a) Frankreich
Die Zuständigkeit für die Auswärtige Kulturpolitik liegt in Frankreich bei der Kulturabteilung des Außenministeriums. Das Budget der Generaldirektion für kulturelle Angelegenheiten betrug 1998 1,5 Mrd. DM. Dies entsprach einem Anteil von 35 Prozent am Gesamthaushalt des Außenministeriums. Aus diesem Budget wurden finanziert französische Auslandsschulen mit 450 Mio. DM (Teilfinanzierung das Netz der Kulturinstitute und der Alliance Française mit 296 Mio. DM kulturelle und sprachliche Vorhaben mit 127 Mio. DM wissenschaftliche und technische Kooperationsvorhaben mit 360 Mio. DM Vorhaben im audiovisuellen Bereich mit 282 Mio. DM. Nach einer Umstrukturierung zum 1. Januar 1999 hat die Kulturabteilung auch Zuständigkeiten aus dem Bereich der entwicklungspolitischen Zusammenarbeit übernommen. Das Budget der umstrukturierten Abteilung beträgt für das laufende und voraussichtlich auch für das kommende Jahr 2,99 Mrd. DM. Die Mittelausstattung macht deutlich, dass die Auswärtige Kulturpolitik in Frankreich zu den tragenden Fundamenten der Außenpolitik gehört. Im Haushalt des Kulturministeriums sind für die Förderung der französischen Kultur im Ausland 1,23 Mio. DM ausgewiesen. Die Mittel werden vor allem für die Versorgung mit französischen Filmen und Büchern eingesetzt. Zu den Prioritäten der französischen Auswärtigen Kulturpolitik gehört die Förderung der französischen Sprache und Kultur. Nachdem mit dem fremdsprachlichen Unterricht in Frankreich in der Grundschule begonnen wird, liegt Englisch auch in Frankreich unbestritten auf Platz Eins. Die Zahl der Deutsch Lernenden ist seit einigen Jahren im Rückgang begriffen, da viele Schüler als zweite Fremdsprache eine romanische als „leichtere“ Sprache wählen. In absoluten Zahlen haben im Schuljahr 1997/98 aber immer noch etwa 1,5 Millionen Schüler in Frankreich Deutsch als erste oder zweite Fremdsprache gewählt. Um den rückläufigen Trend des Deutschen in Frankreich und des Französischen in Deutschland zu bremsen, haben beide Seiten beim Kultur gipfel in Weimar 1997 eine Reihe von Maßnahmen zur Förderung der Partnersprache beschlossen. So ist in deutsch-französischer Kooperation eine Sprachbroschüre, die für das Erlernen der Partnersprache wirbt, erstellt worden, die inzwischen in je einer Million Exemplaren in beiden Ländern verteilt wurde. Weitere Maßnahmen zur Förderung der Partnersprache sind Schulpartnerschaften, Schüler- und Jugendaustausch, Lehrer- und Fremdsprachenassistentenaustausch sowie Prämienprogramme. An den Goethe-Instituten in Frankreich haben 1997 7500 Personen an Deutschkursen teilgenommen.
b) Großbritannien
Die Zielrichtung der britischen Auswärtigen Kulturpolitik ist, sich der Welt als modernes, optimistisches Land darzustellen, das, auf Tradition aufbauend, selbstsicher in die Zukunft blickt. Damit soll sie auch der Förderung britischer Wirtschaftsinteressen dienen. Die britische Auswärtige Kulturpolitik ist integraler Bestandteil der Pflege britischer Interessen in den Gebieten Außenwirtschaft, Außenpolitik sowie der allgemeinen Imagepflege. Träger der Auswärtigen Kulturpolitik ist hauptsächlich der British Council, der – zusammen mit den angegliederten Einrichtungen Central Exchange Center – vergleichbare Funktionen wie die deutschen Mittler Goethe-Institut, Deutscher Akademischer Austauschdienst, Pädagogischer Austauschdienst, Internationaler Jugendaustausch- und Besucherdienst der Bundesrepublik Deutschland wahrnimmt. Der British Council unterhält 230 Kulturinstitute in 109 Ländern, die sich den Aufgabenbereichen Programmarbeit, Spracharbeit, Informationsvermittlung und Studienberatung widmen. Im Jahr 1997/98 betrugen die Gesamtkosten des British Council 1,24 Mrd. DM einschließlich 23,6 Mio. DM an Abschreibungen. Die staatliche Förderung betrug für den Zeitraum 401,2 Mio. DM, eine Kürzung von 6% gegenüber dem Vorjahr. Der Großteil kommt aus dem Haushalt des Außenministeriums (267,4 Mio. DM) und des Department for International Development (82,8 Mio. DM). Das Department for Education and Employment trägt mit 11,95 Mio. DM zu den Aufwendungen bei. Der British Council hat Einnahmen in Höhe von 378 Mio. DM aus Kontrakttätigkeiten für die Regierung und andere Institutionen. Die Einnahmen von Englisch-Studenten und anderen Kunden betrugen insgesamt 392 Mio. DM. Der British Council unterhält weltweit 127 „teaching centres“ mit insgesamt 1500 Lehrkräften, die im letzten Jahr 1,1 Mio. Unterrichtsstunden produzierten. Ausgaben von 221 Mio. DM standen 1997/98 Einnahmen in Höhe von 191,8 Mio. DM gegenüber. Außerdem führt der British Council ca. 500 000 berufsbezogene und akademische Prüfungen durch, die Einnahmen von ca. 86,2 Mio. DM erbrachten. Daneben vermittelt er Englischlehrer an Institutionen im Ausland, überwacht die Qualität von Englischschulen im Inland, vergibt Studienstipendien an Ausländer, fördert wissenschaftliche Besuche und Forschungsprojekte mit ausländischen Institutionen. Aufgrund sinkender Mittel hat der British Council zwei neue Konzepte entwickelt: erstens die stärkere Einbeziehung von Ortskräften auch als Lehrer der Außenstellen und zweitens die verstärkte Nutzung der neuen Informationsmedien, insbesondere des Internets, um die Kosten für Auskunftserteilung zu senken. Für neue IT-Medien wurden im letzten Jahr 18,6 Mio. DM aufgewandt.
c) Spanien
Die Ausgaben der spanischen Regierung für die Pflege kultureller Beziehungen sind in den letzten Jahren ebenso wie für die Bereiche Kultur und Erziehungswesen insgesamt gestiegen. Diese Ausgaben sind auf verschiedene Haushalte verteilt und im Wesentlichen in den drei Haushaltstiteln kult. Zusammenarbeit, Förderung und Verbreitung der Kultur im Ausland (ca. 110 Mio. DM) Auslandsschulwesen (ca. 188 Mio. DM) Stipendien und Unterstützung für Studenten (ca. 6,45 Mio. DM) enthalten sowie dem Cervantes Institut zugewiesen. Auch für das Haushaltsjahr 2000 ist mit einem weiteren Anstieg dieser Etatposten zu rechnen. Für die Bemühungen der spanischen Regierung um die Förderung der spanischen Sprache ist das Selbstverständnis des Landes maßgeblich, dessen Staatssprache weltweit von fast 400 Millionen Menschen als Muttersprache angewandt wird. Es ist eine der wesentlichen Aufgaben des Cervantes-Instituts, das derzeit über 34 Zweigstellen im Ausland verfügt (davon zwei in Deutschland, in München und Bremen), die Verbreitung der spanischen Sprache zu fördern. Für das Jahr 2000 ist die Eröffnung vier weiterer Institute, u. a. in Berlin, geplant.