[Deutscher Bundestag Drucksache 17/7394
17. Wahlperiode 20. 10. 2011 Antwort
der Bundesregierung
auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Uwe Beckmeyer, Sören Bartol,
Martin Burkert, weiterer Abgeordneter und der Fraktion der SPD
– Drucksache 17/7256 –
Halbzeitbilanz der Bundesregierung im Bereich Verkehr, Bau und
Stadtentwicklung – Versprechen in den Wahlkreisen und ihre Umsetzung
Vo r b e m e r k u n g d e r F r a g e s t e l l e r
Der Bundesminister für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung, Dr. Peter
Ramsauer, und seine drei Parlamentarischen Staatssekretäre Dr. Andreas
Scheuer (CSU), Enak Ferlemann (CDU) und Jan Mücke (FDP) vertreten seit
Herbst 2009 das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung
(BMVBS).
Trotz der starken Unterfinanzierung der Verkehrsinfrastruktur versprechen der
Bundesminister und die Parlamentarischen Staatssekretäre in allen
Bundestagswahlkreisen in Deutschland die zeitnahe Umsetzung aller
Verkehrsprojekte.
In öffentlichen Ankündigungen der Vertreter des BMVBS werden bei den
Bürgerinnen und Bürgern Erwartungen geweckt, dass die für die regionale
Entwicklung wichtigen Verkehrsprojekte schnell und zügig umgesetzt
werden. In den meisten Fällen steht die Umsetzung aus. Klar ist: Ab dem Jahr
2012 wird es keine Neubeginne beim Bau von Bundesfernstraßen und
Bundeswasserstraßen geben.
Straße
1. Wann wird die Bundesregierung gemäß der Ankündigung des
Parlamentarischen Staatssekretärs Dr. Andreas Scheuer vom Juli 2010 den Bau der
Ortsumgehung Dillingen an der B 16 neu beginnen, und ist die
Finanzierung in Höhe von 30 Mio. Euro sichergestellt (vgl. Donau-Zeitung vom
2. Juli 2010)?
Um den Bau der B 16 Ortsumgehung Dillingen ohne terminbestimmende
Zwänge für den Bauablauf umsetzen zu können, wurde ein Brückenbauwerk im
Zuge der künftigen Ortsumgehung über die Bahnlinie bereits fertiggestellt. Die Antwort wurde namens der Bundesregierung mit Schreiben des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und
Stadtentwicklung vom 18. Oktober 2011 übermittelt.
Die Drucksache enthält zusätzlich – in kleinerer Schrifttype – den Fragetext.
Drucksache 17/7394 – 2 – Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode2. Ist entsprechend der Ankündigung des Parlamentarischen Staatssekretärs
Dr. Andreas Scheuer für die Ortsumfahrung Wallerstein nach der
Genehmigung der Kostenfortschreibung inzwischen ein
Planfeststellungsbeschluss erfolgt (vgl. Rieser Nachrichten vom 17. März 2011)?
Ja.
3. Wann wird mit dem Bau der Rosenheimer Westtangente B 15 begonnen,
angesichts der öffentlichen Ankündigung von Bundesminister Dr. Peter
Ramsauer vom 11. Januar 2010, dass er einen schnellstmöglichen
Baubeginn unterstützt (vgl. Pressemitteilung der Abgeordneten Daniela Raab
vom 11. Januar 2010)?
Das Baurecht für die B 15 Westtangente Rosenheim ist bestandskräftig. Die
Bayerische Straßenbauverwaltung erarbeitet zurzeit die Ausführungsplanung.
Sobald diese vorliegt, kann der Baubeginn im Rahmen der verfügbaren Mittel
eingeplant werden.
4. Wann wird die Bundesregierung ein Projekt „Leises Inntal“ beginnen, für
das 2009 der bayerische Gesundheitsminister Markus Söder und die
Abgeordnete Daniela Ludwig (ehemals Raab) (CSU) sorgen wollten (vgl.
Pressemitteilung der Abgeordneten Daniela Raab vom 13. Juli 2009)?
Die Lärmsituation an der bestehenden A 93 ist nach den Grundsätzen der
Lärmsanierung zu beurteilen. Die Lärmsanierung, die an strenge Voraussetzungen
geknüpft ist, ist eine freiwillige Leistung des Bundes, um an Bestandsstrecken mit
hohen Lärmbelastungen effektive Maßnahmen zur Lärmminderung ergreifen zu
können. Insgesamt investiert der Bund jährlich rd. 50 Mio. Euro bundesweit in
Maßnahmen für die Lärmsanierung an Bundesfernstraßen. Im Frühjahr 2010
konnte die Absenkung der Auslösewerte für die Lärmsanierung um 3 dB(A)
umgesetzt werden. Die neuen Auslösewerte sind nun für Wohngebiete 67 dB(A)
tags und 57 dB(A) nachts. Auf dieser Grundlage stimmte das
Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS) den durch die
Bayerische Straßenbauverwaltung vorgelegten Planungen zur Verlängerung und
Erhöhung der bestehenden Lärmschutzanlage bei Oberaudorf zu. Darüber hinaus
wird im Zuge der Erneuerung der Richtungsfahrbahn Rosenheim im Abschnitt
Kiefersfelden–Rosenheim ein lärmmindernder Fahrbahnbelag eingebaut
werden. Hierfür liegt bereits bestandskräftiges Baurecht vor. Die weiteren
Planungen für eine bauliche Umsetzung laufen.
Auch gegen den Schienenverkehrslärm im Inntal konnten aufgrund der
bundesweiten Gesamtkonzeption für die Lärmsanierung an Schienenwegen der
Eisenbahnen des Bundes bereits Maßnahmen realisiert werden, z. B. im Bereich der
Gemeinde Raubling.
5. Wie viele Lkw-Parkplätze hat die Bundesregierung an der A 3 in den
Jahren 2010 und 2011 angesichts der örtlichen Diskussion über die Sicherheit
auf Autobahnparkplätzen und der Ankündigung des Parlamentarischen
Staatssekretärs Dr. Andreas Scheuer, dass der Ausbau oberste Priorität
habe, errichtet (vgl. Passauer Neue Presse vom 22. Juni 2011)?
Mit dem leistungsfähigen Ausbau der A 3 werden zeitgleich zahlreiche Lkw-
Parkflächen geschaffen.
Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode – 3 – Drucksache 17/73946. Liegt nach Kenntnis der Bundesregierung bei dem Abschnitt Pastetten–
Dorfen der A 94 ein Planfeststellungsbeschluss bereits vor, und wann
wird mit dem Baubeginn in diesem Abschnitt angesichts der
Ankündigung des Parlamentarischen Staatssekretärs Dr. Andreas Scheuer: „wo
Baurecht ist, da bauen wir“ begonnen werden (vgl. Alt-Neuöttinger
Anzeiger vom 2. Februar 2010)?
Der Planfeststellungsbeschluss für den Abschnitt Pastetten–Dorfen liegt vor
und wurde vom Bayerischen Verwaltungsgerichtshof ohne Zulassung der
Revision bestätigt. Eine Entscheidung über die gegen die Nichtzulassung der
Revision beim Bundesverwaltungsgericht erhobenen Beschwerden liegt noch nicht
vor. Die für den Streckenbau erforderlichen Vorarbeiten werden bereits
eingeleitet.
7. Wurde gemäß der Ankündigung des Parlamentarischen Staatssekretärs
Dr. Andreas Scheuer Ende 2010/Anfang 2011 die Planfeststellung für
den Trassenabschnitt der A 94 zwischen Malching und Kirchham
beantragt, und wenn nein, warum nicht (vgl. Passauer Neue Presse vom
23. Oktober 2010)?
Das Planfeststellungsverfahren läuft bereits.
8. Wann wird die Bundesregierung mit dem Bau der B 15 neu beginnen
angesichts der Ankündigung von Bundesminister Dr. Peter Ramsauer
vom Februar 2010, dass dieses Projekt „ein ganz vorrangiges Ziel“ des
Bundes sei (vgl. Dingolfinger Anzeiger vom 2. Februar 2010)?
Mit dem Bau der B 15 neu wurde im Jahr 2006 begonnen. Der erste Abschnitt
der B 15 neu zwischen Saalhaupt und Schierling wurde am 26. Juli 2011 für
den Verkehr freigegeben. Der Folgeabschnitt zwischen Schierling und
Neufahrn soll voraussichtlich im Herbst 2011 fertiggestellt sein. Für den
weiterführenden Abschnitt zwischen Neufahrn und Ergoldsbach laufen die Bauarbeiten
und im Bereich bis zur A 92 bei Landshut wird derzeit das
Planfeststellungsverfahren durchgeführt.
9. Wann wird die Bundesregierung mit dem Ausbau der B 5 in
Nordfriesland angesichts der öffentlichen Ankündigung von Bundesminister
Dr. Peter Ramsauer, dass er dieses Projekt unterstützt, beginnen (vgl.
Sylter Rundschau vom 15. Juni 2010)?
Da bisher für die Ortsumgehungen im Zuge der B 5 in Nordfriesland kein
Baurecht vorliegt, sind der Bundesregierung Aussagen über den konkreten
Baubeginn bzw. die Fertigstellung nicht möglich.
10. Wann wird die Bundesregierung mit der geplanten Elbquerung westlich
von Hamburg im Zuge der A 20, angesichts des klaren Bekenntnisses des
Bundesministers Dr. Peter Ramsauer zu diesem Projekt im Februar 2010,
beginnen (vgl. Ostholsteiner Anzeiger vom 6. Februar 2010)?
Das Land Niedersachsen erwartet für die Elbquerung unter optimalen
Bedingungen das Baurecht in 2012/2013. Danach wird zu prüfen sein, ob unter
Berücksichtigung der Finanzierungssituation ein Baubeginn möglich sein wird.
Drucksache 17/7394 – 4 – Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode11. Wird nach Kenntnis der Bundesregierung der Ausbau der A 7 gemäß der
öffentlichen Ankündigung des Bundesministers Dr. Peter Ramsauer im
Kreis Rendsburg-Eckernförde Ende 2013 beginnen (vgl. Eckernförder
Zeitung vom 27. Juni 2011)?
Im Sommer 2008 wurde eine zweite Staffel von Projekten der Öffentlich-
Privaten Partnerschaft (ÖPP) (A-Modell) zur Realisierung in den nächsten Jahren
vorgesehen. Hierzu zählt der sechsstreifige Ausbau der A 7 zwischen dem
Autobahndreieck Bordesholm in Schleswig-Holstein und dem Autobahndreieck
Hamburg-Nordwest in Hamburg. Der endgültige ÖPP-Projektzuschnitt hängt
von den Ergebnissen der vorläufigen Wirtschaftlichkeitsuntersuchung ab, die
zurzeit durchgeführt wird. Nach absehbarem Baurecht, d. h. voraussichtlich
noch in diesem Jahr, soll bei Vorliegen der finanziellen Voraussetzungen das
Vergabeverfahren mit der Vergabebekanntmachung gestartet werden. Der
Beginn des Ausbaus kann bei einer etwaigen ÖPP-Realisierung Ende 2013
erfolgen.
12. Teilt die Bundesregierung die Ansicht des Parlamentarischen
Staatssekretärs Enak Ferlemann, dass eine Sanierung des Asphaltoberbaus der B 76
zwischen Fleckeby und Fahrdorf bis 2012 keine Priorität hat (vgl.
Eckernförder Zeitung vom 16. Juni 2011)?
Die Bundesregierung steht zur Antwort des Parlamentarischen Staatssekretärs
Enak Ferlemann vom 14. Juni 2011 auf die Frage 38 des Abgeordneten Sönke
Rix.
13. Wann wird mit dem notwendigen Ausbau der A 6 zwischen dem
Weinsberger Kreuz und der bayerischen Landesgrenze angesichts des
öffentlichen Bekenntnisses des Parlamentarischen Staatssekretärs Dr. Andreas
Scheuer, dass an der Notwendigkeit der Baumaßnahme kein Zweifel
bestehe, begonnen (vgl. Heilbronner Stimme vom 5. Februar 2011)?
Bevor eine Aussage über den Beginn des Ausbaus der A 6 zwischen dem
Autobahndreieck Weinsberg und Crailsheim getroffen werden kann, obliegt es
zunächst der zuständigen Straßenbauverwaltung des Landes Baden-Württemberg,
die technische Planung für die Vorhaben der A 6 zu erstellen, die hierzu
erforderlichen Genehmigungen einzuholen sowie das Baurecht zu erlangen.
14. Wann wird die Finanzierungsvereinbarung für den Bau des Rastatter
Tunnels unterzeichnet werden angesichts der öffentlichen Ankündigung des
Parlamentarischen Staatssekretärs Enak Ferlemann bereits im Juli 2010,
dass für ihn dieses Projekt „eine sehr große Rolle spiele“, und hat die
Realisierung des Rastatter Tunnels für die Bundesregierung gemäß der
Ankündigung des Parlamentarischen Staatssekretärs weiterhin Priorität
(vgl. Badisches Tagblatt vom 16. Juli 2010)?
Der Entwurf des Investitionsrahmenplans 2011 bis 2015 für die
Verkehrsinfrastruktur des Bundes (IRP) befindet sich gegenwärtig in der Erarbeitung.
Aussagen zu konkreten Projekten sind angesichts des gegenwärtigen
Arbeitsstandes noch nicht möglich.
Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode – 5 – Drucksache 17/739415. Wird mit dem Weiterbau der A 20 bereits im Jahr 2013 begonnen werden,
wie es der Parlamentarische Staatssekretär Enak Ferlemann im Mai 2011
vor Ort im Wahlkreis Stade-Cuxhaven angekündigt hat (vgl.
Bremervörder Zeitung vom 24. Mai 2011)?
16. Wird gemäß der Ankündigung des Parlamentarischen Staatssekretärs
Enak Ferlemann im Mai 2011 beim Elbtunnel bei Drochtersen und beim
Bauabschnitt Bremervörde schon im Jahr 2012 mit der Planfeststellung
und bereits 2013/2014 mit dem Bau begonnen werden (vgl.
Bremervörder Zeitung vom 24. Mai 2011)?
Die Fragen 15 und 16 werden wegen ihres Sachzusammenhangs gemeinsam
beantwortet.
Die Planfeststellungsverfahren zur Erlangung des Baurechts führen die Länder
in eigener Zuständigkeit durch. Insoweit beziehen sich die Aussagen des
Parlamentarischen Staatssekretärs Enak Ferlemann auf Informationen des Landes
Niedersachsen. Danach erwartet das Land sowohl bei der Elbquerung als auch
beim sechsten Bauabschnitt der A 20 unter optimalen Bedingungen für 2012/
2013 das Baurecht. Nach vorliegendem Baurecht wird zu prüfen sein, ob unter
Berücksichtigung der Finanzierungssituation ein Baubeginn einzelner
Bauabschnitte der A 20 möglich sein wird. Ende 2010 wurde eine mehrstufige
Untersuchung zur Elbquerung in Auftrag gegeben, um eine mögliche Eignung als
Projekt einer öffentlich-privaten Partnerschaft zu untersuchen.
17. Wird die Bundesregierung mit dem sechsspurigen Ausbau der A 7
zwischen dem Walsroder Dreieck und Soltau-Ost gemäß den
Ankündigungen des Parlamentarischen Staatssekretärs Enak Ferlemann vom März
2011 im ersten Halbjahr 2014 beginnen (vgl. Böhme-Zeitung vom
1. März 2011)?
18. Wird die Bundesregierung bis Mitte 2012 für alle drei Abschnitte des
sechsspurigen Ausbaus der A 7 zwischen dem Walsroder Dreieck und
Soltau-Ost gemäß den Ankündigungen des Parlamentarischen
Staatssekretärs Enak Ferlemann den Gesehenvermerk erteilen (vgl. Böhme-
Zeitung vom 1. März 2011)?
19. Teilt die Bundesregierung die öffentliche Ankündigung des
Parlamentarischen Staatssekretärs Enak Ferlemann vom März 2011, dass der
sechsspurige Ausbau der A 7 zwischen dem Walsroder Dreieck und Soltau-Ost
2015 in den Vordringlichen Bedarf des neuen Bundesverkehrswegeplans
aufgenommen wird (vgl. Böhme-Zeitung vom 1. März 2011)?
Die Fragen 17 bis 19 werden wegen ihres Sachzusammenhangs gemeinsam
beantwortet.
Der sechsstreifige Ausbau der A 7 zwischen dem Autobahndreieck Walsrode
und der Anschlussstelle Soltau-Ost ist im „Weiteren Bedarf mit Planungsrecht“
im Bedarfsplan für die Bundesfernstraßen ausgewiesen. Mit dieser Einstufung
sind die Planung und der Bau dieses Projekts möglich. Gegenwärtig erfolgen
die Entwurfsplanungen für diesen Streckenabschnitt. Dabei wird unter
Wirtschaftlichkeits- und Verkehrssicherheitsaspekten zu prüfen sein, inwieweit ein
vollständiger sechsstreifiger Ausbau der A 7 im Vergleich zu einer grundhaften
Instandsetzung des vierstreifigen Querschnitts vertretbar ist. Unter der
Annahme konfliktfreier Planfeststellungsverfahren kann ab 2014 Baurecht
vorliegen. Die Bundesregierung geht aufgrund der Bedeutung der A 7 davon aus,
dass dieses Projekt in den Vordringlichen Bedarf des
Bundesverkehrswegeplans (BVWP) 2015 aufgenommen wird.
Drucksache 17/7394 ��� 6 – Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode20. Wird die Bundesregierung gemäß der Ankündigung des
Parlamentarischen Staatssekretärs Enak Ferlemann vom Januar 2011 die
sogenannte Küstenautobahn A 20 im Jahr 2015 in den Vordringlichen Bedarf
des Bundesverkehrswegeplanes aufnehmen (vgl. Weser-Kurier vom
20. Januar 2011)?
Die Bundesregierung geht aufgrund der Bedeutung der A 20 davon aus, dass
dieses Projekt in den Vordringlichen Bedarf des BVWP 2015 aufgenommen
wird.
21. Wann wird mit dem Bau der Kanalbrücke in Hagen-Grinden begonnen
werden, wenn der Start der Maßnahme nach Angaben des
Parlamentarischen Staatssekretärs Enak Ferlemann vom Januar 2011 lediglich
verschoben worden ist, aber weiterhin hohe Priorität habe (vgl. Weser-
Kurier vom 20. Januar 2011)?
Die Maßnahme wurde begonnen und soll im Herbst 2012 abgeschlossen sein.
22. Wird gemäß den Ankündigungen des Parlamentarischen Staatssekretärs
Enak Ferlemann vom November 2010 mit dem Abschnitt 6 des
Weiterbaus der A 20 im Jahr 2013 begonnen werden (vgl. Marktplatz
Bremervörde vom 30. November 2010)?
Es wird auf die Antwort zu den Fragen 15 und 16 verwiesen.
23. Wann wird mit dem Bau einer neuen Anschlussstelle an der L 180, den
der Parlamentarische Staatssekretär Enak Ferlemann bereits im Mai 2010
angekündigt hat, im Verlauf der A 7 zwischen Hamburg und Hannover
auf Höhe Schwarmstedt begonnen werden (vgl. Verdener Aller-Zeitung
vom 30. Mai 2010)?
Zurzeit werden von der niedersächsischen Straßenbauverwaltung die
entsprechenden Entwurfsunterlagen erstellt. Konkrete Aussagen zum Baubeginn sind
zum jetzigen Zeitpunkt nicht möglich.
24. Wird die Küstenautobahn A 20 als neue Ost-/West-Verbindung in
Schleswig-Holstein im Jahr 2022 gemäß den öffentlichen Ankündigungen des
Parlamentarischen Staatssekretärs Enak Ferlemann vom Mai 2010
fertiggestellt sein (vgl. Böhme-Zeitung vom 27. Mai 2010)?
Die Bundesregierung strebt entsprechend den finanziellen Möglichkeiten eine
zügige Fertigstellung an.
25. Wann wird mit dem Ende des Planfeststellungsverfahrens für die neue
Anschlussstelle an der A 7 zwischen Hamburg und Hannover, in der
Nähe der Stadt Soltau, dessen Ende der Parlamentarische Staatssekretär
Enak Ferlemann im Heidekreis für 2011 angekündigt hat, zu rechnen sein
(vgl. Böhme-Zeitung vom 28. April 2010)?
Das Land Niedersachsen erwartet unter optimalen Bedingungen für das erste
Quartal 2012 das Baurecht.
Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode – 7 – Drucksache 17/739426. Wann wird die Bundesregierung mit der von Bundesverkehrsminister
Dr. Peter Ramsauer Ende April 2010 in Pirmasens angekündigten
Erweiterung der A 62 zwischen Höheischweiler und Bann beginnen (vgl. „DIE
RHEINPFALZ“ vom 12. Juni 2010)?
Im Bedarfsplan für die Bundesfernstraßen ist die Ergänzung der A 62 auf
vier Fahrstreifen zwischen den Anschlussstellen Pirmasens und Bann im
Weiteren Bedarf eingestuft. Zur Verbesserung der Verkehrssicherheit und
unabhängig von der vorgenannten Bedarfsplaneinstufung hat das BMVBS im April
2009 dem Um- bzw. Ausbau eines 2,5 Kilometer langen Teilabschnitts der
A 62 im Bereich Höheinöd zugestimmt. Es obliegt nun zunächst der
Straßenbauverwaltung des Landes Rheinland-Pfalz, die technische Planung zu
erstellen. Eine Aussage über den Baubeginn der Maßnahme ist daher noch nicht
möglich.
Schiene
27. Ist die Sanierung des Donauwörther Bahnhofs gemäß den
Ankündigungen des Abgeordneten Ulrich Lange (CSU) in ein neues Programm der
Bundesregierung zur Sanierung von Bahnhöfen in Deutschland
aufgenommen worden (vgl. Donauwörther Zeitung vom 26. Oktober 2010)?
Eigentümer der Infrastruktur Schiene sind die
Eisenbahninfrastrukturunternehmen (EIU); sie sind auch die Bauherren für die in den Konjunkturpaketen der
Bundesregierung vorgesehenen Maßnahmen zur Bahnhofssanierung. Pläne und
Zeitabläufe zum Ausbau und zur Modernisierung fallen somit in den
unmittelbaren unternehmerischen Verantwortungsbereich der EIU. Für den Bahnhof
Donauwörth ist im Rahmen des Konjunkturpaket-II-Programms die
Verbesserung der Sicherheit durch das Anbringen von Bahnsteigschraffuren vorgesehen.
28. Wann wird die Bundesregierung angesichts der Ankündigung des
Parlamentarischen Staatssekretärs Dr. Andreas Scheuer, dass die Bahnstrecke
München–Mühldorf–Freilassing und die A 94 oberste Priorität genießen,
mit dem entsprechenden Aus- und Weiterbau der beiden
Verkehrsprojekte beginnen, und wann ist mit einer Fertigstellung zu rechnen (vgl.
Alt-Neuöttinger Anzeiger vom 2. Februar 2010)?
Die Ausbaustrecke München–Mühldorf–Freilassing–Grenze D/A ist sowohl
vorrangiges Vorhaben für ein transeuropäisches Verkehrsnetz als auch im
Bedarfsplan für die Bundesschienenwege enthalten und wird in Stufen ausgebaut.
Eine Vielzahl positiver Entwicklungen für den Ausbau der Strecke wurde in
jüngster Zeit erreicht:
– Der zweigleisige Abschnitt Ampfing–Altmühldorf wurde am 11. Dezember
2010 in Betrieb genommen. Das zweite Gleis ermöglicht
Fahrzeitverkürzungen und verbessert die Anschlusssituation im Knoten Mühldorf.
– Als zusätzliche Maßnahmen auf der Strecke wurden der Bau der
zweigleisigen Innbrücke (Einweihung am 26. September 2011, Inbetriebnahme am
4. Oktober 2011), die Planung der Zweigleisigkeit des Abschnitts
Altmühldorf–Tüßling sowie der Bau des Elektronischen Stellwerks (ESTW)
Burghausen (Inbetriebnahme am 23. April 2011) durch eine Finanzierung im
Rahmen des Konjunkturpakets I sichergestellt.
– Gleichzeitig mit dem Bau des ESTW Burghausen wurden ein
Kreuzungsbahnhof in Kastl errichtet und eine Blockverdichtung realisiert. Damit wird
der kapazitive Engpass zwischen Tüßling und Burghausen aufgelöst.
Drucksache 17/7394 – 8 – Deutscher Bundestag – 17. WahlperiodeWenn das Baurecht für den gesamten zweigleisigen Ausbau zwischen
Altmühldorf und Tüßling vorliegt, soll die Finanzierung für die erforderlichen
rd. 125 Mio. Euro im Rahmen der verfügbaren Haushaltsmittel gesichert
werden. Mit Realisierung dieser Maßnahmen ist eine ausreichende Anbindung des
Chemiedreiecks auf der Schiene gewährleistet. Der Bau eines dritten Gleises
im Abschnitt Freilassing–Grenze D/A (–Salzburg) wurde mit Österreich am
10. Juli 2007 vereinbart. Alle Beteiligten streben die Erlangung des Baurechts
bis Ende 2012 an. Unmittelbar anschließend ist der Baubeginn geplant.
Auf dem Abschnitt Heldenstein–Ampfing der A 94 laufen die Bauarbeiten.
Weitere Bauabschnitte folgen im Rahmen der Finanzierungsmöglichkeiten.
29. Wann wird mit der Sanierung des Passauer Hauptbahnhofs begonnen, die
der Parlamentarische Staatssekretär Dr. Andreas Scheuer spätestens für
das Jahr 2012 mit Hilfe einer 14-Mio.-Euro-Förderung durch den Bund
bereits im Januar 2010 angekündigt hat (vgl. Passauer Neue Presse vom
20. Januar 2010)?
Die in der Fragestellung erwähnten Aussagen des Parlamentarischen
Staatssekretärs Dr. Andreas Scheuer sind der erwähnten Pressemitteilung nicht zu
entnehmen.
30. Teilt die Bundesregierung die öffentliche Mitteilung des Bundesministers
Dr. Peter Ramsauer, dass ein durchgängig zweigleisiger Ausbau der
Bahnstrecke von Westerland nach Hamburg in den nächsten zehn Jahren
nicht erfolgen kann (vgl. Elmshorner Nachrichten vom 14. Juni 2010)?
Es wird auf die Antwort der Bundesregierung zu den Fragen 4 und 5 der
Kleinen Anfrage der Abgeordneten Dr. Valerie Wilms, Bettina Herlitzius, Winfried
Hermann, weiterer Abgeordneter und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
(Bundestagsdrucksache 17/3805) verwiesen.
31. Unterstützt die Bundesregierung gemäß der öffentlichen Klarstellung des
Parlamentarischen Staatssekretärs Enak Ferlemann die Forderung, dass
es beim Bau der sogenannten Y-Trasse einen Haltepunkt in Walsrode
geben soll (vgl. Böhme-Zeitung vom 1. März 2011)?
32. Wird nach Kenntnis der Bundesregierung gemäß den öffentlichen
Äußerungen des Parlamentarischen Staatssekretärs Enak Ferlemann für die
sogenannte Y-Trasse frühestens 2015 Baurecht vorliegen und erst danach
die Finanzierung des Projektes sichergestellt werden (vgl. Weser-Kurier
vom 11. August 2010)?
33. Geht die Bundesregierung gemäß den öffentlichen Äußerungen des
Parlamentarischen Staatssekretärs Enak Ferlemann davon aus, dass sich das
prognostizierte Güterverkehrswachstum so stark ändern kann, dass die
neuen Kapazitäten der sogenannten Y- Trasse ab 2015 nicht mehr
gebraucht werden könnten (vgl. Weser-Kurier vom 11. August 2010)?
Die Fragen 31 bis 33 werden wegen ihres Sachzusammenhangs gemeinsam
beantwortet.
Die Ausbau-/Neubaustrecke Hamburg/Bremen–Hannover (Y-Trasse) ist im
Vordringlichen Bedarf des Bedarfsplans für die Bundesschienenwege
enthalten. Der geplante Ausbau für Schienenpersonen- und -güterverkehr hat sich vor
dem Prognosehorizont 2025 als wirtschaftlich erwiesen. Im Rahmen der
Vorentwurfsplanung werden derzeit verschiedene Trassierungsvarianten geprüft
Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode – 9 – Drucksache 17/7394und anschließend eine Vorzugsvariante einschließlich Kostenschätzung
ermittelt. Erst im Anschluss daran kann die Genehmigungsplanung mit den
infrastrukturellen Einzelheiten (Haltepunkte) erfolgen. Die auf dieser Basis
durchzuführenden Planfeststellungsverfahren können nach heutiger Schätzung nicht
vor 2015 beendet sein.
Wasserstraße
34. Teilt die Bundesregierung die Ankündigung des Parlamentarischen
Staatssekretärs Enak Ferlemann vom November 2010, dass der Bau einer
fünften Schleuse in Brunsbüttel am Nord-Ostsee-Kanal und die
Begradigung der Oststrecke zwischen Kiel und Königsförde im Jahr 2012
beginnen werden (vgl. Holsteinischer Courier vom 12. November 2010)?
Die am Nord-Ostsee-Kanal (NOK) geplanten Investitionen sind darauf
ausgerichtet, die Infrastruktur aufrechtzuerhalten und an die gestiegenen
verkehrlichen Anforderungen anzupassen. Der Bau einer dritten großen Schleuse in
Brunsbüttel (fünfte Kammer) im Zusammenhang mit einer anschließenden
umfassenden mehrjährigen Grundinstandsetzung der vorhandenen großen
Kammern ist hier ebenso wie die Anpassung der Oststrecke ein wichtiger Baustein.
Beide Maßnahmen sind in ihrer Vorbereitung bereits fortgeschritten. In
Anbetracht der begrenzten Spielräume für Investitionen in Wasserstraßen müssen
konsequent sparsame Lösungen gesucht werden. In diesem Zusammenhang
werden jetzt die vorhandenen Vorplanungen der Grundinstandsetzung der
Brunsbütteler Schleusen aktualisiert und mögliche Varianten sowohl mit als
auch ohne vorlaufenden Bau einer fünften Schleusenkammer geprüft. Erst nach
Vorlage der Ergebnisse können weitere Aussagen zum zeitlichen Ablauf der
Baumaßnahme getroffen werden.
Beim Ausbau der NOK-Oststrecke läuft das Planfeststellungsverfahren. Wann
ein Baubeginn möglich ist, kann erst festgelegt werden, wenn vollziehbares
Baurecht vorliegt und die Priorisierung der
Wasserstraßeninfrastrukturmaßnahmen abgeschlossen ist.
35. Was ist der Grund dafür, dass trotz des öffentlichen Bekenntnisses von
Bundesverkehrsminister Dr. Peter Ramsauer vom April 2010, dass die
Elbvertiefung eine „Aufgabe von nationaler Bedeutung“ sei, bisher nach
über 18 Monaten immer noch kein Planfeststellungsbeschluss vorliegt
(vgl. Kieler Nachrichten vom 17. April 2010)?
Der Bund und Hamburg setzen sich weiterhin mit Nachdruck für die
schnellstmögliche Fahrrinnenanpassung von Unter- und Außenelbe ein. Dabei gilt, dass
der Planfeststellungsbeschluss zügig, aber auch mit der notwendigen Sorgfalt
erstellt wird. Die Entscheidungen der Planfeststellungsbehörden müssen einer
gerichtlichen Überprüfung standhalten. Im Planfeststellungsverfahren ist eine
sogenannte Abweichungsprüfung erforderlich geworden, da erhebliche
Auswirkungen des Vorhabens auf Fauna-Flora-Habitat (FFH)-Gebiete nicht
auszuschließen waren. Die Planfeststellungsbehörden des Bundes und der Freien und
Hansestadt Hamburg haben daher in diesem Zusammenhang im Sommer 2010
erneut die Öffentlichkeit beteiligt. Des Weiteren wurde Ende 2010 die
Europäische Kommission um eine Stellungnahme gebeten, die aufgrund der möglichen
Auswirkungen des Vorhabens auf eine prioritäre Art in den Schutzgebieten
erforderlich ist. Die Stellungnahme der Europäischen Kommission liegt noch
nicht vor.
Drucksache 17/7394 – 10 – Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode36. Was ist der Grund dafür, dass der Bundesverkehrsminister Dr. Peter
Ramsauer die Modernisierung der Schleusen in Brunsbüttel trotz
Vorliegen eines Planfeststellungsbeschlusses aufgeschoben hat (vgl. Kieler
Nachrichten vom 16. Mai 2011)?
Es wird auf die Antwort zu Frage 34 verwiesen.
37. Inwiefern verhindern die eigenen politischen Karriereabsichten des
Parlamentarischen Staatssekretärs Enak Ferlemann, die er beim vierten
Parlamentarischen Abend des Bundesverbandes Öffentlicher Binnenhäfen
am 10. Februar 2011 in der Landesvertretung Baden-Württemberg in
Berlin geäußert hat, dass die Bundesregierung im
Bundeshaushaltsentwurf 2012 zusätzliche 500 Mio. Euro für Investitionen in die
Bundeswasserstraßen eingestellt hat (vgl. Zeitschrift Schifffahrt Hafen Bahn und
Technik 1/2011)?
Die nachhaltige Konsolidierung des Haushalts ist das erklärte Ziel der
Bundesregierung. Im Hinblick auf die im Grundgesetz verankerte Schuldenbremse hat
sie im Juni 2010 ein Konsolidierungspaket im Umfang von über 80 Mrd. Euro
für die folgenden vier Jahre beschlossen, das von allen Ressorts – so auch vom
BMVBS – Einschnitte verlangt. Vor diesem Hintergrund hat der
Parlamentarische Staatssekretär Enak Ferlemann beim Parlamentarischen Abend des
Bundesverbandes Öffentlicher Binnenhäfen Anfang dieses Jahres deutlich
gemacht, dass es keine Spielräume für zusätzliche Investitionen in die
Bundeswasserstraßen gibt.
38. Wird die Bundesregierung den Ausbau der Neckarschleusen trotz
Neukategorisierung der Bundeswasserstraßen weiter vorantreiben angesichts
der öffentlichen Äußerung des Parlamentarischen Staatssekretärs Enak
Ferlemann, dass der Neckar im Hinblick auf den volkswirtschaftlichen
Nutzen fast unschlagbar sei (vgl. Heilbronner Stimme vom 19. Juli 2010)?
Die mittelfristige Finanzplanung des Bundes bedingt für die
Bundeswasserstraße Neckar die Konzentration auf einen stufenweisen, wirtschaftlich
sinnvollen Ausbau. Deshalb werden die Maßnahmen zur Schleusenverlängerung
zwischen der Mündung in den Rhein und dem Hafen Heilbronn verstärkt
vorangetrieben werden, damit auf diesem Streckenabschnitt möglichst frühzeitig
135 Meter lange Schiffe verkehren können. Dies tr��gt auch den Beschlüssen
des Haushaltsausschusses und des Ausschusses für Verkehr, Bau und
Stadtentwicklung des Deutschen Bundestages vom 25. Mai und 6. Juli 2011 Rechnung,
in denen die Notwendigkeit einer Priorisierung des Wasserstraßennetzes und
der Konzentration der Ressourcen auf Wasserstraßen mit hoher verkehrlicher
Bedeutung grundsätzlich anerkannt werden.
39. Wann wird die Bundesregierung gemäß der Ankündigung des
Parlamentarischen Staatssekretärs Enak Ferlemann vom Juli 2011 die Gespräche
mit der Landesregierung Baden-Württemberg über die Vereinbarung
zwischen dem Bundesland Baden-Württemberg und dem Bund zur
Verlängerung der Neckarschleusen aufnehmen, um das weitere Vorgehen
abzustimmen, und welche Position wird die Bundesregierung hinsichtlich
Verlängerung aller Neckarschleusen bis Plochingen bei diesen
Gesprächen vertreten (vgl. Antwort des Parlamentarischen Staatssekretärs Enak
Ferlemann vom 26. Juli 2010 auf die Schriftliche Frage 75 auf
Bundestagsdrucksache 17/6712 der Abgeordneten Karin Roth (Esslingen))?
Ein Gesprächstermin ist bisher noch nicht vereinbart. Es besteht aber
Einvernehmen mit dem baden-württembergischen Verkehrsminister, diese Gespräche
Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode – 11 – Drucksache 17/7394noch im Herbst aufzunehmen. Zur Position der Bundesregierung wird auf die
Antwort zu Frage 38 verweisen.
40. Wird die Bundeswasserstraße Aller gemäß der Ankündigung des
Parlamentarischen Staatssekretärs Enak Ferlemann gegenüber dem
Abgeordneten Reinhard Grindel (CDU) im Rahmen der Neukategorisierung der
Bundeswasserstraßen nicht zu einer Restwasserstraße herabgestuft
werden (vgl. Walsroder Zeitung vom 21. Juni 2011)?
Die vom BMVBS vorgelegte Kategorisierung des Wasserstraßennetzes enthält
weder Aufstufungen noch Abstufungen einzelner Wasserstraßen. Sie ordnet die
Bundeswasserstraßen erstmals bestimmten verkehrsbezogenen Kategorien zu.
Entsprechend dem Auftrag des Ausschusses für Verkehr, Bau und
Stadtentwicklung des Deutschen Bundestages werden sowohl die Bewertungskriterien
als auch die sich daraus ergebende Struktur aktuell überprüft.
41. Wann wird die Entscheidung über den Beginn des
Raumordnungsverfahrens für den Bau eines neuen Hebewerkes bei Scharnbeck getroffen
werden, die der Parlamentarische Staatssekretär Enak Ferlemann im Juni
2010 für das Jahr 2011 angekündigt hat (vgl. Böhme-Zeitung vom
22. Juni 2010)?
Die notwendigen Investitionen zum Erhalt und Ausbau der
Wasserstraßeninfrastruktur werden zurzeit vor dem Hintergrund der zur Verfügung stehenden
Haushaltsmittel priorisiert. Erst wenn diese Priorisierung abgeschlossen ist,
sind Aussagen zu ggf. erforderlichen rechtlichen Verfahren von einzelnen
Vorhaben wie einem weiteren Abstiegsbauwerk bei Scharnebeck möglich.
Verkehrsträgerübergreifend
42. Wann hat die Bundesregierung die von Bundesminister Dr. Peter
Ramsauer im November 2010 angekündigte „deutsch-dänische
Verkehrskommission gegründet, in der auf Ministerebene einmal jährlich
Probleme des grenzüberschreitenden Verkehrs erörtert werden sollen“ (vgl.
„Der Insel-Bote“ vom 13. November 2010)?
Ein konkretes Gründungsdatum für die deutsch-dänische
Verkehrskommission gibt es nicht. Die Kommission tagte bisher zweimal, am 5. Juli 2011 in
Tønder und am 12. September 2011 in Flensburg. Daneben führte
Bundesverkehrsminister Dr. Peter Ramsauer am 22. März 2010 und am 30. Juni 2011
bilaterale Gespräche mit seinem dänischen Amtskollegen Hans-Christian
Schmidt.
43. Wird die Bundesregierung ab dem Jahr 2012 die Investitionsmittel nicht
mehr nach der sogenannten Länderquote unter den 16 Bundesländern
aufteilen, sondern gemäß der Ankündigung des Parlamentarischen
Staatssekretärs Enak Ferlemann die norddeutschen Bundesländer „bei der
Vergabe von Mitteln für die Verbesserung der Verkehrsinfrastruktur auf
längere Zeit Vorrang“ einräumen (vgl. Kieler Nachrichten vom 16. Mai
2011)?
Wie schon in den Vorjahren erfolgt die Aufteilung der zur Verfügung stehenden
Investitionsmittel für die Bundesfernstraßen (Bedarfsplanmaßnahmen) auf die
Bundesländer auch für das Jahr 2012 und folgende entsprechend der
nachstehenden Vorgehensweise. Von den für die Bedarfsplanmaßnahmen der
Bundesfernstraßen zur Verfügung stehenden Investitionsmitteln werden zunächst Son-
Drucksache 17/7394 – 12 – Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiodederfinanzierungen (wie z. B. die Mittel für die Verkehrsprojekte Deutsche
Einheit, die Refinanzierung der privat vorfinanzierten Maßnahmen und die
Betreiberentgelte für die A-Modelle) als Vorwegabzug berücksichtigt. Auch die
Stadtstaaten (Berlin, Hamburg, Bremen) erhalten ihre Mittel bedarfsorientiert
im Rahmen eines Vorwegabzuges. Die verbleibenden Investitionsmittel für
Bedarfsplanmaßnahmen (Bedarfsplanmittel) werden dann in Anlehnung an die
sogenannte Bundesverkehrswegeplan-Quote (d. h. ohne Berücksichtigung der
Stadtstaaten und Sonderfinanzierungen) auf die einzelnen Länder verteilt.
Bei den Investitionsmitteln für Schienen- und Wasserstraßenprojekte des
Bundes gibt es keine Länderquoten.
44. Werden gemäß der Ankündigung des Parlamentarischen Staatssekretärs
Enak Ferlemann, dass die sogenannte Y-Trasse, die Hafenquerspange, die
im Süden Hamburgs die A 1 mit der A 7 verknüpfen soll, sowie die
Fertigstellung der A 20 die prioritären Verkehrsprojekte in Norddeutschland
sind, diese Infrastrukturprojekte Teil des neuen Investitionsrahmenplanes
2011/2015 der Bundesregierung sein (vgl. Kieler Nachrichten vom
16. Mai 2011)?
Es wird auf die Antwort zu Frage 14 verwiesen.
Sonstiges
45. Plant Bundesminister Dr. Peter Ramsauer tatsächlich im Zuge der
Reform der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes die
Schifffahrtsämter Brunsbüttel und Kiel-Holtenau zusammenzulegen, und wenn
ja, warum (vgl. Kieler Nachrichten vom 4. Mai 2011)?
Organisatorische Entscheidungen können erst nach dem Abschluss der zurzeit
laufenden Aufgabenkritik getroffen werden.
46. Inwiefern spiegelt die Aussage des Parlamentarischen Staatssekretärs
Enak Ferlemann, dass „die Konstellation der handelnden Personen in den
Küstenländern wie in Berlin“ für die vorrangige Vergabe von
Investitionsmitteln in die Verkehrsinfrastruktur in Norddeutschland „so günstig
wie nie zuvor sei“, die Haltung der Bundesregierung wider, dass
Investitionsmittel nach persönlichem Einfluss von politisch Verantwortlichen
vergeben werden (vgl. Kieler Nachrichten vom 16. Mai 2011)?
Das BMVBS investiert nach Maßgabe des konkreten Bedarfs. Als Knotenpunkte
der Globalisierung stehen insbesondere die deutschen Seehäfen vor besonderen
Herausforderungen. Um Exportgüter aus dem ganzen Land über die Straße, die
Schiene und die Wasserwege auf Hochseeschiffe verfrachten zu können, ist eine
gute Anbindung der norddeutschen Seehäfen essentiell. Deshalb ist der Ausbau
der Seehafenhinterlandanbindungen im gesamtdeutschen Interesse.
47. Auf welche Art und Weise hat Bundesminister Dr. Peter Ramsauer als
zuständiger Bundesbauminister seinen Einfluss gegenüber dem Verband
der Bauindustrie Nordrhein-Westfalen geltend gemacht, um eine Spende
in Höhe von 40 000 Euro an eine soziale Einrichtung in Traunstein im
Bundestagswahlkreis des Bundesministers zu erreichen, und hat der
Verband seine Spende von politischen Entscheidungen des Bundeministers
Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode – 13 – Drucksache 17/7394abhängig gemacht (
http://ramsauer2.kupferwerk.net, Pressemitteilung
vom 12. Januar 2011)?
Der Bauindustrieverband Nordrhein-Westfalen e. V. führt seit 1973 jedes Jahr
im November eine Benefizveranstaltung durch, das Freundschaftsmahl St.
Martin. Die Unternehmer des Verbandes stellen aus diesem Anlass eine Geldspende
für karitative Zwecke zur Verfügung, über deren Verwendung der jeweilige
Festredner entscheiden darf. Bundesminister Dr. Peter Ramsauer war im Jahr
2010 als Festredner eingeladen und hat die Spende dem Mütterzentrum
Traunstein e. V. zukommen lassen. Unter den Festrednern früherer Jahre waren –
beginnend 1973 – Bundesminister Hans-Dietrich Genscher unter der
Schirmherrschaft des Ministerpräsidenten des Landes Nordrheinwestfalen, Heinz Kühn,
weitere Ministerpräsidenten des Landes Nordrheinwestfalen wie Wolfgang
Clement, Johannes Rau, Peer Steinbrück unter der Schirmherrschaft von
Kardinal Lehmann, Bundeskanzler Dr. Helmut Kohl und Bundestagspräsident
Dr. Norbert Lammert. Diesjährige Festrednerin wird Ministerpräsidentin
Hannelore Kraft sein.
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ISSN 0722-8333]