[Die Antwort wurde namens der Bundesregierung mit Schreiben des Bundesministeriums des Innern vom 30. Mai 2017
übermittelt.
Die Drucksache enthält zusätzlich – in kleinerer Schrifttype – den Fragetext.
Deutscher Bundestag Drucksache 18/12623
18. Wahlperiode 01.06.2017
Antwort
der Bundesregierung
auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Ulla Jelpke, Frank Tempel,
Sevim Dağdelen, weiterer Abgeordneter und der Fraktion DIE LINKE.
– Drucksache 18/11985 –
Ergänzende Informationen zur Asylstatistik für das erste Quartal 2017
V o r b e m e r k u n g d e r F r a g e s t e l l e r
Die von der Fraktion DIE LINKE. regelmäßig erfragten Informationen zur
Asylstatistik des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF)
beleuchten ausgewählte Aspekte, die in der medialen Berichterstattung zumeist nur
wenig Beachtung finden. So ist kaum bekannt, dass die Anerkennungsquote bei
inhaltlichen Asylentscheidungen weitaus höher liegt, als die offiziellen Zahlen
vermuten lassen (vgl. hierzu und zum Folgenden, soweit nicht anders
angegeben, die Bundestagsdrucksache 18/11262). Die so genannte bereinigte Schutzquote,
bei der rein formelle Entscheidungen unberücksichtigt bleiben, lag im Jahr 2016
bei einem historischen Höchstwert von 71,4 Prozent. Hinzu kommen noch
Anerkennungen durch die Gerichte nach zunächst negativer Entscheidung.
Bei 7,7 Prozent aller Asylsuchenden stellte das BAMF im Jahr 2016 ein
Rückübernahmeersuchen nach der Dublin-Verordnung der Europäischen Union
(EU) – im letzten Quartal 2016 lag dieser Anteil bei 19,5 Prozent. In 31 488
Fällen wurde 2016 die Zuständigkeit Griechenlands vermutet und deshalb kein
Ersuchen gestellt, weil es wegen der dortigen systemischen Mängel im Asyl- und
Aufnahmesystem seit 2011 einen Überstellungsstopp gab, der im März diesen
Jahres jedoch endete. Übernahmeersuchen wurden im Jahr 2016 vor allem an
Italien gerichtet (23,4 Prozent), danach folgten Ungarn (21,5 Prozent), Polen
und Bulgarien. Syrische Flüchtlinge stellen mit 17,8 Prozent die größte
Betroffenengruppe dar, gefolgt von afghanischen, russischen und irakischen
Asylsuchenden. Den insgesamt 55 690 Dublin-Ersuchen im Jahr 2016 standen nur
3 968 tatsächliche Überstellungen gegenüber, das sind gerade einmal 7 Prozent;
gemessen an den Zustimmungen der anderen EU-Staaten zur Rückübernahme
(29 274) betrug die so genannte Überstellungsquote 13,6 Prozent (in Bezug auf
Ungarn 2,5 bzw. 7,8 Prozent). Nicht selten verhindern Gerichte geplante
Überstellungen wegen erheblicher Mängel in den Asylsystemen anderer
Mitgliedstaaten oder aufgrund individueller Umstände (63 Prozent der
Rechtsschutzanträge gegen Überstellungen nach Ungarn waren 2016 erfolgreich, in Bezug auf
Italien lag die Quote bei 24,7 Prozent). Manche Schutzsuchende tauchen in ihrer
Not eher unter, als sich gegen ihren Willen in ein Land überstellen zu lassen, in
dem sie ein unfaires Asylverfahren, unwürdige Lebensbedingungen,
rassistische Ablehnung, Obdachlosigkeit oder eine Inhaftierung fürchten. Die geringe
Überstellungsquote erklärt sich auch dadurch, dass einzelne Mitgliedstaaten –
wie etwa Ungarn – nur eine bestimmte Zahl von Schutzsuchenden pro Tag aus
allen anderen Dublin-Staaten zurücknehmen. Innerhalb des BAMF wird für
Dublin-Verfahren Personal gebunden, das besser in der regulären Asylprüfung
eingesetzt werden könnte. Eine reale Verteilungswirkung ist mit dem Dublin-
System für Deutschland kaum verbunden: Die immer komplexeren Dublin-
Verfahren beschäftigen das BAMF und die Gerichte zwar zunehmend, doch die
Zahl der Asylsuchenden in Deutschland hat sich durch Dublin-Überstellungen
aus anderen Ländern im Jahr 2016 im Saldo noch um 8 123 Personen erhöht.
Im Jahr 2016 gab es vergleichsweise wenige Widerrufsverfahren (2 207), zu
82 Prozent hatte dabei der Schutzstatus Bestand. Für die Zukunft ist angesichts
der großen Zahl zuletzt gewährter Schutzstatus und nach Abbau der
Altverfahren im BAMF mit einer massiven Ausweitung der automatischen
Widerrufsprüfungen drei Jahre nach einer Anerkennung zu rechnen. Für die Betroffenen –
nicht selten traumatisierte Flüchtlinge – sind diese Verfahren und die damit
verbundene Unsicherheit sehr belastend.
Ein behördliches Asylverfahren in Deutschland dauerte im Jahr 2016 nach
offiziellen Angaben im Durchschnitt 7,1 Monate. Asylsuchende aus Somalia, der
Türkei, Russland und Pakistan mussten sogar über 15 Monate auf eine
Entscheidung des BAMF warten. Die realen Asylverfahrensdauern lagen noch einmal
deutlich über diesen Werten, denn die Zeit vom ersten Asylgesuch bis zur
ermöglichten formellen Asylantragstellung wird bei den Angaben der
Bundesregierung über die Verfahrensdauern nicht berücksichtigt. Erst nach mehrfachem
Nachfragen machte die Bundesregierung Angaben zur Zeitdauer zwischen
erster Einreise (nach Angaben der Betroffenen) und formeller Asylantragstellung;
diese zusätzliche Wartezeit betrug im Jahr 2016 durchschnittlich sechs Monate.
Vom Asyl-Flughafenverfahren waren im Jahr 2016 gerade einmal 273
Asylsuchende betroffen. Im Ergebnis wurde 68 dieser Asylsuchenden nach einer
Ablehnung als „offensichtlich unbegründet“ die Einreise im Rechtssinne
verweigert – wie viele von ihnen tatsächlich ausreisten oder abgeschoben wurden oder
in Deutschland verbleiben konnten, ist nicht bekannt.
36,2 Prozent aller Asylsuchenden in Deutschland im Jahr 2016 waren Kinder.
5 Prozent waren unbegleitete minderjährige Flüchtlinge, bei denen die
bereinigte Gesamtschutzquote zwischen 93,8 und 97 Prozent lag. Gestiegen ist im
Jahr 2016 die Zahl der zurückgewiesenen oder zurückgeschobenen
unbegleiteten minderjährigen Geflüchteten, das betraf 649 Kinder und Jugendliche (2015:
31), 278 von ihnen kamen aus Afghanistan (erst seit Dezember 2015 erfasst die
Bundespolizei 16- und 17-Jährige als unbegleitete Minderjährige; vgl.
Bundestagsdrucksache 18/7625, Frage 8).
1. a) Wie hoch war die Gesamtschutzquote (Anerkennungen nach Artikel 16a
des Grundgesetzes – GG –, nach § 60 Absatz 1 des Aufenthaltsgesetzes –
AufenthG – in Anwendung der Genfer Flüchtlingskonvention – GFK –,
subsidiärer Schutz und Abschiebungshindernisse) in der
Entscheidungspraxis des BAMF im ersten Quartal 2017, und wie lauten die
Vergleichswerte des vorherigen Quartals (bitte in absoluten Zahlen und in Prozent
angeben und für die 15 wichtigsten Herkunftsländern gesondert
darstellen, bitte für jedes dieser Länder in relativen Zahlen angeben, wie viele
Asylsuchende Schutz nach Artikel 16a GG, nach § 60 Absatz 1 AufenthG/
GFK, einen subsidiären Schutzstatus bzw. nationalen
Abschiebungsschutz zugesprochen bekommen haben, bitte in einer weiteren Tabelle
nach Art der Anerkennung differenzieren: Asylberechtigung,
internationaler Flüchtlingsschutz, subsidiärer Schutz, nationale
Abschiebungsverbote – bitte jeweils so differenziert wie möglich darstellen und in jedem
Fall Angaben zu den Herkunftsländern Algerien, Marokko, Tunesien und
Türkei machen)?
b) Wie hoch war in den genannten Zeiträumen jeweils die „bereinigte
Gesamtschutzquote“, d. h. die Quote der Anerkennungen bezogen auf
tatsächlich inhaltliche und nicht rein formelle Entscheidungen (bitte wie zu
Frage 1a differenzieren)?
Die Fragen 1a und 1b werden gemeinsam beantwortet.
Die Angaben können den nachfolgenden Tabellen entnommen werden.
Vorsorglich wird darauf hingewiesen, dass durch Heranziehen der erfragten sog.
bereinigten Gesamtschutzquote (Quote zu Frage 1b) etwaige Bleibeperspektiven
von Staatsangehörigen der u. g. Staaten nicht hergeleitet oder begründet werden
können, da die formellen Ablehnungen von Asylanträgen bei einer derartigen
Quotenberechnung nicht berücksichtigt werden. Formelle Ablehnungen führen
ebenso wie materiell entschiedene Asylablehnungen im Regelfall zu einer
Ausreisepflicht. Maßgeblich für die Feststellung einer etwaigen Bleibeperspektive ist
daher die Gesamtschutzquote, die alle ablehnenden Asylentscheidungen
berücksichtigt:
1. Quartal 2017
Asylberechtigung
Art. 16a GG
Flüchtlingsschutz § 3 I
AsylG
Subsidiärer Schutz
§ 4 I AsylG
Abschiebungsverbot
§ 60 V/VII
AufenthG
Gesamtschutzquote
Quote zu
Frage 1b
absolut in % absolut in % absolut in % absolut in % absolut in % in %
Staatsangehörigkeiten
gesamt
859 0,4 47.400 21,3 41.122 18,5 14.055 6,3 103.436 46,5 56,0
darunter:
Syrien 177 0,4 12.789 31,7 24.906 61,7 138 0,3 38.010 94,2 99,9
Afghanistan 48 0,1 8.144 16,4 2.948 5,9 10.642 21,5 21.782 44,0 46,9
Irak 89 0,3 11.639 37,6 6.188 20,0 533 1,7 18.449 59,6 65,8
Eritrea 50 0,6 3.286 42,5 2.095 27,1 191 2,5 5.622 72,7 97,3
Iran 202 1,7 6.072 50,5 282 2,3 138 1,1 6.694 55,7 61,5
Somalia 4 0,1 1.701 26,3 1.521 23,6 892 13,8 4.118 63,8 84,1
Nigeria 7 0,1 221 3,9 46 0,8 401 7,1 675 11,9 19,7
Türkei 7 0,8 38 4,6 11 1,3 6 0,7 62 7,5 14,4
Russische Föd. 21 0,4 190 3,6 116 2,2 68 1,3 395 7,5 11,7
Guinea 5 0,2 129 6,4 39 1,9 72 3,6 245 12,1 26,1
Armenien 5 0,2 46 1,6 57 1,9 111 3,8 219 7,5 9,7
Ungeklärt 12 0,3 812 21,4 1.263 33,3 56 1,5 2.143 56,5 70,4
Albanien - - 1 0,0 16 0,4 33 0,9 50 1,3 2,0
Pakistan 16 0,2 178 1,9 32 0,3 60 0,6 286 3,1 3,9
Aserbaidschan 19 0,9 150 6,7 70 3,1 43 1,9 282 12,6 19,8
Algerien - - 8 0,6 7 0,5 12 0,9 27 2,1 3,9
Marokko 1 0,1 26 2,0 21 1,6 20 1,5 68 5,2 8,9
Tunesien - - 5 1,3 10 2,5 3 0,8 18 4,5 8,4
1. Quartal 2017 Quote zu Frage 1b
absolut in Prozent
Asylberechtigung 859 0,4% 0,5%
Flüchtlingsschutz (§ 3 I AsylG) 47.400 21,3% 25,7%
Subsidiärer Schutz nach
§ 4 I Nr. 1 AsylG 164 0,1% 0,1%
§ 4 I Nr. 2 AsylG 6.485 2,9% 3,5%
§ 4 I Nr. 3 AsylG 33.041 14,9% 17,9%
§ 4 I AsylG Familienschutz 1.432 0,6% 0,8%
Summe subsidiärer Schutz 41.122 18,5% 22,3%
Abschiebungsverbot nach
§ 60 V AufenthG 13.158 5,9% 7,1%
§ 60 VII AufenthG 897 0,4% 0,5%
Summe Abschiebungsverbot 14.055 6,3% 7,6%
Gesamtschutz 103.436 46,5% 56,0%
4. Quartal 2016
Asylberechtigung
Art 16a GG
Flüchtlingsschutz § 3 I
AsylG
Subsidiärer Schutz
§ 4 I AsylG
Abschiebungsverbot
§ 60 V/VII
AufenthG
Gesamtschutzquote
Quote zu
Frage 1b
absolut in % absolut in % absolut in % absolut in % absolut in % in %
Staatsangehörigkeiten gesamt
801 0,3 58.502 24,9 64.288 27,4 16.934 7,2% 140.525 59,9 68,9%
darunter:
Syrien 246 0,3 24.372 32,8 46.967 63,2 487 0,7 72.072 97,0 99,9
Afghanistan 24 0,1 8.363 19,6 3.684 8,6 13.990 32,7 26.061 60,9 65,2
Irak 75 0,2 14.745 46,4 6.212 19,6 236 0,7 21.268 66,9 72,8
Eritrea 27 0,4 3.593 54,1 2.069 31,2 78 1,2 5.767 86,8 98,9
Iran 180 2,5 3.075 43,2 155 2,2 106 1,5 3.516 49,4 57,5
Nigeria 6 0,3 73 3,4 17 0,8 133 6,3 229 10,8 18,6
Somalia 4 0,1 940 27,9 504 14,9 923 27,4 2.371 70,3 88,7
Albanien - - 9 0,1 11 0,2 28 0,5 48 0,8 1,0
Türkei 6 0,7 55 6,0 20 2,2 5 0,5 86 9,4 18,6
Pakistan 4 0,1 111 1,4 37 0,5 58 0,7 210 2,7 4,2
Russische Föderation 12 0,2 181 2,8 82 1,3 89 1,4 364 5,7 9,3
Aserbaidschan 52 2,5 208 10,1 76 3,7% 64 3,1 400 19,4 23,3
Ungeklärt 7 0,1 1.110 21,4 2.712 52,2 73 1,4 3.902 75,1 83,6
Armenien 2 0,1 25 1,5 34 2,0 82 4,8 143 8,4 10,6
Guinea 8 1,3 78 12,3 13 2,1 29 4,6 128 20,3 39,8
Algerien - - 14 1,5 12 1,3 14 1,5 40 4,3 7,3
Marokko - - 18 1,6 22 1,9 11 1,0 51 4,4 7,1
Tunesien - - - - 2 0,7 - - 2 0,7 2,0
4. Quartal 2016 Quote zu Frage 1b
absolut in Prozent
Asylberechtigung 801 0,3 0,4%
Flüchtlingsschutz (§ 3 I AsylG) 58.502 24,9 28,7%
Subsidiärer Schutz nach
§ 4 I Nr. 1 AsylG 237 0,1 0,1%
§ 4 I Nr. 2 AsylG 5.810 2,5 2,8%
§ 4 I Nr. 3 AsylG 57.584 24,6 28,2%
§ 4 I AsylG Familienschutz 657 0,3 0,3%
Summe subsidiärer Schutz 64.288 27,4 31,5%
Abschiebungsverbot nach
§ 60 V AufenthG 16.170 6,9 7,9%
§ 60 VII AufenthG 764 0,3 0,4%
Summe Abschiebungsverbot 16.934 7,2 8,3%
Gesamtschutz 140.525 59,9 68,9%
c) Wie waren im Jahr 2016 die Ergebnisse der Asylprüfung bei
Asylsuchenden aus den fünf wichtigsten Herkunftsländern, differenziert nach
Bundesländern (bitte die unterschiedlichen Schutzstatus, Ablehnungen und
formelle Entscheidungen in Prozentangaben und absoluten Zahlen und
nach Bundesländern differenziert darstellen), und gibt es mit Blick auf
diese Zahlen der bisherigen Erklärung des BAMF zur Studie der
Universität Konstanz zu unterschiedlichen Anerkennungsquoten nach
Bundesländern etwas hinzuzufügen oder zu korrigieren (vgl.
www.bamf.de/
SharedDocs/Pressemitteilungen/DE/2017/20170327-012-pm-studie-
anerkennungsquoten.html)?
Die Angaben zu den fünf wichtigsten Herkunftsstaaten im Jahr 2016 können den
nachfolgenden Tabellen entnommen werden:
Asylentscheidungen im
Jahr 2016
durch das
BAMF
Syrien
Asylent
scheidungen
Asylberechtigung
(Art. 16a
u.
Familienasyl)
Anerkennungen gem.
§ 3 I AsylG
subsidiärer
Schutz gem.
§ 4 I AsylG
Abschiebungsverbot gem.
§ 60 V/VII
AufenthG
Ablehnungen
sonstige
Verfahrenserledigungen
(Einstellungen,
Dublin-
Verfahren)
davon
absolut
anteilig absolut
anteilig absolut
anteilig
absolut
anteilig
absolut
anteilig
absolut
anteilig
Baden-
Württemberg 33.118 39 0,1% 22.656 68,4% 9.959 30,1% 105 0,3% 21 0,1% 338 1,0%
Bayern 36.319 54 0,1% 25.098 69,1% 10.470 28,8% 86 0,2% 25 0,1% 586 1,6%
Berlin 10.640 79 0,7% 3.147 29,6% 7.135 67,1% 65 0,6% 12 0,1% 202 1,9%
Brandenburg 10.149 10 0,1% 5.958 58,7% 3.950 38,9% 25 0,2% 5 0,0% 201 2,0%
Bremen 5.097 21 0,4% 3.692 72,4% 1.362 26,7% 2 0,0% 1 0,0% 19 0,4%
Hamburg 5.746 11 0,2% 3.537 61,6% 2.037 35,5% 36 0,6% 4 0,1% 121 2,1%
Hessen 20.139 60 0,3% 9.327 46,3% 10.468 52,0% 39 0,2% 2 0,0% 243 1,2%
Mecklenburg-
Vorp. 9.600 25 0,3% 7.731 80,5% 1.625 16,9% 25 0,3% 9 0,1% 185 1,9%
Niedersachsen 27.238 79 0,3% 14.211 52,2% 12.051 44,2% 102 0,4% 13 0,0% 782 2,9%
Nordrhein-
Westfalen 61.636 163 0,3% 25.793 41,8% 33.832 54,9% 166 0,3% 46 0,1% 1.636 2,7%
Rheinland-
Pfalz 19.679 56 0,3% 8.949 45,5% 10.327 52,5% 82 0,4% 12 0,1% 253 1,3%
Saarland 9.080 41 0,5% 7.137 78,6% 1.405 15,5% 38 0,4% 1 0,0% 458 5,0%
Sachsen 11.784 43 0,4% 8.530 72,4% 2.960 25,1% 24 0,2% 7 0,1% 220 1,9%
Sachsen-Anhalt 13.620 4 0,0% 7.494 55,0% 5.871 43,1% 22 0,2% - - 229 1,7%
Schleswig-
Holstein 12.425 58 0,5% 6.530 52,6% 5.455 43,9% 62 0,5% 3 0,0% 317 2,6%
Thüringen 8.770 13 0,1% 5.974 68,1% 2.655 30,3% 31 0,4% 6 0,1% 91 1,0%
gesamt 295.040 756 0,3% 165.764 56,2% 121.562 41,2% 910 0,3% 167 0,1% 5.881 2,0%
Asylentscheidungen im
Jahr 2016
durch das
BAMF –
Afghanistan
Asylent
scheidungen
Anerkennungen als
Asylberechtigte (Art. 16a
u.
Familienasyl)
Anerkennungen als
Flüchtling
gem. § 3 I
AsylG
Gewährung
von
subsidiärem Schutz
gem. § 4 I
AsylG
Feststellung
eines
Abschiebungsverbotes gem.
§ 60 V/VII
AufenthG
Ablehnungen
sonstige
Verfahrenserledigungen
(Einstellungen,
Dublin-
Verfahren)
davon
absolut
anteilig absolut
anteilig
absolut
anteilig absolut
anteilig
absolut
anteilig
absolut anteilig
Baden-
Württemberg 4.634 3 0,1% 810 17,5% 546 11,8% 1.106 23,9% 1.907 41,2% 262 5,7%
Bayern 11.508 14 0,1% 1.945 16,9% 767 6,7% 3.324 28,9% 4.582 39,8% 876 7,6%
Berlin 3.208 8 0,2% 533 16,6% 225 7,0% 675 21,0% 1.088 33,9% 679 21,2%
Brandenburg 2.972 - - 444 14,9% 183 6,2% 769 25,9% 1.216 40,9% 360 12,1%
Bremen 1.048 3 0,3% 379 36,2% 104 9,9% 295 28,1% 250 23,9% 17 1,6%
Hamburg 4.960 2 0,0% 1.246 25,1% 424 8,5% 1.445 29,1% 1.526 30,8% 317 6,4%
Hessen 7.197 2 0,0% 1.381 19,2% 595 8,3% 2.237 31,1% 2.741 38,1% 241 3,3%
Mecklenburg-
Vorpommern 1.010 - - 306 30,3% 45 4,5% 270 26,7% 263 26,0% 126 12,5%
Niedersachsen 3.551 3 0,1% 830 23,4% 321 9,0% 766 21,6% 1.396 39,3% 235 6,6%
Nordrhein-
Westfalen 9.155 26 0,3% 2.012 22,0% 757 8,3% 2.323 25,4% 2.984 32,6% 1.053 11,5%
Rheinland-
Pfalz 4.009 3 0,1% 959 23,9% 417 10,4% 1.126 28,1% 1.346 33,6% 158 3,9%
Saarland 420 - - 93 22,1% 35 8,3% 167 39,8% 89 21,2% 36 8,6%
Sachsen 4.908 2 0,0% 929 18,9% 453 9,2% 1.009 20,6% 2.125 43,3% 390 7,9%
Sachsen-
Anhalt 3.203 2 0,1% 529 16,5% 251 7,8% 1.157 36,1% 1.103 34,4% 161 5,0%
Schleswig-
Holstein 3.059 10 0,3% 730 23,9% 374 12,2% 733 24,0% 929 30,4% 283 9,3%
Thüringen 3.403 2 0,1% 607 17,8% 339 10,0% 1.039 30,5% 1.272 37,4% 144 4,2%
Unbekannt 1 - - - - - - - - - - 1 100,0%
gesamt 68.246 80 0,1% 13.733 20,1% 5.836 8,6% 18.441 27,0% 24.817 36,4% 5.339 7,8%
Asylentscheidungen im
Jahr 2016
durch das
BAMF –
Irak
Asylent
scheidungen
Anerkennungen als
Asylberechtigte (Art. 16a
u.
Familienasyl)
Anerkennungen als
Flüchtling
gem. § 3 I
AsylG
Gewährung
von
subsidiärem Schutz
gem. § 4 I
AsylG
Feststellung
eines
Abschiebungsverbotes gem.
§ 60 V/VII
AufenthG
Ablehnungen
sonstige
Verfahrenserledigungen
(Einstellungen,
Dublin-
Verfahren)
davon
absolut
anteilig absolut
anteilig
absolut
anteilig
absolut
anteilig
absolut
anteilig
absolut anteilig
Baden-
Württemberg 7.612 33 0,4% 4.367 57,4% 1.223 16,1% 23 0,3% 1.420 18,7% 546 7,2%
Bayern 11.398 49 0,4% 4.982 43,7% 2.129 18,7% 91 0,8% 2.852 25,0% 1.295 11,4%
Berlin 3.536 8 0,2% 923 26,1% 586 16,6% 51 1,4% 1.025 29,0% 943 26,7%
Brandenburg 34 - - 17 50,0% 9 26,5% - - 2 5,9% 6 17,6%
Bremen 142 - - 131 92,3% 4 2,8% 2 1,4% 3 2,1% 2 1,4%
Hamburg 2.252 10 0,4% 1.315 58,4% 289 12,8% 10 0,4% 404 17,9% 224 9,9%
Hessen 2.842 4 0,1% 1.321 46,5% 600 21,1% 18 0,6% 799 28,1% 100 3,5%
Mecklenburg-
Vorpommern 61 - - 31 50,8% 9 14,8% 5 8,2% 6 9,8% 10 16,4%
Niedersachsen 10.792 27 0,3% 7.705 71,4% 1.198 11,1% 44 0,4% 1.282 11,9% 536 5,0%
Nordrhein-
Westfalen 19.984 96 0,5% 11.847 59,3% 2.633 13,2% 109 0,5% 3.985 19,9% 1.314 6,6%
Rheinland-
Pfalz 160 - - 84 52,5% 19 11,9% 1 0,6% 39 24,4% 17 10,6%
Saarland 351 1 0,3% 159 45,3% 70 19,9% 2 0,6% 70 19,9% 49 14,0%
Sachsen 3.556 3 0,1% 1.219 34,3% 856 24,1% 35 1,0% 946 26,6% 497 14,0%
Sachsen-
Anhalt 130 1 0,8% 65 50,0% 22 16,9% 2 1,5% 13 10,0% 27 20,8%
Schleswig-
Holstein 3.182 10 0,3% 1.399 44,0% 713 22,4% 29 0,9% 719 22,6% 312 9,8%
Thüringen 2.528 5 0,2% 989 39,1% 552 21,8% 17 0,7% 683 27,0% 282 11,2%
Unbekannt 2 - - - - - - - - - - 2 100,0%
gesamt 68.562 247 0,4% 36.554 53,3% 10.912 15,9% 439 0,6% 14.248 20,8% 6.162 9,0%
Asylentscheidungen im
Jahr 2016
durch das
BAMF –
Iran
Asylentscheidungen
Anerkennungen als
Asylberechtigte (Art. 16a
u.
Familienasyl)
Anerkennungen als
Flüchtling
gem. § 3 I
AsylG
Gewährung
von
subsidiärem Schutz
gem. § 4 I
AsylG
Feststellung
eines
Abschiebungsverbotes
gem. § 60
V/VII
AufenthG
Ablehnungen
sonstige
Verfahrenserledigungen
(Einstellungen,
Dublin-
Verfahren)
davon
absolut
anteilig
absolut
anteilig
absolut
anteilig
absolut
anteilig
absolut
anteilig
absolut anteilig
Baden-
Württemberg 621 40 6,4% 299 48,1% 14 2,3% 4 0,6% 175 28,2% 89 14,3%
Bayern 1.581 36 2,3% 559 35,4% 40 2,5% 19 1,2% 633 40,0% 294 18,6%
Berlin 948 32 3,4% 295 31,1% 18 1,9% 8 0,8% 338 35,7% 257 27,1%
Brandenburg 486 13 2,7% 96 19,8% 7 1,4% 2 0,4% 225 46,3% 143 29,4%
Bremen 326 12 3,7% 244 74,8% 5 1,5% 1 0,3% 51 15,6% 13 4,0%
Hamburg 999 31 3,1% 513 51,4% 31 3,1% 22 2,2% 297 29,7% 105 10,5%
Hessen 1.120 57 5,1% 463 41,3% 17 1,5% 19 1,7% 490 43,8% 74 6,6%
Mecklenburg-
Vorpommern 148 5 3,4% 66 44,6% 1 0,7% 5 3,4% 25 16,9% 46 31,1%
Niedersachsen 535 24 4,5% 229 42,8% 14 2,6% 4 0,7% 142 26,5% 122 22,8%
Nordrhein-
Westfalen 2.196 95 4,3% 1.068 48,6% 50 2,3% 26 1,2% 601 27,4% 356 16,2%
Rheinland-
Pfalz 887 43 4,8% 422 47,6% 28 3,2% 14 1,6% 297 33,5% 83 9,4%
Saarland 33 6 18,2% 14 42,4% 3 9,1% 2 6,1% 2 6,1% 6 18,2%
Sachsen 575 15 2,6% 205 35,7% 12 2,1% 3 0,5% 239 41,6% 101 17,6%
Sachsen-
Anhalt 625 17 2,7% 303 48,5% 9 1,4% 10 1,6% 188 30,1% 98 15,7%
Schleswig-
Holstein 420 27 6,4% 209 49,8% 4 1,0% 9 2,1% 90 21,4% 81 19,3%
Thüringen 27 - - 5 18,5% 4 14,8% 2 7,4% 13 48,1% 3 11,1%
Unbekannt 1 - - - - - - - - - - 1 100,0%
gesamt 11.528 453 3,9% 4.990 43,3% 257 2,2% 150 1,3% 3.806 33,0% 1.872 16,2%
Asylentscheidungen im
Jahr 2016
durch das
BAMF –
Eritrea
Asylent
scheidungen
Anerkennungen als
Asylberechtigte (Art. 16a
u.
Familienasyl)
Anerkennungen als
Flüchtling
gem. § 3 I
AsylG
Gewährung
von
subsidiärem Schutz
gem. § 4 I
AsylG
Feststellung
eines
Abschiebungsverbotes
gem. § 60
V/VII
AufenthG
Ablehnungen
sonstige
Verfahrenserledigungen
(Einstellungen,
Dublin-
Verfahren)
davon
absolut
anteilig absolut
anteilig
absolut
anteilig
absolut
anteilig
absolut
anteilig
absolut anteilig
Baden-
Württemberg 2.072 1 0,0% 1.422 68,6% 533 25,7% 8 0,4% 11 0,5% 97 4,7%
Bayern 5.364 18 0,3% 4.261 79,4% 869 16,2% 12 0,2% 17 0,3% 187 3,5%
Berlin 373 5 1,3% 221 59,2% 52 13,9% 13 3,5% 4 1,1% 78 20,9%
Brandenburg 713 3 0,4% 526 73,8% 76 10,7% 3 0,4% 54 7,6% 51 7,2%
Bremen 216 - - 193 89,4% 18 8,3% 1 0,5% - - 4 1,9%
Hamburg 1.198 5 0,4% 888 74,1% 186 15,5% 6 0,5% 2 0,2% 111 9,3%
Hessen 3.301 27 0,8% 2.489 75,4% 550 16,7% 15 0,5% 19 0,6% 201 6,1%
Mecklenburg-
Vorpommern 314 - - 184 58,6% 43 13,7% 4 1,3% - - 83 26,4%
Niedersachsen 937 7 0,7% 628 67,0% 184 19,6% 5 0,5% - - 113 12,1%
Nordrhein-
Westfalen 3.011 21 0,7% 2.320 77,1% 438 14,5% 9 0,3% 12 0,4% 211 7,0%
Rheinland-
Pfalz 1.226 3 0,2% 869 70,9% 204 16,6% 2 0,2% 4 0,3% 144 11,7%
Saarland 227 8 3,5% 118 52,0% 50 22,0% 1 0,4% - - 50 22,0%
Sachsen 756 2 0,3% 600 79,4% 115 15,2% 4 0,5% 4 0,5% 31 4,1%
Sachsen-
Anhalt 525 1 0,2% 340 64,8% 64 12,2% 3 0,6% - - 117 22,3%
Schleswig-
Holstein 1.160 7 0,6% 956 82,4% 92 7,9% 12 1,0% 2 0,2% 91 7,8%
Thüringen 765 1 0,1% 542 70,8% 178 23,3% 21 2,7% 6 0,8% 17 2,2%
Unbekannt 2 - - - - - - - - - - 2 100,0%
gesamt 22.160 109 0,5% 16.557 74,7% 3.652 16,5% 119 0,5% 135 0,6% 1.588 7,2%
Den bisherigen vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF)
bezüglich der in der Fragestellung angesprochenen Studie der Universität Konstanz
veröffentlichten Erläuterungen zu unterschiedlichen Anerkennungsquoten nach
Bundesländern ist nichts hinzuzufügen.
2. Wie viele der Anerkennungen nach Artikel 16a GG bzw. nach § 60 Absatz 1
AufenthG/GFK im ersten Quartal 2017 bzw. im vorherigen Quartal beruhten
auf staatlicher, nichtstaatlicher bzw. geschlechtsspezifischer Verfolgung
(bitte in absoluten und relativen Zahlen und noch einmal gesondert nach den
15 wichtigsten Herkunftsländern angeben)?
Angaben im Sinne der Frage werden nur für Entscheidungen nach § 3 Absatz 1
des Asylgesetzes (AsylG) erfasst und können den nachfolgenden Tabellen
entnommen werden, wobei für die Asylbewerber, deren Asylverfahren im
schriftlichen Verfahren entschieden werden, diese Merkmale nicht erfasst werden:
1. Quartal 2017
Gewährung von Flüchtlingsschutz nach § 3 I AsylG
darunter:
Familienflüchtlingsschutz nach § 26 V
AsylG
staatliche
Verfolgung
nichtstaatliche
Verfolgung
davon
geschlechtsspez.
Verfolgung
davon
geschlechtsspez.
Verfolgung
Herkunftsländer gesamt 47.400 6.643 17.474 2.610 18.513 4.884
darunter:
Syrien 12.789 3.576 6.262 797 1.200 205
Afghanistan 8.144 641 809 233 5.833 1.946
Irak 11.639 926 554 103 9.069 1.512
Eritrea 3.286 283 2.647 431 72 38
Iran 6.072 205 5.508 654 161 50
Somalia 1.701 233 55 13 1.270 738
Nigeria 221 32 39 23 134 111
Türkei 38 12 21 2 3 1
Russische Föd. 190 64 104 44 11 9
Guinea 129 27 24 3 75 63
Armenien 46 4 34 9 4 1
Ungeklärt 812 199 346 60 113 22
Albanien 1 0 0 0 0 0
Pakistan 178 43 28 6 96 19
Aserbaidschan 150 26 98 16 12 2
4. Quartal 2016
Gewährung von Flüchtlingsschutz nach § 3 I AsylG
darunter:
Familienflüchtlingsschutz nach
§ 26 V AsylG
staatliche
Verfolgung
nichtstaatliche
Verfolgung
davon
geschlechtsspez.
Verfolgung
davon
geschlechtsspez.
Verfolgung
Herkunftsländer gesamt 58.502 6.014 22.106 3.281 21.367 5.237
darunter:
Syrien 24.372 3.856 13.878 1.908 2.260 403
Afghanistan 8.363 364 794 244 5.997 2.366
Irak 14.745 741 667 133 11.442 1.690
Eritrea 3.593 238 2.432 450 162 68
Iran 3.075 122 2.737 352 100 44
Nigeria 73 24 7 4 35 29
Somalia 940 143 31 8 675 409
Albanien 9 2 0 0 1 0
Türkei 55 7 38 1 6 3
Pakistan 111 23 23 5 55 15
Russische Föd. 181 57 74 6 35 6
Aserbaidschan 208 47 126 1 7 1
Ungeklärt 1.110 129 604 48 137 35
Armenien 25 1 17 0 0 0
Guinea 78 10 13 1 42 38
3. Wie viele Widerrufsverfahren wurden im ersten Quartal 2017 bzw. im
vorherigen Quartal eingeleitet (bitte Gesamtzahlen angeben und nach den
verschiedenen Formen der Anerkennung und den 15 wichtigsten
Herkunftsländern differenzieren), und wie viele Entscheidungen in Widerrufsverfahren
mit welchem Ergebnis gab es in diesen Zeiträumen (bitte Gesamtzahlen
angeben und nach den verschiedenen Formen der Anerkennung und den
15 wichtigsten Herkunftsländern differenzieren)?
Die Angaben können den nachfolgenden Tabellen entnommen werden:
1. Quartal 2017
eingeleitete
Widerrufsprüfverfahren
Entscheidungen
insgesamt
Widerruf/
Rücknahme
Art. 16a GG
Widerruf/
Rücknahme
Flüchtlingseigenschaft
Widerruf/
Rücknahme
Subsidiärer
Schutz
kein Widerruf/
Keine
Rücknahme
absolut in Prozent absolut in Prozent absolut in Prozent absolut in Prozent
Herkunftsländer
gesamt
1.481 656 12 1,8 56 8,5 37 5,6 551 84,0
darunter:
Irak 473 208 - - 15 7,2 4 1,9 189 90,9
Syrien 464 175 - - 27 15,4 1 0,6 147 84,0
Afghanistan 105 54 1 1,9 - - 18 33,3 35 64,8
Türkei 102 97 1 1,0 2 2,1 - - 94 96,9
Russische Föd. 40 5 - - 1 20,0 1 20,0 3 60,0
Iran 34 20 2 10,0 2 10,0 - - 16 80,0
Ungeklärt 34 6 - - 4 66,7 - - 2 33,3
Kosovo 32 7 2 28,6 - - 2 28,6 3 42,9
Pakistan 29 17 - - - - - - 17 100,0
Serbien 17 4 - - 1 25,0 - - 3 75,0
Somalia 16 2 - - - - - - 2 100,0
Eritrea 15 3 - - 1 33,3 - - 2 66,7
Sri Lanka 11 2 - - - - 1 50,0 1 50,0
Armenien 8 2 - - 1 50,0 - - 1 50,0
sonst. asiat. St. 8 1 - - - - - - 1 100,0
4. Quartal 2016
eingeleitete
Widerrufsprüfverfahren
Entscheidungen
insgesamt
Widerruf/
Rücknahme
Art. 16a GG
Widerruf/
Rücknahme
Flüchtlingseigenschaft
Widerruf/
Rücknahme
Subsidiärer
Schutz
kein Widerruf/
Keine
Rücknahme
absolut in Prozent absolut in Prozent absolut in Prozent absolut in Prozent
Herkunftsländer
gesamt
1.051 436 15 3,4 45 10,3 51 11,7 325 74,5
darunter:
Syrien 377 77 - - 17 22,1 1 1,3 59 76,6
Irak 267 122 - - 8 6,6 - - 114 93,4
Afghanistan 90 52 1 1,9 1 1,9 26 50,0 24 46,2
Türkei 81 22 2 9,1 3 13,6 - - 17 77,3
Pakistan 33 10 - - - - - - 10 100,0
Iran 26 17 1 5,9 3 17,6 1 5,9 12 70,6
Russische Föd. 24 11 - - - - 1 9,1 10 90,9
Kosovo 17 12 4 33,3 - - 5 41,7 3 25,0
Ungeklärt 16 14 - - 6 42,9 1 7,1 7 50,0
Serbien 14 8 2 25,0 - - 1 12,5 5 62,5
Staatenlos 10 4 - - 1 25,0 - - 3 75,0
Eritrea 8 7 - - - - 1 14,3 6 85,7
Somalia 8 8 - - - - - - 8 100,0
Vietnam 8 2 - - 1 50,0 - - 1 50,0
Aserbaidschan 6 7 - - 1 14,3 1 14,3 5 71,4
4. Wie lange war in Asylverfahren die durchschnittliche Bearbeitungsdauer bis
zu einer behördlichen Entscheidung im ersten Quartal 2017 bzw. im
vorherigen Quartal, wie lange war die durchschnittliche Bearbeitungsdauer bis zu
einer rechtskräftigen Entscheidung (d. h. inklusive eines Gerichtsverfahrens,
soweit vorliegend) und wie lange war die durchschnittliche Bearbeitungszeit
bei Asylerstanträgen von unbegleiteten Minderjährigen (bitte jeweils auch
nach den 15 wichtigsten Herkunftsländern und nach Erst- und Folgeanträgen
differenzieren)?
Vorab ist auf Folgendes hinzuweisen: Die vom BAMF offiziell ausgewiesene
durchschnittliche Verfahrensdauer bezieht sich auf den Zeitpunkt zwischen der
förmlichen Asylantragstellung und der Entscheidung durch das BAMF.
Die Verfahrensdauer für die im Zeitraum vom 1. Januar bis 31. Dezember 2016
getroffenen Entscheidungen liegt bundesweit bei durchschnittlich 7,1 Monaten.
Die angegebene Zahl muss vor dem Hintergrund interpretiert werden, dass es sich
hier um ein arithmetisches Mittel handelt. In die Gesamtsumme von 695 733
entschiedenen Verfahren bis 31. Dezember 2016 sind 39 Prozent (273.251) sog.
Altverfahren mit Antragstellung vor dem 1. Januar 2016 eingeflossen. Diese
Altverfahren haben aufgrund ihres hohen Alters eine durchschnittliche
Bearbeitungsdauer von 12,9 Monaten und verzerren das arithmetische Mittel dadurch nicht
unerheblich. Dem gegenüber stehen 61 Prozent (422.482) entschiedene
Neuverfahren (Antragstellung nach 1. Januar 2016) mit einer durchschnittlichen
Bearbeitungsdauer von 3,4 Monaten. Je mehr Altfälle abgebaut werden, desto höher
wird also die ausgewiesene Bearbeitungsdauer. Der gleiche Zusammenhang gilt
für alle ausgewiesenen Bearbeitungsdauern, in denen nicht nach dem Zeitpunkt
der Antragstellung differenziert wird.
Um eine Aussage über die aktuellen Bearbeitungszeiten zu erhalten, betrachtet
das BAMF die Entwicklung am sog. aktuellen Rand. Es handelt sich hier um
Antragstellungen, die innerhalb der letzten 6 Monate beim BAMF eingegangen sind
und im gleichen Zeitraum auch entschieden wurden (siehe hierzu auch Frage 4 j).
Für die letzten sechs Monate lag die Bearbeitungsdauer am aktuellen Rand bei
1,9 Monaten (Vormonat 2,1 Monate). Diese Dauer gilt für 70 778 Verfahren, die
ab 1. Oktober 2016 beim BAMF eingegangen sind und bis 31. März 2017
entschieden wurden.
Aufgrund des o. g. Zusammenhangs zwischen der Bearbeitung von Altfällen und
dem daraus resultierenden Anstieg der durchschnittlichen Bearbeitungsdauer
erwartet das BAMF in den ersten Monaten des Jahres 2017 steigende statistische
Verfahrensdauern. Grund hierfür ist, dass der Übernahmebestand aus 2016
(insgesamt 433 719 Verfahren) zum 31. Dezember 2016 durchschnittlich bereits ein
Alter von 9,9 Monaten hatte. 86 Prozent des Übernahmebestandes war älter als
drei Monate.
Aufgrund der geringeren Antragszahlen des bisherigen Jahres 2017 (bis zum
31. März 2017 waren es insgesamt 60.157 eingegangene Erst- und Folgeanträge)
betreffen die bisher getroffenen Entscheidungen (zum 31. März 2017 insgesamt
222 395) in hohem Umfang diese Altfälle (91 Prozent, 202 528 Verfahren).
Solange die Altfälle aus den Vorjahren abgebaut werden, wird daher auch die
statistische Verfahrensdauer ansteigen bzw. auf hohem Niveau verbleiben.
Die einzelnen Angaben im Sinne der Frage können den nachfolgenden Tabellen
entnommen werden:
Durchschnittliche Bearbeitungsdauer bis zu einer behördlichen Entscheidung in Monaten
1. Quartal 2017
Herkunftsländer gesamt 10,4
darunter:
Syrien 7,5
Afghanistan 10,7
Irak 9,3
Eritrea 8,7
Iran 9,5
Somalia 14,9
Nigeria 14,4
Türkei 12,5
Russische Föd. 15,2
Guinea 16,1
Armenien 13,6
Ungeklärt 11,5
Albanien 5,6
Pakistan 13,8
Aserbaidschan 11,2
Durchschnittliche Bearbeitungsdauer bis zu einer behördlichen Entscheidung in Monaten
1. Quartal 2017
Gesamt 10,4
davon
Erstanträge 10,4
Folgeanträge 10,2
Durchschnittliche Bearbeitungsdauer bis zu einer behördlichen Entscheidung in Monaten
4. Quartal 2016
Herkunftsländer gesamt 8,1
darunter:
Syrien 5,4
Afghanistan 7,7
Irak 6,8
Eritrea 9,4
Iran 9,6
Nigeria 12,9
Somalia 15,7
Albanien 5,7
Türkei 14,5
Pakistan 14,0
Russische Föderation 15,2
Aserbaidschan 14,8
Ungeklärt 9,6
Armenien 14,4
Guinea 13,5
Durchschnittliche Bearbeitungsdauer bis zu einer behördlichen Entscheidung in Monaten
4. Quartal 2016
Gesamt 8,1
davon
Erstanträge 8,0
Folgeanträge 10,7
Durchschnittliche Bearbeitungsdauer bis zu einer rechtskräftigen Entscheidung in Monaten
Jan.-Dez. 2016
Herkunftsländer gesamt 8,7
darunter:
Syrien 4,6
Afghanistan 11,4
Irak 6,8
Eritrea 12,4
Iran 16,8
Nigeria 19,7
Somalia 21,9
Albanien 9,2
Türkei 23,2
Pakistan 20,5
Russische Föd. 21,0
Aserbaidschan 21,0
Ungeklärt 8,0
Armenien 23,3
Guinea 8,4
Durchschnittliche Bearbeitungsdauer bis zu einer rechtskräftigen Entscheidung in Monaten
Jan.-Dez. 2016
Gesamt 8,7
davon
Erstanträge 8,4
Folgeanträge 12,9
1. Quartal 2017
Durchschnittliche Bearbeitungsdauer bei Asylerstanträgen von unbegleiteten
Minderjährigen bis zu einer behördlichen Entscheidung in Monaten
Herkunftsländer
gesamt
11,3
darunter:
Afghanistan 12,4
Syrien 10,8
Irak 10,9
Eritrea 8,9
Somalia 11,7
Ungeklärt 9,3
Staatenlos 11,0
Pakistan 13,8
Äthiopien 8,9
Iran 10,9
Guinea 7,5
Albanien 13,2
sonst. asiat.
Staatsangeh. 10,4
Marokko 8,7
Gambia 8,4
4. Quartal 2016
Durchschnittliche Bearbeitungsdauer bei Asylerstanträgen von unbegleiteten
Minderjährigen bis zu einer behördlichen Entscheidung in Monaten
Herkunftsländer
gesamt
9,5
darunter:
Syrien 8,6
Afghanistan 11,0
Irak 8,9
Eritrea 11,3
Ungeklärt 9,1
Somalia 14,0
Staatenlos 9,9
Pakistan 10,1
Albanien 8,1
Äthiopien 9,9
Iran 9,0
sonst. asiat.
Staatsangeh. 8,4
Guinea 23,7
Marokko 9,8
Ägypten 21,6
Es wird darauf hingewiesen, dass die Aussagekraft zur durchschnittlichen
Bearbeitungsdauer bei Asylerstanträgen von unbegleiteten Minderjährigen aufgrund
z. T. sehr geringer Fallzahlen begrenzt ist.
a) Wie lange war in den genannten Zeiträumen die durchschnittliche
Bearbeitungsdauer bis zu einer behördlichen Entscheidung in Dublin-
Verfahren (bitte auch nach den 15 wichtigsten Herkunftsländern differenzieren)?
Die Angaben können den nachfolgenden Tabellen entnommen werden:
1. Quartal 2017
Durchschnittliche Bearbeitungsdauer bis zu einer behördlichen Entscheidung bei Dublin-
Verfahren in Monaten
Herkunftsländer
gesamt
3,0
darunter:
Syrien 3,1
Afghanistan 2,5
Irak 2,8
Eritrea 3,4
Iran 2,6
Somalia 2,8
Nigeria 2,7
Türkei 2,5
Russische
Föderation
2,6
Guinea 2,2
Armenien 3,2
Ungeklärt 3,0
Albanien 1,8
Pakistan 3,1
Aserbaidschan 3,5
4. Quartal 2016
Durchschnittliche Bearbeitungsdauer bis zu einer behördlichen Entscheidung bei Dublin-
Verfahren in Monaten
Herkunftsländer
gesamt
3,7
darunter:
Syrien 5,1
Afghanistan 3,9
Irak 3,3
Eritrea 4,3
Iran 4,2
Nigeria 6,2
Somalia 4,3
Albanien 1,2
Türkei 3,6
Pakistan 3,5
Russische
Föderation
3,3
Aserbaidschan 5,4
Ungeklärt 3,4
Guinea 6,6
Gambia 3,9
b) Wie lange war in den genannten Zeiträumen die durchschnittliche
Bearbeitungsdauer bis zu einer behördlichen Entscheidung, wenn
Asylverfahren getrennt danach betrachtet werden, ob sie in so genannten
Ankunftszentren, in Entscheidungszentren, in den Außenstellen oder der Zentrale
entschieden wurden (bitte jeweils auch nach den 15 wichtigsten
Herkunftsländern differenzieren)?
Die Angaben können den nachfolgenden Tabellen entnommen werden (Hinweis:
auch für die folgenden Angaben gelten zudem die in der Antwort zu Frage 4
getroffenen Erläuterungen zu Verzerrungen bei der statistischen
Gesamtverfahrensdauer aufgrund des hohen Anteils von dort einfließenden Altverfahren):
1. Quartal 2017 Durchschnittliche Bearbeitungsdauer bis zu einer behördlichen Entscheidung bei
Verfahren, die in einem Ankunftszentrum entschieden wurden – in Monaten
Gesamt 9,2
darunter:
Syrien 5,3
Afghanistan 9,5
Irak 8,4
Eritrea 7,6
Iran 8,2
Somalia 15,4
Nigeria 12,0
Türkei 9,4
Russische Föderation 14,0
Guinea 14,4
Armenien 13,1
Ungeklärt 10,7
Albanien 4,0
Pakistan 12,2
Aserbaidschan 11,2
4. Quartal 2016 Durchschnittliche Bearbeitungsdauer bis zu einer behördlichen Entscheidung bei Verfahren,
die in einem Ankunftszentrum entschieden wurden – in Monaten
Gesamt 8,0
darunter:
Syrien 4,6
Afghanistan 7,4
Irak 6,6
Eritrea 7,9
Iran 7,4
Nigeria 9,9
Somalia 13,6
Albanien 4,3
Türkei 8,5
Pakistan 11,5
Russische Föd. 15,2
Aserbaidschan 12,9
Ungeklärt 8,5
Armenien 11,6
Guinea 8,1
1. Quartal 2017 Durchschnittliche Bearbeitungsdauer bis zu einer behördlichen Entscheidung bei Verfahren,
die in einem Entscheidungszentrum entschieden wurden in Monaten
Gesamt 10,9
darunter
Syrien 8,0
Afghanistan 12,0
Irak 10,4
Eritrea 14,8
Iran 10,5
Somalia 15,0
Nigeria 18,1
Türkei 8,6
Russische Föd. 12,7
Guinea 26,2
Armenien 20,0
Ungeklärt 10,8
Albanien 8,9
Pakistan 15,0
Aserbaidschan Kein Vorgang
4. Quartal 2016 Durchschnittliche Bearbeitungsdauer bis zu einer behördlichen Entscheidung bei Verfahren,
die in einem Entscheidungszentrum entschieden wurden in Monaten
Gesamt 7,7
darunter:
Syrien 5,3
Afghanistan 8,0
Irak 6,7
Eritrea 10,5
Iran 10,9
Nigeria 14,6
Somalia 18,4
Albanien 6,3
Türkei 8,0
Pakistan 14,7
Russische Föd. 14,4
Aserbaidschan 11,4
Ungeklärt 8,8
Armenien 19,3
Guinea 23,1
1. Quartal 2017 Durchschnittliche Bearbeitungsdauer bis zu einer behördlichen Entscheidung bei Verfahren,
die in einer Außenstelle oder der Zentrale entschieden wurden in Monaten
Gesamt 11,0
darunter:
Syrien 7,6
Afghanistan 10,7
Irak 9,3
Eritrea 8,8
Iran 9,8
Somalia 14,4
Nigeria 14,4
Türkei 15,3
Russische Föd. 16,7
Guinea 16,1
Armenien 10,5
Ungeklärt 12,0
Albanien 6,2
Pakistan 14,3
Aserbaidschan 11,1
4. Quartal 2016 Durchschnittliche Bearbeitungsdauer bis zu einer behördlichen Entscheidung bei
Verfahren, die in einer Außenstelle oder der Zentrale entschieden wurden in Monaten
Gesamt 8,8
darunter:
Syrien 6,1
Afghanistan 7,5
Irak 7,1
Eritrea 8,3
Iran 10,0
Nigeria 12,2
Somalia 12,9
Albanien 5,4
Türkei 17,2
Pakistan 13,6
Russische Föd. 15,2
Aserbaidschan 18,6
Ungeklärt 11,8
Armenien 9,2
Guinea 12,7
c) Wie viele der aktuell in Deutschland lebenden Geflüchteten sind im
Kerndatensystem des Ausländerzentralregisters (AZR) gespeichert (bitte
darlegen, wie viele Personen mit welchem Status gespeichert sind, bitte auch
nach den 15 wichtigsten Herkunftsstaaten und den Bundesländern
differenzieren), und zu wie vielen Asylsuchenden oder anerkannten
Flüchtlingen sind Informationen zu Integration- und Arbeitsmarktdaten
gespeichert?
Die Angaben ausweislich des Ausländerzentralregisters (AZR) zum Stichtag des
31. März 2017 zu Personen, die sich im Asylverfahren befinden oder ein
Asylgesuch gestellt haben, können den nachfolgenden Tabellen entnommen werden:
nach Status
Gesamt 637.836
davon:
Asylgesuch gestellt 36.067
Asylantrag gestellt 583.970
Asylantrag vor Einreise gestellt (§ 18a AsylG) 677
Asylantrag erneut gestellt 17.091
Asylantrag vor Einreise erneut gestellt (§ 18a AsylG) 31
nach Staatsangehörigkeiten
Gesamt 637.836
darunter:
Afghanistan 135.405
Syrien 117.638
Irak 68.677
Iran 27.710
Pakistan 23.518
Nigeria 22.747
Russische Föderation 22.339
Eritrea 18.247
Somalia 16.931
Ungeklärt 11.996
Albanien 11.176
Türkei 10.530
Armenien 10.338
Gambia 10.262
Serbien 7.933
nach Bundesland
Gesamt 637.836
davon:
Baden-Württemberg 80.629
Bayern 86.795
Berlin 29.168
Brandenburg 16.604
Bremen 5.473
Hamburg 17.604
Hessen 51.896
Mecklenburg-Vorpommern 8.076
Niedersachsen 62.909
Nordrhein-Westfalen 180.273
Rheinland-Pfalz 26.857
Saarland 1.969
Sachsen 20.556
Sachsen-Anhalt 10.108
Schleswig-Holstein 27.917
Thüringen 11.002
Ausweislich des AZR zum Stichtag des 31. März 2017 sind zu 50 448 Personen
Integrations- und Arbeitsmarktdaten erfasst. Es können zu einer Person mehrere
Sachverhalte erfasst sein. Diese verteilen sich wie folgt:
Integrations- und Arbeitsmarktmaßnahmen Anzahl
alle Maßnahmen 50.448
Ausbildung 45
Berufsausübung 41
Integrationsmaßnahme 13
Schulausbildung 1
Sprachkenntnis 50.347
Studium 1
d) Was hat die Abfrage bei den Bundesländern erbracht (vgl.
Bundestagsdrucksache 18/11262, Antwort zu Frage 4g), insbesondere zu der Frage,
in wie vielen Fällen Asylsuchende durch Mehrfachregistrierungen
rechtswidrig zusätzliche Geldleistungen erzielt haben, und welcher
Handlungsbedarf zur Verhinderung entsprechender Missbrauchshandlungen wird
seitens der Bundesregierung gegebenenfalls noch gesehen?
Die Mehrheit der Länder erklärte in der Bund-Länder-Abfrage, dass
Leistungsmissbrauch im Asylbewerberleistungsgesetz (AsylbLG) verstärkt in Zeiten der
hohen Zugangszahlen von Asylsuchenden aufgetreten sei. Im Jahr 2015 habe es
an einer zeitnahen bundesweiten Registrierung gefehlt, zudem seien die
Erstaufnahmestellen überlastet gewesen. Dies ermöglichte Asylsuchenden
Mehrfachanmeldungen an unterschiedlichen Orten und damit auch den doppelten
Leistungsbezug. Diese Probleme hätten sich durch die Neuregelungen im
Datenaustauschverbesserungsgesetz und im AsylbLG (Inkrafttreten Anfang 2016) und der im
Jahresverlauf erfolgten Nachregistrierung von Asylsuchenden entschärft. Ein Teil
der Länder forderte die Möglichkeit des Fingerabdruckabgleichs bei
Leistungsberechtigten im AsylbLG einzuführen, um die Identifizierungsmöglichkeiten
weiter zu verbessern.
Eine entsprechende Regelung ist von der Bundesregierung vorbereitet und am
10. Mai 2017 im Bundeskabinett beschlossen worden; diese soll über einen
Änderungsantrag der Regierungsfraktionen in den Entwurf für ein Gesetz zur
Änderung des Bundesversorgungsgesetzes und anderer Vorschriften eingebracht
werden, der sich derzeit im parlamentarischen Verfahren befindet.
e) Wie lange war im ersten Quartal 2017 bzw. im vorherigen Quartal
durchschnittlich die Dauer bis zur Anhörung der Asylsuchenden, wie lange die
durchschnittliche Dauer nach der Anhörung bis zur behördlichen
Entscheidung (bitte nach den 15 wichtigsten Herkunftsländern
differenzieren)?
Die Angaben können den nachfolgenden Tabellen entnommen werden (für die
Dauer zwischen Antragstellung und Anhörung gelten auch hier die in der Antwort
zu Frage 4a getroffenen Erläuterungen zur Verfahrensdauer von Altverfahren):
1. Quartal 2017 Antragstellung bis Anhörung Anhörung bis Entscheidung
Gesamt 8,6 3,6
darunter:
Afghanistan 9,4 3,6
Albanien 3,3 2,2
Armenien 10,5 4,2
Aserbaidschan 6,7 3,6
Eritrea 6,6 2,4
Guinea 9,3 4,1
Irak 7,5 4,3
Iran 7,3 3,5
Nigeria 10,1 2,9
Pakistan 12,0 2,5
Russische
Föderation 11,4 6,8
Somalia 12,4 2,4
Syrien 6,8 3,2
Türkei 5,1 4,2
Ungeklärt 8,9 4,9
4. Quartal 2016 Antragstellung bis Anhörung Anhörung bis Entscheidung
Gesamt 7,4 2,5
darunter:
Afghanistan 7,1 2,2
Albanien 2,7 2,2
Armenien 9,4 5,4
Aserbaidschan 8,3 4,9
Eritrea 8,0 1,7
Guinea 16,7 3,9
Irak 5,5 2,7
Iran 6,8 2,7
Nigeria 11,6 2,2
Pakistan 10,6 2,5
Russische
Föderation 10,9 7,7
Somalia 14,8 2,2
Syrien 5,0 1,9
Türkei 5,7 5,3
Ungeklärt 8,3 3,0
f) Wie hoch war im ersten Quartal 2017 bzw. im vorherigen Quartal der
Anteil rein schriftlicher Anerkennungsverfahren an allen Verfahren und ihre
absolute Zahl (insgesamt, aber auch in Bezug auf die Herkunftsländer
Syrien, Irak und Eritrea)?
Die Angaben können der nachfolgenden Tabelle entnommen werden, wobei im
ersten Quartal 2017 keine schriftlichen Anerkennungsverfahren ergingen:
4. Quartal 2016
Herkunftsland Anzahl
absolut
Anteil
schriftlicher
Verfahren
durchschnittl.
Bearbeitungsdauer in Mon.
Insgesamt 10.139 8,5% 6,8
Eritrea 1.012 15,4% 7,9
Irak 3.042 9,7% 7,7
Syrien 5.163 7,1% 5,5
sonst. asiat.
Staatsangeh. 116 12,6% 14,1
Staatenlos 135 7,3% 8,1
Ungeklärt 671 13,2% 9,7
g) Wie viele beim BAMF anhängige Verfahren sind seit über drei, sechs,
zwölf, 15, 18, 24 bzw. 36 Monaten anhängig (bitte auch nach den zehn
am meisten betroffenen Herkunftsländer differenzieren), und wie ist der
aktuelle Stand der Bearbeitung von so genannten Altverfahren (seit
mindestens dem vorletzten Kalenderjahr anhängige Verfahren) im BAMF?
Angaben zu den anhängigen Verfahren sowie gesondert zu den sog. Altverfahren
können den nachfolgenden Tabellen entnommen werden:
Anhängige Verf.
Stand: 31.03.2017
unter 3
Monate
über 3
Monate
über 6
Monate
über 12
Monate
über 15
Monate
über 18
Monate
über 24
Monate
über 36
Monate
Insgesamt
Gesamt 39.994 238.012 203.949 92.751 64.399 45.630 25.361 7.108 278.006
darunter:
Afghanistan 4.240 56.116 50.922 19.997 11.052 5.815 2.327 568 60.356
Syrien 7.222 25.021 21.222 8.152 3.468 1.045 375 38 32.243
Irak 3.950 24.681 21.744 8.196 3.740 1.474 547 86 28.631
Nigeria 1.429 13.760 12.234 6.136 5.448 4.947 2.953 820 15.189
Iran 1.939 12.821 11.151 3.673 2.176 1.357 639 174 14.760
Somalia 1.523 8.117 6.767 3.706 3.202 2.672 1.530 373 9.640
Eritrea 2.314 6.963 4.581 2.114 1.626 1.174 659 94 9.277
Pakistan 873 7.565 6.825 3.527 2.586 1.855 1.303 545 8.438
Türkei 1.564 6.793 5.143 2.594 2.185 1.927 1.384 509 8.357
Gambia 663 7.542 6.794 3.828 3.208 2.433 1.156 219 8.205
Anhängige Verfahren aus 2015 und früher 64.399
darunter:
Afghanistan 11.052
Nigeria 5.448
Irak 3.740
Syrien 3.468
Gambia 3.208
Somalia 3.202
Pakistan 2.586
Ungeklärt 2.348
Ukraine 2.281
Türkei 2.185
Der Abbau der Altverfahren im BAMF lag Ende März 2017 im Plan. Der
Übernahmebestand von rund 435 000 Verfahren aus den Jahren 2016 und früher zum
1. Januar 2017 konnte mit Stand vom 31. März 2017 bereits auf rund 238 000
Altverfahren reduziert werden.
h) Wie lange war die durchschnittliche Dauer vom Datum der Einreise (wie
im System MARiS des BAMF nach Selbstauskunft der Asylsuchenden
gespeichert) bis zur formellen Asylantragstellung im ersten Quartal 2017
bzw. im vorherigen Quartal (bitte jeweils auch nach den fünf wichtigsten
Herkunftsstaaten differenzieren)?
Die Angaben können den nachfolgenden Tabellen entnommen werden:
Antragsmonat/
1.Q.2017
Dauer in Monaten
Gesamt 4,3
darunter:
Syrien 4
Afghanistan 9,2
Irak 4,5
Eritrea 2,4
Iran 4,1
Antragsmonat/ 4.Q.2016 Dauer in Monaten
Gesamt 5,3
darunter
Afghanistan 8,8
Eritrea 2,4
Irak 5,8
Iran 5,8
Syrien 6,7
i) Wie viele Verfahren wurden bislang als beschleunigte Verfahren nach
§ 30a des Asylgesetzes (AsylG) mit welchem Ergebnis durchgeführt
(bitte nach den zehn wichtigsten Herkunftsländern differenzieren und
nach Monaten aufschlüsseln, bitte nach Ausgang der Verfahren
aufschlüsseln und auch angeben, in wie vielen Fällen die Verfahren als nicht
beschleunigte Verfahren fortgeführt wurden), welche besonderen
Aufnahmeeinrichtungen nach § 5 Absatz 5 AsylG gibt es bislang, wie lange
dauerten die beschleunigten Verfahren bislang im Durchschnitt (bitte auch
nach den wichtigsten Herkunftsländern aufschlüsseln und nach Dauer bis
zur behördlichen bzw. bis zur gerichtlichen Entscheidung differenzieren),
welche Angaben lassen sich dazu machen, in welchen Fallkonstellationen
beschleunigte Verfahren eingeleitet wurden (gibt es eine Ausschlüsselung
nach den einzelnen Nummern des § 30a Absatz 1 AsylG?), und wie
bewertet die Bundesregierung die bisherigen Erfahrungen mit den
beschleunigten Verfahren, gemessen an ihren Erwartungen bei der Gesetzgebung?
Die Verfahren nach § 30a AsylG werden vom BAMF statistisch nicht gesondert
erfasst und können daher nicht ausgewertet werden. Besondere
Aufnahmeeinrichtungen betreibt der Freistaat Bayern in Manching und Bamberg.
j) Wie lange war die Verfahrensdauer bei Verfahren, die in den letzten sechs
Monaten eingeleitet (Asylantragstellung) und entschieden wurden (bitte
auch nach den zehn wichtigsten Herkunftsländern differenzieren), und
wie lange war im Vergleich dazu die Verfahrensdauer bei Verfahren, die
in den ersten sechs Monaten des Jahres 2016 bzw. in den ersten sechs
Monaten des Jahres 2015 eingeleitet und entschieden wurden?
Die Angaben können den nachfolgenden Tabellen entnommen werden:
Antragstellung ab: 01.10.2016
Entscheidung
01.10.2016 – 31.03.2017
Durchschnittliche Bearbeitungsdauer bis zu
einer behördlichen Entscheidung bei Verfahren.
Gesamt 1,9
darunter:
Syrien 1,6
Afghanistan 2,2
Irak 2,2
Eritrea 2,2
Iran 2,4
Somalia 2,3
Nigeria 2,4
Türkei 1,8
Russische Föderation 2,0
Guinea 1,9
Antragstellung ab: 01.01.2016
Entscheidung
01.01.2016 – 30.06.2016
Durchschnittliche Bearbeitungsdauer bis zu
einer behördlichen Entscheidung bei Verfahren.
Gesamt 1,7
darunter:
Syrien 1,6
Afghanistan 2,3
Irak 2,1
Ungeklärt 1,7
Iran 2,3
Eritrea 1,7
Pakistan 2,0
Albanien 1,6
Russische Föderation 2,2
Nigeria 2,2
Antragstellung ab: 01.01.2015
Entscheidung
01.01.2015 – 30.06.2015
Durchschnittliche Bearbeitungsdauer bis zu
einer behördlichen Entscheidung bei Verfahren.
Gesamt 1,6
darunter:
Syrien 2,0
Kosovo 1,1
Albanien 1,4
Serbien 1,5
Irak 2,3
Afghanistan 2,5
Mazedonien 1,5
Eritrea 2,7
Nigeria 2,8
Pakistan 2,9
5. Wie viele Verfahren im Rahmen der Dublin-Verordnung wurden im ersten
Quartal 2017 bzw. im vorherigen Quartal eingeleitet (bitte in absoluten
Zahlen und in Prozentzahlen die Relation zu allen Asylerstanträgen sowie die
Quote der auf EURODAC-Treffern – EURODAC: europäische Datenbank
zur Speicherung von Fingerabdrücken – basierenden Dublin-Verfahren
angeben; bitte auch nach den unterschiedlichen EURODAC-Treffern
differenzieren), und wie viele VIS-Treffer (VIS: Visa-Informationssystem) bei
Asylsuchenden gab es (bitte Gesamtzahl nennen und jeweils nach den fünf
wichtigsten Ausstellungsländern der Visa und Herkunftsländern differenzieren)?
Die Angaben können den nachfolgenden Tabellen entnommen werden:
Asylerstanträge
Übernahmeersuchen (ÜE)
an die Mitgliedstaaten
gesamt
Prozentualer Anteil der
ÜE zu den
Asylerstanträgen
Prozentualer Anteil der
ÜE mit EURODAC-
Treffer
1. Quartal 2017 54.426 16.631 30,6 66,3
4. Quartal 2016 77.260 15.104 19,5 70,7
Übernahmeersuchen mit EURODAC-Treffern
1. Quartal 2017 4. Quartal 2016
EURODAC-Treffer gesamt 11.026 10.679
davon EURODAC-Treffer*
nach Artikel 9 EURODAC-Verordnung 7.416 7.065
nach Artikel 14 EURODAC-Verordnung 2.948 3.014
nach Artikel 17 EURODAC-Verordnung 662 600
*Liegen für eine Person mehrere unterschiedliche EURODAC-Treffer vor,
werden vorrangig die gemäß Artikel 9 der EURODAC-Verordnung vorhandenen
Treffer ausgewiesen.
VIS-Treffer im 1. Quartal 2017 VIS-Treffer im 4. Quartal 2016
VIS-Treffer gesamt 3.857 VIS-Treffer gesamt 2.311
darunter: darunter:
Ausstellendes Land Ausstellendes Land
Italien 746 Deutschland 353
Deutschland 624 Tschechische Rep. 338
Frankreich 562 Italien 323
Tschechische Rep. 333 Frankreich 284
Litauen 328 Ungarn 267
VIS-Treffer im 1. Quartal 2017 VIS-Treffer im 4. Quartal 2016
VIS-Treffer gesamt 3.857 VIS-Treffer gesamt 2.311
darunter: darunter:
Herkunftsland Herkunftsland
Armenien 620 Aserbaidschan 596
Aserbaidschan 557 Armenien 321
Iran 446 Iran 219
Syrien 292 Syrien 153
Tadschikistan 261 Georgien 129
a) Welches waren in den benannten Zeiträumen die 15 am stärksten
betroffenen Herkunftsländer und welches die 15 am stärksten angefragten
Mitgliedstaaten der Europäischen Union (bitte in absoluten Zahlen und in
Prozentzahlen angeben, sowie in jedem Fall die Zahlen zu Griechenland, Zypern,
Malta, Bulgarien und Ungarn sowie zu syrischen Asylsuchenden nennen)?
Die Angaben können den nachfolgenden Tabellen entnommen werden:
1. Quartal 2017 Übernahmeersuchen
Herkunftsländer absolut in Prozent
Eritrea 1.436 8,6
Syrien 1.275 7,7
Irak 1.242 7,5
Nigeria 1.197 7,2
Afghanistan 1.053 6,3
Somalia 911 5,5
Russische Föderation 876 5,3
Guinea 811 4,9
Aserbaidschan 761 4,6
Iran 744 4,5
Armenien 595 3,6
Gambia 525 3,2
Elfenbeinküste 418 2,5
Pakistan 332 2,0
Tadschikistan 317 1,9
4. Quartal 2016 Übernahmeersuchen
Herkunftsländer absolut in Prozent
Eritrea 1.728 11,4
Syrien 1.311 8,7
Afghanistan 1.202 8,0
Irak 1.199 7,9
Russische Föderation 1.091 7,2
Nigeria 1.043 6,9
Somalia 669 4,4
Aserbaidschan 516 3,4
Guinea 480 3,2
Ungeklärt 397 2,6
Iran 395 2,6
Äthiopien 393 2,6
Pakistan 336 2,2
Gambia 307 2,0
Algerien 282 1,9
1. Quartal 2017 Übernahmeersuchen
ÜE an Mitgliedstaaten absolut in Prozent
Italien 6.743 40,5
Ungarn 1.317 7,9
Frankreich 981 5,9
Polen 950 5,7
Schweiz 728 4,4
Schweden 727 4,4
Bulgarien 527 3,2
Österreich 501 3,0
Norwegen 491 3,0
Litauen 419 2,5
Niederlande 417 2,5
Tschechische Republik 405 2,4
Spanien 399 2,4
Belgien 387 2,3
Finnland 355 2,1
Malta 55 0,3
Zypern 4 0,0
Griechenland 0 0,0
4. Quartal 2016 Übernahmeersuchen
ÜE an Mitgliedstaaten absolut in Prozent
Italien 5.730 37,9
Ungarn 1.804 11,9
Polen 1.231 8,2
Frankreich 675 4,5
Schweiz 652 4,3
Bulgarien 612 4,1
Österreich 560 3,7
Schweden 538 3,6
Norwegen 441 2,9
Spanien 398 2,6
Tschechische Republik 355 2,4
Dänemark 351 2,3
Niederlande 346 2,3
Finnland 289 1,9
Belgien 254 1,7
Zypern 19 0,1
Malta 26 0,2
Griechenland 0 0,0
b) Wie viele Dublin-Entscheidungen mit welchem Ergebnis (Zuständigkeit
eines anderen EU-Mitgliedstaats bzw. der Bundesrepublik Deutschland,
Selbsteintritt, humanitäre Fälle, Familienzusammenführung usw.) gab es
in den benannten Zeiträumen (bitte bei der Zahl der Selbsteintritte auch
nach Mitgliedstaaten der Europäischen Union und den jeweils fünf
wichtigsten Herkunftsländern differenzieren)?
Entscheidungen über Dublin-Verfahren werden im Statistiksystem beim BAMF
nach den in den folgenden Tabellen aufgeführten Kategorien erfasst:
4. Quartal
2016
1. Quartal
2017
Ablehnungen durch den
Mitgliedstaat gesamt 4.492 3.137
darunter Ablehnungen
nach Artikel 8 Absatz 1 Dublin III 4 5
nach Artikel 8 Absatz 2 Dublin III 2 1
nach Artikel 8 Absatz 4 Dublin III 52 20
nach Artikel 9 Dublin III 40 12
nach Artikel 10 Dublin III 32 10
nach Artikel 11 a) Dublin III 17 13
nach Artikel 11 b) Dublin III 4 5
nach Artikel 16 Absatz 1 Dublin III 1
nach Artikel 16 Absatz 2 Dublin III 1
nach Artikel 17 Absatz 1 Dublin III 10 10
nach Artikel 17 Absatz 2 Dublin III 5 27
nach Artikel 20 Absatz 3 Dublin III 12 2
Zustimmungen des
Mitgliedstaates gesamt 6.723 11.059
darunter Zustimmungen
nach Artikel 8 Absatz 1 Dublin III 2 1
nach Artikel 8 Absatz 2 Dublin III 1 1
nach Artikel 8 Absatz 4 Dublin III 1 1
nach Artikel 9 Dublin III 1 8
nach Artikel 10 Dublin III 1 2
nach Artikel 11 a) Dublin III 5 8
nach Artikel 11 b) Dublin III 8
nach Artikel 17 Absatz 1 Dublin III 1 1
nach Artikel 17 Absatz 2 Dublin III 7 9
nach Artikel 20 Absatz 3 Dublin III 14 21
1. Quartal 2017
Selbsteintritte oder faktische Überstellungshindernisse, die zur Durchführung
eines nationalen Verfahrens führen
Mitgliedstaaten Herkunftsländer
Belgien 30 darunter:
Afghanistan 9
Kamerun 7
Nigeria 3
Eritrea 2
Syrien 2
Bulgarien 75 Irak 25
Syrien 25
Afghanistan 20
Ungeklärt 4
Iran 1
Dänemark 11 Syrien 5
Afghanistan 3
Sri Lanka 2
Staatenlos 1
Frankreich 7 Nigeria 3
Irak 2
Aserbaidschan 1
Algerien 1
Griechenland 1.429 darunter:
Afghanistan 532
Syrien 415
Irak 222
Iran 99
Pakistan 37
Vereinigtes Königreich 3 Afghanistan 1
Iran 1
Vietnam 1
Italien 427 darunter:
Nigeria 112
Eritrea 67
Armenien 47
Syrien 30
Aserbaidschan 24
Kroatien 3 Syrien 2
Irak 1
Litauen 3 Tadschikistan 2
Afghanistan 1
Luxemburg 5 Serbien 4
Iran 1
Malta 12 Syrien 4
Nigeria 4
Somalia 4
Niederlande 5 Afghanistan 2
Pakistan 1
Tunesien 1
Vietnam 1
Norwegen 14 Syrien 8
Afghanistan 4
Irak 1
Eritrea 1
Österreich 10 Irak 4
Iran 2
Staatenlos 2
Syrien 1
Somalia 1
Polen 58 darunter:
Russische Föderation 37
Tadschikistan 7
Ukraine 6
Syrien 3
Ungeklärt 3
Schweden 6 Afghanistan 5
Syrien 1
Schweiz 6 Gambia 2
Eritrea 2
Syrien 1
Vietnam 1
Spanien 12 darunter:
Syrien 4
Guinea 2
Nigeria 2
Libyen 1
Elfenbeinküste 1
Tschechische Republik 8 Armenien 5
Russische Föderation 3
Ungarn 162 darunter:
Afghanistan 52
Syrien 46
Irak 43
Pakistan 7
Staatenlos 5
Gesamt 2.286
4. Quartal 2016
Selbsteintritte oder faktische Überstellungshindernisse, die zur Durchführung
eines nationalen Verfahrens führen
Mitgliedstaaten Herkunftsländer
Belgien 20 darunter:
Afghanistan 8
Irak 4
Guinea 3
Syrien 3
Eritrea 1
Bulgarien 191 darunter:
Irak 106
Syrien 51
Afghanistan 29
Iran 3
Libanon 1
Dänemark 7 Serbien 3
Eritrea 1
Staatenlos 1
Ungeklärt 1
Vietnam 1
Finnland 2 Indien 1
Irak 1
Frankreich 11 darunter:
Irak 4
Iran 2
Syrien 2
Algerien 1
China 1
Griechenland 3.644 darunter:
Syrien 1.315
Afghanistan 1.127
Irak 613
Iran 222
Pakistan 92
Italien 213 darunter:
Eritrea 42
Nigeria 39
Somalia 24
Syrien 17
Ägypten 14
Kroatien 10 Syrien 7
Irak 2
Türkei 1
Lettland 1 Armenien 1
Litauen 5 Russische Föderation 5
Malta 15 Somalia 7
Libyen 5
Eritrea 2
Äthiopien 1
Niederlande 1 Staatenlos 1
Norwegen 15 darunter:
Afghanistan 6
Syrien 3
Somalia 2
Iran 1
Pakistan 1
Österreich 17 Syrien 8
Afghanistan 3
Irak 3
Pakistan 2
Türkei 1
Polen 66 darunter:
Russische Föderation 31
Tadschikistan 11
Armenien 8
Kirgisistan 5
Irak 4
Schweden 18 darunter:
Serbien 5
Georgien 4
Ungeklärt 3
Albanien 1
Irak 1
Schweiz 9 Eritrea 5
Afghanistan 2
Gambia 1
Nigeria 1
Slowenien 1 Afghanistan 1
Spanien 19 Syrien 15
Algerien 1
Guinea 1
Ukraine 1
Ungeklärt 1
Tschechische Republik 16 Aserbaidschan 11
Armenien 3
Georgien 2
Ungarn 462 darunter:
Afghanistan 174
Syrien 148
Irak 45
Pakistan 22
Ungeklärt 19
Gesamt 4.743
c) Wie viele Überstellungen nach der Dublin-Verordnung wurden in den
benannten Zeiträumen vollzogen (bitte in absoluten Zahlen und in
Prozentzahlen angeben und auch nach den 15 wichtigsten Herkunftsländern – in
jedem Fall auch Syrien – und Mitgliedstaaten der Europäischen Union –
in jedem Fall auch Griechenland, Ungarn, Bulgarien, Zypern und Malta –
differenzieren), und wie viele dieser Personen wurden unter Einschaltung
des BAMF, aber ohne Durchführung eines Asylverfahrens überstellt?
Die Angaben können den nachfolgenden Tabellen entnommen werden:
1. Quartal 2017 Überstellungen
Herkunftsländer absolut in Prozent
gesamt 1.344
darunter:
Russische Föderation 224 16,7
Syrien 129 9,6
Afghanistan 99 7,4
Irak 94 7,0
Eritrea 74 5,5
Nigeria 69 5,1
Somalia 53 3,9
Guinea 46 3,4
Algerien 43 3,2
Pakistan 38 2,8
Aserbaidschan 36 2,7
Ukraine 28 2,1
Georgien 27 2,0
Marokko 27 2,0
Sudan (ohne Südsudan) 26 1,9
4. Quartal 2016 Überstellungen
Herkunftsländer absolut in Prozent
gesamt 1.057
darunter:
Russische Föderation 278 26,3
Syrien 174 16,5
Afghanistan 83 7,9
Irak 75 7,1
Eritrea 38 3,6
Ukraine 30 2,8
Nigeria 27 2,6
Ungeklärt 26 2,5
Pakistan 25 2,4
Somalia 23 2,2
Iran 21 2,0
Marokko 21 2,0
Algerien 18 1,7
Guinea 17 1,6
Ghana 16 1,5
1. Quartal 2017 Überstellungen
an Mitgliedstaaten absolut in Prozent
gesamt 1.344
darunter:
Italien 371 27,6
Polen 251 18,7
Schweden 102 7,6
Frankreich 76 5,7
Schweiz 71 5,3
Österreich 68 5,1
Norwegen 58 4,3
Kroatien 49 3,6
Niederlande 46 3,4
Bulgarien 44 3,3
Belgien 40 3,0
Finnland 35 2,6
Spanien 30 2,2
Ungarn 28 2,1
Tschechische Republik 27 2,0
Malta 2 0,1
Zypern 0 0,0
Griechenland 0 0,0
4. Quartal 2016 Überstellungen
an Mitgliedstaaten absolut in Prozent
gesamt 1.057
darunter:
Polen 324 30,7
Italien 167 15,8
Schweden 126 11,9
Norwegen 78 7,4
Spanien 64 6,1
Kroatien 47 4,4
Ungarn 46 4,4
Frankreich 39 3,7
Belgien 30 2,8
Schweiz 28 2,6
Niederlande 24 2,3
Bulgarien 21 2,0
Österreich 17 1,6
Dänemark 15 1,4
Tschechische Republik 9 0,9
Malta 2 0,2
Zypern 0 0,0
Griechenland 0 0,0
Zeitraum Überstellungen ohne Durchführung eines Asylverfahrens
1. Quartal 2017 86
4. Quartal 2016 48
d) Wie viele Asylanträge wurden in den genannten Zeiträumen mit der
Begründung einer Nichtzuständigkeit nach der Dublin-Verordnung als
unzulässig abgelehnt oder eingestellt, ohne dass ein Asylverfahren mit
inhaltlicher Prüfung durchgeführt wurde (bitte in absoluten und relativen
Zahlen angeben), und wie viele Asylanträge wurden als unzulässig
erachtet, weil bereits in einem anderen Land ein Schutzstatus gewährt wurde
(bitte in absoluten und relativen Zahlen angeben und weitere Angaben zu
den wichtigsten betroffenen Mitgliedstaaten der Europäischen Union und
den dort gewährten Schutzstatus und die Staatsangehörigkeit der
Betroffenen machen)?
Die Angaben können den nachfolgenden Tabellen entnommen werden, wobei
differenzierte Angaben nach betroffenen Mitgliedstaaten und Staatsangehörigkeit
der Betroffenen nicht vorliegen:
Zeitraum
Entscheidungen insgesamt
davon Dublin-Entscheidungen
(Nichtzuständigkeit)
davon
unzulässig (nach
§ 27a/§ 29
AsylG)
davon
Einstellungen
davon kein
weiteres
Verfahren
durchzuführen
1. Quartal 2017 222.395 12.209 12.147 56 6
4. Quartal 2016 234.554 7.080 7.052 14 14
Zeitraum Entscheidungen gesamt davon unzulässig, weil bereits Schutz im Mitgliedstaat
1. Quartal 2017 222.395 2.020
4. Quartal 2016 234.554 1.031
e) In wie vielen Fällen wurde in den genannten Zeiträumen bei
Asylsuchenden festgestellt, dass eigentlich Griechenland nach der Dublin-
Verordnung zuständig wäre (bitte auch nach den zehn wichtigsten
Herkunftsländern differenziert angeben), wie viele Übernahmeersuchen der
griechischen Behörden an Deutschland gab es, wie vielen Ersuchen wurde
stattgegeben, und wie viele Überstellungen von Griechenland nach
Deutschland fanden in diesen Zeiträumen statt (bitte auch nach den fünf
wichtigsten Herkunftsländern differenzieren und angeben, in wie vielen Fällen es
sich um eine Familienzusammenführung handelte)?
Die Angaben können den nachfolgenden Tabellen entnommen werden:
Feststellung der Zuständigkeit Griechenlands
1. Quartal 2017
Herkunftsländer gesamt 1.429
darunter:
Afghanistan 532
Syrien 415
Irak 222
Iran 99
Pakistan 37
Armenien 18
Libanon 14
Algerien 13
Georgien 12
Bangladesch 12
Feststellung der Zuständigkeit Griechenlands
4. Quartal 2016
Herkunftsländer gesamt 3.644
darunter:
Syrien 1.315
Afghanistan 1.127
Irak 613
Iran 222
Pakistan 92
Staatenlos 62
Libanon 40
Ungeklärt 31
Marokko 16
Somalia 16
Übernahmeersuchen von
Griechenland
Zustimmungen
des BAMF
Überstellungen nach
Deutschland
1. Quartal 2017 2.514 2.079 837
4. Quartal 2016 1.211 1.295 481
Überstellungen von Griechenland nach Deutschland
1. Quartal 2017 4. Quartal 2016
Herkunftsländer gesamt 837 481
darunter:
Syrien 734 426
Afghanistan 53 25
Irak 24 16
Iran 4
Libanon 6
ohne Angabe 4
Staatenlos 6
Grund: Familienzusammenführung
nach Artikel 8 bis 11, Artikel 16 und
Artikel 17 Absatz 2 der Dublin-
Verordnung
837 481
f) Wie viele Übernahmeersuchen, Zustimmungen bzw. Überstellungen
(bitte differenzieren) im Rahmen des Dublin-Systems gab es in den
genannten Zeiträumen durch bzw. an Deutschland (bitte auch nach Ländern
differenzieren und die jeweiligen Überstellungsquoten nennen)?
Die Angaben können den nachfolgenden Tabellen entnommen werden. Etwaige
Überstellungsquoten ergeben sich aus dem Verhältnis der jeweils erfolgten
Überstellungen zu den jeweiligen Zustimmungen:
1. Quartal 2017
Übernahmeersuchen an
die Mitgliedstaaten
Übernahmeersuchen
von Mitgliedstaaten
Übernahmeersuchen
Zustimmungen
erfolgte
Überstellungen
Übernahmeersuchen
Zustimmungen
erfolgte
Überstellungen
Österreich 501 208 68 504 422 221
Belgien 387 282 40 214 191 87
Bulgarien 527 207 44 50 36 45
Schweiz 728 246 71 292 321 171
Zypern 4 9 12
Tschechische
Republik 405 399 27 11 8 6
Dänemark 313 223 9 138 123 123
Estland 43 27 9
Spanien 399 234 30 1
Finnland 355 296 35 9 8 6
Frankreich 981 485 76 2.164 1.499 216
Griechenland 2.514 2.079 837
Kroatien 79 113 49 3 1
Ungarn 1.317 464 28 12 11 18
Irland 9 4
Island 2 56 36 6
Italien 6.743 5.642 371 35 30 27
Liechtenstein 30 29
Litauen 419 181 7 2 2 5
Luxemburg 27 11 7 209 180 43
Lettland 188 81 3 1 1 1
Malta 55 14 2 1 1
Niederlande 417 237 46 1.028 967 385
Norwegen 491 340 58 21 23 12
Polen 950 703 251 18 17 15
Portugal 241 207 10 4 3
Rumänien 225 30 4 2
Schweden 727 388 102 132 120 151
Slowenien 45 24 4 10 7 17
Slowakische
Republik 23 3
12 4 3
Vereinigtes
Königreich 39 14 7 229 318 76
Gesamt 16.631 11.059 1.344 7.728 6.455 2.475
4. Quartal 2016
Übernahmeersuchen an
die Mitgliedstaaten
Übernahmeersuchen
von Mitgliedstaaten
Übernahmeersuchen
Zustimmungen
erfolgte
Überstellungen
Übernahmeersuchen
Zustimmungen
erfolgte
Überstellungen
Österreich 560 171 17 370 338 83
Belgien 254 167 30 241 222 121
Bulgarien 612 322 21 48 45 10
Schweiz 652 188 28 282 401 119
Zypern 19 1 5 3 13
Tschechische
Republik 355 141 9 14 11 6
Dänemark 351 99 15 140 153 281
Estland 28 31 2
Spanien 398 177 64
Finnland 289 201 8 18 30 21
Frankreich 675 302 39 1.670 1.282 244
Griechenland 1.211 1.295 481
Kroatien 221 201 47 3 3 2
Ungarn 1.804 357 46 31 22 9
Irland 4 14 13
Island 3 2 26 14 3
Italien 5.730 2.583 167 205 205 15
Liechtenstein 5 5 1
Litauen 206 42 1 3
Luxemburg 35 15 224 196 15
Lettland 90 42 1 1 1
Malta 26 10 2 2 1 5
Niederlande 346 160 24 1.361 1.379 371
Norwegen 441 261 78 24 19 33
Polen 1.231 881 324 13 14 9
Portugal 56 26 1 10 7 2
Rumänien 89 26 1 2
Schweden 538 274 126 150 153 394
Slowenien 63 32 27 31 5
Slowakische
Republik 7 3
4 5 2
Vereinigtes
Königreich 21 8 7 262 252 19
Gesamt 15.104 6.723 1.057 6.363 6.103 2.265
g) Wie ist die Entwicklung in Bezug auf die Zahl und den Anteil von Dublin-
Verfahren und -entscheidungen bei syrischen Asylsuchenden im ersten
Quartal 2017 (bitte nach Monaten differenzieren und wie in der Antwort
zu Frage 5h auf Bundestagsdrucksache 18/7625 darstellen)?
Die zahlenmäßige Entwicklung im ersten Quartal 2017 kann der nachfolgenden
Tabelle entnommen werden:
Entwicklung Syrien im 1. Quartal 2017
Zugänge
Entscheidungen
davon
Dublin-
Entscheidungen
Dublin-
Entscheidungen
in %
anhängige
Verfahren
davon
Dublin-
Verfahren
anhängige
Dublin-
Verfahren
in %
Überstellungen
in andere
Mitgliedstaaten
Januar 2.717 13.410 151 1,1 49.043 1.885 3,8 45
Februar 3.305 12.751 209 1,6 40.987 1.702 4,2 47
März 4.002 14.314 235 1,6 32.243 1.521 4,7 31
h) Welche Konsequenzen wurden im BAMF daraus gezogen, dass das OVG
Saarland mit Urteil vom 9. März 2017 – 2 A 365/16 – festgestellt hat, dass
keine realistische Möglichkeit einer Überstellung nach Ungarn innerhalb
von sechs Monaten nach Rechtskraft des Urteils bestand, da Ungarn selbst
nach Zustimmungen zur Rückübernahme Überstellungen häufiger
ablehne und die Überstellungsquote in Bezug auf Ungarn insgesamt sehr
gering sei?
Vor dem Hintergrund, dass die Europäische Kommission am 17. Mai 2017
beschlossen hat, das im Dezember 2015 eingeleitete asylrechtsbezogene
Vertragsverletzungsverfahren gegen Ungarn voranzutreiben, und Ungarn ein
entsprechendes ergänzendes Aufforderungsschreiben übermittelt hat, wird derzeit geprüft, ob
sich hieraus eine neue Sachlage im Hinblick auf die Prüf- und
Überstellungspraxis des BAMF nach Ungarn ergibt.
i) Welche Konsequenzen wurden im BAMF aus dem Beschluss des
Bundesverfassungsgerichts vom 17. Januar 2017 – 2 BvR 2013/16 – gezogen,
wonach manches dafür spreche, dass der Umstand, ob ein persönliches
Gespräch nach Artikel 5 der Dublin III-Verordnung stattgefunden hat, für
die Frage der Rechtmäßigkeit eines Dublin-Bescheides relevant ist, und
wonach das Beschleunigungsgebot der Dublin-Verordnung dafür
spreche, dass die Frist für die Stellung eines Ersuchens bereits mit dem ersten
Asylgesuch und nicht erst bei förmlicher Antragstellung zu laufen
beginne – und wie begründet das BAMF seine diesbezügliche Praxis in
Auseinandersetzung mit diesen Argumenten (bitte zu beiden Aspekten
getrennt antworten)?
Das persönliche Gespräch gemäß Artikel 5 Absatz 1 Dublin III-VO ist
obligatorisch und für den Erlass des Bescheides zwingend erforderlich. Die Antragsteller
sind zu einem persönlichen Gespräch zu laden; dies muss sich aus der Akte
ergeben. Die Gründe für den Verzicht sind in Artikel 5 Absatz 2 Dublin III-VO
genannt. Wird aus den dort genannten Gründen im Einzelfall von einer Anhörung
abgesehen, ist dies im Bescheid festzuhalten.
Die Frage zum Beginn der Frist für die Stellung eines Ersuchens liegt derzeit als
Vorabentscheidungsersuchen dem Europäischen Gerichtshof (EuGH) vor (Rs. C-
670/16, dort: Vorlagefrage 5). Die Entscheidung durch den EuGH ist
diesbezüglich abzuwarten. Die Bundesregierung hat in dem Verfahren – wie im Übrigen
auch die Kommission – die Auffassung vertreten, dass ein Antrag auf
internationalen Schutz erst als gestellt gilt, wenn ein förmlicher Antrag von der nach
nationalem Recht für die Bearbeitung solcher Anträge zuständigen Behörden
entgegen genommen wird. Zur Begründung dieses Standpunktes hat die
Bundesregierung u. a. auf Wortlaut und Systematik von Artikel 20 Absatz 2 der Dublin III-
VO verwiesen.
j) Inwieweit teilt die Bundesregierung die Befürchtung, dass das von der
Europäischen Kommission zur Änderung der Dublin-Verordnung
vorgeschlagene Prinzip der „ewigen Zuständigkeit“ dazu führen könnte, dass
viele Asylsuchende in der Europäischen Union dauerhaft oder für längere
Zeit ohne angemessenen Schutzstatus und in einem ungeklärten
Rechtszustand mit nur minimalen Rechten und ohne Integrationschance
verbleiben, weil sie aus vielerlei Gründen nicht in den eigentlich „zuständigen“
EU-Mitgliedstaat gehen wollen und dieser häufig auch nicht an der
Übernahme der Betroffenen interessiert ist und der Mitgliedstaat des aktuellen
Aufenthalts wiederum wegen des Wegfalls der Fristen und des Wegfalls
des bisherigen Beschleunigungsgrundsatzes der Dublin-Verordnung kein
gesteigertes Interesse mehr daran hat, eine Überstellung zeitnah
durchzusetzen (bitte begründen); wurde dieser Punkt innerhalb der
Bundesregierung debattiert und abgestimmt, und wie ist die gemeinsame Haltung der
Bundesregierung oder wie sind die gegebenenfalls unterschiedlichen
Positionen der Bundesministerien zu dieser Frage (bitte darstellen)?
Der Meinungsbildungsprozess zu dieser Frage ist noch nicht abgeschlossen. Die
Vermeidung der Situation des sog. „refugee in orbit“ ist ein Anliegen, das von
der Bundesregierung bei der Verhandlung des Entwurfs der Dublin-VO mit
berücksichtigt wird.
6. Wie viele Asylanträge wurden im ersten Quartal 2017 bzw. im vorherigen
Quartal nach § 14a Absatz 2 des Asylgesetzes von Amts wegen für hier
geborene (oder eingereiste) Kinder von Asylsuchenden gestellt, wie viele
Asylanträge wurden in den genannten Zeiträumen von bzw. für Kinder(n) unter
16 Jahren bzw. von Jugendlichen zwischen 16 und 18 Jahren bzw. von
unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen gestellt (bitte jeweils in absoluten
Zahlen und in Prozentzahlen in Relation zur Gesamtzahl der Asylanträge
sowie die Gesamtzahl der Anträge unter 18-Jähriger und sich überschneidende
Teilmengen angeben), und wie hoch waren die jeweiligen (auch bereinigten)
Gesamtschutzquoten für die genannten Gruppen?
Die Gesamtschutzquote bei unbegleiteten Minderjährigen unter 16 Jahren lag im
ersten Quartal 2017 bei 88,5 Prozent (viertes Quartal 2016: 91 Prozent), bei
Unbegleiteten im Alter von 16 bis unter 18 Jahren bei 79,4 Prozent (viertes Quartal
2016: 86,4 Prozent) und bei allen Personen unter 18 Jahren bei 61,3 Prozent
(viertes Quartal 2016: 74,4 Prozent).
Die sog. „bereinigte Gesamtschutzquote“ bei unbegleiteten Minderjährigen unter
16 Jahren lag im ersten Quartal 2017 bei 92,9 Prozent (viertes Quartal 2016:
96,5 Prozent), bei unbegleiteten Minderjährigen im Alter von 16 bis unter 18
Jahren bei 78,4 Prozent (viertes Quartal 2016: 93,2 Prozent) und bei allen Personen
unter 18 Jahren bei 69,1 Prozent (viertes Quartal 2016: 80,6 Prozent).
Die weiteren Angaben können den folgenden Tabellen entnommen werden.
Teilmengen sind eingerückt zur beinhaltenden Menge angegeben. Bei Anträgen nach
§ 14a Absatz 2 AsylG kann statistisch nicht ausgewertet werden, ob ein Kind hier
geboren oder eingereist ist:
1. Quartal 2017
absolut Verhältnis zu Asylerst- anträgen gesamt
Asylerstanträge gesamt 54.426
Asylerstanträge von Minderjährigen unter 18 Jahre insgesamt 22.639 41,6%
Asylerstanträge von Minderjährigen unter 16 Jahre 18.951 34,8%
unbegleitete Minderjährige unter 16 Jahre 598 1,1%
Anträge gem. § 14a Absatz 2 AsylG 2.904 5,3%
Asylerstanträge von Minderjährigen von 16 bis unter 18 Jahre 3.688 6,8%
unbegleitete Minderjährige (16 bis unter 18 Jahre) 2.781 5,1%
Anträge gem. § 14a Absatz 2 AsylG 11 0,0%
4. Quartal 2016
absolut Verhältnis zu Asylerst- anträgen gesamt
Asylerstanträge gesamt 77.260
Asylerstanträge von Minderjährigen unter 18 Jahre insgesamt 27.811 36,0%
Asylerstanträge von Minderjährigen unter 16 Jahre 22.694 29,4%
unbegleitete Minderjährige unter 16 Jahre 1.148 1,5%
Anträge gem. § 14a Absatz 2 AsylG 1.786 2,3%
Asylerstanträge von Minderjährigen von 16 bis unter 18 Jahre 5.117 6,6%
unbegleitete Minderjährige (16 bis unter 18 Jahre) 3.753 4,9%
Anträge gem. § 14a Absatz 2 AsylG 11 0,0%
7. Wie viele unbegleitete Minderjährige (d. h. unter 18-Jährige) haben im
ersten Quartal 2017 bzw. im vorherigen Quartal einen Asylerstantrag gestellt
(bitte aufgliedern nach wichtigsten Herkunftsländern und Bundesländern),
und welche Asylentscheidungen ergingen bei unbegleiteten Minderjährigen
im genannten Zeitraum (bitte nach verschiedenen Schutzstatus und
wichtigsten Herkunftsländern differenzieren)?
Die Angaben können den nachfolgenden Tabellen entnommen werden:
Asylerstanträge unbegleiteter Minderjähriger
1. Quartal 2017
Herkunftsländer gesamt 3.379
darunter
Afghanistan 836
Eritrea 802
Somalia 343
Syrien 290
Guinea 244
Irak 166
Gambia 127
Äthiopien 103
Ungeklärt 78
Iran 42
Pakistan 40
Elfenbeinküste (Cote d Ivoire) 22
Nigeria 20
Algerien 19
Ägypten 18
1. Quartal 2017 Asylerstanträge unbegleiteter Minderjähriger
Bundesländer gesamt 3.379
davon
Baden-Württemberg 432
Bayern 210
Berlin 229
Brandenburg 88
Bremen 28
Hamburg 69
Hessen 224
Mecklenburg-Vorpommern 99
Niedersachsen 214
Nordrhein-Westfalen 760
Rheinland-Pfalz 287
Saarland 18
Sachsen 233
Sachsen-Anhalt 179
Schleswig-Holstein 118
Thüringen 191
Asylerstanträge unbegleiteter Minderjähriger
4. Quartal 2016
Herkunftsländer gesamt 4.901
darunter
Afghanistan 1.732
Syrien 732
Eritrea 696
Somalia 388
Irak 332
Guinea 176
Gambia 135
Äthiopien 132
Ungeklärt 118
Pakistan 64
Nigeria 40
Iran 38
Sudan (ohne Südsudan) 26
Marokko 24
Elfenbeinküste (Cote d Ivoire) 23
4. Quartal 2016 Asylerstanträge unbegleiteter Minderjähriger
Bundesländer gesamt 4.901
davon
Baden-Württemberg 813
Bayern 303
Berlin 290
Brandenburg 87
Bremen 57
Hamburg 133
Hessen 414
Mecklenburg-Vorpommern 85
Niedersachsen 409
Nordrhein-Westfalen 1.146
Rheinland-Pfalz 309
Saarland 22
Sachsen 257
Sachsen-Anhalt 195
Schleswig-Holstein 201
Thüringen 179
Unbekannt 1
1. Quartal 2017 Entscheidungen über Erstanträge
insgesamt
Anerkennung als
Asylberechtigt
(Art. 16a GG u.
Fam.Asyl)
Anerkennung
als Flüchtling
gem. § 3 I
AsylG
Subsidiärer
Schutz gem.
§ 4 I AsylG
Abschiebungsverbot gem.
§ 60 V/VII
AufenthG
Herkunftsländer gesamt 6.646 2 2.152 2.128 1.106
darunter
Afghanistan 2.471 - 439 249 1.001
Eritrea 399 - 133 224 9
Somalia 233 - 76 48 37
Syrien 2.214 - 731 1.434 3
Guinea 31 - 3 4 15
Irak 767 - 628 50 10
Gambia 13 - 1 - 2
Äthiopien 42 - 5 1 4
Ungeklärt 146 - 61 68 1
Iran 32 1 18 1 3
Pakistan 53 - 1 2 2
Elfenbeinküste
(Cote d Ivoire)
1 - - - 1
Nigeria 7 - 2 1 4
Algerien 9 - - - 1
Ägypten 13 - - - -
4. Quartal 2016 Entscheidungen über Erstanträge
insgesamt
Anerkennung als
Asylberechtigt
(Art. 16a GG
u. Fam.Asyl)
Anerkennung
als Flüchtling
gem. § 3 I
AsylG
Subsidiärer
Schutz gem.
§ 4 I AsylG
Abschiebungsverbot gem.
§ 60 V/VII
AufenthG
Herkunftsländer gesamt 3.681 - 1.528 1.441 248
darunter
Afghanistan 748 - 183 99 213
Syrien 1.990 - 815 1.134 6
Eritrea 238 - 119 100 1
Somalia 54 - 17 7 14
Irak 389 - 330 30 2
Guinea 7 - 2 - 2
Gambia 1 - - - 1
Äthiopien 10 - 2 1 1
Ungeklärt 72 - 24 39 -
Pakistan 23 - - - 1
Nigeria 4 - 1 1 1
Iran 10 - 5 - -
Sudan (ohne Südsudan) 1 - 1 - -
Marokko 7 - - - -
Elfenbeinküste
(Cote d Ivoire)
2 - - 1 -
8. Wie viele unbegleitete Minderjährige wurden im ersten Quartal 2017 bzw.
im vorherigen Quartal an welchen Grenzen durch die Bundespolizei
aufgegriffen, wie viele von ihnen wurden an die Jugendämter übergeben, wie viele
von ihnen wurden zurückgewiesen oder zurückgeschoben (bitte nach den
fünf wichtigsten Herkunftsländern differenzieren); wie erklärt und bewertet
die Bundesregierung die hohe Zahl von 649 im Jahr 2016 an den
bundesdeutschen Grenzen zurückgewiesenen oder zurückgeschobenen
unbegleiteten Minderjährigen, und inwieweit sind solche Maßnahmen ohne vorherige
Beteiligung der Jugendämter überhaupt zulässig?
Die Angaben für das erste Quartal 2017 und das vierte Quartal 2016 können den
nachfolgenden Tabellen entnommen werden:
1. Quartal 2017
Grenze
Anzahl unbegleiteter
Minderjähriger
davon
zurückgewiesen
davon
zurückgeschoben
davon Übergabe
an Jugendämter
Gesamt 968 46 19 895
Schweiz 386 13 371
Österreich 208 46 2 155
Frankreich 165 2 163
Dänemark 101 101
Belgien 57 2 55
Flughäfen 22 21
Seehäfen 18 18
Niederlande 5 5
Luxemburg 3 3
Tschech. Republik 2 2
Polen 1 1
1. Quartal 2017
Staatsangehörigkeit
(Top-5)
Anzahl unbegleiteter
Minderjähriger
davon
zurückgewiesen
davon
zurückgeschoben
davon Übergabe
an Jugendämter
Afghanistan 202 17 1 184
Guinea 151 2 146
Somalia 137 1 3 133
Eritrea 113 2 7 104
Marokko 78 2 76
4. Quartal 2016
Grenze
Anzahl unbegleiteter
Minderjähriger
davon
zurückgewiesen
davon
zurückgeschoben
davon Übergabe
an Jugendämter
Gesamt 1.434 56 13 1.352
Schweiz 561 0 2 557
Österreich 347 56 2 285
Frankreich 168 168
Belgien 155 155
Dänemark 105 3 102
Flughäfen 49 43
Seehäfen 27 27
Niederlande 13 2 10
Tschech.Republik 5 5
Polen 4 4
4. Quartal 2016
Staatsangehörigkeit
(Top-5)
Anzahl unbegleiteter
Minderjähriger
davon
zurückgewiesen
davon
zurückgeschoben
davon Übergabe
an Jugendämter
Eritrea 430 0 2 423
Afghanistan 241 30 1 210
Somalia 205 4 201
Guinea 142 1 141
Algerien 53 3 2 48
Etwaige Differenzen zwischen der Zahl der festgestellten unbegleiteten
Minderjährigen und den aufgeführten Maßnahmen erklären sich aus sonstigen
Maßnahmen der Grenzbehörden, etwa die Übergabe an zur Abholung berechtigte
Personen.
Im Übrigen wird auf die Antworten der Bundesregierung zu den Fragen 1, 2 und 5
der Kleinen Anfrage der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN auf
Bundestagsdrucksache 18/9634 verwiesen.
9. Wie viele Asylanträge wurden im ersten Quartal 2017 bzw. im vorherigen
Quartal als „offensichtlich unbegründet“ abgelehnt (bitte Angaben
differenziert nach den 15 wichtigsten Herkunftsländern machen und zudem jeweils
in Relation zur Gesamtzahl der Ablehnungen setzen)?
Die Angaben können den nachfolgenden Tabellen entnommen werden:
1. Quartal 2017 Ablehnung insgesamt darunter: als offensichtlich unbegründet
abgelehnt
Anteil an Ablehnungen
gesamt
insgesamt 81.292 17.662 21,7%
darunter
Syrien 51 6 11,8%
Afghanistan 24.649 205 0,8%
Irak 9.600 217 2,3%
Eritrea 155 36 23,2%
Iran 4.195 71 1,7%
Somalia 776 27 3,5%
Nigeria 2.755 548 19,9%
Türkei 370 75 20,3%
Russische Föd. 2.971 236 7,9%
Guinea 694 137 19,7%
Armenien 2.031 717 35,3%
Ungeklärt 903 415 46,0%
Albanien 2.510 2.469 98,4%
Pakistan 6.956 865 12,4%
Aserbaidschan 1.141 182 16,0%
4. Quartal 2016 Ablehnung insgesamt darunter: als offensichtlich
unbegründet abgelehnt
Anteil an Ablehnungen
gesamt
insgesamt 63.530 19.771 31,1%
darunter
Syrien 64 9 14,1%
Afghanistan 13.908 218 1,6%
Irak 7.947 170 2,1%
Eritrea 63 10 15,9%
Iran 2.604 76 2,9%
Nigeria 1.000 232 23,2%
Somalia 303 12 4,0%
Albanien 4.740 4.679 98,7%
Türkei 377 127 33,7%
Pakistan 4.769 706 14,8%
Russische Föderation 3.554 300 8,4%
Aserbaidschan 1.319 231 17,5%
Ungeklärt 764 381 49,9%
Armenien 1.201 359 29,9%
Guinea 194 38 19,6%
10. Wie viele so genannte Flughafenverfahren wurden im ersten Quartal 2017
bzw. im vorherigen Quartal an welchen Flughafenstandorten mit welchem
Ergebnis durchgeführt (bitte auch Angaben zum Anteil der unbegleiteten
Minderjährigen und den zehn wichtigsten Herkunftsländern machen)?
Die Angaben können den folgenden Tabellen entnommen werden, wobei im
ersten Quartal 2017 sowie im vorherigen Quartal keine unbegleiteten
Antragsteller unter 18 Jahren an Flughäfen erfasst wurden:
1. Quartal 2017 Entscheidungen innerhalb von 2 Tagen nach
Antragstellung
Flughafen Aktenanlage Mitteilung § 18a VI offens. unbegründet eingestellt
80 55 16 0
davon:
Berlin 3 0 1 0
Frankfurt/Flughafen 75 55 15 0
München 2 0 0 0
4. Quartal 2016 Entscheidungen innerhalb von 2 Tagen nach
Antragstellung
Flughafen Aktenanlage Mitteilung § 18a VI offens. unbegründet eingestellt
65 43 21 1
davon:
Berlin 3 2 1 0
Frankfurt/Flughafen 61 41 19 1
München 0 0 0 0
Hamburg 1 0 1 0
Entscheidungen innerhalb von 2
Tagen nach Antragstellung
Herkunftsland Aktenanlage Mitteilung § 18a VI offens. unbegründet eingestellt
1. Quartal 2017 80 55 16 0
darunter:
Kongo, Dem. Republik 17 14 2 0
Syrien 11 10 0 0
Irak 7 7 0 0
Iran 7 4 0 0
Sri Lanka 7 3 4 0
Russische Föd. 5 5 0 0
sonst. asiat. Staatsangeh. 5 5 0 0
Libanon 4 4 0 0
Türkei 3 0 0 0
Kuba 2 0 2 0
Entscheidungen innerhalb von 2 Tagen nach
Antragstellung
Herkunftsland Aktenanlage Mitteilung § 18a VI offens. unbegründet eingestellt
4. Quartal 2016 65 43 21 1
darunter:
Kongo, Dem. Republik 18 12 6 0
Syrien 7 7 0 0
Iran 7 6 1 0
Sri Lanka 4 3 1 0
Angola 3 0 3 0
Somalia 3 3 0 0
Ägypten 2 0 2 0
Irak 2 2 0 0
Armenien 2 2 0 0
Pakistan 2 0 2 0
11. Wie lautet die Statistik zu Rechtsmitteln und Gerichtsentscheidungen im
Bereich Asyl für das Jahr 2016 und, soweit vorliegend, für 2017 (bitte jeweils
in der Differenzierung wie auf Bundestagsdrucksache 18/6860, Antwort zu
Frage 11 darstellen: Asylverfahren, Widerrufsverfahren, Eilanträge in
Dublin-Verfahren, Verfahrensdauern)?
Angaben können den nachfolgenden Tabellen entnommen werden:
Erst- und Folgeanträge
Januar –
Dezember
2016
Klagen,
Berufungen,
Revisionen
Gerichtsentscheidungen
anhängige
Rechtsmittel
Asyl
Art. 16a
GG u.
Fam.Asyl
(GFK)
Flüchtlingsschutz
subsidiärer
Schutz
Abschiebungsverbot
Ablehnungen
sonst.
Verfahrenserledigungen (z. B.
Rücknahmen)
absolut in Prozent absolut in Prozent
Herkunftsländer
gesamt
174.570 70.904 62 7.427 500 1.310 22.357 31,5 39.248 55,4 154.519
darunter
Syrien 50.207 9.898 3 5.797 19 280 844 8,5 2.955 29,9 42.765
Afghanistan 24.255 3.878 3 265 168 426 702 18,1 2.314 59,7 23.729
Irak 12.771 1.908 0 25 7 18 413 21,6 1.445 75,7 12.072
Albanien 11.794 12.503 0 0 39 87 5.350 42,8 7.027 56,2 7.038
Russische
Föd.
8.568 3.207 6 40 13 34 595 18,6 2.519 78,5 10.201
Kosovo 8.112 8.847 0 2 6 94 3.758 42,5 4.987 56,4 5.607
Serbien 6.962 7.688 0 4 4 68 3.332 43,3 4.280 55,7 5.006
Pakistan 6.778 1.647 3 276 8 26 743 45,1 591 35,9 6.329
Mazedonien 4.849 4.562 0 3 4 37 1.732 38,0 2.786 61,1 3.411
Ungeklärt 3.649 586 0 140 3 14 148 25,3 281 48,0 3.539
Iran 3.277 998 16 256 7 7 186 18,6 526 52,7 3.225
Ukraine 2.057 809 0 0 1 1 179 22,1 628 77,6 1.689
Eritrea 2.053 663 0 73 1 10 72 10,9 507 76,5 1.963
Somalia 1.898 1.340 0 71 145 36 122 9,1 966 72,1 2.188
Georgien 1.833 1.096 0 7 0 11 395 36,0 683 62,3 1.712
Erst- und Folgeanträge
Januar –
Februar
2017
Klagen,
Berufungen,
Revisionen
Gerichtsentscheidungen
anhängige
Rechtsmittel
Asyl
Art. 16a
GG u.
Fam.Asyl
(GFK)
Flüchtlingsschutz
subsidiärer
Schutz
Abschie
bungsverbot
Ablehnungen
sonst.
Verfahrenserledigungen (z. B.
Rücknahmen)
abso-lut
in
Prozent
absolut
in
Prozent
Herkunftsländer
gesamt
43.038 11.828 5 2.000 80 302 3.295 27,9 6.146 52,0 187.741
darunter
Afghanistan 11.171 1.300 1 60 41 205 270 20,8 723 55,6 34.134
Syrien 6.370 2.796 2 1.625 2 7 399 14,3 761 27,2 46.978
Irak 3.977 599 0 4 5 16 249 41,6 325 54,3 16.099
Pakistan 2.910 448 0 51 1 1 151 33,7 244 54,5 9.000
Russische
Föd.
2.351 1.020 0 16 4 1 108 10,6 891 87,4 11.529
Iran 1.997 263 1 76 0 4 67 25,5 115 43,7 5.033
Nigeria 1.035 63 0 2 0 4 14 22,2 43 68,3 2.816
Somalia 983 161 0 11 16 8 29 18,0 97 60,2 3.008
Eritrea 936 155 0 20 1 3 27 17,4 104 67,1 2.748
Ungeklärt 741 118 0 27 0 0 44 37,3 47 39,8 4.208
Armenien 695 89 0 0 0 4 34 38,2 51 57,3 1.981
Ukraine 669 221 0 0 0 1 99 44,8 121 54,8 2.149
Äthiopien 591 95 0 7 0 0 43 45,3 45 47,4 1.298
Aserbaidschan
583 79 0 1 0 0 27 34,2 51 64,6 1.767
Georgien 560 177 0 0 0 2 74 41,8 101 57,1 2.124
Widerrufsverfahren
Januar –
Dezember
2016
eingelegte
Klagen,
Berufungen,
Revisionen
Gerichtsentscheidungen
anhängige
Rechtsmittel
Widerruf Art. 16a GG/
Flüchtlingseigenschaft /
subs. Schutz
kein
Widerruf
sonst.
Verfahrenserledigungen (z. B.
Rücknahmen)
absolut in Prozent absolut in Prozent absolut in Prozent
Herkunftsländer
gesamt
169 138 59 42,8 16 11,6 63 45,7 334
darunter
Afghanistan 44 14 6 42,9 2 14,3 6 42,9 58
Armenien 25 3 0 0,0 0 0,0 3 100,0 27
Äthiopien 18 27 7 25,9 7 25,9 13 48,1 55
China 12 5 2 40,0 0 0,0 3 60,0 14
Indien 9 8 5 62,5 0 0,0 3 37,5 19
Irak 8 7 6 85,7 1 14,3 0 0,0 44
Iran 7 2 1 50,0 0 0,0 1 50,0 6
Jordanien 6 24 8 33,3 4 16,7 12 50,0 15
Kosovo 6 4 0 0,0 1 25,0 3 75,0 6
Libanon 5 1 1 100,0 0 0,0 0 0,0 4
Marokko 3 4 2 50,0 1 25,0 1 25,0 8
Pakistan 3 3 1 33,3 0 0,0 2 66,7 14
Russische
Föd.
2 1 0 0,0 0 0,0 1 100,0 3
Serbien 2 0 0 0 0 4
sonst. asiat.
Staatsangeh.
2 2 2 100,0 0 0,0 0 0,0 2
Widerrufsverfahren
Januar –
Februar
2017
eingelegte
Klagen,
Berufungen,
Revisionen
Gerichtsentscheidungen
anhängige
Rechtsmittel
Widerruf Art. 16a GG/
Flüchtlingseigenschaft /
subs. Schutz
kein
Widerruf
sonst.
Verfahrenserledigungen (z. B.
Rücknahmen)
absolut in Prozent absolut in Prozent absolut in Prozent
Herkunftsländer gesamt 21 11 9 81,8 1 9,1 1 9,1 331
darunter
Afghanistan 6 3 1 33,3 1 33,3 1 33,3 61
Syrien 5 0 0 0 0 32
Ungeklärt 3 0 0 0 0 17
Irak 2 0 0 0 0 45
Armenien 1 0 0 0 0 6
Gambia 1 0 0 0 0 1
Russische Föd. 1 0 0 0 0 5
Sri Lanka 1 1 1 100,0 0 0,0 0 0,0 14
Türkei 1 0 0 0 0 51
Angola 0 0 0 0 0 2
Aserbaidschan 0 0 0 0 0 5
Äthiopien 0 0 0 0 0 2
Bosnien- Herzeg. 0 0 0 0 0 1
China 0 0 0 0 0 4
Eritrea 0 0 0 0 0 2
Durchschnittliche Dauer gerichtlicher Verfahren in Monaten
Verfahrensdauer Erst- und Folgeanträge: Verfahrensdauer Widerrufe:
Jan-Dez 2016 7,4 19,0
Durchschnittliche Dauer gerichtlicher Verfahren in Monaten
Verfahrensdauer Erst- und Folgeanträge: Verfahrensdauer Widerrufe:
Jan-Feb 2017 6,7 12,6
Gerichtsentscheidungen zu Eilanträgen im Dublin-Verfahren
Jan. – Dez. 2016 abgelehnt stattgegeben Gesamtentscheidungen
Belgien 149 19 168
Bulgarien 303 207 510
Dänemark u. Färöer 61 4 65
Estland 14 14
Finnland 24 7 31
Frankreich 233 31 264
Großbritannien mit Nordirland 3 2 5
Italien 889 290 1.179
Kroatien 118 11 129
Lettland 12 12
Litauen 41 2 43
Luxemburg 1 1
Malta 3 6 9
Niederlande 84 9 93
Norwegen 150 15 165
Österreich 84 12 96
Polen 1.666 293 1.959
Portugal 29 29
Rumänien 15 3 18
Schweden 183 27 210
Schweiz 61 8 69
Slowakische Republik 4 8 12
Slowenien 4 3 7
Spanien 266 49 315
Tschechische Republik 58 10 68
Ungarn 447 811 1.258
Zypern 2 4 6
Jan. – Feb. 2017 abgelehnt stattgegeben Gesamtentscheidungen
Belgien 31 4 35
Bulgarien 88 46 134
Dänemark u. Färöer 36 3 39
Estland 9 9
Finnland 27 2 29
Frankreich 93 7 100
Italien 598 131 729
Kroatien 72 3 75
Lettland 2 3 5
Litauen 17 17
Malta 1 3 4
Niederlande 29 1 30
Norwegen 69 3 72
Österreich 34 1 35
Polen 424 46 470
Portugal 2 2
Rumänien 6 6
Schweden 42 5 47
Schweiz 26 6 32
Slowenien 5 1 6
Spanien 48 48
Tschechische Republik 41 41
Ungarn 91 91 182
a) Wie viele Klagen und wie viele Berufungen (oder Anträge auf
Berufungszulassung usw.) sind derzeit anhängig in Verfahren, in denen subsidiär
Schutzberechtigte auf einen Flüchtlingsstatus klagen (bitte auch nach
Bundesländern und den zehn wichtigsten Herkunftsländern
differenzieren), und wie viele dieser Verfahren wurden im Jahr 2016 bzw. 2017 (bitte
differenzieren) mit welchem Ergebnis entschieden (bitte ebenfalls nach
Bundesländern und den zehn wichtigsten Herkunftsländern
differenzieren)?
Die folgenden Rechtsmittel gegen vom BAMF auf subsidiären Schutz
entschiedene Asylanträge waren zum Stichtag des 28. Februar 2017 anhängig:
anhängige Rechtsmittel gegen subsidiären Schutz zum 28.02.2017
nach Herkunftsländern Klage Antrag auf
Zulassung
der Berufung
Berufungen
Nichtzulassungsbeschwerden
Revisionen Summe
anhängige
Rechtsmittel
Gesamt 50.604 2.239 1.103 1 4 53.951
darunter:
Syrien 41.690 2050 1058 1 4 44.803
Irak 2.809 5 - - - 2.814
Ungeklärt 2.703 54 17 - - 2.774
Eritrea 1.142 10 - - - 1.152
Staatenlos 941 77 15 - - 1.033
Afghanistan 608 5 - - - 613
sonst. asiat.
Staatsangeh. 248 23 12 - - 283
Somalia 193 - - - - 193
Iran 54 - - - - 54
Libanon 41 1 - - - 42
anhängige Rechtsmittel gegen subsidiären Schutz zum 28.02.2017
nach Bundesländern Klage Antrag auf
Zulassung
der Berufung
Berufungen
Nichtzulassungsbeschwerden
Revisionen Summe
anhängige
Rechtsmittel
Gesamt 50.604 2.239 1.103 1 4 53.951
davon
Baden-
Württemberg 5.203 78 13 - - 5.294
Bayern 5.181 1059 25 - - 6.265
Berlin 6.224 - - - - 6.224
Brandenburg 1.636 - - - - 1.636
Bremen 711 - - - - 711
Hamburg 1.724 1 - - - 1.725
Hessen 4.932 208 153 - - 5.293
Mecklenburg-
Vorpommern 748 - - - - 748
Niedersachsen 7.217 33 5 - - 7.255
Nordrhein-
Westfalen 5.296 22 4 - 4 5.326
Rheinland-Pfalz 5.704 190 679 1 - 6.574
Saarland 184 416 223 - - 823
Sachsen 1.604 2 - - - 1.606
Sachsen-Anhalt 2.673 22 - - - 2.695
Schleswig-Holstein 140 111 1 - - 252
Thüringen 1.427 97 - - - 1.524
Im Jahr 2016 wurde bei folgenden Rechtsmitteln wie dargestellt entschieden:
Klagen:
nach
Herkunftsländern
Summe
Entscheidungen
Anerkennungen
gem. Art.
16a GG
Flüchtlingsschutz
gem. § 3 I AsylG
Subsidiärer
schutz gem.
§ 4 I AsylG
Abschiebungsverbot gem. § 60
V/VII AufenthG
Ablehnungen
formelle
Verfahrenserledigungen
Gesamt 8.488 6 6.178 21 3 1.028 1.252
darunter:
Syrien 7.433 2 5.732 19 3 802 875
Ungeklärt 196 - 123 - - 25 48
Irak 193 - 2 1 - 70 120
Eritrea 185 - 68 - - 59 58
Staatenlos 179 - 136 - - 4 39
Somalia 102 - 31 1 - 34 36
sonst. asiat.
Staatsangeh. 69 - 58 - - 3 8
Afghanistan 68 - 9 - - 13 46
Iran 14 2 9 - - 1 2
Sudan (ohne
Südsudan) 13 - 6 - - 4 3
nach
Bundesländern
Summe
Entscheidungen
Anerkennungen
gem. Art. 16a GG
Flüchtlingsschutz gem.
§ 3 I AsylG
Subsidiärer
Schutz gem.
§ 4 I AsylG
Abschiebungsverbot gem. § 60
V/VII AufenthG
Ablehnungen
formelle
Verfahrenserledigungen
Gesamt 8.488 6 6.178 21 3 1.028 1.252
davon
Baden-
Württemberg 173 - 43 - - 20 173
Bayern 2.254 - 1.735 2 - 277 2.254
Berlin 22 - - - - - 22
Brandenburg 126 - 4 1 - 1 126
Bremen 34 - - - - - 34
Hamburg 58 - 13 - - 4 58
Hessen 489 2 382 5 - 29 489
Mecklenburg-
Vorpommern 87 - 32 - - 3 87
Niedersachsen 377 2 128 1 3 93 377
Nordrhein-
Westfalen 208 - 104 - - 35 208
Rheinland-
Pfalz 2.070 - 1.758 12 - 267 2.070
Saarland 660 - 577 - - 4 660
Sachsen 52 - - - - 8 52
Sachsen-
Anhalt 281 - 76 - - 112 281
Schleswig-
Holstein 768 - 568 - - 160 768
Thüringen 829 2 758 - - 15 829
Anträge auf Zulassung der Berufung:
nach Herkunftsländern Summe Ent- scheidungen
Stattgabe des
Antrages
Ablehnung des
Antrages
Einstellung des
Antrages
Gesamt 626 554 67 5
darunter:
Syrien 582 535 43 4
Irak 12 - 12 -
Ungeklärt 11 9 2 -
Staatenlos 9 9 - -
Eritrea 2 - 1 1
China 2 - 2 -
sonst. asiat.
Staatsangeh. 2 - 2 -
Türkei 1 - 1 -
Somalia 1 - 1 -
Afghanistan 1 - 1 -
nach Bundesländern Summe Ent- scheidungen
Stattgabe des
Antrages
Ablehnung des
Antrages
Einstellung des
Antrages
Gesamt 626 554 67 5
davon
Baden-Württemberg 2 1 1 -
Bayern 43 25 14 4
Berlin - - - -
Hessen 4 2 1 1
Niedersachsen 3 - 3 -
Nordrhein-Westfalen 12 3 9 -
Rheinland-Pfalz 521 513 8 -
Saarland 7 7 - -
Sachsen - - - -
Sachsen-Anhalt 1 - 1 -
Schleswig-Holstein 3 2 - -
Thüringen 30 - 30 -
Berufungen:
nach
Herkunftsländern
Summe
Entscheidungen
Anerkennungen gem.
Art. 16a GG
Flüchtlingsschutz gem.
§ 3 I AsylG
Subsidiärer
schutz gem.
§ 4 I AsylG
Abschiebungsverbot gem.
§ 60 V/VII
AufenthG
Ablehnungen
formelle
Verfahrenserledigungen
Gesamt 5 - 1 - - 1 3
davon
Syrien 5 - 1 - - 1 3
nach
Bundesländern
Summe
Entscheidungen
Anerkennungen
gem. Art.
16a GG
Flüchtlingsschutz gem.
§ 3 I AsylG
Subsidiärer
Schutz gem.
§ 4 I AsylG
Abschiebungs
verbot gem.
§ 60 V/VII
AufenthG
Ablehnungen
formelle
Verfahrenserledigungen
Gesamt 5 - 1 - - 1 3
davon
Rheinland-Pfalz 1 - 1 - - - -
Saarland 3 - - - - - 3
Schleswig-Holstein 1 - - - - 1 -
Im Zeitraum vom 1. Januar bis 28. Februar 2017 wurde bei folgenden
Rechtsmitteln wie dargestellt entschieden:
Klagen:
nach
Herkunftsländern
Summe
Entscheidungen
Anerkennungen gem.
Art. 16a GG
Flüchtlingsschutz gem.
§ 3 I AsylG
Subsidiärer
schutz gem.
§ 4 I AsylG
Abschiebungsverbot gem.
§ 60 V/VII
AufenthG
Ablehnungen
formelle
Verfahrenserledigungen
Gesamt 2.660 1.737 5 360 558
davon
Syrien 2.294 1.618 2 255 419
Irak 110 - 1 1 - 56 52
Eritrea 73 - 19 1 - 24 29
Staatenlos 59 - 56 - - 1 2
Ungeklärt 44 - 25 - - 12 7
Afghanistan 34 - 1 1 - 4 28
Somalia 20 - 3 - - 5 12
sonst. asiat.
Staatsangeh. 11 - 9 - - 1 1
Iran 3 - 2 - - - 1
Pakistan 3 - - - - - 3
nach Bundesländern
Summe
Entscheidungen
Anerkennungen gem.
Art. 16a GG
Flüchtlingsschutz gem.
§ 3 I AsylG
Subsidiärer
schutz gem.
§ 4 I AsylG
Abschiebungsverbot gem.
§ 60 V/VII
AufenthG
Ablehnungen
formelle
Verfahrenserledigungen
Gesamt 2.660 1.737 5 360 558
davon
Baden-Württemberg 641 - 550 - - 9 82
Niedersachsen 624 - 466 1 - 101 56
Bayern 388 - 184 4 - 49 151
Hessen 343 - 290 - - 37 16
Sachsen-Anhalt 173 - 65 - - 76 32
Nordrhein-Westfalen 143 - 123 - - 13 7
Rheinland-Pfalz 97 - 2 - - 14 81
Saarland 71 - 31 - - 17 23
Mecklenburg-Vorpommern 53 - 17 - - 22 14
Thüringen 42 - 2 - - 11 29
Brandenburg 26 - - - - 1 25
Hamburg 26 - 2 - - 6 18
Sachsen 14 - - - - 3 11
Schleswig-Holstein 9 - 1 - - 1 7
Bremen 5 - 1 - - - 4
Berlin 5 - 3 - - - 2
Anträge auf Zulassung der Berufung:
nach Herkunftsländern Summe Ent- scheidungen
Stattgabe des
Antrages
Ablehnung des
Antrages
Einstellung des
Antrages
Gesamt 999 706 292 1
davon
Syrien 952 675 277 -
Ungeklärt 17 11 6 -
Staatenlos 13 8 5 -
sonst. asiat. Staatsangeh. 12 12 - -
Eritrea 2 - 2 -
Irak 2 - 2 -
Iran 1 - - 1
nach Bundesländern Summe Ent- scheidungen
Stattgabe des
Antrages
Ablehnung des
Antrages
Einstellung des
Antrages
Gesamt 999 706 292 1
davon
Rheinland-Pfalz 519 314 205 -
Saarland 219 219 - -
Hessen 151 151 - -
Thüringen 43 - 43 -
Baden-Württemberg 30 12 18 -
Sachsen-Anhalt 19 - 19 -
Bayern 9 4 5 -
Niedersachsen 6 4 2 -
Nordrhein-Westfalen 2 2 - -
Berlin 1 - - 1
Berufungen:
nach Herkunftsländern
Summe
Entscheidungen
Anerkennungen gem.
Art. 16a GG
Flüchtlingsschutz gem.
§ 3 I AsylG
Subsidiärer
schutz gem.
§ 4 I AsylG
Abschiebungsverbot gem.
§ 60 V/VII
AufenthG
Ablehnungen
formelle
Verfahrenserledigungen
Gesamt 151 - 2 - - 146 3
davon
Syrien 146 - 2 - - 141 3
Ungeklärt 3 - - - - 3 -
Staatenlos 2 - - - - 2 -
nach Bundesländern
Summe
Entscheidungen
Anerkennungen gem.
Art. 16a GG
Flüchtlingsschutz gem.
§ 3 I AsylG
Subsidiärer
schutz gem.
§ 4 I AsylG
Abschiebungsverbot gem.
§ 60 V/VII
AufenthG
Ablehnungen
formelle
Verfahrenserledigungen
Gesamt 151 - 2 - - 146 3
davon
Rheinland-Pfalz 145 - - - - 144 1
Baden-Württemberg 2 - - - - - 2
Bayern 2 - 2 - - - -
Saarland 1 - - - - 1 -
Nordrhein-Westfalen 1 - - - - 1 -
Entscheidungen zu Nichtzulassungsbeschwerden oder Revisionen gab es in den
genannten Zeiträumen nicht.
b) Gegen wie viele der Asylbescheide des BAMF wurden in den Jahren
2015, 2016 und 2017 (bitte differenzieren und in absoluten und relativen
Zahlen angeben) Rechtsmittel eingelegt (bitte jeweils nach den zehn
wichtigsten Herkunftsländern differenzieren, zusätzlich differenzieren
nach der Art der Ablehnung: unbegründet, offensichtlich unbegründet,
unzulässig/Dublin-Bescheid)?
Die Angaben können den nachfolgenden Tabellen entnommen werden:
Jahr 2015:
insgesamt davon
Entscheidung
„abgelehnt“
davon
Entscheidung
„o.u. abgelehnt“
davon
Entscheidung
„Unzulässig“
davon beklagt* Quote
davon
beklagt* Quote
davon
beklagt* Quote
davon
beklagt* Quote
Herkunftsländer
gesamt 282.726 45.615 16,1% 6.341 2.727 43,0% 85.173 27.705 32,5% 36.096 15.091 41,8%
darunter:
Syrien 105.620 2.965 2,8% 7 0 0,0% 16 6 37,5% 4.016 2.890 72,0%
Albanien 35.721 5.449 15,3% 897 344 38,4% 30.253 4.933 16,3% 584 164 28,1%
Kosovo 29.801 13.739 46,1% 625 390 62,4% 25.514 12.229 47,9% 1.994 1.125 56,4%
Serbien 22.341 7.707 34,5% 79 33 41,8% 13.532 5.773 42,7% 5.982 1.898 31,7%
Irak 16.796 606 3,6% 109 13 11,9% 19 1 5,3% 1.597 572 35,8%
Eritrea 10.099 442 4,4% 32 14 43,8% 6 2 33,3% 750 380 50,7%
Mazedonien 8.245 2.881 34,9% 58 32 55,2% 5.525 2.200 39,8% 1.571 639 40,7%
Bosnien- Herzeg. 6.500 1.293 19,9% 39 11 28,2% 3.300 933 28,3% 1.879 341 18,1%
Afghanistan 5.966 1.380 23,1% 767 314 40,9% 52 8 15,4% 2.220 1.013 45,6%
Russische Föd. 4.832 1.626 33,7% 656 341 52,0% 262 115 43,9% 3.177 1.279 40,3%
* Stand: 15.02.2016
Jahr 2016:
insgesamt davon
Entscheidung
„abgelehnt“
davon
Entscheidung
„o.u. abgelehnt“
davon
Entscheidung
„Unzulässig“
davon beklagt* Quote
davon
beklagt* Quote
davon
beklagt* Quote
davon
beklagt* Quote
Herkunftsländer
gesamt 695.733 172.604 24,8% 74.669 51.147 68,5% 99.177 38.028 38,3% 42.982 20.761 48,3%
davon
Syrien 295.040 49.362 16,7% 124 72 58,1% 43 11 25,6% 4.160 2.781 66,9%
Irak 68.562 12.906 18,8% 13.856 8.682 62,7% 392 203 51,8% 2.130 1.191 55,9%
Afghanistan 68.246 25.008 36,6% 24.405 18.574 76,1% 412 257 62,4% 2.133 1.330 62,4%
Albanien 37.673 11.327 30,1% 219 54 24,7% 29.801 10.411 34,9% 2.018 639 31,7%
Serbien 24.178 6.695 27,7% 258 77 29,8% 13.942 4.893 35,1% 6.334 1.621 25,6%
Eritrea 22.160 2.038 9,2% 115 93 80,9% 20 6 30,0% 1.227 804 65,5%
Kosovo 18.920 7.688 40,6% 220 90 40,9% 14.606 6.744 46,2% 1.711 626 36,6%
Ungeklärt 15.371 3.600 23,4% 546 308 56,4% 643 328 51,0% 564 323 57,3%
Mazedonien 14.712 4.659 31,7% 149 45 30,2% 9.027 3.511 38,9% 3.106 1.013 32,6%
Pakistan 12.935 6.884 53,2% 6.417 4.404 68,6% 1.784 897 50,3% 2.194 1.315 59,9%
* Stand: 15.02.2017
Zeitraum 1. Januar bis 28. Februar 2017:
Aufschlüsselung
nach
Herkunftsländer
insgesamt davon
Entscheidung
„abgelehnt“
davon
Entscheidung
„o.u. abgelehnt“
davon
Entscheidung
„Unzulässig“
davon beklagt* Quote
davon
beklagt* Quote
davon
beklagt* Quote
davon
beklagt* Quote
Herkunftsländer
gesamt 142.139 39.870 28,1% 39.283 22.019 56,1% 11.852 3.759 31,7% 12.260 5.984 48,8%
davon
Afghanistan 29.702 11.039 37,2% 14.283 9.232 64,6% 120 58 48,3% 665 382 57,4%
Syrien 26.122 4.822 18,5% 28 14 50,0% 5 4 80,0% 955 563 59,0%
Irak 20.362 3.779 18,6% 5.797 2.714 46,8% 136 75 55,1% 621 291 46,9%
Iran 7.726 1.895 24,5% 2.657 1.639 61,7% 48 19 39,6% 288 168 58,3%
Pakistan 6.450 2.740 42,5% 4.157 2.132 51,3% 622 293 47,1% 252 124 49,2%
Eritrea 4.742 937 19,8% 72 36 50,0% 13 9 69,2% 1.023 590 57,7%
Somalia 4.088 932 22,8% 463 295 63,7% 20 14 70,0% 650 407 62,6%
Russische Föd. 3.484 1.948 55,9% 1.873 1.280 68,3% 156 103 66,0% 818 517 63,2%
Nigeria 3.445 1.081 31,4% 1.281 515 40,2% 303 61 20,1% 748 453 60,6%
Ungeklärt 2.479 635 25,6% 301 128 42,5% 261 119 45,6% 267 90 33,7%
* Stand: 15.04.2017
c) Wie ist die aktuelle Zahl der anhängigen Klagen im Bereich Asyl,
differenziert nach (Bundes-, Ober-) Verwaltungsgerichten?
Die Angaben können den nachfolgenden Tabellen entnommen werden:
Gericht Anzahl anhängiger Gerichtsverfahren
Bundesverwaltungsgericht 64
VGH Baden-Württemberg 117
VG Freiburg 4.314
VG Karlsruhe 6.187
VG Sigmaringen 2.897
VG Stuttgart 3.343
Bayerischer Verwaltungsgerichtshof 160
VG Ansbach 5.098
VG Augsburg 4.293
VG Bayreuth 2.340
VG München 10.766
VG Regensburg 3.334
VG Würzburg 3.824
Bayerischer VGH – Außenstelle
Ansbach
843
OVG Berlin-Brandenburg 102
VG Berlin 18.229
VG Cottbus 2.944
VG Frankfurt / Oder 3.350
VG Potsdam 4.802
OVG der Freien Hansestadt Bremen 7
VG Bremen 1.741
Hamburgisches
Oberverwaltungsgericht
40
VG Hamburg 8.315
Hessischer Verwaltungsgerichtshof 366
VG Darmstadt 3.181
VG Frankfurt/Main 2.814
VG Kassel 2.733
VG Wiesbaden 2.336
VG Gießen 2.999
Niedersächsisches
Oberverwaltungsgericht
148
VG Braunschweig 2.036
VG Hannover 4.187
VG Oldenburg 4.545
VG Osnabrück 2.517
VG Stade 2.525
VG Lüneburg 1.950
VG Göttingen 883
OVG für das Land Nordrhein-
Westfalen
716
VG Aachen 1.491
VG Arnsberg 3.717
VG Düsseldorf 5.393
VG Gelsenkirchen 4.383
VG Köln 4.899
VG Minden 3.034
VG Münster 3.395
OVG Rheinland-Pfalz 814
VG Koblenz 4
VG Trier 12.172
OVG des Saarlands 439
VG des Saarlandes 1.013
Schleswig-Holsteinisches OVG 116
VG Schleswig-Holstein 2.489
OVG Sachsen-Anhalt 35
VG Magdeburg 3.302
VG Halle 3.194
OVG für das Land Brandenburg 1
Thüringer Oberverwaltungsgericht 46
VG Gera 404
VG Meiningen 3.291
VG Weimar 1.957
Sächsisches
Oberverwaltungsgericht
56
VG Chemnitz 4.989
VG Dresden 4.613
VG Leipzig 3.162
OVG Mecklenburg-Vorpommern 127
VG Greifswald 915
VG Schwerin 2.844
Gesamt 193.341
12. Wie viele abgelehnte Asylsuchende erhielten 2016 und 2017 (bitte
differenzieren) eine Rechtsbehelfsbelehrung mit dem Hinweis darauf, dass eine
Klage gegen einen Asylbescheid „in deutscher Sprache abgefasst sein“
müsse, und mit welcher Zahl zusätzlicher Klagen rechnet das BAMF
angesichts des Umstands, dass nach einem Bericht der „Heilbronner Stimme“
vom 16. März 2017 (
www.stimme.de/heilbronn/nachrichten/region/region/
sonstige-Kippt-Heilbronner-Jurist-Asyl-Belehrung;art87698,3812626) der
Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg eine Berufung zugelassen hat,
weil die Standard-Rechtsbelehrung des BAMF den Eindruck erwecken
könnte, die Betroffenen müssten bei einer Klage selbst für die deutsche
Schriftform sorgen, was die Rechtsverfolgung möglicherweise in einer nicht
vom Gesetz gewollten Weise erschwere – was die Klagefrist in diesen Fällen
auf ein Jahr verlängern könnte (vgl. auch einen entsprechenden Beschluss
des VG Köln vom 6. Februar 2017 in einem Dublin-Verfahren:
www.asyl.
net/rechtsprechungsdatenbank/suchergebnis/artikel/57552.html)?
Im Rahmen von abgelehnten Erst- und Folgeanträgen, Widerrufen und
abgelehnten Wiederaufnahmen hat das BAMF im Jahr 2016 in 263.672 Fällen und vom
1. Januar bis 31. März 2017 in 119.553 Fällen den Bescheiden die
Rechtsbehelfsbelehrung beigefügt, die auf eine Klageerhebung in deutscher Sprache hinweist.
Das BAMF rechnet nicht mit einer hohen Zahl zusätzlicher Klagen, verwendet
aber aufgrund der entstandenen Rechtsunsicherheit seit dem 13. April 2017 eine
geänderte Rechtsbehelfsbelehrung, die dem zitierten Urteil Rechnung trägt (vgl.
auch Antwort zu Frage 12c). Nach Auffassung von BAMF ist nicht davon
auszugehen, dass abgelehnte Asylbewerber bisher auf eine Klageerhebung verzichtet
haben könnten, weil sie sich wegen der Rechtsbehelfsbelehrung des BAMF dazu
nicht fristgerecht in der Lage gesehen haben. Bereits erhobene Klagen sind in der
Regel fristgerecht, die Frage einer Verfristung oder der Geltung einer Jahresfrist
stellt sich daher nur bei einem äußerst geringen Anteil der rechtshängigen
Verfahren.
a) Inwieweit teilt das BAMF die Auffassung des in dem genannten Artikel
zitierten Rechtsanwalts, wonach Betroffene gegebenenfalls auch aus der
Abschiebehaft entlassen werden müssen, wenn sich die
Rechtsbehelfsbelehrung als falsch erweist, bzw. in welchen Fallkonstellationen wäre dies
nach Auffassung des BAMF der Fall?
Soweit der Verwaltungsgerichtshof in dem in Frage 12 angesprochenen
Verfahren mit Urteil vom 18. April 2017 (AZ: A 9 S 333/17) entschieden hat, dass die
vom BAMF erteilte Rechtsbehelfsbelehrung unrichtig erteilt wurde, hat sich die
Klagefrist auf ein Jahr verlängert. Ist bereits Klage erhoben worden, stellt sich die
Frage nach einer Verlängerung der Klagefrist jedoch in der Regel nicht. Wie in
der Antwort zu Frage 12 ausgeführt, geht das BAMF davon aus, dass
beabsichtigte Klagen in der Regel fristgerecht eingelegt worden sind und daher die im
Artikel geschilderten Auswirkungen regelmäßig nicht eintreten werden.
b) Ist es zutreffend, wie es in dem genannten Artikel heißt, dass das BAMF
in entsprechenden Gerichtsverfahren vorgetragen hat, dass der
Gesetzgeber eine Rechtsbehelfsbelehrung mit Hinweis auf eine mündliche
Klageerhebung „weder befürwortet noch gebilligt hätte“, weil dies „nicht im
Interesse der Allgemeinheit“ sei und der Gesetzgeber „zur Vermeidung
der Überbelastung der Gerichte Asylverfahren beschleunigen“ wolle –
und ist dies auch die Auffassung der Bundesregierung, dass Hinweise in
einer Rechtsbehelfsbelehrung auf die unterschiedlichen Möglichkeiten
der Klageerhebung bewusst so abgefasst werden sollen, dass diese
Rechtsmittel zur Vermeidung einer Überlastung der Gerichte möglichst
wenig in Anspruch genommen werden sollen, und wie ist eine solche
Auffassung und Praxis des BAMF vereinbar mit dem Grundsatz eines
effektiven Rechtsschutzes, der auch ausländischen Staatsangehörigen und
Schutzsuchenden die Möglichkeit eröffnet, Behördenbescheide von
unabhängigen Gerichten hinsichtlich ihrer Rechtmäßigkeit überprüfen zu
lassen (bitte ausführen)?
Dies ist nicht zutreffend. Ausweislich des Tatbestands im Urteil des
Verwaltungsgerichtshofs Baden-Württemberg vom 18. April 2017 (AZ: A 9 S 333/17) hat das
BAMF vorgetragen, die dem Bescheid beigefügte Rechtsbehelfsbelehrung „sei
nicht unrichtig im Sinne des § 58 Absatz 2 Verwaltungsgerichtsordnung (VwGO).
Sie enthalte keinen Hinweis auf die Erforderlichkeit einer schriftlichen
Klageerhebung; dies könne auch der Formulierung „abfassen“ nicht entnommen werden.
Das Verwaltungsgericht Berlin habe in seinem Beschluss vom 15. Dezember
2016 unter Verweis auf die Rechtsprechung des Verwaltungsgerichts Oldenburg
(Beschluss vom 20. Oktober 2016) zutreffend festgestellt, selbst wenn die
Bedeutung des Abfassens einer schriftlichen Niederlegung entspreche, sei der
Rechtsbehelfsbelehrung jedenfalls nicht zu entnehmen, dass der Betreffende selbst für
die Schriftform zu sorgen habe. Denn auch eine mündlich zur Niederschrift
erhobene Klage werde von dem Urkundsbeamten der Geschäftsstelle (in deutscher
Sprache) schriftlich abgefasst. Daraus ergebe sich, dass der Passus zur Abfassung
in deutscher Sprache nicht auf die Schriftlichkeit oder Mündlichkeit der
Klagerhebung abziele, sondern lediglich verdeutliche, dass die Klageerhebung (wie von
§ 55 VwGO i. V. m. § 184 GVG gefordert) in deutscher Sprache zu erfolgen
habe. Der Hinweis auf die Notwendigkeit der Klageerhebung in deutscher
Sprache werde auch nicht dadurch unrichtig, dass Eingaben in anderer Sprache
ausnahmsweise dann fristwahrende Wirkung entfalten könnten, wenn sie einen noch
verständlichen Hinweis in deutscher Sprache enthielten, es werde ein
Rechtsbehelf eingelegt. Denn für die Wirksamkeit der Klageerhebung komme es auch in
dieser Konstellation darauf an, ob einer deutschen Formulierung die Einlegung
des Rechtsbehelfs zu entnehmen sei. Die Anforderungen, die die Rechtsordnung
hinsichtlich der wirksamen Einlegung von Rechtsbehelfen an Antragsteller stelle,
seien nicht überspannt. Ausweislich der Niederschrift zur Anhörung vom 20. Juni
2016 verfüge der Kläger zumal über Deutschkenntnisse.“
c) Wurden die Standard-Rechtsbehelfsbelehrungen des BAMF inzwischen
geändert, wie es in dem genannten Artikel angekündigt wurde, wenn nein,
warum nicht, und wenn ja, wurde nur der Hinweis auf die deutsche
Sprache herausgenommen oder auch auf die Möglichkeit einer mündlichen
Klageerhebung in den Geschäftsstellen der Gerichte aufgenommen – und
wenn Letzteres nicht geschehen ist, warum nicht (bitte ausführen)?
Seit dem 13. April 2017 verwendet das BAMF geänderte
Rechtsbehelfsbelehrungen. Die Änderung dient allein der Beseitigung einer bestehenden
Rechtsunsicherheit, die aufgrund der gerichtlichen Bewertung des Verwaltungsgerichtshofs
Baden-Württemberg eingetreten ist. Der Hinweis auf die Abfassung in deutscher
Sprache wurde gestrichen.
Eine Belehrung über das Formerfordernis des § 81 Absatz 1 VwGO, nach dem
die Klage bei dem Gericht schriftlich zu erheben ist (Satz 1), bei dem
Verwaltungsgericht aber auch zur Niederschrift des Urkundsbeamten der Geschäftsstelle
erhoben werden kann (Satz 2), erfolgt nicht und ist nach Auffassung des
Verwaltungsgerichtshofs Baden-Württemberg auch nicht erforderlich.
13. Wie viele Asyl-Anhörungen gab es im ersten Quartal 2017 bzw. im
vorherigen Quartal (bitte nach den 15 wichtigsten Herkunftsländern differenzieren)?
Die Angaben können den nachfolgenden Tabellen entnommen werden:
Anhörungen im 1. Quartal 2017 Anzahl
Gesamt 97.917
darunter
Syrien 15.200
Afghanistan 21.368
Irak 9.032
Eritrea 4.777
Iran 5.517
Somalia 4.483
Nigeria 3.809
Türkei 1.614
Russische Föd. 1.605
Guinea 1.291
Armenien 1.742
Ungeklärt 1.622
Albanien 1.158
Pakistan 4.696
Aserbaidschan 1.314
Anhörungen im 4. Quartal 2016 Anzahl
Gesamt 165.013
darunter
Syrien 32.141
Afghanistan 42.155
Irak 20.450
Eritrea 6.726
Iran 10.977
Nigeria 4.957
Somalia 4.943
Albanien 1.930
Türkei 1.570
Pakistan 7.879
Russische Föderation 2.187
Aserbaidschan 1.217
Ungeklärt 2.502
Armenien 1.539
Guinea 1.250
14. Wie waren die bereinigten Schutzquoten und die Zahl der Schutzgesuche bei
Asylsuchenden aus Tunesien, Algerien, Ägypten, Marokko, Libyen und der
Türkei im ersten Quartal 2017 bzw. im vorherigen Quartal?
Die Angaben können den nachfolgenden Tabellen entnommen werden, wobei
bezüglich der Problematik der Verwendung der sog. bereinigten Gesamtschutzquote
auf die Ausführungen in der Antwort zu den Fragen 1a und 1b hingewiesen wird:
Herkunftsland
1. Quartal 2017
Erstanträge Folgeanträge
Gesamtschutz Gesamtschutz „bereinigt“ in Prozent
absolut In Prozent
Algerien 622 90 27 2,1 3,9
Libyen 269 9 181 28,5 46,4
Marokko 558 90 68 5,2 8,9
Tunesien 108 22 18 4,5 8,4
Ägypten 225 31 148 15,5 20,8
Türkei 1.566 111 62 7,5 14,4
Herkunftsland
4. Quartal 2016
Erstanträge Folgeanträge
Gesamtschutz Gesamtschutz „bereinigt“ in Prozent
absolut In Prozent
Algerien 847 59 40 4,3 7,3
Libyen 362 11 208 25,3 34,8
Marokko 841 55 51 4,4 7,1
Tunesien 178 24 2 0,7 1,3
Ägypten 266 23 230 15,5 18,9
Türkei 1.804 77 86 9,4 18,6
15. Wie viele Erst- und Folgeanträge (bitte differenzieren) wurden von
Asylsuchenden aus Serbien, Kosovo, Mazedonien, Montenegro, Albanien und
Bosnien-Herzegowina in den Monaten Januar, Februar und März 2017 gestellt
(bitte jeweils auch den prozentualen Anteil der Roma-Angehörigen nennen),
und wie wurden diese Asylanträge in diesen Monaten jeweils mit welchem
Ergebnis beschieden?
Die Angaben können den nachfolgenden Tabellen entnommen werden:
Asylanträge Januar 2017 Entscheidungen über Asylanträge Januar 2017
Herkunftsland
Asylanträge
gesamt
davon
Erstanträge
davon
Folgeanträge
insgesamt
Anerkennungen als
Asylberechtigte
(Art. 16a
GG und
Famil.asyl)
Gewährung von
Flüchtl.-
schutz
gem.
§ 3 I AsylG
Gewährung von
subsidiärem Schutz
gem. § 4 I
AsylG
Feststellung eines
Abschiebungsverbotes
gem.
§ 60 V/VII
AufenthG
Ablehnungen
(unbegr.
abgel./
offens.
unbegr.
abgel.)
sonstige
Verfahrenser
ledigungen
Serbien 555 225 330 1.023 - - - 1 536 486
dar. Roma 466 182 284 890 - - - - 447 443
Kosovo 232 89 143 586 - - 3 3 385 195
dar. Roma 74 9 65 146 - - - 1 92 53
Mazedonien 439 192 247 717 - - 5 3 415 294
dar. Roma 319 127 192 466 - - - 2 271 193
Montenegro 98 31 67 57 - 2 - 1 31 23
dar.Roma 50 11 39 31 - 2 - 1 9 19
Albanien 573 327 246 1.318 - - 6 5 912 395
dar. Roma 81 35 46 108 - - - - 59 49
Bosnien-
Herzeg.
164 68 96 282 - - - 4 173 105
dar. Roma 86 37 49 171 - - - 3 98 70
Asylanträge Februar 2017 Entscheidungen über Asylanträge Februar 2017
Herkunftsland
Asylanträge
gesamt
davon
Erstanträge
davon
Folgeanträge
insgesamt
Anerkennungen als
Asylberechtigte
(Art. 16a
GG und
Famil.asyl)
Gewährung von
Flüchtl.-
schutz gem.
§ 3 I AsylG
Gewährung von
subsidiärem Schutz
gem. § 4 I
AsylG
Feststellung
eines
Abschiebungsverbotes
gem.
§ 60 V/VII
AufenthG
Ablehnungen
(unbegr.
abgel./
offens.
unbegr.
abgel.)
sonstige
Verfahrenser
ledigungen
Serbien 444 205 239 857 - 1 - 2 466 388
dar. Roma 379 167 212 711 - 1 - 1 362 347
Kosovo 224 110 114 589 - - - 8 358 223
dar. Roma 51 25 26 137 - - - 2 94 41
Mazedonien 397 187 210 708 - - - 6 410 292
dar. Roma 228 86 142 461 - - - 3 248 210
Montenegro 46 30 16 100 - - - - 53 47
dar.Roma 27 19 8 44 - - - - 28 16
Albanien 378 245 133 1.149 - - 6 18 810 315
dar. Roma 32 21 11 90 - - - 1 56 33
Bosnien-
Herzeg.
151 56 95 252 - - 3 3 109 137
dar. Roma 92 20 72 125 - - - 2 36 87
Asylanträge März 2017 Entscheidungen über Asylanträge März 2017
Herkunftsland
Asylanträge
gesamt
davon
Erstanträge
davon
Folgeanträge
insgesamt
Anerkennungen als
Asylberechtigte
(Art. 16a
GG und
Famil.asyl)
Gewährung von
Flüchtl.-
schutz
gem. § 3 I
AsylG
Gewährung von
subsidiärem Schutz
gem. § 4 I
AsylG
Feststellung
eines
Abschiebungsverbotes
gem.
§ 60 V/VII
AufenthG
Ablehnungen
(unbegr.
abgel./
offens.
unbegr.
abgel.)
sonstige
Verfahrenser
ledigungen
Serbien 610 342 268 1.072 - 1 2 - 556 513
dar. Roma 501 260 241 893 - - - - 429 464
Kosovo 275 140 135 643 - - - 13 378 252
dar. Roma 85 53 32 190 - - - 6 122 62
Mazedonien 712 399 313 942 - - - 1 544 397
dar. Roma 403 200 203 568 - - - 1 314 253
Montenegro 45 30 15 105 - - 2 1 54 48
dar.Roma 22 16 6 50 - - 2 1 20 27
Albanien 680 462 218 1.249 - 1 4 10 791 443
dar. Roma 56 27 29 90 - - - - 63 27
Bosnien- Herzeg. 235 140 95 372 - - - 3 208 161
dar. Roma 105 35 70 182 - - - 1 89 92
16. Welche aktuellen Informationen gibt es zur Personalsituation,
Personalentwicklung und Personalplanung im BAMF und zu unterstützenden
Sondermaßnahmen, insbesondere im Bereich der Asylprüfung, und wie ist die
Personal-Bedarfsplanung des BAMF für die Jahre 2017 und 2018 aufgrund
welcher Annahmen?
Zum Stichtag des 31. März 2017 verfügte das Bundesamt insgesamt über
7.899 Mitarbeiter. Davon waren 780 als temporäre Unterstützungskräfte
eingesetzt. Damit ist die Personalisierung beim Bundesamt abgeschlossen. Das BAMF
ist flächendeckend an allen Standorten voll arbeitsfähig.
Mit dem Haushaltsgesetz 2017 wurde der Stellenbestand aus dem Jahr 2016 im
Wesentlichen unverändert in das aktuelle Jahr übernommen. Da die
Haushaltsaufstellung derzeit noch nicht abgeschlossen ist, kann über den konkreten
Umfang des Personals 2018 derzeit noch keine Aussage getroffen werden.
17. Wie viele Asylverfahren wurden im ersten Quartal 2017 bzw. im vorherigen
Quartal eingestellt (bitte so genau wie möglich nach Gründen
differenzieren), und was verbirgt sich hinter „sonstigen Einstellungen“, die laut der
Antwort der Bundesregierung zu Frage 17 auf Bundestagsdrucksache 18/11262
etwa zwei Drittel aller Einstellungen ausmachen?
Im ersten Quartal 2017 wurden vom BAMF 17.806 Asylverfahren eingestellt,
davon 11 093 Einstellungen nach § 33 oder § 32a Absatz 2 AsylG sowie 6.713
sonstige Einstellungen. Im vierten Quartal 2016 wurden vom BAMF 16 126
Asylverfahren eingestellt, davon 7 077 Einstellungen nach § 33 oder § 32a Absatz 2
AsylG sowie 9.049 sonstige Einstellungen. Sonstige Einstellungen ergehen
aufgrund einer Antragsrücknahme oder des Todes eines Antragstellers.
18. Zu welchem ungefähren Anteil wird nach Einschätzungen von fachkundigen
Bediensteten des BAMF derzeit das Prinzip der Einheit von Anhörer und
Entscheider im Asylverfahren in der Praxis gewahrt (soweit möglich bitte
auch nach Herkunftsländern differenzieren), welche Maßnahmen wurden
ergriffen, um zu dem in der gültigen „Dienstanweisung Asyl“ vorgesehenen
Ziel einer Einheit von Anhörer und Entscheider zurückzukehren, wie hoch
war der Anteil von Asylentscheidungen, die in Entscheidungszentren (d. h.
auch: ohne Identität von Anhörer und Entscheider) getroffen wurden, im
ersten Quartal 2017 bzw. im vorherigen Quartal (bitte jeweils absolute und
relative Zahlen angeben und die wichtigsten zehn Herkunftsländer nennen),
und wie viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im BAMF gibt es derzeit, die
nur anhören bzw. die anhören und entscheiden?
Zu der personellen Einheit von Anhörer und Entscheider erfolgt im BAMF keine
statistische Erfassung. Allerdings wird aufgrund der hohen zu bearbeitenden
Anzahl von Asylanträgen aus den Jahren 2016 und früher im BAMF in einfacheren
Fällen zur Verfahrensbeschleunigung auch weiter getrennt entschieden. In den
dafür vorgesehenen Entscheidungszentren werden Verfahren getrennt von der
Anhörung bearbeitet. Teilweise werden auch in den Außenstellen darüber hinaus
Entscheidungen personell getrennt aus den genannten Gründen getroffen. Die
Analyse, ob und ggf. zu welchem Zeitpunkt verstärkt wieder zur Einheit von
Anhörer und Entscheider zurückgekehrt werden soll, ist noch nicht abgeschlossen.
Angaben zum Anteil von Asylentscheidungen, die in Entscheidungszentren
getroffen wurden, können den nachfolgenden Tabellen entnommen werden:
1. Quartal 2017
Entscheidungen
gesamt
davon in einem
Entscheidungszentrum entschieden Anteil an allen Entscheidungen
alle HKL 222.395 67.033 30,1%
davon
Afghanistan 49.553 15.785 31,9%
Syrien 40.368 22.822 56,5%
Irak 30.932 9.932 32,1%
Iran 12.024 4.355 36,2%
Pakistan 9.367 2.929 31,3%
Eritrea 7.735 581 7,5%
Somalia 6.456 1.794 27,8%
Nigeria 5.673 505 8,9%
Russische Föd. 5.248 23 0,4%
Ungeklärt 3.791 726 19,2%
4. Quartal 2016
Entscheidungen
gesamt
davon in einem
Entscheidungszentrum entschieden Anteil an allen Entscheidungen
alle HKL 234.554 115.716 49,3%
davon
Syrien 74.269 45.005 60,6%
Afghanistan 42.767 22.683 53,0%
Irak 31.771 15.878 50,0%
Pakistan 7.783 4.796 61,6%
Iran 7.121 3.423 48,1%
Eritrea 6.642 3.587 54,0%
Russische Föderation 6.426 2 0,0%
Albanien 6.214 3.513 56,5%
Ungeklärt 5.194 2.927 56,4%
Somalia 3.373 1.600 47,4%
Mit Stand vom 31. März 2017 waren im BAMF von anderen Behörden
abgeordnete Kräfte sowie weitere befristete Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Umfang
von fünf Vollzeitäquivalenten (VZÄ) als Anhörer tätig. Sie führen ausschließlich
Anhörungen durch. Stammpersonal im Umfang von 2 421,4 VZÄ und weitere
abgeordnete sowie befristete 344,7 VZÄ waren als Entscheider tätig. Sie konnten
sowohl Anhörungen als auch Entscheidungen durchführen. Über die tatsächliche
Aufteilung der Tätigkeiten bei Entscheidern wird keine Statistik geführt.
19. Wie viele Einreise- und Aufenthaltsverbote hat das BAMF im ersten Quartal
2017 bzw. im vorherigen Quartal gegenüber abgelehnten Asylsuchenden
erlassen (bitte nach den zehn wichtigsten Herkunftsländern differenzieren)?
Angaben zu vom BAMF erlassenen Einreise- und Aufenthaltsverboten können
den nachfolgenden Tabellen entnommen werden:
1. Quartal 2017
alle HKL 95.154
davon
Afghanistan 23.155
Irak 9.170
Pakistan 7.810
Iran 4.642
Nigeria 4.098
Russische Föderation 3.731
Albanien 2.608
Armenien 2.330
Serbien 2.056
Somalia 1.780
4. Quartal 2016
alle HKL 79.295
darunter:
Afghanistan 11.068
Albanien 8.806
Irak 7.143
Pakistan 6.321
Russische Föderation 4.395
Serbien 4.165
Kosovo 3.199
Iran 3.171
Mazedonien 2.897
Indien 2.290
20. Wird die angenommene durchschnittliche Dauer einer Asylanhörung von
etwa 100 Minuten (vgl. Bundestagdrucksachen 18/4980, Antwort zu
Frage 19 und 18/11262, Antwort zu Frage 21) zur Grundlage der internen
Vorgaben im BAMF gemacht, wie viele Anhörungen und Entscheidungen
ein/e Entscheider/in täglich machen soll, und wie lauten entsprechende
aktuelle Vorgaben (bitte ausführen, wie entsprechende Vorgaben berechnet
werden)?
Eine Berechnung anhand der angenommenen durchschnittlichen Dauer einer
Anhörung findet nicht statt. Die individuelle Dauer der Anhörung wird nicht durch
zeitliche Vorgaben begrenzt. Im Mittel sollte ein Entscheider/eine Entscheiderin
nach den aktuellen Orientierungswerten drei Anhörungen oder 3,5 Bescheide
(Personen)/Tag erreichen. Die Durchschnittswerte sind als Planungsgröße zu
werten und können durch besondere Fallkonstellationen, Herkunftsländer oder
Sonderverfahren auch unterschritten werden.
21. Wie viele Asylsuchende wurden bislang zu einer Teilnahme an einem
Integrationskurs bzw. einer Flüchtlingsintegrationsmaßnahme verpflichtet (bitte
jeweils nach wichtigsten Herkunftsländern differenzieren und nach Monaten
auflisten), in wie vielen Fällen sind Betroffene dieser Verpflichtung nicht
nachgekommen, in wie vielen dieser Fälle lag dies im Verschulden der
Betroffenen, und in wie vielen Fällen gab es entsprechende Sanktionen,
insbesondere Leistungskürzungen wegen einer vorwerfbaren Nichtteilnahme
bzw. mangelnder Mitwirkung (bitte so differenziert wie möglich angeben)?
Durch die Träger der Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz
(AsylbLG) – TLA – wurden nach § 44a Absatz 1 Satz 1 Nummer 4 des
Aufenthaltsgesetzes (AufenthG) im ersten Quartal 2017 insgesamt 5 878 Personen zu
einer Teilnahme an einem Integrationskurs verpflichtet.
Differenzierte Angaben nach den wichtigsten Staatsangehörigkeiten und
Monaten können den nachfolgenden Tabellen entnommen werden:
Herkunftsland Anzahl in Prozent
Irak 1.730 29,4
Syrien 1.567 26,7
Iran 723 12,3
Eritrea 584 9,9
Somalia 507 8,6
Übrige 767 13,0
Gesamt 5.878
Monat Anzahl
Januar 2017 1.077
Februar 2017 2.264
März 2017 2.537
Gesamt 5.878
Die Bundesregierung hat keine Erkenntnisse dazu, wie viele Asylsuchende nach
§ 5a AsylbLG bisher zur Teilnahme an einer Flüchtlingsintegrationsmaßnahme
(FIM) verpflichtet wurden. In der Asylbewerberleistungsstatistik werden hierzu
keine Daten erfasst. Auch von der Bundesagentur für Arbeit, die das
Arbeitsmarktprogramm „Flüchtlingsintegrationsmaßnahmen“ im Auftrag der
Bundesregierung durchführt, werden derartige teilnehmerbezogene Daten nicht erfasst.
Grund hierfür ist die durch § 5a AsylbLG sowie die Richtlinie zum
Arbeitsmarktprogramm „Flüchtlingsintegrationsmaßnahmen“ vorgegebene
Zuständigkeitsverteilung zwischen der Bundesagentur für Arbeit und den anderen an der
Umsetzung des Programms beteiligten Behörden. Die Zuständigkeit der
Bundesagentur für Arbeit beschränkt sich demnach auf die Bewilligung der Anträge
sowie auf die Abrechnung und Erstattung der Maßnahmekosten sowie der
Mehraufwandsentschädigung für die Teilnehmenden. Die Auswahl und Zuweisung
von Asylsuchenden in einzelne FIM sowie die Entscheidung über das Eintreten
einer Leistungsabsenkung bei Fehlverhalten oder Nichtantritt einer FIM obliegen
gemäß § 5a AsylbLG hingegen den örtlichen nach dem AsylbLG zuständigen
Behörden.
Der Vollzug des AsylbLG liegt in der alleinigen Zuständigkeit der Länder, die
dieses Gesetz als eigene Angelegenheit ausführen.
Aus diesem Grund liegen der Bundesregierung zu beiden Maßnahmen
(Integrationskurs sowie FIM) keine Erkenntnisse dazu vor, in wie vielen Fällen Betroffene
dieser Verpflichtung nicht nachgekommen sind und ob dahingehend
entsprechende Sanktionen erfolgten.
22. In wie vielen Fällen wurde das BAMF bei der Prüfung zielstaatsbezogener
Abschiebungshindernisse nach § 72 Absatz 2 AufenthG im Auftrag der
Ausländerbehörden welcher Bundesländer im ersten Quartal 2017 bzw. im
vorherigen Quartal mit welchem Ergebnis beteiligt (bitte auch nach den zehn
wichtigsten Herkunftsländern differenzieren)?
Angaben zur Beteiligung des BAMF bei der Prüfung zielstaatsbezogener
Abschiebungshindernisse nach § 72 Absatz 2 AufenthG können den folgenden
Tabellen entnommen werden:
Stellungnahmen gem.
§ 72 Abs. 2 AufenthG davon positiv davon negativ
davon sonstige
(Abbruch u. a.)
1. Quartal 2017 277 57 124 96
davon
Baden-Württemberg 32 4 13 15
Bayern 9 3 3 3
Berlin 16 5 4 7
Bremen 11 9 2
Hamburg 35 12 10 13
Hessen 19 6 8 5
Mecklenburg-Vorpommern 2 1 1
Niedersachsen 21 7 5 9
Nordrhein-Westfalen 111 16 63 32
Rheinland-Pfalz 4 1 1 2
Saarland 1 1
Sachsen 7 3 2 2
Sachsen-Anhalt 5 4 1
Schleswig-Holstein 3 1 2
Thüringen 1 1
1. Quartal 2017 Stellungnahmen gem. § 72 Abs. 2 AufenthG davon positiv davon negativ
davon sonstige
(Abbruch u. a.)
alle HKL 277 57 124 96
darunter
Syrien 1 1
Afghanistan 24 7 6 11
Irak 3 1 2
Eritrea
Iran 2 1 1
Somalia 2 1 1
Nigeria 11 4 4 3
Türkei 18 3 2 13
Russische Föd. 5 2 3
Guinea 8 1 2 5
Stellungnahmen gem.
§ 72 Abs. 2 AufenthG davon positiv davon negativ
davon sonstige
(Abbruch u. a.)
4. Quartal 2016 284 52 98 134
davon
Baden-Württemberg 46 4 16 26
Bayern 18 4 6 8
Berlin 26 9 9 8
Brandenburg 1 1
Bremen 10 1 3 6
Hamburg 24 6 14 4
Hessen 39 2 6 31
Mecklenburg-Vorpommern 3 3
Niedersachsen 17 4 7 6
Nordrhein-Westfalen 84 15 33 36
Rheinland-Pfalz 2 1 1
Saarland 5 1 1 3
Sachsen 6 5 1
Sachsen-Anhalt 2 1 1
Thüringen 1 1
4. Quartal 2016 Stellungnahmen gem. § 72 Abs. 2 AufenthG davon positiv davon negativ
davon sonstige
(Abbruch u. a.)
alle HKL 284 52 98 134
darunter
Syrien 6 2 4
Afghanistan 18 7 6 5
Irak 4 3 1
Eritrea 1 1
Iran 3 2 1
Nigeria 10 4 3 3
Somalia 2 2
Albanien 9 2 2 5
Türkei 46 1 6 39
Pakistan - - - -
23. Welche Angaben für das erste Quartal 2017 lassen sich machen zu
überprüften (vor allem: Ausweis-) Dokumenten und zum Anteil ge- oder verfälschter
Dokumente Asylsuchender (bitte zum Vergleich auch die Anzahl der
„beanstandeten“ Dokumente angeben und differenzieren nach den zehn
wichtigsten Hauptherkunftsländern, wie auf Bundestagsdrucksache 18/9415,
Antwort zu Frage 28)?
Eine Übersicht der geprüften Dokumente im ersten Quartal 2017 sowie der
Bewertungen können den folgenden Tabellen zu entnommen werden:
Herkunftsland Geprüfte Dokumente Ohne Beanstandung Ge- oder verfälscht Nicht abschließend
bewertbar
Summe 111.306 106.239 4.332 735
darunter:
Syrien 39.522 37.366 1.937 219
Afghanistan 15.232 14.306 753 173
Irak 19.088 17.871 1.144 73
Eritrea 1.794 1.739 45 10
Iran 10.777 10.628 119 30
Somalia 510 459 41 10
Nigeria 1.414 1.377 28 9
Türkei 3.070 3.022 33 15
Russische Föderation 2.243 2.232 8 3
Guinea 59 55 2 2
24. Wie viele Ausreisepflichtige lebten zum letzten verfügbaren Datum nach
Angaben des Ausländerzentralregisters in Deutschland (bitte nach
Bundesländern und den 15 wichtigsten Herkunftsstaaten auflisten), wie viele von
ihnen hatten eine Duldung (bitte nach Bundesländern und den 15 wichtigsten
Herkunftsstaaten auflisten), wie viele von ihnen waren abgelehnte
Asylsuchende (bitte nach Bundesländern und den 15 wichtigsten Herkunftsstaaten
auflisten), wie viele von ihnen befanden sich nach Angaben des AZR noch
in einem Asylverfahren, hatten einen Schutzstatus erhalten oder waren
Unionsangehörige ohne Entzug des Freizügigkeitsrechts (bitte jeweils nach
Bundesländern und den 15 wichtigsten Herkunftsstaaten auflisten) – und wie
erklärt sich die Bundesregierung die hohe Zahl dieser zuletzt genannten
Personengruppen, die rechtlich betrachtet nur in den allerwenigsten Fällen
tatsächlich ausreisepflichtig sein dürften (bitte so genau wie möglich
ausführen; vgl. hierzu den „Leitfaden zur Verbesserung der Datenqualität im
Ausländerzentralregister“ des Beauftragten für Flüchtlingsmanagement vom 31.
März 2017), und welche Maßnahmen zur diesbezüglichen Bereinigung des
AZR hat die Bundesregierung ergriffen oder geplant?
Die Angaben zu im AZR erfassten Ausreisepflichtigen zum Stichtag des 31. März
2017 können den folgenden Tabellen entnommen werden:
Bundesland Ausreisepflichtige mit Duldung abgelehnte Asylbewerber
Nordrhein-Westfalen 67.488 48.576 32.722
Baden-Württemberg 25.768 20.932 11.357
Niedersachsen 20.167 15.644 10.336
Bayern 18.139 10.725 7.701
Berlin 15.994 9.730 6.984
Sachsen 10.989 7.523 6.095
Hessen 10.294 6.495 3.947
Rheinland-Pfalz 9.283 6.848 4.126
Sachsen-Anhalt 7.606 5.472 4.874
Brandenburg 6.647 5.177 2.309
Schleswig-Holstein 6.608 5.362 2.637
Hamburg 6.291 4.881 2.383
Thüringen 3.580 2.912 1.924
Bremen 3.551 2.981 1.550
Mecklenburg-Vorpommern 3.178 2. 484 1.449
Saarland 1.246 1.014 584
Alle Bundesländer 216.829 156.756 100.978
Herkunftsstaaten Ausreisepflichtige
Alle Staatsangehörigkeiten 216.829
darunter:
Serbien 18.859
Albanien 15.715
Kosovo 14.772
Afghanistan 12.996
Russische Föderation 10.910
Mazedonien 10.115
Irak 7.842
Indien 7.017
Pakistan 7.006
Türkei 6.519
Bosnien-Herzegowina 5.474
Syrien 5.170
Libanon 4.625
Marokko 4.245
Algerien 4.168
Herkunftsstaaten mit Duldung
Alle Staatsangehörigkeiten 156.756
darunter:
Serbien 14.936
Kosovo 12.229
Albanien 10.936
Afghanistan 10.239
Russische Föderation 8.660
Mazedonien 7.962
Irak 5.694
Indien 5.491
Pakistan 5.004
Türkei 4.335
Syrien 4.285
Libanon 3.901
Bosnien-und Herzegowina 3.757
Algerien 3.045
Marokko 2.791
Herkunftsstaaten abgelehnte Asylbewerber
Alle Staatsangehörigkeiten 100.978
darunter:
Serbien 11.756
Kosovo 8.784
Albanien 8.649
Mazedonien 6.284
Indien 5.196
Afghanistan 4.603
Pakistan 3.796
Russische Föderation 3.684
Irak 2.936
Bosnien-Herzegowina 2.736
Libanon 2.657
Türkei 2.317
Algerien 2.141
Marokko 1.767
Aserbaidschan 1.558
Bundesland Asylverfahren anhängig Schutzstatus EU-Staatsangehörige Summe
Nordrhein-Westfalen 13.062 273 3.264 16.599
Bayern 4.534 181 1.305 6.020
Baden-Württemberg 4.496 269 1.069 5.834
Niedersachsen 4.550 114 538 5.202
Berlin 2.353 106 483 2.942
Hessen 1.717 100 984 2.801
Brandenburg 2.505 37 100 2.642
Rheinland-Pfalz 1.906 198 420 2.524
Sachsen 2.277 51 107 2.435
Schleswig-Holstein 2.165 59 175 2.399
Hamburg 1.081 33 309 1.423
Sachsen-Anhalt 1.259 33 89 1.381
Thüringen 1.080 9 61 1.150
Mecklenburg-
Vorpommern
993 46 49 1.088
Bremen 444 17 110 571
Saarland 151 38 54 243
Summe 44.573 1.564 9.117 55.254
Herkunftsstaaten Asylverfahren anhängig
Alle Staatsangehörigkeiten 44.573
darunter:
Albanien 4.557
Russische Föderation 4.281
Afghanistan 3.935
Kosovo 3.215
Serbien 3.102
Mazedonien 2.228
Irak 2.068
Syrien 1.973
Pakistan 1.674
Armenien 1.022
Somalia 987
Nigeria 903
Iran 874
Eritrea 816
Bosnien-Herzegowina 784
Herkunftsstaaten Schutzstatus
Alle Staatsangehörigkeiten 1.564
darunter:
Syrien 536
Irak 292
Afghanistan 242
Iran 99
Eritrea 68
Türkei 59
Somalia 34
Russische Föderation 24
Kosovo 13
Albanien 11
Sonstige asiatische Staatsangehörigkeiten 11
Libanon 10
Äthiopien 9
Armenien 8
Pakistan 8
Herkunftsstaaten EU-Staatsangehörige
Alle Staatsangehörigkeiten 9.117
darunter:
Rumänien 2.531
Kroatien 1.736
Bulgarien 1.239
Polen 1.005
Italien 570
Spanien 274
Griechenland 261
Ungarn 233
Niederlande 210
Litauen 165
Portugal 135
Frankreich 126
Slowakische Republik 92
Österreich 84
Tschechische Republik 82
Bei der Anzahl von ca. 44 600 Personen, die im AZR einerseits als
ausreisepflichtig und anderseits als noch in einem laufenden Asylverfahren befindlich
ausgewiesen worden sind, liegt die Ursache größtenteils in einer verzögerten Eingabe
im AZR. Denn zum weit überwiegenden Teil ist bei diesem als ausreisepflichtig
gekennzeichneten Personenkreis das Asylverfahren nach derzeitigen
Erkenntnissen bereits abgeschlossen. Jedoch war diese Tatsache zum Auswertungsstichtag
noch nicht an das AZR durch das dafür zuständige BAMF übermittelt worden,
während bei über 80 Prozent dieser Ausreisepflichtigen mit vermeintlich offenem
Asylverfahren die Tatsache der Erteilung einer Duldung von den insoweit
zuständigen Ausländerbehörden bereits an das AZR übermittelt worden ist. Insofern
wird derzeit bei dem weit überwiegenden Teil dieses Personenkreises davon
ausgegangen, dass die gespeicherte Ausreisepflicht zutreffend ist.
Bei den ca. 1 600 ausgewiesenen Ausreisepflichtigen mit Schutzstatus handelt es
sich nach bisherigen Erkenntnissen meist um Personen, denen zu einem früheren
Zeitpunkt ein Schutzstatus erteilt wurde, zu einem späteren Zeitpunkt die
Verlängerung des entsprechenden Aufenthaltstitels von den Ausländerbehörden versagt
und eine Duldung erteilt wurde. Hier erscheint es nicht unplausibel, dass
entsprechende Widerrufsentscheidungen des BAMF im AZR noch nicht erfasst wurden.
Dies kann aber nur durch Einzelfallprüfungen geklärt werden. Insofern ist auch
hier von vornherein nicht davon auszugehen, dass die Ausreisepflicht im
Regelfall etwa fälschlich im AZR erfasst wäre.
Die Anzahl der ausreisepflichtigen Personen ohne Duldung beträgt ca. 62 000.
Bei ca. 10 000 Personen davon handelt es sich um EU-Bürger. Von diesen sind
ca. 2 000 aufgrund eines Verlustes des Freizügigkeitsrechtes ausreisepflichtig.
Bei den verbleibenden Personen wird derzeit überprüft, ob die Ausreisepflicht
möglicherweise auf einem veralteten Sachverhalt beruht, der in der
Berechnungslogik der Ausreisepflichtigen u. U. noch zu einer Erfassung führt, oder durch
einen korrekt eingetragenen Sachverhalt entstanden ist. Hier ist es folglich nicht
ausgeschlossen, dass ein Teil im rechtlichen Sinn ggf. nicht ausreisepflichtig ist.
Als erste Maßnahme im Anschluss an die Vorlage des „Leitfadens zur
Verbesserung der Datenqualität im AZR“ haben die Bundesländer dem BAMF als
Registerführer des AZR Ansprechpartner als Koordinatoren für
Datenbereinigungsaktionen benannt. In enger Zusammenarbeit mit diesen werden nach einem
Auftaktworkshop weitere Workshops zur Vorstellung des Leitfadens mit den
Ausländerbehörden durchgeführt. Veranstaltungen in Bayern und Sachsen sind bereits
erfolgt. 17 weitere Veranstaltungen – beginnend ab dem 18. Mai 2017 – sind
geplant. Den Bundesländern und Ausländerbehörden werden Listen zur
Überprüfung zur Verfügung gestellt.
Zudem startete das BAMF im Mai 2017 intern eine Initiative zur
Datenbereinigung nicht konsistenter Datensätze bei den Ausreisepflichtigen mit laufendem
Asylverfahren. Damit ist der Grundstein für eine BAMF-eigene Task Force zur
Nacherfassung fehlender Abschlussmitteilungen (rund 50 000) im AZR gelegt.
Derzeit können die Auswirkungen der vorgesehenen Bereinigungen/
Nacherfassungen auf die Anzahl der Ausreisepflichtigen noch nicht abschließend
abgeschätzt werden.
Im Übrigen wird auf die Antwort der Bundesregierung auf die Schriftliche
Frage 15 der Abgeordneten Ulla Jelpke, Bundestagsdrucksache 18/12021 auf
Seite 9 ff. hingewiesen.
25. Was hat die Evaluierung der Rückmeldungen der Ausländerbehörden zur
Initiative des BAMF vom 15. Februar 2017 zur genaueren Erfassung der
„sonstigen“ Duldungsgründe erbracht (vgl. Plenarprotokoll 18/227, S. 22832,
Anlage 11; bitte im Detail darlegen), und wie bewertet die Bundesregierung
diese Rückmeldungen und gegebenenfalls geänderten Duldungsgründe
(bitte entsprechend geänderte Daten im AZR angeben)?
Die Datenbereinigungsaktion fand bundesweit vom 15. Februar 2017 bis 15. März
2017 statt. Es wurden 584 Ausländerbehörden angeschrieben. Bis zum 15. März
2017 hatten 195 Ausländerbehörden schriftlich zurückgemeldet. Dies entspricht
einem Anteil von 33,4 Prozent. Der Anteil der Duldung aus „sonstigen Gründen“
hat sich durch die Bereinigungsaktion von 58,2 Prozent (Stand: 31. Januar 2017)
auf 51,9 Prozent (Stand: 31. März 2017) verringert.
Von 42 der angeschriebenen Ausländerbehörden wurde die Einführung neuer
Duldungsgründe gewünscht. Die am häufigsten genannten Duldungsgründe
waren dabei:
1. Entscheidung, ob Folgeverfahren durchgeführt wird
2. familiäre Bindung zu Deutschen oder Ausländern mit Aufenthaltstitel
3. unbegleitete minderjährige Flüchtlinge (kein Asyl)
4. Härtefälle
5. Familienmitglieder im laufenden Asylverfahren.
Der nachstehenden Auflistung können die im AZR erfassten Duldungsgründe im
Vergleich zu den Stichtagen des 31. Januar 2017 und 31. März 2017 entnommen
werden:
Duldungsgrund
Stichtag zum
31.01.2017 31.03.2017
Duldung nach § 60a Abs. 1 AufenthG 6.906 6.066
Duldung nach § 60a Abs. 2 Satz 1 AufenthG 1.582 1.417
Duldung nach § 60a Abs. 2 Satz 1 AufenthG (fam. Bindungen zu Duldungsinh.
fehlende Reisedokumente oder medizinische Gründe) 4.265 6.703
Duldung nach § 60a Abs. 2 Satz 1 AufenthG aus medizinischen Gründen 3.089 3.988
Duldung nach § 60a Abs. 2 Satz 1 AufenthG aus sonstigen Gründen 90.227 81.410
Duldung nach § 60a Abs. 2 Satz 1 AufenthG wegen fehlender Reisedokumente 40.105 47.434
Duldung nach § 60a Abs. 2 Satz 2 AufenthG 470 483
Duldung nach § 60a Abs. 2 Satz 3 AufenthG 3.926 5.392
Duldung nach § 60a Abs. 2b AufenthG 320 352
Duldung nach § 60a AufenthG (alt) 4.122 3.511
Duldungen gesamt 155.012 156.756
Das BMI wird gemeinsam mit den Ländern eine Überprüfung der vorhandenen
Speichersachverhalte zu den Duldungsgründen unter Berücksichtigung des
ausländerbehördlichen Bedarfs vornehmen und ggf. deren Anpassung vorschlagen.
26. Wie viele der in den Jahren 2014, 2015 bzw. 2016 (bitte differenzieren und
gesonderte Tabellen erstellen) rechts- oder bestandskräftig abgelehnten
Asylbewerber waren nach Angaben des AZR zuletzt noch in Deutschland
aufhältig (bitte jeweils differenzieren nach den wichtigsten zehn
Herkunftsländern, Bundesländern und dem jetzigen Aufenthaltsstatus)?
Die Angaben können den folgenden Tabellen zu entnommen werden:
Gesamt 2014 21.006
davon nach Aufenthaltsstatus:
befristet 8.606
unbefristet 79
Gestattung 612
Duldung 9.197
kein Aufenthaltsrecht oder Antrag auf Aufenthaltstitel gestellt 2.512
nach Bundesland 2014
Gesamt 21.006
davon
Baden-Württemberg 1.728
Bayern 1.823
Berlin 1.714
Brandenburg 400
Bremen 303
Hamburg 776
Hessen 983
Mecklenburg-Vorpommern 362
Niedersachsen 2.200
Nordrhein-Westfalen 7.242
Rheinland-Pfalz 796
Saarland 188
Sachsen 740
Sachsen-Anhalt 602
Schleswig-Holstein 631
Thüringen 518
nach Staatsangehörigkeit 2014
Gesamt 21.006
darunter:
Serbien 3.720
Afghanistan 2.484
Mazedonien 1.944
Syrien 1.269
Bosnien-Herzegowina 1.032
Russische Föderation 907
Irak 817
Kosovo 812
Albanien 491
Türkei 479
Pakistan 479
Aserbaidschan 415
Iran 410
Armenien 405
Ungeklärt 385
Gesamt 2015 24.833
davon nach Aufenthaltsstatus:
befristet 6.240
unbefristet 18
Gestattung 1.076
Duldung 12.609
kein Aufenthaltsrecht oder Antrag auf Aufenthaltstitel gestellt 4.890
nach Bundesland 2015
Gesamt 24.833
davon
Baden-Württemberg 2.319
Bayern 1.511
Berlin 1.938
Brandenburg 802
Bremen 331
Hamburg 643
Hessen 1.118
Mecklenburg-Vorpommern 402
Niedersachsen 2.669
Nordrhein-Westfalen 8.218
Rheinland-Pfalz 1.185
Saarland 156
Sachsen 1.296
Sachsen-Anhalt 865
Schleswig-Holstein 784
Thüringen 596
nach Staatsangehörigkeit 2015
Gesamt 24.833
darunter:
Serbien 4.696
Kosovo 3.251
Albanien 2.902
Mazedonien 1.940
Afghanistan 1.612
Bosnien-Herzegowina 1.296
Russische Föderation 914
Syrien 838
Pakistan 607
Türkei 405
Somalia 366
Georgien 363
Montenegro 358
Ungeklärt 338
Iran 303
Gesamt 56.762
davon nach Aufenthaltsstatus:
befristet 9.937
unbefristet 10
Gestattung 6.058
Duldung 26.414
kein Aufenthaltsrecht oder Antrag auf Aufenthaltstitel gestellt 14.343
nach Bundesland 2016
Gesamt 56.762
davon
Baden-Württemberg 5.757
Bayern 5.600
Berlin 3.318
Brandenburg 1.524
Bremen 954
Hamburg 1.547
Hessen 2.464
Mecklenburg-Vorpommern 759
Niedersachsen 5.904
Nordrhein-Westfalen 14.778
Rheinland-Pfalz 2.659
Saarland 317
Sachsen 3.852
Sachsen-Anhalt 3.384
Schleswig-Holstein 1.831
Thüringen 2.114
nach Staatsangehörigkeit 2016
Gesamt 56.762
darunter:
Afghanistan 10.679
Albanien 7.541
Kosovo 4.965
Serbien 4.942
Mazedonien 2.977
Indien 2.098
Pakistan 2.093
Irak 1.735
Russische Föderation 1.541
Syrien 1.520
Algerien 1.378
Marokko 1.348
Bosnien-Herzegowina 1.248
Somalia 1.101
Montenegro 867
27. Wie viel Geld erhielten welche privaten Beraterfirmen für welche konkreten
Dienstleistungen/Studien/Ausarbeitungen usw. im Bereich Asyl/
Aufenthaltsrecht seit dem Jahr 2015 (bitte im Einzelnen auflisten)?
Seit Oktober 2015 wird das BAMF von externen Beratern in den Prozessen und
der Gesamtoptimierung unterstützt. Bis Oktober 2015 wurden keine Ausgaben
für externe Beratungsleistungen getätigt.
Die nachfolgende Gesamtübersicht berücksichtigt sämtliche Leistungen, die nach
Einschätzung des BAMF unter die Definition des Begriffes „externe
Beratungsleistungen“ auf Basis des Beschlusses des Haushaltsausschusses des Deutschen
Bundestages vom 28. Juni 2006 fallen und seit 2015 bis zum ersten Quartal 2017
im Bereich Asyl/Aufenthaltsrecht erbracht worden sind. Einzelne Aufträge
wurden zusammengefasst dargestellt:
Beraterfirma Haushaltsjahr Thema Ausgaben
McKinsey
2015
Unterstützung Arbeitsstab
Integriertes
Flüchtlingsmanagement
Das BAMF startete die Zusammenarbeit
mit McKinsey im Rahmen seiner
Kooperation mit der Bundesagentur für Arbeit.
Die McKinsey-Ausgaben i. H. v. 1,5 Mio.
€ sind der BA erstattet worden.
2016 Analyse, Prozessdarstellung, Prozessoptimierung
14,8 Mio. €
2017 Analyse, Prozessdarstellung, Prozessoptimierung
3,9 Mio. €
Roland Berger
GmbH
2016
Optimierung der IT-
Schnittstellen mit Externen,
Dokumentenlogistik
4,5 Mio. €
2017 Optimierung der IT- Schnittstellen mit Externen 2,0 Mio. €
28. Stimmt die Bundesregierung der Einschätzung zu, dass die Prognose der
Beraterfirma McKinsey, wonach bis Ende 2017 mit etwa 485 000
Ausreisepflichtigen in Deutschland gerechnet werden müsse (vgl. Nachbeantwortung
des Bundesministeriums des Innern vom 20. Dezember 2016 auf die
Schriftliche Frage 24 der Abgeordneten Ulla Jelpke auf Bundestagsdrucksache
18/10695), als deutlich zu hoch angesehen werden muss, unter anderem weil
z. B. die Zahl der Ausreisepflichtigen von Oktober 2016 bis Ende 2016 in
etwa gleich geblieben ist und weniger als die Hälfte aller Ausreisepflichtigen
abgelehnte Asylsuchende sind (vgl. Bundestagsdrucksache 18/11814,
Antwort auf die Schriftliche Frage 7, S. 5 f.) und weil auch die Zahl der im AZR
gespeicherten Ausreisepflichtigen aufgrund von Fehleingaben mutmaßlich
zu hoch ist (vgl. den „Leitfaden zur Verbesserung der Datenqualität im
Ausländerzentralregister“ des Beauftragten für Flüchtlingsmanagement vom
31. März 2017; bitte begründen)?
Die in Bezug genommene Prognose ist Teil der Projektion verschiedener
Szenarien. Sie beruht auf der Hypothese, dass bis Ende 2017 keine wesentlichen
Veränderungen im Bereich der freiwilligen Rückkehr und der Rückführung
unternommen werden und die Schutzquoten, bezogen auf Herkunftsländer, gleich
bleiben.
Es handelt sich also um ein theoretisches Szenario, das Ausgangspunkt weiterer
Überlegungen ist. In der in Bezug genommenen Untersuchung hat die
Beraterfirma nämlich zugleich untersucht, welche Maßnahmen eine wie große Zahl
Ausreisepflichtiger adressieren würde. Die Untersuchung stellt daher keinen Versuch
dar, die Zukunft vorauszusehen, sondern die Wirkung möglicher Maßnahmen und
auch deren Kosten zu untersuchen.
Wie auch in der Nachbeantwortung vom 20. Dezember 2016 ausgeführt, die in
der Frage in Bezug genommen wird, erfolgt die Berechnung anhand folgender
Parameter:
Ausgangspunkt der Berechnung von McKinsey ist der Umstand, dass sich Ende
Juli 2016 in Deutschland laut AZR rund 215 000 Ausreisepflichtige aufhielten.
Hinzugerechnet wurden 465 000 zusätzliche Ausreisepflichtige, die negative
Asylbescheide erhalten, oder deren Verfahren sonstwie erledigt werden. Bei der
Errechnung dieser Zahl von 465 000 wurden folgende Annahmen zu Grunde
gelegt:
Es würden ca. 700 000 Asylentscheidungen im Jahr 2016 und ca. 600 000
Asylentscheidungen im Jahr 2017 ergehen.
Die Zahl neu ausgewiesener Personen sowie neu festgestellter Personen, die
sich unerlaubt in Deutschland aufhalten, ohne ein Asylverfahren zu
durchlaufen, wird nicht berücksichtigt.
Ebenfalls hinzugerechnet wurden 175 000 Personen, deren Ausreisepflicht
nach negativ beschiedenen Klagen gegen Asylentscheidungen wieder eintritt.
Diese Zahl berücksichtigt negativ beschiedene Klagen von Personen mit
erfolgreichen Eilanträgen und negativ beschiedene Klagen von Personen, deren
Asylanträge als einfach, also nicht offensichtlich unbegründet abgelehnt
worden sind.
Abgezogen wurde die prognostizierte Zahl von 250 000 neu erhobenen
Klagen, positiv beschiedenen Klagen und nachträglichen Eintritten in das
Asylverfahren, einschließlich erfolgreicher Eilanträge, Fällen der Aussetzung der
Ausreisepflicht infolge Klagen gegen Ablehnungen von Asylanträgen als
einfach unbegründet und von Personen, die sich zunächst unerlaubt in
Deutschland aufhielten, ohne ein Asylverfahren zu durchlaufen, dann aber einen
Asylantrag gestellt haben, was zur Aussetzung der Ausreisepflicht führt.
Abgezogen wurde zudem eine prognostizierte Zahl von 120 000 freiwilligen
Ausreisen und Rückführungen – entsprechend den durchschnittlichen Werten
von Januar bis Ende Juli 2016, also ohne dass zusätzliche Maßnahmen diese
Zahl erhöhen würden. Für freiwillige Ausreisen wurden dabei nur vorhandene
Werte aus dem REAG/GARP-Programm berücksichtigt, worin Ausreisen von
Nicht-Asylbewerbern sowie von Asylbewerbern, deren Anträge noch nicht
beschieden worden sind, zu einem geringen Teil enthalten sein können.
Der Berechnung der Zahlen wurde anhand der bekannten Schutzquoten eine
gewichtete Gesamtschutzquote von 53 Prozent mit Bezug auf die noch
anhängigen Verfahren zu Grunde gelegt, d. h. es wurde angenommen, dass bei den
noch anhängigen Verfahren 53 Prozent einen Schutzstatus erhalten werden.
Bezogen auf die in der Fragestellung vermutete zu hohe im AZR gespeicherte
Anzahl der Ausreisepflichtigen wird auf die Antwort zu Frage 24 hingewiesen.
29. Welche Mitteilungen hat das Bundesministerium des Innern oder eine von
ihm bestimmte Stelle zuletzt an die Länder nach § 44 Absatz 2 der
Asylgesetzes übermittelt, und falls dies nicht geschehen ist, warum nicht (bitte
ausführen)?
Das BAMF hat zuletzt im Auftrag des Bundesministerium des Innern am
20. August 2015 ein Prognoseschreiben nach § 44 Absatz 2 AsylG über die
voraussichtliche Entwicklung der Zugänge von Asylbegehrenden und den
voraussichtlichen Bedarf an Unterbringungsplätzen an die Länder übermittelt.
Aufgrund der schwierigen Vorhersehbarkeit des Migrationsgeschehens hat das
Bundesministerium des Innern seitdem auf entsprechende
Prognoseentscheidungen verzichtet.
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ISSN 0722-8333]