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Kleine AnfrageWahlperiode 17Beantwortet

Geförderte berufliche Weiterbildung von Arbeitslosen und Beschäftigten

Differenzierte Einzelangaben zu Maßnahmen der beruflichen Weiterbildung seit 2009, daraus resultierende Arbeitsverhältnisse, Teilnehmer, Kosten und Wirkung einzelner Programme, differenzierte Einzelangaben zu Maßnahmen der beruflichen Weiterbildung für Menschen mit Behinderung seit 2009<br /> (insgesamt 16 Einzelfragen)

Fraktion

BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

Ressort

Bundesministerium für Arbeit und Soziales

Datum

27.03.2012

Aktualisiert

26.07.2022

Deutscher BundestagDrucksache 17/895008. 03. 2012

Geförderte berufliche Weiterbildung von Arbeitslosen und Beschäftigten

der Abgeordneten Brigitte Pothmer, Markus Kurth, Beate Müller-Gemmeke, Kerstin Andreae, Kai Gehring, Sven-Christian Kindler, Dr. Tobias Lindner, Elisabeth Scharfenberg und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

Vorbemerkung

Die Eingliederung von Arbeitslosen in den Arbeitsmarkt ist eine der zentralen arbeitsmarkt-, wirtschafts- und sozialpolitischen Herausforderungen. Denn in Deutschland droht ein erheblicher Fachkräftemangel bei gleichzeitig hoher Arbeitslosigkeit. Unternehmen suchen mehr und mehr nach qualifizierten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern, es wird jedoch für sie immer schwieriger, adäquat ausgebildete Personen zu finden.

Während auf der einen Seite Fachkräfte gesucht werden, sind die Perspektiven für Langzeitarbeitslose schlecht. Ihnen bleibt der Zugang in den ersten Arbeitsmarkt häufig dauerhaft versperrt. Dies gilt insbesondere für Geringqualifizierte.

Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit könnten zusätzlich 700 000 Fachkräfte gewonnen werden, wenn es gelänge, den Anteil Geringqualifizierter um ca. 20 Prozent zu senken. Damit dieses Potential gehoben werden kann, müsste deutlich mehr in die berufliche Weiterbildung investiert werden. Die Bundesregierung hat aber die Mittel für die Arbeitsförderung und damit auch für Qualifizierung drastisch gekürzt.

Darüber hinaus muss angesichts des technologischen Wandels auch die Weiterbildung von Beschäftigten stärker unterstützt werden.

Wir fragen die Bundesregierung:

Fragen16

1

Wie viele Personen haben jeweils in den Jahren 2009, 2010 und 2011 eine Maßnahme der beruflichen Weiterbildung begonnen (bitte aufgeschlüsselt nach dem Zweiten Buch Sozialgesetzbuch – SGB II – und dem Dritten Buch Sozialgesetzbuch – SGB III –, Geschlecht, Migrationshintergrund, Geringqualifizierten und Altersgruppen darstellen), und wie viele der Maßnahmen haben jeweils zu einem beruflichen Abschluss geführt?

2

Wie lang war die durchschnittliche Teilnahmedauer an Maßnahmen der beruflichen Weiterbildung jeweils in den Jahren 2009, 2010 und 2011 (bitte aufgeschlüsselt nach SGB II und SGB III, Migrationshintergrund, Geringqualifizierten, Geschlecht und Altersgruppen darstellen)?

3

Wie hoch waren die Ausgaben für Maßnahmen der beruflichen Weiterbildung jeweils in den Jahren 2009, 2010 und 2011 (bitte aufgeschlüsselt nach SGB II und SGB III, Geschlecht, Migrationshintergrund, Geringqualifizierten und Altersgruppen darstellen)?

4

Auf welchen Daten beruht die Äußerung der Bundesministerin für Arbeit und Soziales, Dr. Ursula von der Leyen, zu den Arbeitsmarktzahlen vom Dezember 2011, wonach bei der Weiterbildung nicht gekürzt wurde (vgl. Videostatement Dr. Ursula von der Leyen zu den Arbeitsmarktzahlen vom 3. Januar 2012)?

5

Wie viele Personen sind jeweils im Januar 2009, 2010, 2011 und 2012 neu in eine Maßnahme der geförderten Weiterbildung eingetreten (bitte aufgeschlüsselt nach SGB II und SGB III, Geschlecht, Migrationshintergrund, Geringqualifizierten und Altersgruppen darstellen)?

6

Wie viele der Personen, die an einer beruflichen Weiterbildung teilgenommen haben, haben im Anschluss daran bzw. innerhalb von sechs Monaten eine Anstellung gefunden (bitte aufgeschlüsselt nach SGB II und SGB III, Geschlecht, Migrationshintergrund, Geringqualifizierten und Altersgruppen darstellen), und wie nachhaltig war der Beschäftigungseffekt?

7

Wie beurteilt die Bundesregierung die Entwicklung der beruflichen Weiterbildung, die Quote der aus den Weiterbildungen resultierenden Arbeitsverhältnisse und deren Nachhaltigkeit auch vor dem Hintergrund der Evaluationen des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit, in denen die Effekte der beruflichen Weiterbildung sehr positiv bewertet werden?

8

Wie hoch waren die Ausgaben für die „Initiative zur Flankierung des Strukturwandels“ der Bundesagentur für Arbeit in den Jahren 2010 und 2011, und wie viele Personen nahmen in deren Rahmen jeweils an Maßnahmen teil (bitte nach Geschlecht, Altersgruppen, Migrationshintergrund, Geringqualifizierten, SGB II und SGB III aufschlüsseln)?

9

Wie haben sich seit dem Jahr 2008 die Kosten für geförderte Umschulungen nach § 85 SGB III im Jahresdurchschnitt verändert, wie viele Personen haben jeweils daran teilgenommen (bitte auch gesondert darstellen für Berufe der Alten- und Krankenpflege), und wie hat sich im Rahmen geförderter Umschulung der § 421t Absatz 6 SGB III ausgewirkt?

10

Wie viele Personen nahmen durchschnittlich in den Jahren 2009, 2010 und 2011 an Maßnahmen der beruflichen Weiterbildung für Menschen mit Behinderung teil (bitte aufgeschlüsselt nach SGB II und SGB III, Geschlecht, Migrationshintergrund, Geringqualifizierten und Altersgruppen darstellen)?

Wie viele dieser Personen nahmen an Maßnahmen in Berufsförderungswerken teil?

11

Wie viele Personen sind in den Jahren 2009, 2010 und 2011 neu in Maßnahmen der beruflichen Weiterbildung für Menschen mit Behinderung eingetreten (bitte aufgeschlüsselt nach SGB II und SGB III, Geschlecht, Migrationshintergrund, Geringqualifizierten und Altersgruppen darstellen)?

Wie viele dieser Personen nahmen an Maßnahmen in Berufsförderungswerken teil?

12

Wie hoch waren die Ausgaben für Maßnahmen der beruflichen Weiterbildung für Menschen mit Behinderung in den Jahren 2009, 2010 und 2011? Welcher Anteil dieser Ausgaben wurde für Maßnahmen in Berufsförderungswerken aufgewandt?

13

Wie beurteilt die Bundesregierung die Entwicklungen im Bereich der beruflichen Weiterbildung für Menschen mit Behinderung vor dem Hintergrund der hohen Arbeitslosigkeit von Menschen mit Behinderung, deren Ausmaß sogar die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung bei der Vorstellung ihrer Studie „Sickness, Disability and Work“ dazu veranlasst hat, Deutschland zum Handeln aufzufordern?

14

Wie viele Personen wurden in den Jahren 2009, 2010 und 2011 im Rahmen des Programms „Weiterbildung Geringqualifizierter und beschäftigter Älterer in Unternehmen“ (WeGebAU) gefördert (bitte auch nach Geschlecht, Migrationshintergrund, Geringqualifizierten, Altersgruppen und Branchen aufschlüsseln)?

15

Wie viele Förderungen über das Programm WeGebAU wurden in den Jahren 2009, 2010 und 2011 neu bewilligt, und wie hoch waren in den Jahren 2009, 2010 und 2011 die Ausgaben für das Programm WeGebAU?

16

Wie entwickelte sich in den Jahren 2009, 2010 und 2011 das E-Learning-Angebot der Bundesagentur für Arbeit?

a) Wie viele verschiedene Angebote gab es in den jeweiligen Jahren?

b) Wie oft und von wem wurden die einzelnen Angebote in den jeweiligen Jahren genutzt (bitte auch nach Geschlecht, Altersgruppen, Migrationshintergrund, Geringqualifizierten, SGB II und SGB III aufschlüsseln)?

c) Wie viel Geld wurde von der Bundesagentur für Arbeit in den jeweiligen Jahren für die Angebote aufgewandt?

Berlin, den 8. März 2012

Renate Künast, Jürgen Trittin und Fraktion

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