[Die Antwort wurde namens der Bundesregierung mit Schreiben des Bundesministeriums des Innern vom 15. Mai 2017
übermittelt.
Die Drucksache enthält zusätzlich – in kleinerer Schrifttype – den Fragetext.
Deutscher Bundestag Drucksache 18/12371
18. Wahlperiode 17.05.2017
Antwort
der Bundesregierung
auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Volker Beck (Köln), Luise Amtsberg,
Cem Özdemir, weiterer Abgeordneter und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
– Drucksache 18/11897 –
Wertebildung im Integrationsprozess
V o r b e m e r k u n g d e r F r a g e s t e l l e r
Deutschland hat in den letzten Jahren über eine Million Flüchtlinge
aufgenommen: eine enorme Herausforderung und eine große Kraftanstrengung für unser
Land. Heute können wir sagen: In vielen Fällen haben Schutzsuchende Deutsch
gelernt, eine Wohnung bzw. Arbeit oder einen Arbeitsplatz gefunden. Darauf
können und sollten wir stolz sein.
Dennoch bleibt noch viel zu tun, um die politischen Rahmenbedingungen zur
Integration geflüchteter Menschen richtig zu setzen. Ein Aspekt, der dabei viele
Menschen beschäftigt, betrifft die Frage, wie es gelingen kann, eine
Verständigung herbeizuführen über die zentralen Werte unserer Gesellschaft.
Über die Bedeutung der Wertebildung im Integrationsprozess gibt es keinen
Dissens. Unklar sind jedoch folgende Fragen: Was sind die zentralen Inhalte
eines solchen Wertebildungsprozesses? An welchen Orten findet dieser Prozess
statt? Welche Rolle kommt Migrantinnen und Migranten bzw. Geflüchteten
hierbei zu? Und schließlich: Wie kann und sollte ein solcher Prozess
ausgestaltet sein?
Für die Fragesteller gibt es für die in diesem Prozess relevanten Inhalte genau
eine Quelle: das Grundgesetz. Darin sind Demokratie und Freiheit, die Achtung
der Menschenwürde und der Menschenrechte, von Rechtsstaatlichkeit und
Sozialstaatlichkeit, von Gleichberechtigung und Vielfalt als zentrale Werte
aufgeführt. Unsere Gesellschaft baut darauf auf. Sie lässt keinen Raum für autoritäre
Bestrebungen, den Angriff auf die Rechte von Minderheiten und das
Infragestellen der säkularen Ordnung.
Nach Ansicht der Fragesteller verengt die Bundesregierung die Frage der
Wertebildung im Integrationsprozess auf die Orientierungskurse des Bundesamtes
für Migration und Flüchtlinge. Der Umfang dieses Teils des
Integrationskurssystems wurde im vergangenen Jahr von 60 auf 100 Unterrichtseinheiten
aufgestockt. So richtig dieser Schritt auch ist – man darf im Hinblick auf die
Wirkung der Orientierungskurse keine unrealistischen Erwartungen wecken.
Wertebildung erfolgt nicht allein im Rahmen der Integrationskurse, sondern im
alltäglichen Miteinander und findet auf verschiedensten Ebenen statt:
in Kita, Schule und Ausbildung,
in der Jugend- und politischen Bildungsarbeit,
in den Sportvereinen,
in den Kirchen- und Moscheegemeinden, und
an vielen anderen Orten.
Aus Sicht der Fragesteller leisten viele Geflüchtete und Migrantinnen und
Migranten oftmals selbst einen unerlässlichen Beitrag zur Vermittlung der Werte
einer demokratischen und freiheitlichen Gesellschaft, sei es in etablierten
Organisationen oder neuen Initiativen, in den sozialen Netzwerken, in den Medien
und auf Blogs oder durch den individuellen Einsatz im Alltag. Dieses
Engagement hat das Potenzial, Menschen, die neu in Deutschland ankommen, auf eine
Weise zu erreichen, die der organisationsgebundenen Zivilgesellschaft oder gar
dem Staat nicht – oder nur kaum – möglich ist. Selbstorganisierte Initiativen
von Migrantinnen und Migranten bzw. Flüchtlingen sollten daher bei der
Ausgestaltung einer nachhaltigen Integrationspolitik von Beginn an stärker in den
Fokus genommen werden.
In einer offenen Gesellschaft kann Wertebildung aus Sicht der fragestellenden
Fraktion nie statisch sein. Sie darf nicht hermetisch, sondern muss dynamisch
angelegt sein. Neue Perspektiven und Widersprüche müssen in einem offenen
und transparenten Dialogprozess bearbeitet werden. Etwas Gemeinsames kann
nur entstehen, wenn wir die Geschichten und Perspektiven aller Menschen, die
in Deutschland leben, wahr- und ernstnehmen – also auch die Geschichten und
die Lebenserfahrungen derjenigen, die zu uns einwandern. Diese Perspektiven
sollten in einem multiperspektivischen Prozess aktiv aufgegriffen werden.
Wertebildung in einer Einwanderungsgesellschaft kommt nicht von selbst. Der
Wert der Grundrechte muss immer neu verstanden und eingeübt – und wo nötig
auch neu erkämpft und erstritten werden. Dazu gehört die gegenseitige
Bereitschaft zur selbstkritischen Reflexion. Dazu gehört auch, Ideologien der
Ungleichwertigkeit (wie z. B. Antisemitismus, Rassismus, Islamfeindlichkeit) zu
erkennen und ihnen entgegenzutreten. Unerlässlich ist es, kritische Positionen
durch die Eröffnung neuer Blickwinkel herauszufordern und zugleich offen für
neue gedankliche Zugangswege zu bleiben.
Inhalte der Wertebildung
1. Welche Werte möchte die Bundesregierung im Integrationsprozess
vermitteln?
Sind Aspekte wie „gewachsenes Brauchtum“ bzw. „Sitten und Traditionen“
sachlich sinnvolle und hinreichend präzise Kategorien für die Wertebildung
im Integrationsprozess (vgl. Präambel zum Bayerischen Integrationsgesetz,
Bayerisches Gesetz- und Verordnungsblatt vom 19. Dezember 2016, S. 335)?
Wenn ja, welches „Brauchtum“, welche „Sitten“ und welche „Traditionen“
sollen nach Ansicht der Bundesregierung mit welcher inhaltlichen
Zielrichtung im Integrationsprozess vermittelt werden?
Die Bundesregierung vermittelt im Rahmen der auf die Wertevermittlung
ausgerichteten Integrationsmaßnahmen die Werte des Grundgesetzes insbesondere im
Orientierungskurs als Teil des Integrationskurses. Der Orientierungskurs zielt
daneben auf die Vermittlung von Alltagswissen, Kenntnissen der deutschen
Geschichte, Rechtsordnung und Kultur ab.
Es ist nicht Aufgabe der Bundesregierung, Landesgesetze zu bewerten oder zu
kommentieren.
2. Gehören folgende Aspekte nach Auffassung der Bundesregierung zu der
Wertebildung im Integrationsprozess:
– die Gleichberechtigung von Mädchen und Frauen bzw. aller Menschen,
unabhängig von Geschlechtsidentität, sexueller Orientierung und
Lebensweise;
– die Freiheit, gewaltfrei in einer Familie aufwachsen zu dürfen;
– die Freiheit, Ehe- bzw. Lebenspartnerinnen und -partner frei und ohne
Zwang auswählen zu dürfen oder auf Ehe und Lebenspartnerschaft zu
verzichten;
– die Freiheit, in selbstbestimmten Partnerschafts- oder Familienstrukturen
zu leben;
– das Verbot der Diskriminierung aufgrund des Geschlechts, der
Geschlechtsidentität bzw. der sexuellen Orientierung?
a) Wenn ja, in wie vielen Stunden können bzw. sollen diese Themen im
Orientierungskurs behandelt werden?
In welcher Form bzw. durch Bundesmittel in welcher Höhe wurden bzw.
werden in den Jahren von 2015 bis 2017 die Lehrkräfte im Hinblick auf die
Erörterung dieser Themen im Orientierungskurs sensibilisiert?
b) Wenn nein, warum nicht?
Die Fragen 2 bis 2b werden gemeinsam beantwortet.
Für den Orientierungskurs stehen insgesamt 100 Unterrichtseinheiten (UE) zur
Verfügung. Die benannten Aspekte sind im Curriculum für einen bundesweiten
Orientierungskurs im Rahmen von übergreifenden Themen, beispielsweise
„Grundrechte im Grundgesetz“ (10 UE), „Rollenverständnis und
Gleichberechtigung von Mann und Frau“ (6 UE) oder „Toleranz und Zusammenleben/
Deutschland als Einwanderungsland“ (14 UE) als zu behandelnde Inhalte aufgeführt. Für
den Grad der Vertiefung und damit für den genauen Zeitumfang sind die
Interessen der Teilnehmenden und die Unterrichtsgestaltung durch die Lehrkraft
maßgeblich. Diese Flexibilität des Curriculums zeigt sich auch in den zusätzlichen
zwei UE pro Modul, in welchen bestimmte Themen noch weiter vertieft werden
können. Darüber hinaus erscheinen diese Aspekte auf Grund der thematischen
Vernetzung innerhalb des Curriculums immer wieder in verschiedenen
Kontexten, was u. a. durch die jeweiligen Querverweise deutlich wird.
Zur Sensibilisierung der Lehrkräfte für Leitbilder und Prinzipien der politischen
Bildung für Migranten, Einsatzmöglichkeiten von gängigen Methoden der
politischen Bildung sowie zur Erweiterung der eigenen Fachkenntnisse im Bereich
Geschichte und Politik fördert das BAMF eine freiwillige Zusatzqualifizierung für
Lehrkräfte in Orientierungskursen. In den Jahren 2015 bis 2017 (Stand: 13. April
2017) fanden 63 Qualifizierungsmaßnahmen statt. Acht weitere sind bisher
geplant. Insgesamt wurden dafür bislang 269 000 Euro aufgewandt:
Zahl der durchgeführten
Zusatzqualifizierungen für Lehrkräfte in
Orientierungskursen
Verwendete Mittel
2015 33 130.000 €
2016 22 99.000 €
2017 8 40.000 €
3. Inwiefern gehört aus Sicht der Bundesregierung die Vermittlung eines
rechtsstaatlichen Verfassungsverständnisses, das auch Migrantinnen und
Migranten bzw. Flüchtlinge dazu ermutigen und befähigen will, sich gegen etwaige
ungerechtfertigte Grundrechtseingriffe des Staates gerichtlich zur Wehr zu
setzen, zu der Wertebildung im Integrationsprozess auch?
Die Bundesregierung legt großen Wert darauf, den Teilnehmenden des
Integrationskurses neben Deutschkenntnissen auf dem Niveau B1 entsprechend dem
Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmen (GER) so früh wie möglich das
notwendige landeskundliche Faktenwissen zu vermitteln, um sich über Rechte und
Pflichten in der Aufnahmegesellschaft bewusst zu werden und dementsprechend
sprachlich handeln zu können. Im neu überarbeiteten „Rahmencurriculum für
Integrationskurse – Deutsch als Zweitsprache“, welches die inhaltliche Grundlage
des Sprachkurses darstellt, sind diesbezüglich eine Reihe von landeskundlichen
Lernzielen enthalten.
Auch im Curriculum für einen bundesweiten Orientierungskurs bilden
Rechtsstaatlichkeit und das Rechtssystem in Deutschland einen wichtigen Teil. Ein
Lernziel im Abschnitt „Verfassungsprinzipien und Staatssymbole“ (Modul
„Politik in der Demokratie“) ist die Ausbildung der Fähigkeit, wesentliche Merkmale
eines Rechtsstaats zu beschreiben (S. 28). Die mit den Prinzipien eines
Rechtsstaats untrennbar verbundene und als Inhalt im Orientierungskurs aufgeführte
Gesetzesbindung aller Staatsgewalten bedeutet auch Gerechtigkeit und Schutz vor
staatlichen Eingriffen (siehe dazu auch die Antwort der Bundesregierung auf die
Kleine Anfrage der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN vom 13. Dezember
2016 auf Bundestagsdrucksache 18/10622). Im Rahmen des Themas
„Grundrechte im Grundgesetz“ ist auch der Inhalt „Gerechtigkeit und Schutz vor
staatlichen Eingriffen“ zu behandeln (S. 29).
Vorbehaltlich der parlamentarischen Billigung beabsichtigt das Bundesamt für
Migration und Flüchtlinge (BAMF) ab dem Jahr 2018 Projekte zu fördern mit
dem Ziel, das freiwillige Engagement von jungen Menschen an gesellschaftlichen
und politischen Themen zu stärken. Die Zielgruppe soll ermutigt werden, die
Gesellschaft mitzugestalten und sich für eigene Ideen oder Wünsche Gehör zu
verschaffen. Das Interesse und Bewusstsein für politische Zusammenhänge soll
geweckt werden, so dass Möglichkeiten geschaffen werden, an gesellschaftlichen
und politischen Entscheidungsprozessen teilzuhaben.
Darüber hinaus hat das BAMF die Broschüre „Das Grundgesetz – Basis unseres
Zusammenlebens“ veröffentlicht. Die mehrsprachige Broschüre klärt über
wesentliche Grundrechte auf und wie diese eingefordert werden können. In diesem
Zusammenhang wird auch thematisiert, dass sich Flüchtlinge gerichtlich zu Wehr
setzen können. Diese Broschüre wird in Kürze um kleine Erklärfilme ergänzt.
Für die erste Orientierung in Deutschland wurde zudem gemeinsam mit der
Bundesagentur für Arbeit, dem Goethe-Institut und dem Bayerischen Rundfunk die
App „Ankommen“ entwickelt, die über das Grundgesetz und wesentliche Werte
in Deutschland informiert.
4. Inwiefern gehört aus Sicht der Bundesregierung die Vermittlung eines
Verständnisses, dass für das Aufenthaltsrecht von Nichtdeutschen ein
gesetzlicher Aufenthaltstitel maßgeblich ist und nicht rechtsfremde Kategorien wie
ein angeblicher „Gaststatus“ (§ 1 des Bayerischen Integrationsgesetzes) oder
ein „Gastrecht“ (vgl. Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel, zit. nach SZ,
11. Januar 2016; s. auch TSP, 15. Januar 2017), zu der Wertebildung im
Integrationsprozess?
In der Migrationsberatung für erwachsene Zuwanderer (MBE) gibt es die
Möglichkeit zur Beratung zu aufenthaltsrelevanten oder aufenthaltsrechtlichen
Fragen.
Im „Rahmencurriculum für Integrationskurse – Deutsch als Zweitsprache“, das
die inhaltliche Basis des sprachlichen Teils des Integrationskurses bildet, ist im
thematischen Handlungsfeld „Ämter und Behörden“ das Wissen um
entsprechende Beratungsangebote als Lernziel niedergelegt (S. 75).
5. Inwiefern gehört, aus Sicht der Bundesregierung die Vermittlung von
Wissen darüber, dass es in Deutschland rassistisch, antiziganistisch,
antisemitisch, antimuslimisch, sexistisch, homophob und anderweitig
gruppenbezogen menschenfeindlich motivierte Diskriminierung und Gewalt gibt und
wie man sich gegen solche Diskriminierung und Gewalt zur Wehr setzen
kann, zu der Wertebildung im Integrationsprozess?
Inwiefern fördern die Bundesregierung und nach ihrer Kenntnis andere
Stellen die Vermittlung dieses Wissens und der Instrumente, die den Betroffenen
zum Schutze zur Verfügung stehen?
Im Rahmen vieler Integrationsmaßnahmen der Bundesregierung wird vermittelt,
dass staatliche Organe gegen jede Form von Diskriminierung und Gewalt
angerufen werden können und die Opfer davor schützen. Darüber hinaus wird in
spezifischen Maßnahmen auf Hilfsangebote hingewiesen und in diese vermittelt.
Insbesondere im Hinblick auf gruppenbezogene menschenfeindlich motivierte
Diskriminierung und Gewalt wird bereits im Sprachteil des Integrationskurses die
Basis für eine bewusste Auseinandersetzung mit den in Deutschland geltenden
Grundrechten gelegt, die im anschließenden Orientierungskurs vertieft wird. So
sind im „Rahmencurriculum für Integrationskurse – Deutsch als Zweitsprache“
in den Kommunikationsbereichen „Umgang mit Dissens und Konflikten“ und
„Realisierung von Gefühlen, Haltungen und Meinungen“ mehrere Lernziele
formuliert, die diesem Anspruch gerecht werden.
Im Orientierungskurs erfolgt die Behandlung des Themas „Toleranz und
Zusammenleben“ u. a. durch die Inhalte „Analyse von Fällen und konflikthaften
Situationen aus dem Alltag, Bewertung von Handlungsoptionen, Herausarbeiten von
Lösungsmöglichkeiten“, in deren Rahmen den Teilnehmenden auch spezifische
Handlungsmöglichkeiten in Konfliktsituationen und Rechte in einem Rechtsstaat
vermittelt werden (S. 43).
Ab der zweiten Jahreshälfte 2017 werden Projekte zur „Vermittlung der Werte
einer pluralen Gesellschaft“ durch das BAMF gefördert. Ein wichtiges Thema ist
dabei die Vermittlung von Werten der deutschen Gesellschaft unter
Berücksichtigung der im Grundgesetz festgeschriebenen Rechte und Pflichten. Des Weiteren
werden Projekte zur „Förderung und Stärkung von Toleranz“ gefördert. Ein
Schwerpunkt ist hier, Strategien und Handlungsmöglichkeiten zu entwickeln, um
Vorurteilen und Diskriminierung gegenüber Zugewanderten und Flüchtlingen
entgegenzuwirken. Außerdem werden Jugendprojekte gefördert, die der
Auseinandersetzung mit und dem Abbau von Vorurteilen dienen, indem sich
jugendliche Zugewanderte und Jugendliche aus der Aufnahmegesellschaft austauschen,
sich kennenlernen und voneinander lernen.
Vom BAMF gefördert werden auch Multiplikatorenschulungen zur
Professionalisierung ehrenamtlich tätiger Menschen zur Thematik „Strategien zum Umgang
mit gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit gegenüber Menschen mit
Migrationshintergrund“.
Mit dem Bundesprogramm „Demokratie leben! Aktiv gegen Rechtsextremismus,
Gewalt und Menschenfeindlichkeit“ fördert das Bundesministerium für Familie,
Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) u. a. lokale Partnerschaften für
Demokratie und Modellprojekte zu den Themen und unterstützt die Arbeit der Landes-
Demokratiezentren, die in allen Ländern für ein breites Angebot an
Beratungsleistungen sorgen. Dies beinhaltet z. B. Mobile Beratung und Opferberatung.
Die Teams der Mobilen Beratung leisten Unterstützung in krisenhaften
Situationen, in denen sowohl die Betroffenen als auch die vor Ort zuständigen
Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner auf fachlichen Beistand angewiesen sind. Sie
leisten kompetente Beratung und Hilfe. Die Anlässe, zu denen beraten wird, sind
vielfältig. Die Beraterinnen und Berater unterstützen beispielsweise Menschen,
die aufgrund ihrer Herkunft rassistischen Übergriffen ausgesetzt sind. Im Rahmen
der Opferberatung werden Betroffene rechtsextremer, rassistischer und
antisemitischer Vorfälle zur Bewältigung der materiellen und immateriellen Folgen
solcher Taten unterstützt. Die Opferberatungsstellen verfolgen einen
niedrigschwelligen Ansatz und leisten „Hilfe zur Selbsthilfe“.
Zudem gibt es allgemein verfügbare Informationen, wie die allgemeinen
Opferinformationen der Polizeilichen Kriminalprävention der Länder und des Bundes,
die Informationen zu Opfern von rechter Gewalt und zu Prävention rechter
Gewalt.
Im Übrigen wird auf die Antwort zu Frage 3 verwiesen.
6. Inwiefern vertritt die Bundesregierung in Hinblick auf die Wertebildung im
Integrationsprozess den Ansatz der Multiperspektivität, d. h. der
Einbeziehung der Geschichten, Lebens- und historischen Erfahrungen von
Flüchtlingen und Einwanderern?
Wie schlägt sich dies in der Förderpraxis der Bundesregierung nieder?
Wertebasierte politische Bildung impliziert Varianz und Diversität in der
Herkunfts- und Aufnahmekultur mit einer eigenen Verortung und Positionierung
(siehe Rahmencurriculum, S. 9, 11 und 22). Dazu gehört im Integrationskurs die
bewusste Reflexion und Auseinandersetzung mit dem Eigenen und dem Fremden
und dem Erlernen sprachlicher Mittel, um über die eigene (Migrations-)Erfahrung
berichten zu können. Hierzu dient insbesondere das übergreifende Kapitel des
Rahmencurriculums C: Umgang mit der Migrationssituation.
Darüber hinaus ist eines der wichtigsten methodischen Prinzipien sowohl des
Sprach- als auch des Orientierungskurses die Teilnehmerorientierung. Dies
bedeutet, dass die Ausgestaltung der Themen – wo immer möglich – sich an der
Lebenswelt, den Erfahrungen, den Vorkenntnissen und den unterschiedlichen
Lernkulturen der Teilnehmenden orientiert (siehe Orientierungskurs-Curriculum,
S. 16 oder das Thema „Deutschlandbilder“ auf S. 34/35 sowie das
Rahmencurriculum, S. 15).
Schon im Sprachkurs werden die Teilnehmenden dazu ermuntert, über sich und
ihr Herkunftsland zu sprechen und die dort geltenden Normen und Werte mit den
in Deutschland gemachten Erfahrungen zu vergleichen. Durch die Erhöhung der
Stundenanzahl im Orientierungskurs von 60 auf 100 Unterrichtseinheiten (UE)
wurde die Möglichkeit geschaffen, durch intensive Auseinandersetzung eine
vertiefte Identifikation mit den Lerninhalten zu erreichen. Vergleichbare Ansätze
verfolgen auch andere Integrationsmaßnahmen der Bundesregierung.
Ein Ziel der Förderpraxis des BAMF im Bereich der Projektförderung ist es,
Menschen mit unterschiedlicher Migrationsgeschichte zusammenzubringen,
interkulturelle Öffnungsprozesse anzustoßen und Raum für Begegnungen zu schaffen.
Dabei kommt dem Austausch von Erfahrungen und dem Einbringen
unterschiedlicher Kompetenzen große Bedeutung bei.
Bereits in den letzten Jahren wurden Projekte zur Thematik „Vorbilder verbessern
das öffentliche Bild junger Migrantinnen und Migranten“ gefördert. Wesentlicher
Bestandteil waren hier beispielsweise die Lebensgeschichten von sogenannten
Bildungsaufsteigern mit Migrationshintergrund, die einen erfolgreichen
Bildungs- und Lebensweg aufzeigen können und damit Vorbild und Motivatoren für
andere Zugewanderte sind.
Ein Einbezug der Erfahrungen von Flüchtlingen und Zugewanderten erfolgt auch
bei Jugendprojekten zum Themenschwerpunkt „Jugendliche Migrant/-innen
helfen jungen Neuzugewanderten und Flüchtlingen beim Start in die deutsche
Gesellschaft“. Junge Zugewanderte, die schon länger in Deutschland leben, dienen
als Lotsen für jugendliche Neuzugewanderte, um deren Integration zu befördern.
7. Welche Initiativen, Projekte und Organisationen, innerhalb derer Flüchtlinge
eigeninitiativ (z. B. mithilfe des sog. Peer-to-Peer-Ansatzes) einen Beitrag
zur Wertebildung leisten, sind der Bundesregierung bekannt (bitte nach
Bundesländern aufschlüsseln)?
a) Welche Maßnahmen ergreifen die Bundesregierung und nach ihrer
Kenntnis die Länder, um die Wertebildung durch Flüchtlinge für Flüchtlinge im
Rahmen eigener Initiativen, Projekte und Organisationen zu unterstützen?
Die Fragen 7 und 7a werden gemeinsam beantwortet.
Das BAMF unterstützt die Wertebildung über Integrationskurse,
Erstorientierungskurse für Asylbewerber (ab Juli 2017) sowie über eine Vielzahl an
Informationsmaterialien. Ab 2017 fördert das BAMF zudem Projekte zur „Vermittlung
der Werte einer pluralen Gesellschaft“, die im zweiten Halbjahr 2017 starten. In
diesen Projekten können Peer-to-Peer-Ansätze zum Tragen kommen.
b) Welche Mittel stellen die Bundesregierung und nach ihrer Kenntnis die
Länder für die Förderung solcher Ansätze in welcher Höhe und unter
welchem Haushaltstitel bereit?
Da die Maßnahmen erst im zweiten Halbjahr starten werden, kann das genaue
Fördervolumen noch nicht genannt werden. Über Ländermaßnahmen liegen dem
Bund keine Erkenntnisse vor.
c) Welche anderweitige Unterstützung (Fortbildungsangebote, Sachmittel,
Ermöglichung der bundes- und europaweiten Vernetzung usw.) bieten die
Bundesregierung und nach ihrer Kenntnis die Länder solchen Initiativen,
Projekten und Organisationen?
Das BAMF fördert die Professionalisierung von Vereinen in der Integration
mithilfe von Multiplikatorenschulungen. Bundesweite Migrantenorganisationen
werden seit dem Jahr 2013 im Aufbau hauptamtlicher Strukturen unterstützt.
Initiativgruppen und neugegründete Vereine können sich zudem über 14 im
Bundesgebiet geförderte „Houses of Resources“ in ihrer Arbeit unterstützen lassen.
d) Inwiefern wird gewährleistet, dass die asyl- und aufenthaltsrechtlichen
Vorschriften (z. B. Wohnsitzauflagen, Residenzpflicht) dem Engagement
und der Vernetzung dieser Personen nicht entgegenstehen?
Vom BAMF geförderte Maßnahmen finden in der Regel am Wohnort statt. Es
sind keine Fälle bekannt, in denen asyl- und aufenthaltsrechtliche Vorschriften
einem Engagement entgegenstanden. Das Asylverfahren wird unabhängig von
der Erbringung möglicher Integrationsleistungen durchgeführt.
Zu Projekten/Initiativen und Organisationen der einzelnen Länder liegen der
Bundesregierung keine Kenntnisse vor.
Wertebildung in Orientierungskursen
8. Wann wird das neue Curriculum für den erweiterten Orientierungskurs
endgültig beschlossen, und ab wann werden sich die Orientierungskurse daran
ausrichten können?
Das Curriculum für den erweiterten Orientierungskurs wurde Anfang Mai 2017,
mit Stand vom April 2017 veröffentlicht.
9. Wie sollen die in der Antwort der Bundesregierung auf die Kleine
Anfrage der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN (Bundestagsdrucksache
18/10622) zutage getretenen offenen Fragen in Hinblick auf einzelne
inhaltliche Aspekte der erweiterten Orientierungskurse gelöst werden
(insbesondere bei den Lernthemen „Interreligiöse Beziehungen“ und „Interkulturelles
Zusammenleben“ und der Behandlung der Themen „Judentum“, „jüdisches
Leben in Deutschland“ sowie „der Staat und das Existenzrecht Israels“ –
Antworten zu den Fragen 4, 6 und 7)?
Das endgültige Curriculum für einen bundesweiten Orientierungskurs wird die
genannten Themen so behandeln, wie es in den Antworten der Bundesregierung
zu den Fragen 4, 6 und 7 der in der Frage genannten Kleinen Anfrage angekündigt
wurde. Offene Fragen sieht die Bundesregierung hierbei nicht.
10. Plant die Bundesregierung den erhofften Erfolg des erweiterten
Orientierungskurses zu evaluieren?
a) Wenn ja, wann, und durch wen soll das evaluiert werden?
b) Wenn nein, warum nicht?
Die Fragen 10 bis 10b werden gemeinsam beantwortet.
Der Integrationskurs und damit auch der Orientierungskurs hat gemäß § 43 des
Aufenthaltsgesetzes (AufenthG) die Vermittlung von Kenntnissen der
Rechtsordnung, der Kultur und der Geschichte in Deutschland zum Ziel.
Eine Evaluation im Sinne einer wissenschaftlichen Auswertung/
Längsschnittstudie des erweiterten Orientierungskurses ist derzeit nicht geplant, da Änderungen
von Einstellungen und Überzeugungen über Jahre hinweg von zu vielen Faktoren
abhängen, um sie isoliert auf den Orientierungskurs zurückführen zu können.
Allerdings absolvieren die Teilnehmenden zum Abschluss des Orientierungskurses
den skalierten Test „Leben in Deutschland“ (LiD), der das im Orientierungskurs
erworbene Wissen abprüft.
Wertebildung in der Schule
11. Wie bewertet die Bundesregierung den Befund des aktuellen Kinderreports
Deutschland (2017), dass nur 64 Prozent der Bevölkerung in Deutschland
der heutigen Generation der Kinder und Jugendlichen zutraut, als
Erwachsene Verantwortung für den Erhalt unserer Demokratie zu übernehmen?
Mit welchen Maßnahmen reagiert die Bundesregierung auf diese
Einschätzung?
Der Befund zeigt zunächst, dass eine Mehrheit der Bevölkerung Vertrauen in die
nachwachsende Generation hat, Verantwortung für den Erhalt unserer
Demokratie zu übernehmen. Einschlägige Studien, so der aktuelle 15. Kinder- und
Jugendbericht, konstatieren eine hohe Zustimmung von Jugendlichen zur Demokratie in
Deutschland. Gleichwohl setzt sich die Bundesregierung dafür ein, dass alle
Kinder und Jugendlichen in Deutschland sich für die Demokratie stark machen und
Verantwortung übernehmen.
a) Welche Initiativen, die junge Menschen ermuntern, Verantwortung für
Freiheit, Menschenrechte, Frieden und Demokratie zu übernehmen,
unterstützt die Bundesregierung etwa in Programmen wie „Kultur macht stark“?
Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert mit dem
Programm „Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung“ außerschulische
Maßnahmen der kulturellen Bildung. Ziel von „Kultur macht stark“ ist es, Kindern
und Jugendlichen, die aus finanziellen oder sozialen Gründen im Elternhaus nicht
die ausreichende Unterstützung erhalten, zusätzliche Bildungsangebote zu
ermöglichen.
Kulturelle Bildung ist besonders geeignet, Kinder und Jugendliche in ihrer
Persönlichkeitsentwicklung zu fördern und zu stärken. Maßnahmen der kulturellen
Bildung sprechen die Kinder und Jugendlichen auf unterschiedlichen Ebenen an
und vermitteln Erfolgserlebnisse, die Selbstwertgefühl und Sozialkompetenz,
aber auch Disziplin und Leistungsbereitschaft stärken. Der Förderung
zivilgesellschaftlichen Engagements kommt in „Kultur macht stark“ ebenfalls eine hohe
Bedeutung zu. In etwa 90 Prozent der Bündnisse werden die Bildungsmaßnahmen
durch ehrenamtliche Tätigkeit mitgestaltet.
Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ)
fördert mit dem Bundesprogramm „Demokratie leben! Aktiv gegen
Rechtsextremismus, Gewalt und Menschenfeindlichkeit“ zivilgesellschaftliches Engagement für
Demokratie.
b) Wie unterstützt die Bundesregierung die Bundesländer bei dem
verfassungsrechtlichen Auftrag, junge Menschen zu ermuntern, Verantwortung
für Freiheit, Menschenrechte, Frieden und Demokratie zu übernehmen?
Kontinuierlich fördert das BMBF seit 1990 den bundesweiten Wettbewerb
„Demokratisch Handeln“, der die Aufgabe hat, demokratische Haltungen und die
demokratische Kultur im Alltag von Schule und Jugendarbeit zu stärken sowie
Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte dafür zu qualifizieren. Seit dem Jahr 1990
haben sich über 5 000 Projekte an dem Wettbewerb beteiligt. Die
Projektbegleitung von Schulen, Fortbildung und die Lernstatt Demokratie, in der sich „Best-
Practice“-Projekte austauschen, wird von den Ländern Thüringen, Bremen,
Brandenburg, Berlin, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Nordrhein-Westfalen,
Rheinland-Pfalz und Sachsen gefördert. Innerhalb des Wettbewerbs wird seit dem
Jahr 2009 der „Hildegard Hamm-Brücher-Förderpreis für Demokratie lernen und
erfahren“ für Personen und Projekte, die sich um die Stärkung demokratischen
Engagements besonders verdient gemacht haben, verliehen.
Das BMFSFJ fördert mit dem Bundesprogramm „Demokratie leben! Aktiv gegen
Rechtsextremismus, Gewalt und Menschenfeindlichkeit“ – in enger
Zusammenarbeit mit den zuständigen Landes- und Kommunalbehörden – 16 Landes-
Demokratie-zentren und 259 Partnerschaften für Demokratie, die in allen Ländern auch
auf eine Stärkung der demokratischen Kultur hinwirken.
Jugendliche sind die Hauptzielgruppe der demokratiefördernden Maßnahmen
und Projekte dieses Bundesprogramms und werden in ihrer
Gestaltungskompetenz und mit ihrem politischen Engagement wahrgenommen, gefördert und in
allen Programmbereichen einbezogen. Die in Studien festgestellte weitgehende
Zustimmung junger Menschen zur Demokratie soll durch das Bundesprogramm
weiter gefestigt werden.
Da „Partnerschaften für Demokratie“ auf der kommunalen Ebene ansetzen, wird
eine regionale (Bildungs-)Arbeit ermöglicht, die auch die Lebenswelt der
Jugendlichen aufgreift.
Insbesondere die Jugendfreiwilligendienste und der allen Altersgruppen
offenstehende Bundesfreiwilligendienst sowie das Sonderprogramm
„Bundesfreiwilligendienst mit Flüchtlingsbezug“ stellen eine Form der Teilhabe an und
Verantwortungsübernahme in der Gesellschaft dar. Rund 100 000 Freiwillige
engagieren sich in den geregelten Freiwilligendiensten. Im Sonderprogramm
„Bundesfreiwilligendienst mit Flüchtlingsbezug“ sind bisher 7 355
Bundesfreiwilligendienst-Vereinbarungen geschlossen worden, davon 2 605 mit Flüchtlingen
(Stand: 9. Mai 2017).
12. Liegen der Bundesregierung Forschungsergebnisse vor, inwieweit die hohe
Bildungsungerechtigkeit in Deutschland – also der starke Zusammenhang
von sozialer Herkunft und Bildungserfolg – Auswirkungen auf die
demokratische Teilhabe, die Selbstwahrnehmung und die
Selbstwirksamkeitserfahrung von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen in Deutschland
haben?
a) Wenn ja, welche Schlüsse zieht die Bundesregierung daraus?
b) Wenn nein, warum nicht?
Die Fragen 12 bis 12b werden gemeinsam beantwortet.
Den Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft, Bildungserfolg und
demokratischer Teilhabe thematisiert u. a. der 15. Kinder- und Jugendbericht auf der Basis
von Forschungsergebnissen. Er konstatiert insgesamt hohe Zustimmung zur
Demokratie in Deutschland und Interesse für Politik, allerdings auch Unterschiede
nach Regionen, sozialem Umfeld und Bildungsabschlüssen.
Der nationale Bildungsbericht 2016 konstatiert Auswirkungen des
Bildungsabschlusses auf das Interesse für Politik, die Wahlbeteiligung, die Mitgliedschaft in
Vereinen und Organisationen und weitere Formen politischer Teilhabe.
Die vom BMBF geförderte bundesweite „Studie zur Entwicklung von
Ganztagsschulen“ (StEG) bestätigte wiederholt die Wirkungen guter Ganztagsangebote,
das Sozialverhalten, die Motivation und das Selbstkonzept von Kindern und
Jugendlichen zu fördern. Sie konnte ebenso zeigen, dass die Teilhabe von Kindern
und Jugendlichen, die Sport- und Musikangebote vorher weniger genutzt haben,
in Ganztagsschulen gefördert wird.
Auch der 15. Kinder- und Jugendbericht setzt sich intensiv mit den Wirkungen
von Ganztagsschule auseinander und zieht eine differenzierte Zwischenbilanz
dieses Angebotes.
Das BMBF hat von 2011 bis 2015 den Forschungsschwerpunkt
„Chancengerechtigkeit und Teilhabe. Sozialer Wandel und Strategien der Förderung“ gefördert;
es wurden 41 Forschungsprojekte mit rund 11 Mio. Euro finanziert. Der
Forschungsschwerpunkt verfolgte das Ziel, Ausmaß, Erscheinungsformen und
Ursachen ungleicher Bildungsteilhabe zu erforschen. Die Ergebnisse der Projekte
verdeutlichen: Sowohl der schulische als auch der außerschulische Bereich bieten
viele Möglichkeiten, um Bildungschancen von benachteiligten Kindern und
Jugendlichen zu verbessern. Eine zentrale Erkenntnis ist, dass der Bildungserfolg
von Kindern und Jugendlichen stark von ihrer Selbstwirksamkeitsüberzeugung
abhängt.
Die Bundesregierung setzt sich ebenso wie die Länder für eine umfassende
Bildungs- und Teilhabegerechtigkeit für alle Kinder, Jugendlichen und jungen
Erwachsenen in allen gesellschaftlichen Bereichen ein.
Mit dem Programm „Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung“ konzentriert
sich das BMBF auf die außerschulische Bildung. Aufgrund der Erfolge in der
ersten Förderphase wird das Programm ab dem Jahr 2018 fortgesetzt.
Bürgerschaftliches Engagement hat in besonderer Weise eine positive soziale
Wirkung und ist auch eine Form von Teilhabe. Der Deutsche Freiwilligensurvey
(FWS) im Auftrag des BMFSFJ, die größte von der Bundesregierung geförderte
aktuelle Untersuchung zum freiwilligen Engagement in Deutschland, kommt mit
Blick auf unterschiedliche Bildungsgruppen in allen Erhebungsjahren
(Fünfjahresrhythmus seit 1999) zum Ergebnis: Je höher der Bildungsabschluss, desto
höher die Engagementquote. Gemäß FWS 2014 ist über die vergangenen 15 Jahre
in allen Bildungsgruppen ein Anstieg der Engagementquoten zu verzeichnen.
Dabei ist der Anstieg am deutlichsten bei Personen mit hoher Bildung (1999:
40,4 Prozent; 2014: 52,3 Prozent). Dagegen legte das freiwillige Engagement von
Personen mit niedriger Bildung im gleichen Zeitraum lediglich um 3,8
Prozentpunkte auf 28,3 Prozent zu. Der FWS 2014 kommt zu dem Schluss, dass die
ohnehin schon beträchtlichen Unterschiede zwischen den Bildungsgruppen
hinsichtlich der Beteiligung im freiwilligen Engagement weiter zunehmen.
Der Abschlussbericht der gemeinsamen Evaluation der Gesetze über den
Bundesfreiwilligendienst (BFDG) und des Gesetzes zur Förderung von
Jugendfreiwilligendienste (JFDG) belegt, dass auch in den geregelten Freiwilligendiensten die
Teilnehmenden mit (Fach-)Abitur überproportional vertreten sind: So verfügten
von den befragten Freiwilligen 72 Prozent der Teilnehmenden aus dem FÖJ,
63 Prozent der befragten Teilnehmenden aus dem FSJ und 66 Prozent der
befragten unter 27jährigen Freiwilligen im BFD über (Fach-)Abitur. Bei den über 27
jährigen Freiwilligen im BFD haben 22 Prozent der Befragten (Fach-)Abitur, so dass
die Altersöffnung hier bereits zu einer gewissen Diversifizierung geführt hat
(S. 77, Abschlussbericht). Die Studie empfiehlt Trägern und Einsatzstellen,
unterrepräsentierte Gruppen gezielt anzusprechen und die mit den
Freiwilligendiensten verbundenen Chancen wie z. B. berufliche Orientierung nahe zu bringen
(S. 307). Das BMFSFJ unterstützt die Einbeziehung von „benachteiligten
Jugendlichen“ in die Freiwilligendienste durch eine gesonderte Förderung der
pädagogischen Begleitung („besonderer Förderbedarf“) in Höhe von monatlich bis zu
100 Euro zusätzlich pro Teilnehmenden.
13. Welche Forschungsprojekte im Bereich der Bildungsforschung finanziert die
Bundesregierung zu Aspekten wie Demokratiebildung, Übernehmen
gesellschaftlicher Mitverantwortung und sozialem Engagement?
Die wissenschaftliche Begleitstudie „Interkulturelle Erziehung“ der Friedrich-
Schiller-Universität Jena zum BMBF-geförderten Projekt „Vielfalt zusammen
leben – Miteinander Demokratie lernen“ (ViDem) untersucht, wie praxistaugliche
Formen des Lernens für Demokratie, Menschenrechte und Toleranz aussehen,
welche demokratiepädagogischen Kompetenzen und Handlungsroutinen
Lehrkräfte brauchen und wie diese Kompetenzen in die Breite getragen werden
können.
Im Rahmen der Förderrichtlinie für Forschungsvorhaben zur kulturellen Bildung
fördert das BMBF Vorhaben, die der Frage nachgehen, welchen Beitrag
kulturelle Bildungsprozesse für die Erweiterung der individuellen Handlungsfähigkeit
und der gesellschaftlichen Teilhabe in Übergangssituationen leisten können.
14. Plant die Bundesregierung ein neues Ganztagsschulprogramm aufzulegen,
um u. a. der Demokratiebildung in Schulen mehr Zeit einzuräumen?
Wenn nein, mit welchen anderen Angeboten wird die Bundesregierung die
Demokratiebildung bei Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen
unterstützen?
Im letzten Jahrzehnt haben Bund, Länder und Kommunen gemeinsam erreicht,
dass schulische Ganztagsangebote zu einem selbstverständlichen Bestandteil des
deutschen Bildungssystems geworden sind. Fast 18 000 Schulen (65 Prozent der
allgemeinbildenden Schulen in Deutschland) haben heute Ganztagsangebote. Mit
vier Milliarden Euro hat der Bund die Länder und Kommunen im
Investitionsprogramm „Zukunft Bildung und Betreuung“ (IZBB) beim Auf- und Ausbau von
Ganztagsschulen unterstützt und damit Impulse gesetzt, die in den Ländern und
Kommunen weitergeführt werden.
Die Auflage eines neuen Ganztagsschulprogramms der Bundesregierung ist nicht
geplant. Die Einrichtung von Ganztagsschulen und Vorgaben für deren
inhaltliche Ausgestaltung obliegen nach den grundgesetzlichen Zuständigkeiten den
Ländern. Der Bund fördert die umfangreiche empirische Ganztagsschulforschung
weiter mit der „Studie zur Entwicklung von Ganztagsschulen“ (StEG) sowie dem
Online-Portal
www.ganztagsschulen.org, das die Nachhaltigkeit der eingesetzten
Bundesmittel dokumentiert und unterstützt.
Mit dem Bundesprogramm „Demokratie leben! Aktiv gegen Rechtsextremismus,
Gewalt und Menschenfeindlichkeit“ fördert das BMFSFJ die Demokratiebildung
insbesondere bei Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Das
Programm wurde 2017 um den Aspekt „Demokratieförderung im Bildungsbereich“
erweitert. Demokratieförderung und Radikalisierungsprävention sollen an den
Orten ansetzen, an denen Kinder und Jugendliche sind. Dies sind insbesondere
ihre Lebenswelten, soziale Räume, Kitas und Schulen. Eine starke, vielfältige
Demokratie soll im Alltag erlebt und erlernt werden. Dazu sollen neue Modelle der
Kooperation zur Stärkung nachhaltiger Präventionsarbeit von Akteuren der
Kinder- und Jugendhilfe mit verschiedenen Partnern erprobt werden.
Zu verweisen ist auch auf den Wettbewerb „Demokratisch Handeln“ (siehe
Antwort zu Frage 11).
15. Wie wird die Bundesregierung gemeinsam mit den Ländern sicherstellen,
dass die Lehrkräfte und das pädagogische Personal hinreichend ausgebildet
sind, um argumentativ gegen Populismus und Extremismus im
Klassenzimmer gewappnet zu sein?
Die Ausbildung von Lehrkräften und des pädagogischen Personal fällt in die
Zuständigkeit der Länder bzw. der Träger, die für das pädagogische Personal
zuständig sind.
Die Bundesregierung unterstützt die Länder in der Aus-, Fort- und Weiterbildung
des pädagogischen Personals im Elementarbereich und der Lehrkräfte im
Schulbereich mit Initiativen wie der „Weiterbildungsinitiative Frühpädagogische
Fachkräfte“ (WiFF) oder der „Qualitätsoffensive Lehrerbildung“, die auch Fragen der
Demokratiebildung und der Auseinandersetzung mit extremistischen Ansichten
thematisieren.
Der vom BMBF geförderte bundesweite Wettbewerb „Demokratisch Handeln“
(vgl. Antwort zu Frage 11) hat einen Schwerpunkt in der
demokratiepädagogischen Qualifizierung und Stärkung der demokratischen Handlungskompetenzen
der Lehrkräfte und des pädagogischen Personals in Schule und Jugendarbeit,
darunter der Prävention gegen Rechtsextremismus.
Speziell zum Themenfeld Populismus und Extremismus bietet die
Bundeszentrale für politische Bildung (BpB) zahlreiche ausführliche Informationen, Lehr-
und Unterrichtsmaterialien an, die sich zum Einsatz im schulischen und
außerschulischen Bereich eignen. Ein Überblick ist zu finden unter
www.bpb.de/
extremismus bzw. unter
www.bpb.de/lernen. Hervorzuheben sind als Angebote u. a.
die „… begegnen“-Reihe (
www.bpb.de/begegnen) oder das
Weiterbildungsangebot „Qualifiziert handeln!“ (
www.bpb.de/veranstaltungen/netzwerke/175374/
qualifiziert-handeln). Die BpB fördert ein breit strukturiertes Trägernetz von
gewerkschaftlichen, konfessionellen, zielgruppen- bzw. thematisch orientierten
Bildungseinrichtungen. Jährlich unterstützt die BpB über das Trägernetzwerk, das
derzeit aus 100 Einrichtungen – mit Aufgliederung der Zentralstellen sind es weit
über 300 – besteht, rund 2 200 Veranstaltungen und erreicht ca. 55 230
Teilnehmende – darunter auch Lehrkräfte und pädagogisches Personal. Neben der BpB
auf Bundesebene gibt es die Landeszentralen für politische Bildung, die
unabhängig auf Länderebene agieren und u. a. lokale Projekte im Bereich der politischen
Bildung fördern.
Wertebildung im Bereich der politischen Bildung
16. Welche Projekte werden im Rahmen der vom Bund finanzierten politischen
Bildung zur Wertebildung im Integrationsprozess in welcher Weise und in
welcher Höhe durch die Bundesregierung gefördert?
Die Stiftung Mitarbeit und die Deutsche Gesellschaft werden mit
projektbezogenen Mitteln aus dem BMI-Haushalt – Kapitel 0601 Titel 685 11 – gefördert.
Aktuell wird kein Projekt mit dem unmittelbaren Themenschwerpunkt Wertebildung
im Integrationsprozess gefördert.
Die politischen Stiftungen werden mit Globalzuschüssen aus dem BMI-Haushalt
– Kapitel 0601 Titel 685 12 – gefördert. Mit diesen Globalzuschüssen realisieren
die Stiftungen jährlich zahlreiche Vorhaben verschiedenster Art und
unterschiedlichsten Inhalts. Die Wertevermittlung und Wertebildung ist dabei dem
Bildungsauftrag der politischen Stiftungen immanent. Eine konkrete, spezifisch auf die
Werbebildung im Integrationsprozess ausgerichtete Projektförderung existiert
hier nicht. Vielmehr sind die politischen Stiftungen im Rahmen des
Förderzweckes „gesellschaftspolitische und demokratische Bildungsarbeit“ inhaltlich und
thematisch frei.
Die BpB hat im Jahr 2016 173 eigene und Kooperationsprojekte durchgeführt. Im
Jahr 2017 sind 137 eigene und Kooperationsprojekte geplant bzw. werden
umgesetzt.
Die entsprechenden Projekte der BpB können der Anlage entnommen werden.
Das BMFSFJ fördert mit dem Bundesprogramm „Demokratie leben! Aktiv gegen
Rechtsextremismus, Gewalt und Menschenfeindlichkeit“ Präventionsprojekte
gegen unterschiedliche Formen des politischen Extremismus. Reine
Integrationsmaßnahmen sind dabei grundsätzlich nicht förderfähig. Dennoch richten sich die
Angebote zur Demokratieförderung und Radikalisierungsprävention auch an
Personen mit einem Migrations- oder Fluchthintergrund. Die integrativen Aspekte
solcher Projekte treten jedoch hinter die Schwerpunkte der Präventionsarbeit
zurück und dienen in der Regel der Zielgruppenerreichung und
Zielgruppenbindung.
Nachfolgend werden jene Projekte aufgeführt, die explizit eine Wertebildung im
Zusammenhang mit integrativen Ansätzen aufweisen. Bei allen Projekten handelt
es sich um Projektförderungen:
Projektname Projektträger Fördersumme
„Andrej ist anders und Selma liebt Sandra“
- Kultursensible sexuelle Orientierung
01.01.2015-31.12.2019
Türkische Gemeinde Baden-
Württemberg e. V. (TGBW)
2015: 130.000 €
2016: 130.000 €
2017: 128.850 €
Alternativen aufzeigen! Videos zu Islam,
Islamfeindlichkeit und Islamismus für
Internet und Unterricht
01.09.2015-31.12.2019
Hochschule für angewandte
Wissenschaften Hamburg
2015: 44.423 €
2016: 120.000 €
2017: 119.943 €
Muslimische Jugend - Friedliche Zukunft!
01.10.2015-31.12.2019
DITIB Türkisch-Islamische Union der
Anstalt für Religion e. V.
2015: 68.503 €
2016: 130.000 €
2017: 130.000 €
Darüber hinaus werden bundesweit lokale „Partnerschaften für Demokratie“
finanziell unterstützt, die auf Grundlage einer lokalen Handlungsstrategie
niedrigschwellige Einzelmaßnahmen fördern. Im Jahr 2015 konnten diese
Partnerschaften zudem Sondermittel für Einzelmaßnahmen zur Unterstützung der
Willkommenskultur beantragen. Ziel war jedoch nicht die Förderung von reinen
Integrationsmaßnahmen, sondern der Abbau von Vorbehalten und Ressentiments
gegenüber Geflüchteten. Die zuwendungsrechtliche Verantwortung bei der
Umsetzung solcher Einzelmaßnahmen obliegt jedoch den die Partnerschaften
tragenden Kommunen.
17. Mit welchen Maßnahmen wird gewährleistet, dass pädagogische Fachkräfte
auch in außerschulischen wertevermittelnden Bildungseinrichtungen über
die erforderliche interkulturelle Kompetenz verfügen, um Geflüchteten
sowie Migrantinnen und Migranten aller Altersklassen auf Augenhöhe zu
begegnen?
Das Thema wird im Rahmen der Förderung durch die anerkannten Bildungsträger
und politischen Bildungsträger in der Richtlinienförderung der BpB aufgegriffen.
Gleichzeitig tragen die Angebote, Publikationen und Materialien der BpB zur
Stärkung der interkulturellen Kompetenz von Pädagoginnen und Pädagogen bei:
www.bpb.de/shop und
www.bpb.de/lernen. Darüber hinaus fördert die BpB in
diesem Sinne in den Jahren 2016/2017 zahlreiche Modellprojekte und
beabsichtigt dies auch im Jahr 2018 fortzusetzen. Zu Einzelprojekten wird auf die Antwort
zu Frage 44 verwiesen.
Lehrkräfte in den niedrigschwelligen „Einstieg Deutsch“-Lernangeboten des
BMBF verfügen oft über mehrjährige Erfahrung im Unterrichten von Deutsch als
Fremdsprache bzw. Deutsch als Zweitsprache (DaF/DaZ). Für weniger erfahrene
Lehrkräfte gibt es eine Fortbildung für DaF bzw. DaZ u. a. zur Entwicklung
kultureller Sensibilität, interkulturellem Lernen und interkulturellen Kompetenzen.
Zusätzlich wird eine interkulturell-didaktische Fortbildung für Lehrkräfte
entwickelt, die in Integrations- und anderen DaF- bzw. DaZ-Maßnahmen mit
Flüchtlingen insbesondere aus dem arabischen Sprachraum aktiv sind.
Im Rahmen des Berufsorientierungsprogramms des BMBF wird seit Mitte 2016
bis Mitte 2017 eine Seminarreihe „Interkulturell sensible Berufsorientierung für
Ausbilderinnen und Ausbilder“ angeboten, an dem auch die Berufsbildungsträger
des Programms „Berufsorientierung für Flüchtlinge“ teilnehmen können. Ziel der
nach „blended learning“ konzipierten Seminarreihe ist es, Multiplikatoren in den
Einrichtungen für ihre Arbeit mit geflüchteten Menschen vorzubereiten und das
entsprechende Wissen in die Einrichtungen zu tragen.
Innerhalb des vom BMBF geförderten Projektes „überaus“ des Bundesinstituts
für Berufsbildung (BIBB) und externer Partner wurde ein niedrigschwelliges,
interkulturelles Training zur Sensibilisierung des Umgangs mit anderen Kulturen
entwickelt und ab dem vierten Quartal 2016 über die Plattform „überaus“ den
Zielgruppen des Bildungspersonals angeboten. Durch audio-visuelle Darstellung
schwieriger Ausbildungssituationen sollen pädagogische
Handlungsmöglichkeiten für das Ausbildungs- und Lehrpersonal aufgezeigt werden. Experten
kommentieren und zeigen Lösungsmöglichkeiten.
Im Maßnahmenpaket des BMBF zur Integration studierfähiger Flüchtlinge, das
der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) umsetzt, stehen den
teilnehmen-den Hochschulen begrenzt Mittel für interkulturelle Trainings zur
Verfügung. Auch die Internationale DAAD-Akademie (iDA) hat für Lehrende an
Hochschulen interkulturelle Trainingskurse konzipiert und bietet Fortbildungen
zu den Themen „Lehre in multikulturellen Lerngruppen“, „Lehre in der
Fremdsprache“, „Konzeption und Didaktik internationaler Studiengänge“ sowie seit
dem Jahr 2016 ein Sonderprogramm „Beratung und Begleitung von Studierenden
mit Fluchthintergrund“ an, das sich u. a. an Dozenten richtet.
Das BMBF fördert die Entwicklung wissenschaftlich fundierter Konzepte zur
pädagogischen Weiterbildung für Kunst- und Kulturschaffende in der kulturellen
Bildung. Hierzu gehört auch ein Projekt zur diversitätsbewussten kulturellen
Bildung, bei dem Vermittlungskonzepte für Gruppen mit migrationsbedingter
Diversität entwickelt werden.
Überdies werden mit dem vom BMBF finanziell unterstützten Service Portal
Integration – „Integration geflüchteter Kinder in Kita, Hort und Ganztag“ bei der
Stiftung „Haus der kleinen Forscher“ Fach- und Lehrkräften alltagsnahe
Anregungen, Hilfestellung und die Möglichkeit zum Austausch mit Kolleginnen und
Kollegen sowie Expertinnen und Experten rund um das Thema „Integration
geflüchteter Kinder“ geboten.
Im neuen Bundesprogramm des BMFSFJ „Kita-Einstieg: Brücken bauen in frühe
Bildung“ werden Angebote entwickelt, die Kindern und Familien mit
Zugangsschwierigkeiten den Weg ins System der frühen Bildung, Betreuung und
Erziehung erleichtern. Dazu gehört auch die Qualifizierung pädagogischer Fachkräfte.
Im neuen Programmbereich „Zusammenleben in der
Einwanderungsgesellschaft“ des Bundesprogramms „Demokratie leben! Aktiv gegen
Rechtsextremismus, Gewalt und Menschenfeindlichkeit“ des BMFSFJ wird u. a. das
Projekt „Empowered by democracy – Prävention, Demokratieförderung und
Integration für und mit jungen Geflüchteten“ gefördert. Erprobt werden darin Strategien
des gemeinsamen Demokratielernens in heterogenen Gruppen mit jungen
Flüchtlinge und jungen Deutschen mit und ohne Zuwanderungsgeschichte der zweiten
oder dritten Generation. Flüchtlinge werden dabei selbst zu Teamerinnen und
Teamern ausgebildet, die im Tandem Seminare mit Bezug auf ihr Lebensumfeld
mitkonzipieren und leiten können. Weiteres Ziel ist die Professionalisierung der
Bildungsreferentinnen und -referenten sowie Dozentinnen und Dozenten der GE-
MINI-Träger (Gemeinsame Initiative der Träger Politischer Jugendbildung im
Bundesausschuss politischer Bildung) in der Arbeit mit Flüchtlinge sowie
Migrantinnen und Migranten aller Altersklassen.
Das Modellprojekt „movemen – empowering male refugees“, reflektiert die
Situation nach Deutschland kommender Flüchtlinge. Das vom BMFSFJ geförderte
Projekt des Bundesforums Männer – Interessenverband für Jungen, Männer und
Väter e. V. – bringt bundesweit Menschen zusammen, die mit Flüchtlingen
arbeiten oder auch selbst geflüchtet sind. Auf Grundlage des Fachaustauschs erarbeitet
„movemen“ Handreichungen für die praktische und politische Arbeit.
„Movemen“ fördert u. a. Angebote für junge männliche Geflüchtete zur Bearbeitung von
Lebensgeschichten, Grundwerten und Geschlechterfragen. Das Projekt wurde in
den Nationalen Aktionsplan der UN-Resolution 1325 aufgenommen.
18. Welche Projekte zur stärkeren Mitbestimmung in Bildungseinrichtungen,
wodurch Geflüchtete sowie Migrantinnen und Migranten Demokratie im
Alltag selbst erleben und mitgestalten können, fördert die Bundesregierung
in den Jahren von 2015 bis 2017 (bitte mit Haushaltstiteln und
Fördersummen aufführen)?
Hierzu wird auf die Antwort zu Frage 14 verwiesen. Für den neuen
Programmbereich „Demokratieförderung im Bildungsbereich“ des Bundesprogramms
„Demokratie leben! Aktiv gegen Rechtsextremismus, Gewalt und
Menschenfeindlichkeit“ werden aktuell Projekte ausgewählt, die eine Förderung erhalten
können. Da die in der Schule, Beruf, Kommune und Gesellschaft existierende
Teilhabemöglichkeiten Flüchtlingen sowie Migrantinnen und Migranten nicht oder
nur teilweise bekannt sind, ist es ein Ziel des Projektes „Empowered by
democracy – Prävention, Demokratieförderung und Integration für und mit jungen
Geflüchteten“, das im Programmbereich „Zusammenleben in der
Einwanderungsgesellschaft“ im Jahr 2017 mit 591 123 Euro aus Kapitel 1702 Titel 684 04
gefördert wird, (politische) Teilhabemöglichkeiten aufzuzeigen.
19. Wurden bzw. werden im Rahmen der politischen Bildung seitens des Bundes
in den Jahren von 2015 bis 2017 auch herkunftssprachliche Angebote
gefördert?
Wenn ja, welche?
Wenn nein, warum nicht?
Die entsprechenden Projekte können den folgenden Tabellen entnommen
werden:
Rosa-Luxemburg-Stiftung
Datum Ort Veranstaltung Teilnehmer
18.01.2015 Frankfurt a.M. „Asylworkshop“
Mit: Ulrich Tomaschowski, Carina
Hornbach u. a.
30
04.02.2015 Frankfurt a.M. „Menschen im Exil – Flüchtlinge erzählen“
Mit: Dejene Abdissa Janna
15
10.02.2015 Kassel „Pegida und ‚gated capitalism‘“
Mit: Murat Cakir
39
17.03.2015 Kassel „Der Islamische Staat“
Mit: Prof. Dr. Werner Ruf
68
10.04.2015 Frankfurt a.M. „Kreuzritter für das Abendland?“
Mit: Volkmar Völk
38
08.05.-
05.06.2015
Ausstellung „Mein Weg nach Deutschland“ 300
12.05.2015 Frankfurt a.M. „Wie kommt’s, was soll’s, wem nützt die AfD?“
Mit. Dr. Gerd Wiegel
20
21.05.2015 Frankfurt a.M. „Rojava: Für eine demokratische Alternative in
Syrien“
Mit: Cigdem Demirel und Bianca Winter
18
07.07.2015 Kassel „Die Türkei nach den Wahlen – Wie weiter?“
Mit: Errol Babacan und Murat Cakir
26
27.11.2015 Kassel „Hundert Jahre Leugnung – Überleben im Land des
Genozids“
Mit: Dr. Talin Suciyan, Errol Babacan und Axel
Gehring
25
18.01.2016 Frankfurt a.M. „Die Türkei und die Flüchtlinge in Europa“
Mit: Murat Cakir
38
Datum Ort Veranstaltung Teilnehmer
30.01.2016 Frankfurt a.M. „Die Gewerkschaftsbewegung in der Türkei – Ein
historischer Rückblick“
Mit: Kemal Kiran, Kuday Sahinalp und Mehmet A.
Yildirim
47
24.02.2016 Kassel Dokumentarisches Theater „Asyl-Dialoge“
Mit: Aylin Esener, Asad Schwarz. Msesilamba u. a.
20
09.04.2016 Frankfurt a.M. „101 Jahre ungelöste armenische Frage“
Mit: Sarkis Hatspanian, Ragip Zarakolu, Recep
Marasli u. a.
300
25.04.2016 Frankfurt a.M. „Vernetzungstreffen von Selbstorganisationen
türkischer und kurdischer Migrant*innen in Hessen“
Mit: Ibrahim Esen, Mehmet Taskale u. a.
35
07.06.2016 Kassel „Wohin steuert die Türkei?“
Mit: Ali Atalan
59
22.06.2016 Frankfurt a.M. „Der Kuaför aus der Keupstr.“
Mit: Andreas Mals, Mitat Özdemir, Selda Demir
51
14.09.2016 Kassel „Westsahara: Die letzte Kolonie Afrikas“
Mit: Nadjat Hamdi und Prof. Dr. Werner Ruf
21
27.09.2016 Wiesbaden „Zur aktuelle Lage in der Türkei“
Mit: Dr. Michael Forßbohm und Murat Cakir
49
02.11.2016 Frankfurt a.M. Filmvorführung und Diskussion „Die Stimme der
Tribünen“
Mit: Onur Öncü
30
03.11.2016 Kassel Filmvorführung und Diskussion „Die Stimme der
Tribünen“
Mit: Onur Öncü
35
28.01.2017 Frankfurt a.M. „Suphilerden Günümüze“ (türkischsprachige
Veranstaltung zum Thema Entwicklung der Linken in der
Türkei)
Mit: Metin Kaya und Kemal Kiran
82
06.04.2017 Frankfurt a.M. „Der Kampf um die Arbeitsplätze bei Coca Cola
Madrid“
Mit: Markus Dietrich und 2 Betriebsräten aus
Madrid
38
08.04.2017 Frankfurt a.M. „Die Türkei vor dem Referendum“
Mit: Gökhan Bicici und Hilmi Tozan
39
12.04.2017 Frankfurt a.M. „Proteste in den USA – Gewerkschaftliche
Perspektiven auf feministische, antirassistische und soziale
Kämpfe“
Mit: Cassady Fendlay
120
Datum Ort Veranstaltung Teilnehmer
18.04.2017 Frankfurt a.M. „NSU-Komplex auflösen – Dokumentartheater und
Diskussion“
Mit: Ayse Gülec, Olivia Sarma, Tahir Della und
Canan Topcu
Noch k.A.
25.04.2017 Frankfurt a.M. „Präsidialsystem in der Türkei – Konflikte in
Deutschland“
Mit: Hatip Dicle und Sakine Yilmaz
Noch k.A.
Hans-Seidel-Stiftung
Datum Projektname
14.07.2016 Vortrag: Das Sozialsystem der Bundesrepublik Deutschland
14.11.2016 Vortrag: Das Sozialsystem der Bundesrepublik Deutschland
13.03.2017 Vortrag: Familienplanung
20.03.2017 Vortrag: Schule in Deutschland
Konrad-Adenauer-Stiftung
Datum Projektname
05.06.2017 Erklärvideos „Was uns Prägt, was uns eint“, Wertevermittlung durch Erklärung
wesentlicher Artikel des Grundgesetzes
02/2016-
06/2017
Das digitale Sport- und Spielewörterbuch ist in fünf Sprachen übersetzt, um den Kontakt
mit Mehrsprachigen Teilnehmern zu ermöglichen. Ziel bleibt aber die Heranführung an die
deutsche Sprache.
Friedrich-Ebert-Stiftung
Datum Projektname
28./29.11.2015
01./02.12.2015
01./02.09.2016
09./10.03.2016
05./06.04.2016
18./19.05.2016
30.-31.05.2016
28.-29.07.2016
Demokratische Bildung auf Arabisch
22.02.2016
12.07.2016
Politische Bildung auf Arabisch
29./30.03.2016 Demokratie auf Arabisch
26.10.2016
09.02.2017
„SPRING IN AFGHANISTAN – TO GO OR NOT TO GO?“
30.11./01.12.2016
24./25.04.2017
Demokratische Bildung auf Persisch/Farsi
Stiftung Mitarbeit
Datum Ort Projektname
seit 04/2015-lfd Darmstadt Leben in Deutschland
seit 04/2015-lfd Halle Sprachbrücke Halle e. V.
seit 03/2016-lfd Hamburg Pimf e. V.
seit 03/2016-lfd Berlin Refugee Academy V.i.G.
Heinrich-Böll-Stiftung
Datum Projektname
26.06.2016 mehrsprachiger Workshop „Finding our Voice - Building Leadership, Solidarity,
and Power for Migrants, Refugees, and Minorities“ im Rahmen der Konferenz
Baustelle Flucht und Migration (u. a. Arabisch, Englisch, Deutsch)
1. Halbjahr 2016 Lernfilme „Zusammenleben in Deutschland“, u. a. in Arabisch
Bundeszentrale für politische Bildung
Datum Projektname
10.11.2015 Grundgesetz auf Arabisch (
http://www.bpb.de/presse/215392/grundgesetz-auf-arabisch)
(
http://www.bpb.de/shop/buecher/grundgesetz/215136/grundgesetz-auf-arabisch)
01.12.2015 Printangebot „Ankommen“, Orientierungshilfe für das Leben in Deutschland, u. a. in
Arabisch, Pashto und Dari
(
http://www.bpb.de/shop/buecher/schriftenreihe/216615/ankommen)
27.05.2016
01.09.2016
Zwei Workshops gemeinsam mit dem Syrischen Haus e. V. durch zum Thema
„Demokratie in Deutschland“ Die Workshops wurden simultan syrisch-arabisch/deutsch
gedolmetscht.
21.01.2017 Veranstaltung der Georg-von-Vollmar Akademie mit dem Titel „Deutschland verstehen
lernen: Eine Gebrauchsanweisung für Heimatsucher“ in Arabisch.
29.03.-
13.04.2017
Seminarreihe der Karl-Arnold-Stiftung e. V. zum Thema „Leben in Deutschland: Politik,
Gesellschaft und Kultur für Zugewanderte“ in Arabisch, Englisch und Deutsch,
Im Übrigen wird auf die Ausführungen in der Antwort zu Frage 16 verwiesen.
Wertebildung im Bereich der Kinder- und Jugendhilfe
20. Welche Rolle spielt nach Ansicht der Bundesregierung die Wertebildung
durch Angebote der Kinder- und Jugendhilfe, und inwiefern werden
Fachkräfte darin unterstützt, fortgebildet Aufgaben der Wertebildung
nachzukommen?
Der Bund hält Bildung für eine wesentliche jugendpolitische Aufgabe. Junge
Menschen brauchen vielfältige Angebote, um ihre Stärken und ihre Individualität
zu finden und damit eigenverantwortliche und gemeinschaftsfähige
Persönlichkeiten zu werden. Dies bieten die Bildungsprogramme im Kinder- und
Jugendplan des Bundes (KJP). Das Spektrum umfasst soziales Engagement, Jugend
(verbands)arbeit, politische, kulturelle und sportliche Bildung sowie
Internationale Jugendarbeit. Die Bundesregierung will dieses plurale Angebot nachhaltig
sicherstellen und unterstützen, dass Programme im Rahmen der finanziellen
Möglichkeiten kontinuierlich weiterentwickelt und an aktuelle
Herausforderungen angepasst werden. Internationale Netzwerkprojekte sollen das
Zusammenführen von Methoden, Konzepten und Kompetenzen aus der internationalen
Zusammenarbeit zur Qualifizierung von Ansätzen nationaler Jugendpolitik fördern.
21. Welche Rolle spielen Wertebildung, interkulturelle und interreligiöse
Familien- und Elternarbeit in der Bundesinitiative Frühe Hilfen, und inwiefern
werden Fachkräfte darin unterstützt, fortgebildet Aufgaben der
Wertebildung nachzukommen?
Im Mittelpunkt des Programms „Frühe Hilfen“ des BMFSFJ stehen insbesondere
die ersten drei Lebensjahre von der Geburt an bis zur frühen Kindheit, sowie die
Zeit der Schwangerschaft. Die „Frühen Hilfen“ leiten sich von der
Kinderrechtskonvention (KRK) der Vereinten Nationen ab, wonach alle Kinder Rechte auf
Schutz, Förderung und Teilhabe haben, unabhängig von der Rasse, der Hautfarbe,
dem Geschlecht, der Sprache, der Religion, der politischen oder sonstigen
Anschauung, der nationalen, ethnischen oder sozialen Herkunft, des Vermögens,
einer Behinderung, der Geburt oder des sonstigen Status des Kindes, seiner Eltern
oder seines Vormundes (Artikel 2 Absatz 1 KRK). „Frühe Hilfen“ haben
innerhalb dieses Rahmens konkret das Ziel, förderliche Entwicklungsbedingungen für
Säuglinge und Kleinkinder in ihren Familien zu schaffen und zu stärken, um
ihnen von Anfang an ein möglichst gesundes und vor allem gewaltfreies
Aufwachsen zu ermöglichen.
Entsprechend dem grundgesetzlichen Auftrag aus Artikel 6 des Grundgesetzes
sichern „Frühe Hilfen“ das Recht und die Pflicht der Eltern zur Pflege und
Erziehung ihrer Kinder, dienen aber auch dem Wachen der staatlichen Gemeinschaft
über deren Betätigung (staatliches Wächteramt, vgl. Nationales Zentrum Frühe
Hilfen – NZFH (Hg.) (2014): Leitbild Frühe Hilfen. Beitrag des NZFH-Beirats,
Köln).
Die Förderung einer gewaltfreien Erziehung gehört daher zu den obersten Zielen
der „Frühen Hilfen“. Die Bundesinitiative Frühe Hilfen hat zum Ziel, den
flächendeckenden Auf- und Ausbau der Frühen Hilfen umzusetzen, um Familien
vor allem in belasteten Lebenslagen möglichst frühzeitig – bereits ab der
Schwangerschaft bis zum dritten Lebensjahr ihres Kindes – bei der Übernahme ihrer
Erziehungsverantwortung zu unterstützen.
Viele Familien mit Fluchthintergrund sind besonderen Belastungen ausgesetzt
und sind daher auch Zielgruppe „Früher Hilfen“. Grundlegend für die „Frühen
Hilfen“ ist das Diversity-Konzept, das die Gestaltung von kultur- und
differenzsensiblen Zugängen und Angeboten der „Frühen Hilfen“ beinhaltet.
Sprachbarrieren, der jeweilige Aufenthaltsstatus oder kulturelle Besonderheiten dürfen nicht
zu einem Ausschluss von „Frühen Hilfen“ führen. Dies erfordert sowohl die
Öffnung der vorhandenen Angebote als auch die Schaffung von speziellen
Angeboten und Zugangsmöglichkeiten bei spezifischem Bedarf von Familien (vgl. NZFH
(Hg.) (2014): Leitbild Frühe Hilfen. Beitrag des NZFH-Beirats, Köln).
Auch in diesem Kontext zählen die Förderung einer gewaltfreien Erziehung und
damit auch die Auseinandersetzung mit unterschiedlichen
Erziehungsvorstellungen zu vordringlichen Zielen der „Frühen Hilfen“.
Folgende Maßnahmen wurden vom Nationalen Zentrum „Frühe Hilfen“
durchgeführt bzw. auf den Weg gebracht:
Förderung der Deutschen Liga für das Kind zur Erstellung von Filmen für
Familien mit Fluchterfahrungen unter anderem zu den Themen Kinderrechte,
gesetzliche Verankerung der gewaltfreien Erziehung in Deutschland und zu
Unterstützungsangeboten
Multiplikatorenmaterial „NEST“ in leichter Sprache für den begleiteten
Einsatz in Familien unter anderem zu den Themen gewaltfreie Erziehung und
Kinderrechte
Entwicklung und Publikation einer Standortbestimmung „Frühe Hilfen für
geflüchtete Familien“ (voraussichtliche Veröffentlichung Ende 2017)
Erstellung von Expertisen zu Erfahrungen mit Frühen Hilfen in der
Erstaufnahme und zum traumasensiblen Arbeiten (Veröffentlichung 2018)
Sekundäranalyse der Daten der Prävalenzstudie Studie des NZFH „Kinder in
Deutschland“ (KiD 0-3) zum Zusammenhang diverser Faktoren mit dem
Merkmal „Migrationshintergrund.
22. Welche durch den Kinder- und Jugendplan des Bundes finanzierten Projekte
dienen der Wertebildung im Rahmen von Integrationsprozessen?
Welche Angebote davon richten sich gezielt an Mädchen und junge Frauen?
Welche Angebote davon richten sich gezielt an Jungen und junge Männer
(bitte differenziert für die Jahre von 2015 bis 2017 ausweisen)?
Das BMFSFJ fördert aus dem Kinder- und Jugendplan des Bundes die
bundeszentralen Träger der politischen Bildung für ihre außerschulische politische
Jugendbildung. Die politische Jugendbildung in Deutschland zeichnet sich durch
Vielfalt und Pluralität aus. Sie bezieht selbstverständlich in ihrer Bildungsarbeit
aktuelle Themen der Einwanderungsgesellschaft ein. Die Angebote der Kinder-
und Jugendhilfe wie auch der Träger der politischen Jugendbildung stehen allen
Kindern und Jugendlichen sowie jungen Erwachsenen bis 26 Jahren offen,
unabhängig von ihrem Geschlecht, ihrer Herkunft und ihrer Glaubensausrichtung. Die
Träger thematisieren in ihrer Arbeit explizit die Fragen um eine gelingende
Integration und dabei auch die Wertebildung von jungen Menschen und führen
eigenständig eine Vielzahl von Einzelprojekten zu diesen Themen durch. Auch die
Jugendverbandsarbeit ist ein zentraler Bestandteil des non-formalen
Bildungsspektrums und wichtiges Handlungsfeld der Kinder- und Jugendarbeit sowie im
Förderinstrument für jugendpolitische Maßnahmen des Bundes, dem Kinder- und
Jugendplan des Bundes (KJP). Das BMFSFJ fördert ein breites und plurales
Spektrum von Jugendverbänden gemäß § 12 SGB VIII. Die Vielfalt des Angebots
bezieht sich sowohl auf das Trägerprofil als auch auf Inhalte, Methoden und
Arbeitsformen. Neben themenbezogenen, weltanschaulich oder nach einer
spezifischen Aufgaben-stellung ausgerichteten Jugendverbänden werden auch Träger
gefördert, die Integrationsarbeit und interkulturelles Lernen zur Zielsetzung
haben bzw. als Dachverband für Migrantenjugendselbstorganisationen zur
Professionalisierung, Vernetzung und Dialog innerhalb der Jugendverbandsarbeit
beitragen. Jugendbeteiligung ist dabei das konstituierende Merkmal für die gesamte
Jugendverbandsarbeit: Junge Menschen organisieren, gestalten und verantworten
ihre Jugendarbeit selbst, gemeinsam und verantwortlich. Damit wird auch ein
entscheidender Beitrag zur Wertebildung geleistet.
Im Rahmen des KJP unterstützt das BMFSFJ die Deutsche Sportjugend (dsj), die
Jugendorganisation im Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB). Sie ist die
Interessenvertretung ihrer Mitgliedsorganisationen und unterstützt jungen
Menschen bei der Entwicklung von Verantwortungsbewusstsein,
Mitgestaltungswillen und Demokratieverständnis. Darüber hinaus leistet sie Lebenshilfe für sozial
benachteiligte Jugendliche und fördert ihre Mitbestimmung. Die dsj wirkt bei der
Entwicklung zeitgemäßer jugend- und bildungspolitischer Konzepte mit und
berät und unterstützt die Mitgliedsorganisationen in ihrer Arbeit.
Sie fördert die vorurteilsfreie Begegnung von jungen Menschen im Sport,
unabhängig von ihrer Herkunft, Nationalität, ethnischer Zugehörigkeit,
Weltanschauung, Geschlecht, sexueller Orientierung, Gruppenzugehörigkeit oder
Behinderung. Sie wendet sich explizit gegen Rassismus und Diskriminierung,
insbesondere gegen antidemokratische, antiziganistische und antisemitische Tendenzen.
Die dsj fördert und fordert gemeinsam mit Ihren Mitgliedsorganisationen eine
selbstbestimmte Teilhabemöglichkeit von Menschen mit Behinderung. Inklusion
und Integration wird dabei als ein dynamischer Prozess von Teilhabe und Vielfalt
verstanden.
Das BMFSFJ fördert im Rahmen des KJP ferner das Programm dsj
„Zukunftsinvestition: Entwicklung jungen Engagements im Sport“ (ZI:EL+ 2016 bis 2018).
Zur Stärkung der Sportstrukturen werden mit diesem Programm innovative
Projekte und Einzelmaßnahmen mit Modellcharakter zur Stärkung
bürgerschaftlichen Engagements gefördert. Hierzu gehören insbesondere Maßnahmen für und
mit jungen Migranten, Flüchtlingen, Jugendlichen mit Behinderung sowie aus
bildungsfernen Schichten. So stand z. B. während der Internationalen Wochen
gegen Rassismus (13. bis 26. März 2017) die „Interkulturelle Öffnung und
Antidiskriminierungsarbeit in der Engagementförderung“ und ihre
Weiterentwicklung im Rahmen einer gleichnamigen zweitägigen Fachveranstaltung im Fokus.
Zudem fördert das BMFSFJ im Rahmen des KJP die Koordinationsstelle
Fanprojekte (KOS) bei der dsj. Sie berät und begleitet im Rahmen des „Nationalen
Konzepts Sport und Sicherheit“ die Fanprojekte in Deutschland. Darüber hinaus steht
die KOS dem Deutschen Fußball-Bund (DFB), der Deutschen Fußball-Liga
(DFL), sowie der Polizei und der Politik in Sachen professioneller pädagogischer
Fanarbeit als beratende Instanz zu Verfügung.
Vordringliche Aufgaben der KOS sind die Sicherstellung bestehender, die
Einrichtung weiterer Fanprojekte sowie die inhaltliche Begleitung durch Fort- und
Weiterbildung.
Eine weitere Schwerpunktaufgabe der KOS ist es, nachhaltige Aufmerksamkeit
für die Themen Rassismus, Rechtsextremismus und Diskriminierung jedweder
Art im Profi- und Amateurfußball zu schaffen, Gegeninitiativen auf nationaler
und internationaler Ebene vorzustellen und zu unterstützen. Damit soll
extremistischen Orientierungen entgegengewirkt werden.
Die KOS ist heute eine allgemein anerkannte Fachstelle zur Prävention von
Gewalt und Rassismus im Fußball. Sie wurde im Jahr 1993 eingerichtet und wird
seitdem gemeinsam von BMFSFJ und DFB finanziert.
Alle o. a. Maßnahmen richten sich gleichermaßen an Mädchen und Jungen bzw.
junge Frauen und Männern.
Wertebildung im religiösen Bereich
23. Initiativen welcher islamischen Organisationen bzw. Moscheegemeinden
zur Förderung ehrenamtlicher Flüchtlingshilfe wurden bzw. werden in den
Jahren 2016 und 2017 durch den Bund gefördert (bitte nach Jahren,
Projektnehmer, Projektinhalt und Förderungshöhe aufschlüsseln)?
Folgende Projekte wurden bzw. werden durch den Bund in den genannten Jahren
gefördert:
Jahr Projektname Projektträger Fördersumme
Geschäftsbereich
2016 „Strukturaufbau und
Unterstützung von Ehrenamtlichen
in den Moscheegemeinden für
die Flüchtlingshilfe durch die
muslimischen Verbände der
DIK“ (SUEM-DIK)
DITIB e. V. sowie
Projektkooperationspartner
AMJ, VIKZ, IGBD und
ZRMD
Höhe der bewilligten
Mittel insg.
2.341.800,75 €
mehrere
Förderer (s. u)
2016 Teilprojekt
„Koordinierungsstelle und hauptamtliche
Flüchtlingsbeauftragte“
552.885,00 €
552.885,00 €
BMFSFJ
IntB
2016 Teilprojekt „Regionale und
Überregionale
Flüchtlingsbeauftragte“
536.030,75 €
BAMF
2016 Teilprojekt
„Ehrenamtspauschale und Miniprojekte“
700.000,00 €
BMI
2016/
2017
Patenschaftsprogramm
„Menschen stärken Menschen“, bei
welchem Patenschaften
zwischen geflüchteten und hier
lebenden Menschen gestiftet
werden. Gefördert werden
insgesamt 23 Programmträger
Patenschaftsprojekt
„Gegenwart-Geschwisterlich-
Gestalten“ der DITIB
Türkisch-Islamische
Union der Anstalt für
Religion e. V.
2016:
688.017,62 €
2017:
724.911,00 €
BMFSFJ
„Wir sind Paten“ Projekt
der Soziale Dienste und
Jugendhilfe gGmbH,
(Tochter des Zentralrats
der Muslime in
Deutschland e. V.)
2016:
769.801,20 €
2017:
812.959,41 €
Die vorstehende Auflistung ist nicht abschießend. In der Regel werden
Organisationen und Institutionen unabhängig von ihrem religiösen Hintergrund gefördert.
Daher erfolgt diesbezüglich auch keine statistische Erfassung. Aus diesem Grund
ist es nicht möglich, Projekte islamischer Organisationen und
Moscheegemeinden hier abschließend aufzuführen.
24. Welche Kenntnisse hat die Bundesregierung darüber, inwiefern auch
einzelne Bundesländer islamischen Organisationen bzw. Moscheegemeinden
bei der Förderung ehrenamtlicher Flüchtlingshilfe unterstützen?
Nach Kenntnis der Bundesregierung haben die Länder eigene Förderprogramme
zur Integration und auch zur Förderung ehrenamtlicher Flüchtlingshilfe.
Inwiefern hier speziell islamische Organisationen gefördert werden, ist der
Bundesregierung nicht bekannt.
25. Ist es zutreffend, dass im Rahmen des Bundesprogramms „Strukturaufbau
und Unterstützung von Ehrenamtlichen in den Moscheegemeinden für die
Flüchtlingshilfe durch die muslimischen Verbände der Deutschen
Islamkonferenz“ über das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge ausschließlich
Projekte in DITIB-Moscheen gefördert werden (Quelle: BAMF „Laufende
Integrationsprojekte zum Stand 1. Januar 2017“)?
a) Wenn ja, warum werden keine anderen islamischen Verbände bzw.
unabhängige Moscheegemeinden unterstützt?
b) Wenn nein, welche Projekte anderer Träger werden in welcher Höhe
gefördert und warum tauchen sie in der vorbezeichneten Quelle nicht auf?
Die Fragen 25 bis 25b werden gemeinsam beantwortet.
Nein.
Bei „Strukturaufbau und Unterstützung von Ehrenamtlichen in den
Moscheegemeinden für die Flüchtlingshilfe durch die muslimischen Verbände der Deutschen
Islam Konferenz (SUEM-DIK)“ handelt es sich nicht um ein Bundesprogramm,
sondern um ein Projekt, bei dem DITIB aufgrund des Organisationsgrades des
Verbandes als Träger fungiert und in das als weitere Kooperationspartner
Ahmadiyya Muslim Jamaat (AMJ), der Verband der islamischen Kulturzentren
e. V. (VIKZ), die Islamische Gemeinde der Bosniaken in Deutschland –
Zentralrat e. V. (IGBD) und Zentralrat der Marokkaner in Deutschland e. V. (ZRMD)
einbezogen sind.
Bei einer Kooperation fungiert ein Partner als Antragsteller und
Zuwendungsempfänger, weshalb in der bezeichneten Quelle nur die DITIB genannt wird.
26. Haben die Hinweise auf eine Spionagetätigkeit des DITIB-Bundesverbands
Konsequenzen auf die weitere Fortführung des Bundesprogramms www.
ksta.de/politik/spitzel-affaere-berlin-haelt-am-dialog-mit-islamverband-
ditibfest-26236136?
Eine Entscheidung, ob es eine Neuauflage des Projekts geben wird, ist noch nicht
getroffen.
Wertebildung im Sport
„Integration durch Sport“
27. Mit welchen Haushaltsmittel wurde innerhalb und außerhalb des Programms
„Integration durch Sport“ in den Jahren von 2015 bis 2017 der Zugang von
Geflüchteten zum Vereinssport durch den Bund bzw. (nach Kenntnis der
Bundesregierung) durch die Länder in welche Höhe gefördert (bitte nach
Jahren aufschlüsseln)?
Das Programm „Integration durch Sport“ fördert einerseits die
Teilhabemöglichkeit von Migranten und Migrantinnen am organisierten Sport, andererseits die
interkulturelle Öffnung von Vereinen und Verbänden. Seit dem Jahr 2015 ist das
Programm auch für alle Asylbewerber und Geduldeten geöffnet, wobei es keine
spezifische Ausweisung von Finanzmitteln ausdrücklich nur für Flüchtlinge im
Programm gibt. Das Programm „Integration durch Sport“ wurde aus
Bundesmitteln (Kapitel 0603 Titel 684 14) wie folgt gefördert:
Projektname Projektträger Jahr Fördersumme
Integration durch Sport DOSB 2015 5.800.000 €
2016 11.400.000 €
2017 11.400.000 €
Im Rahmen des Programms „Zukunftsinvestition: Entwicklung jungen
Engagements im Sport (ZI:EL+ 2016 bis 2018)“ wurden 2016 Fördermittel aus dem KJP
für Maßnahmen mit jungen Flüchtlinge in Höhe von 264 000 Euro bereitgestellt.
Für das Jahr 2017 sind aktuell 246 000 Euro Fördermittel eingeplant. Im Übrigen
wird auf die Antwort zu Frage 22 verwiesen. Eine weitere Konkretisierung der
Fördermittel kann nicht vorgenommen werden, da die Maßnahmen überwiegend
unterjährig in den jeweiligen Haushaltsjahren entstehen.
Bei dem Projekt „Willkommen im Fußball“ der DKJS in Kooperation mit der
Bundesliga-Stiftung steht der Profifußball im Mittelpunkt.
Bei dem Projekt werden an 21 Standorten der Bundesliga und der Zweiten
Bundesliga lokale Bündnisse der Profivereine mit Amateurvereinen,
Bildungseinrichtungen, Flüchtlingsinitiativen, Wohlfahrtsverbänden etc. ins Leben gerufen, die
Fußball- und Bildungsangebote für junge Flüchtlinge bis 27 Jahre organisieren.
Die offenen Trainingsangebote und regelmäßigen Projektturniere werden dabei
mit Bildungs-, Beratungs- und Begegnungsangeboten verknüpft, um die
Kompetenzen der Jugendlichen umfassend zu stärken. In die Organisation und
Durchführung der Fußballangebote werden auch Flüchtlinge aktiv mit einbezogen,
indem sie beispielsweise zu Übungsleitern qualifiziert werden. Das Projekt wird
von der Beauftragten der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und
Integration mit folgenden Haushaltsmitteln gefördert:
Projektname Projektträger Jahr Fördersumme
Willkommen im Fußball Deutsche Kinder- und
Jugendstiftung 2015 150.000 €
2016 350.000 €
2017 200.000 €
Ziel des Projektes „1:0 für ein Willkommen“ der DFB-Stiftung Egidius Braun ist
es, möglichst vielen Flüchtlingen zu ermöglichen, Fußball zu spielen. Im Rahmen
des Projektes erhalten ehrenamtlich organisierte Amateurvereine, die bereits
Zugangsangebote für Geflüchtete machen, eine Unterstützung in Höhe von
500 Euro, um etwa offene Sportangebote, die Bereitstellung von
Trainingskleidung, die Organisation von Fahrdiensten, Besuche in den Übergangswohnheimen
und Ähnliches finanzieren zu können. Bis Ende 2016 wurden über 3 000
Fußballvereine in ganz Deutschland unterstützt. Dies zeigt, wie viele Vereine sich
ehrenamtlich engagieren. Seit dem 1. Januar 2017 wird das gemeinsame Engagement
der Beauftragten und der DFB-Stiftung Egidius Braun fortgesetzt. Unter dem
Titel „2:0 für ein Willkommen“ werden nun schwerpunktmäßig Aktivitäten
unterstützt, die die weitergehende gesellschaftliche Integration der Flüchtlinge zum
Ziel haben: Beispielsweise Bildungs- und Nachhilfeangebote (z. B. spezielle
Sprachförderprogramme im Fußball), Begegnungsfeste (z. B. Aktionstage auf
den DFB-Mini-Spielfeldern oder in Schulen), Schulfußball-AGs für geflüchtete
Kinder, niederschwellige Qualifizierungsmaßnahmen für ehrenamtliche
Tätigkeiten im Fußball, die Organisation von Ausbildungs-, Praktikums- und
Jobbörsen oder Vernetzungstreffen. Das Projekt wird von der Beauftragten der
Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration mit folgenden
Haushaltsmitteln gefördert:
Projektname Projektträger Jahr Fördersumme
1:0 für ein Willkommen DFB-Stiftung Egidius Braun 2015 200.000 €
2016 600.000 €
2017 200.000 €
Ziel des Projektes „Willkommen im Sport (WiS) – Sport und
Bewegungsangebote für Flüchtlinge“ des DOSB ist es, Flüchtlinge im Sinne einer gelebten
Willkommenskultur an Sport- und Bewegungsangebote heranzuführen und dabei
Kontakte zur Aufnahmegesellschaft herzustellen. Dabei sollen insbesondere
andere Sportarten als der Fußball unterstützt werden, wobei auch ein besonderer
Schwerpunkt auf die Zielgruppe der geflüchteten Frauen und Mädchen gelegt
wird. Niedrigschwellige Angebote in den Vereinen werden mit
Qualifizierungsmaßnahmen verknüpft, wobei die Vereine in ihrer Tätigkeit intensiv begleitet und
beraten werden. Ein ausdrückliches Ziel des Projekts ist auch die Einbindung von
Flüchtlingen in die Ehrenamtspositionen der Vereine. Das Projekt wird von der
Beauftragten der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration mit
folgenden Haushaltsmitteln gefördert:
Projektname Projektträger Jahr Fördersumme
Willkommen im Sport Deutscher Olympischer Sportbund 2015 50.000 €
2016 650.000 €
2017 400.000 €
Zielgruppe des Projekts „Orientierung durch Sport (OdS)“ der dsj, das zum 1.
Januar 2016 startete, sind junge, vor allem unbegleitete Flüchtlinge. Für diese
Zielgruppe werden zum einem Angebote sportlicher Aktivitäten geschaffen, zum
anderen stehen die Koordinierung und Qualifizierung von jungen Engagierten in
diesem Themenfeld im Mittelpunkt des Projekts. In dem Projekt werden
bundesweit Maßnahmen für junge (unbegleitete) Flüchtlinge umgesetzt – vom
Anfänger-Schwimmkurs über Fahrradkurse bis hin zu Karate, Rudern, Tischtennis und
Klettern. Die Angebote werden dabei fast ausschließlich von jungen ehrenamtlich
Engagierten durchgeführt, wobei auch junge Geflüchtete bei der Übernahme
ehrenamtlicher Aufgaben unterstützt werden. Das Projekt wird von der
Beauftragten der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration mit folgenden
Haushaltsmitteln gefördert:
Projektname Projektträger Jahr Fördersumme
Orientierung durch Sport Deutsche Sportjugend 2016 360.000 €
2017 200.000 €
28. Inwiefern beinhalten die Förderkriterien der durch Bundesmittel geförderten
Programme und Projekte zur Integration von Geflüchteten und neu
zugewanderten Menschen im Sport speziell die Vermittlung von Werten, und wie
werden diese im Rahmen einer Beurteilung der Förderfähigkeit von
Projekten bewertet?
Das Grundverständnis des Programms „Integration durch Sport“ wurde durch den
DOSB im Jahr 2011 wie folgt definiert (vgl. DOSB Programmkonzeption
„Integration durch Sport“, S. 4):
„Integration ist die gleichberechtigte Teilhabe von Migrant/-innen am
gesellschaftlichen Leben und damit auch an sportweltlichen Teilnahme- und
Teilhabestrukturen unter Respektierung und Wahrung kultureller Vielfalt beim
gleichzeitigen Anspruch aller, sich an rechtsstaatlichen und demokratischen
Grundpositionen zu orientieren.“
Im Übrigen wird auf die Ausführungen in den Antworten zu den Fragen 20 und
22 verwiesen.
29. Haben mittlerweile auch Geduldete und Asylbewerberinnen und -bewerber,
die nicht aus sicheren Herkunftsländern stammen und seit mehr als drei
Monaten in Deutschland leben, die Möglichkeit erhalten, im Rahmen des
Programms „Integration durch Sport“ sportbasierte Bewegungsangebote zu
nutzen (s. Bundestagsdrucksache 18/5650)?
a) Wenn nein, warum nicht, und bis wann wird das umgesetzt?
b) Welche Personengruppen haben damit aktuell Zugang zu Angeboten aus
dem Programm „Integration durch Sport“?
Die Fragen 29 bis 29b werden gemeinsam beantwortet.
Ja. Integration durch Sport ist für alle Asylbewerber und Geduldete, unabhängig
von Herkunft oder Bleibeperspektive, geöffnet.
30. Wurden die Gelder des Förderprogramms „Integration durch Sport“, die
2015 von 5,4 Mio. Euro auf 11,4 Mio. Euro erhöht wurden, im Jahr 2016
voll ausgeschöpft?
Oder bestand im Jahr 2016 vielleicht ein Mehrbedarf in dem Sinne, dass
mehr förderfähige Projekte eine Förderung beantragt haben, als Fördermittel
zur Verfügung standen; und wenn ja, in welcher Höhe wurde ein solcher
Mehrbedarf festgestellt?
Im Jahr 2015 standen 5 400 000 Euro im Haushaltsansatz für das Programm
„Integration durch Sport“ zur Verfügung. Aufgrund des Mehrbedarfs durch die
Öffnung des Programms für Flüchtlinge betrug die bewilligte Fördersumme für
"Integration durch Sport" im Jahr 2015 letztlich insgesamt 5 800 000 Euro.
Eine Anhebung auf 11 400 000 Euro erfolgte dann erstmals 2016. Aufgrund der
erforderlichen Anpassungen der Maßnahmen an die erhöhte Fördersumme betrug
die abgerufene Zuwendung letztlich 11 180 000 Euro. Im Jahr 2017 ist wiederum
eine Zuwendung in Höhe von 11 400 000 Euro geplant; der entsprechende
Projektantrag des DOSB befindet sich aktuell in der Prüfung und Abstimmung.
31. Gibt es eine aktuelle Bedarfsschätzung der Bundesregierung über die Höhe
der Finanzmittel mit einem Schwerpunkt auf Integration von Geflüchteten
und neu zugewanderten Menschen im Sport, oder ist der Bundesregierung
eine Bedarfsschätzung des organisierten Sports bekannt?
a) Wenn ja, wie hoch ist diese?
b) Wenn nein, plant die Bundesregierung eine derartige Bedarfsschätzung?
Im Hinblick auf die Öffnung des Programms „Integration durch Sport“ auch für
Asylbewerber und Geduldete wurde der Mehrbedarf seitens des Haushalts 2016
auf 6 000 000 Euro geschätzt, so dass die zur Verfügung stehende Fördersumme
erstmalig auf 11 400 000 Euro angehoben worden ist. Im Hinblick auf die
vorhandenen Anträge von DOSB und seinen Sportbünden scheint die Fördersumme
aktuell bedarfsgerecht.
Im Übrigen wird auf die Ausführungen in der Antwort zu Frage 27 verwiesen.
32. Wie arbeitet die Bundesregierung in der Unterstützung des organisierten
Sports in Angeboten für geflüchtete und neue eingewanderte Menschen mit
den Bundesländern zusammen?
Im Rahmen der Förderung des Programms „Integration durch Sport“ erhalten
neben dem DOSB vor allem die 16 Landesportbünde Finanzmittel, aus denen
hauptberufliche Mitarbeiter und Verwaltungskosten, aber ebenso integrative
Maßnahmen der Vereine finanziert werden.
Damit besteht eine handlungsfähige organisatorische Struktur, die in der Lage ist,
weitere Projektförderungen zu planen und durchzuführen. Ziel des Programms ist
es, Drittmittel u. a. von den Ländern in das Programm einzuwerben. Entsprechend
können öffentlich-rechtliche Zuwendungen der Kommunen und Länder im
Rahmen von „Integration durch Sport“ weit überwiegend in konkrete Maßnahmen
gegeben werden, da eine erforderliche Infrastruktur aus dem Programm bereits
existiert. Der Einsatz der Fördermittel wie auch der Drittmittel der Länder wird
im Förderantrag ausgewiesen und basiert auf dem Zusammenwirken von allen
Beteiligten.
33. Wie ist die Finanzierung der Projekte „Willkommen im Sport“ (des
Deutschen Olympischen Sportbunds) und „Orientierung durch Sport“ (der
Deutschen Sportjugend), bei denen speziell Geflüchtete als Zielgruppe benannt
sind, für das Jahr 2017 und die Folgejahre gewährleistet?
Die Finanzierung der Projekte „Willkommen im Sport“ des DOSB und
„Orientierung durch Sport“ der dsj durch die Beauftragte der Bundesregierung für
Migration, Flüchtlinge und Integration ist für das Jahr 2017 gewährleistet, die
Zuwendungsbescheidung ist erfolgt. Für die Folgejahre kann zum jetzigen Zeitpunkt
noch keine Aussage getroffen werden. Im Übrigen wird auf die Antwort zu
Frage 27 verweisen.
Zielgruppen- bzw. Maßnahmenspezifische Förderung
34. Inwiefern haben Bund und – nach Kenntnis der Bundesregierung – die
Länder in diesem Sinne auch Ansätze selbstorganisierter Sportangebote von
Geflüchteten in den Jahren von 2015 bis 2017 unterstützt?
Die Förderung selbstorganisierter Sportangebote von Flüchtlingen ist seitens des
Programms Integration durch Sport möglich. Eine statistische Erfassung erfolgt
diesbezüglich nicht.
35. Welche Maßnahmen ergreift die Bundesregierung, um ehrenamtliches
Engagement im Sport allgemein und im Zusammenhang mit Geflüchteten
speziell zu fördern, und welche Maßnahmen plant die Bundesregierung zu
ergreifen?
Speziell für die zweite Lebenshälfte wurde vom Deutschen Olympischen
Sportbund (DOSB) ein Projekt durchgeführt (BMFSFJ-Förderung: 2013 bis 2016), das
Modelle für innovative Partnerschaften vor Ort entwickelt hat: „Attraktives
Ehrenamt im Sport – Gesucht: Funktionsträger/innen in der 2. Lebenshälfte für
Sportvereine“. Hier wurden neuartige Kooperationen zwischen Sportvereinen
und Freiwilligenagenturen sowie Seniorenbüros initiiert. Die Erfahrungen beim
Freiwilligenmanagement, über die die Freiwilligenagenturen und Seniorenbüros
verfügen, sollen so den Sportvereinen zugutekommen.
Die vom BMFSFJ geförderte Studie „Kooperation von Haupt- und
Ehrenamtlichen in Pflege, Sport und Kultur“ (INBAS-Sozialforschung) hat erstmalig auch
für den Bereich Sport typische Kooperationsprobleme analysiert sowie belastbare
Modelle und praxisbewährte Lösungsansätze erforscht. Es wurde ein
Handlungsleitfaden für die Praxis erarbeitet, der gut nachgefragt wird. Er kann abgerufen
werden unter:
www.bmfsfj.de/blob/94176/11267bd21daff5b30dd44dcf967cd280/
kooperation-von-haupt-und-ehrenamtlichen-als-gestaltungsaufgabe-leitfaden-
data.pdf.
Auf die Antwort zu Frage 22 wird verwiesen. Betreffend das Programm
„Zukunftsinvestion: Entwicklung jungen Engagements im Sport (ZI:EL+ 2016 bis
2018)“ wird auf die Antwort zu Frage 27 verwiesen.
Der organisierte Sport stellt nach wie vor den quantitativ bedeutsamsten Träger
freiwilligen Engagements dar. 8,6 Millionen ehrenamtlich Engagierte in ca.
91 000 deutschen Sportvereinen leisten jährlich mehr als 500 Millionen Stunden
ehrenamtliche Arbeit für rund 28 Millionen Mitglieder. Sie tun dies in
unterschiedlicher Weise, 1,74 Millionen sind in ehrenamtlichen Funktionen als
Vorsitzende oder Vorstandsmitglieder tätig, ca. 7 Millionen helfen im Spiel- und
Wettkampfbetrieb sowie bei Veranstaltungen.
Die Bundesregierung fördert die Anerkennung des ehrenamtlichen Engagements
im Sport vor allem durch
die Übernahme von Grußworten und Schirmherrschaften bei herausragenden
Vereinsjubiläen und Breitensportveranstaltungen,
die Stiftung von Ehrenpreisen an Sportvereine, die überregional bedeutsame
Sportwettkämpfe im Breitensport ausrichten,
die Anforderung und Vorprüfung der Vorschläge der dem Deutschen
Olympischen Sportbund angegliederten Verbände und Vereine zur Auszeichnung,
von Ehrenamtlichen im Sport mit dem Bundesverdienstkreuz durch den
Bundespräsidenten sowie
die Vertretung im Empfehlungsausschuss für die Sportplakette des
Bundespräsidenten, mit der das ehrenamtliche Engagement in Vereinen gewürdigt
wird, die seit mindestens 100 Jahren bestehen.
Die Förderung des ehrenamtlichen Engagements von Flüchtlingen im Sport ist
ausdrückliches Ziel der vier von der Beauftragten der Bundesregierung für
Migration, Flüchtlinge und Integration geförderten Sportprogramme für Geflüchtete:
„Willkommen im Fußball“ der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung (DKJS) in
Kooperation mit der Bundesliga-Stiftung, „2:0 für ein Willkommen“ der DFB-
Stiftung Egidius Braun, „Willkommen im Sport“ des DOSB sowie „Orientierung
durch Sport“ der dsj. Im Übrigen wird auf die Antwort zu Frage 27 verweisen.
36. Wurden bzw. werden in den Jahren von 2015 bis 2017 tatsächlich Projekte
zur sogenannten sport- bzw. bewegungsgestützten Spracherziehung
mittelbar oder unmittelbar durch den Bund finanziell unterstützt?
a) Wenn ja, welche Förderprograme gibt es, und wie sind diese Programme
finanziell ausgestattet?
b) Wenn nein, warum nicht?
Die Fragen 36 bis 36b werden gemeinsam beantwortet.
Die „sport- bzw. bewegungsgestützten Spracherziehung“ ist ausdrückliches Ziel
der vier von der Beauftragten der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und
Integration geförderten Sportprogramme für Geflüchtete: „Willkommen im
Fußball“ der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung (DKJS) in Kooperation mit der
Bundesliga-Stiftung, „2:0 für ein Willkommen“ der DFB-Stiftung Egidius Braun,
„Willkommen im Sport“ DOSB sowie „Orientierung durch Sport“ der dsj. So
wurde beispielsweise im Rahmen des Projektes „Orientierung durch Sport“ der
dsj von der DJK Sportjugend ein digitales Sport- und Spielewörterbuch
entwickelt, in dem etwa 100 verschiedene Kennenlern-, Fang-, Lauf-, Ball- und
interkulturelle Spiele in 5 Sprachen (Deutsch, Englisch, Französisch, Türkisch und
Arabisch) beinhaltet sind (
www.sport-woerterbuch.de). Im Übrigen wird auf die
Antwort zu Frage 27 verweisen.
37. Inwiefern werden interkulturell angelegte Projekte zur – mittelbaren –
Wertebildung durch den Sport (wie z. B. „buntkicktgut“; Sport mit Courage,
Sport ohne Grenzen, Champions ohne Grenzen etc.) in den Jahren von 2015
bis 2017 gefördert?
a) Wie hat sich die Inanspruchnahme des von der Integrationsbeauftragten
des Bundes und der DFB-Stiftung Egidius Braun unterstützten Projekts
„1:0 für ein Willkommen“ in den Jahren von 2015 bis 2017 entwickelt?
Im Rahmen des von der Beauftragten der Bundesregierung für Migration,
Flüchtlinge und Integration geförderten Projekts „1:0 für ein Willkommen“ der DFB-
Stiftung Egidius Braun wurden im Jahr 2015 insgesamt 1 413 Fußballvereine in
ihrem Engagement für Flüchtlinge unterstützt. Im Jahr 2016 erhielten weitere
1 600 Fußballvereine eine finanzielle Unterstützung. Im Jahr 2017 wurden im
Rahmen des Projekts „2:0 für ein Willkommen“ bis Ende April insgesamt
153 Fußballvereine unterstützt.
b) Wie hat sich die Inanspruchnahme des von der Integrationsbeauftragten
des Bundes und der Bundesliga-Stiftung bzw. der Deutschen Kinder- und
Jugendstiftung gemeinnützige GmbH unterstützten Projekts
„Willkommen im Fußball“ in den Jahren von 2015 bis 2017 entwickelt?
Das Programm Willkommen im Fußball startete im März 2015. Bis Ende des
Jahres 2015 nahmen 10 Bündnisse aus Profi-Clubs, Amateurverein und weiteren
Organisationen wie Stiftungen, Jugendhilfeträgern oder kommunalen Stellen ihre
Tätigkeit auf: 10 Profi-Clubs, 12 Amateurvereine und 14 weitere Organisationen
wurden gemeinsam aktiv. Die 10 Bündnisse haben im Jahr 2015 wöchentlich
insgesamt 14 Trainings angeboten. Durch Sportangebote sowie weitere
Veranstaltungen, die die Bündnisse bzw. die DKJS für Flüchtlinge und Einheimische
umgesetzt haben, wurden im Rahmen des Programms „Willkommen im Fußball“ im
Jahr 2015 insgesamt mindestens 1 129 Personen erreicht.
Im Jahr 2016 waren im Programm „Willkommen im Fußball“ 21 Profi-Clubs,
22 Amateurvereine und 43 weitere Organisationen engagiert, die sich zu einem
Netzwerk aus Bündnissen zusammengeschlossen haben. Die 21 Bündnisse haben
wöchentlich insgesamt 40 Trainings angeboten.
Neben dem Sportangebot und regelmäßigen Angeboten wie z. B. Sprachkursen
fanden in 2016 insgesamt 60 Veranstaltungen statt, die die Bündnisse zusätzlich
für Flüchtlinge und Einheimische umgesetzt haben. Das waren z. B. Feriencamps,
Turniere oder Stadtführungen. Das Programm „Willkommen im Fußball“ hat im
Jahr 2016 insgesamt mindestens 3 423 Personen erreicht.
Im Jahr 2017 kommen zu den bestehenden 21 Bündnissen weitere drei Bündnisse
mit Profi-Clubs hinzu. Es ist somit davon auszugehen, dass die Inanspruchnahme
des Programms im Jahr 2017 weiter steigen wird.
Unter den an den Bündnissen beteiligten Organisationen sind auch zahlreiche
interkulturell angelegte Projekte bzw. Träger, wie beispielswiese „Champions ohne
Grenzen“ in Berlin, „FC Ente Bagdad“ in Mainz und „In safe hands“ in Bochum.
c) Inwiefern wurden bzw. werden die Projekte „Bunter Mädchenfußball“,
DISCOVER FOOTBALL“, „Fußball ohne Abseits“ oder „Kicking Girls“ –
und sei es mittelbar – in den Jahren von 2015 bis 2017 durch den Bund
finanziell unterstützt?
Ein zentraler Baustein der Projekte „Kicking Girls“, „Mädchen mittendrin“,
„Golden Girls“, „Bunter Mädchenfußball“ etc. ist die Qualifizierung von
weiblichen Jugendlichen mit Einwanderungsgeschichte zu Fußball-Coaches. Weibliche
Fußball-Coaches spielen eine zentrale Rolle, um Mädchen mit
Einwanderungsbiographie für den Fußball zu gewinnen. Um mehr Mädchen und junge Frauen mit
Einwanderungsgeschichte als Übungsleiterinnen und Trainerinnen zu gewinnen,
hat die Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und
Integration von 2014 bis 2016 das Projekt „Fußball Coach werden – migrantische
jugendliche Mädchen qualifizieren“ des Instituts „Integration durch Sport und
Bildung e. V.“ in Kooperation mit der Universität Duisburg-Essen mit insgesamt
160 000 Euro gefördert. Das Projekt zielte darauf ab, an bundesweit 20
Standorten, an denen es bislang noch kein vergleichbares Angebot gab,
Qualifizierungsmaßnahmen für jugendliche Mädchen zu Fußball-Coaches durchzuführen.
Insgesamt haben über 250 Mädchen im Alter von 14 bis 17 Jahren teilgenommen,
wobei rund 70 Prozent einen Migrationshintergrund hatten. Die Fußball-Coaches
wurden an allen Standorten anschließend bei den kooperierenden Schulen und
Vereinen in den entsprechenden Übungsgruppen als Coaches eingesetzt.
38. Inwiefern beinhalten die Förderkriterien der durch Bundesmittel geförderten
Programme und Projekte zur Integration von Geflüchteten und neu
zugewanderten Menschen im Sport speziell die Berücksichtigung von Angeboten für
Mädchen und Frauen sowie lesbischen, schwulen, bisexuellen,
transsexuellen, und intersexuellen Geflüchteten?
Die Angebote im organisierten Sport basieren auf freiwilligen und
ehrenamtlichen Tätigkeiten bzw. Diensten. Sie richten sich dem Grunde nach an alle
Zielgruppen gleichermaßen. Somit sollen die Zugänge zum Sport für alle Menschen
offen sein. Die Entscheidung zur Teilnahme an Maßnahmen und Projekten liegt
in der Entscheidung eines jeden Einzelnen.
Bezüglich einer verstärkten zielgruppenspezifischen Ausrichtung von
Maßnahmen und Projekten wird auf die Antwort zu den Fragen 22 und 41 verwiesen.
39. Beinhalten die Vergabekriterien für eine Förderung von Programmen und
Projekten zur Integration von Geflüchteten und neu zugewanderten
Menschen im Sport eine Berücksichtigung, ob alle Geschlechter proportional
gleichermaßen von den Projekten profitieren, und wenn nein, warum nicht?
Auf die Antwort zu Frage 38 wird verwiesen.
40. Werden seitens des Bundes bzw. – nach Kenntnis der Bundesregierung –
seitens der Länder Projekte gefördert, um speziell muslimischen Mädchen bzw.
jungen muslimischen Frauen beim Zugang zum Sport bzw. zu bestimmten
Sportarten zu unterstützen (wie einst das Projekt „Junges Engagement im
Sport“ zur Förderung der Aktivitäten muslimischer Mädchen und junger
Frauen im Sport- und Schwimmbereich)?
a) Wenn ja, welche Förderprogramme gibt es, und wie sind diese
Programme finanziell ausgestattet?
b) Wenn nein, warum nicht?
Die Fragen 40 bis 40b werden gemeinsam beantwortet. Die Bundesregierung
fördert keine derartigen Projekte, da hierzu keine konkreten Förderanträge vorliegen.
Nach Kenntnis der Bundesregierung werden auch seitens der Länder keine
Projekte gefördert.
Kampf gegen gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit bei der vereinssportlichen
Betätigung
41. Mit welchen Programmen (jenseits von Plakatausstellungen u. Ä.) fördern
Bund bzw. nach Kenntnis der Bundesregierung die Länder die Bekämpfung
von Rassismus, Antisemitismus, Islamfeindlichkeit, Sexismus, Homophobie
und anderen Formen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit bzw. von
Diskriminierung auf dem Sportplatz bzw. in der Sporthalle – also bei der
aktiven vereinssportlichen Betätigung?
Mit dem Programm „Zusammenhalt durch Teilhabe“ fördert das BMI bundesweit
Verbände und Vereine in ihren Anstrengungen, das Engagement der Freiwilligen
und Hauptamtlichen in den Organisationen auf einer den Werten unserer
freiheitlichen Grundordnung entsprechenden Weise zu gestalten. Die geförderten
Projekte engagieren sich für demokratische Teilhabe, gegen Extremismus,
Rassismus und andere Formen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit in ländlichen
oder strukturschwachen Regionen. Im Mittelpunkt stehen regional verankerte
Vereine, Verbände und deren Mitglieder. Zu den Hauptzielgruppen gehören die
Landesverbände des organisierten Sports, der freiwilligen Feuerwehren, der
Bundesanstalt Technisches Hilfswerk (THW) und anderer Helfer- und
Wohlfahrtsorganisationen. Ihre Kompetenzen in der Bearbeitung von Konflikten und im
Umgang mit diskriminierenden und demokratiefeindlichen Vorfällen werden
unterstützt und erweitert. Das Fördervolumen beträgt jährlich 12 Mio. Euro.
In verschiedenen Programmbereichen des Bundesprogramms des BMFSFJ
„Demokratie leben! Aktiv gegen Rechtsextremismus, Gewalt und
Menschenfeindlichkeit“ werden auch einzelne Projekte gefördert, die sich im Sportbereich mit
Phänomenen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit auseinandersetzen. Die
Bundesregierung arbeitet über dieses Bundesprogramm auch mit verschiedenen
Landesprogrammen zur Radikalisierungsprävention und/oder
Demokratieförderung zusammen. Geförderte Projekte werden zum Beispiel durch
Landesprogramme/Landesministerien kofinanziert. Eine Landeskofinanzierung der aus
„Demokratie leben!“ geförderten Projekte, die Radikalisierungsprävention und/
oder Demokratieförderung über sportliche Aktivitäten angehen, gibt es aktuell
nicht. Es ist aber denkbar, dass die Länder ähnliche Ansätze auf Landesebene
verfolgen.
Mit der Aktion „Gewalt gegen Frauen – nicht mit uns!“ ruft der DOSB seit dem
Jahr 2008 alljährlich mit Unterstützung seiner Kampfsportvereine dazu auf,
bundesweit in Städten und Gemeinden, in Kooperation mit Fraueninitiativen,
kommunalen Gleichstellungsbeauftragten und Frauenbüros Schnupperkurse in
Selbstbehauptung und Selbstverteidigung für Frauen und Mädchen anzubieten. 2014
lobte der DOSB erstmalig in diesem Zusammenhang einen Wettbewerb „um die
beste Vernetzung vor Ort – zwischen Sportverein und Aktionspartner/in“ aus, um
im Rahmen einer begleitenden Öffentlichkeitsarbeit über die Ursachen von
Gewalt an Frauen zu informieren und auf notwendige Hilfs- und
Präventionsmaßnahmen aufmerksam zu machen.
Der DOSB hat auch im Jahr 2016 den Wettbewerb „Starke Netze gegen Gewalt –
Keine Gewalt gegen Frauen und Mädchen!“ ausgelobt. Der DOSB ist ein
wichtiger gesellschaftspolitischer Partner, dessen Engagement im Bereich
Gleichstellung, bei der Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen sowie aktuell und zukünftig
bei der Bewerbung des Hilfetelefons Gewalt gegen Frauen von BMFSFJ begrüßt
wird. Die dritte Preisverleihung ist erneut eine gute Möglichkeit, auf das
Hilfetelefon Gewalt gegen Frauen aufmerksam zu machen. Zudem bewirbt der DOSB
auf seiner Homepage und in themenbezogenen Flyern das Hilfetelefon Gewalt
gegen Frauen.
Die Förderung der Makkabiade 2016 erfolgte im Rahmen der Förderung der
Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland e. V. zur Strukturentwicklung
Bundeszentraler Träger im Themenfeld „Umgang mit Antisemitismus und
Empowerment der jüdischen Minderheit“. Fördergegenstand waren Honorar- und
Sachkosten im Zusammenhang mit dem Rahmenprogramm der Makkabiade 2016.
Homophobie und Transphobie stehen im Fokus des Projekts „Kicks and Gender –
Geschlechterreflektierende Sozialarbeit mit Fußballfans“ (2015 bis 2016) der
Kompetenzgruppe Fankulturen und Sport bezogene soziale Arbeit (KoFaS) am
Institut für Sportwissenschaft der Leibniz Universität Hannover. Es soll einen
weiterführenden Blick auf normierende Geschlechterbilder und
Männlichkeitsideale in Fankulturen entwickeln. Schwerpunkte sind u. a. das Hinterfragen
„natürlicher“ Geschlechterrollen, das Aufzeigen der Vielfalt von
Geschlechteridentitäten jenseits heteronormativer Muster und die Befähigung zur gewaltfreien
Konfliktlösung.
Hauptzielgruppe sind Sozialpädagoginnen und -pädagogen aus Fanprojekten.
Im Übrigen wird auf die Antwort zu Frage 22 verwiesen.
42. Wurde die vom Bund unterstützte Kampagne „Sport und Politik verein(t)
gegen Rechtsextremismus“ dahingehend evaluiert, inwiefern es ihr (z. B.
mithilfe der im Rahmen dessen entwickelten Handlungsempfehlungen sowie
der Beratungsstrukturen) gelungen ist, Sportvereine
a) für Versuche rechtsextremistischer Einflussnahme und Unterwanderung
zu sensibilisieren;
b) zu motivieren, uneingeschränkt und konsequent gegen jegliche
rechtsextremistische Erscheinungsformen vorzugehen;
c) sich entsprechend fortzubilden und sich öffentlich und in
Vereinssatzungen gegen Rechtsextremismus zu positionieren;
d) möglichst flächendeckend in den Strukturen des Sports verankerte
Unterstützungsangebote und Ansprechpartner zu schaffen bzw.
e) darin zu bestärken, ein tolerantes, von gegenseitigem Respekt geprägtes
Vereinsklima zu schaffen und damit Rechtsextremismus und anderen
Formen von Diskriminierung vorzubeugen?
Wenn ja, mit welchem Ergebnis?
Wenn nein, warum nicht?
Die Fragen 42 bis 42e werden gemeinsam beantwortet.
Es erfolgte keine Evaluierung, da die Kampagne „Sport und Politik vereint gegen
Rechtsextremismus“ keine Fördermittel erhält.
Wertebildung in der kulturellen Bildung
43. Welche interkulturellen Initiativen und Projekte werden im
Verantwortungsbereich des Bundes und über die Kulturstiftung des Bundes zur
Wertebildung in den Jahren von 2015 bis 2017 mit dem Ziel der Förderung der
Wertebildung im Integrationsprozess unterstützt im Bereich
Die Bundesregierung fördert folgende einschlägige Projekte:
a) Theater und Tanz,
Im Bereich Theater und Tanz
Jahr Projektname Projektträger/
Initiative
Geschäftsbereich
2016 (ist
abgeschlossen)
Programm „HOMEBASE – Theater für die
kommende Gesellschaft“: Der Fonds Darstellende
Künste eröffnet den Künstlerinnen und Künstlern
bundesweit gezielt Freiräume, um ihr Engagement
im Bereich Migration/Integration mit Hilfe
verschiedenster Projekte zu erproben, zu realisieren
und zu verstetigen. Es wurden sowohl
projektvorbereitende Recherche- und Konzeptionsphasen als
auch die Realisierung von Projekten gefördert.
Programme der
Bundeskulturfonds: Fonds
Darstellende Künste
BKM
2017 Vom 4. bis 7. Mai 2017 fand im Deutsch-
Sorbischen Volkstheater Bautzen das Festival
„Willkommen anderswo III - sich spielend begegnen“ statt.
An vier Tagen werden Theaterarbeiten mit
geflüchteten und einheimischen Kindern und Jugendlichen
präsentiert, die aktuell an acht ausgewählten Stadt-
und Staatstheatern Deutschlands entstehen. Mit
dem Projekt soll gezeigt werden, wie mit Hilfe von
Theater die Integration von Geflüchteten,
insbesondere von unbegleiteten Jugendlichen, befördert
wird.
Deutsch-Sorbisches
Volkstheater
Bautzen
2016 bis 2017
Im Rahmen der Modellprojektförderung unterstützt die BpB die folgenden
Projekte und Projektträger in diesem Themenfeld: Grenzkultur gGmbH Cabuwazi,
Kinder- und Jugendzirkus mit dem Projekt „HEIMATSPHERE Deutschland –
Wie – Wo und Wozu? Ein Forschungsprojekt zu politisch-demokratischen,
sozialen und interkulturellen Prozessen von Jugendlichen“ sowie das Ensemble am
Haus der Jugend Wuppertal mit dem Projekt „Close Up – Theaterprojekt mit
Geflüchteten“.
b) Musik,
Im Bereich Musik
Jahr Projektname/Initiative Projektträger/
Institution
Geschäftsbereich
08/2016-
07/2018
(zunächst)
Teilnehmer: Künstler und Kulturschaffende,
kulturell interessierte Menschen, Vereine, Verbände,
öffentliche Institutionen
„Willkommen in Deutschland: Musik macht Heimat
– Engagement für Dialog“: Das Deutsche
Musikinformationszentrum (
http://www.miz.org) präsentiert
in einem neuen Fokus ausgewählte Projekte und
Initiativen zum Thema Musik und Flüchtlinge.
Mit der Darstellung sollen die Solidarität und
Hilfsbereitschaft der Akteure des Musiklebens sichtbar
gemacht und Anregungen für die Initiierung neuer
Initiativen gegeben werden. Als Ideensammlung,
die zu Engagement und Kreativität ermutigt,
ermöglicht das Angebot auch Kontakte zu bereits in
der Flüchtlingshilfe Aktiven, Erfahrungsaustausch,
gegenseitige Hilfestellung und Kooperation.
Onlineportal zu
integrativen und
partizipatorischen Maßnahmen
im Musikbereich
BKM
c) der Bildenden Kunst bzw.
Im Bereich der Bildenden Kunst
Jahr Projektname/Initiative Projektträger/
Institution
Geschäfts-
bereich
jährlich Programm zur Förderung experimenteller
künstlerischer Kooperationen, Projekte und Ausstellungen
mit bildenden Künstlerinnen und Künstlern, die in
Deutschland Asyl suchen. Bewerben können sich
Künstler und Kunstvereine, Gemeinden und
Kultureinrichtungen aus dem gesamten Bundesgebiet.
Förderung des Prozesses der Akzeptanz und
Anerkennung von dauerhaft in Deutschland
niedergelassenen Kolleg/innen mit multinationalen Wurzeln.
Programme der
Bundeskulturfonds:
Stiftung Kunstfonds
BKM
2016 bis 2017
Die BpB fördert und unterstützt den vom Deutschen Comicverein durchgeführten
Workshop „Alphabet des Ankommens“: Vom 6. bis 12 März 2017 entstanden in
Hamburg Comicreportagen über den Neuanfang in einem fremden Land.
Im Rahmen der Modellprojektförderung unterstützt die BpB das Kunstprojekt des
Integrationshauses Köln e. V. „Demokratie erleben – Teilhabe fördern.
d) Literatur
(bitte nach Jahren und den vier Förderbereichen aufschlüsseln)?
Im Bereich der Literatur
Jahr Projektname/Initiative Projektträger/
Institution
Geschäftsbereich
2016/
2017
Unter dem Titel „Dichter für Dichter“ arbeiten
deutsche Autorinnen und Autoren gemeinsam mit
geflüchteten Autorinnen und Autoren an
Buchprojekten und gemeinsamen Auftritten. Träger des
Vorhabens ist das Haus für Poesie Berlin. Die
Stiftung Internationale Jugendbibliothek München
arbeitet mit geflüchteten Kindern und Jugendlichen.
Der Titel des Projektes lautet „Träumst du schon
auf Deutsch“. Es entsteht eine Anthologie
„Wegsein – Hiersein“, in der geflüchtete Menschen von
ihren Kriegserfahrungen berichten.
Programme der
Bundeskulturfonds:
Deutscher Literaturfonds
BKM
2016/
2017
Der Deutsche Übersetzerfonds will hier
ankommende und angekommene Kinder zum Erzählen
animieren, das Erzählte schriftlich oder bildlich
festzuhalten und gemeinsam mit ihnen durch
Übersetzung ins Deutsche zu bringen. Dabei geht es
weniger darum, den Deutsch Sprechenden zu
vermitteln, was die Kinder erzählen, sondern vor allem
um einen Akt der Sprachaneignung für die
Flüchtlingskinder selbst.
Das Projekt trägt den Titel: „In zwei Sprachen zu
Hause - Vertraut werden mit der fremden Sprache,
Sprachbewusstsein, Stärkung der Identität“
Programme der
Bundeskulturfonds:
Deutscher Übersetzerfonds
BKM
2016 bis 2017
Im Rahmen der Modellprojektförderung unterstützt die BpB in diesem
Themenfeld den Projektträger Poetry Project mit dem gleichnamigen Projekt., in dessen
Rahmen Poetry Slams gemeinsam durchgeführt werden, sowie das Projekt des
Düsseldorfer Schauspielhauses: „Same same, but different“.
Spartenübergreifend
Jahr Projektname/Initiative Projektträger/
Institution
Geschäftsbereich
2013 –
2017;
Fortsetzung bis
2022
Das BMBF fördert mit „Kultur macht stark“
Maßnahmen der außerschulischen kulturellen Bildung
für bildungsbenachteiligte Kinder und Jugendliche
von drei bis 18 Jahren (s. auch Antwort zu Frage
11); diese Förderung kommt auch geflüchteten
Kindern und Jugendlichen zugute – jede zehnte von
derzeit 15.500 Maßnahmen bezieht diese
Zielgruppe mit ein. Mit dem Programm „Kultur macht
stark plus“ fördert das BMBF zudem Angebote der
kulturellen Bildung für Flüchtlinge zwischen 18
und 26 Jahren, die nicht mehr der allgemeinen
Schulpflicht unterliegen und oft eine längere Zeit
bis zum Übergang in eine berufliche Ausbildung
oder Tätigkeit überbrücken. Dem Programm liegt
eine weite Definition der kulturellen Bildung
zugrunde: Beispielsweise auch Bewegung,
Medienbildung und Alltagskultur werden über „Kultur macht
stark“ gefördert. Die Angebote der
Programmpartner lassen sich nicht trennscharf in die vier
genannten Bereichen der kulturellen Bildung
zuordnen.
BMBF
jährlich Der Fonds Soziokultur fördert u. a. modellhafte
Projekte zur Integration von Geflüchteten in unsere
Gesellschaft. Künstlerische und kulturelle Arbeit
erleichtern Begegnung und Austausch mit den
Fremden. Gefördert werden vor allem
niedrigschwellige Kulturangebote, die den
Neuankömmlingen die Möglichkeit bieten, sich aktiv am
kulturellen und gesellschaftlichen Leben zu
beteiligen. Die ausgewählten Förderprojekte wurden
bisher mit max. 26.000 Euro pro Vorhaben unterstützt.
Programme der
Bundeskulturfonds: Fonds
Soziokultur
BKM
2016-
2017
2016 wurden 3 Projekte zur kulturellen Teilhabe
geflüchteter Menschen ausgezeichnet.
2017 liegt der Fokus auf neuen Formen der
Zusammenarbeit kultureller Akteure mit Partnern aus
Sport, Wirtschaft, religiösen Gemeinschaften oder
der Zivilgesellschaft für Integration.
Honorierung und Sichtbarmachung exzellenter
Projekte
BKM-Sonderpreis
Kultur öffnet Welten
BKM
ab 2017 Fonds unterstützt Institutionen dabei, die Themen
Einwanderung und kulturelle Vielfalt aktiv – z. B.
im Programmangebot - umzusetzen. Die KSB
stattet das Programm bis 2024 mit 21 Millionen Euro
aus.
Unterstützung bei der Umsetzung der Themen
_Einwanderung und kulturelle Vielfalt in
Programmangebote
Kulturstiftung des
Bundes
360° – Fonds für
Kulturen der neuen
Stadtgesellschaft
BKM
Jahr Projektname/Initiative Projektträger/
Institution
Geschäftsbereich
seit 2015 Auf dem Internetportal der Initiative nutzten bisher
rund 500 Akteure aus Bund, Ländern und
Kommunen die Möglichkeit, ihre Institutionen sowie die
mehr als 700 kulturellen Veranstaltungen zu
präsentieren und sich zu vernetzen.
(
www.kultur-oeffnet-welten.de)
Die Initiative macht erlebbar, wie kulturelle
Teilhabe den Alltag in den Städten und Regionen
bereichert. Mit unter-schiedlichen Veranstaltungen und
Projekten sollen Menschen erreicht werden, die
bisher kaum Zugang zu kulturellen Angeboten
gefunden haben.
Netzwerk
Kultur öffnet Welten
BKM
2016-
2017
In der „Initiative Kulturelle Integration“ des
Deutschen Kulturrates flankiert durch BKM, BMI,
BMAS und IntB erarbeiten hochrangige Vertreter
aus Staat, Kirchen und Zivilgesellschaft fünfzehn
Thesen zum gesellschaftlichen Zusammenhalt in
einer pluralen, weltoffenen Gesellschaft.
Die Vorstellung von Ergebnissen der Initiative wird
am 16. Mai 2017 erfolgen.
Initiative Kulturelle
Integration
BKM, BMI,
BMAS, IntB
44. Welche Initiativen und Projekte werden im Verantwortungsbereich des
Bundes (Museen und Gedenkstätten) zur Wertebildung speziell im
Integrationsprozess in welcher Form durch die Bundesregierung gefördert?
Das BMBF fördert am Museum für Islamische Kunst der Staatlichen Museen zu
Berlin ein Projekt (TAMAM; ta’awun bain-al-masjid wa-l-mathaf, also
Kooperation zwischen Moschee und Museum), in dem islamische Verbände und
Jugendorganisationen sowie Moscheevereine in die Bildungsarbeit des Museums
eingebunden werden.
Gemeinsam mit den Multiplikatorinnen und Multiplikatoren aus den beteiligten
Organisationen entwickelt ein interdisziplinäres Team Unterrichtsmaterialien und
dazugehörige pädagogische Methoden für kulturelle Bildung in
Moscheegemeinden. Dabei geht es explizit nicht um Religion, sondern um kulturelle Bildung, die
jugendlichen Muslimen einen kreativen und positiven Umgang mit Glauben,
Kultur und Gesellschaft erleichtern soll.
Die institutionell vom Bund geförderten Gedenkstätten zur Aufarbeitung der NS-
Terrorherrschaft sowie des kommunistischen Unrechts in der SBZ/DDR fördern
die historische Bildungsarbeit und stärken das Bewusstsein für das
Wertefundament in der demokratischen Gesellschaft auch mit Blick auf Integration:
Die von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM)
geförderte Gedenk- und Bildungsstätte „Haus der Wannsee-Konferenz“ hat
umfassende und vielfältige Angebote für Flüchtlinge, insbesondere Begleitungen
von Flüchtlingsgruppen sowie Erklärungen in arabischer Sprache.
Das BKM-geförderte Jüdische Museum Berlin (JMB) bietet im Rahmen der
Akademieprogramme zu Migration und Diversität sowie im Jüdisch-Islamischen
Forum vielfältige Veranstaltungen (Lesungen, Workshops, Podiumsdiskussionen,
Konferenzen) an. Zudem heißt das JMB Flüchtlinge und deren Begleitpersonen
mit kostenfreiem Eintritt willkommen.
Die BKM-geförderte Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas bietet
insbesondere Führungen für „Willkommensklassen“ der Sekundarstufe I am
Denkmal für die ermordeten Juden Europas an.
Die BKM-geförderte Topographie des Terrors bietet verschiedene Führungen
(Hauptausstellung, Ausstellungsgraben „Berlin 1933 bis 1945“ sowie
Geländerundgang) in arabischer Sprache an.
Die BKM-geförderte Stiftung Berliner Mauer (SBM) / Erinnerungsstätte
Notaufnahmelager Marienfelde (ENM) realisiert in Kooperation mit dem
Internationalen Bund (IB), Träger des Übergangswohnheims für Flüchtlinge und
Asylbewerber in der Marienfelder Allee 66-80, ein Angebot im Rahmen der Bildungsarbeit.
Es verbindet die Geschichte der deutsch-deutschen Fluchtbewegung mit aktuellen
Entwicklungen des heute noch lebendigen Ortes der Migration.
Es umfasst eine Führung durch die Dauerausstellung, ein Informationsgespräch
mit der Leiterin des Übergangswohnheims und die Vorführung des Films „Das
Beste an Deutschland ist die Freiheit“.
Die Stiftung Berliner Mauer bietet weiterhin Teilnehmerinnen und Teilnehmern
von Integrationskursen ein Projekt politisch-historischer Bildung auf den
materiellen Spuren und Lebenswelten deutscher Fluchtgeschichten. Aktuelle
Fluchtgeschichten werden zum Spiegel historischer Fluchterfahrung – und umgekehrt.
Die Sonderausstellung der Stiftung Berliner Mauer „NACH DER FLUCHT. WIE
WIR LEBEN WOLLEN“ beleuchtet vom 14. Juni 2017 bis 29. Juli 2018 die
Themen Flucht und Integration in Deutschland im gegenwärtigen Kontext. An
zahlreichen interaktiven Stationen können die Besucherinnen und Besucher sich mit
ihren eigenen Vorstellungen, Vorschlägen und Visionen zu diesen Fragen
einbringen.
Aus dem Bundesprogramm „Demokratie leben! Aktiv gegen Rechtsextremismus,
Gewalt und Menschenfeindlichkeit“ des BMFSFJ werden bundesweit lokale
„Partnerschaften für Demokratie“ finanziell unterstützt, die auf Grundlage einer
lokalen Handlungsstrategie niedrigschwellige Einzelmaßnahmen fördern. Im
Jahr 2015 konnten diese Partnerschaften Sondermittel für Einzelmaßnahmen zur
Unterstützung der Willkommenskultur beantragen. Ziel war jedoch nicht die
Förderung von reinen Integrationsmaßnahmen, sondern der Abbau von Vorbehalten
und Ressentiments gegenüber Geflüchteten. Die zuwendungsrechtliche
Verantwortung bei der Umsetzung solcher Einzelmaßnahmen obliegt jedoch den die
Partnerschaften tragenden Kommunen. Im Weiteren wird auf die Antwort zu
Frage 16 verwiesen.
Durch die BpB wird das Jüdische Forum für Demokratie und gegen
Antisemitismus in der Durchführung des Modellprojektes „Ha-Ger Kompetenzerwerb zum
Umgang Gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit im Kontext von Flucht und
Integration“ 2016/2017 mit 50 000 Euro unterstützt.
Die BpB unterstützt darüber hinaus Vogelsang IP – Internationaler Platz in der
Durchführung des Modellprojektes „Willkommenskultur am Erinnerungsort –
miteinander gestalten am internationalen Platz Vogelsang“ mit 50 000 Euro.
Gefördert wird durch die BpB das Museum Friedland mit dem Modellprojekt
„Dialoge zwischen Geschichte und Gegenwart von A bis Z. Flüchtlinge als
Akteure und Zielgruppe der politischen Bildung“ mit 48 000 Euro.
Das Modellprojekt von Erinnern für die Zukunft e. V. mit dem Titel
„Unterschiedliche Erinnerung – gemeinsame Gegenwart – voneinander lernen für die
Zukunft“ wird durch die BpB mit 40 500 Euro finanziell gefördert.
Der Förderkreis Topf & Söhne wird durch die BpB bei der Durchführung des
Modellprojektes „Gemeinsam erinnern – Zukunft gestalten“ mit 25 000 Euro
unterstützt.
Die KZ-Gedenkstätte Flossenbürg, Stiftung Bayerische Gedenkstätten bekommt
eine finanzielle Fördersumme von 50 000 Euro zur Durchführung des
Modellprojektes „Migration – Vielfalt – Geschichtsvermittlung. Schulung von
Multiplikatoren und Multiplikatorinnen für neue Methodenbausteine in der Bildungsarbeit
an NS-Gedenkstätten“.
Die BpB-Tagung „Zwischen den Welten. Museen im Angesicht von Flucht und
transkulturellem Dialog“ in Kooperation mit dem Wallraf-Richartz-Museum in
Köln beleuchtete im Jahr 2016 unterschiedlichen Facetten der
kulturpädagogischen Arbeit mit Geflüchteten und wurde mit 79 974,10 Euro gefördert.
Ergänzend wird auf die Antwort zu Frage 46 verwiesen.
45. Werden seitens des Bundes auch Institutionen, Vereine (wie z. B. die Aktion
Sühnezeichen Friedensdienste e. V. oder „Schule ohne Rassismus – Schule
mit Courage“) bzw. Netzwerke unterstützt (wie z. B. das Berliner Netzwerk
„Geschichte in Bewegung“, in dem das Berliner Anne Frank Zentrum e. V.
und die Kreuzberger Initiative gegen Antisemitismus zusammen mit dem
Haus der Wannsee-Konferenz und dem Jüdischen Museum Berlin ein auf
die Bedürfnisse einer Gesellschaft der Vielfalt abgestimmte,
museumspädagogische Lernansätze anbieten)?
Wenn ja, in welcher Form werden solche Institutionen, Vereine bzw.
Netzwerke durch den Bund diesbezüglich in den Jahren von 2015 bis 2017
gefördert?
Wenn nein, warum nicht?
Das BMFSFJ unterstützt mit dem Bundesprogramm „Demokratie leben! Aktiv
gegen Rechtsextremismus, Gewalt und Menschenfeindlichkeit“
zivilgesellschaftliche Träger bei ihrer Strukturentwicklung in spezifischen Themen- und
Strukturfeldern mit Bezug zur Demokratieförderung und Radikalisierungsprävention.
Damit wird die Entwicklung einer bundesweit tätigen Infrastruktur gefördert, die
fachliche Unterstützung durch Expertinnen und Experten ermöglicht und
erfolgreiche Arbeitsansätze in der Demokratieförderung und der
Radikalisierungsprävention weiterentwickelt.
Dazu gehören u. a. auch Aktion Sühnezeichen Friedensdienste, Schule ohne
Rassismus – Schule mit Courage, die Kreuzberger Initiative gegen Antisemitismus
und das Anne Frank Zentrum.
Sowohl in der Richtlinienförderung als auch in der Modellförderung der BpB
werden unterschiedliche Institutionen und Vereine regelmäßig bezuschusst.
Das Anne-Frank-Zentrum Berlin erhielt von 2015 bis 2017 ein Jahreskontingent
über die Richtlinienförderung (jeweils in Höhe von 12 000 Euro) und in 2016
über eine Modellförderung für das Projekt „Aktiv gegen rechts“ 42 208,66 Euro.
Die Arbeit der Bundeskoordination von „Schule ohne Rassismus – Schule mit
Courage“ (SOR–SMC) wurde im Rahmen des „Maßnahmenpakets politischer
Bildung zur Unterstützung schulischer Netzwerke gegen Rassismus“ unterstützt.
Die BpB fördert diese Maßnahme in den Jahren 2015 bis 2017 mit rund 515 000
Euro.
Als weitere Maßnahmen der Unterstützung des Netzwerkes fördert die BpB
jährlich zwei zweitägige Koordinierungstreffen der Bundeskoordination mit den
Landeskoordinationen und eine dreitägige Bundesfachtagung. Die BpB fördert diese
Maßnahmen in den Jahren 2015 bis 2017 mit rund 204 000 Euro.
Des Weiteren fördert die BpB die bundesweite Qualifizierung von Akteuren des
Netzwerks (Schülerinnen und Schüler, Lehrerinnen und Lehrer,
Sozialpädagoginnen und Sozialpädagogen) mit dem Projekt „Lernziel Gleichwertigkeit“ mit
den Themen „Flucht & Asyl“, „Rechtspopulismus“ und „Nationalismus und
Antisemitismus unter migrantischen Gruppen“. Die BpB fördert dieses Projekt in
den Jahren 2015 bis 2016 mit 120 000 Euro.
46. Werden seitens des Bundes im Hinblick auf die multidisziplinäre
Wertebildung im Integrationsprozess z. B. auch herkunftssprachliche Angebote für
Geflüchtete unterstützt bzw. solche Angebote, in denen entsprechend
geschulte Migrantinnen bzw. Migranten oder Flüchtlinge andere Gäste durch
Museen oder Gedenkstätten führen, die durch den Bund gefördert werden –
und diesen Gästen dadurch neue, z. B. flüchtlingsspezifische Sichtweisen
auf die jeweiligen Ausstellungsinhalte vermittelt werden können?
Wenn ja, welche diesbezüglichen Projekte wurden in den Jahren von 2015
bis 2017 seitens des Bundes gefördert?
Wenn nein, warum nicht?
Wäre das nicht eine innovative und vielversprechende Form einer
multidisziplinären Wertebildung im Integrationsprozess?
Innerhalb der Bundesregierung fördern BKM und BMFSFJ das preisgekrönte
Projekt „Multaka“. Syrische und irakische Flüchtlinge machen nach
entsprechender Schulung Führungen in den beteiligten Museen für andere Geflüchtete in ihrer
Landessprache. Durch niedrigschwellige Ansprache und Peer-to-Peer-
Kommunikation erhofft das Projekt „Multaka: Treffpunkt Museum“ Flüchtlingen den
Zugang zum Museum zu erleichtern und ihnen zu helfen, soziale und kulturelle
Anknüpfungspunkte zu finden, sowie ihre Partizipation im öffentlichen Raum zu
erhöhen. Träger sind die Stiftung Preußischer Kulturbesitz/Museum für Islamische
Kunst in Zusammenarbeit mit dem Vorderasiatischen Museum, der
Skulpturensammlung, dem Museum für Byzantinische Kunst und dem Deutschen
Historischen Museum. Die Verbindung zwischen den Flüchtlingen und ihrem eigenen
Kulturerbe wurde so gestärkt. Das Projekt wurde bzw. wird von der
Bundesregierung in den Jahren 2015, 2016 und 2017 gefördert.
Das BKM-geförderte Deutsche Historische Museum (DHM) in Berlin heißt
Geflüchtete willkommen – mit freiem Eintritt und speziell entwickelten
Führungsprogrammen.
Das BKM-geförderte Haus der Geschichte (HdG) in Bonn bietet insbesondere
deutsch-arabische Begleitungen in die aktuelle Wechselausstellung „Gebraucht.
Geliebt. Gehasst. Die Deutschen und ihre Autos“ (Übersetzung deutsch –
arabisch und Vermittlung zwischen beiden Kulturen).
Im Rahmen der Richtlinienförderung der BpB wird eine Seminarreihe der Karl-
Arnold-Stiftung e. V. zum Thema „Leben in Deutschland: Politik, Gesellschaft
und Kultur für Zugewanderte“ auf Arabisch, Englisch und Deutsch gefördert.
Ähnlich orientiert ist die geförderte Veranstaltung der Georg-von-Vollmar
Akademie mit dem Titel „Deutschland verstehen lernen: Eine Gebrauchsanweisung
für Heimatsucher“ auf Arabisch.
Im Übrigen wird auf die Antwort zu Frage 19 verwiesen.
Wertevermittlung in den Medien
47. Welche Bedeutung misst die Bundesregierung den Medien bei der
Wertebildung im Integrationsprozess bei?
Medien spielen im Integrationsprozess generell eine bedeutsame Rolle, da sie
durch ihre Berichterstattung und in ihren Unterhaltungsangeboten die Bilder über
die Einwanderungsgesellschaft und ihre Bevölkerungsgruppen wesentlich
mitprägen und Plattform für öffentliche Kommunikation und Austausch sind. Für die
Wertebildung ist zudem die Mediennutzung relevant, so vor allem digitaler,
mobiler und sozialer Medien. Verschiedene Projekte wie bspw. speziell erstellte,
fachliche Online-Angebote vermitteln Ankommenden hilfreiche Informationen
über Deutschland und das Asylverfahren und unterstützen Sprachlernprozesse.
Sie liefern dadurch einen wertvollen Beitrag zu Integration, sozialer Teilhabe und
Wertebildung.
Hier können beispielhaft verschiedene Projekte genannt werden:
„Handbook Germany“: Mehrsprachiges Online-Informationsportal für und
v. a. mit geflüchteten Menschen. Projektträger ist der Neue deutsche
Medienmacher e. V., gefördert wird das Projekt durch die Beauftragte der
Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration. Das Portal bündelt
und ergänzt auf Deutsch, Englisch, Farsi/Dari und Arabisch
Informationsinhalte verschiedener Anbieter und vermittelt diese über soziale Medien an die
Zielgruppen.
Internetseite
www.deutschland-kann-das.de zur Integrations- und
Flüchtlingspolitik der Bundesregierung. Die Seite besteht aus drei Säulen: 1.
Geschichten über Menschen, die bei der Integration helfen. 2. Eine Deutschland-
Karte mit inzwischen mehr als 1.400 Integrationsinitiativen mit
Ansprechpartnern. 3. Aktuelle Informationen zur Flüchtlings- und Integrationspolitik,
Hintergrundinformationen, Zahlen und Fakten. Herausgeber ist das Presse-
und Informationsamt der Bundesregierung.
Plattform „deutschland.de“: Service der Frankfurter Societäts-Medien
GmbH in Zusammenarbeit mit dem Auswärtigen Amt. Das neun-sprachige
Portal hat die Aufgabe, ein umfassendes, modernes und aktuelles
Deutschlandbild im Ausland zu vermitteln, wobei die Zielgruppe der Plattform nicht
spezifisch Migrantinnen und Migranten sind.
Projekte des aus dem Etat der Beauftragten für Kultur und Medien finanzierten
Auslandssenders Deutschlands „Deutsche Welle“:
kostenlose Online-Deutschkurse für Anfänger und Fortgeschrittene
Online-Portal „Erste Schritte in Deutschland“, das Neuankömmlingen durch
Informationen zu Asylverfahren, Arbeitssuche, praktischen Hinweisen
u. v. m. auf Deutsch, Englisch, Arabisch, Dari, Paschtu und Urdu den Start
in Deutschland erleichtert
arabischsprachiges Fernsehprogramm „DW (Arabia 2)“, das über Satellit
(Astra 1M) verbreitet wird und sich insbesonders an Menschen richtet, die
Europa als Flüchtende erreicht haben. Es bietet eine Rundumversorgung aus
Nachrichten und Informationen, Service und Talk, Wirtschaft und
Unterhaltung in arabischer Sprache (oder mit arabischen Untertiteln) und fördert die
gesellschaftliche Teilhabe.
das Portal „Infomigrants“, ein gemeinsames Projekt von Deutscher Welle,
France Médias Monde (FMM) und der italienischen Nachrichtenagentur
ANSA, das auf Englisch, Französisch und Arabisch umfassende
Informationen für Flüchtlinge und Migranten (v.a. aus und in Subsahara-Afrika, dem
Nahen Osten sowie Afghanistan und Pakistan) bietet und von der EU-
Kommission zunächst für die Dauer eines Jahres finanziert wird.
Einer frühen demokratischen Wertevermittlung im Integrationsprozess werden
ein hoher Wert und eine entscheidende Rolle zugewiesen.
48. Was unternimmt die Bundesregierung, um die Medienkompetenz von
Migrantinnen und Migranten im Integrationsprozess zu stärken?
Die Bundesregierung setzt sich dafür ein, die Medienkompetenz von
Migrantinnen und Migranten im Integrationsprozess zu stärken.
Medienpädagogische Angebote können einen wertvollen Beitrag für die
Integration und Teilhabe von Geflüchteten leisten. Bundesweit sind bereits viele
Initiativen und Projekte zur Medienarbeit mit Flüchtlingen entstanden. Um die
Sichtbarkeit und den Austausch einschlägiger Projekte zu erhöhen, fördert das
BMFSFJ das Informationsportal
www.medienpraxis-mit-gefluechteten.de der
Gesellschaft für Medienpädagogik und Kommunikationskultur e. V. (GMK).
Das Internet ist gerade auch für Kinder mit Migrationshintergrund eine
niedrigschwellige Chance der Informationsvermittlung. Damit Kinder das Internet
sinnvoll nutzen können, brauchen sie eigene Angebote, die Inhalte altersgerecht
und zugleich interessant darstellen. Mit diesem Ziel haben das BKM und das
BMFSFJ im Jahr 2008 das Förderprogramm „Ein Netz für Kinder“ ins Leben
gerufen. Seitdem wurden 128 Projekte mit insgesamt über 9,3 Mio. Euro
unterstützt. Die geförderten Angebote haben für ihre hohe Qualität zusammen 166
Auszeichnungen erhalten.
Mehrsprachige Angebote über andere Länder, ein Portal über Frieden und Krieg,
online Leseförderprogramme gerade auch speziell für Migrantenkinder,
interreligiöse Wissens- und Mitmachportale sowie mehrere interkulturelle
Kindermedienprojekte wurden speziell mit dem Fokus zur Integration geschaffen.
Die Stärkung von Medienkompetenz ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe,
die auf allen Ebenen – Bund, Länder, Kommunen, staatliche wie nicht-staatliche
Akteure, Wirtschaft, Zivilgesellschaft erfolgen muss.
Für die BpB setzt politische Teilhabe in einer digitalen Mediengesellschaft
notwendigerweise digitale Bildung und Medienkompetenz voraus. Entsprechend des
verfolgten Ansatzes einer inklusiven politischen Bildung, die
zielgruppenspezifische Vermittlungsformen mit möglichst hoher Inklusivität verbindet, bietet die
BpB in diesem Themen- und Handlungsfeld Angebote verschiedener
Anspruchsniveaus. Hierzu gehören Onlinepublikationen in einfacher und leichter Sprache,
Veranstaltungsangebote und Webvideoformate. Einzelne dieser Angebote sind
auch in arabischer, englischer oder französischer Sprache oder entsprechend
untertitelt verfügbar. Zudem fördert die BpB den Austausch und die Vernetzung von
Medienmachern und Medienmacherinnen, die Kindermedienangebote zur
Förderung der Integration entwickeln.
49. Welche Unterstützung erhalten Geflüchtete, Migrantinnen und Migranten,
die mit eigenen Medienangeboten aktiv werden wollen und/oder aktiven
Zugang zu den etablierten Medien suchen?
Damit exilierte Journalisten ihren Weg in die deutschen Medien finden,
unterstützt die Integrationsbeauftragte ein achtzehnmonatiges Trainee-Programm zur
Integration, Förderung und Weiterbildung von geflüchteten und jungen
inländischen Journalisten. Projektträger ist der Verein „Neue deutsche Medienmacher“
in Zusammenarbeit mit zahlreichen Medienunternehmen. Ziel des Programmes
ist es, die rund 50 Teilnehmer auf berufliche Eingliederung vorzubereiten und die
Medien hinsichtlich der Potentiale dieser Personengruppe zu sensibilisieren. Eine
Fortführung des Programmes ist beabsichtigt. Zu den Projekten der Deutsche
Welle wird auf die Antwort zu Frage 47 verwiesen.
Die BpB förderte über den Deutschen Comicverein den Workshop „Alphabet des
Ankommens“ Der Workshop hatte zum Ziel, die geflüchteten Teilnehmenden
und Teilnehmende mit Migrationshintergrund, die teilweise auch noch nicht
lange in Deutschland leben, über die Zusammenarbeit mit den deutschen
Journalistinnen und Journalisten bzw. Zeichnerinnen und Zeichner einen Zugang zum
hiesigen Mediensystem zu ermöglichen.
Weitere Projekte, die durch die BpB in diesem Themenfeld gefördert werden,
sind u. a.:
Medizinische Flüchtlingshilfe Bochum: „RE: SPEECH. Ein Medienprojekt
zur Stärkung migrantischer Sichtweisen im flüchtlingspolitischen Diskurs im
Ruhrgebiet. Freies Radio Wüste Welle – Newcomer News“
„Refugees on air“
„Refugess in Journalism“ – radio Leineherz Fortführung
„Co-Piloten: We are here. We speak up“
Radio Dreiecksland: „Listen! Neue Medienperspektiven mit Geflüchteten“
Landesfilmdienst Thüringen: „Zusammen mit Medien“
Jugendpresse Deutschland e. V.: „Summer School mit Geflüchteten“.
50. In welcher Weise werden Flüchtlingen bzw. Migrantinnen und Migranten
Kenntnisse über die deutsche Medienlandschaft, die duale
Rundfunkordnung und die Bedeutung der Pressefreiheit vermittelt?
Die Bundesregierung hält keine spezifischen Kurse oder Informationsangebote
zur Vermittlung von Kenntnissen über die deutsche Medienlandschaft etc.
Verschiedene Informationsportale bieten jedoch allgemeine Informationen an (siehe
Antwort zu Frage 47).
Die BpB klärt allgemein im Rahmen ihres Angebots zielgruppengerecht über die
deutsche Medienlandschaft und die Bedeutung von Pressefreiheit auf: für die
Zielgruppe Kinder wird das Themenfeld beispielsweise in einem Comic und im
arabischen Politiklexikon auf
www.hanisauland.de erklärt.
51. Welche Kenntnisse hat die Bundesregierung über die Integration und
Einbindung von Migrantinnen und Migranten in Redaktionen einheimischer
Medien?
Viele Medienunternehmen und die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten
verfolgen aktiv das Ziel, die Anzahl der Medienschaffenden mit
Migrationshintergrund zu erhöhen, d. h. Nachwuchskräfte mit Migrationshintergrund zu gewinnen
und Diversity-Ansätze zu institutionalisieren. Einige Medienhäuser haben in
diesem Zusammenhang Mitarbeiterbefragungen durchgeführt. Im Übrigen hat die
Bundesregierung keine Kenntnis bzgl. systematischer Erhebungen über den
Migrationsstatus der Mitarbeiter/innen im Rundfunk und in der Presse.
Auch der aus dem Etat der Beauftragten für Kultur und Medien finanzierte
Auslandssender Deutschlands „Deutsche Welle“ (DW) verfolgt eine von Vielfalt
gekennzeichnete Unternehmenskultur und fördert die Integration von Menschen mit
Zuwanderungsgeschichte. Zudem setzt sich die DW gegenwärtig intensiv für
Beschäftigungsangebote für Flüchtlinge ein und baut hierzu ein entsprechendes
Netzwerk auf, um alle Aspekte der möglichen Beschäftigungsformen umfassend
zu prüfen.
Anlage zu Frage 16
Bundeszentrale für politische Bildung
Projekte 2016
Projektname Projektträger Fördersumme
Game Jam: Impact Games Flucht &
Vertreibung
BpB 21.627,54 €
Gewalt und Rassismus – ohne uns! LPR Hessen, HLZ Hessen, Medienwerkstatt der
Uni Kassel
89.288,00 €
Europa im Planspiel - Didaktik-
Workshop
Europäische Akademie Berlin 4.943,57 €
Berliner Planspielwerkstatt Europäische Akademie Berlin 8.554,70 €
Wieviel Freiheit braucht Religion? Jüdische Gemeinde zu Dresden 21.223,00 €
Fairplay?! Damals, heute auf dem
Platz und im Alltag
Förderkreis Erinnerungsort Topf & Söhne 20.000,00 €
Rassismus in der Mitte Jüdisches Forum für Demokratie und
Antisemitismus e. V.
50.000,00 €
Entwurzelung durch Gewalt. Ein
pädagogisches Projekt für
Gedenkstätten zu Flucht und Gewalt
Erinnern für die Zukunft e. V. 39.521,00 €
Leichter gesagt als getan oder sind
wir bereit für eine
Migrationsgesellschaft?
Vogelsang IP gemeinnützige GmbH 49.749,60 €
Migration - Vielfalt -
Geschichtsvermittlung. Methodenbausteine für
die Bildungsarbeit an NS-
Gedenkstätten
KZ-Gedenkstätte Flossenbürg Stiftung
Bayerische Gedenkstätten
40.509,55 €
Theaterarbeit mit unbegleiteten
jugendlichen Geflüchteten.
Fachtagung
Bundesakademie für Kulturelle Bildung
Wolfenbüttel e. V.
5.501,25 €
„Democracy and Leadership“
Qualifizierung und Empowerment für
aus Syrien geflüchtete Frauen und
Männer
Europäische Akademie für Frauen in Politik und
Wirtschaft Berlin e. V.
40.654,00 €
Netzwerk: Planspiele und politische
Bildung
BpB, Landeszentrale für politische Bildung
Bayern
3.000,00 €
Deutschlandforschertagung 2016
„Children of Transition, Children
of War“
BpB, Universität Wien 32.964,21 €
Verstärker: Aktionsformate BpB 191.566,99 €
Co-Design mit Geflüchteten &
Unterstützer-/Innen von
Flüchtlingsarbeit
Archiv der Jugendkulturen 102.779,28 €
Projektname Projektträger Fördersumme
Brennpunkte europäischer Politik:
Kompetenzen, Grundrechte,
Flüchtlinge
BpB, Akademie für politische Bildung Tutzing 6.000,00 €
Planspielreihe Flucht und Asyl BpB 24.030,81 €
Tagung „Welchen Weg gehen wir?
Flucht in Geschichte und
Gegenwart“
Anne Frank Zentrum Berlin, Europäische
Jugendbildungs- und Jugendbegegnungsstätte
Weimar
20.926,49 €
Tagung „Schwierige
Nachbarschaft. Das Verhältnis deutscher
Städte zu den dortigen
Konzentrationslagern vor und nach 1945“
Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten, Stadt
Oranienburg
12.500,00 €
Desintegrationskongress: Keine
Juden mehr für Deutsche
Gorki Theater 19.800,00 €
Open Air Sommerprogramm 2016
BpB 28.331,83 €
BpB-Workshop-Reihe „Demokratie
für Ankommende“
BpB 10.000,00 €
Impulse Theater Festival 2016:
Modul Silent University
Impulse Theater Festival; Allianz Kulturstiftung;
Goethe Institut
13.211,41 €
Fachtagung „Film, Flucht und
Interkultur“ mit Deutschem
Filminstitut DIF
Deutsches Filminstitut DIF 62.000,00 €
Jugendmedienworkshop 2016 BpB, Jugendpresse Deutschland e. V., 21.000,00 €
NECE Conference 2016 BpB, Center for Citizenship Education in
Warschau; Bundesministerium für Bildung und
Frauen (BMBF); ProDemos in Den Haag
243.297,75 €
Exilland Deutschland BpB, Landeszentrale für politische Bildung
Berlin
35.000,00 €
Fachforum Europa - Impulse für
die europabezogene Bildung mit
Jugendlichen
BpB, Agentur Jugend für Europa; Parabol -
Medienzentrum Nürnberg; Europäische Bewegung
Deutschland - Zentrum für Europäische Bildung
13.810,82 €
Workshop Muslimische
Zivilgesellschaft: Organisatorische
Perspektiven
BpB 26.222,16 €
OERcamp 2016 BpB, J&K Jöran und Konsorten 9.500,00 €
2. Konferenz der Neuen Deutschen
Organisationen
BpB, Neue Deutsche Organisationen e. V. 55.930,00 €
FEEL THE PLANET Hajusom e. V. 6.820,00 €
Zwischen den Welten. Museen im
Angesicht von Flucht und
transkulturellem Dialog
Museumspädagogischen Gesellschaft e.V,
Bundesverband Museumspädagogik, Landesverband
Museumspädagogik Nordrhein-Westfalen
79.974,10 €
republica 2016 (Subkonferenz) republica GmbH 54.500,00 €
Jugend hackt 2016 Open Knowledge Foundation e. V., Mediale
Pfade Agentur für Medienbildung GmbH
50.000,00 €
Projektname Projektträger Fördersumme
Journalistentag des DJV NRW Deutscher Journalisten-Verband DJV 8.000,00 €
Schülerwettbewerb zur politischen
Bildung 2016
BpB 472.308,14 €
Workshop Ideenwettbewerb
Crossmediales TV-Format Flucht, Asyl,
Vertreibung
BpB 26.383,31 €
Kinderrechte-Filmfestival 2016 Landesverband Kinder- und Jugendfilm Berlin
e. V.
30.000,00 €
„Kino Asyl Deutschlandweit“ JFF Institut für Medienpädagogik 45.125,00 €
Young Audience Film Day 2016
Berlin
European Film Acadamy 7.162,25 €
Begegnen - Materialien für
Demokratietrainer/innen 'Flucht`
BpB 80.883,00 €
Tausche Bildung für Wohnen Tausche Bildung für Wohnen e. V. 32.529,00 €
Young European Professionals
(YEPs) 2016
BpB, Regionale Vertretung der Europäischen
Kommission in Bonn
126.670,29 €
Argumentieren für ein
Demokratiebewusstsein – Empowern mit
Technik und Handlungsoptionen für
humanistisch-demokratische soziale
Räume
BpB, Netzwerk für Demokratie und Courage
(NDC)
120.000,00 €
Sondermittel Flucht und Asyl 2016 BpB, Richtlinienförderung 136.802,87 €
Informationen zur politischen
Bildung, Naher Osten - Nachbarregion
im Wandel, Heft 3/4 2016
BpB 232.081,05 €
Aus Politik und Zeitgeschichte,
04/2016 = B 8 „Syrien, Irak und
Region“
BpB 19.624,48 €
Aus Politik und Zeitgeschichte,
08/2016 = B 14-15
„Zufluchtsgesellschaft Deutschland“
BpB 18.959,90 €
Aus Politik und Zeitgeschichte,
14/2016 = B 26-27 „Flucht
historisch“
BpB 17.273,43 €
Aus Politik und Zeitgeschichte,
17/2016 = B 33-34 „Maghreb“
BpB 20.234,29 €
Aus Politik und Zeitgeschichte,
22/2016= B 43-45 „Internationale
Sicherheit“
BpB 16.074,92 €
fluter 58 - Integration BpB 343.598,05 €
fluter 59 - Afrika BpB 340.862,20 €
fluter 61 - Identität BpB 355.094,43 €
fluter-Nachdrucke 2016 BpB 32.381,04 €
Projektname Projektträger Fördersumme
W. Gieler (Hrsg.) Afrika-Lexikon BpB 15.162,63 €
Renate Zöller, Heimat. Annäherung
an ein Gefühl
BpB 13.092,51 €
Karl-Heinz Meier-Braun,
Einwanderung und Asyl. Wichtige Fragen
BpB 11.426,13 €
Michael Richter, Fluchtpunkt
Europa
BpB 14.523,43 €
Neu in Deutschland BpB 55.000,00 €
Buchankauf „Mein Kampf“
(wissenschaftliche Edition) für
Sonderverteiler
BpB 18.718,31 €
Ankommen. Eine
Orientierungshilfe für das Leben in Deutschland
(ND)
BpB 79.038,09 €
Ta-Nehishi Coates, Zwischen mir
und der Welt
BpB 8.871,74 €
Karim El-Gawhary / Mathilde
Schwabeneder, Auf der Flucht.
Reportagen von beiden Seiten des
Mittelmeers
BpB 10.403,23 €
Wilfried Buchta, Terror vor
Europas Toren. Der islamische Staat,
Iraks Zerfall und Amerikas
Ohnmacht
BpB 14.878,58 €
Kirsten Boie / Jan Birck, Bestimmt
wird alles gut
BpB 8.751,65 €
Rauf Ceylan/Michael Kiefer,
Muslimische Wohlfahrtspflege in
Deutschland. Eine historische und
systematische Einführung
BpB 11.216,33 €
Reuter, Christoph; Die schwarze
Macht. Der „islamische Staat“ und
die Strategen des Terrors
(Nachdruck)
BpB 12.387,02 €
Rohe, Mathias; Engin, Havva;
Khorchide, Mouhanad; Özsoy,
Ömer; Schmid, Hansjörg; Eugen-
Biser-Stiftung (Hrsg.),
„Christentum und Islam in Deutschland.“
(Nachdruck)
BpB 9.277,37 €
Tilman Seidensticker, Islamismus.
Geschichte, Vordenker,
Organisationen (aktualisierte Neuauflage)
BpB 11.901,50 €
A. Mbembe, Kritik der schwarzen
Vernunft
BpB 13.600,50 €
Projektname Projektträger Fördersumme
L. van Dijk, Afrika - Geschichte
eines bunten Kontinents
BpB 10.815,05 €
Anette Treibel, Integriert Euch!
Plädoyer für ein selbstbewusstes
Einwanderungsland
BpB 7.875,34 €
Daniel Gerlach, Herrschaft über
Syrien. Macht und Manipulation
unter Assad (Nachdruck)
BpB 12.792,04 €
St. Luft, Flucht nach Europa.
Ursachen Konflikte, Folgen
BpB 15.299,73 €
Zimmerer/ Zeller, Völkermord in
Deutsch-Südwestafrika. Der
Kolonialkrieg (1904-1908) in Namibia
und seine Folgen
BpB 16.541,10 €
Uwe Beyer (Hrsg.), Europa im
Wort. Eine Seismographie in
sechzehn Aufzeichnungen
BpB 8.168,28 €
St. Marg/K.Trittel/Ch. Schmitz/
J. Kopp/ F.Walter, NoPegida. Die
helle Seite der Zivilgesellschaft?
BpB 8.246,45 €
Karl-Heinz Meier-Braun,
Einwanderung und Asyl. Wichtige Fragen
(Nachdruck)
BpB 10.090,20 €
M.Engelhardt, Heiliger Krieg.
Heiliger Profit (Nachdruck)
BpB 10.111,23 €
Dominic Musa Schmitz, Ich war
ein Salafist. Meine Zeit in der
islamistischen Parallelwelt
BpB 12.451,61 €
Ankommen. Eine
Orientierungshilfe für das Leben in Deutschland
(2. Nachdruck)
BpB 38.092,20 €
Unsere Opfer zählen nicht,
Assoziation A (Nachdruck)
BpB 11.224,92 €
Christian Jakob, Die Bleibenden.
Wie Flüchtlinge Deutschland seit
20 Jahren verändern
BpB 14.424,21 €
Anja Tuckermann/Tine Schulz,
Alle da! (3. Nachdruck)
BpB 5.506,25 €
M. Engelhardt (Hrsg.), Die
Flüchtlingsrevolution. Reportagen über
eine Welt im Umbruch
BpB 14.009,83 €
Mo und die Arier. Allein unter
Rassisten und Neonazis, Mo Asumang
BpB 10.988,79 €
Paul Collier, Exodus - Warum wir
Einwanderung neu regeln müssen
(unv. Nachdruck)
BpB 12.729,13 €
Projektname Projektträger Fördersumme
Kirsten Boie / Jan Birck, Bestimmt
wird alles gut (unv. Nachdruck)
BpB 8.021,33 €
Atlas Arabischer Frühling
(Arbeitstitel)
BpB 328.783,58 €
Grundgesetz arabisch (Nachdruck) BpB 35.507,85 €
Grundgesetz arabisch (2.
Nachdruck)
BpB 23.712,95 €
Logbuch Neuland BpB 65.005,11 €
Falter Aktuell: Asyl/Zuflucht
Deutschland (Fluchtgeschichten)
DINA 1
BpB 27.177,36 €
Themenblätter i. Unterricht Nr. 109
„Flüchtlinge“ (unv. Nachdruck)
BpB 14.692,27 €
Falter: Warum Menschen ihre
Heimat verlassen
BpB 22.106,25 €
Themenblätter im Unterricht/ 2016:
Nr.111 Migration und Integration
BpB 38.809,12 €
Themenblätter im Unterricht/ 2016:
Nr.110 Alltäglicher Rassismus
BpB 37.362,34 €
Thema im Unterricht : Grundrechte
für Kinder: Grundsätzlich
gemeinsam.
BpB 24.360,97 €
Falter Extra: parlamentarisches
System nach dem Grundgesetz
BpB 27.614,30 €
Falter Extra: Grundrechte,
englischarabisch-deutsch Nachdruck
BpB 10.337,63 €
Falter Extra: Grundrechte,
englischarabisch-deutsch
BpB 9.915,56 €
Falter Aktuell: Zuflucht
Deutschland, Arbeitsblätter
BpB 12.351,06 €
Falter Extra: Grundrechte,
englischarabisch-deutsch (4. Auflage)
Nachdruck
BpB 20.034,55 €
Bastelglobus (Nachdruck, 7.
Auflage)
BpB 8.184,43 €
Migration Flucht Asyl BpB 60.880,72 €
K. Hartewig, Typisch deutsch. Eine
Landeskunde für geflüchtete
Menschen
BpB 13.542,32 €
Nachdrucke Was geht? 2016 BpB 28.237,96 €
einfach Politik: Flucht und Asyl.
Heft in einfacher Sprache
BpB, Universität Hannover, Institut für
Sonderpädagogik
51.000,00 €
Projektname Projektträger Fördersumme
einfach Politik: Das Grundgesetz 1
- Die Grundrechte. Heft in
einfacher Sprache.
BpB, Universität Hannover, Institut für
Sonderpädagogik
28.500,00 €
einfach Politik: Das Grundgesetz 2
- Über den Staat. Heft in einfacher
Sprache
BpB, Universität Hannover, Institut für
Sonderpädagogik
28.000,00 €
DVD- und Online-Projekte /
BpB.de/lernen zum Thema Flucht,
Vertreibung, Asyl
BpB 100.000,00 €
„Hass im Netz entgegentreten“ -
Zuwendung
Open History e. V.
Soziale Dienste und Jugendhilfe gemeinnützige
GmbH Westfälisch
Wilhelms Universität Münster
VHS Göttingen
DITIB Landesjugendverband
Baas e. V.
AWO SPI – Soziale Stadt und Land
Entwicklungsgesellschaft mbH Integralis e. V.
98.497,00 €
Untertitelung des Dokumentarfilms
„Haunted“
mec film 2.600,00 €
Ankauf von AV-Medien zum
Themenfeld „Flucht / Integration von
Flüchtlingen / Fluchtursachen“ -
2016/17
BpB 54.332,50 €
Newsformate „BrainFed“ und
„TenseInforms“ auf YouTube
(MeshCollective)
Robert Bosch Stiftung; JFF Institut für
Medienpädagogik
232.792,32 €
Interaktive Deutschlandkarte der
Integration für und von Bürger
Innen und Lokalredaktionen
BpB 170.000,00 €
Topografie jüdischen Lebens in
Deutschland
Stiftung Jüdisches Museum Berlin 43.000,00 €
Netzdebatte - der Debattenkanal auf
BpB.de
BpB 365.895,36 €
GrafStat_Krisenerfahrung und
Sozialisierung_Flucht und
Vertreibung_2015-2016
BpB 26.970,00 €
Migration Europa/Welt:
Länderprofile und Kurzdossiers 2016
IMIS Universität Osnabrück 71.400,41 €
Online-Dossier „Willkommen auf
Deutsch“
BpB 27.684,40 €
Aktualisierung Türkei 2016 BpB 16.101,36 €
Weiterentwicklung und -
verbreitung Social Media Angebote der
BpB
BpB 19.731,43 €
Projektname Projektträger Fördersumme
Maßnahmen für Flüchtlingsklassen
Hanisauland
BpB 361.704,70 €
Netzwerkbewegtbildung.
net
medialepfade e. V. 374.844,02 €
Starter KIT Politische Bildung hilft
beim Ankommen
Dialog macht Schule gGmbH i.G. 99.995,75 €
Gewusst wie! - Miteinander
menschenrechtsorientiert Handeln in
Sachsen
Kulturbüro Sachsen e. V. 20.000,00 €
MOBB Mobile Beratung und
Begleitung für die Kooperation und
Beratung bei der Integration und
Hilfe für Menschen im Kreis
Stormarn
Arbeiterwohlfahrt Kreisverband Stormarn e. V. 50.000,00 €
Förderung aktiver
Beteiligungskultur. Empowerment für Helfende
und Geflüchtete im ländlichen
Raum
Ev. Jugendarbeit im Kirchenkreis Oderland -
Spree - Eine Welt Projekt
22.400,00 €
AMIKO CJD Jugendmigrationsdienst Oldenburg 37.500,00 €
RE: SPEECH. Ein Medienprojekt
zur Stärkung migrantischer
Stichweisen im flüchtlingspolitischen
Diskurs im Ruhrgebiet.
Medizinische Flüchtlingshilfe Bochum e. V. 30.500,00 €
Normal ist die Vielfalt - ein
Netzwerk für interkulturelle Bildung in
Hamburg
AFS Interkulturelle Begegnungen e. V. 46.000,00 €
Migranten für Migranten -
Spätaussiedler und Juden helfen
Flüchtlingen und Asylbewerbern mit
Bleibeperspektive bei ihrer Integration in
der neuen Heimat Deutschland
Deutsch-Russisches Zentrum e. V. 49.000,00 €
Rassistische Instrumentalisierungen
geschlechterpolitischer Fragen im
Kontext
migrationsgesellschaftlicher Verhältnisse
Dissens - Institut für Bildung und Forschung
e. V. in Kooperation mit dem Berliner Institut für
empirische Integrations- und
Migrationsforschung
50.000,00 €
Aufklärung und (frauen-)politische
Bildung für geflüchtete Frauen und
Asylbewerberinnen
RAHMA Muslimisches Zentrum f. Mädchen,
Frauen und Familie e. V.
50.000,00 €
FUSION -
Kommunikationswerkstatt. Entwicklung und Erprobung
von Werk-zeugen zur Konstruktion
von Identität und politischem
Subjekt in der Migrationsgesellschaft
amfn e. V. 40.000,00 €
Demokratie erleben - Teilhabe
fördern
Integrationshaus Köln e. V. 49.000,00 €
Projektname Projektträger Fördersumme
YOURS!_ Jugendkulturelle
Bildung zur Integration von
Geflüchteten und Stärkung von
Menschenrechten
cultures Interactive e. V. Verein zur
interkulturellen Bildung und Gewaltprävention
30.000,00 €
Gemeinsam lernen - gemeinsam
vermitteln
CARPUS e. V. 50.000,00 €
Veranstaltungs- und
Qualifikationsreihe „Flucht und Asyl -
Herausforderungen in der Jugend- und
Bildungsarbeit und Beiträge der
diversitätsbewussten Perspektive“
transfer e. V. 40.000,00 €
Kulturmittlerinnen für geflüchtete
in Berlin Mitte. (Aufbau-)-
Qualifizierung für Frauen in der Arbeit in
Flüchtlingsunterkünften
Kulturen im Kiez e. V. 50.000,00 €
WillkommensKULTUR Theater Vorpommern 26.000,00 €
Ich träum von einer fremden Welt Förderverein Freunde der Conrad-Schule e. V. 28.000,00 €
NewcomerNEWS Freies Radio Wüste Welle (Förderverein für ein
freies Radio in Tübingen/Reutlingen e. V.)
27.000,00 €
Museen als Schaufenster in die
neue Welt
Leibniz-Institut für raumbezogene
Sozialforschung e. V.
42.000,00 €
Nach der Flucht. Wie wir leben
wollen - Projektlandschaft mit
interaktivem Parcours. Ankunft in
Andersland
Stiftung Berliner Mauer 32.000,00 €
Multiplikator/innenausbildung
Politische Bildung von und mit
Geflüchteten
Europäische Jugendbildungs- und
Jugendbegegnungsstätte Weimar (EJBW)
50.000,00 €
biso Each One Teach One e. V. 32.500,00 €
Empowerment von Asylbewerbern
und Flüchtlingen als
Multiplikatoren in der politischen Bildung für
nachhaltige Integration
Jugendliche ohne Grenzen 42.000,00 €
Refugees On Air Radio Leinehertz 106einhalb - 106,5
Rundfunkgesellschaft gGmbH
50.000,00 €
Politische Bildung zu Fuß.
Gemeinsam lernen durch Stadtführungen
von Geflüchteten.
Stadtsichten e. V. 31.000,00 €
Hin und weg. Filmprojektreihe über
Flucht und Folgen
Medienprojekt Wuppertal e. V. 34.000,00 €
Moonstock ABC Bildungs- und Tagungszentrum e. V. 46.000,00 €
ANKOMMEN - WIRTSCHAF-
TEN - TEILHABEN Integration
durch finanzielle Selbstbestimmung
HochDrei e. V. Bilden und Begegnen in
Brandenburg
45.000,00 €
ON OFF gegen Rassismus DGB Bildungswerk Thüringen e. V. 31.500,00 €
Projektname Projektträger Fördersumme
Interkulturelle und politische
Bildung für junge Flüchtlinge
Verein für Bildung und Kultur e. V. 20.000,00 €
LSBTIQ-Refugees welcome!
Chancen einer emanzipatorischen
Bildungs und Vernetzungsarbeit
Bundesstiftung Magnus Hirschfeld 50.000,00 €
Zusammen lernen dock europe e. V. 50.000,00 €
3 x Deutschland - Zielgruppe junge
Flüchtl. 16-24, gleichaltrige
Aufnahmegesellschaft, Bürger aus
Brandenburg
Stiftung Partnerschaft mit Afrika 50.000,00 €
nebenanders KARUNA Zukunft für Kinder und Jugendliche
in Not International e. V.
50.000,00 €
HEIMATSPHERE Deutschland-
Wie-Wo und Wozu? - ein
Forschungsprojekt zu politisch-
demokratischen, sozialen und
interkulturellen Prozessen von Jugendlichen
mit und ohne Fluchthintergrund
Grenzkultur gGmbH Cabuwazi, Kinder- und
Jugendzirkus
30.300,00 €
Elternsprechstunde Bildungssystem
- Entwicklung eines Video-Tutorial
für Beratung von Flüchtlingseltern
zu Fragen zur Elternmitwirkung
und zum deutschen Bildungssystem
gemeinsam mit Ehrenamtlichen vor
Ort
Arbeitskreis Neue Erziehungen e. V. 36.500,00 €
Same same but different Gleich und
doch anders - Junge Geflüchtete in
Nürnberg
Kreisjugendring Nürnberg Stadt 36.000,00 €
Digitale Refugee Labs Open Knowledge Foundation Deutschland e. V. 35.500,00 €
Kino Asyl Deutschland.
Modellprojekt zur Erstellung eines
bundesweiten Handlungsleitfadens
Medienzentrum München des JFF - Jugend Film
Fernsehen e. V.
45.125,00 €
Fairplay?! - Damals, heute, auf dem
Platz und im Alltag. Ein
Mitmachprojekt für Geflüchtete und
Menschen von hier am Erinnerungsort
Topf & Söhne - Die Ofenbauer von
Auschwitz
Förderkreis Erinnerungsort Topf & Söhne e. V. 20.000,00 €
Leichter gesagt als getan! oder Vogelsang IP gemeinnützige GmbH 49.749,60 €
Wieviel Freiheit braucht die
Religion?
Jüdische Gemeinde zu Dresden KdöR 21.223,00 €
Rassismus in der Mitte treffen Jüdisches Forum für Demokratie und gegen
Antisemitismus (JFDA) e. V.
50.000,00 €
Entwurzelung durch Gewalt. Ein
pädagogisches Projekt für
Gedenkstätten zu Flucht und Asyl.
Erinnern für die Zukunft e. V. 39.521,00 €
Projekte 2017
Projektname Projektträger Fördersumme
Comic-Workshop: Alphabet des
Ankommens
Deutscher Comicverein e. V. 40.730,00 €
Qualifiziert handeln. Wir beteiligen
uns! EAD 2017
Evangelische Akademien Deutschlands 116.036,00 €
Neosalafismus - Fortbildung III
‚Prävention in den
Handlungsfeldern politische Bildung, Schule,
Jugendhilfe und Gemeinde‘
Ufuq, API gUG (Agentur für partizipative
Integration)
38.520,00 €
Redrawing Stories from the Past Mit Ost e.V 40.000,00 €
Fachtagung Politik im Rahmen der
Hochschultage Berufliche Bildung
Universität Stuttgart Institut für
Erziehungswissenschaft / Abt. Berufs-, Wirts, AOR
5.010,00 €
Verstärker: Fortbildungsreihe 2017 BpB 90.000,00 €
NECE FG Exchange 2017 (Treffen
Steuerungsgruppe und Advisory
Committee)
UTIL 30.000,00 €
Gemeinsam erinnern - Zukunft
gestalten
Antragsteller: Förderkreis Topf & Söhne 25.000,00 €
Unterschiedliche Erinnerung -
gemeinsame Gegenwart - voneinander
lernen für die Zukunft
Antragsteller: Erinnern für die Zukunft e. V. 40.445,00 €
Ha-Ger Kompetenzerwerb zum
Umgang Gruppenbezogener
Menschenfeindlichkeit im Kontext von
Flucht und Integration
Antragsteller: Jüdisches Forum für Demokratie
und gegen Antisemitismus
50.000,00 €
Willkommenskultur am
Erinnerungsort - miteinander gestalten am
internationalen Platz Vogelsang
Antragsteller: IP Vogelsang 50.000,00 €
Migration - Vielfalt -
Geschichtsvermittlung. Methodenbausteine für
die Bildungsarbeit an NS-
Gedenkstätten (Fortführung)
KZ-Gedenkstätte Flossenbürg Stiftung
Bayerische
47.945,00 €
Dialoge zwischen Geschichte und
Gegenwart von A bis Z. Flüchtlinge
als Akteure und Zielgruppe der
politische Bildung
Antragsteller: Museum Friedland 48.000,00 €
Gamescamp 2017: United JFF München, Medienkulturzentrum Dresden,
Weitere medienpädagogische Institutionen
(Spawnpoint u. a.)
27.037,50 €
Reihe: Checkpoint BpB - die
Montagsgespräche (7 Veranstaltungen)
Agentur labconcepts Bonn/Berlin, Anja
Ostermann und Team, BpB
257.644,94 €
Sommercamp „Engagement/Helfen
in Geschichte und Gegenwart“
(Arbeitstitel)
Anne Frank Zentrum 60.000,00 €
Projektname Projektträger Fördersumme
Workshopreihe Islamismus im
Internet
BpB 37.500,00 €
Konflikte: In drei Tagen um die
halbe Welt (Fachtagung Koop)
Radikalisierungs- und
Demokratisierg.prozesse, Russl-Ukraine,
Türkei, Korfu- D. Donauraum, Arabien
Akademie für politische Bildung Tutzing 6.000,00 €
Brennpunkte europäischer Politik
2017: (Fachtagung Koop) „Brexit,
Demokratie, Außenbeziehungen“.
Akademie für politische Bildung Tutzing 5.000,00 €
„Mein Deutschland“ bundesweite
Fotoaktion 2017 bis
Abschlussveranstaltung 2019
Kinder- und Jugendfilmzentrum in Deutschland
(KJF), Bundeswettbewerbe
23.000,00 €
Regionalveranstaltung: „Wir
zusammen: gegen Antiziganismus!“
BpB 5.000,00 €
Dialogformat „Antisemitismus,
Islamfeindlichkeit - wie
zivilgesellschaftliche Akteure Vorurteilen
begegnen können“
BpB 14.000,00 €
Regionalveranstaltungen
„Gesellschaftlicher Zusammenhalt. Was
können wir dafür tun?“
BpB 10.000,00 €
Vernetzungstreffen „Was tun gegen
Islamismus? Wie
zivilgesellschaftliche Akteure der Radikalisierung
durch salafistische/islamistische
Ideologien begegnen“
BpB 7.000,00 €
Europas lange Suche nach einer
neuen Migrationsordnung:
Zeithistorische Perspektiven auf aktuelle
Fragen
Zentrum für Zeithistorische Forschung (ZZF
Potsdam)
55.000,00 €
Hellas Filmbox Berlin -
Filmfestival 2017
Deutsch-Griechische Kulturassoziation e. V. 14.700,00 €
VIII Kinder zum Olymp!-Kongress.
Zusammenspiel. Kulturelle Bildung
im Spannungsfeld globaler Prozesse
Kulturstiftung der Länder 55.000,00 €
Young Audience Film Day 2017 European Film Acadamy 8.200,00 €
Gerettete Erinnerungen –
Spiel im Museum (ehemals: Playing
in a box – Das Spiel im Museum als
Vermittlungsmodell für Wissen,
Erkenntnis und Lernen)
Bundesverband Deutscher Kinder- und
Jugendmuseen
51.256,00 €
Perspektive Teilhabe. Unterstützung
von Ehrenamtlichen in der
Flüchtlingsarbeit - Ermöglichung von
gesellschaftlicher Teilhabe für
Geflüchtete.
Minor - Projektkontor für Bildung und
Forschung e. V.
376.240,06 €
Projektname Projektträger Fördersumme
WIR HIER! La Red – Vernetzung und Integration e. V. 31.199,10 €
Herkunftssache! Literarisch-
künstlerische Zusammenkünfte
Literaturhaus Stuttgart 15.000,00 €
Mix It - Filmpraktisches Projekt mit
einheimischen und geflüchteten
Jugendlichen/Deutscher
Filmakademie 2016
Deutsche Filmakademie (DFA) 55.000,00 €
Mix It - Filmpraktisches Projekt mit
einheimischen und geflüchteten
Jugendlichen/Deutscher
Filmakademie 2017
Deutsche Filmakademie (DFA) 90.000,00 €
„Was glaubst du denn?! Muslime in
Deutschland“ 2017
BpB 200.000,00 €
Kolonialismus/Dekolonisation, Frau
Metzler, 4. Heft 2017
BpB 252.085,28 €
01/2017 = B 1-3 „Köln“ BpB 16.330,58 €
14/2017 = B 26
„Arbeitsmarktpolitik“ (AT)
BpB 18.000,00 €
15/2017 = B 27-29 „Migration/
Integration“ (AT)
BpB 18.000,00 €
fluter-Nachdrucke 2017 BpB 50.000,00 €
M. Fritsche, Wegweiser:
Geflüchteten Menschen helfen
BpB 44.600,00 €
Christof Gramm / Stefan Pieper,
Kompass für Deutschland (AT)
BpB 70.700,00 €
Ch. Pannhausen, Kinder auf der
Flucht - damals und heute
BpB 11.500,00 €
Buchprojekt Sammelband
„Radikalisierung, Ausreise, Rückkehr“
(Arbeitstitel)
BpB 52.000,00 €
Amir Baitar/Henning Sußebach,
Unter einem Dach. Ein Syrer und
ein Deutscher erzählen
BpB 8.375,56 €
Nadine Düe/ Fabian Forster, Auch.
Wir. Dienten. Deutschland.
Afghanische Ortskräfte über ihre Arbeit
mit der Bundeswehr.
BpB 55.000,00 €
Zygmunt Bauman, Die Angst vor
den anderen, Ein Essay über
Migration und Panikmache
BpB 8.700,00 €
Dossier: Schiiten und Sunniten Zenith 55.254,56 €
Weg sein - hier sein. Texte aus
Deutschland. deutsch-arabisch
in Arbeit 20.000,00 €
Projektname Projektträger Fördersumme
W. Schiffauer / A. Eilert / M.
Rudolf (Hrsg.), So schaffen wir das -
eine Zivilgesellschaft im Aufbruch
BpB 10.900,00 €
A. Mbembe, Kritik der schwarzen
Vernunft (unv.Nachdruck)
BpB 12.450,00 €
J. Oltmer, Migration. Geschichte
und Zukunft der Gegenwart
BpB 6.300,00 €
D. Belkin, Germanija. Wie ich in
Deutschland jüdisch und erwachsen
wurde
BpB 10.600,00 €
H.Sulaiman, Freedom Hospital BpB 9.600,00 €
Jochen Oltmer: Normalfall
Migration
BpB 80.000,00 €
zweisprachiges Grundgesetz
deutsch-arabisch
BpB 50.000,00 €
Falter Aktuell: Zuflucht
Deutschland (unveränderter Nachdruck)
BpB 10.000,00 €
Themenblätter im Unterricht Nr.
109 „Flüchtlinge“ -- aktualisierter
Nachdruck
BpB 13.000,00 €
Falter Extra: Fluchtgeschichten
(unveränderter Nachdruck)
BpB 10.000,00 €
Logbuch Neuland (unveränderter
Nachdruck)
BpB 25.000,00 €
Projekt Drehscheibe 2017 BpB 200.000,00 €
Druck und Veröffentlichung
Verstärker Aktionsformate u. a. für die
Zielgruppe Flüchtlinge,
Willkommensklassen
BpB 50.000,00 €
„Refugees Eleven“ - Crossmediales
TV-Format „Flucht, Asyl,
Vertreibung“
BpB 168.000,00 €
Digitale Version „Atlas arabischer
Frühling (DE-ARAB): DVD-Box
Levante Verlag 300.000,00 €
Ankauf und Produktion von AV-
Medien für die Mediathek
BpB 133.450,75 €
Förderung Seitenstark-Chat 2016 Medienpädagogik e. V. 95.000,00 €
Realisierung Virtuelles
Migrationsmuseum
DOMiD e. V.; LVR 349.000,00 €
Aktualisierung Dossier Innere
Sicherheit (Umsetzung)
BpB 32.635,70 €
Kollaborationsplattform „Digitale
Bildung“
BpB 608.206,00 €
Projektname Projektträger Fördersumme
Infofilme zur Netzpolitik
(Netzpolitik)
BpB 25.000,00 €
Innovative digitale Formate gegen
gruppenbezogene
Menschenfeindlichkeit
BpB 40.000,00 €
Mediendatenbank auf BpB.de -
Informationen zum Themenfeld
Flucht und Asyl
BpB 8.000,00 €
(Kurz-)Erklärfilmreihe für Y-
ouTube und BpB.de/mediathek
BpB 10.000,00 €
Multimediaformat Flucht und
Integration
BpB 28.952,16 €
Praxistest Unterrichtsmaterial für
Willkommensklassen //
Rezensionen für BpB.de
BpB 4.500,00 €
Interviewreihe „WAS TUN?“ BpB 60.356,45 €
TRAFO - Zuwendung FUTUR-
ZWEI
TRAFO 92.140,00 €
Migration Europa/Welt:
Länderprofile und Kurzdossiers 2017
IMIS Osnabrück 90.000,00 €
Weiterentwicklung und -
verbreitung Social Media Angebote der
BpB 2017
BpB 15.000,00 €
Netzdebatte - der Debattenkanal auf
BpB.de 2017
BpB 100.000,00 €
360° und VR-Formate BpB 20.000,00 €
Online-Dossier zum Comic-
Workshop „Alphabet des Ankommens“
Deutscher Comicverein e. V. 5.000,00 €
Lizenzankauf „Life on the Border“
2017
DEFA-Stiftung 15.000,00 €
VA-Dokumentation +
Praxisleitfaden zur VA „Film, Flucht,
Interkultur“ mit DIF 2017
DIF 5.000,00 €
Unterrichtsmaterial zur
Animationsfilmserie „Zuflucht gesucht -
Seeking refuge“
BpB 5.000,00 €
Netzwerk bewegtbildung.net –
2017-2020
medialepfade e. V. 166.000,00 €
Yours, Hakim – ein virtueller
Brieffreund berichtet während seiner
Flucht aus Syrien (Serious Game
für den Unterricht)
in Arbeit 12.000,00 €
Refugio Lab Verein für Berliner Stadtmission 48.160,00 €
Projektname Projektträger Fördersumme
Kurzfristig Helfen – langfristig
Wirken?
Integration auf Augenhöhe und
Bleibeperspektiven im ländlichen
Raum für geflüchtete Menschen in
Deutschland kurzfristig Helfen –
langfristig Wirken?
Integration auf Augenhöhe und
Bleibeperspektiven im ländlichen
Raum für geflüchtete Menschen in
Deutschland kurzfristig Helfen –
langfristig Wirken?
Integration auf Augenhöhe und
Bleibeperspektiven im ländlichen
Raum für geflüchtete Menschen in
Deutschland kurzfristig Helfen –
langfristig Wirken?
Integration auf Augenhöhe und
Bleibeperspektiven im ländlichen
Raum für geflüchtete Menschen in
Deutschland
Evangelische HVSH Alterode 23.422,40 €
Zwischenmenschlich - Miteinander
Vielfalt leben
Freudenberg Stiftung 49.971,00 €
Weiterbildungsmodule des Lern-
und Integrationspatenprojektes
Prof Dr. Norbert Neuß/Uni Gießen 21.653,20 €
Perspektiven verbinden -
Seminarangebote für integrative Begegnung
Commit to partnership (Commit München) 23.766,00 €
Demokratie als Lebenskonzept Arbeitsgemeinschaft Migrantinnen,
Migranten und Flüchtlinge - amfn e. V.
Arbeitsgemeinschaft Migrantinnen,
Migranten und Flüchtlinge - amfn e. V.
Arbeitsgemeinschaft Migrantinnen,
Migranten und Flüchtlinge - amfn e. V.
Arbeitsgemeinschaft Migrantinnen,
Migranten und Flüchtlinge - amfn e. V.
49.480,00 €
Refugees in Journalism radio leinehertz 106.5
radio leinehertz 106.5
radio leinehertz 106.5
radio leinehertz 106.5
44.000,00 €
WIR SIND DA. Ein Projekt auf
zwei Beinen: Integration von
Erwachsenen und Kindern durch
politische Bildung
Hoch Drei e. V. - Bilden und Begegnen in
Brandenburg
49.350,00 €
Dialog durch Stadtführung.
Integrativ, divers, bundesweit.
Stadtsichten e. V. 49.855,00 €
Refugees and Queers, Politische
Bildung an der Schnittstelle von
LSBTTIQ und Flucht/
Migration/Asyl
Bundesstiftung Magnus Hirschfeld (BMH) 50.000,00 €
Projektname Projektträger Fördersumme
Geflüchtete als politische
Bildner*innen
Aus und Weiterbildung Geflüchtete
als politische Bildner*innen
Aus und Weiterbildung Geflüchtete
als politische Bildner*innen
Aus und Weiterbildung Geflüchtete
als politische Bildner*innen
Aus und Weiterbildung
Stiftung »Europäische Jugendbildungs-
und Jugendbegegnungsstätte Weimar«
(EJBW)Stiftung »Europäische Jugendbildungs-
und Jugendbegegnungsstätte Weimar«
(EJBW)Stiftung »Europäische Jugendbildungs-
und Jugendbegegnungsstätte Weimar«
(EJBW)Stiftung »Europäische Jugendbildungs-
und Jugendbegegnungsstätte Weimar« (EJBW)
50.000,00 €
Tuchfühlung: Zugang und Teilhabe
am politischen Prozess in der neuen
Heimat
PPTZ e. V. 21.400,00 €
Empowerment- und
Integrationstraining für geflüchtete arabische
Frauen
Caritasverband für den Landkreis Lörrach e. V. 38.382,00 €
Migrantinnen in der
Kommunalpolitik
Otto Benecke Stiftung e. V. 49.940,00 €
Stärkung der interkulturellen
Kompetenzen von haupt- und
ehrenamtlichen Bezugspersonen für
asylsuchende Familien mit Kleinkindern
Deutscher Kinderschutzbund Kreisverband
Augsburg e. V. (DKSB)
24.628,00 €
Als ich nach Deutschland kam:
Gastarbeiterinnen und geflüchtete
Frauen in den 70ern, 90ern und von
heute berichten von ihren
Erfahrungen
International Women Space e. V. 24.000,00 €
„We are here, we speak up!“
Geflüchtete und Studierende machen
Radio
Die Kopiloten e. V. - gemeinsam. politisch.
bilden
21.928,00 €
Listen! Neue Medienperspektiven
mit Geflüchteten
Radio Dreyeckland 48.767,00 €
Zusammen mit Medien
Aktive Medienarbeit zur Gestaltung
von Integration Zusammen mit
Medien
Aktive Medienarbeit zur Gestaltung
von Integration Zusammen mit
Medien
Aktive Medienarbeit zur Gestaltung
von Integration
Landesfilmdienst Thüringen e. V. - Zentrum für
Medienkompetenz und Service
41.600,00 €
hello café goes Youtube low tec 45.863,00 €
Blickpunkt Mensch – Begegnung
braucht Zeit
Geschichtswerkstatt e. V. 50.000,00 €
Lighthouse-mobil ePunkt – das Lübecker Bürgerkraftwerk e. V. 21.320,00 €
same same but different - Ein
Gesellschaftsspiel zu interkulturellen
Geschlechterfragen
Düsseldorfer Schauspielhaus 49.500,00 €
Projektname Projektträger Fördersumme
Entwicklung und Implementierung
einer Summer School zu
Journalismus und Medien im Kontext von
Flucht-Migration-Integration
Jugendpresse Deutschland e. V. 43.994,82 €
„Begegnung – Empowerment –
Zukunft“
Utopia e. V. 39.971,28 €
„Close up -grenzenlos – unlimited“ Close Up- Ensemble am Haus der Jugend
Wuppertal
35.000,00 €
MigrantInnen im Einsatz für
Flüchtlinge
Bundesarbeitsgemeinschaft der
Immigrantenverbände in Deutschland e. V.
35.400,00 €
Multiplikatoren PLUS Verein für junge afrikanische und andere
Diaspora (VJAAD e. V.) Migrafrica
35.387,01 €
Demokratie in Deutschland Integration HUB eV, Monis Bukhari 48.000,00 €
Zusammenleben in der
Migrationsgesellschaft
Volkshochschule Braunschweig 28.722,88 €
Involve! - Integration und Teilhabe
durch zivilgesellschaftliches
Engagement in Bremen
Jugendbildungsstätte Lidicehaus Bremen
gGmbH
29.139,60 €
Integrationsbotschafter*in der
Deutschen Soccer Liga
Deutsche Soccer Liga e. V. 32.961,60 €
Bufdis für (religiöse) Vielfalt und
Toleranz
EUGEN-BISER-STIFTUNG 49.441,69 €
Mitgestalten! Vereine und
Geflüchtete gemeinsam für die Zukunft des
Fußballs
Sozialstiftung des Hessischen Fußballs 39.989,40 €
The Poetry Project The Poetry Project e. V. 48.808,00 €
Deine Stimme zählt!
Politikworkshop für junge Frauen mit und
ohne Fluchtgeschichte
EAF Berlin, Europäische Akademie für Frauen
in Politik und Wirtschaft Berlin e. V.
25.780,56 €
Aufbau eines regionalen
Kompetenzzentrums „Flucht, Migration,
Integration und gesellschaftlicher
Zusammenhalt“
Fridtjof-Nansen-Akademie für politische
Bildung im Weiterbildungszentrum Ingelheim
49.994,91 €
Mehr als Anpassung:
Bildungsseminare zur gesellschaftlichen
Teilhabe von Migrant*innen in der
deutschen Aufnahmegesellschaft
Jugendakademie Walberberg (aksb) 36.357,52 €
Integrationspotentiale im ländlichen
Raum nutzen – Beratung und
Schulung von haupt- und ehrenamtlich
Engagierten in der Arbeit mit
Migrant*innen und Geflüchteten
Arbeit und Leben Bildungsvereinigung
Sachsen-Anhalt e. V. Arbeit und Leben
Bildungsvereinigung
Sachsen-Anhalt e. V.
23.916,00 €
Demokratie geht nur miteinander Stiftung Mitarbeit 34.260,00 €
City caches aktuelles Forum 27.244,00 €
Projektname Projektträger Fördersumme
Deutschland Navi – Deutschland
Diary, Ein Integrationsprojekt für
Jugendl. im Kreis Mett-mann
Deutschland Navi - Deutschland
Diary, Ein Integrationsprojekt für
Jugendl. im Kreis Mettmann
Deutsche Gesellschaft e. V. 43.327,00 €
Moderatorin für Partizipation im
Migrationsbereich
Iffe e. V. Institut für Fortbildung, Forschung
und Entwicklung
49.413,00 €
Wir müssen reden! GIM - Gesellschaftswissenschaftliches Institut
München für Zukunftsfragen e. V.
43.500,00 €
Diskurs- und Vernetzungsförderung
- ein Beitrag für eine gelingende
Integration geflüchteter Menschen in
der Region Oberlausitz
KIB e. V. 31.962,49 €
ÜBERS LAND Bellevue di Monaco eG 50.000,00 €
„Miteinander statt gegeneinander“ -
Partizipation und aktive Gestaltung
der Einwanderungsgesellschaft
Historisch-Ökologische Bildungsstätte
Emsland in Papenburg e. V. Historisch-
Ökologische Bildungsstätte
Emsland in Papenburg e. V.
49.450,00 €
Brandenburg Connect - Teilhabe
und Inklusion durch
Selbstorganisation: Wissensvermittlung,
Diskussion, Vernetzung
Förderverein des Brandenburgischen
Flüchtlingsrates e. V.
25.439,49 €
Train the trainer im Bereich der
politischen Bildungsarbeit „Training
the migration society“
Internationales Bildungszentrum
dock europe e. V.
46.940,00 €
Die Helden Akademie - Konflikte
meistern // interkulturelle
Workshopreihe für geflüchtete und hier
aufgewachsene Jugendliche
Meditations Zentrum Berlin e. V. 35.833,20 €
Satz: Satzweiss.com Print, Web, Software GmbH, Mainzer Straße 116, 66121 Saarbrücken,
www.satzweiss.com
Druck: Printsystem GmbH, Schafwäsche 1-3, 71296 Heimsheim,
www.printsystem.de
Vertrieb: Bundesanzeiger Verlag GmbH, Postfach 10 05 34, 50445 Köln, Telefon (02 21) 97 66 83 40, Fax (02 21) 97 66 83 44,
www.betrifft-gesetze.de
ISSN 0722-8333]