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Kleine AnfrageWahlperiode 19Beantwortet

Eschentriebsterben

Aktionsplan bzw. Strategie gegen das Eschentriebsterben, Bekämpfungsmaßnahmen der Forstwirtschaft, künftiges Vorgehen in den Auwäldern gem. Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie, Vorgehensweise betr. Förderung von Eschenpflanzungen, erfolgreiche aktive Bekämpfungsmaßnahmen, Sicherung des Erhaltungszustands naturschutzfachlich relevanter Standorte, potentielle Ersatzbaumarten für die Ökosysteme Hartholzaue und Hangschuttwald, Kontrolle der Eschen im Zuge der Verkehrssicherung an Straßen<br /> (insgesamt 8 Einzelfragen)

Fraktion

FDP

Ressort

Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft

Datum

03.07.2018

Aktualisiert

26.07.2022

Deutscher BundestagDrucksache 19/278315.06.2018

Eschentriebsterben

der Abgeordneten Nicole Bauer, Dr. Gero Clemens Hocker, Frank Sitta, Grigorios Aggelidis, Christine Aschenberg-Dugnus, Jens Beeck, Nicola Beer, Dr. Jens Brandenburg (Rhein-Neckar), Karlheinz Busen, Britta Katharina Dassler, Dr. Marcus Faber, Otto Fricke, Thomas Hacker, Katrin Helling-Plahr, Markus Herbrand, Katja Hessel, Dr. Christoph Hoffmann, Reinhard Houben, Ulla Ihnen, Olaf in der Beek, Gyde Jensen, Thomas L. Kemmerich, Pascal Kober, Dr. Lukas Köhler, Konstantin Kuhle, Ulrich Lechte, Michael Georg Link, Oliver Luksic, Hagen Reinhold, Christian Sauter, Frank Schäffler, Matthias Seestern-Pauly, Judith Skudelny, Bettina Stark-Watzinger, Benjamin Strasser, Katja Suding, Michael Theurer, Stephan Thomae, Dr. Florian Toncar, Nicole Westig und der Fraktion der FDP

Vorbemerkung

Seit 2008 können wir in Deutschland das Eschentriebsterben an Fraxinus excelsior in unseren Wäldern beobachten. Die Pilzkrankheit verbreitete sich in Europa vom Baltikum aus und wurde auch nach Deutschland eingeschleppt. Durch mangelnde Hygiene im Wald sowie durch die Gewässernähe vieler Eschen konnte sich die Krankheit rasch verbreiten.

Besonders davon betroffen sind die sehr sensiblen Auwälder, feuchte Hangschuttoder Schluchtstandorte und Basaltkuppen, wo die Gewöhnliche Esche bestandsbildend auftritt. Im Verlauf weniger Jahre sterben ganze Wälder ab, die Hoffnung auf resistente Individuen schwindet langsam aber sicher.

Wir fragen die Bundesregierung:

Fragen8

1

Hat die Bundesregierung einen nationalen Aktionsplan bzw. eine Strategie gegen das Eschentriebsterben?

Wenn nein, warum nicht?

2

Besitzt die Bundesregierung darüber Kenntnisse, ob eine Verbreitung des Pilzes von der Forstwirtschaft aktiv unterbunden wird?

3

Kann die Bundesregierung darüber Auskunft erteilen, wie die Forstwirtschaft künftig in den Auwäldern gemäß der Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie wirtschaften soll, wenn der „Brotbaum“ der Auwälder im Verschwinden begriffen ist und größere Anteile des Bergahorns unerwünscht sind?

4

Weiß die Bundesregierung, wie mit Waldbesitzern verfahren wird, die aufgrund der Empfehlungen und Förderungen der Forstverwaltungen Eschen gepflanzt haben, jetzt aber aufgrund des Eschensterbens die Bindefristen der Förderungen nicht mehr einhalten können?

5

Weiß die Bundesregierung, ob geschützte Standorte mit einer Eschenbestockung vor dem Pilz geschützt werden?

6

Weiß die Bundesregierung, ob der günstige Erhaltungszustand naturschutzfachlich relevanter Standorte trotz des Eschentriebsterbens bestehen bleibt und ob aktiv Maßnahmen zur Erhaltung getroffen werden?

7

Sind der Bundesregierung gebietsfremde Baumarten bekannt, welche die stabilisierende Funktion der Esche in den Ökosystemen Hartholzaue und Hangschuttwald übernehmen könnten?

8

Weiß die Bundesregierung, ob im Zuge der Verkehrssicherung an Straßen bei der Esche als beliebtem Allee-, Park- und Straßenbaum regelmäßige Kontrollen durchgeführt werden?

Wird bei den Kontrollen auch der Stammfuß nach Nekrosen und der damit einhergehenden Stock- und Wurzelfäule untersucht?

Berlin, den 12. Juni 2018

Christian Lindner und Fraktion

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