[Die Antwort wurde namens der Bundesregierung mit Schreiben des Bundesministeriums für Verkehr und digitale
Infrastruktur vom 1. September 2016 übermittelt.
Die Drucksache enthält zusätzlich – in kleinerer Schrifttype – den Fragetext.
Deutscher Bundestag Drucksache 18/9537
18. Wahlperiode 05.09.2016
Antwort
der Bundesregierung
auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Dr. Valerie Wilms, Steffi Lemke,
Peter Meiwald, weiterer Abgeordneter und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
– Drucksache 18/9229 –
Verfehlung der Umwelt- und Naturschutzziele des neuen
Bundesverkehrswegeplans
V o r b e m e r k u n g d e r F r a g e s t e l l e r
Bereits vor Veröffentlichung kritisierte das Bundesministerium für Umwelt,
Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) den neuen
Bundesverkehrswegeplan (BVWP) scharf und urteilte, dass dieser wesentliche Umwelt-,
Naturschutz- und Klimaschutzanforderungen noch nicht erfülle. Medienberichten
zufolge warf das BMUB dem Bundesminister für Verkehr und digitale
Infrastruktur Alexander Dobrindt „Trickserei“ und „Klüngelwirtschaft“ vor (
www.rp-
online.de/politik/deutschland/bundesverkehrswegeplan-barbara-
hendrickswirft-alexander-dobrindt-trickserei-vor-aid-1.5840810). Das
Umweltbundesamt (UBA) stellte fest, dass der BVWP-Entwurf elf von zwölf eigenen
Umweltzielen verfehlt (
www.umweltbundesamt.de/presse/presseinformationen/
bundesverkehrswegeplan-besteht-eigene).
In der Grundkonzeption wurden Ziele, wie z. B. die Verkehrsverlagerung auf
emissionsarme Verkehrsträger oder die „Vermeidung von weiterem Verlust
unzerschnittener Räume“ bestimmt, jedoch schon im Entwurf nicht mehr mit
Maßnahmen hinterlegt. Im zentralen Bewertungselement, der Nutzen-Kosten-
Analyse, wird nur ein Teil der Umweltkosten berücksichtigt. Sogenannte nicht
monetarisierte Umweltkosten lassen keinen Einfluss auf die
Dringlichkeitseinstufung erkennen. Maximalwerte für den Flächenverbrauch oder zum Schutz von
Naturschutzgebieten wurden nicht festgelegt.
Aus Sicht der Fragesteller widerspricht der Entwurf den Zielen für den Klima-,
Umwelt- und Naturschutz: Die bisherige Nachhaltigkeitsstrategie der
Bundesregierung sah den Anteil des Schienengüterverkehrs bis zum Jahr 2015 bei
25 Prozent – der BVWP-Entwurf geht bis zum Jahr 2030 nur noch von 18,4
Prozent aus. Die Begrenzung des Flächenverbrauchs auf 30 ha pro Tag, wird mit
dem BVWP ebenfalls verfehlt. Laut UBA wird das Flächenbudget um rund
50 Prozent überschritten (UBA 2016: Stellungnahme zum Entwurf des
BVWP 2030, Seite 3). Bei Umsetzung des Plans wäre eine erhebliche
Beeinträchtigung bei mindestens 246 EU-Schutzgebieten (Natura 2000)
wahrscheinlich. Für 666 lässt sich eine erhebliche Beeinträchtigung nicht ausschließen.
Mehr als 106 000 ha unzerschnittene verkehrsarme Räume würden zertrennt
und zahlreiche Wasserschutz- und Überschwemmungsgebiete durchfahren
(BVWP-Umweltbericht, Seiten 162 bis 163).
Vor diesem Hintergrund wirft der BVWP-Entwurf zahlreiche Fragen auf.
1. Für welche der Natura-2000-Gebiete in Deutschland ist eine erhebliche
Beeinträchtigung durch die Umsetzung der Vorhaben im Vordringlichen
Bedarf des Entwurfs des neuen BVWP wahrscheinlich und für welche ist diese
nicht auszuschließen (bitte einzeln angeben für den Vordringlichen Bedarf,
Weiteren Bedarf mit Planungsrecht und Weiteren Bedarf unter Angabe des
jeweiligen Erhaltungsziels und Schutzzwecks sowie der jeweils zu
erwartenden Auswirkungen)?
Die Vorhaben des Bundesverkehrswegeplans (BVWP) 2030, bei denen nach
Umsetzung eine Beeinträchtigung von Natura-2000-Gebieten „nicht ausgeschlossen“
bzw. „wahrscheinlich ist“ sowie ihre jeweilige Dringlichkeitskategorie können
den entsprechenden beiden Spalten der Anlagen 1 bis 3 des Umweltberichts
(S. 207 ff) entnommen werden. Die jeweils betroffenen Gebiete können mittels
der Projektnummer in der im Dossier enthaltenen Karte im
Projektinformationssystem (PRINS) unter
www.bvwp-projekte.de/ eingesehen werden.
2. a) Bei wie vielen Vorhaben des Vordringlichen Bedarfs bzw. des Weiteren
Bedarfs im Entwurf des BVWP wurde jeweils eine „hohe“
Umweltbetroffenheit festgestellt (bitte nach Dringlichkeitseinstufung aufschlüsseln)?
b) Bei welchen Vorhaben im Entwurf des BVWP führte jeweils eine als
„hoch“ eingestufte Umweltbetroffenheit zu einer niedrigeren
Dringlichkeitseinstufung?
c) Bei welchen Neubauvorhaben im Entwurf des BVWP führte jeweils eine
als „hoch“ eingestufte Umweltbetroffenheit zu der Wahl einer
Projektalternative?
Die Priorisierungsmethodik berücksichtigt die Ergebnisse aller
Bewertungsmodule, auch die Umweltbewertung. So kann ein Projekt nicht in den VB-E
eingestuft werden, wenn eine hohe Umweltbetroffenheit vorliegt. Auf der Ebene des
BVWP auffälligen Umweltbetroffenheiten ist bei der späteren Detailplanung
Rechnung zu tragen, z. B. durch Maßnahmen zur Vermeidung, Verminderung
oder Kompensation nachteiliger Umweltauswirkungen. Im BVWP wird lediglich
der grundsätzliche Bedarf für ein Projekt festgestellt.
Die Projekte des BVWP 2030 mit einer hohen Umweltbetroffenheit sind in den
nachfolgenden Tabellen aufgeführt.
Projekte des BVWP 2030 – Teil Bundesfernstraßen mit hoher Umweltbetroffenheit
Lfd. Nr. Land
(Teil)Projekt
nummer
Str. Nr. Str. Nr. Projekt
Dringlichkeit
1 BB
A14‐G20‐ST‐
BB‐T2‐BB
A 014 Lgr. ST/BB AS Karstädt VB
2 BB B96‐G10‐BB B 096 Kreuz Oranienburg (A 10) Lgr. BB/MV VB
3 BB B102‐G10‐BB B 102 OU Premnitz VB
4 BB
B167/B112‐
G40‐BB‐T8‐
B 167 OU Finowfurt und OU Eberswalde VB
5 BB
B167‐G30‐BB‐
T2‐BB
B 167 OU Liebenwalde VB
6 BB
B189n‐G30‐
MV‐BB
B 189n Mirow AS Wittstock/Dosse (A 19) VB
7 BW
A98‐G110‐
BW‐T1‐BW
A 098 Rheinfelden ‐ Tiengen (1. Fahrbahn) VB
8 BW
B10‐G80‐BW‐
T1‐BW
B 010 Gingen‐O Geislingen‐M VB
9 BW
B10‐G80‐BW‐
T3‐BW
B 010 OU Amstetten VB
10 BW B012‐G10‐BW B 012 OU Großholzleute VB
11 BW B29a‐G30‐BW B 029a Unterkochen Ebnat VB
12 BW
B29n‐G50‐
BW‐BY
B 029n Röttingen Nördlingen VB
13 BW B31‐G10‐BW B 031 Überlingen Immenstaad VB
14 BW B31‐G30‐BW B 031 Breisach Freiburg VB
15 BW B292‐G10‐BW B 292 OU Östringen VB
16 BW B312‐G20‐BW B 312 Lichtenstein Engstingen VB
17 BW
B 27/B 314‐
G10‐BW
B 314 Donaueschingen Waldshut‐Tiengen VB
18 BW B465‐G10‐BW B 465 OU Owen VB
19 BW B523‐G10‐BW B 523
OU Villingen‐
Schwenningen
VB
20 BY
A094‐G040‐
BY
A 094 AK München‐O AS Pocking VB
21 BY
B002‐G095‐
BY
B 002 Augsburg ‐ Donauwörth Nürnberg VB
22 BY
B002‐G080‐
BY
B 002 Osttangente Augsburg VB
23 BY
B008‐G010‐
BY‐T02‐BY
B 008 OU Neustadt‐Diebach VB
24 BY
B015‐G070‐
BY‐T01‐BY
B 015
O‐OU Landshut (A 92 ‐ B
299)
VB
25 BY
B019‐G010‐
BY
B 019
OU Giebelstadt ‐
Euerhausen
VB
26 BY
B026‐G030‐
BY
B 026 OU Gemünden VB
27 BY
B026‐G044‐
BY‐T01‐BY
B 026n
AK Schweinfurt/Werneck
(A 7)
Karlstadt VB
28 BY
B173‐G011‐
BY
B 173 Lichtenfels (A 73) Zettlitz (B 289) VB
29 BY
B279‐G020‐
BY‐T02‐BY
B 279 OU Saal a. d. Saale VB
30 BY
B299‐G060‐
BY
B 299 OU Mühlhausen i. d. OPf. VB
31 BY
B388‐G020‐
BY
B 388 Ismaning Taufkirchen VB
32 BY
B388‐G050‐
BY
B 388 N‐OU Passau VB
33 BY
B470‐G030‐
BY
B 470 O‐OU Forchheim VB
34 HE
B062‐G10‐HE‐
T02‐HE
B 062 OU Buchenau VB
35 HE
B252‐G10‐HE‐
T02‐HE
B 252 OU Twiste VB
36 HE
B252‐G20‐HE‐
T02‐HE
B 252 OU Ernsthausen VB
37 HE
B253‐G10‐HE‐
T02‐HE
B 253
OU Frohnhausen/
Wissenbach
VB
38 HE B486‐G20‐HE B 486 Mörfelden OU Langen VB
39 MV
B96_B104_B1
97‐G20‐MV
B 096 Weisdin Warlin VB
Lfd. Nr. Land
(Teil)Projekt
nummer
Str. Nr. Str. Nr. Projekt
Dringlichkeit
40 MV
B104‐G10‐MV‐
T3‐MV
B 104 OU Schwerin VB
41 MV B104‐G20‐MV B 104 OU Sternberg VB
42 MV B111‐G10‐MV B 111 Lühmannsdorf Wolgast VB
43 MV
B189n‐G30‐
MV‐BB
B 189n Mirow AS Wittstock/Dosse (A 19) VB
44 MV
B191_B321‐
G10‐MV
B 191 B 321 OU Parchim VB
45 NI
A20‐G10‐NI‐
SH
A 020
AD A28/A20
(Westerstede)
Hohenfelde (A 23) mit A
26
VB
46 NI A33‐G10‐NI A 033 Osnabrück/N (A 1) Osnabrück/Belm VB
47 NI A39‐G10‐NI A 039 AS Lüneburg‐N (B 216) AS Weyhausen (B 188) VB
48 NI B3‐G30‐NI B 003 Ehlershausen Groß Hehlen VB
49 NI B71‐G50‐NI B 071 w Uelzen B 4n VB
50 NI B74‐G10‐NI B 074 OU Ritterhude VB
51 NI B210‐G10‐NI B 210 AS Riepe (A 31) n Aurich VB
52 NI
B212‐G21‐NI‐
HB‐T2‐NI
B 212n Harmenhausen (L 875) Lgr. NI/HB VB
53 NI B213‐G10‐NI B 213 E 233 AS Meppen (A 31) AS Cloppenburg (A 1) VB
54 NI
B238‐G10‐
NW‐NI‐T4‐NI
B 238 OU Steinbergen VB
55 NI B443‐G20‐NI B 443 OU Koldingen VB
56 NW
A001‐G10‐
NW‐RP‐T02‐
A 001 AS Adenau (L10)
AS Lommersdorf (L115z)
(Anteil NW)
VB
57 NW
A001‐G10‐
NW‐RP‐T03‐
A 001 AS Lommersdorf (L 115z) AS Blankenheim (B 51) VB
58 NW
A46‐B7‐G41‐
NW‐T1‐NW
A 046 AS Hemer (B 7) AS Menden (B 515) VB
59 NW
B1/B66‐G20‐
NW
B 001 B 066 Horn/ Bad Meinberg Barntrup VB
60 NW
A46‐B7‐G41‐
NW‐T2‐NW
B 007 Menden Wimbern VB
61 NW
A46‐B7‐G41‐
NW‐T3‐NW
B 007 Wimbern Arnsberg (OU Wickede) VB
62 NW B7‐G30‐NW B 007 OU Warburg/Scherfede VB
63 NW B8‐G10‐NW B 008 Dinslaken (A 59) Wesel (B 58) VB
64 NW B8‐G20‐NW B 008 OU Hennef/Uckerath VB
65 NW B56‐G10‐NW B 056 Jülich AS Düren (A 4) VB
66 NW B58‐G10‐NW B 058 B 070 Alpen Brünen VB
67 NW
B64‐B83‐G90‐
NW
B 064 Brakel Holzminden VB
68 NW
B65‐G10‐NW‐
NI
B 065 Stirpe‐Ölingen (B 51) Bad Nenndorf (A 2) VB
69 NW
B238‐G10‐
NW‐NI
B 238 Lemgo Bad Eilsen (B 66 ‐ A 2) VB
70 NW
B474‐G10‐
NW
B 474 AK Dortmund‐NW (A 2) Olfen (B 235) VB
71 RP
A001‐G10‐
NW‐RP‐T01‐
A 001 AS Kelberg (B 410) AS Adenau (L10) VB
72 RP
A001‐G10‐
NW‐RP‐T02‐
A 001 AS Adenau (L10)
AS Lommersdorf (L115z)
(Anteil RP)
VB
73 RP
B36/B293‐
G10‐RP‐BW‐
B 036 B 293 Wörth am Rhein (B 9) Karlsruhe VB
74 RP
B266n‐G22‐
RP
B 266n Ahrquerung VB
75 SH B208‐G20‐SH B 208 OU Ratzeburg VB
76 SL B268‐G10‐SL B 268 OU Nunkirchen VB
77 SN B98‐G10‐SN B 098 Riesa A 13 VB
Lfd. Nr. Land
(Teil)Projekt
nummer
Str. Nr. Str. Nr. Projekt
Dringlichkeit
78 SN B156‐G10‐SN B 156
OU
Malschwitz/Niedergurig
(B 156 (Spree)) ‐ Abzw.
Briesing
VB
79 SN
B107/B174‐
G20‐SN
B 174 B 107 Reitzenhain AS Chemnitz‐Ost VB
80 ST
A14‐G20‐ST‐
BB‐T1‐ST
A 014 AS Dahlenwarsleben Wittenberge (Lgr. ST/BB) VB
81 ST B87‐G20‐ST B 087 Naumburg Lgr. ST/TH VB
82 ST B181‐G10‐ST B 181 OU Zöschen‐Wallendorf Merseburg VB
83 ST B187‐G11‐ST B 187 OU Jessen Mühlanger VB
84 ST B187‐G21‐ST B 187 AS Coswig Wittenberg VB
85 TH
B7/B180‐G10‐
TH‐ST‐SN
B 007 B 180 Frohburg (A 72) Zeitz (A 9) VB
86 TH
B19‐G50‐TH‐
T1‐TH
B 019 OU Meiningen, 2. BA VB
87 TH
B247‐G10‐NI‐
TH‐T3‐TH
B 247 Ferna Teistungen VB
88 BB
B87‐G80‐BB‐
T1‐BB
B 087 OU Lübben WB*
89 BW
A98‐G110‐
BW‐T2‐BW
A 098 Rheinfelden ‐ Tiengen (2. Fahrbahn) WB*
90 BW B028‐G20‐BW B 028
OU
Blaubeuren/Gerhausen
WB*
91 BY
B002‐G020‐
BY
B 002 Eschenlohe Oberau‐N WB*
92 BY
B002‐G080‐
BY‐T04‐BY
B 002 Kissing Oberottmarshausen (B 17) WB*
93 BY
B011‐G030‐
BY‐T01‐BY
B 011 Deggendorf Grafling WB*
94 BY
B013‐G020‐
BY
B 013 OU Oberickelsheim WB*
95 BY
B013‐G030‐
BY
B 013 OU Gollhofen/Uffenheim und OU Rudolzhofen WB*
96 BY
B013‐G060‐
BY‐T03‐BY
B 013 OU Eichstätt WB*
97 BY
B016‐G051‐
BY‐T02‐BY
B 016 OU Neuburg‐S Oberhausen (Sehensand) WB*
98 BY
B026‐G044‐
BY‐T02‐BY
B 026n Karlstadt A 3 WB*
99 BY
B173‐G040‐
BY
B 173 OU Unterrodach WB*
100 BY
B026‐G043‐
BY‐T02‐BY
B 276
Zubringer Lohr ‐
(Variante)
WB*
101 BY
B279‐G012‐
BY‐T01‐BY
B 279 OU Baunach (O) WB*
102 BY
B279‐G020‐
BY‐T01‐BY
B 279 Voccawind Ermershausen WB*
103 BY
B285‐G010‐
BY‐T01‐BY
B 285 OU Stockheim WB*
104 BY
B303‐G010‐
BY
B 303 AS Wasserlosen (A 7) Schweinfurt WB*
105 HB
B212‐G21‐NI‐
HB‐T3‐HB
B 212n A 20 (n Rodenkirchen) A 281 WB*
106 HE B508‐G20‐HE B 508n Schameder Frankenberg WB*
107 NI
A21‐G20‐SH‐
NI‐T3‐SH‐NI
A 021 AD Geesthacht (A 25) AS Rönne WB*
108 NI
B1‐G10‐NI‐
NW
B 001 Barntrup w Elze (B 3) WB*
109 NI B1‐G21‐NI B 001 w Elze (B 3) Hildesheim ‐ Himmelsthür WB*
110 NI
B3/B240/B64‐
G10‐NI‐T4‐NI
B 240 Fölziehausen Eschershausen WB*
111 NW B56‐G40‐NW B 056 Bonn/Hardtberg Birlinghoven/Dambroich WB*
112 NW B508‐G20‐HE B 508n Schameder Frankenberg WB*
113 NW
B62/B508‐
G30‐NW‐T2‐
B 508n OU Kreuztal‐Ferndorf WB*
114 NW
B62/B508‐
G30‐NW‐T3‐
B 508n OU Hilchenbach WB*
115 RP B41n‐G10‐RP B 041n
OU Niederbrombach ‐
Oberbrombach
und Rötsweiler WB*
Lfd. Nr. Land
(Teil)Projekt
nummer
Str. Nr. Str. Nr. Projekt
Dringlichkeit
116 RP
B414n‐G10‐
RP
B 414n OU Kirburg WB*
117 SH
A21‐G20‐SH‐
NI‐T2‐SH
A 021 AK Schwarzenbek (A 24) AD Geesthacht (A 25) WB*
118 SH
A21‐G20‐SH‐
NI‐T3‐SH‐NI
A 021 AD Geesthacht (A 25) AS Rönne WB*
119 SL A001‐G10‐SL A 001 A 1 A 623 WB*
120 SN
B87‐G21‐SN‐
BB
B 087n Leipzig (A 14) Löhsten (Lgr. SN/BB) WB*
121 BB
B87/B101‐
G10‐BB
B 087 B 101 OU Herzberg WB
122 BB B97‐G20‐BB B 097 OU Cottbus (3. BA) WB
123 BB
B167/B112‐
G40‐BB‐T7‐
B 167 OU Hohenfinow und OU Falkenberg WB
124 BY
B026‐G020‐
BY
B 026 Lohr AS Hösbach (A 3) WB
125 BY
B047‐G010‐
BY
B 047 OU Schneeberg WB
126 BY
B085‐G010‐
BY‐T02‐BY
B 085
OU
Stockheim/Gundelsdorf
WB
127 BY
B131‐G010‐
BY
B 131n A 009 A 9 Gunzenhausen WB
128 BY
B279‐G012‐
BY‐T02‐BY
B 279 OU Reckendorf WB
129 BY
B285‐G010‐
BY‐T02‐BY
B 285 OU Ostheim WB
130 BY
B303‐G031‐
BY‐T02‐BY
B 303 OU Zaubach WB
131 BY
B466‐G020‐
BY‐T04‐BY
B 466 OU Oettingen WB
132 BY
B470‐G010‐
BY
B 470 Rothenburg (A 7) Höchstadt/B 505 Bamberg WB
133 HE
A4‐G10‐HE‐
TH
A 004 AD Kirchheim AD A 4/A 44 WB
134 HE B451‐G10‐HE B 451 OU Witzenhausen WB
135 HE B454‐G20‐HE B 454
OU Neukirchen /
Asterode
WB
136 HE B489‐G10‐HE B 489 Hungen AS Wölfersheim WB
137 MV B192‐G10‐MV B 192 OU Goldberg WB
138 NI B64‐G30‐NI B 064 OU Mainzholzen WB
139 NI B71‐G40‐NI B 071 OU Munster WB
140 NI B188‐G10‐NI B 188 Schillerslage (B 3) AS Weyhausen (A 39) WB
141 NI
B188‐G20‐NI‐
T2‐NI
B 188 OU Vorsfelde WB
142 NI B209‐G10‐NI B 209 OU Rethem WB
143 NI
B214‐G50‐NI‐
T6‐NI
B 214 OU Schwarmstedt WB
144 NI B240‐G10‐NI B 240 OU Halle WB
145 NI
B243‐G30‐NI‐
TH‐T1‐NI
B 243 OU Herzberg WB
146 NW
B7/B480‐G10‐
NW‐T2‐NW
B 480 OU Brilon/Alme WB
147 RP
B255n‐G11‐
RP
B 255n OU Rothenbach und OU Langenhahn WB
148 RP
B269n‐G11‐
RP
B 269n OU Birkenfeld WB
149 RP
B414n‐G20‐
RP
B 414n OU Nister‐Möhrendorf WB
150 RP
B427n‐G10‐
RP
B 427n OU Hinterweidenthal WB
151 SN B101‐G20‐SN B 101 Scheibenberg Annaberg‐Buchholz WB
152 ST B27‐G10‐ST B 027 TOU Hüttenrode WB
153 ST B81‐G20‐ST B 081 Halberstadt AS Heimburg (B 6n) WB
Projekte des BVWP 2030 – Teil Bundesschienenwege mit hoher Umweltbetroffenheit
Lfd. Nr. Projektnr. Name Dringlichkeits- einstufung
1 2-002-V02 ABS/NBS Hanau - Würzburg / Fulda - Erfurt VB
2 2-003-V01 ABS/NBS Hamburg / Bremerhaven – Hannover (Y-Trasse) VB
3 2-004-V03 Korridor Mittelrhein: Zielnetz I VB
4 2-005-V01 ABS/NBS Karlsruhe – Basel (Antragstrasse) VB
5
Abschätzung für
2-009-V03
ABS/NBS München – Rosenheim – Kiefersfelden –
Grenze D/A (– Kufstein)
VB
6 2-010-V02 ABS/NBS Nürnberg – Erfurt (VDE 8.1) VB
7 2-011-V01
ABS/NBS Hamburg – Lübeck – Puttgarden
(Hinterlandanbindung FBQ)
VB
8 2-016-V01 ABS/NBS Hannover – Bielefeld VB
Projekte des BVWP 2030 – Teil Bundeswasserstraßen mit hoher Umweltbetroffenheit
Lfd. Nr. Projektnr. Name Dringlichkeits- einstufung
1 W06 Vertiefung der Außenems VB
2 W31
Ausbau der Donau im Abschnitt Straubing-Vilshofen
(Variante A)
VB
3 W33 Ausbau des Elbe-Lübeck-Kanals VB
4 W37 Ausbau der Havel-Oder-Wasserstraße VB
Lfd. Nr. Land
(Teil)Projekt
nummer
Str. Nr. Str. Nr. Projekt
Dringlichkeit
154 ST B180‐G30‐ST B 180 OU Naumburg WB
155 ST B187a‐G10‐ST B 187a OU Aken (mit Elbquerung) WB
156 ST
B190n‐G10‐
ST‐NI‐T1‐ST
B 190n LGr. ST/NI A 14 WB
157 TH
B4‐G10‐TH‐T1‐
TH
B 004 OU Ilfeld WB
158 TH
B19‐G40‐TH‐
T2‐TH
B 019 Wilhelmsthal Eisenach WB
159 TH
B19‐G40‐TH‐
T4‐TH
B 019 B 088 Wutha‐Farnroda WB
160 TH B62‐G10‐TH B 062 OU Zella‐Mehlis WB
161 TH B85‐G30‐TH B 085 OU Bad Berka WB
162 TH B87n‐G20‐TH B 087n Meiningen Lgr. TH/HE (bzw. B 278) WB
163 TH B88‐G80‐TH B 088 OU Gehren Pennewitz WB
3. Inwiefern ist es zutreffend, dass sich die Bundesregierung bei der Prüfung
von Projektalternativen, insbesondere bei Umweltkonflikten, ausschließlich
auf die Anmeldung durch die Bundesländer verlassen hat?
a) Bei welchen Neubauvorhaben hat die Bundesregierung die Länder im
Nachgang der Projektanmeldung aufgrund von Umweltkonflikten
aufgefordert, Ausbaualternativen nachzumelden?
b) Wurde die „strukturierte Alternativenprüfung“, zu der die Länder im Zuge
der Anmeldung von Straßenprojekten verpflichtet waren (vgl.
Grundkonzeption für den BVWP 2015, Seite 59) aus Sicht der Bundesregierung
zufriedenstellend durchgeführt?
Wenn ja, in welchen Fällen wurde eine entsprechende Alternative zu
einem Straßenprojekt ausgewählt?
Wenn nein, was hat die Bundesregierung unternommen, um die
Alternativenprüfung im Sinne der Grundkonzeption (Seiten 58 bis 59) zu
gewährleisten?
Die Fragen 3 bis 3b werden gemeinsam beantwortet.
Bei Straßenprojekten erfolgte eine vorhabenbezogene Alternativenprüfung vor
der Projektanmeldung durch die Länder. Insbesondere bei Umweltkonflikten war
darzustellen, ob Alternativplanungen, insbesondere der Ausbau bestehender
Strecken statt eines Neubaus, erwogen worden sind, und warum eine solche Lösung
ggf. nicht angemeldet wurde. Soweit es sinnvoll war, sollte auch auf
Verkehrsträgeralternativen eingegangen werden. Hierbei ist zu berücksichtigen, dass im
BVWP nur vernünftige Alternativen (vgl. §19b UVPG) zu prüfen waren.
Unrealistische Varianten oder Projektalternativen, deren Realisierung
unverhältnismäßig aufwendig wäre, können bei der Alternativenprüfung dagegen außer Betracht
bleiben. Die Ergebnisse können den Projektdossiers entnommen werden.
4. Inwiefern stimmt die Bundesregierung der Aussage zu, dass u. a. aufgrund
der unvollständigen Monetarisierung der Umweltkosten und der daraus
folgenden unvollständigen Integration der selbigen in die Nutzen-Kosten-
Analyse, die Auswirkungen eines Vorhabens auf die Umwelt bei der
Dringlichkeitseinstufung nicht vollständig berücksichtigt werden?
Eine weitergehende Monetarisierung von Umweltwirkungen ist im Grundsatz
denkbar und wurde im FE-Vorhaben 960974/2011 „Grundsätzliche Überprüfung
und Weiterentwicklung der NKA im Bewertungsverfahren der
Bundesverkehrswegeplanung“ geprüft. Allerdings gibt es hierfür keine eingeführte und für den
Zweck des BVWP erprobte Methodik. Die Gutachter kommen jedoch zu der
Erkenntnis, dass die bisher vorliegenden Methoden auf eine sehr geringe Anzahl der
sicher zu monetarisierenden Effekte hinweisen. Sofern das Umwelt- und
Naturschutzrecht Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen vorschreibt, schlagen sich diese
in den Kosten der Maßnahme und damit direkt im Nutzen-Kosten-Verhältnis
nieder.
Dies bedeutet jedoch nicht, dass den nicht-monetarisierten Umweltwirkungen
kein Wert zugeschrieben wird, denn es erfolgt eine fachliche Bewertung anhand
von qualitativen rangskalierten Wertstufen („hohe/mittlere/geringe
Umweltbetroffenheit“). Zudem ist es nicht sinnvoll, alle Umweltwirkungen vollständig
zu monetarisieren. Die Bewertung berücksichtigt bspw. auch, inwieweit
Umweltkonflikte zu erwarten sind, die auf nachfolgenden Planungsebenen zu einem
ernsthaften Zulassungshindernis werden können. Dies lässt sich kaum
monetarisierten und nicht ohne weiteres mit anderen Wirkungen „verrechnen“.
5. Inwiefern trägt der Entwurf für den neuen BVWP zu dem übergeordneten
Ziel des BVWP bei, die Inanspruchnahme von Natur und Landschaft zu
begrenzen (voraussichtliche bzw. geplante Inanspruchnahme in ha/Tag)?
Durch die VB und VB-E-Projekte des beschlossenen BVWP 2030 wird insgesamt
eine zusätzliche Inanspruchnahme von 16 299 Hektar verursacht. Bezogen auf
die Gültigkeitsdauer des BVWP ergibt sich eine zu erwartende
Flächenneuinanspruchnahme durch die BVWP-Verkehrsprojekte von 2,98 Hektar/Tag.
6. a) Wieso hat die Bundesregierung für den BVWP keine bindenden
maximalen Flächenverbrauchsziele aufgestellt, wie es der Sachverständigenrat
für Umweltfragen im Umweltgutachten 2016 (Bundestagsdrucksache
18/8500) empfohlen hat?
Ziel des BVWP 2030 ist es, Verkehrsengpässe zu beseitigen und den
Verkehrsfluss zu verbessern. In Bezug auf den Flächenverbrauch gibt es für den
BVWP 2030 keine verbindlichen Auflagen. Die Anforderungen des Umwelt-,
Klima- und Naturschutzes sind zu beachten. Die Bundesregierung in ihrer
Gesamtheit hat sich in der Nationalen Nachhaltigkeitsstrategie das Ziel gesetzt, den
Flächenverbrauch bis 2020 auf maximal 30 Hektar pro Tag zu begrenzen. Dem
ist auch die Verkehrswegeplanung verpflichtet.
b) Beabsichtigt die Bundesregierung im Zuge der Überarbeitung des
Entwurfs für den neuen BVWP nachträglich ein maximales
Flächenverbrauchsziel einzuarbeiten?
Wenn ja, welches?
Wenn nein, warum nicht?
Das Bundeskabinett hat den Entwurf des BVWP 2030 am 3. August 2016
beschlossen, in dem kein maximales Flächenverbrauchsziel enthalten ist.
7. a) Wieso wurde das Ziel der Nachhaltigkeitsstrategie, die Inanspruchnahme
von Siedlungs- und Verkehrsfläche dauerhaft auf maximal 30 ha pro Tag
zu reduzieren, nicht in die Einzelprojektbewertung und
Dringlichkeitseinstufung der einzelnen Vorhaben im Rahmen der Aufstellung des BVWP
integriert?
Die Flächeninanspruchnahme wurde als Kriterium für die Projektpriorisierung
nicht angewandt. Die Flächeninanspruchnahme wird im Umweltbericht
gesamtplanbezogen dargestellt und bewertet. In der Projektbewertung liegt
demgegenüber der Schwerpunkt auf denjenigen Kriterien, die besondere Raumqualitäten
beschreiben.
b) Welchen Beitrag leistet der BVWP zur Einhaltung dieses Ziels aus Sicht
der Bundesregierung?
c) Ist das Ziel aus Sicht der Bundesregierung mit der Umsetzung des
vorliegenden Entwurfs zu erreichen?
d) Wenn ja, wie, und mit welchen anderen Maßnahmen?
e) Wenn nein, welche Konsequenzen zieht die Bundesregierung daraus?
f) Wenn nein, hat die Bundesregierung das Ziel der Nachhaltigkeitsstrategie
in Bezug auf den Fläschenverbrauch aufgegeben?
g) Inwiefern gibt es seitens der Bundesregierung Überlegungen, den BVWP-
Entwurf umzusetzen und die Flächeninanspruchnahme in anderen
Bereichen stärker zu begrenzen, um das 30-ha-Ziel in der Summe dennoch zu
erreichen?
Die Frage 7b bis 7g werden gemeinsam beantwortet.
Es wird auf die Antwort zu Frage 6 verwiesen.
8. a) Wie beurteilt die Bundesregierung die Aussage des UBA, dass bei
mindestens 33 Straßenprojekten eine unrealistisch niedrige
Flächeninanspruchnahme festgestellt wurde?
b) Hat die Bundesregierung Straßenprojekte im BVWP-Entwurf
identifiziert, bei denen der Flächenverbrauch zu niedrig angesetzt wurde, und
wenn ja, welche?
Aufgrund eines technischen Übertragungsfehlers wurde im extern erstellten
Umweltbericht für einen Teil der insgesamt etwa 2 000 bewerteten Projekte bzw.
Teilprojekte eine fehlerhafte Flächeninanspruchnahmen im Umweltbericht
ausgewiesen. Die folgende Tabelle benennt die betroffenen Straßenprojekte und den
jeweiligen Fehler:
Fehler Korrektur
TeilproNr
Trassenlänge 2.5_Fläche 2.5_Fläche Differenz Dringlichkeit
Zahl (km) Zahl Zahl
GIS absolut in ha absolut in ha
B462-G30-BW 3,5 0,3 2,4 2,1 VB
A46-B7-G41-NW-T1-NW 8,0 1,1 38,4 37,3 VB
A46-B7-G41-NW-T2-NW 6,7 0,9 25,5 24,6 VB
A46-B7-G41-NW-T3-NW 5,4 0,3 20,9 20,6 VB
A860/B31-G20-BW-T2-BW 3,1 0,1 2,4 2,3 VB
B002-G095-BY 11,5 2,6 41,7 39,1 VB
B101-G60-SN-T3-SN 16,4 0,4 54,0 53,6 VB
B107/B174-G20-SN 16,9 5,8 68,3 62,5 VB
B173-G530-BY 3,5 0,7 12,0 11,3 VB
B187-G21-ST 23,7 0,5 76,0 75,6 VB
B214-G70-NI 2,0 1,8 5,2 3,5 VB
B254-G40-HE-T2-HE 4,5 0,3 13,7 13,4 VB
Fehler Korrektur
TeilproNr
Trassenlänge 2.5_Fläche 2.5_Fläche Differenz Dringlichkeit
Zahl (km) Zahl Zahl
GIS absolut in ha absolut in ha
B254-G40-HE-T3-HE 3,5 0,3 11,3 11,0 VB
B271n-G20-RP 6,9 2,1 16,6 14,5 VB
B31-G10-BW 26,9 65,8 111,1 45,3 VB
B465-G40-BW 1,6 0,1 5,3 5,2 VB
B51-G50-NW 5,6 3,6 13,9 10,3 VB
B66-G40-NW 7,2 0,1 25,6 25,5 VB
B7-G30-NW 4,6 0,2 14,6 14,4 VB
A1-G120-NW-T1-NW 10,7 0,1 15,9 15,8 VB-E
A42-G30-NW 13,4 20,2 22,9 2,7 VB-E
A59-G80-NW 14,9 16,0 23,2 7,2 VB-E
B3-G10-BW 5,5 0,4 15,1 14,7 WB
A003-G20-HE 53,9 0,5 105,1 104,6 WB
A4-G70-NW-T1-NW 10,1 0,1 15,1 15,0 WB
A7-G40-HE 5,5 0,2 9,2 9,0 WB
A860/B31-G20-BW-T5-BW 4,0 1,2 6,5 5,2 WB
B101-G60-SN-T1-SN 6,1 0,2 15,4 15,1 WB
B101-G60-SN-T2-SN 0,9 0,9 2,8 1,9 WB
B104-G30-MV-N 5,2 0,4 13,9 13,5 WB
B33-G51-BW 2,7 1,5 2,5 0,9 WB
B54/417-G30-HE-RP-T01-HE 1,7 4,2 6,5 2,3 WB
B54/417-G30-HE-RP-T03-RP 2,4 0,3 5,7 5,5 WB
B55-G30-NW 12,0 16,4 38,6 22,2 WB
B87n-G20-TH 19,4 43,7 75,6 31,9 WB
B031-G010-BY 7,5 0,1 14,2 14,1 WB*
A006-G015-BY 74,7 17,0 116,7 99,7 WB*
A061-G80-NW 24,0 0,1 36,0 35,9 WB*
B101-G60-SN-T4-SN 7,2 0,4 17,0 16,6 WB*
B56-G40-NW 11,7 0,4 26,5 26,1 WB*
Der Fehler wirkt sich jedoch nicht auf die Projektbewertung und damit auch nicht
auf die Bedarfseinstufung aus.
9. Inwiefern gilt für die Bundesregierung die Aussage von Bundesministerin
für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit Dr. Barbara Hendricks,
dass, wenn irgendwo etwas versiegelt würde, im selben Umfang auch
entsiegelt werden müsste (
www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/video/2755968/
ZDF-heute-journal-vom-05.-Juni-2016?bc=nrt;nrg&gs=nrg228“)?
Die Aussage von der Bundesministerin Dr. Barbara Hendricks in der ZDF-
Sendung „heute-journal“ vom 5. Juni 2016 gibt die im Bundesnaturschutzgesetz
verankerte Rechtslage wieder.
Im Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) ist seit langem verankert, dass
unvermeidbare Beeinträchtigungen des Naturhaushalts und des Landschaftsbildes
auszugleichen oder zu ersetzen sind (vgl. § 15 Absatz 2 Satz 1 bis 3). Zu
Beeinträchtigungen des Naturhaushaltes durch Verkehrswegebau gehören, neben dem
Flächenverbrauch und der Zerschneidungswirkung von Habitaten und Landschaften
auf unbesiedelten Freiflächen, in der Regel auch die Verluste der natürlichen
Bodenfunktionen durch Bodenversiegelung. Diese Beeinträchtigungen des
Naturhaushaltes sind bezogen auf die jeweils erheblich beeinträchtigte Funktion in
geeigneter Art und Weise gleichartig auszugleichen oder gleichwertig zu ersetzen.
Um darauf hinzuwirken, dass bei Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen besonders
wertvolle Böden nur im notwendigen Umfang in Anspruch genommen und
darüber hinaus Freiflächen geschont werden, wurde in der Novelle vom 29. Juli 2009
in § 15 Absatz 3 BNatSchG festgelegt, dass „… vorrangig zu prüfen [ist], ob der
Ausgleich oder Ersatz auch durch Maßnahmen zur Entsiegelung […] erbracht
werden kann.“
Dies entspricht der Auffassung der Bundesregierung.
10. Um wie viel Fläche verringert sich der Anteil unzerschnittener
verkehrsarmer Räume (UZVR > 100 km2 nach dem Bundesamt für Naturschutz) durch
die Umsetzung aller Vorhaben des BVWP-Entwurfs (bitte nach
Bundesländern sowie Vordringlichem Bedarf, Weiterem Bedarf mit Planungsrecht,
Weiterem Bedarf und Potentiellem Bedarf aufschlüsseln)?
Der Umweltbericht zum BVWP-Entwurf trifft die Aussage zum Verlust durch
Vorhaben VB, VB-E in der Summe 85 293,2 ha bzw. 853 qkm (S. 145 ff.):
2.8
Zerschneidung von Unzerschnittenen
verkehrsarmen Räumen (UZVR)
85293,2 Fläche [ha]
Insgesamt existieren in Deutschland 8 244 536 ha UZVR > 100 qkm. Durch die
Verkehrsprojekte mit VB/VB-E verkleinert sich der derzeitige Flächenumfang
der UZVR-Flächen um mindestens 1,0 Prozent.
Der Umweltbericht zum BVWP-Entwurf trifft die Aussage zum Verlust durch
Vorhaben WB, WB* ebenfalls in der Summe 20 739,6 ha bzw. rd. 207 qkm
(S. 160 ff.).
2.8
Zerschneidung von Unzerschnittenen
verkehrsarmen Räumen (UZVR)
20.739,6 Fläche [ha]
11. a) Wieso wird die im Umweltbericht festgestellte Zunahme der
Luftschadstoffemissionen durch die Umsetzung der Vorhaben im Vordringlichen
Bedarf mit einem positiven Umweltnutzen bewertet (BVWP-
Umweltbericht, Seite 145)?
In der Nutzen-Kosten-Analyse werden die Nutzen eines Projektes für jedes Jahr
der Projektlebensdauer ermittelt. Die Nutzensumme ergibt sich somit aus der
Aufsummierung der Nutzen der einzelnen Jahre der Projektlebensdauer. Daraus
lässt sich auch ein Nutzen pro Jahr errechnen, der bei der Straße über alle Projekte
bei den Luftschadstoff-Emissionen im Durchschnitt negativ ist und bei der
Schiene und Wasserstraße positiv. Aufgrund der durchschnittlich höheren
Projektlebensdauer von Schienen- und Wasserstraßenprojekten werden durch die
höhere Anzahl an Jahren mit positiven Nutzenwirkungen die negativen
Nutzenwirkungen durch Luftschadstoff-Emissionen bei der Straße überkompensiert.
b) Inwiefern trägt der BVWP-Entwurf aus Sicht der Bundesregierung dazu
bei, das übergeordnete Ziel „Reduktion der Emissionen von Schadstoffen
und Klimagasen“ zu erreichen?
Aspekte des Klima- und Umweltschutzes werden in den Projektbewertungen des
BVWP abgebildet und bei der gewählten Mittelverteilung auf die Verkehrsträger
berücksichtigt. Die Überkompensation der negativen Umwelteffekte des
Straßenbaus durch die positiven Minderungsbeiträge aus den Schienen- und
Wasserstraßenprojekten bewirkt insgesamt sowohl im Bereich der CO2-Emissionen als auch
bei den Luftschadstoff-Emissionen verkehrsträgerübergreifend positive
Nutzenwirkungen durch die Reduktion von Emissionen. Einzelheiten dazu sind im
Umweltbericht zum BVWP 2030 erläutert (insbesondere in Kapitel 7.2.2). Es wird
auf die Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage „Klimaschutzziele
im Bundesverkehrswegeplan“ auf Bundestagsdrucksache 18/8407 verwiesen.
12. a) Inwiefern sieht die Bundesregierung die Vorgaben des Gesetzes über die
Umweltverträglichkeitsprüfung (UVPG) zur Alternativenprüfung im
Sinne der Strategischen Umweltprüfung (SUP), insbesondere § 19b
Absatz 2 UVPG, mit der Auswahl der drei Investitionsszenarien
„Verkehrsleistung“, „Status Quo“ und „Stärkung Schiene/Wasserstraße“
hinreichend berücksichtigt, obwohl zumindest die ersten beiden Szenarien sich
nicht an den in der Grundkonzeption festgelegten Zielen orientieren,
sondern beispielswiese einen Anstieg der Treibhausgasemissionen zur Folge
hätten, und daher keine „vernünftigen Alternativen“ im Sinne der SUP
oder der Vorgaben der Grundkonzeption für den BVWP 2015 (Seite 58)
darstellen können?
b) Wird die Bundesregierung weitere Planalternativen prüfen, mit denen die
übergeordneten Ziele, also auch die Umwelt- und Klimaziele, erreicht
werden könnten?
c) Für die Erreichung welcher Ziele im BVWP wurde das Szenario 2 „Status
Quo“ überprüft, und inwiefern kann es dazu beitragen, die
übergeordneten Planziele zu erreichen?
d) Wieso hat die Bundesregierung bei der Erstellung des BVWP-Entwurfs
kein Investitionsszenario entwickelt, dass sich an den nationalen
Klimaschutz- und Nachhaltigkeitszielen orientiert?
e) Wieso ist im Entwurf nicht erkennbar, welche Vorhabenauswahl den
jeweiligen Investitionsszenarien zugrunde gelegt wurde?
f) Wieso enthält die Untersuchung der Investitionsszenarien keinen
verkehrsträgerübergreifenden Vergleich zwischen einzelnen Schienen-,
Straßen- und Wasserstraßenprojekten mit jeweils ähnlichem Ziel, um die
jeweiligen Effekte im Sinne einer nachhaltigen Verkehrsnetzplanung zu
vergleichen?
g) Wie begründet die Bundesregierung anhand der überprüften
Investitionsszenarien die Entscheidung für die tatsächlich ausgewählten Vorhaben im
BVWP-Entwurf?
Die Fragen 12a bis 12g werden gemeinsam beantwortet.
Aus den Gesamtplanwirkungen der verschiedenen Szenarien lässt sich ablesen,
inwieweit durch die Wahl der Mittelaufteilung auf die Verkehrsträger zur
Erreichung der verkehrlichen Ziele und der Umweltziele beigetragen werden kann.
Auf dieser Grundlage wurden die verschiedenen Ziele abgewogen und die
Mittelaufteilung des BVWP 2030 gewählt. Die vom Kabinett beschlossene Fassung
des BVWP 2030 stellt einen Kompromiss zwischen dem mittleren
Investitionsszenario 2 „Status Quo“ und dem Szenario 3 „Stärkung Schiene/Wasserstraße“
dar. Damit sind die Szenarien 1 „Verkehrsleistung“ und 2 „Status Quo“ abgelehnt
worden, da sie die dem Bundesverkehrswegeplan zugrunde liegenden
übergeordneten Planungsziele nicht angemessen berücksichtigen. Der beschlossene
BVWP 2030 nähert sich dem Szenario 3 leicht an und macht damit einen Schritt
in Richtung auf mehr Nachhaltigkeit.
h) Auf welche Weise wurden die monetarisierten Umweltkosten der
verschiedenen Investitionsszenarien errechnet?
Zur Abschätzung der Gesamtplanwirkungen wurden je Verkehrsträger mittlere
Projektwirkungen je investierten Euro berechnet. Grundlage dieser Berechnung
bildeten die Ergebnisse der 2 000 Einzelprojektbewertungen. Für die
Verkehrsträger Straße und Schiene wurden alle Projekte mit einem NKV≥1 in die
Mittelwertbetrachtung einbezogen. Beim Verkehrsträger Wasserstraße wurden in den
Mittelwert alle in der Hauptbewertung untersuchten Projekte einbezogen, sofern
sie ein NKV≥1 aufweisen oder auf den Wasserstraßenkategorien A oder B liegen.
Aus den mittleren Wirkungen je Verkehrsträger und den in den Szenarien
unterstellten Investitionsvolumen je Verkehrsträger ließen sich die
Gesamtplanwirkungen abschätzen.
Die Ergebnisse sind in Kapitel 7.1. des BVWP-Entwurfs hinsichtlich zentraler
Kenngrößen des Verkehrsnetzes dargestellt. Weitergehende Informationen
insbesondere zu den Umweltwirkungen dieser Szenarien finden sich im Umweltbericht
ebenfalls im Kapitel 7.1. Dort bilden sie einen Bestandteil der gesetzlich
vorgeschriebenen Alternativenprüfung im Sinne der Strategischen Umweltprüfung.
13. Wie ist die Aussage auf Seite 24 des BVWP-Entwurfs zu werten, dass „die
Verkehrsfläche mit 18 100 km2 nur einen relativ geringen Anteil von
ca. 1 Prozent der Fläche der Bundesrepublik“ einnehme, obwohl 18 100 km2
Verkehrsfläche rechnerisch bei einer Gesamtfläche der Bundesrepublik
Deutschland von 357 137 km2 (BVWP-Umweltbericht, Seite 94) fast
5,1 Prozent darstellen?
Wenn ja, welche Konsequenzen wird die Bundesregierung daraus ziehen?
Wenn nein, wie können die Ziele trotzdem erreicht werden?
Bei der Angabe zu dem Anteil der Verkehrsfläche an der Gesamtfläche der
Bundesrepublik Deutschland in Höhe von ca. 1 Prozent im BVWP-Entwurf ist ein
redaktioneller Fehler unterlaufen, der in dem am 3. August vom Kabinett
verabschiedeten Bundesverkehrswegeplan auf einen Anteil von ca. 5 Prozent im
gleichnamigen Kapitel 5.2. korrigiert wurde.
14. a) Inwiefern ist es aus Sicht der Bundesregierung sinnvoll, bei der
Aufstellung des BVWP und der Planung der zukünftigen Investitionen eine
Verkehrsentwicklung zu unterstellen, nach der der Anteil des
Schienenverkehrs an der gesamten Güterbeförderungsleistung im Jahr 2030 nur etwas
mehr als 18 Prozent ausmachen würde, das Ziel der bisherigen
Nachhaltigkeitsstrategie von 25 Prozent im Jahr 2015 also auch im Jahr 2030
weiterhin verfehlt würde?
b) Inwiefern würde eine Einhaltung der Klimaziele aus Sicht der
Bundesregierung zu einer vom BVWP abweichenden Verkehrsentwicklung
führen?
c) Inwiefern würde die in Frage 14b beschriebene Abweichung der
Verkehrsentwicklung aus Sicht der Bundesregierung bei Beibehaltung des
BVWP-Entwurfs zu Fehlinvestitionen führen?
d) Wieso hat die Bundesregierung zur Erstellung des BVWP keine
Verkehrsprognose entwickeln lassen, die die Einhaltung der Ziele der
Bundesregierung für das Jahr 2030 annimmt?
e) Bedeutet die Anwendung der Verkehrsprognose 2030 die Aufgabe des
Modal-Split-Zielwerts der Bundesregierung von 25 Prozent für den
Schienengüterverkehr?
Die Fragen 14a bis 14e werden gemeinsam beantwortet.
Die Verkehrsprognose 2030 ist nicht als Zielprognose konzipiert, sondern soll die
Verkehrsnachfrage möglichst realitätsnah für das Jahr 2030 vorhersagen. Dabei
wurden unter den realistischen Annahmen jeweils diejenigen ausgewählt, die den
energie- und klimapolitischen Anforderungen am nächsten kommen. Die
Prognose dient daher nicht nur als Grundlage für Verkehrsplanungen und
Investitionen, sondern auch zur Politikgestaltung. Auch wenn der BVWP ein breites
Spektrum an übergeordneten Zielen verfolgt, leistet der BVWP 2030 durch die
Stärkung der umweltverträglichen Verkehrsträger Schiene und Wasserstraße dennoch
eine positive Nutzenwirkung durch die Reduktion von Emissionen. Der genannte
Modalsplit-Zielwert galt bisher für die Nachhaltigkeitsstrategie. Die künftige
Ausrichtung der Nachhaltigkeitsindikatoren befindet sich derzeit in der
politischen Abstimmung.
15. Wie bewertet die Bundesregierung vor dem Hintergrund der nationalen
Nachhaltigkeitsstrategie sowie des Pariser Klimaabkommens, dass der
Umweltbeitrag zur Gesamtplanbewertung des BVWP-Entwurfs des
Bundesverkehrsministers mit der Verfehlung von elf von zwölf Umweltzielen (vgl.
Stellungnahme des UBA zum BVWP-Entwurf 2030 und BVWP-
Umweltbericht, Seiten 162 bis 163) eindeutig negativ ausfällt?
Der BVWP 2030 richtet seinen Fokus primär auf eine reibungslose Mobilität im
Personenverkehr und einen leistungsfähigen Güterverkehr. Aspekte des Klima-
und Umweltschutzes werden in den Projektbewertungen des BVWP abgebildet
und bei der Mittelverteilung auf die Verkehrsträger berücksichtigt.
Um einen Beitrag zu den Klimazielen zu leisten, wurde im Entwurf des
BVWP 2030 die Investitionsmittelverteilung zugunsten der klimafreundlichen
Verkehrsträger Schiene und Wasserstraße gegenüber dem Status Quo verschoben
(ca. + 108 Prozent Mittel Wasserstraße, + 15 Prozent Mittel Schiene, - 15 Prozent
Mittel Straße).
Mit Ausnahme des Kriteriums Flächeninanspruchnahme stehen für die
Bewertung keine quantifizierten Bewertungsmaßstäbe zur Verfügung. Die Definition
der Zielerreichungsgrade orientiert sich deshalb an der Maßgabe der geltenden
Umweltziele, sodass im Grundsatz keine weitere Betroffenheit eintreten soll.
Auch wenn keine konkreten Umweltziele für den BVWP entwickelt wurden,
leistet der BVWP 2030 durch die Stärkung der umweltverträglichen Verkehrsträger
Schiene und Wasserstraße insgesamt einen leicht positiven Beitrag. Insgesamt
kommt es sowohl im Bereich der CO2-Emissionen als auch bei den
Luftschadstoff-Emissionen durch die Projekte des Vordringlichen Bedarfs
verkehrsträgerübergreifend zu positiven Nutzenwirkungen durch die Reduktion von
Emissionen. Die zusätzliche Flächeninanspruchnahme wird im Vergleich zum
vorhergehenden BVWP 2003 von 37 100 ha (Zeitraum 2003 bis 2015) auf 16 299 ha
(Zeitraum 2016 bis 2030) reduziert.
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