die Auswirkungen internationaler
bzw. deutscher Kürzungen der humanitären Hilfe und der
Entwicklungshilfe auf die Bekämpfung des Ebola-Ausbruchs?
Kürzungen der humanitären Hilfe und der Mittel der
Entwicklungszusammenarbeit stellen eine zusätzliche Herausforderung bei der Eindämmung des Ebola-
Ausbruchs dar. Die Bundesregierung tritt dem durch die Flexibilisierung
deutscher Beiträge und eine engere Koordinierung mit anderen bilateralen und
multilateralen Gebern entgegen.
Die Bekämpfung des laufenden Ebola-Ausbruchs ist jedoch nicht zuletzt eine
Herausforderung des humanitären Zugangs und der Organisation der
Präventionsmaßnahmen. Die Bundesregierung unterstützt Hilfsorganisationen und
Partner im Rahmen der humanitären Diplomatie bei der Bewältigung dieser
Herausforderungen.
11. Welche Gespräche haben Vertreterinnen und Vertreter der
Bundesregierung seit Beginn des Ausbruchs mit Ärzten ohne Grenzen, dem
Internationalen Komitee vom Roten Kreuz, der WHO oder weiteren
humanitären Organisationen sowie mit dem United Nations Children's Fund
(UNICEF) und Sonderorganisationen der VN geführt (bitte Datum,
Organisation und Gegenstand angeben)?
Die Bundesregierung steht seit Beginn des Ausbruchs auf verschiedenen
Ebenen und in verschiedenen Formaten in einem engen Austausch mit einer
Vielzahl von Gesprächspartnern der WHO, anderen Organisationen der
Vereinten Nationen (VN), dem Internationalen Komitee vom Roten Kreuz (IKRK)
sowie zahlreichen Nichtregierungsorganisationen. Dies geschieht sowohl über die
zuständigen Bundesministerien in Berlin als auch über die
Auslandsvertretungen der Bundesregierung in Genf, New York und Kinshasa. Eine vollständige
Aufzählung ist aufgrund der Vielzahl der geführten Gespräche nicht möglich.
12. Welche Maßnahmen ergreift oder unterstützt die Bundesregierung, um
den sicheren Zugang humanitärer Organisationen und den Transport von
Personal, Medikamenten und Hilfsgütern in schwer erreichbaren
Gebieten zu gewährleisten?
Die aus Mitteln der humanitären Hilfe der Bundesregierung geförderten
Projekte von Nichtregierungsorganisationen (NROs) und Organisationen der VN
sowie des IKRK beinhalten stets Maßnahmen, die den sicheren Transport von
Hilfsgütern und Zugang von Helfern gewährleisten sollen. Die ungebundenen
und flexiblen Förderungen der Bundesregierung für das Amt der VN für die
Koordinierung humanitärer Angelegenheiten (United Nations Office for the
Coordination of Humanitarian Affairs – OCHA) und andere internationale
Organisationen versetzen diese Organisationen in die Lage, Kapazitäten für
humanitäre Diplomatie, den Einsatz für die Einhaltung des humanitären
Völkerrechts und die humanitären Prinzipien und Verhandlungen über sichere
Zugänge für die humanitäre Hilfe und den Schutz humanitärer Helfer vorzuhalten.
Außerdem unterstützt die Bundesregierung beispielsweise die NROs Geneva
Call, die International NGO Safety Organisation – INSO) und das Centre of
Competence on Humanitarian Negotiations (CCHN), das sich für die
Einhaltung humanitären Völkerrechts einsetzt und spezialisierte Kapazitäten für
humanitäre Akteure in den Bereichen Sicherheit und humanitäres Verhandeln
bereitstellt. Darüber hinaus flankiert die Bundesregierung die Arbeit humanitärer
Akteure gemeinsam mit internationalen Partnern im Rahmen ihrer humanitären
Diplomatie gegenüber allen Konfliktparteien und deren Unterstützern.
13. Welche Erkenntnisse liegen der Bundesregierung über Auswirkungen
von Grenzschließungen und Einschränkungen des Luftverkehrs auf die
Lieferung medizinischer Hilfsgüter und den Einsatz humanitären
Personals vor?
Die Bundesregierung hat wiederholt und bereits vor dem aktuellen Ebola-
Ausbruch eine baldige Wiedereröffnung von Flughäfen und mehr
Bewegungsfreiheit für humanitäres Personal in den umkämpften Gebieten im Osten der
DR Kongo gefordert, um den humanitären Zugang zu erleichtern. Dieser ist
durch die in der Frage genannten logistischen Einschränkungen weiter deutlich
erschwert. Zudem behindern administrative Erfordernisse die Einfuhr von
Hilfsgütern und Rotation von internationalem humanitären Hilfspersonal.
14. Welche Einschätzung hat die Bundesregierung zu der Gefahr einer
weiteren internationalen Ausbreitung des aktuellen Ebola-Ausbruchs, und
welche präventiven Maßnahmen werden in Zusammenarbeit mit
internationalen Partnern ergriffen?
Bezüglich der Einschätzung zur Gefahr der internationalen Ausbreitung wird
auf die WHO und das Europäische Zentrum für die Prävention und die
Kontrolle von Krankheiten (ECDC) verwiesen, welche das globale Risiko als
gering einstufen (entspricht der niedrigsten möglichen Risikoeinstufung). Die
WHO schätzt das Risiko für Länder mit Landgrenzen zur DR Kongo und
Uganda als hoch, das regionale Risiko als gering ein.
Die Bundesregierung unterstützt die WHO und Africa CDC u. a. durch die
Bereitstellung von Kompetenzen spezialisierter deutscher Fachinstitutionen wie
dem RKI und dem BNITM in den Bereichen Labordiagnostik,
Infektionsprävention und -kontrolle (Infection Prevention and Control – IPC) sowie
Risikokommunikation. Beispielsweise erfolgt die Unterstützung durch Lieferung von
Labormaterialien (insbesondere sogenannte PCR-Testkits und
Extraktionstestkits zur Ebolafieber-Diagnostik) durch das RKI an das INRB in Kinshasa.
Zudem wird ein mobiler Autoklav für das INRB durch das RKI zur sicheren
Dekontamination von infektiösem Material und medizinischen Abfällen
bereitgestellt. Über das Europäische Mobile Labor (European Mobile Laboratory –
EMLab) Konsortium stehen mobile Labore bereit, eines davon unter
Koordination des BNITM und mit Beteiligung von RKI-Mitarbeitenden, welches zur
Ebolafieber-Diagnostik vor Ort auf Anforderung der nationalen Behörden
eingesetzt werden könnte. Auf die Anfrage von GOARN wurde reagiert und drei
RKI-Mitarbeitende in den Südsudan zur Verbesserung von Maßnahmen zur
Prävention der Ausbreitung des Ausbruches auf das Land entsendet. Die
Bundesregierung wird auch weiterhin in Abstimmung mit Partnern auf Anfragen
der DR Kongo und angrenzender Länder zur Unterstützung mit Expertinnen
und Experten reagieren. Für weitere Maßnahmen wird auf die Antwort zu den
Fragen 5, 9 und 16 verwiesen.
15. Welche Lehren zieht die Bundesregierung aus den Erfahrungen der
Ebola-Epidemie in Westafrika von 2014 bis 2016 sowie den Ebola-
Ausbrüchen von 2018 bis 2020 in der Demokratischen Republik Kongo für die
Entwicklung und Verfügbarkeit von Impfstoffen und Therapien gegen
verschiedene Ebola-Virusarten, und inwieweit wurden diese Lehren bis
zum aktuellen Ausbruch des Bundibugyo-Ebolavirus in der
Demokratischen Republik Kongo und in Uganda umgesetzt?
In Folge des Ebola-Ausbruchs in Westafrika wurde 2017 die internationale
Impfstoff-Initiative Coalition for Epidemic Preparedness Innovations (CEPI)
gegründet. Deutschland ist Gründungsmitglied und einer der größten
Beitragszahler von CEPI und hat seine Unterstützung bis mindestens 2030 vertraglich
zugesichert. Die Arbeit von CEPI trägt seit Gründung dazu bei, Impfstoffe
gegen Erreger mit Pandemiepotential schneller und gezielter zu entwickeln, um
lokale Ausbrüche frühzeitig einzudämmen. CEPI fördert derzeit die
Entwicklung verschiedener Impfstoff-Kandidaten gegen das Bundibugyo-Ebolavirus.
Das BMG fördert mit dem GHPP (abrufbar unter:
https://ghpp.de/ueber-das-g
hpp/) seit 2016 Maßnahmen zur Stärkung der internationalen
Gesundheitssicherheit, insbesondere in Afrika und Südosteuropa, darunter z. B. ein Projekt
zur Stärkung der Kapazitäten nationaler Regulierungsbehörden in den
Bereichen Genehmigung und Überwachung klinischer Prüfungen, Pharmakovigilanz
und Impfstoffüberwachung nach Markteinführung, um den Zugang zu
qualitativ hochwertigen, sicheren und wirksamen Impfstoffen in Afrika zu verbessern.
16. Welche der während der Ebola-Krise von 2014 bis 2016 von
Deutschland bereitgestellten Unterstützungsmaßnahmen (z. B. medizinische
Evakuierungen, logistische Unterstützung oder Behandlungskapazitäten)
stehen auch im aktuellen Ausbruch zur Verfügung oder sollen erneut
aktiviert werden?
Über den EU-Katastrophenschutzmechanismus (Union Civil Protection
Mechanism – UCPM) wurden in Reaktion auf die Ebola-Krise 2014 bis 2016 u. a.
Flugkapazitäten zur medizinischen Evakuierung von Patienten mit
hochinfektiösen Erkrankungen aufgebaut. Diese Flugtransportkapazitäten stehen im
aktuellen Ausbruch über den UCPM zur Verfügung.
Deutschland verfügt über besondere Behandlungskapazitäten für Patienten mit
Krankheiten durch hochpathogene Erreger. Die Behandlung von an Ebola
erkrankten internationalen Hilfskräften erfolgt in den sogenannten
Sonderisolierstationen der STAKOB-Behandlungszentren (Ständiger Arbeitskreis der
Kompetenz- und Behandlungszentren für Erkrankungen durch hochpathogene
Erreger). Diese Kapazitäten wurden im Rahmen der Ebola-Epidemie 2014 bis
2016 bereits zur Behandlung infizierter Helfender genutzt. Auch 2026 wurden
zwei Ebola-Patienten (in der Charité-Universitätsmedizin Berlin und im
Universitätsklinikum Frankfurt am Main) erfolgreich behandelt.
Auch die SEEG wurde als Reaktion auf den Ebola-Ausbruch im Jahr 2015
eingerichtet. Damit unterstützt Deutschland Länder des Globalen Südens dabei,
sich auf Ausbrüche von Infektionskrankheiten besser vorzubereiten oder diese
frühzeitig zu erkennen und einzudämmen.
Zu den laufenden Maßnahmen zum Aufbau resilienter Gesundheitssysteme in
der Region wird auf die Antworten zu den Fragen 5, 6, 7 und 9 verwiesen.
17. Welche Erkenntnisse liegen der Bundesregierung zur Wirksamkeit,
Sicherheit und zum Entwicklungsstand der von der WHO empfohlenen
bzw. diskutierten Wirkstoffe und Impfstoffkandidaten (insbesondere
Obeldesivir, MBP134 sowie rVSV- und ChAdOx1-Bundibugyo-
Impfstoffe) vor?
Nach Kenntnis der Bundesregierung haben für einige der genannten
Arzneimittel-Kandidaten erste klinische Prüfungen bzw. klinische Studien begonnen bzw.
ist eine klinische Erprobung gegen das Bundibugyo-Ebolavirus vorgesehen.
Die derzeit vielversprechendsten Impfstoffkandidaten sind ein rekombinanter
Vestikuläres-Stomatitis-Virus (vesicular stomatitis virus – rVSV)-basierter
Impfstoff (rVSVΔG/BDBV-GP), ein Adenovirus (ChAdOx1)-basierter
Impfstoff sowie ein Boten-RNA (messenger ribonucleic acid – mRNA)-Impfstoff.
Nach Informationen des Paul-Ehrlich-Institutes (PEI) sind bislang nur begrenzt
nicht-klinische Daten verfügbar, die keine eindeutige Aussage zulassen, ob und
in welcher Ausprägung eine Impfung mit dem in der EU zugelassenen rVSV-
Impfstoff eine Kreuzprotektion gegen Bundibugyo-Ebolavirus induzieren kann.
Bei den Therapeutika werden der Antiköpercocktail MBP134 sowie die
Wirkstoffe Remdesivir und Obeldesivir zum Einsatz gegen das Bundibugyo- und
Sudan-Ebolavirus erprobt (abrufbar unter:
https://www.ema.europa.eu/en/news/
ema-ama-african-regulatory-authorities-join-forces-ebola-outbreak-response).
Für die Beurteilung der Wirksamkeit und Sicherheit der Anwendung der
Arzneimittelkandidaten gegen das Ebolavirus sind die Ergebnisse aus den
klinischen Prüfungen (z. B. PARTNERS Studie, Platform Adaptive Randomised
Trial for New and Repurposed Filovirus TreatmentS, eine von der WHO
gesponserte, internationale und adaptive Plattform-Studie zur Prüfung bereits
bekannter Therapien gegen Filovirus-Erkrankungen wie Ebola und Marburg-
Fieber) abzuwarten. Weitere Informationen sind unter folgendem Link abrufbar:
https://www.who.int/news/item/02-07-2026-patient-enrolment-begins-in-a-scie
ntific-trial-to-identify-the-first-effective-treatments-for-bundibugyo-virus-dis
ease.
18. Unterstützt die Bundesregierung die Forschung und Entwicklung von
Impfstoffen und Therapien gegen das Bundibugyo-Ebola-Virus, und
wenn ja, in welchem Umfang (bitte Projekt, Fördersumme, Laufzeit und
Zuwendungsempfänger angeben)?
Die in Deutschland für die Zulassung von Arzneimitteln zuständigen
Bundesoberbehörden PEI und das Bundesinstitut für Arzneimittel und
Medizinprodukte bieten im Rahmen ihrer Zuständigkeiten wissenschaftliche
Beratungsangebote für Arzneimittelentwickler und pharmazeutische Unternehmen an und sind
im Falle von klinischen Prüfungen in Deutschland sowie im Rahmen von
Antragsverfahren auf Zulassungen von Arzneimitteln in Deutschland bzw. der EU
für die wissenschaftlichen Bewertungen zuständig bzw. daran beteiligt.
Das vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt
(BMFTR) finanzierte Deutsche Zentrum für Infektionsforschung (DZIF)
fördert mehrere Projekte in Bezug auf Wirk- und Impfstoffe gegen das
Bundibugyo-Ebolavirus. Die Projektliste kann der Anlage 1* entnommen werden.
Die von Deutschland geförderte internationale Impfstoff-Initiative CEPI fördert
aktuell die Entwicklung von Impfstoff-Kandidaten gegen das Bundibugyo-
Ebola-Virus von Moderna, IAVI, Public Health Vaccines sowie der Universität
Oxford. Die Impfstoffkandidaten von Moderna (mRNA‑1469) und der Universität
Oxford (ChAdOx1 BDBV) befinden sich derzeit in der klinischen Phase 1.
* Von einer Drucklegung der Anlage wird abgesehen. Diese ist auf Bundestagsdrucksache 21/7828 auf der Internetseite des Deutschen Bundestages abrufbar.
19. Beteiligen sich Einrichtungen des Bundes oder durch Bundesmittel
geförderte Institutionen an der wissenschaftlichen Bewertung, Entwicklung
oder Durchführung klinischer Studien zu den genannten Wirkstoffen
oder Impfstoffkandidaten, insbesondere zu Obeldesivir?
Zu den Aufgaben der AMA, die mit BMZ-Mitteln gefördert wird, gehört die
überregionale Prüfung und Zulassung von Impfstoffen und Arzneimitteln. Des
Weiteren wird auf die Antwort zu Frage 18 verwiesen.
20. Wie haben sich die Bundesmittel für den Bereich globale Gesundheit und
Seuchenprävention im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für
wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) und des
Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) seit 2020 jährlich entwickelt
(bitte jeweils nach Jahren, Einzelplänen, Haushaltstiteln und
Zweckbindung aufschlüsseln)?
Im Geschäftsbereich des BMZ sind Haushaltsmittel für die Bereiche Globale
Gesundheit und Pandemieprävention nicht gesondert ausgewiesen. Sie werden
sämtlich aus dem Einzelplan 23 geleistet. Einen Überblick über jährlich zu
diesen Themen verausgabte Mittel des BMZ bietet das Transparenzportal des
Ministeriums (abrufbar unter:
https://www.transparenzportal.bund.de/de/).
Durch entsprechende Filtereinstellung im Sektor „Gesundheitswesen“ (unter
Themen) und der Laufzeit „laufend zwischen“ können die Ausgaben für die
einzelnen Jahre 2020 bis 2025 eingesehen werden.
Durch Einstellen des entsprechenden Filters werden im Portal auch die
jährlichen Auszahlungen/Ausgaben im Bereich „Bekämpfung von
Infektionskrankheiten“ (Themen > Sektoren > Basisgesundheitswesen) für die Jahre 2020 bis
2025 dargestellt.
Diese Beträge können im sogenannten „Maßnahmen-Dashboard“ weiter nach
Ländern, Umsetzungsorganisation etc. aufgeschlüsselt werden. Auch liefert das
Transparenzportal eine Übersicht aller Einzelmaßnahmen, die mit diesen
Mitteln finanziert wurden. Für den Umfang der im Transparenzportal dargestellten
Maßnahmen verweisen wir auf die FAQ des Transparenzportals unter „3. Über
unsere Projekte und Maßnahmen“.
Die entsprechenden Haushaltmittel für das BMG sind dem Einzelplan 15,
Kapitel 1505 (Internationales Gesundheitswesen) zu entnehmen. Die
Bundeshaushaltspläne der vergangenen Jahre sind unter folgendem Link einsehbar: https://
www.bundeshaushalt.de/DE/Download-Portal/download-portal.html
21. Welche Verantwortung sieht die Bundesregierung als größter Geldgeber
der WHO, die WHO finanziell und politisch zu stärken, um
Gesundheitskrisen wie in der Demokratischen Republik Kongo zu bekämpfen?
Die Bundesregierung sieht als ein zentraler Geber der WHO eine besondere
Verantwortung für deren nachhaltige finanzielle und politische Stärkung. Dies
umfasst vor allem eine verlässliche und möglichst flexible Finanzierung, damit
die WHO ihre Mittel bedarfsgerecht einsetzen und ihre Kapazitäten für das
globale Gesundheitskrisenmanagement sowie die Prävention und Bekämpfung von
Krankheitsausbrüchen stärken kann. Von besonderer Bedeutung sind die
Stärkung des Notfallprogramms der WHO (WHO Health Emergencies Programme)
und die nachhaltige Finanzierung des CFE als Instrumente für eine schnelle
und flexible Anschubfinanzierung in akuten Gesundheitsnotlagen. Damit soll
die WHO in ihrer Rolle als zentrale und koordinierende Instanz der globalen
Gesundheit gestärkt und zu einer wirksamen Reaktion auf Gesundheitskrisen
wie den Ebola-Ausbruch in der DR Kongo befähigt werden. Deutschland setzt
sich zudem für die schrittweise Anhebung der zweckungebundenen
Pflichtbeiträge der Mitgliedstaaten an die WHO (sogenannte assessed contributions) ein.
Die Arbeitsgruppe der WHO, welche die erfolgreiche Entscheidung der
Mitgliedstaaten zu einer schrittweisen Anhebung der Pflichtbeiträge auf 50 Prozent
des Grundbudgets im Jahr 2022 errang, wurde von Deutschland geleitet. Diese
Entscheidung legte das Fundament für die langfristige und nachhaltige
Finanzierung der WHO und verringerte die Abhängigkeit von zweckgebundenen
Spenden.
22. Welche freiwilligen und zweckgebundenen Beiträge hat Deutschland seit
2020 jährlich an die WHO geleistet, und welcher Anteil hiervon entfiel
jeweils auf Programme zur Ebola- bzw. Ausbruchsbekämpfung (bitte
nach Jahr und Programm aufschlüsseln)?
Projektförderungen der WHO durch das Auswärtige Amt (zweckgebundene
Beiträge):
Förderung
im
Haushalts (HH)-
Jahr
Projektbezeichnung Fördersumme in
Euro
Projektzeitraum
Bemerkung
2020 Maßnahmen zur Eindämmung
der Ebola Ausbrüche (EVD10 &
EVD11) in der DR Kongo
6.000.000 01.01.2020 bis
31.12.2020
2020 Maßnahmen zur Eindämmung des
Ebola-Ausbruchs u. a. durch
verstärkte Koordination,
Früherkennung von Verdachtsfällen,
Diagnostik und Behandlung, sowie
Infektionsprävention in Nord-Kivu und
Ituri, DR Kongo
1.000.000 01.02.2019 bis
31.03.2020
2021-2022 Unterstützung der WHO-
Maßnahmen zur Eindämmung des Ebola-
Ausbruchs in Guinea sowie
Infektionsprävention und EVD-
Nachverfolgung in der DR Kongo
2021:
1.500.000
2022:
500.000
01.04.2021 bis
31.12.2022
2023-2026 Support to WHO’s Health
Emergency Appeal 2023 – Response to
disease outbreaks and health crises
in Africa. Länderkontexte:
Burkina Faso, Zentralafrikanische
Republik, Kamerun, DR Kongo,
Ägypten, Äthiopien, Mali, Malawi, Niger,
Südsudan, Tschad
Krankheiten: z. B. Cholera,
Denguefieber, virale hämorrhagische
Fieber, Ebola, und/oder Marburg-
Erkrankung, Mpox und andere
2023:
5.000.000
2024:
2.600.000
2025:
1.000.000
2026:
3.000.000
Aufstockung
Ebola: 2.000.000
01.01.2023 bis
21.12.2026
2026
Aufstockung mit
Zweckbindung für die
Ebola-Krise in
der DR Kongo
(70 Prozent) und
Uganda (30
Prozent) um 2 Mio.
Euro
Fondsförderung (zweckgebundene Beiträge) des CFE durch das Auswärtige
Amt (AA):
Förderung im
HH-Jahr
Fördersumme in Euro Hinweise
2020 4.000.000 Die Mittel der Fondsförderung können vom
Zuwendungsempfänger im Einklang mit den Grand Bargain-Zielen
flexibel eingesetzt werden.
Detaillierte Informationen zu den Fondsausschüttungen u. a.
zur Ebola- bzw. Ausbruchsbekämpfung finden sich in den
Jahresberichten der WHO zum CFE. Diese sind abrufbar
unter
https://www.who.int/cfe.
2021 15.000.000
2022 10.000.000
2023 10.000.000
2024 10.000.000
2025 Keine Förderung
2026 2.000.000
Flexible Förderung durch das AA zur Unterstützung der jährlichen Spenden-
und Handlungsaufrufe der WHO (Global Health Emergency Appeals -
GHEA) / Programmförderung:
Förderung im
HH-Jahr
Fördersumme in Euro Hinweise
2022 10.000.000 WHO setzte die Förderung für Lebensmittelsicherheit und
Gesundheit in Länderkontexten im Horn von Afrika und der
Sahelregion ein, kein Ebola-Fokus.
2023 20.000.000 Globale Grundsatzförderung im Zusammenhang mit dem
WHO Global Health Emergency Appeal 2023 in den
Länderkontexten Äthiopien, Kenia, Syrien, Sudan, Somalia,
Afghanistan, Palästinensische Gebiete, Libanon, Haiti und
Myanmar, kein Ebola-Fokus.
2024 8.000.000 Globale Grundsatzförderung im Zusammenhang mit dem
WHO Global Health Emergency Appeal 2024 in
Länderkontexten mit der höchsten WHO-Notfallstufe (Grade 3) in den
Länderkontexten Afghanistan, DR Kongo (dort u. a. auch
Ebola-Bekämpfung), Haiti, Äthiopien, Somalia, Südsudan,
Sudan, Syrien.
Förderung (zweckgebundene Beiträge) des WHO Hub for Pandemic and
Epidemic Intelligence in Berlin durch das BMG:
Förderung im
HH-Jahr
Fördersumme in Euro Hinweise
2022 30.000.000 Der WHO-Hub in Berlin ist ein zentraler Baustein der
globalen Pandemievorsorge2023 30.000.000
2024 30.000.000
2025 30.000.000
2026 15.000.000
Fondsförderung (zweckgebundene Beiträge) des CFE durch das BMG:
Förderung im
HH-Jahr
Fördersumme in Euro Hinweise
2021 12.500.000 Die Mittel der Fondsförderung können vom
Zuwendungsempfänger im Einklang mit den Grand Bargain-Zielen flexibel
eingesetzt werden. Detaillierte Informationen zu den
Fondsausschüttungen u. a. zur Ebola- bzw. Ausbruchsbekämpfung
finden sich in den Jahresberichten der WHO zum CFE. Diese
sind abrufbar unter
https://www.who.int/cfe.
2023 11.500.000
2025 95.000
WHO-Förderungen für Länderkontexte ohne Ebola-Bezug werden hier nicht
erfasst, da nicht sachgerecht im Sinne der Fragestellung.
Projektförderungen (zweckgebundene Beiträge) der WHO durch das BMZ über
die GIZ:
Förderung
im HH-Jahr
Projektbezeichnung Fördersumme in
Euro
Projektzeitraum
Bemerkung
2018 bis 2020 WHO UHC 2030 – The
global movement to
strengthen health systems for
universal health coverage
1.000.000 15.10.2018 bis
31.03.2020
GIZ SV Universal Health
Coverage
2019 bis 2020 WHO Health Financing
Reform Implementation
Support
200.000 15.12.2019 bis
30.09.2020
GIZ SV Universal Health
Coverage
2020 bis 2021 WHO support to EAC field
simulation exercise
303.000 01.11.2020 bis
31.05.2021
GIZ-Vorhaben
Unterstützung der
Pandemievorsorge in der
Ostafrikanischen Gemeinschaft
2021 bis 2024 WHO Support the
Collaboration on One Health
within WHO and across the
Organisations of the
Tripartite + (FAO, WOAH/OIE,
WHO, UN)
2.450.000 01.11.2021 bis
30.06.2024
Globalvorhaben
Pandemieprävention und –
bekämpfung, One Health
2021 bis 2024 WHO Expanded Special
Project for Elimination of
Neglected Tropical Disease
(ESPEN)
5.000.000 01.11.2021 bis
31.08.2024
GIZ-Globalvorhaben
Pandemieprävention und -
bekämpfung, One Health
2021 bis 2024 WHO foster a
sustainable One Health approach
to antimicrobial resistance
(AMR) at global, regional,
and country levels.
1.000.000 01.11.2021 bis
31.03.2024
GIZ-Globalvorhaben
Pandemieprävention und -
bekämpfung, One Health
2024 bis 2026 Standards-based,
Machinereadable, Adaptive,
Requirements-based, and
Testable (SMART) Guidelines
(WHO Genf, Department
of Digital Health and
Innovation)
114.130 15.11.2024 bis
31.05.2026
GIZ-Sektorvorhaben
Globale Gesundheit
2025 bis 2026 Analysis of the potential
of digitalisation in local
pharmaceutical production
and supply chain systems
in Africa (WHO Genf,
Department of Digital Health
and Innovation)
99.122,47 01.12.2025 bis
31.05.2026
GIZ-Sektorvorhaben
Globale Gesundheit
2025 bis 2026 Development and
dissemination of Guidance paper
"Responding to the health
financing emergency:
immediate measures and
longer-term shifts" (WHO
Genf, Department
Performance, Financing, and
Delivery)
53.788 15.11.2025 bis
30.04.2026
Sektorvorhaben Globale
Gesundheit
Förderung
im HH-Jahr
Projektbezeichnung Fördersumme in
Euro
Projektzeitraum
Bemerkung
2025 bis 2026 WHO Mpox Surveillance 288.000 01.10.2025 bis
30.09.2026
Globalvorhaben
Pandemieresilienz, One Health
der GIZ
2025 bis 2026 WHO FGS Event 56.000 01.08.2025 bis
31.01.2026
Globalvorhaben
Pandemieresilienz, One Health
der GIZ
2025 bis 2027 WHO ESPEN 249.000 01.04/2025 bis
31.08.2026,
Verlängerung
bis 31.07.2027
Globalvorhaben
Pandemieresilienz, One Health
der GIZ
2025 bis 2027 Zuschuss an WHO
Regionalbüro in Afrika (AFRO),
Strengthening sub-national
laboratory and surveillance
capacities for infectious
disease preparedness in the
EAC region
3.000.000 01.10.2025 bis
30.09.2027
GIZ-Vorhaben
"Unterstützung der
Pandemievorsorge in der
Ostafrikanischen Gemeinschaft"
2026 bis 2027 WHO Berlin Hub for
Pandemic and Epidemic
Intelligence (Vertrag in
Erstellung)
102.000 01.07.2026 bis
30.06.2027
Globalvorhaben
Pandemieresilienz, One Health
der GIZ, umfasst
Stärkung der Ebola Response
in der DR Kongo
Fondsförderung (zweckgebundene Beiträge) des Deutschen Engagements für
das WHO Expanded Special Project for the Elimination of Neglected Tropical
Diseases (ESPEN) durch das BMZ:
Förderung
im HH-
Jahr
Fördersumme in
Euro
Hinweise
2026 850.000
Fondsförderung (zweckgebundene Beiträge) des WHO Sonderprogramms für
Forschung und Ausbildung in tropischen Krankheiten (Special Programme for
Research and Training in Tropical Diseases TDR) durch das BMZ:
Förderung
im HH-
Jahr
Fördersumme in
Euro
Hinweise
2020 1.200.000
2021 1.400.000
2022 800.000
2023 0
2024 400.000
2025 400.000
2026 400.000
Fondsförderung (zweckgebundene Beiträge) an die Globale Initiative zur
Ausrottung der Poliomyelitis (Global Polio Eradication Initiative – GPEI) durch
das BMZ:
Förderung
im HH-
Jahr
Fördersumme in
Euro
Hinweise
2020 35.000.000 Die GPEI ist eine öffentlich-private
Partnerschaft bestehend aus den sechs
Kernpartnern WHO, UNICEF, Gates
Foundation, US CDC, der Impfallianz Gavi und
Rotary International. Die zweckgebundenen
deutschen Beiträge an die GPEI werden
über WHO und UNICEF umgesetzt.
2021 35.000.000
2022 35.000.000
2023 37.000.000
2024 37.000.000
2025 30.000.000
2026 23.200.000
23. Welche Rolle spielen deutsche staatliche und zivilgesellschaftliche
Akteure bei der Stärkung lokaler Gesundheitsstrukturen im Osten der
Demokratischen Republik Kongo, und wie werden diese Maßnahmen
finanziell ausgestaltet (bitte jährliche Entwicklung seit 2020 darstellen)?
Die Bundesregierung unterstützt aus Mitteln der humanitären Hilfe humanitäre
Organisationen dabei, die Basisgesundheitsversorgung von Bedürftigen im
Osten der DR Kongo sicherzustellen und leistet damit einen Beitrag zur Stärkung
lokaler Gesundheitsstrukturen. Seit 2020 sind für Projekte mit einem
Schwerpunkt Basisgesundheitsversorgung insgesamt 72.877.651 Euro zur Verfügung
gestellt worden.
2020: 24.007.665 Euro
2021: 9.261.072 Euro
2022: 10.021.375 Euro
2023: 10.289.168 Euro
2024: 8.611.456 Euro
2025: 6.448.377 Euro
2026: 4.238.538 Euro
In den Jahren 2020 bis 2023 wurde keine Aufteilung nach Sektoren erfasst, so
dass für diesen Zeitraum jeweils die Gesamtbeträge der Förderungen mit einem
Gesundheitsschwerpunkt genannt werden.
Aus der strukturbildenden Übergangshilfe förderte das BMZ seit 2020 von
verschiedenen NROs durchgeführte multisektorale Maßnahmen zur
Resilienzstärkung, die auch Komponenten zur Stärkung lokaler Gesundheitsstrukturen
enthielten (v.a. Mutter-Kind-Gesundheit, psychosoziale Gesundheit, One-Health-
Ansatz). Die multisektoralen Vorhaben haben eine Gesamtfördersumme von
28.571.800 Euro.
24. Welchen Stellenwert nimmt für die Bundesregierung die Kooperation mit
lokalen Organisationen und Akteuren bei der Eindämmung des Ebola-
Ausbruchs in der DRK ein, und welche finanziellen Mittel stellt die
Bundesregierung lokalen Organisation hierfür zur Verfügung?
Die Bundesregierung hat sich weltweit zu einer verstärkten Lokalisierung in
der humanitären Hilfe verpflichtet. Ziele der Lokalisierungsagenda sind die
gleichberechtigte Einbindung lokaler NROs und eine bessere Nutzung ihrer
Kenntnisse und Fähigkeiten. So soll humanitäre Hilfe bedarfsgerechter und
effizienter geleistet werden. Lokale humanitäre NROs spielen eine zentrale Rolle
bei der Bekämpfung des Ebola-Ausbruchs in der DR Kongo. Lokale Akteure
implementieren sowohl als Partner internationaler NROs als auch als Partner
der humanitären Organisationen der VN-Projekte, die aus den unter Frage 5
aufgeführten Mitteln der Bundesregierung finanziert werden.
Anlage 1
18) Unterstützt die Bundesregierung die Forschung und Entwicklung von Impfstoffen und Therapien gegen das Bundibugyo-Ebola-Virus? Falls ja, in
welchem Umfang (bitte Projekt, Fördersumme, Laufzeit und Zuwendungs-empfänger angeben)?
Laufende, mit DZIF-Mitteln geförderte Forschungs- und Entwicklungsprojekte (F&E-Projekte) zu Impfstoffen und Therapien gegen das Bundibugyo-Ebola-Virus:
Projekt Laufzeit Zuwendungsempfänger Fördersumme in
Euro
Kommentar
TTU 01.716
Working group "Clinical
management and
epidemiology of emerging
infections"
01.01.2026
bis
31.12.2030
Universitätsklinikum
Hamburg-Eppendorf
Bernhard-Nocht-Institut für
Tropenmedizin
1.636.847 Hamburg: Klinische Impfstoffentwicklung
- Präklinische Studie zur Kreuzprotektion des Ebola-Impfstoffes
rVSV-EBOV gegen BDBV (Tiermodelle)
- Kooperation mit European Vaccines Hub / LMU München zu
kreuzprotektiver T-Zell Immunität
- Kooperation mit Charité zur Diagnostik-Test Entwicklung
TTU 01.717
Core unit "Virus detection
and preparedness"
01.01.2026
bis
31.12.2030
Charité 1.575.969 Charite: Diagnostik-Test Entwicklung
- Verfügbarmachung von Virusmaterial für diverse Projekte
innerhalb des DZIF, Lieferung u.a. nach Marburg, Hannover,
Göttingen, Köln als Grundvoraussetzung für dortige Projekte
- Herstellung eines Genom-Referenzstandards (BVBV wurde bisher
nicht isoliert) und internationale Verteilung über die WHO
- Validierung zur Konformitätsbestimmung (CE-Zertifizierung nach
IVDR) von drei Pilot-Produkten von in-vitro Diagnostika von zwei
Anlage 1
deutschen Herstellern (Altona, Roche-TibMolbiol). Hierzu Aufbau
und Koordination einer internationalen ad-hoc Studiengruppe mit
deutschem Schwerpunkt. Erste wissenschaftliche Veröffentlichung
in Kooperation mit u.a. Hamburg und Marburg ist erschienen (Best
et al., Lancet Inf Dis 2026, in press)
TTU 01.718
Animal facility to test
vaccines and anti-virals
against emerging
infections under BSL-3/4
conditions
01.01.2026
bis
31.12.2030
Philipps-Universität
Marburg
Paul-Ehrlich-Institut
2.448.607 Marburg: Präklinische Impfstoffentwicklung und Begleitung der
klinischen Impfstoffentwicklung
- Kleintiermodell für die Testung von Impfstoffen sowie von
monoklonalen Antikörpern
- Herstellung eines chimären Ebola-Virus mit GP-Protein von BDBV
zur Verwendung im Tiermodell (Impfstofftestung)
- BDBV Neutralisationstests zur Impfstoffentwicklung
TTU 01.820
MVA emerging vaccine
technologies
01.01.2026
bis
31.12.2028
Stiftung Tierärztliche
Hochschule Hannover
488.373 Hannover: Präklinische Vakzineentwicklung, speziell MVA-
Vektorplattform
Präklinisches Vakzine-Entwicklungsprojekt zur Herstellung eines
MVA-BDBV Vektors mit Evaluierung im Tiermodell
TTU 01.829
Surrogate systems for
phenotyping, risk
assessment and
antibodymediated neutralization
of emerging viruses
01.01.2026
bis
31.12.2028
Deutsches
Primatenzentrum (DPZ),
302.862 Göttingen: Präklinische Vakzineentwicklung: virologische
Propädeutik
Kooperative Studie (gemeinsam mit Charité, Hamburg, Marburg)
zum Zelleintritt von BDBV und zur Kreuzneutralisierung von BDBV
durch Antikörper, welche aus einer Impfung mit rVSV-EBOV
Anlage 1
stammen. Studie ist bereits erschienen: Hoffmann et al, Lancet Inf
Dis 2026, in press.
Weitere F&E-Projekte zu Impfstoffen und Therapien gegen das Bundibugyo-Ebola-Virus mit DZIF-Beteiligung:
Projekt Laufzeit Zuwendungsempfänger Fördersumme in
Euro
Kommentar
European Vaccine HUB
in WP12: Standardized
Immunomonitoring
Reagents for BDBV
Vaccine trials: Synthetic T
cell antigens for vaccine
encoded antigens (BDBV,
EBOV, SUDV),
Standardized
Immunomonitoring
Reagents for BDBV
Vaccine trials: Large set of
recombinant, pre-fusion
stabilized, trimeric
Glycoprotein antigens,
01.03.2025
bis
28.02.2029
(WP 12
BDBV
working
group bis
2028)
Universitätsklinikum
Hamburg-Eppendorf
Stiftung Tierärztliche
Hochschule Hannover
LMU Klinikum München
592.903 (UKE);
ca. 50.000 (LMU
Klinikum
München)
European Vaccine Hub (München, Hamburg, Marburg, Hannover):
Präklinische und Klinische Impfstoffentwicklung
Beteiligung des DZIF im European Vaccine HUB; UKE-Budget
inklusive indirekter Kosten, 60 Prozent Förderung und 40 Prozent
Eigenbeteiligung zur Durchführung von klinischen Studien im WP
10, Gelder in WP 13 umgewidmet, Beteiligung an EDBV-Forschung
in WP12 – BDBV working group durch LMU Klinikum München,
Fraunhofer Institute for Translational Medicine and Pharmacology
ITMP-Immunology, Infection and Pandemic Research (IIP)
Anlage 1
Characterization and
Mapping of Ebola BDBV
GP Cross-Recognition by
VSV-ZEBOV–Induced T
cell Responses
(cooperation UKE),
Deciphering Cross-
Reactive Immunity in
Orthoebolavirus Survivors
(cooperation with Uganda
Virus Research Institute &
CEPI)
Anlage 1
FF 02.901
AbCore
und
TTU 04.711
Humanized Mouse Core
Facility Cologne
(abgeschlossen)
mit DZIF-Mitteln
gefördert, Vorhaben
bereits ausgelaufen
01.01.2021
bis
31.12.2025
Uniklinik Köln 256.300
und
894.189
Köln: Entwicklung therapeutischer Antikörper (Medikamenten-
Entwicklung)
Identifikation eines breit neutralisierenden Antikörpers (B10) gegen
Zaire-, Sudan- und Bundibugyo-Orthoebolaviren (Tarnow et al.,
Nature Communications, in Revision). Der Antikörper ist bereits
zum Patent angemeldet. Derzeit werden gemeinsam mit dem
European Vaccine Hub die Voraussetzungen für eine GMP-
konforme Produktion evaluiert.
Gesamtherstellung: H. Heenemann GmbH & Co. KG, Buch- und Offsetdruckerei, Bessemerstraße 83–91, 12103 Berlin,
www.heenemann-druck.de
Vertrieb: Bundesanzeiger Verlag GmbH, Postfach 10 05 34, 50445 Köln, Telefon (02 21) 97 66 83 40, Fax (02 21) 97 66 83 44,
www.bundesanzeiger-verlag.de
ISSN 0722-8333